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Document 52012PC0566
Recommendation for a COUNCIL RECOMMENDATION with a view to bringing an end to the situation of an excessive government deficit in Portugal
Empfehlung für eine EMPFEHLUNG DES RATES mit dem Ziel, das übermäßige öffentliche Defizit in Portugal zu beenden
Empfehlung für eine EMPFEHLUNG DES RATES mit dem Ziel, das übermäßige öffentliche Defizit in Portugal zu beenden
/* COM/2012/0566 final */
Empfehlung für eine EMPFEHLUNG DES RATES mit dem Ziel, das übermäßige öffentliche Defizit in Portugal zu beenden /* COM/2012/0566 final */
Empfehlung für eine EMPFEHLUNG DES RATES mit dem Ziel, das übermäßige öffentliche
Defizit in Portugal zu beenden DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION – gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise
der Europäischen Union (AEUV), insbesondere auf Artikel 126 Absatz 7, auf Empfehlung der Europäischen Kommission, in Erwägung nachstehender Gründe: (1) Nach Artikel 126 AEUV
haben die Mitgliedstaaten übermäßige öffentliche Defizite zu vermeiden. (2) Der Stabilitäts- und
Wachstumspakt beruht auf dem Ziel einer gesunden öffentlichen Finanzlage als
Mittel zur Verbesserung der Voraussetzungen für Preisstabilität und ein
kräftiges tragfähiges Wachstum, das der Schaffung von Arbeitsplätzen förderlich
ist. (3) Am 2. Dezember 2009
stellte der Rat in einem Beschluss gemäß Artikel 126 Absatz 6 AEUV
fest, dass in Portugal ein übermäßiges Defizit bestehe, und veröffentlichte
gemäß Artikel 126 Absatz 7 AEUV und Artikel 3 der Verordnung
(EG) Nr. 1467/97 des Rates vom 7. Juli 1997 über die
Beschleunigung und Klärung des Verfahrens bei einem übermäßigen Defizit eine
Empfehlung zur Korrektur des übermäßigen Defizits bis spätestens 2013. Um das
öffentliche Gesamtdefizit bis 2013 unter den Referenzwert von 3 % des BIP
zu senken, wurde für den Zeitraum 2010-2013 eine durchschnittliche jährliche
Konsolidierungsanstrengung von 1¼ % des BIP empfohlen. Bei der Berechnung
der durchschnittlichen jährlichen Konsolidierungsanstrengung wurde das in der
Herbstprognose 2009 der Kommissionsdienststellen für 2011 erwartete
Defizit als Ausgangspunkt zugrundegelegt. Welche Konsolidierungsanstrengung
insgesamt erforderlich sein würde, um das nominale Defizitziel von weniger als
3 % des BIP fristgerecht zu erreichen, wurde unter der Annahme einer
allmählichen Schließung der Produktionslücke bis 2015 berechnet. (4) Am 15. Juni 2010
gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass Portugal in Befolgung der
Ratsempfehlung vom 2. Dezember 2009 wirksame Maßnahmen ergriffen habe, um
sein öffentliches Defizit unter den Referenzwert von 3 % des BIP zu
senken, und dass im Defizitverfahren gegen Portugal daher keine weiteren
Schritte erforderlich seien. (5) Nach Artikel 3
Absatz 5 der Verordnung (EG) Nr. 1467/97 kann der Rat auf Empfehlung
der Kommission eine geänderte Empfehlung nach Artikel 126 Absatz 7
AEUV aussprechen, wenn wirksame Maßnahmen ergriffen wurden und nach der Annahme
der ursprünglichen Empfehlung unerwartete nachteilige wirtschaftliche
Ereignisse mit sehr ungünstigen Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen
eingetreten sind. Ob unerwartete nachteilige wirtschaftliche Ereignisse mit
sehr ungünstigen Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen vorliegen, ist
anhand der bei der Ratsempfehlung zugrundegelegten Wirtschaftsprognose zu
beurteilen. (6) Nach Artikel 126
Absatz 7 AEUV und Artikel 3 der Verordnung (EG) Nr. 1467/97
des Rates hat der Rat außerdem Empfehlungen an den betreffenden Mitgliedstaat
zu richten mit dem Ziel, das übermäßige Defizit innerhalb einer bestimmten
Frist zu beenden. In der Empfehlung ist dem betreffenden Mitgliedstaat für die
Ergreifung wirksamer Maßnahmen zur Korrektur des übermäßigen Defizits eine
Frist von höchstens sechs Monaten zu setzen. Außerdem sollte der Rat in einer
Empfehlung zur Korrektur eines übermäßigen Defizits das Erreichen jährlicher
Haushaltsziele verlangen, die – ausgehend von der Prognose, die der Empfehlung
zugrunde liegt – mit einer jährlichen Mindestverbesserung des strukturellen
Saldos, d. h. des konjunkturbereinigten Saldos ohne einmalige und
befristete Maßnahmen, in Einklang stehen, für die ein Richtwert von 0,5 %
des BIP gilt. (7) Nachdem Portugal 2009 mit
einem BIP-Rückgang um 2,9 % einen erheblichen Konjunkturabschwung
verzeichnet hatte, erholte sich die portugiesische Wirtschaft 2010 und
erreichte ein Positivwachstum von 1,4 %, das allerdings in hohem Maße auf
Ausnahmefaktoren zurückzuführen war, die die Exporte und den Konsum der
privaten Haushalte anheizten. 2011 fiel die Wirtschaft dann mit einem Rückgang
des realen BIP um 1,7 % in die Rezession zurück, wenngleich dieser
Rückgang geringer war als ursprünglich erwartet, da die kräftigen Nettoexporte
den erheblichen Rückgang beim privaten Konsum und den Investitionen zum Teil
wieder wettmachten. Gleichzeitig verschlechterte sich die Situation am
Arbeitsmarkt weiter. In der jüngsten Aktualisierung des Wirtschaftsausblicks
für Portugal, in der die von den Behörden bei der fünften Überprüfung des
wirtschaftlichen Anpassungsprogramms Anfang September vorgelegten
Konsolidierungsmaßnahmen berücksichtigt sind, erwarten die
Kommissionsdienststellen für 2012 einen 3 %igen Rückgang des realen BIP,
der durch eine weitere Abschwächung der Inlandsnachfrage, insbesondere der
Investitionstätigkeit, bedingt ist. Gleichzeitig halten sich die Exporte trotz
einer durch den Rückgang der Auslandsnachfrage bedingten Abschwächung gegenüber
dem Vorjahr weiter gut und werden voraussichtlich weiter an Marktanteilen
gewinnen. Das Wachstum wird 2013 weiter schleppend verlaufen, was einem
schwächeren Importwachstum bei den Handelspartnern im Euro-Währungsgebiet und
zusätzlichen Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen geschuldet ist, gegen
Jahresmitte aber dank einer Erholung der Exporte und Investitionstätigkeiten
voraussichtlich wieder leicht positive Werte erreichen. Für das Jahr insgesamt
wird von einer etwa 1 %igen Abschwächung des BIP-Wachstums ausgegangen.
Die Arbeitslosigkeit wird 2013 mit leicht über 16 % voraussichtlich ihren
Höchststand erreichen. (8) Das gesamtstaatliche Defizit
betrug 2010 9,8 % des BIP, was gegenüber 10,2 % im Jahr 2009 einen
leichten Rückgang bedeutet. Hauptgründe für dieses schlechte Abschneiden waren
die statistische Umgliederung einiger staatseigener Unternehmen und
öffentlich-privater Partnerschaften innerhalb des Sektors Staat und die Kosten,
die durch die Rettung zweier in Schieflage geratener Banken verursacht wurden.
Die Auswirkungen dieser Faktoren wurden nur zum Teil durch die einmalige
Übertragung eines Pensionsfonds auf den Sektor Staat und den leichten Anstieg
der Einnahmen gegenüber dem Vorjahr ausgeglichen. 2011 betrug das Defizit
4,2 % des BIP und lag damit unter dem Zielwert von 5,9 % des BIP.
Dieses nominal bessere Abschneiden ist auf die Übertragung der Pensionsfonds
von Banken auf das Sozialversicherungssystem zurückzuführen, mit der eine
Haushaltslücke von 1½ % des BIP geschlossen wurde. Auf die Verfehlung der
Haushaltsziele in der ersten Jahreshälfte reagierte die Regierung prompt und
beschloss neben einer Ausgabenkürzung zusätzliche einnahmenwirksame Maßnahmen,
wie einen einmaligen Einkommensteueraufschlag und eine Anhebung des MwSt-Satzes
auf Elektrizität und Erdgas vom ermäßigten auf den Regelsatz. Damit ist die
Haushaltslücke hauptsächlich auf einmalige defiziterhöhende Faktoren
zurückzuführen, insbesondere auf Ausfälle bei steuerfremden Einnahmen, nämlich
bei Konzessionen und Immobilien, auf die Schulden eines staatseigenen
Unternehmens und einer öffentlich-privaten Partnerschaft im
Zuständigkeitsbereich der Regionalregierung Madeira und die Umgliederung einer
öffentlich-privaten Partnerschaft in den Sektor Staat nach Einführung von
Straßenbenutzungsgebühren. (9) In ihrer jüngsten
Aktualisierung des Wirtschaftsausblicks für Portugal gehen die
Kommissionsdienststellen unter der Annahme einer unveränderten Politik für 2012
von einem gesamtstaatlichen Defizit von 5,3 % aus, während im Haushaltsgesetz 2012
und im Stabilitätsprogramm 2012 ein Defizit von 4,5 % des BIP
erwartet worden war. Der Haushalt 2012 in der durch den Nachtragshaushalt
vom März geänderten Fassung sieht Konsolidierungsmaßnahmen von geschätzten
5½ % des BIP vor. Zu den ausgabendämpfenden Maßnahmen zählen Lohn- und
Rentenkürzungen sowie ein Beschäftigungsabbau im öffentlichen Sektor und eine
Senkung der Investitions- und laufenden Ausgaben im Gesundheits- und
Bildungswesen sowie bei staatseigenen Unternehmen. Die einnahmensteigernden
Maßnahmen stützen sich auf eine höhere indirekte Besteuerung und sehen eine
Verschiebung bestimmter Waren und Dienstleistungen mit ermäßigtem und mittlerem
MwSt-Satz in höhere Steuerstufen vor. Die Änderungen bei der direkten
Besteuerung zielen hauptsächlich darauf ab, die Steuerbemessungsgrundlage durch
eine Verringerung der Abzüge und Ausnahmeregelungen bei der Einkommen- und
Körperschaftsteuer zu verbreitern. (10) Für 2012 wird eine Abweichung
vom Haushaltsplan im Umfang von etwa 2¼ % des BIP projiziert, was
hauptsächlich damit zusammenhängt, dass sich der Abbau von Ungleichgewichten in
der portugiesischen Wirtschaft und die Verlagerung hin zu weniger
steuerintensiven Exporten und einer über den Projektionen liegenden
Arbeitslosigkeit, die die Sozialversicherungskassen belastet, rascher vollzieht
als erwartet. Einnahmenausfälle sind auf breiter Front zu verzeichnen und
betreffen unerwartet niedrige direkte und indirekte Steuern, daneben aber auch
Sozialversicherungsbeiträge. Die Änderung der Steuerbemessungsgrundlagen hat
dazu geführt, dass gegenüber den im Haushalt 2012 projizierten Einnahmen
insgesamt rund 2 % des BIP fehlen, wovon ¼ % des BIP durch einmalige
Maßnahmen bedingt ist. Die Gesamtausgaben entwickeln sich planmäßig, wobei die
höheren Ausgaben für Arbeitslosengeld durch Einsparungen in anderen Bereichen,
insbesondere bei den Arbeitsentgelten, ausgeglichen werden. Einsparungen in
Höhe von 1,5 % des BIP (die durch niedrigere Nettozinszahlungen und die
Umverteilung von EU-Strukturfondsmitteln erzielt werden) und eventuelle
einmalige Einnahmen aus der Vergabe einer Flughafenkonzession werden ebenfalls
dazu beitragen, die Einnahmenausfälle teilweise wieder auszugleichen. Da es
sich bei einigen der defizitsenkenden Faktoren 2012 um einmalige Maßnahmen
handelt, ergibt sich aus der Haushaltslücke 2012 aufgrund der Schrumpfung
der Steuereinnahmen und der Entwicklungen am Arbeitsmarkt ein Übertrag von etwa
1½ % des BIP auf das Jahr 2013. (11) In ihrer jüngsten
Aktualisierung des Wirtschaftsausblicks für Portugal gehen die
Kommissionsdienststellen unter der Annahme einer unveränderten Politik für 2013
von einem öffentlichen Defizit von 4¾ % des BIP aus, während ursprünglich
ein Wert von 3 % angestrebt worden war. Im Rahmen des wirtschaftlichen
Anpassungsprogramms für Portugal trägt das Szenario einer unveränderten Politik
den Maßnahmen Rechnung, die im Durchführungsbeschluss 2011/344/EU des Rates vom
17. Mai 2011 über einen finanziellen Beistand der Union für Portugal und
in der vierten Aktualisierung des Memorandum of Understanding on Specific
Economic Conditionality, das zwischen der Europäischen Kommission im Namen der
Europäischen Union und der Portugiesischen Republik geschlossen wurde,
vereinbart wurden. In der vierten Aktualisierung des Memorandum of
Understanding on Specific Economic Conditionality sind für 2013
Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen im Umfang von rund 2 % des BIP
vorgesehen, einschließlich umfangreicher Ausgabenkürzungen, die durch eine
Verringerung der Lohnsumme und Einschnitte in den Bereichen Bildung und
Gesundheit erreicht und durch Einsparungen im Zuge der Umstrukturierung der
zentralen Verwaltung und staatseigenen Unternehmen ergänzt werden sollen. Die
einnahmenseitigen Maßnahmen zielen darauf ab, die Steuerbemessungsgrundlage durch
Abbau von Steuervergünstigungen und –abzügen bei der Körperschafts- und
Einkommensteuer und durch Erhöhung der Verbrauchssteuern zu verbreitern. Der
gleichen Linie folgend werden im Stabilitätsprogramm 2012
Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen von etwa 1,4 % des BIP in Aussicht
genommen. (12) Nach der jüngsten
Aktualisierung des Wirtschaftsausblicks für Portugal betrug das strukturelle
Defizit in den Jahren 2009, 2010 und 2011 8,7 %, 8,5 % bzw.
6,3 % des BIP. Für 2012 wird ein strukturelles Defizit von 4,2 % des
BIP erwartet. Dies impliziert eine erkennbare durchschnittliche
Konsolidierungsanstrengung (die als Differenz zwischen den strukturellen
Defiziten gemessen wird) von 1,5 % des BIP im Zeitraum 2010 bis 2012, was
die vom Rat für 2010-2013 festgelegte Mindestvorgabe einer durchschnittlichen
jährlichen Konsolidierungsanstrengung von 1¼ % des BIP übertrifft.
Korrigiert um die Veränderung des makroökonomischen Szenarios, die zwischen den
der Ratsempfehlung vom 2. Dezember 2009 zugrundeliegenden Projektionen und
der aktuellen Prognose eingetreten ist, wäre im Zeitraum 2010 bis 2012 eine
durchschnittliche jährliche Konsolidierungsanstrengung von schätzungsweise
zusätzlich rund 0,8 BIP-Prozentpunkten erforderlich. Was den Pfad für das
strukturelle Defizit bis 2012 angeht, hat Portugal somit wirksame Maßnahmen
getroffen. (13) Nach der Herbstprognose 2009
der Kommissionsdienststellen, die der Empfehlung des Rates nach
Artikel 126 Absatz 7 AEUV vom 2. Dezember 2009 zugrunde lag,
sollte die portugiesische Wirtschaft 2010 um 0,3 % und 2011 um 1,0 %
wachsen. Zwar fielen die Jahre 2012 und 2013 nicht mehr in den
Prognosezeitraum, doch wurde unter der Annahme, dass sich die große negative
Produktionslücke bis 2015 allmählich schließen würde, für 2012 und 2013
implizit ein höheres Wachstum erwartet als für 2011. Tatsächlich entsprach das
reale BIP in den Jahren 2010 und 2011 in keiner Weise dem in der
Herbstprognose 2009 projizierten Pfad, wurde 2010 doch ein höheres
unnachhaltiges, weitgehend durch Ausnahmefaktoren bedingtes und 2011 ein
wesentlich niedrigeres Wachstum verzeichnet. Zusätzlich dazu schlug bei der
Zusammensetzung des Wachstums die Binnennachfrage in weitaus geringerem Maße zu
Buche als prognostiziert. So betrug der kumulierte Wachstumsbeitrag der
Binnennachfrage in den Jahren 2010 und 2011 -5 BIP-Prozentpunkte, während
in der Prognose von 0,6 Prozentpunkten ausgegangen worden war. Gleichzeitig verschlechterte sich die Lage am
Arbeitsmarkt stärker und rascher als in der Herbstprognose 2009 der
Kommissionsdienststellen erwartet. In der
jüngsten Aktualisierung der Prognose für die portugiesische Wirtschaft erwarten
die Kommissionsdienststellen für die Jahre 2012 und 2013 signifikant negative
Wachstumsraten. Darüber hinaus werden die Nettoexporte voraussichtlich auch
weiterhin den größten Wachstumsbeitrag leisten. Diese Wachstumsprognosen
zeigen, dass die portugiesische Wirtschaft von unerwarteten Ereignissen
getroffen wurde. (14) Der öffentliche
Bruttoschuldenstand erhöhte sich von 93,3 % des BIP im Jahr 2010 auf
107,8 % des BIP im Jahr 2011 und wird nach der jüngsten Aktualisierung des
wirtschaftlichen Ausblicks für Portugal nach Schätzung der
Kommissionsdienststellen 2012 voraussichtlich auf 119,1 % des BIP
anschwellen und 2013 123,7 % des BIP erreichen, womit der
AEUV-Referenzwert in allen Jahren überschritten wäre. Ausschlaggebend für
diesen Anstieg der Schuldenquote sind vor allem höhere Zinszahlungen
(einschließlich der Zahlungen für die Programmdarlehen) und in geringerem Maße
die Dynamik des Primärdefizits. Die Bestandsanpassungen erreichen 2012 einen
erheblichen Umfang und tragen mit 3,3 BIP-Prozentpunkten zum Anstieg bei;
Hintergrund ist der Plan zur Begleichung von Rechnungen der Versorger
öffentlicher Einrichtungen und andere ausstehende Operationen. (15) Die Haushaltslage hat sich
gegenüber den Annahmen, die der ursprünglichen Ratsempfehlung zugrunde lagen,
aufgrund eines unerwartet schlechten Wirtschaftsausblicks, der auch eine
geringere Steuerergiebigkeit beinhaltet, erheblich verschlechtert. Hinzu kommt,
dass sich die deutliche Schrumpfung der Wirtschaft überaus negativ auf
Beschäftigung und Arbeitslosigkeit niederschlägt. Über geringere Sozialbeiträge
und höhere Sozialtransfers wirkt sich dies sowohl auf die Einnahmen- als auch
die Ausgabenseite nachteilig aus. Angesichts all dieser Faktoren und
insbesondere der merklichen Verschlechterung der Aussichten für die
öffentlichen Finanzen seit der ursprünglichen Empfehlung des Rates nach
Artikel 126 Absatz 7 AEUV sowie der Tatsache, dass Portugal wirksame
Maßnahmen getroffen hat, wäre ein weiteres Jahr für die Korrektur des
übermäßigen Defizits daher gerechtfertigt. (16) Voraussetzung für die
Einräumung eines weiteren Jahres für die Korrektur des übermäßigen Defizits
ist, dass die in der fünften Aktualisierung des Durchführungsbeschlusses
2011/344/EU des Rates gesetzten Zwischenziele für das Gesamtdefizit erreicht
werden, d. h. 5,0 % des BIP für 2012, 4,5 % des BIP für 2013 und
2,5 % des BIP für 2014. Ausgehend von der jüngsten Aktualisierung des
Wirtschaftsausblicks für Portugal setzen diese Gesamtdefizit-Ziele eine
Verbesserung des strukturellen Haushaltssaldos um 2,3 % des BIP im
Jahr 2012, 1,6 % des BIP im Jahr 2013 und 1,3 % des BIP im
Jahr 2014 voraus. Angesichts der bei der fünften Überprüfung des wirtschaftlichen
Anpassungsprogramms festgestellten Erfordernisse werden die portugiesischen
Behörden zusätzliche Maßnahmen erlassen, um die Defizitziele 2012, 2013 und
2014 zu erreichen. Zusätzlich dazu werden die Behörden in Anbetracht möglicher
Umsetzungsrisiken Eventualmaßnahmen für die folgenden Jahre ausarbeiten, um auf
mögliche Abweichungen reagieren zu können. (17) Auch wenn der Marktdruck auf
portugiesische Staatsanleihen in den vergangenen Monaten etwas nachgelassen
hat, ist er doch nach wie vor hoch und muss die Glaubwürdigkeit der
Konsolidierungsanstrengungen untermauert werden. Zu diesem Zweck müssten alle
zur Erreichung der Haushaltsziele in den Jahren 2013 und 2014 notwendigen
strukturellen Maßnahmen im Detail festgelegt und müsste der Defizitabbau
beschleunigt werden, falls die wirtschaftlichen oder budgetären Bedingungen
besser ausfallen als derzeit erwartet. Angesichts der Tatsache, dass
frühzeitige Maßnahmen von großer Bedeutung sind, um das Risiko künftiger
Abweichungen auszuschalten, ist eine Dreimonatsfrist für die Ergreifung
wirksamer Maßnahmen gerechtfertigt. (18) Am 6. Juli richtete der
Rat länderspezifische Empfehlungen an Portugal, die darauf abzielten, die im
Durchführungsbeschluss 2011/344/EU des Rates festgelegten und im Memorandum of
Understanding vom 17. Mai 2011 und dessen nachfolgenden Ergänzungen weiter
ausgeführten Maßnahmen umzusetzen. Alles in allem sind diese Maßnahmen auf die
Festlegung einer glaubwürdigen und ausgewogenen
Haushaltskonsolidierungsstrategie gerichtet, die sich auf finanzpolitische
Strukturmaßnahmen und eine bessere Finanzkontrolle staatseigener Unternehmen
und öffentlich-privater Partnerschaften, auf tiefgreifende Strukturreformen an
den Produkt- und Dienstleistungsmärkten gleich zu Beginn des Programmzeitraums
sowie auf Bemühungen zum Schutz des Finanzsektors durch Rekapitalisierung mit
Absicherungsfazilitäten stützt. (19) Parallel zu den im
Durchführungsbeschluss 2011/344/EU des Rates festgelegten regelmäßigen
Überprüfungen des wirtschaftlichen Anpassungsprogramms für Portugal werden die
Fortschritte bei der Umsetzung der Verpflichtungen des Landes im Rahmen des
Defizitverfahrens alle drei Monate überprüft. (20) Portugal erfüllt die
Bedingungen, die in Artikel 3 Absatz 5 der Verordnung (EG)
Nr. 1467/97 über die Beschleunigung und Klärung des Verfahrens bei einem
übermäßigen Defizit für die Verlängerung der Frist für die Korrektur des
übermäßigen Defizits festgelegt sind - EMPFIEHLT: (1)
dass die portugiesischen Behörden das derzeitige
übermäßige Defizit bis 2014 beenden; (2)
dass die portugiesischen Behörden gestützt auf die
von den Kommissionsdienststellen vorgelegte Aktualisierung des
Wirtschaftsausblicks für Portugal den strukturellen Saldo im Jahr 2012 um
2,3 % des BIP, im Jahr 2013 um 1,6 % des BIP und im Jahr 2014 um
1,3 % des BIP verbessern, um das öffentliche Gesamtdefizit bis 2014 unter
den Referenzwert von 3 % des BIP zu senken. Ziel
für das öffentliche Gesamtdefizit sollten 5,0 % des BIP im Jahr 2012,
4½ % des BIP im Jahr 2013 und 2,5 % des BIP im Jahr 2014 sein; (3)
dass die portugiesischen Behörden die im
Haushalt 2012 und im Nachtragshaushalt vom März festgelegten Maßnahmen
umsetzen und zusätzliche Maßnahmen im Umfang von 0,3 % des BIP ergreifen,
um das Defizit auf 5,0 % des BIP zu begrenzen. Diese umfassen das Einfrieren
eines Teils der im Haushalt 2012 für noch nicht eingeleitete
Investitionsvorhaben vorgesehenen Mittel, die Erhöhung der Stempelsteuern auf
Immobilien mit hohem Wert und der Steuersätze für Kapitalerträge, das Vorziehen
einiger der im Haushalt 2013 vorgesehenen Maßnahmen mit dem Ziel,
Sozialleistungen zu verringern, sowie andere Maßnahmen, die Einsparungen bei
den Vorleistungen und Einnahmen aus Veräußerungen bewirken; (4)
dass die portugiesischen Behörden dauerhafte
Konsolidierungsmaßnahmen im Umfang von 3,0 % des BIP beschließen, um 2013
das Ziel von 4,5 % des BIP zu erreichen. Sofern nicht anders angegeben,
sind mit dem Haushaltsgesetz 2013 folgende Maßnahmen zu beschließen: i.)
eine Verringerung der Lohnsumme durch erheblichen Abbau der Beschäftigtenzahlen
im öffentlichen Sektor und erhebliche Verringerung von Überstundenvergütung und
lohnfremden Leistungen; ii.) eine verbesserte Bedürftigkeitsprüfung und Kürzung
einiger Sozialprogramme und ‑leistungen; iii.) eine Vertiefung der Reform
des Gesundheitswesens und der staatseigenen Unternehmen. Auf der Einnahmenseite
sind u. a. folgende Maßnahmen vorgesehen: i.) eine Einkommensteuerreform,
bei der die Steuerstruktur vereinfacht, einige Steuervergünstigungen beseitigt
und der durchschnittliche Steuersatz bei gleichzeitiger Verbesserung der
Progression erhöht werden soll(en), ii.) eine Verbreiterung der
Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage durch Beseitigung der Abzugsfähigkeit von
Zinsen und iii.) eine Anhebung der Vermögenssteuern. Für den Fall von Abweichungen
werden die portugiesischen Behörden 2013 auf Eventualmaßnahmen zurückgreifen; (5)
dass die portugiesischen Behörden dauerhafte
Konsolidierungsmaßnahmen im Umfang von 1¾ % des BIP beschließen, um das
für 2014 gesetzte Defizitziel zu erreichen. Für die sechste Überprüfung des
wirtschaftlichen Anpassungsprogramms wird eine umfassende Ausgabenüberprüfung
durchgeführt, um für den Zeitraum 2014-2015 Maßnahmen in Höhe von rund
4 Mrd. EUR festzulegen; diese Maßnahmen werden bis Mitte
Februar 2013 im Einzelnen dargelegt. Die Haushaltskonsolidierungspläne für
2014-2015 werden im Stabilitätsprogramm 2013 im Einzelnen dargelegt. (6)
Die portugiesische Regierung hat wirksame Maßnahmen
zu ergreifen, um dieser Empfehlung innerhalb von drei Monaten nach ihrer
Annahme nachzukommen, und hat gemäß Artikel 3 Absatz 4a der
Verordnung (EG) Nr. 1467/97 des Rates ausführlich über die zur Erreichung
der Ziele geplante Konsolidierungsstrategie Bericht zu erstatten. Der Rat fordert die portugiesischen Behörden
ferner auf, - zusätzlich zu dem in Empfehlung 6
vorgesehenen Bericht und parallel zu den im Durchführungsbeschluss 2011/344/EU
des Rates vom 17. Mai 2011 über einen finanziellen Beistand der Union
für Portugal festgelegten Anforderungen alle drei Monate sowie in einem
gesonderten Kapitel ihrer bis 2015 zu erstellenden Stabilisierungsprogramme
über die Fortschritte bei der Umsetzung dieser Empfehlung zu berichten. - die Reform der öffentlichen Finanzverwaltung
mit unverändertem Elan voranzutreiben und zu diesem Zweck das Haushaltsrahmengesetz
an die neuen EU-Vorgaben zur haushaltspolitischen Steuerung anzupassen, die
Transparenz und Kontrolle auf allen Stufen des Haushaltsprozesses weiter zu
erhöhen sowie für alle Ebenen des Sektors Staat die Einhaltung des
mittelfristigen Haushaltsrahmens und der mittelfristigen Haushaltsziele zu
gewährleisten. Diese Empfehlung ist an die Portugiesische Republik gerichtet. Geschehen zu Brüssel am Im
Namen des Rates Der
Präsident