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Sie zielt auf die schnelle Entfernung terroristischer Inhalte1 online ab und legt Vorschriften für die gesamte Europäische Union (EU) zu diesem Zweck fest.
WICHTIGE ECKPUNKTE
Anwendungsbereich
Die Verordnung legt EU-weite Vorschriften zur Bekämpfung des Missbrauchs von Hostingdiensten zur öffentlichen Verbreitung von terroristischen Online-Inhalten fest. Diese Vorschriften umfassen:
die angemessenen und verhältnismäßigen Sorgfaltspflichten, die von den Hostingdiensteanbietern2 anzuwenden sind, um die öffentliche Verbreitung terroristischer Inhalte durch ihre Dienste zu bekämpfen und erforderlichenfalls zu gewährleisten, dass solche Inhalte entfernt werden oder der Zugang zu ihnen verhindert wird;
die Maßnahmen, die von den Mitgliedstaaten der EU im Einklang mit dem EU-Recht und vorbehaltlich von Garantien zum Schutz der Grundrechte umzusetzen sind, um:
terroristische Inhalte zu ermitteln und deren schnelle Entfernung durch die Hostingdiensteanbieter sicherzustellen und
die Zusammenarbeit unter den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten, den Hostingdiensteanbietern und gegebenenfalls Europol zu erleichtern.
Die Verordnung gilt für Hostingdiensteanbieter, die Dienstleistungen in der EU anbieten, unabhängig davon, ob ihre Hauptniederlassung in einem Mitgliedstaat liegt.
Materialien, die für Bildungs-, Presse-, Forschungszwecke oder künstlerische Zwecke oder für die Zwecke der Verhütung oder Bekämpfung des Terrorismus öffentlich verbreitet werden, gelten nicht als terroristische Inhalte.
Terroristische Straftaten werden in der Richtlinie (EU) 2017/541 definiert – siehe Zusammenfassung.
Maßnahmen
Die Verordnung legt eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der öffentlichen Verbreitung terroristischer Online-Inhalte fest. Dazu gehören:
Entfernungsanordnungen – Hostingdiensteanbieter, die eine Anordnung erhalten, müssen solche Inhalte innerhalb einer Stunde entfernen oder blockieren;
Verfahren für grenzüberschreitende Entfernungsanordnungen – z. B. wenn die Hauptniederlassung des Hostingdiensteanbieters nicht in dem Mitgliedstaat der zuständigen Behörde, die die Entfernungsanordnung entlassen hat, liegt;
spezifische Maßnahmen, zu denen Hostingdiensteanbieter verpflichtet sind, die solchen Inhalten ausgesetzt sind;
das Speichern von solchen Inhalten durch Hostingdiensteanbieter für behördliche oder gerichtliche Zwecke.
Schutzvorkehrungen und Rechenschaftspflicht
Die Verordnung enthält eine Reihe von Maßnahmen zur Gewährleistung der Transparenz und Rechtsansprüche. Diese beinhalten Regeln zu folgenden Punkten:
Transparenzanforderungen an Hostingdiensteanbieter;
Transparenzberichte der zuständigen Behörden;
Rechtsbehelfe für Hostingdiensteanbieter und Inhalteanbieter3;
Terroristische Inhalte: Materialien, durch die eine Person oder eine Gruppe von Personen angestiftet oder bestimmt wird, terroristische Straftaten zu begehen, oder die Unterweisungen in der Herstellung von Waffen oder anderen Methoden oder Verfahren, die bei terroristischen Anschlägen verwendet werden, enthalten.
Hostingdiensteanbieter: speichert durch einen Inhalteanbieter bereitgestellte Informationen im Auftrag eines Inhalteanbieters.
Inhalteanbieter: ein Nutzer, der Informationen bereitgestellt hat, die in seinem Auftrag von einem Hostingdiensteanbieter gespeichert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurden oder werden.
HAUPTDOKUMENT
Verordnung (EU) 2021/784 des Europäischen Parlaments und des Rates vom zur Bekämpfung der Verbreitung terroristischer Online-Inhalte (ABl. L 172 vom , S. 79-109)
VERBUNDENE DOKUMENTE
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Eine EU-Agenda für Terrorismusbekämpfung: antizipieren, verhindern, schützen und reagieren (COM(2020) 795 final vom )
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – EU-Strategie für eine Sicherheitsunion (COM(2020) 605 final vom )
Richtlinie (EU) 2018/1972 des Europäischen Parlaments und des Rates vom über den europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation (Neufassung) (ABl. L 321 vom , S. 36-214)
Nachfolgende Änderungen der Richtlinie (EU) 2018/1972 wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.
Richtlinie (EU) 2017/541 des Europäischen Parlaments und des Rates vom zur Terrorismusbekämpfung und zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2002/475/JI des Rates und zur Änderung des Beschlusses 2005/671/JI des Rates (ABl. L 88 vom , S. 6-21)
Richtlinie (EU) 2015/1535 des Europäischen Parlaments und des Rates vom über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft (ABl. L 241 vom , S. 1-15)
Verordnung (EU) Nr. 910/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 1999/93/EG (ABl. L 257 vom , S. 73-114)
Verordnung (EU) Nr. 1215/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Neufassung) (ABl. L 351 vom , S. 1-32)
Richtlinie 2010/13/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom zur Koordinierung bestimmter Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Bereitstellung audiovisueller Mediendienste (Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste) (ABl. L 95 vom , S. 1-24)
Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs, im Binnenmarkt („Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr“) (ABl. L 178 vom , S. 1-16)