ISSN 1977-0642

doi:10.3000/19770642.L_2012.070.deu

Amtsblatt

der Europäischen Union

L 70

European flag  

Ausgabe in deutscher Sprache

Rechtsvorschriften

55. Jahrgang
8. März 2012


Inhalt

 

II   Rechtsakte ohne Gesetzescharakter

Seite

 

 

BESCHLÜSSE

 

 

2012/134/EU

 

*

Durchführungsbeschluss der Kommission vom 28. Februar 2012 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Glasherstellung (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 865)  ( 1 )

1

 

 

2012/135/EU

 

*

Durchführungsbeschluss der Kommission vom 28. Februar 2012 über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Eisen- und Stahlerzeugung (Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 903)  ( 1 )

63

 


 

(1)   Text von Bedeutung für den EWR

DE

Bei Rechtsakten, deren Titel in magerer Schrift gedruckt sind, handelt es sich um Rechtsakte der laufenden Verwaltung im Bereich der Agrarpolitik, die normalerweise nur eine begrenzte Geltungsdauer haben.

Rechtsakte, deren Titel in fetter Schrift gedruckt sind und denen ein Sternchen vorangestellt ist, sind sonstige Rechtsakte.


II Rechtsakte ohne Gesetzescharakter

BESCHLÜSSE

8.3.2012   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

L 70/1


DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION

vom 28. Februar 2012

über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Glasherstellung

(Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 865)

(Text von Bedeutung für den EWR)

(2012/134/EU)

DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

gestützt auf die Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 über Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) (1), insbesondere auf Artikel 13 Absatz 5,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1)

Gemäß Artikel 13 Absatz 1 der Richtlinie 2010/75/EU organisiert die Kommission einen Informationsaustausch über Industrieemissionen zwischen der Kommission, den Mitgliedstaaten, den betreffenden Industriezweigen und den Nichtregierungsorganisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, um die Erstellung von Merkblättern über die besten verfügbaren Techniken (BVT-Merkblätter) gemäß Artikel 3 Nummer 11 der Richtlinie zu erleichtern.

(2)

Gemäß Artikel 13 Absatz 2 der Richtlinie 2010/75/EU geht es bei dem Informationsaustausch um die Leistungsfähigkeit der Anlagen und Techniken in Bezug auf Emissionen, gegebenenfalls ausgedrückt als kurz- und langfristige Mittelwerte sowie assoziierte Referenzbedingungen, Rohstoffverbrauch und Art der Rohstoffe, Wasserverbrauch, Energieverbrauch und Abfallerzeugung, um angewandte Techniken, zugehörige Überwachung, medienübergreifende Auswirkungen, wirtschaftliche Tragfähigkeit und technische Durchführbarkeit sowie Entwicklungen bei diesen Aspekten sowie um beste verfügbare Techniken und Zukunftstechniken, die nach der Prüfung der in Artikel 13 Absatz 2 Buchstaben a und b der Richtlinie aufgeführten Aspekte ermittelt worden sind.

(3)

„BVT-Schlussfolgerungen“ nach der Begriffsbestimmung in Artikel 3 Nummer 12 der Richtlinie 2010/75/EU sind der wichtigste Bestandteil der BVT-Merkblätter, der die Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken, ihre Beschreibung, Informationen zur Bewertung ihrer Anwendbarkeit, die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte, die dazugehörigen Überwachungsmaßnahmen, die dazugehörigen Verbrauchswerte sowie gegebenenfalls einschlägige Standortsanierungsmaßnahmen enthält.

(4)

Gemäß Artikel 14 Absatz 3 der Richtlinie 2010/75/EU dienen die BVT-Schlussfolgerungen als Referenzdokument für die Festlegung der Genehmigungsauflagen für unter Kapitel 2 der Richtlinie fallende Anlagen.

(5)

Gemäß Artikel 15 Absatz 3 der Richtlinie 2010/75/EU legt die zuständige Behörde Emissionsgrenzwerte fest, mit denen sichergestellt wird, dass die Emissionen unter normalen Betriebsbedingungen die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte, wie sie in den Beschlüssen über die BVT-Schlussfolgerungen gemäß Artikel 13 Absatz 5 der Richtlinie 2010/75/EU festgelegt sind, nicht überschreiten.

(6)

Gemäß Artikel 15 Absatz 4 der Richtlinie 2010/75/EU dürfen Ausnahmeregelungen zur Abweichung von Artikel 15 Absatz 3 nur angewandt werden, wenn die Erreichung der Emissionswerte aufgrund des geografischen Standorts, der lokalen Umweltbedingungen oder der technischen Merkmale der betroffenen Anlage gemessen am Umweltnutzen zu unverhältnismäßig höheren Kosten führen würde.

(7)

Gemäß Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 2010/75/EU stützen sich die Überwachungsauflagen gemäß Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe c der Richtlinie auf die in den BVT-Schlussfolgerungen beschriebenen Überwachungsergebnisse.

(8)

Gemäß Artikel 21 Absatz 3 der Richtlinie 2010/75/EU überprüft die zuständige Behörde innerhalb von vier Jahren nach der Veröffentlichung von Beschlüssen über BVT-Schlussfolgerungen alle Genehmigungsauflagen, bringt sie erforderlichenfalls auf den neuesten Stand und stellt sicher, dass die betreffende Anlage diese Genehmigungsauflagen einhält.

(9)

Mit Beschluss der Kommission vom 16. Mai 2011 zur Einrichtung eines Forums für den Informationsaustausch gemäß Artikel 13 der Richtlinie 2010/75/EU über Industrieemissionen (2) wurde ein Forum aus Vertretern der Mitgliedstaaten, der betreffenden Industriezweige und der sich für den Umweltschutz einsetzenden Nichtregierungsorganisationen eingesetzt.

(10)

Gemäß Artikel 13 Absatz 4 der Richtlinie 2010/75/EU hat die Kommission am 13. September 2011 die Stellungnahme (3) des Forums zu dem vorgeschlagenen Inhalt des BVT-Merkblatts für die Glasherstellung eingeholt und diese Stellungnahme öffentlich zugänglich gemacht.

(11)

Die in diesem Beschluss vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des mit Artikel 75 Absatz 1 der Richtlinie 2010/75/EU eingesetzten Ausschusses —

HAT FOLGENDEN BESCHLUSS ERLASSEN:

Artikel 1

Die BVT-Schlussfolgerungen für die Glasherstellung sind im Anhang dieses Beschlusses dargestellt.

Artikel 2

Dieser Beschluss ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.

Brüssel, den 28. Februar 2012

Für die Kommission

Janez POTOČNIK

Mitglied der Kommission


(1)  ABl. L 334 vom 17.12.2010, S. 17.

(2)  ABl. C 146 vom 17.5.2011, S. 3.

(3)  http://circa.europa.eu/Public/irc/env/ied/library?l=/ied_art_13_forum/opinions_article


ANHANG

BVT-SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE HERSTELLUNG VON GLAS

ANWENDUNGSBEREICH

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

ALLGEMEINE ERWÄGUNGEN

Mittelungszeiträume und Referenzbedingungen für Emissionen in die Luft

Umrechnung in Referenz-Sauerstoffkonzentration

Umrechnung von Konzentrationswerten in Emissionsfaktoren

Definitionen für bestimmte Luftschadstoffe

Mittelungszeiträume für Abwasser-Ableitungen

1.1.

Allgemeingültige BVT-Schlussfolgerungen für die Glasindustrie

1.1.1.

Umweltmanagementsysteme

1.1.2.

Energieeffizienz

1.1.3.

Materiallagerung und -handhabung

1.1.4.

Allgemeingültige Primärtechniken

1.1.5.

Emissionen in Wasser aus Glasherstellungsprozessen

1.1.6.

Abfälle aus Prozessen zur Glasherstellung

1.1.7.

Geräuschbelastung durch Prozesse zur Glasherstellung

1.2.

BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Behälterglas

1.2.1.

Staubemissionen aus Schmelzwannen

1.2.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

1.2.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

1.2.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.2.5.

Metalle aus Schmelzwannen

1.2.6.

Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.3.

BVT-Schlussfolgerungen für die Flachglasherstellung

1.3.1.

Staubemissionen aus Schmelzwannen

1.3.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

1.3.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

1.3.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.3.5.

Metalle aus Schmelzwannen

1.3.6.

Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.4.

BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Endlosglasfasern

1.4.1.

Staubemissionen aus Schmelzwannen

1.4.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

1.4.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

1.4.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.4.5.

Metalle aus Schmelzwannen

1.4.6.

Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.5.

BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Wirtschaftsglas

1.5.1.

Staubemissionen aus Schmelzwannen

1.5.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

1.5.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

1.5.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.5.5.

Metalle aus Schmelzwannen

1.5.6.

Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.6.

BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Spezialgläsern

1.6.1.

Staubemissionen aus Schmelzwannen

1.6.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

1.6.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

1.6.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.6.5.

Metalle aus Schmelzwannen

1.6.6.

Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.7.

BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Mineralwolle

1.7.1.

Staubemissionen aus Schmelzwannen

1.7.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

1.7.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

1.7.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.7.5.

Schwefelwasserstoff (H2S) aus Steinwolle-Schmelzöfen

1.7.6.

Metalle aus Schmelzwannen

1.7.7.

Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.8.

BVT-Schlussfolgerungen zur Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung (HTW)

1.8.1.

Staubemissionen aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.8.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.8.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.8.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.8.5.

Metalle aus Schmelzöfen und Weiterverarbeitungsprozessen

1.8.6.

Flüchtige organische Verbindungen aus Weiterverarbeitungsprozessen

1.9.

BVT-Schlussfolgerungen zur Frittenherstellung

1.9.1.

Staubemissionen aus Schmelzwannen

1.9.2.

Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

1.9.3.

Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzöfen

1.9.4.

Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

1.9.5.

Metalle aus Schmelzwannen

1.9.6.

Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

Glossar:

1.10.

Beschreibung der Techniken

1.10.1.

Staubemissionen

1.10.2.

NOX-Emissionen

1.10.3.

SOX-Emissionen

1.10.4.

HCl- und HF-Emissionen

1.10.5.

Metallemissionen

1.10.6.

Kombinierte gasförmige Emissionen (z. B. SOX, HCl, HF, Borverbindungen)

1.10.7.

Kombinierte Emissionen (feste und gasförmige)

1.10.8.

Emissionen vom Schneiden, Schleifen und Polieren

1.10.9.

H2S, Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC)

ANWENDUNGSBEREICH

Diese BVT-Schlussfolgerungen gelten für die folgenden in Anhang I der Richtlinie 2010/75/EU genannten industriellen Tätigkeiten:

3.3.

Herstellung von Glas einschließlich Glasfasern mit einer Schmelzkapazität von über 20 t pro Tag;

3.4.

Schmelzen mineralischer Stoffe einschließlich der Herstellung von Mineralfasern mit einer Schmelzkapazität von über 20 t pro Tag.

Diese BVT-Schlussfolgerungen beziehen sich nicht auf die folgenden Tätigkeiten:

Herstellung von Wasserglas — fällt unter das Referenzdokument „Large Volume Inorganic Chemicals — Solids and Other Industry (LVIC-S)

Herstellung polykristalliner Wolle

Herstellung von Spiegeln — fällt unter das Referenzdokument „Surface Treatment Using Organic Solvents (STS)

Die folgenden weiteren Referenzdokumente sind für die unter diese BVT-Schlussfolgerungen fallenden Tätigkeiten relevant:

Referenzdokumente

Tätigkeit

Emissions from Storage (EFS)

Lagerung und Handhabung von Rohstoffen

Energy Efficiency (ENE)

Allgemeine Energieeffizienz

Economic and Cross-MEDIA Effects (ECM)

Wirtschaftliche und medienübergreifende Auswirkungen von Techniken

General Principles of Monitoring (MON)

Emissions- und Verbrauchsüberwachung

Die in diesen BVT-Schlussfolgerungen genannten und beschriebenen Techniken sind weder normativ noch erschöpfend. Andere Techniken können angewandt werden, die mindestens ein gleich hohes Umweltschutzniveau gewährleisten.

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

Für den Zweck dieser BVT-Schlussfolgerungen gelten die folgenden Begriffsbestimmungen:

Verwendeter Begriff

Definition

Neue Anlage

Eine Anlage, die am Anlagenstandort nach der Veröffentlichung dieser BVT-Schlussfolgerungen neu errichtet wird, oder der vollständige Wiederaufbau einer Anlage auf dem bestehenden Fundament einer Anlage nach der Veröffentlichung dieser BVT-Schlussfolgerungen

Bestehende Anlage

Eine Anlage, die keine neue Anlage ist

Neue Wanne

Eine Wanne, die am Anlagenstandort nach der Veröffentlichung dieser BVT-Schlussfolgerungen installiert wird, oder eine vollständige Erneuerung einer Wanne nach der Veröffentlichung dieser BVT-Schlussfolgerungen

Normale Erneuerung einer Wanne

Eine Erneuerung zwischen Wannenreisen ohne wesentliche Änderung der Wannenanforderungen oder der Wannentechnologie, bei der das Wannengerüst nicht wesentlich angepasst wird und die Abmessungen der Wanne weitgehend unverändert bleiben. Die Wannenausmauerung und gegebenenfalls auch die Regeneratoren werden unter teilweiser oder vollständiger Ersetzung des Materials instand gesetzt.

Vollständige Erneuerung einer Wanne

Eine Erneuerung mit einer wesentlichen Änderung der Wannenanforderungen oder der Wannentechnologie und mit wesentlichen Anpassungen oder Ersetzungen der Wannen- und Zusatzeinrichtungen

ALLGEMEINE ERWÄGUNGEN

Mittelungszeiträume und Referenzbedingungen für Emissionen in die Luft

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesen BVT-Schlussfolgerungen genannten mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte (BVT-assoziierte Emissionswerte) unter den in Tabelle 1 genannten Referenzbedingungen. Alle Konzentrationsangaben für Abgase beziehen sich auf Standardbedingungen: trockenes Abgas, Temperatur 273,15 K, Druck 101,3 kPa.

Für diskontinuierliche Messungen (Einzelmessungen)

BVT-assoziierte Emissionswerte bezeichnen den Durchschnittswert aus drei Einzelmessungen von jeweils mindestens 30 Minuten; für regenerative Wannen sollte der Messzeitraum mindestens zwei Feuerungswechsel der Regenerativkammern umfassen.

Für kontinuierliche Messungen

BVT-assoziierte Emissionswerte bezeichnen Tagesmittelwerte.


Tabelle 1

Referenzbedingungen für BVT-assoziierte Emissionswerte in Bezug auf Emissionen in die Luft

Prozesse

Einheit

Referenzbedingungen

Schmelzprozesse

Konventionelle Schmelzwanne mit kontinuierlicher Beschickung

mg/Nm3

8 Vol.-% Sauerstoff

Konventionelle Schmelzwanne mit diskontinuierlicher Beschickung

mg/Nm3

13 Vol.-% Sauerstoff

Wanne mit Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel)

kg/t geschmolzenen Glases

Die gemessenen Emissionswerte können nicht in mg/Nm3 in Bezug auf eine Referenz-Sauerstoffkonzentration angegeben werden.

Elektrowanne

mg/Nm3

oder

kg/t geschmolzenen Glases

Die gemessenen Emissionswerte können nicht in mg/Nm3 in Bezug auf eine Referenz-Sauerstoffkonzentration angegeben werden.

Frittenschmelzwannen

mg/Nm3

oder

kg/t geschmolzener Fritten

Die Konzentrationen beziehen sich auf 15 Vol.-% Sauerstoff.

Bei Verwendung einer Luft-Gas-Befeuerung werden die BVT-assoziierten Emissionswerte als Emissionskonzentration (mg/Nm3) ausgedrückt.

Bei ausschließlicher Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel) werden die BVT-assoziierten Emissionswerte als Emissionsfaktoren (kg/t geschmolzener Fritten) angegeben.

Bei Befeuerung mit sauerstoffangereicherter Luft werden die BVT-assoziierten Emissionswerte entweder als Emissionskonzentration (mg/Nm3) oder als spezifische Emissionsfaktoren (kg/t geschmolzener Fritten) angegeben.

Alle Wannenarten

kg/t geschmolzenen Glases

Die spezifischen Emissionsfaktoren beziehen sich auf eine Tonne geschmolzenen Glases.

Nicht-Schmelzprozesse, einschließlich nachgeschalteter Prozesse

Alle Prozesse

mg/Nm3

Keine Korrektur in Bezug auf Sauerstoff

Alle Prozesse

kg/t Glas

Die spezifischen Emissionsfaktoren beziehen sich auf eine Tonne hergestelltes Glas.

Umrechnung in Referenz-Sauerstoffkonzentration

Die Emissionskonzentration bei einem Referenz-Sauerstoffgehalt (siehe Tabelle 1) wird mit der folgenden Formel berechnet:

Formula

wobei:

ER (mg/Nm3)

:

Emissionskonzentration, korrigiert auf den Referenz-Sauerstoffgehalt OR

OR (Vol.-%)

:

Referenz-Sauerstoffgehalt

EM (mg/Nm3)

:

Emissionskonzentration bezogen auf den gemessenen Sauerstoffgehalt OM

OM (Vol.-%)

:

gemessener Sauerstoffgehalt.

Umrechnung von Konzentrationswerten in Emissionsfaktoren

Die BVT-assoziierten Emissionswerte, die in den Abschnitten 1.2 bis 1.9 als Emissionsfaktoren (kg/t geschmolzenen Glases) angegeben sind, basieren auf der nachstehend beschriebenen Berechnung mit Ausnahme von Öfen mit Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel) und in einer begrenzten Anzahl von Fällen für Elektrowannen, bei denen die BVT-assoziierten Emissionswerte von spezifischen gemeldeten Daten abgeleitet und in kg/t geschmolzenen Glases angegeben wurden.

Konzentrationen werden wie folgt in Emissionsfaktoren umgerechnet:

Emissionsfaktor (kg/t geschmolzenen Glases) = Umrechungsfaktor × Emissionskonzentration (mg/Nm3)

Hierbei gilt: Umrechnungsfaktor = (Q/P) × 10–6

wobei

Q

=

Abgasvolumen in Nm3/h;

P

=

Durchsatz in Tonnen geschmolzenen Glases pro Stunde.

Das Abgasvolumen (Q) wird durch den spezifischen Energieverbrauch, die Brennstoffart und das Oxidationsmittel (Luft, sauerstoffangereicherte Luft und Sauerstoff (mit je nach Herstellungsprozess unterschiedlicher Reinheit)) bestimmt. Der Energieverbrauch ergibt sich als komplexe Funktion (vorwiegend) der Wannenart, der Glasart und des Scherbenanteils.

Das Verhältnis zwischen Konzentration und spezifischem Durchsatz kann jedoch durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst werden; zum Beispiel durch:

Wannenart (Luftvorwärmtemperatur, Schmelztechnik);

Art des hergestellten Glases (Energiebedarf für das Schmelzen);

Energiemix (fossiler Brennstoff/elektrische Zusatzheizung);

Art des fossilen Brennstoffes (Öl, Gas);

Art des Oxidationsmittels (Sauerstoff, Luft, sauerstoffangereicherte Luft);

Scherbenanteil;

Gemengezusammensetzung;

Alter der Wanne;

Wannengröße.

Die BVT-assoziierten Emissionswerte wurden mit den in Tabelle 2 genannten Umrechnungsfaktoren von Konzentrationen in Emissionsfaktoren umgerechnet.

Die Umrechnungsfaktoren wurden auf Basis von energieeffizienten Wannen bestimmt und beziehen sich ausschließlich auf vollständig mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch befeuerte Wannen.

Tabelle 2

Indikative Emissionsfaktoren für die Umrechnung von mg/Nm3 in kg/t geschmolzenen Glases auf Basis energieeffizienter Brennstoff-Luft-Wannen

Branchen

Faktoren zur Umrechnung von mg/Nm3 in kg/t geschmolzenen Glases

Flachglas

2,5 × 10–3

Behälterglas

Allgemeiner Fall

1,5 × 10–3

Sonderfälle (1)

Einzelfallprüfung

(häufig 3,0 × 10–3)

Endlosglasfasern

4,5 × 10–3

Wirtschaftsglas

Kalknatron

2,5 × 10–3

Sonderfälle (2)

Einzelfallprüfung

(zwischen 2,5 und > 10 × 10–3; häufig 3,0 × 10–3)

Mineralwolle

Glaswolle

2 × 10–3

Steinwolle-Kupolofen

2,5 × 10–3

Spezialglas

TV-Glas (Bildschirme)

3 × 10–3

TV-Glas (Trichter)

2,5 × 10–3

Borosilikat (Röhre)

4 × 10–3

Glaskeramik

6,5 × 10–3

Beleuchtungsglas (Kalknatron)

2,5 × 10–3

Fritten

Einzelfallprüfung

(5–7,5 × 10–3)

DEFINITIONEN FÜR BESTIMMTE LUFTSCHADSTOFFE

Für die Zwecke dieser BVT-Schlussfolgerungen und für die in den Abschnitten 1.2 bis 1.9 genannten BVT-assoziierten Emissionswerte gelten die folgenden Definitionen:

NOX, ausgedrückt als NO2

Die Gesamtmenge von Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2), ausgedrückt als NO2

SOX, ausgedrückt als SO2

Die Gesamtmenge von Schwefeldioxid (SO2) und Schwefeltrioxid (SO3), ausgedrückt als SO2

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl

Alle gasförmigen Chloride, ausgedrückt als HCl

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

Alle gasförmigen Fluoride, ausgedrückt als HF

MITTELUNGSZEITRÄUME FÜR ABWASSER-ABLEITUNGEN

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die in diesen BVT-Schlussfolgerungen genannten mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte („BVT-assoziierte Emissionswerte“) für Emissionen ins Abwasser auf den Durchschnittswert einer Mischprobe, die über einen Zeitraum von zwei Stunden oder von 24 Stunden entnommen wurde.

1.1.   Allgemeingültige BVT-Schlussfolgerungen für die Glasindustrie

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen.

Die in den Abschnitten 1.2 bis 1.9 beschriebenen prozessspezifischen BVT gelten zusätzlich zu den in diesem Abschnitt genannten allgemeingültigen BVT.

1.1.1.   Umweltmanagementsysteme

1.   Die BVT besteht in der Einführung und konsistenten Anwendung eines Umweltmanagementsystems, das alle im Folgenden genannten Merkmale aufweist:

i.

Unterstützung durch die Führungskräfte, einschließlich der leitenden Führungskräfte;

ii.

Festlegung einer Umweltstrategie, die eine kontinuierliche Verbesserung der Anlage durch die Führungskräfte beinhaltet;

iii.

Planung und Umsetzung der erforderlichen Verfahren, Ziele und Vorgaben, in Verbindung mit finanzieller Planung und Investition;

iv.

Einführung der Verfahren unter besonderer Berücksichtigung der folgenden Aspekte:

a)

Strukturen und Verantwortlichkeiten,

b)

Schulung, Sensibilisierung und Kompetenz,

c)

Kommunikation,

d)

Einbeziehung der Arbeitnehmer,

e)

Dokumentation,

f)

Effiziente Prozesssteuerung,

g)

Instandhaltungsprogramme,

h)

Notfall-Bereitschaftsplanung und -Maßnahmen,

i)

Gewährleistung der Einhaltung von Umweltschutzvorschriften;

v.

Leistungskontrolle und Korrekturmaßnahmen unter besonderer Berücksichtigung der folgenden Aspekte:

a)

Überwachung und Messung (siehe auch Referenzdokument über die allgemeinen Überwachungsgrundsätze, „General Principles of Monitoring“),

b)

Korrektur- und vorsorgende Maßnahmen,

c)

Führen und Vorhalten von Aufzeichnungen,

d)

unabhängige (soweit praktikabel) interne Prüfung oder Auditierung, um festzustellen, ob das Umweltmanagementsystem die vorgesehenen Regelungen einhält und ordnungsgemäß eingeführt wurde und angewandt wird;

vi.

Überprüfung des Umweltmanagementsystems und seiner fortgesetzten Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit durch die leitenden Führungskräfte;

vii.

Verfolgen der Weiterentwicklung umweltverträglicherer Technologien;

viii.

Berücksichtigung der durch die Stilllegung zu einem späteren Zeitpunkt sowie während der gesamten Nutzungsdauer bedingten Umweltbelastung schon bei der Konzeption einer neuen Anlage;

ix.

regelmäßige Durchführung eines Benchmarking auf Branchenebene.

Anwendbarkeit

Der Umfang/Anwendungsbereich (z. B. die Detailtiefe) und die Art des Umweltmanagementsystems (z. B. standardisiert oder nicht-standardisiert) hängt üblicherweise von der Art, Größe und Komplexität einer Anlage sowie vom Ausmaß ihrer potenziellen Umweltbelastung ab.

1.1.2.   Energieeffizienz

2.   Die BVT besteht in der Senkung des spezifischen Energieverbrauchs durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik

Anwendbarkeit

i.

Prozessoptimierung durch Steuerung der Betriebsparameter

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Regelmäßige Instandhaltung des Schmelzwanne

iii.

Optimierung der Wannenbauart und der Auswahl der Schmelztechnik

Für neue Anlagen anwendbar.

Für bestehende Anlagen erfordert die Durchführung eine vollständige Erneuerung der Wanne.

iv.

Anwendung von Verbrennungsregelungstechniken

Anwendbar für Wannen mit Brennstoff-Luft- und Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel).

v.

Verwendung höherer Scherbenanteile, sofern verfügbar und wirtschaftlich und technisch vertretbar

Nicht für die Branchen Endlosglasfasern, Hochtemperaturwolle und Fritten anwendbar.

vi.

Einsatz eines Abhitzekessels zur Energierückgewinnung, sofern technisch und wirtschaftlich vertretbar

Anwendbar für Wannen mit Brennstoff-Luft- und Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel).

Die Anwendbarkeit und die wirtschaftliche Vertretbarkeit der Technik hängen von der erreichbaren Gesamteffizienz einschließlich der effizienten Nutzung der erzeugten Dampfes ab.

vii.

Einsatz einer Gemenge- und Scherbenvorwärmung, sofern technisch und wirtschaftlich vertretbar

Anwendbar für Wannen mit Brennstoff-Luft- und Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel).

Die Anwendbarkeit beschränkt sich normalerweise auf Gemengezusammensetzungen mit einem Scherbenanteil über 50 %.

1.1.3.   Materiallagerung und -handhabung

3.   Die BVT besteht in der Vermeidung oder — wenn dies nicht praktikabel ist — der Minderung diffuser Staubemissionen aus der Lagerung und der Handhabung von Feststoffen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

I.

Lagerung von Rohstoffen:

i.

Lagerung pulverförmiger Schüttgüter in geschlossenen Silos mit Staubabscheidern (z. B. Gewebefilter),

ii.

Lagerung feiner Stoffe in geschlossenen Behältern oder versiegelten Säcken,

iii.

Lagerung grober staubförmiger Stoffe auf Vorratshalden mit Abdeckungen,

iv.

Einsatz von Straßenreinigungsfahrzeugen und von Techniken zur Staubbindung mit Wasser.

II.

Handhabung von Rohstoffen

Technik

Anwendbarkeit

i.

Nutzung geschlossener Förderbänder für Materialien, die überirdisch transportiert werden, um Materialverluste zu vermeiden

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Bei pneumatischer Förderung: Nutzung eines dichten Systems, das mit einem Filter zur Reinigung der Förderluft vor deren Freisetzung ausgerüstet ist

iii.

Befeuchtung des Gemenges

Die Nutzung dieser Technik ist durch die negativen Auswirkungen auf die Energieeffizienz der Wanne beschränkt. Für einige Gemengerezepturen, insbesondere für die Herstellung von Borosilikatglas, können Einschränkungen gelten.

iv.

Anwendung eines leichten Unterdrucks in der Wanne

Aufgrund der negativen Auswirkung auf die Energieeffizienz der Wanne nur als inhärenter Betriebsparameter (z. B. Schmelzöfen für Frittenherstellung) anwendbar.

v.

Verwendung von Rohstoffen, die keine Dekrepitationseffekte verursachen (in erster Linie Dolomit und Kalkstein). Diese Effekte bestehen im „Bersten“ von Mineralien unter Wärmeeinwirkung mit entsprechend erhöhter Staubbildung.

Anwendbar vorbehaltlich der mit der Verfügbarkeit von Rohstoffen verbundenen Einschränkungen.

vi.

Einsatz einer Absaugung über ein Filtersystem bei Prozessen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit der Staubentwicklung (z. B. Öffnen von Säcken, Mischen des Frittengemenges, Entsorgung von Gewebefilterstaub, Cold-Top-Schmelzwannen)

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

vii.

Einsatz gekapselter Schneckenförderer

viii.

Gekapselte Becherwerke

Allgemein anwendbar; eine Kühlung kann erforderlich sein, um eine Beschädigung der Anlage zu vermeiden.

4.   Die BVT besteht in der Vermeidung oder — wenn dies nicht praktikabel ist — in der Minderung diffuser gasförmiger Emissionen aus der Lagerung und Handhabung flüchtiger Rohstoffe durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

i.

Verwendung von Behälterfarbe mit geringer solarer Absorption für die Lagerung von Schüttgütern, die Temperaturschwankungen aufgrund der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind;

ii.

Temperaturregelung in der Lagerung flüchtiger Rohstoffe;

iii.

Behälterisolierung für die Lagerung flüchtiger Rohstoffe;

iv.

Bestandsmanagement;

v.

Verwendung von Schwimmdachtanks für die Lagerung großer Mengen von flüchtigen Mineralölerzeugnissen;

vi.

Einsatz von Dampfrückführsystemen beim Transport flüchtiger Flüssigkeiten (z. B. aus Tankfahrzeugen in den Lagerbehälter);

vii.

Einsatz von Blasen-Dachtanks für die Lagerung flüssiger Rohstoffe;

viii.

Einsatz von Druck-/Vakuumventilen in Behältern, die für Druckschwankungen ausgelegt sind;

ix.

Behandlung freigesetzter Schadstoffe (z. B. Adsorption, Absorption, Kondensation) bei der Lagerung von Gefahrstoffen;

x.

Befüllung unter der Oberfläche bei Lagerung von Flüssigkeiten, die zur Schaumbildung neigen.

1.1.4.   Allgemeingültige Primärtechniken

5.   Die BVT besteht in der Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen in die Luft durch eine kontinuierliche Überwachung der Betriebsparameter und durch eine planmäßige Instandhaltung der Schmelzwanne.

Technik

Anwendbarkeit

Die Technik umfasst eine Reihe von Überwachungs- und Instandhaltungsmaßnahmen, die je nach Wannenart einzeln oder kombiniert eingesetzt werden können, um die Alterungseffekte der Wanne zu minimieren; zu diesen Maßnahmen gehören beispielsweise die Abdichtung der Wanne und der Brennerblöcke, die Aufrechterhaltung einer maximalen Isolierung, die Kontrolle der Bedingungen für eine stabile Brennerflamme und die Steuerung des Brennstoff-Luft-Verhältnisses.

Anwendbar für Regenerativwannen, Rekuperativwannen und Wannen mit Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel).

Die Anwendbarkeit für andere Wannenarten erfordert eine anlagenspezifische Beurteilung.

6.   Die BVT besteht in einer sorgfältigen Auswahl und Kontrolle aller in die Schmelzwanne zugeführten Stoffe und Rohstoffe, um durch eine oder mehrere der folgenden Techniken Emissionen in die Luft zu senken oder zu vermeiden.

Technik

Anwendbarkeit

i.

Einsatz von Rohstoffen und Fremdscherben mit geringem Gehalt an Verunreinigungen (z. B. Metalle, Chloride, Fluoride)

Anwendbar vorbehaltlich der Einschränkungen der in der Anlage hergestellten Glasart und der Verfügbarkeit von Rohstoffen- und Brennstoffen.

ii.

Einsatz alternativer Rohstoffe (z. B. weniger flüchtige Materialien)

iii.

Einsatz von Brennstoffen mit geringem Anteil an Metallverunreinigungen

7.   Die BVT besteht in der regelmäßigen Überwachung von Emissionen und/oder anderen relevanten Prozessparametern mit folgenden Maßnahmen:

Technik

Anwendbarkeit

i.

Kontinuierliche Überwachung wichtiger Prozessparameter zur Sicherstellung der Prozessstabilität, z. B. Temperatur, Brennstoffzufuhr und Luftvolumenstrom

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Regelmäßige Überwachung von Prozessparametern zur Vermeidung/Minderung von Schadstoffemissionen, z. B. O2-Gehalt der Verbrennungsgase zur Steuerung des Brennstoff-Luft-Verhältnisses.

iii.

Kontinuierliche Messungen von Staub-, NOX- und SO2-Emissionen oder Einzelmessungen mindestens zweimal pro Jahr kombiniert mit der Kontrolle von Ersatzparametern, um sicherzustellen, dass das Behandlungssystem zwischen den Messungen ordnungsgemäß funktioniert

iv.

Kontinuierliche oder regelmäßige Messungen der NH3-Emissionen, wenn SCR-Techniken (selektive katalytische Reduktion) oder SNCR-Techniken (selektive nicht-katalytische Reduktion) eingesetzt werden

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

v.

Kontinuierliche oder regelmäßige Messungen der CO-Emissionen, wenn Primärtechniken oder chemische Reduktion durch Brennstoff zur Minderung der NOX-Emissionen eingesetzt werden oder eine unvollständige Verbrennung auftreten kann.

vi.

Regelmäßige Messungen der HCl-, HF-, CO- und Metall-Emissionen, insbesondere wenn Rohstoffe verwendet werden, die diese Stoffe enthalten oder wenn eine unvollständige Verbrennung auftreten kann

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

vii.

Kontinuierliche Überwachung von Ersatzparametern, um sicherzustellen, dass das Abgasbehandlungssystem ordnungsgemäß funktioniert und dass die Emissionswerte zwischen den Einzelmessungen aufrechterhalten werden. Die zu überwachenden Ersatzparameter umfassen die zugeführten Reagenzien sowie Temperatur, Wasserzufuhr, Spannung, Entstaubung, Lüfterdrehzahl usw.

8.   Die BVT besteht im Betrieb der Abgasbehandlungssysteme unter normalen Betriebsbedingungen mit optimaler Kapazität und Verfügbarkeit, um die Emissionen zu vermeiden oder zu mindern.

Anwendbarkeit

Spezielle Verfahren können für spezifische Betriebsbedingungen festgelegt werden, insbesondere

i.

während der Prozesse zum Anfahren und Herunterfahren;

ii.

während anderer spezieller Prozesse, die die ordnungsgemäße Funktionsweise des Systems beeinträchtigen könnten (z. B. planmäßige und außerplanmäßige Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten an der Wanne und/oder am Abgasbehandlungssystem oder eine umfassende Produktionsumstellung);

iii.

im Fall eines unzureichenden Abgasstroms oder einer unzureichenden Temperatur, die die Nutzung des Systems bei voller Kapazität verhindert.

9.   Die BVT besteht in der Begrenzung der Kohlenstoffmonoxid- (CO-) Emissionen aus Schmelzwannen, wenn Primärtechniken oder eine chemische Reduktion durch Brennstoff zur Minderung der NOX-Emissionen eingesetzt werden.

Technik

Anwendbarkeit

Primärtechniken für die Minderung der NOX-Emissionen basieren auf Modifikationen des Verbrennungsprozesses (z. B. Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses, gestufte Verbrennung, NOX-arme Brenner usw.). Die chemische Reduktion durch Brennstoff umfasst die Zuführung von Kohlenwasserstoff-Brennstoffen in den Abgasstrom zur Minderung des in der Wanne gebildeten NOX.

Die Zunahme der CO-Emissionen aufgrund dieser Techniken kann durch eine sorgfältige Steuerung der Betriebsparameter begrenzt werden.

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.


Tabelle 3

BVT-assoziierte Emissionswerte für Kohlenstoffmonoxid-Emissionen aus Schmelzwannen

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

Kohlenstoffmonoxid, ausgedrückt als CO

< 100 mg/Nm3

10.   Die BVT besteht in der Begrenzung der Ammoniak- (NH3-) Emissionen, wenn SCR-Techniken (selektive katalytische Reduktion) oder SNCR-Techniken (selektive nicht-katalytische Reduktion) für eine hocheffiziente NOX-Emissionsminderung zum Einsatz kommen.

Technik

Anwendbarkeit

Die Technik umfasst die Schaffung und Aufrechterhaltung geeigneter Betriebsbedingungen für die SCR- oder SNCR- Abgasbehandlungssysteme, um die Emissionen nicht umgesetzten Ammoniaks zu begrenzen.

Anwendbar für mit SCR oder SNCR ausgerüstete Schmelzwannen.


Tabelle 4

BVT-assoziierte Emissionswerte für Ammoniakemissionen, wenn SCR- oder SNCR-Techniken eingesetzt werden

Parameter

BVT-assoziierte Emissionswerte (3)

Ammoniak, ausgedrückt als NH3

< 5–30 mg/Nm3

11.   Die BVT besteht in der Minderung der Boremissionen aus Schmelzwannen bei Gemengerezepturen mit Borverbindungen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (4)

Anwendbarkeit

i.

Betrieb eines Filtersystems bei einer geeigneten Temperatur für die Unterstützung der Überführung von Borverbindungen als Feststoffe, unter Berücksichtigung der Tatsache, dass einige Borsäureverbindungen bei Temperaturen unter 200 °C, aber auch schon bei 60 °C als gasförmige Verbindungen in Abgas vorliegen können.

Die Anwendbarkeit für bestehende Anlagen kann durch technische Zwänge aufgrund der Position und der Eigenschaften des bestehenden Filtersystems beschränkt sein.

ii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Anwendbarkeit kann durch einen verminderten Abscheidegrad anderer gasförmiger Schadstoffe beschränkt sein (SOX, HCl, HF), der durch die Ablagerung von Borverbindungen an der Oberfläche der trockenen alkalischen Reagenz verursacht wird.

iii.

Nasswäscher

Die Anwendbarkeit für bestehende Anlagen kann durch die Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlung beschränkt sein.

Überwachung

Die Überwachung der Boremissionen sollte entsprechend einer spezifischen Methodik erfolgen, die Messungen der festen und der gasförmigen Emissionen sowie die Ermittlung der wirksamen Abscheidung dieser Emissionen aus dem Abgas ermöglicht.

1.1.5.   Emissionen in Wasser aus Glasherstellungsprozessen

12.   Die BVT besteht in der Senkung des Wasserverbrauchs durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik

Anwendbarkeit

i.

Minimierung von Leckagen und Verlusten

Die Technik ist allgemein anwendbar.

ii.

Wiederverwendung von Kühlwasser und Reinigungswasser nach Aufbereitung

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die Rückführung von Abwasser aus Wäschern ist für die meisten Wäschersysteme anwendbar; eine regelmäßige Ableitung und Ersetzung des Waschmediums kann jedoch erforderlich sein.

iii.

Betrieb eines quasi-geschlossenen Wasserkreislaufs, soweit technisch und wirtschaftlich vertretbar

Die Anwendbarkeit dieser Technik kann durch die mit dem Sicherheitsmanagement des Produktionsprozesses verbundenen Zwänge beschränkt sein. Insbesondere gilt:

Ein offener Kühlkreis kann eingesetzt werden, wenn dies aufgrund von Sicherheitsaspekten erforderlich ist (z. B. Störfälle, bei denen große Glasmengen gekühlt werden müssen).

Das in einem spezifischen Prozess (z. B. in Weiterverarbeitungsprozessen in der Endlosglasfaser-Branche oder beim Säurepolieren in den Bereichen Wirtschafts- und Spezialglas) verwendete Wasser muss unter Umständen teilweise oder vollständig in das Abwasserbehandlungssystem eingeleitet werden.

13.   Die BVT besteht in der Minderung der Schadstofffracht im Abwasser durch eines oder mehrere der folgenden Abwasserbehandlungssysteme:

Technik

Anwendbarkeit

i.

Standardtechniken zur Emissionsminderung, wie z. B. Absetzung, Sieben, Abschöpfung, Neutralisation, Filtrierung, Belüftung, Ausfällung, Koagulation und Ausflockung

Standardtechniken der guten Praxis für die Minderung von Emissionen aus der Lagerung flüssiger Rohstoffe und Zwischenprodukte, wie z. B. Sicherheitsbehälter, Inspektion/Prüfung von Tanks, Überfüllsicherungen.

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Biologische Aufbereitungssysteme, wie z. B. Belebtschlamm, Biofiltration zum Entfernen/Abbauen organischer Verbindungen

Die Anwendbarkeit ist auf die Branchen beschränkt, die organische Stoffe im Produktionsprozess verwenden (z. B. Endlosglasfaser- und Mineralwolle-Branche)

iii.

Einleitung in kommunale

Abwasserbehandlungsanlagen

Anwendbar für Anlagen, in denen eine weitere Schadstoffminderung erforderlich ist.

iv.

Externe Wiederverwendung von Abwässern

Die Anwendbarkeit ist allgemein auf die Frittenbranche beschränkt (mögliche Wiederverwendung in der Keramikbranche)


Tabelle 5

BVT-assoziierte Emissionswerte für die Einleitung des Abwassers aus der Glasherstellung in Oberflächengewässer

Parameter (5)

Einheit

BVT-assoziierter Emissionswert (6)

(gemischte Probe)

pH-Wert

6,5–9

Abfiltrierbare Stoffe

mg/l

< 30

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

mg/l

< 5–130 (7)

Sulfate, ausgedrückt als SO4 2–

mg/l

< 1 000

Fluoride, ausgedrückt als F

mg/l

< 6 (8)

Gesamt-Kohlenwasserstoffe

mg/l

< 15 (9)

Blei, ausgedrückt als Pb

mg/l

< 0,05–0,3 (10)

Antimon, ausgedrückt als Sb

mg/l

< 0,5

Arsen, ausgedrückt als As

mg/l

< 0,3

Barium, ausgedrückt als Ba

mg/l

< 3,0

Zink, ausgedrückt als Zn

mg/l

< 0,5

Kupfer, ausgedrückt als Cu

mg/l

< 0,3

Chrom, ausgedrückt als Cr

mg/l

< 0,3

Cadmium, ausgedrückt als Cd

mg/l

< 0,05

Zinn, ausgedrückt als Sn

mg/l

< 0,5

Nickel, ausgedrückt als Ni

mg/l

< 0,5

Ammoniak, ausgedrückt als NH4

mg/l

< 10

Bor, ausgedrückt als B

mg/l

< 1–3

Phenol

mg/l

< 1

1.1.6.   Abfälle aus Prozessen zur Glasherstellung

14.   Die BVT besteht in der Minderung der anfallenden festen Abfälle, die entsorgt werden müssen, durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik

Anwendbarkeit

i.

Recycling der Abfälle von Gemenge, sofern die Qualitätsanforderungen dies zulassen

Die Anwendbarkeit kann aufgrund der erforderlichen Qualität des Glas-Enderzeugnisses beschränkt sein.

ii.

Minimierung von Materialverlusten bei der Lagerung und Handhabung von Rohstoffen

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iii.

Recycling von Eigenscherben aus Produktionsausschuss

Im Allgemeinen nicht für die Sektoren Endlosglasfasern, Hochtemperatur-Isolierwolle und Fritten anwendbar.

iv.

Recycling von Staub in der Gemengerezeptur, sofern die Qualitätsanforderungen dies zulassen

Die Anwendbarkeit kann durch verschiedene Faktoren beschränkt sein:

Qualitätsanforderungen des Glas-Enderzeugnisses,

in der Gemengerezeptur verwendeter Scherbenanteil,

potenzieller Abbau und Korrosion der feuerfesten Materialien,

Einschränkungen aufgrund der Schwefelbilanz.

v.

Verwendung von festen Abfällen und/oder Schlamm (z. B. Schlamm aus der Abwasserbehandlung) durch angemessene Nutzung in der Anlage selbst oder in anderen Branchen

Allgemein anwendbar für die Wirtschaftsglas-Branche (bei Bleikristallglas-Schleifschlamm) und für die Behälterglas-Branche (mit Öl vermischte Glaspartikel).

Beschränkte Anwendbarkeit für andere Glasbranchen aufgrund nicht vorhersehbarer, verunreinigter Zusammensetzung, geringe Mengen oder der Wirtschaftlichkeit.

vi.

Verwendung der feuerfesten Materialien nach Ablauf ihres Lebenszyklus für die mögliche Verwendung in anderen Branchen

Die Anwendbarkeit ist bedingt durch die Anforderungen der Hersteller des feuerfesten Materials sowie der potenziellen Endanwender beschränkt.

vii.

Zuführung bindemittelgebundener Abfallbriketts zum Recycling in Heißluft-Kupolöfen, sofern die Qualitätsanforderungen dies zulassen

Die Anwendbarkeit der Abfallbrikettierung beschränkt sich auf die Steinwolle-Branche.

Es sollte ein Kompromiss zwischen Emissionen in die Luft und der Erzeugung fester Abfälle gefunden werden.

1.1.7.   Geräuschbelastung durch Prozesse zur Glasherstellung

15.   Die BVT besteht in der Minderung der Geräuschemissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

i.

Durchführung einer Bewertung des Lärms und Erstellung eines an die lokale Umwelt angepassten Lärmschutzplans;

ii.

Kapselung lauter Anlagen/Prozesse in einer separaten Konstruktion/Einheit;

iii.

Verwendung von Lärmschutzwällen zur Abschirmung der Geräuschquellen;

iv.

Durchführung lauter Tätigkeiten im Außenbereich tagsüber;

v.

Verwendung von an die örtlichen Bedingungen angepassten Lärmschutzwänden oder natürlichen Barrieren (Bäume, Sträucher usw.) zwischen der Anlage und dem geschützten Bereich.

1.2.   BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Behälterglas

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Behälterglas.

1.2.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen

16.   Die BVT besteht in der Minderung von Staubemissionen in den Abgasen aus der Schmelzwanne durch Einsatz eines Abgasreinigungssystems, wie z. B. eines Elektrofilters oder eines Gewebefilters.

Technik (11)

Anwendbarkeit

Die Abgasreinigungssysteme bestehen aus End-of-Pipe-Techniken auf Basis der Filtrierung aller Materialien, die am Messpunkt als Feststoff vorliegen.

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 6

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Behälterglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (12)

Staub

< 10–20

< 0,015–0,06

1.2.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

17.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

I.

Primärtechniken; zum Beispiel:

Technik (13)

Anwendbarkeit

i.   

Modifikation des Verbrennungsprozesses

a)

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wanne bei optimaler Bauart und Geometrie der Wanne erzielt.

b)

Verringerte Verbrennungslufttemperatur

Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs der Wanne (z. B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen).

c)

Gestufte Verbrennung:

Luftstufung

Brennstoffstufung

Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.

Die Luftstufung ist aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar.

d)

Abgasrückführung

Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung.

e)

NOX-arme Brenner

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und eines geringeren Flexibilitätsgrads der Wanne bei Anwendungen in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wanne bei optimaler Bauart und Geometrie der Wanne erzielt.

f)

Brennstoffauswahl

Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

ii.

Spezialausführungen von Wannen

Die Anwendbarkeit ist auf Gemengerezepturen mit hohen Anteilen an Fremdscherben (> 70 %) beschränkt.

Die Anwendung erfordert eine vollständige Erneuerung der Schmelzwanne.

Die Form der Wanne (lang und schmal) kann zu Platzproblemen führen.

iii.

Elektroschmelzen

Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.

Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar.

Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

iv.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelzen (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.

II.

Sekundärtechniken; Beispiele:

Technik (14)

Anwendbarkeit

i.

Selektive katalytische Reduktion (SCR)

Die Anwendung kann eine Umrüstung des Staubabscheiders erfordern, um eine Staubkonzentration unter 10-15 mg/Nm3 zu gewährleisten; außerdem kann ein Entschwefelungssystem zur Entfernung der SOX-Emissionen erforderlich sein.

Aufgrund des optimalen Betriebstemperaturbereichs beschränkt sich die Anwendbarkeit auf Prozesse mit Elektrofiltern. Die Technik wird generell nicht mit einem Gewebefiltersystem eingesetzt, da die niedrige Betriebstemperatur (im Bereich 180-200 °C) eine Wiederaufheizung der Abgase erfordern würde.

Diese Technik geht unter Umständen mit einem erheblichen Platzbedarf einher.

ii.

Selektive nicht-katalytische Reduktion (SNCR)

Die Technik ist für Rekuperativwannen anwendbar.

Sehr beschränkte Anwendbarkeit bei konventionellen Regenerativwannen, bei denen der korrekte Temperaturbereich schwer zu erreichen ist oder eine gute Vermischung der Abgase mit dem Reagenz nicht möglich ist.

Die Technik kann für neue, mit geteilten Regeneratoren ausgerüstete Regenerativwannen anwendbar sein; aufgrund der Umkehrung der Feuerung zwischen den Kammern, die zu einer zyklischen Temperaturänderung führt, ist es jedoch schwer, die Temperatur im korrekten Bereich zu halten.

Tabelle 7

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Behälterglas-Branche

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (15)

NOX, ausgedrückt als NO2

Modifikation des Verbrennungsprozesses, Spezialausführungen von Wannen (16)  (17)

500–800

0,75–1,2

Elektroschmelze

< 100

< 0,3

Brennstoff-Sauerstoff -Schmelze (Oxy-fuel) (18)

Nicht anwendbar

< 0,5–0,8

Sekundärtechniken

< 500

< 0,75

18.   Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden und/oder spezielle oxidierende Verbrennungsbedingungen in der Schmelzwanne erforderlich sind, um die Qualität des Enderzeugnisses sicherzustellen, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch Minimierung der Verwendung dieser Rohstoffe in Kombination mit Primär- oder Sekundärtechniken.

Die BVT-assoziierten Emissionswerte sind Tabelle 7 zu entnehmen.

Der BVT-assoziierte Emissionswert für den Fall, dass in der Gemengerezeptur für kurze Kampagnen oder in Schmelzwannen mit einer Kapazität von weniger als 100 t/Tag Nitrate verwendet werden, ist Tabelle 8 zu entnehmen.

Technik (19)

Anwendbarkeit

Primärtechniken:

Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur

Nitrate werden für qualitativ sehr hochwertige Produkte verwendet (z. B. Flakons, Parfümflaschen und Kosmetikbehälter).

Wirksame Alternativstoffe sind Sulfate, Arsenoxide und Ceroxid.

Die Durchführung von Prozessanpassungen (z. B. spezielle oxidierende Verbrennungsbedingungen) stellt eine Alternative für die Verwendung von Nitraten dar.

Die Ersetzbarkeit von Nitraten in der Gemengerezeptur kann durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Stoffe beschränkt sein.


Tabelle 8

BVT-assoziierter Emissionswert für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Behälterglas-Branche, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden und/oder wenn spezielle oxidierende Verbrennungsbedingungen bei kurzen Kampagnen oder in Schmelzwannen mit einer Kapazität von weniger als 100 t/Tag verwendet werden

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (20)

NOX, ausgedrückt als NO2

Primärtechniken

< 1 000

< 3

1.2.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

19.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (21)

Anwendbarkeit

i.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.

ii.

Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz

Die Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Glas-Enderzeugnisses allgemein anwendbar.

Die Schwefelbilanz-Optimierung erfordert einen Kompromiss zwischen der Abscheidung von SOX-Emissionen und der Entsorgung der festen Abfälle (Filterstaub).

Die wirksame Minderung der SOX-Emissionen hängt von der Aufnahme von Schwefelverbindungen im Glas ab, die je nach Glasart sehr unterschiedlich sein kann.

iii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.


Tabelle 9

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Behälterglas-Branche

Parameter

Brennstoff

BVT-assoziierter Emissionswert (22)  (23)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (24)

SOX, ausgedrückt als SO2

Erdgas

< 200–500

< 0,3–0,75

Heizöl (25)

< 500–1 200

< 0,75–1,8

1.2.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

20.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen (unter Umständen in Kombination mit Abgasen aus Prozessen zur Heißendvergütung) durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (26)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 10

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Behälterglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (27)

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl (28)

< 10–20

< 0,02–0,03

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 1–5

< 0,001–0,008

1.2.5.   Metalle aus Schmelzwannen

21.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (29)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Minimierung der Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur, wenn eine Färbung und Entfärbung des Glases erforderlich ist, je nach den Verbraucheranforderungen an die Glasqualität

iii.

Einsatz eines Filtersystems (Gewebefilter oder Elektrofilter)

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

iv.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem


Tabelle 11

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Behälterglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (30)  (31)  (32)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (33)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 0,2–1 (34)

< 0,3–1,5 × 10–3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 1–5

< 1,5–7,5 × 10–3

1.2.6.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

22.   Wenn Zinn-, Organozinn- oder Titanverbindungen in Prozessen zur Heißendvergütung verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Verluste des Beschichtungsmaterials durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Beschichtungssystems und durch Einsatz einer wirksamen Absaughaube.

Eine gute Konstruktion und Abdichtung des Beschichtungssystems ist wichtig für die Minimierung des Verlusts und der Freisetzung des nicht umgesetzten Materials in die Luft.

Die Technik ist allgemein anwendbar.

ii.

Zusammenführung des Abgases aus Beschichtungsprozessen mit dem Abgas aus der Schmelzwanne oder mit der Verbrennungsluft der Wanne, wenn ein sekundäres Behandlungssystem verwendet wird (Filter und Trocken- oder Halb-Trockensorption).

Je nach chemischer Verträglichkeit können die Abgase aus Beschichtungsprozessen vor der Behandlung mit anderen Abgasen zusammengeführt werden. Die beiden folgenden Möglichkeiten kommen in Betracht:

Zusammenführung mit den Abgasen aus dem Schmelzwanne vor einem sekundären Minderungssystem (Trocken- oder Halb-Trockensorption sowie Filtersystem);

Zusammenführung mit Verbrennungsluft vor der Einleitung in den Regenerator mit anschließender sekundärer Behandlung der während des Schmelzprozesses erzeugten Abgase (Trocken- oder Halb-Trockensorption sowie Filtersystem).

Die Zusammenführung mit Abgasen aus der Schmelzwanne ist allgemein anwendbar.

Die Zusammenführung mit Verbrennungsluft kann durch potenzielle Auswirkungen auf die Glas-Chemie und auf die Regeneratormaterialien beschränkt sein.

iii.

Anwendung einer Sekundärtechnik, z. B. Nasswäsche, Trockensorption sowie Filtrierung (35)

Die Techniken sind allgemein anwendbar.


Tabelle 12

BVT-assoziierte Emissionswerte für Luftemissionen aus Prozessen zur Heißendvergütung in der Behälterglas-Branche, wenn die Abgase aus Weiterverarbeitungsprozessen getrennt behandelt werden

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Staub

< 10

Titanverbindungen, ausgedrückt als Ti

< 5

Zinnverbindungen, einschließlich Organozinn, ausgedrückt als Sn

< 5

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl

< 30

23.   Wenn SO3 für Oberflächenbehandlungsprozesse verwendet wird, besteht die BVT in der Minderung der SOX-Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (36)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Produktverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Beschichtungssystems

Eine gute Konstruktion und Instandhaltung des Beschichtungssystems ist wichtig für die Minimierung des Verlusts und der Freisetzung des nicht umgesetzten Stoffs in die Luft.

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Anwendung einer Sekundärtechnik, z. B. Nasswäsche


Tabelle 13

BVT-assoziierter Emissionswert für SOX-Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen, wenn SO3 für die Oberflächenbehandlungsprozesse in der Behälterglas-Branche verwendet wird, sofern diese Emissionen getrennt behandelt werden

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

SOx, ausgedrückt als SO2

< 100–200

1.3.   BVT-Schlussfolgerungen für die Flachglasherstellung

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Flachglasherstellung.

1.3.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen

24.   Die BVT besteht in der Minderung von Staubemissionen aus den Abgasen der Schmelzwanne durch Einsatz eines Elektrofilters oder eines Gewebefilters.

Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen.

Tabelle 14

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Flachglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (37)

Staub

< 10–20

< 0,025–0,05

1.3.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

25.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

I.

Primärtechniken; zum Beispiel:

Technik (38)

Anwendbarkeit

i.   

Modifikation des Verbrennungsprozesses

a)

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wanne bei optimaler Bauart und Geometrie der Wanne erzielt.

b)

Verringerte Verbrennungslufttemperatur

Die Anwendbarkeit ist aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs auf Wannen mit kleiner Kapazität für die Herstellung von Spezialflachglas und auf anlagenspezifische Bedingungen beschränkt (z. B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen).

c)

Gestufte Verbrennung:

Luftstufung

Brennstoffstufung

Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.

Luftstufungen sind aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar.

d)

Abgasrückführung

Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung.

e)

NOX-arme Brenner

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und eines geringeren Flexibilitätsgrads der Wanne bei Anwendung in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wanne bei optimaler Bauart und Geometrie der Wanne erzielt.

f)

Brennstoffauswahl

Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

ii.

FENIX-Prozess

Dieser Prozess basiert auf der Kombination einer Reihe von Primärtechniken für die Optimierung der Verbrennung in regenerativen Querbrenner-Floatglaswannen. Die Hauptmerkmale sind:

Verringerung des Luftüberschusses,

Unterdrückung von Hotspots und Homogenisierung der Flammentemperaturen,

kontrollierte Vermischung von Brennstoff und Verbrennungsluft.

Die Anwendbarkeit beschränkt sich auf regenerative Querbrennerwannen.

Anwendbar für neue Wannen.

Bei bestehenden Wannen muss die Technik im Rahmen einer vollständigen Wannenerneuerung direkt während des Entwurfs und der Konstruktion der Wanne integriert werden.

iii.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.

II.

Sekundärtechniken; zum Beispiel:

Technik (39)

Anwendbarkeit

i.

Chemische Reduktion durch Brennstoff

Anwendbar für Regenerativwannen.

Die Anwendbarkeit ist durch einen erhöhten Brennstoffverbrauch und die daraus resultierenden ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen beschränkt.

ii.

Selektive katalytische Reduktion (SCR)

Die Anwendung kann eine Umrüstung des Staubabscheiders erfordern, um eine Staubkonzentration unter 10-15 mg/Nm3 zu gewährleisten; außerdem kann ein Entschwefelungssystem zur Entfernung der SOX-Emissionen erforderlich sein.

Aufgrund des optimalen Betriebstemperaturbereichs beschränkt sich die Anwendbarkeit auf Prozesse mit Elektrofiltern. Die Technik wird generell nicht mit einem Gewebefiltersystem eingesetzt, da die niedrige Betriebstemperatur (im Bereich 180-200 °C) eine Wiederaufheizung der Abgase erfordern würde.

Diese Technik geht unter Umständen mit einem erheblichen Platzbedarf einher.

Tabelle 15

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Flachglas-Branche

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert (40)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (41)

NOX, ausgedrückt als NO2

Modifikation des Verbrennungsprozesses,

FENIX-Prozess (42)

700–800

1,75–2,0

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel) (43)

Nicht anwendbar

< 1,25–2,0

Sekundärtechniken (44)

400–700

1,0–1,75

26.   Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch Minimierung der Verwendung dieser Rohstoffe in Kombination mit Primär- oder Sekundärtechniken. Wenn Sekundärtechniken eingesetzt werden, sind die in Tabelle 15 genannten BVT-assoziierten Emissionswerte anwendbar.

Die BVT-assoziierten Emissionswerte für den Fall, dass Nitrate in der Gemengerezeptur für die Herstellung von speziellem Glas in einer begrenzten Anzahl kurzer Kampagnen verwendet werden, sind Tabelle 16 zu entnehmen.

Technik (45)

Anwendbarkeit

Primärtechniken:

 

Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur

 

Nitrate werden für die Herstellung von speziellem Glas (z. B. farbigem Glas) eingesetzt.

 

Wirksame alternative Stoffe sind Sulfate, Arsenoxide und Ceroxid.

Die Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur kann durch hohe Kosten und/oder höheren Umweltbelastungen der alternativen Stoffe beschränkt sein.


Tabelle 16

BVT-assoziierter Emissionswert für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Flachglas-Branche, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur für die Herstellung von speziellem Glas in einer begrenzten Anzahl kurzer Kampagnen verwendet werden

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (46)

NOX, ausgedrückt als NO2

Primärtechniken

< 1 200

< 3

1.3.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

27.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (47)

Anwendbarkeit

i.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.

ii.

Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz

Die Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Glas-Enderzeugnisses allgemein anwendbar.

Die Durchführung der Schwefelbilanz-Optimierung erfordert einen Kompromiss zwischen der Abscheidung von SOX-Emissionen und der Entsorgung der festen Abfälle (Filterstaub).

iii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.


Tabelle 17

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Flachglas-Branche

Parameter

Brennstoff

BVT-assoziierter Emissionswert (48)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (49)

SOx, ausgedrückt als SO2

Erdgas

< 300–500

< 0,75–1,25

Heizöl (50)  (51)

500–1 300

1,25–3,25

1.3.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

28.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (52)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 18

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Flachglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (53)

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl (54)

< 10–25

< 0,025–0,0625

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 1–4

< 0,0025–0,010

1.3.5.   Metalle aus Schmelzwannen

29.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (55)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Einsatz eines Filtersystems

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem


Tabelle 19

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Flachglas-Branche, mit Ausnahme von mit Selen gefärbten Gläsern

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (56)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (57)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 0,2–1

< 0,5–2,5 × 10–3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 1–5

< 2,5–12,5 × 10–3

30.   Wenn Selenverbindungen zum Färben des Glases verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der Selenemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (58)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Verdampfung von Selen aus der Gemengezusammensetzung durch Auswahl von Rohstoffen mit einem höheren Aufnahmevermögen im Glas und einer geringeren Verflüchtigung

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Einsatz eines Filtersystems

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem


Tabelle 20

BVT-assoziierte Emissionswerte für Selenemissionen aus Schmelzwannen in der Flachglas-Branche für die Farbglasherstellung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (59)  (60)

mg/Nm3

kg/t Geschmolzenen Glases (61)

Selenverbindungen, ausgedrückt als Se

1–3

2,5–7,5 × 10–3

1.3.6.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

31.   Die BVT besteht in der Minderung der Emissionen aus den Weiterverarbeitungsprozessen in die Luft durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (62)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Verluste des auf das Flachglas aufgebrachten Beschichtungsstoffe durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Beschichtungssystems

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Minimierung der SO2-Verluste aus dem Kühlofen durch optimalen Betrieb des Steuersystems

iii.

Zusammenführung der SO2-Emissionen aus dem Kühlofen mit dem Abgas aus der Schmelzwanne, sofern technisch vertretbar und wenn ein sekundäres Behandlungssystem verwendet wird (Filter und Trocken- oder Halb-Trockensorption)

iv.

Anwendung einer Sekundärtechnik, z. B. Nasswäsche oder Trockensorption und Filtrierung

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

Die Auswahl der Technik und ihre Leistung hängen von der Zusammensetzung des zugeführten Abgases ab.


Tabelle 21

BVT-assoziierte Emissionswerte für Luftemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Flachglas-Branche, bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Staub

< 15–20

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl

< 10

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 1–5

SOX, ausgedrückt als SO2

< 200

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 1

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 5

1.4.   BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Endlosglasfasern

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt erläuterten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Endlosglasfasern.

1.4.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen

Die in diesem Abschnitt genannten BVT-assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf alle Materialien, die am Messpunkt in Form von Feststoffen vorliegen, einschließlich fester Borverbindungen. Gasförmige Borverbindungen am Messpunkt sind in diesen Emissionswerten nicht erfasst.

32.   Die BVT besteht in der Minderung der Staubemissionen aus den Abgasen aus der Schmelzwanne durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (63)

Anwendbarkeit

i.

Verringerung der flüchtigen Bestandteile durch Änderungen der Rohstoffe

Die Verwendung von Gemengezusammensetzungen ohne Borverbindungen oder mit geringem Borgehalt ist eine Primärmaßnahme für die Minderung der Staubemissionen, die in erster Linie durch Verflüchtigungseffekte entstehen. Bor ist der Hauptbestandteil der Feinstaubemissionen aus der Schmelzwanne.

Die Anwendung der Technik ist durch Rechte des geistigen Eigentums beschränkt, da die borfreien und borarmen Rezepturen durch ein Patent geschützt sind.

ii.

Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei der Anwendung in neuen Anlagen erreicht, in denen die Positionierung und die Eigenschaften der Filter ohne Einschränkungen festgelegt werden können.

iii.

Nasswäscher

Die Anwendung in bestehenden Anlagen kann durch technische Zwänge, z. B. die Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, beschränkt sein.


Tabelle 22

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Endlosglasfaser-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (64)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (65)

Staub

< 10–20

< 0,045–0,09

1.4.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

33.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (66)

Anwendbarkeit

i.   

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

a)

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

b)

Verringerte Verbrennungslufttemperatur

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen, vorbehaltlich der mit der Energieeffizienz der Wanne und dem höheren Brennstoffbedarf verbundenen Einschränkungen. Bei den meisten Wannen handelt es sich bereits um Rekuperativwannen.

c)

Gestufte Verbrennung:

d)

Luftstufung

e)

Brennstoffstufung

Die Brennstoffstufung ist für die meisten Luft-Brennstoff- und mit einem Brennstoff-Sauerstoff-Gemisch betriebenen Wannen anwendbar.

Luftstufungen sind aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar.

d)

Abgasrückführung

Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung.

e)

NOX-arme Brenner

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

f)

Brennstoffauswahl

Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

ii.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.


Tabelle 23

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Endlosglasfaser-Branche

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

 

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases

NOX, ausgedrückt als NO2

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

< 600–1 000

< 2,7–4,5 (67)

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel) (68)

Nicht anwendbar

< 0,5–1,5

1.4.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

34.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (69)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz

Die Technik vorbehaltlich der Verfügbarkeit der entsprechenden Rohstoffe allgemein anwendbar.

Die Durchführung der Schwefelbilanz-Optimierung erfordert einen Kompromiss zwischen der Vermeidung von SOX-Emissionen und der Entsorgung der festen Abfälle (Filterstaub).

ii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Hohe Konzentrationen von Borverbindungen in den Abgasen können den Wirkungsgrad der in den Trocken- oder Halb-Trockensorptionssystemen verwendeten Reagenz einschränken.

iv.

Nasswäscher

Die Technik ist vorbehaltlich technischer Einschränkungen, z. B. der Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, allgemein anwendbar.


Tabelle 24

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Endlosglasfaser-Branche

Parameter

Brennstoff

BVT-assoziierter Emissionswert (70)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (71)

SOx, ausgedrückt als SO2

Erdgas (72)

< 200–800

< 0,9–3,6

Heizöl (73)  (74)

< 500–1 000

< 2,25–4,5

1.4.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

35.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (75)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund Gemengerezeptur und der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.

ii.

Minimierung des Fluorgehalts in der Gemengerezeptur

Die Minimierung der Fluoremissionen aus dem Schmelzprozess kann folgendermaßen erreicht werden:

Minimierung/Verringerung der Menge der in der Gemengerezeptur verwendeten Fluorverbindungen (z. B. Fluorit) auf das für die Qualität des Enderzeugnisses erforderliche Minimum. Fluorverbindungen werden zur Optimierung des Schmelzprozesses, zur Unterstützung der Faserbildung und zur Minimierung der Bruchanfälligkeit der Fasern eingesetzt;

Ersetzung von Fluorverbindungen durch alternative Materialien (z. B. Sulfate).

Die Ersetzung von Fluorverbindungen durch alternative Materialien ist durch die Anforderungen an die Produktqualität beschränkt.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iv.

Nasswäscher

Die Technik ist vorbehaltlich technischer Einschränkungen, z. B. der Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, allgemein anwendbar.


Tabelle 25

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Endlosglasfaser-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (76)

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl

< 10

< 0,05

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF (77)

< 5–15

< 0,02–0,07

1.4.5.   Metalle aus Schmelzwannen

36.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (78)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.

ii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iii.

Nasswäscher

Die Technik ist vorbehaltlich technischer Einschränkungen, z. B. der Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, allgemein anwendbar.


Tabelle 26

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Endlosglasfaser-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (79)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (80)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 0,2–1

< 0,9–4,5 × 10–3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 1–3

< 4,5–13,5 × 10–3

1.4.6.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

37.   Die BVT besteht in der Minderung der Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (81)

Anwendbarkeit

i.

Nasswäscher

Die Techniken sind für die Behandlung von Abgasen aus dem Formprozess (Beschichtung der Fasern) oder aus sekundären Prozessen, die die Verwendung eines zu härtenden oder zu trocknenden Bindemittels beinhalten, allgemein anwendbar.

ii.

Nass-Elektrofilter

iii.

Filtersystem (Gewebefilter)

Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus Schneide- und Mahlprozessen allgemein anwendbar.


Tabelle 27

BVT-assoziierte Emissionswerte für Luftemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Endlosglasfaser-Branche, bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Emissionen aus Formung und Beschichtung

Staub

< 5–20

Formaldehyd

< 10

Ammoniak

< 30

Gesamte flüchtige organische Verbindungen, ausgedrückt als C

< 20

Emissionen aus Schneiden und Mahlen

Staub

< 5–20

1.5.   BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Wirtschaftsglas

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Wirtschaftsglas.

1.5.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen

38.   Die BVT besteht in der Minderung der Staubemissionen aus den Abgasen aus der Schmelzwanne durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (82)

Anwendbarkeit

i.

Verringerung der flüchtigen Bestandteile durch Änderungen der Rohstoffe

Die Gemengezusammensetzung kann stark flüchtige Bestandteile (z. B. Bor, Fluoride) enthalten, die erheblich zur Bildung von Staubemissionen aus der Schmelzwanne beitragen können.

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der produzierten Glasart und der Verfügbarkeit der Ersatz-Rohstoffe allgemein anwendbar.

ii.

Elektroschmelze

Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.

Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar.

Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

iii.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.

iv.

Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

v.

Nasswäscher

Die Anwendbarkeit ist auf Sonderfälle beschränkt, insbesondere auf Elektroschmelzwannen, bei denen die Abgasvolumenströme und Staubemissionen generell gering sind und mit dem Aufnahmeverhalten der Gemengerezeptur zusammenhängen.


Tabelle 28

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (83)

Staub

< 10–20 (84)

< 0,03–0,06

< 1–10 (85)

< 0,003–0,03

1.5.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

39.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (86)

Anwendbarkeit

i.   

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

a)

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

b)

Verringerte Verbrennungslufttemperatur

Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs (z. B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen).

c)

Gestufte Verbrennung:

f)

Luftstufung

g)

Brennstoffstufung

Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.

Die Luftstufung ist aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar.

d)

Abgasrückführung

Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung.

e)

NOX-arme Brenner

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und des geringeren Flexibilitätsgrads der Wannen bei Anwendung in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

f)

Brennstoffauswahl

Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

ii.

Spezialausführungen von Wannen

Die Anwendbarkeit ist auf Gemengerezepturen mit hohen Anteilen an Fremdscherben (> 70 %) beschränkt.

Die Anwendung erfordert eine vollständige Erneuerung der Schmelzwanne.

Aufgrund der Wannenform (lang und schmal) können die Platzverhältnisse beschränkt sein.

iii.

Elektroschmelze

Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.

Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar.

Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

iv.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.


Tabelle 29

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (87)

NOx, ausgedrückt als NO2

Modifikationen des Verbrennungsprozesses,

Spezialausführungen von Wannen

< 500–1 000

< 1,25–2,5

Elektroschmelzen

< 100

< 0,3

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel) (88)

Nicht anwendbar

< 0,5–1,5

40.   Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch Minimierung der Verwendung dieser Rohstoffe in Kombination mit Primär- oder Sekundärtechniken.

Die BVT-assoziierten Emissionswerte sind Tabelle 29 zu entnehmen.

Die BVT-assoziierten Emissionswerte für den Fall, dass Nitrate in der Gemengerezeptur für eine begrenzte Anzahl kurzer Kampagnen oder für Schmelzwannen mit einer Kapazität < 100 t/Tag verwendet werden, die spezielle Arten von Natronkalkglas (mit Selen hergestelltes Klarglas/Ultra-Klarglas oder farbiges Glas) und andere spezielle Glasarten (z. B. Borosilikat, Glaskeramik, Opalglas, Kristall- und Bleikristallglas) produzieren, sind Tabelle 30 zu entnehmen.

Technik (89)

Anwendbarkeit

Primärtechniken:

Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur

Nitrate werden für qualitativ sehr hochwertige Produkte eingesetzt, wenn ein farbloses (klares) Glas erforderlich ist oder Spezialglasarten hergestellt werden. Wirksame Alternativmaterialien sind Sulfate, Arsenoxide und Ceroxid.

Die Möglichkeiten einer Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur können durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Materialien beschränkt sein.


Tabelle 30

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur für eine begrenzte Anzahl kurzer Kampagnen oder für Schmelzwannen mit einer Kapazität < 100 t/Tag verwendet werden, die spezielle Arten von Natronkalkglas (mit Selen hergestelltes Klarglas/Ultra-Klarglas oder farbiges Glas) und andere spezielle Glasarten (z. B. Borosilikat, Glaskeramik, Opalglas, Kristall- und Bleikristallglas) produzieren

Parameter

Wannenart

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases

NOX, ausgedrückt als NO2

Konventionelle Brennstoff-Luft-Wannen

< 500–1 500

< 1,25–3,75 (90)

Elektroschmelze

< 300–500

< 8–10

1.5.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

41.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (91)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz

Die Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Glas-Enderzeugnisses allgemein anwendbar.

Die Durchführung der Schwefelbilanz-Optimierung erfordert einen Kompromiss zwischen der Abscheidung von SOX-Emissionen und der Entsorgung der festen Abfälle (Filterstaub).

ii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 31

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche

Parameter

Brennstoff/Schmelztechnik

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (92)

SOx, ausgedrückt als SO2

Erdgas

< 200–300

< 0,5–0,75

Heizöl (93)

< 1 000

< 2,5

Elektroschmelzen

< 100

< 0,25

1.5.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

42.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (94)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die Gemengerezeptur für die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Minimierung des Fluorgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Fluor-Massenbilanz

Die Minimierung von Fluoremissionen aus dem Schmelzprozess kann durch die Minimierung/Verringerung der Menge der in der Gemengerezeptur verwendeten Fluorverbindungen (z. B. Fluorit) auf das für die Qualität des Enderzeugnisses erforderliche Minimum erreicht werden. Fluorverbindungen werden zur Gemengerezeptur hinzugegeben, um dem Glas einen undurchsichtigen und opalisierenden Effekt zu verleihen.

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Enderzeugnisses allgemein anwendbar.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iv.

Nasswäscher

Die Technik ist vorbehaltlich technischer Einschränkungen, z. B. der Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, allgemein anwendbar.

Die Anwendbarkeit dieser Technik kann durch hohe Kosten und Aspekte der Abwasserbehandlung, u. a. Einschränkungen des Recyclings von Schlamm und festen Reststoffen aus der Wasserbehandlung, beschränkt sein.


Tabelle 32

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (95)

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl (96)  (97)

< 10–20

< 0,03–0,06

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF (98)

< 1–5

< 0,003–0,015

1.5.5.   Metalle aus Schmelzwannen

43.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (99)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Minimierung der Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur durch eine geeignete Auswahl der Rohstoffe, wenn eine Färbung oder Entfärbung des Glases erforderlich ist oder wenn dem Glas spezifische Eigenschaften verliehen werden

Bei der Herstellung von Kristall- oder Bleikristallglasarten sind die Möglichkeiten einer Minimierung der Metallverbindungen in der Gemengerezeptur durch die in der Richtlinie 69/493/EWG festgelegten Grenzwerte beschränkt; in dieser Richtlinie wird die chemische Zusammensetzung der Glas-Enderzeugnisse klassifiziert.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 33

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, mit Ausnahme von mit Selen entfärbten Gläsern

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (100)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (101)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 0,2–1

< 0,6–3 × 10–3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 1–5

< 3–15 × 10–3

44.   Wenn Selenverbindungen zum Entfärben des Glases verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der Selenemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (102)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Verwendung von Selenverbindungen in der Gemengerezeptur durch eine geeignete Auswahl der Rohstoffe

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 34

BVT-assoziierte Emissionswerte für Selenemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, wenn Selenverbindungen zum Entfärben des Glases verwendet werden

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (103)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (104)

Selenverbindungen, ausgedrückt als Se

< 1

< 3 × 10–3

45.   Wenn Bleiverbindungen zur Herstellung von Bleikristallglas verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der Bleiemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (105)

Anwendbarkeit

i.

Elektroschmelze

Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.

Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar.

Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

ii.

Gewebefilter

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iii.

Elektrofilter

iv.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem


Tabelle 35

BVT-assoziierte Emissionswerte für Bleiemissionen aus Schmelzwannen in der Wirtschaftsglas-Branche, wenn Bleiverbindungen zur Herstellung von Bleikristallglas verwendet werden

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (106)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (107)

Bleiverbindungen, ausgedrückt als Pb

< 0,5–1

< 1–3 × 10–3

1.5.6.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

46.   Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Staub- und Metallemissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (108)

Anwendbarkeit

i.

Durchführung staubender Prozesse (z. B. Schneiden, Schleifen, Polieren) unter fließendem Wasser

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Einsatz eines Gewebefiltersystems


Tabelle 36

BVT-assoziierte Emissionswerte für Luftemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Wirtschaftsglas-Branche, bei denen Staubemissionen entstehen, bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Staub

< 1–10

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) (109)

< 1

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) (109)

< 1–5

Bleiverbindungen, ausgedrückt als Pb (110)

< 1–1,5

47.   Für Säurepolierprozesse besteht die BVT in der Minderung der HF-Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (111)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Poliermittelverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Anwendungssystems

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Anwendung einer Sekundärtechnik, z. B. Nasswäscher


Tabelle 37

BVT-assoziierte Emissionswerte für HF-Emissionen aus Säurepolierprozessen in der Wirtschaftsglas-Branche, bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 5

1.6.   BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Spezialgläsern

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Spezialgläsern.

1.6.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen

48.   Die BVT besteht in der Minderung der Staubemissionen aus den aus Schmelzwannen freigesetzten Abgasen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (112)

Anwendbarkeit

i.

Verringerung der flüchtigen Bestandteile durch Änderungen der Rohstoffe

Die Gemengezusammensetzung kann stark flüchtige Bestandteile (z. B. Bor oder Fluoride) enthalten, die die Hauptbestandteile der Emissionen aus der Schmelzwanne bilden.

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualität des produzierten Glases allgemein anwendbar.

ii.

Elektroschmelze

Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.

Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar.

Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

iii.

Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 38

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (113)

Staub

< 10–20

< 0,03–0,13

< 1–10 (114)

< 0,003–0,065

1.6.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

49.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

I.

Primärtechniken; Beispiele:

Technik (115)

Anwendbarkeit

i.   

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

a)

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

b)

Verringerte Verbrennungslufttemperatur

Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs (z. B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen).

c)

Gestufte Verbrennung:

Luftstufung

Brennstoffstufung

Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.

Luftstufungen sind aufgrund der technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar.

d)

Abgasrückführung

Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung.

e)

NOX-arme Brenner

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und eines geringeren Flexibilitätsgrads der Wanne bei Anwendungen in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

f)

Brennstoffauswahl

Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

ii.

Elektroschmelze

Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.

Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar.

Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

iii.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.

II.

Sekundärtechniken; Beispiele:

Technik (116)

Anwendbarkeit

i.

Selektive katalytische Reduktion (SCR)

Die Anwendung kann eine Umrüstung des Staubabscheiders erfordern, um eine Staubkonzentration unter 10-15 mg/Nm3 zu gewährleisten; außerdem kann ein Entschwefelungssystem zur Entfernung der SOX-Emissionen erforderlich sein.

Aufgrund des optimalen Betriebstemperaturbereichs beschränkt sich die Anwendbarkeit auf Prozesse mit Elektrofiltern. Die Technik wird generell nicht mit einem Gewebefiltersystem eingesetzt, da die niedrige Betriebstemperatur (im Bereich 180-200 °C) eine Wiederaufheizung der Abgase erfordern würde.

Diese Technik geht unter Umständen mit einem erheblichen Platzbedarf einher.

ii.

Selektive nicht-katalytische Reduktion (SNCR)

Sehr beschränkte Anwendbarkeit bei konventionellen Regenerativwannen, bei denen der korrekte Temperaturbereich schwer zu erreichen ist oder eine gute Vermischung der Abgase mit dem Reagenzmittel nicht möglich ist.

Die Technik kann für neue, mit geteilten Regeneratoren ausgerüsteten Regenerativwannen anwendbar sein; aufgrund der Umkehrung der Feuerung zwischen den Kammern, die zu einer zyklischen Temperaturänderung führt, ist die Temperatur jedoch schwer im korrekten Bereich zu halten.

Tabelle 39

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (117)

NOX, ausgedrückt als NO2

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

600–800

1,5–3,2

Elektroschmelze

< 100

< 0,25–0,4

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel) (118)  (119)

Nicht anwendbar

< 1–3

Sekundärtechniken

< 500

< 1–3

50.   Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch Minimierung der Verwendung dieser Rohstoffe in Kombination mit Primär- oder Sekundärtechniken.

Technik (120)

Anwendbarkeit

Primärtechniken

Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur

Nitrate werden für qualitativ sehr hochwertige Produkte verwendet, bei denen das Glas spezielle Eigenschaften aufweisen muss. Wirksame Alternativmaterialien sind Sulfate, Arsenoxide und Ceroxid.

Die Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur kann durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Materialien beschränkt sein.


Tabelle 40

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert (121)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (122)

NOX, ausgedrückt als NO2

Minimierung der Nitratzugabe in der Gemengerezeptur kombiniert mit Primär- oder Sekundärtechniken

< 500–1 000

< 1–6

1.6.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

51.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (123)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Glas-Enderzeugnisses allgemein anwendbar.

ii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 41

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche

Parameter

Brennstoff/ Schmelztechnik

BVT-assoziierter Emissionswert (124)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (125)

SOX, ausgedrückt als SO2

Erdgas,

Elektroschmelzen (126)

< 30–200

< 0,08–0,5

Heizöl (127)

500–800

1,25–2

1.6.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

52.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (128)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die Gemengerezeptur für die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Minimierung von Fluor- und/oder Chorverbindungen in der Gemengerezeptur und Optimierung der Fluor- und/oder Chlor-Massenbilanz

Fluorverbindungen werden verwendet, um mit den Spezialgläsern (z. B. opakes Beleuchtungsglas oder optischem Glas) spezifische Eigenschaften zu erreichen.

Chlorverbindungen können als Läutermittel in der Borosilikatglas-Herstellung eingesetzt werden.

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Enderzeugnisses allgemein anwendbar.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 42

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (129)

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl (130)

< 10–20

< 0,03–0,05

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 1–5

< 0,003–0,04 (131)

1.6.5.   Metalle aus Schmelzwannen

53.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (132)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Anwendbarkeit kann durch die in der Anlage produzierte Glasart und die Verfügbarkeit der Rohstoffe beschränkt sein.

ii.

Minimierung der Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur durch eine geeignete Auswahl der Rohstoffe, wenn eine Färbung oder Entfärbung des Glases erforderlich ist oder wenn dem Glas spezifische Eigenschaften verliehen werden

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem


Tabelle 43

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Spezialglas-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (133)  (134)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (135)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 0,1–1

< 0,3–3 × 10–3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 1–5

< 3–15 × 10–3

1.6.6.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

54.   Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Staub- und Metallemissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (136)

Anwendbarkeit

i.

Durchführung staubender Prozesse (z. B. Schneiden, Schleifen, Polieren) unter fließendem Wasser

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Einsatz eines Gewebefiltersystems


Tabelle 44

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staub- und Metallemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Spezialglas-Branche, bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Staub

1–10

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI) (137)

< 1

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn) (137)

< 1–5

55.   Für Säurepolierprozesse besteht die BVT in der Minderung der HF-Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (138)

Beschreibung

i.

Minimierung der Poliermittelverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Anwendungssystems

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Anwendung einer sekundären Technik, z. B. Nasswäscher


Tabelle 45

BVT-assoziierte Emissionswerte für HF-Emissionen aus Säurepolierprozessen in der Spezialglas-Branche, bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 5

1.7.   BVT-Schlussfolgerungen für die Herstellung von Mineralwolle

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Mineralwolle.

1.7.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen

56.   Die BVT besteht in der Minderung von Staubemissionen aus den Abgasen der Schmelzwanne durch Einsatz eines Elektrofilters oder eines Gewebefilters.

Technik (139)

Anwendbarkeit

Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Elektrofilter sind nicht für Kupolöfen zur Herstellung von Steinwolle anwendbar, weil ein Explosionsrisiko durch die Entzündung des im Ofen erzeugten Kohlenmonoxids besteht.


Tabelle 46

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (140)

Staub

< 10–20

< 0,02–0,050

1.7.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

57.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (141)

Anwendbarkeit

i.   

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

a)

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Anwendbar für mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene konventionelle Wannen.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

b)

Verringerte Verbrennungslufttemperatur

Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs (z. B. Verwendung von Rekuperativwannen anstelle von Regenerativwannen).

c)

Gestufte Verbrennung:

Luftstufung

Brennstoffstufung

Die Brennstoffstufung ist für die meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen anwendbar.

Luftstufungen sind aufgrund der technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar.

d)

Abgasrückführung

Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf die Verwendung von Spezialbrennern mit automatischer Abgasrückführung.

e)

NOX-arme Brenner

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die zu erreichenden ökologischen Verbesserungen sind normalerweise aufgrund technischer Einschränkungen und eines geringeren Flexibilitätsgrads der Wanne bei Anwendung in gasbefeuerten Querbrennerwannen geringer.

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

f)

Brennstoffauswahl

Die Anwendbarkeit ist durch die Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

ii.

Elektroschmelze

Nicht für die Herstellung großer Glasmengen (> 300 t/Tag) anwendbar.

Für Produktionsanlagen mit stark schwankender Glasschmelzleistung nicht anwendbar.

Die Umsetzung erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

iii.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.


Tabelle 47

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche

Parameter

Produkt

Schmelztechnik

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (142)

NOX, ausgedrückt als NO2

Glaswolle

Brennstoff-Luft-Wannen und Elektrowannen

< 200–500

< 0,4–1,0

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel) (143)

Nicht anwendbar

< 0,5

Steinwolle

Alle Wannenarten

< 400–500

< 1,0–1,25

58.   Wenn Nitrate in der Gemengerezeptur für die Glaswolleherstellung verwendet werden, besteht die BVT in der Minderung der NOX-Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (144)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur

Nitrate werden in Gemengerezepturen mit einem hohen Fremdscherbenanteil als Oxidationsmittel verwendet, um die im Scherbenanteil vorhandenen organischen Stoffe auszugleichen.

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der Qualitätsanforderungen des Enderzeugnisses allgemein anwendbar.

ii.

Elektroschmelze

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die Durchführung der Elektroschmelztechnik erfordert eine vollständige Wannenerneuerung.

iii.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung zum Zeitpunkt einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.


Tabelle 48

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Herstellung von Glaswolle, wenn Nitrate in der Gemengerezeptur verwendet werden

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (145)

NOX, ausgedrückt als NO2

Minimierung der Nitratzugabe in der Gemengerezeptur kombiniert mit Primärtechniken

< 500–700

< 1,0–1,4 (146)

1.7.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzwannen

59.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (147)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz

Die Technik ist in der Glaswolleherstellung vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe mit niedrigem Schwefelgehalt, insbesondere Fremdscherben, allgemein anwendbar. Ein hoher Fremdscherbenanteil in der Gemengerezeptur ist jedoch mit einem schwankenden Schwefelgehalt verbunden; entsprechend beschränkt sind die Möglichkeiten einer Optimierung der Schwefelbilanz.

Bei der Steinwolleherstellung erfordert die Optimierung der Schwefelbilanz möglicherweise einen Kompromiss zwischen der Abscheidung von SOX-Emissionen aus den Abgasen und dem Umgang mit den festen Abfällen aus der Abgasbehandlung (Filterstaub) und/oder aus dem Zerfaserungsprozess — die entweder in der Gemengerezeptur rezykliert werden (als bindemittelgebundene Briketts) oder entsorgt werden müssen.

ii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Elektrofilter kommen bei Kupolöfen zur Steinwolleherstellung nicht in Betracht (siehe BVT 56)

iv.

Nasswäscher

Die Technik ist vorbehaltlich technischer Einschränkungen, z. B. der Notwendigkeit einer spezifischen Abwasserbehandlungsanlage, allgemein anwendbar.


Tabelle 49

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche

Parameter

Produkt/Bedingungen

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (148)

SOX, ausgedrückt als SO2

Glaswolle

Gasbefeuerte Wannen und Elektrowannen (149)

< 50–150

< 0,1–0,3

Steinwolle

Gasbefeuerte Wannen und Elektrowannen

< 350

< 0,9

Kupolöfen, keine Brikett- oder Schlackerecycling (150)

< 400

< 1,0

Kupolöfen, mit Recycling von bindemittelgebundenen Briketts oder von Schlacke (151)

< 1 400

< 3,5

1.7.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

60.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (152)

Beschreibung

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der jeweiligen Gemengerezeptur und der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.

ii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Elektrofilter kommen bei Kupolöfen zur Steinwolleherstellung nicht in Betracht (siehe BVT 56).


Tabelle 50

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche

Parameter

Produkt

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (153)

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl

Glaswolle

< 5–10

< 0,01–0,02

Steinwolle

< 10–30

< 0,025–0,075

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

Alle Produkte

< 1–5

< 0,002–0,013 (154)

1.7.5.   Schwefelwasserstoff (H2S) aus Steinwolle-Schmelzöfen

61.   Die BVT besteht in der Minderung der H2S-Emissionen aus Schmelzöfen durch Einsatz einer thermischen Nachverbrennung, in der der Schwefelwasserstoff zu SO2 oxidiert wird.

Technik (155)

Anwendbarkeit

Thermische Nachverbrennung

Die Technik ist für Steinwolle-Kupolöfen allgemein anwendbar.


Tabelle 51

BVT-assoziierte Emissionswerte für H2S-Emissionen aus Schmelzöfen in der Steinwolleherstellung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (156)

Schwefelwasserstoff, ausgedrückt als H2S

< 2

< 0,005

1.7.6.   Metalle aus Schmelzwannen

62.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (157)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.

Wie viel Mangan bei der Glaswolleherstellung in der Gemengerezeptur als Oxidationsmittel verwendet wird, hängt von der Menge und Qualität der in der Gemengerezeptur verwendeten Fremdscherben ab; abhängig vom oberhalb Beschriebenen kann der Mangananteil minimiert werden.

ii.

Einsatz eines Filtersystems

Elektrofilter kommen bei Kupolöfen zur Steinwolleherstellung nicht zur Anwendung (siehe BVT 56).


Tabelle 52

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Mineralwolle-Branche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (158)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (159)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 0,2–1 (160)

< 0,4–2,5 × 10–3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 1–2 (160)

< 2–5 × 10–3

1.7.7.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

63.   Die BVT besteht in der Minderung der Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (161)

Anwendbarkeit

i.

Wasserstrahl und Zyklon

Die Technik basiert auf der Abscheidung von Partikeln und Tropfen aus den Abgasen durch Schlag/Stoß sowie auf der Abscheidung gasförmiger Stoffe durch die teilweise Absorption im Wasser. Für die Wasserstrahlreiniger wird normalerweise Prozesswasser verwendet. Das Kreislaufwasser wird vor der erneuten Verwendung gefiltert.

Die Technik ist für die Mineralwolle-Branche allgemein anwendbar, insbesondere bei der Glaswolleherstellung für Prozesse zur Behandlung der Emissionen aus dem Formbereich (Beschichtung der Fasern).

Beschränkte Anwendbarkeit für Steinwolleprozesse, da andere genutzte Abgasbehandlungstechniken beeinträchtigt werden könnten.

ii.

Nasswäscher

Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus dem Formprozess (Beschichtung der Fasern) oder von zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) allgemein anwendbar.

iii.

Nass-Elektrofilter

Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus dem Formprozess (Beschichtung der Fasern) oder aus Härteöfen oder für die Behandlung von zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) allgemein anwendbar.

iv.

Steinwollefilter

Diese Filter bestehen aus einer Stahl- oder Betonkonstruktion, in der Steinwolleplatten angebracht sind, die als Filtermedium fungieren. Dieses Filtermedium muss regelmäßig gereinigt oder ausgetauscht werden. Diese Filterart ist geeignet für Abgase mit einem hohen Feuchtigkeitsgehalt und für partikelförmige Stoffe mit adhäsiven Eigenschaften.

Die Anwendbarkeit beschränkt sich hauptsächlich auf Steinwolleprozesse für die Filtration von Abgasen aus dem Formbereich und/oder aus Härteöfen.

v.

Thermische Nachverbrennung

Die Technik ist für die Behandlung von Abgasen aus Härteöfen allgemein anwendbar, insbesondere bei Steinwolleprozessen.

Eine Anwendung bei zusammengeführten Abgasen (aus Form- und Härteprozessen) ist aufgrund des hohen Volumens, der geringen Konzentration und der niedrigen Temperatur der Abgase nicht wirtschaftlich.


Tabelle 53

BVT-assoziierte Emissionswerte für Luftemissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen in der Mineralwolle-Branche, bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t Enderzeugnis

Formbereich — zusammengeführte Emissionen aus Form- und Härteprozessen — zusammengeführte Emissionen aus Form-, Härte- und Kühlprozessen

Gesamt-Staub

< 20–50

Phenol

< 5–10

Formaldehyd

< 2–5

Ammoniak

30–60

Amine

< 3

Gesamte flüchtige organische Verbindungen, ausgedrückt als C

10–30

Emissionen aus Härteöfen  (162)  (163)

Gesamt-Staub

< 5–30

< 0,2

Phenol

< 2–5

< 0,03

Formaldehyd

< 2–5

< 0,03

Ammoniak

< 20–60

< 0,4

Amine

< 2

< 0,01

Gesamte flüchtige organische Verbindungen, ausgedrückt als C

< 10

< 0,065

NOX, ausgedrückt als NO2

< 100–200

< 1

1.8.   BVT-Schlussfolgerungen zur Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung (HTW)

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Anlagen zur Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung.

1.8.1.   Staubemissionen aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen

64.   Die BVT besteht in der Reduzierung der mit den Abgasen der Schmelzwanne freigesetzten Staubemissionen durch den Einsatz eines Filtersystems.

Technik (164)

Anwendbarkeit

Das Filtersystem besteht gewöhnlich aus einem Gewebefilter.

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 54

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzöfen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Staub

Abgasreinigung durch Filtersysteme

< 5–20 (165)

65.   Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (166)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Produktverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung der Produktionslinie, wo technisch möglich

Potentielle Quellen der Staub- und Faser-Emissionen können sind:

Herstellung und Erfassung der Wolle

Mattenerzeugung (Vernadelung)

Schlichtemittelverbrennung

Schneiden, Besäumen und Verpacken der fertigen Erzeugnisse

Eine gute Konstruktion, Abdichtung und Instandhaltung der Anlagenteile ist wichtig für die Minimierung von Faserstaub durch Freisetzung in die Luft.

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Schneiden, Besäumen und Verpacken unter Vakuum durch Einsatz eines wirksamen Absaugsystems in Verbindung mit einem Gewebefilter

An der Produktionsanlage (z. B. am Schneidsystem oder am Verpackungskarton) wird ein Unterdruck angelegt, um Partikel und Fasern abzusaugen und in einem Gewebefilter abzuscheiden.

iii.

Einsatz eines Gewebefiltersystems (166)

Abgase aus Weiterverarbeitungsprozessen (z. B. Herstellung, Mattenerzeugung, Schlichtemittelverbrennung) werden in ein Behandlungssystem mit einem Gewebefilter geleitet.


Tabelle 55

BVT-assoziierte Emissionswerte bei Weiterverarbeitungsprozessen mit Staubentwicklung bei der Herstellung von Hochtemperaturisolierwolle (bei getrennter Behandlung)

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Staub (167)

1–5

1.8.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen

66.   Die BVT besteht in der Reduzierung von NOX-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung mit Verbrennungsregelung und/oder Änderung der Verbrennungsbedingungen

Technik

Anwendbarkeit

Kontrolle und/oder Modifikation der Verbrennungsbedingungen

Verfahren zur Reduzierung der Bildung von thermischen NOX-Emissionen beinhalten die Kontrolle der folgenden wesentlichen Verbrennungsparameter:

Luft-Brennstoff-Verhältnis (Sauerstoffgehalt in der Reaktionszone)

Flammentemperatur

Verweilzeit in der Hochtemperaturzone der Flamme

Durch eine gute Verbrennungsregelung werden solche Bedingungen hergestellt, die am wenigsten zur Entstehung von NOX beitragen.

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 56

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

NOX ausgedrückt als NO2

Kontrolle und/oder Modifikation der Verbrennungsbedingungen

100–200

1.8.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzprozessen und aus Weiterverarbeitungsprozessen

67.   Die BVT besteht in der Minderung der SOX-Emissionen aus den Schmelzwannen und aus Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (168)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.

ii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.


Tabelle 57

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzöfen und aus Weiterverarbeitungsprozessen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

SOX, ausgedrückt als SO2

Primärtechniken

< 50

1.8.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

68.   Die BVT besteht in der Minderung von HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzöfen durch die Auswahl geeigneter Rohstoffe mit niedrigem Chlor- und Fluor-Gehalt für die Gemengerezeptur.

Technik (169)

Anwendbarkeit

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 58

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzöfen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl

< 10

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 5

1.8.5.   Metalle aus Schmelzöfen und Weiterverarbeitungsprozessen

69.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzöfen und/oder Weiterverarbeitungsprozessen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (170)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Einsatz eines Filtersystems


Tabelle 59

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallmissionen aus Schmelzöfen und/oder aus Weiterverarbeitungsprozessen bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (171)

mg/Nm3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 1

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 5

1.8.6.   Flüchtige organische Verbindungen aus Weiterverarbeitungsprozessen

70.   Die BVT besteht in der Minderung der Emissionen an flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (172)

Anwendbarkeit

i.

Kontrolle der Verbrennungsbedingungen einschließlich der Überwachung der entsprechenden CO-Emissionen

Die Technik besteht aus der Kontrolle der Verbrennungsparameter (z. B. des Sauerstoffgehalts in der Reaktionszone, Flammentemperatur), um eine vollständige Verbrennung der organischen Bestandteile (z. B. Polyethylenglykol) aus dem Abgasstrom zu gewährleisten. Die Überwachung der Kohlenmonoxid-Emissionen ermöglicht auch den Rückschluss auf nicht verbrannte organische Bestandteile.

Die Technik ist allgemein anwendbar.

ii.

Thermische Nachverbrennung

Der Anwendbarkeit dieser Techniken steht unter Umständen die Wirtschaftlichkeit entgegen, wenn die betreffenden Abgasmengen und die VOC-Konzentrationen zu gering sind.

iii.

Nasswäscher


Tabelle 60

BVT-assoziierte Emissionswerte für VOC-Emissionen aus dem Ofen zur Schlichtemittelverbrennung bei der Herstellung von Hochtemperaturwolle zur Wärmedämmung(getrennte Behandlung)

Parameter

BVT

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Flüchtige organische Bestandteile (VOC)

Primär- und/oder Sekundärtechniken

10–20

1.9.   BVT-Schlussfolgerungen zur Frittenherstellung

Wenn nicht anders angegeben, gelten die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen für alle Frittenanlagen.

1.9.1.   Staubemissionen aus Schmelzwannen

71.   Die BVT besteht in der Minderung von Staubemissionen aus den Abgasen der Schmelzwanne durch Einsatz eines Elektrofilters oder eines Gewebefiltersystems.

Technik (173)

Anwendbarkeit

Filtersystem: Elektrofilter oder Gewebefilter

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 61

BVT-assoziierte Emissionswerte für Staubemissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (174)

Staub

< 10–20

< 0,05–0,15

1.9.2.   Stickstoffoxide (NOX) aus Schmelzwannen

72.   Die BVT besteht in der Minderung der NOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (175)

Anwendbarkeit

i.

Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur

Bei der Frittenherstellung werden in Verbindung mit zahlreichen Produkten in der Gemengerezeptur Nitrate verwendet, um die erforderlichen Eigenschaften zu erzielen.

Die Ersetzung von Nitraten in der Gemengerezeptur kann durch hohe Kosten und/oder höhere Umweltbelastungen der alternativen Materialien und/oder die Qualitätsanforderungen des Erzeugnisses beschränkt sein.

ii.

Verringerung des Falschlufteintritts in die Wanne

Bei dieser Technik wird der Eintritt von Falschluft in den Brenner verhindert, indem die Brennerblöcke, die Gemengeeinlegevorrichtung und alle sonstigen Öffnungen der Schmelzwanne abgedichtet werden.

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iii.   

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

a)

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Anwendbar für konventionelle mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebene Wannen;

Die besten Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wannen bei optimaler Bauart und Geometrie der Wannen erzielt.

b)

Verringerte Temperatur der Verbrennungsluft

Anwendbar nur unter anlagenspezifischen Bedingungen aufgrund eines geringeren Wannenwirkungsgrads und eines höheren Brennstoffbedarfs

c)

Gestufte Verbrennung:

Luftstufung

Brennstoffstufung

Eine Brennstoffstufung kommt bei den meisten mit einem Luft-Brennstoff-Gemisch betriebenen konventionellen Wannen in Betracht.

Die Luftstufung ist aufgrund ihrer technischen Komplexität sehr beschränkt anwendbar.

d)

Abgasrückführung

Die Anwendbarkeit dieser Technik beschränkt sich auf Spezialbrenner mit automatischer Abgasrückführung.

e)

NOX-arme Brenner

Die Technik ist allgemein anwendbar.

Beste Ergebnisse werden mit einer normalen oder einer vollständigen Erneuerung der Wanne in Kombination mit einer optimalen Wannenbauart und -geometrie erreicht.

f)

Brennstoffauswahl

Die Anwendbarkeit ist aufgrund der Verfügbarkeit verschiedener Brennstoffarten beschränkt; diese Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.

iv.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Die besten ökologischen Ergebnisse werden bei Anwendung in Verbindung mit einer vollständigen Wannenerneuerung erreicht.


Tabelle 62

BVT-assoziierte Emissionswerte für NOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche

Parameter

BVT

Betriebsbedingungen

BVT-assoziierter Emissionswert (176)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (177)

NOX ausgedrückt als NO2

Primärtechniken

Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel), ohne Nitrate (178)

Nicht anwendbar

< 2,5–5

Brennstoff-Sauerstoff-Befeuerung (Oxy-fuel), mit Nitraten

Nicht anwendbar

5–10

Brennstoff/Luft, Brennstoff-/Luft-Verbrennung mit Sauerstoffanreicherung, ohne Nitrate

500–1 000

2,5–7,5

Brennstoff/Luft, Brennstoff-/Luft-Verbrennung mit Sauerstoffanreicherung, mit Nitraten

< 1 600

< 12

1.9.3.   Schwefeloxide (SOX) aus Schmelzöfen

73.   Die BVT besteht in der Kontrolle der SOX-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (179)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Schwefelgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.

ii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.

iii.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Die Anwendbarkeit kann aufgrund der Verfügbarkeit von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt beschränkt sein; die Verfügbarkeit kann von der Energiepolitik der einzelnen Mitgliedstaaten abhängen.


Tabelle 63

BVT-assoziierte Emissionswerte für SOX-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (180)

SOX, ausgedrückt als SO2

< 50–200

< 0,25–1,5

1.9.4.   Chlorwasserstoff (HCl) und Fluorwasserstoff (HF) aus Schmelzwannen

74.   Die BVT besteht in der Minderung der HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (181)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der jeweiligen Gemengerezeptur und der Verfügbarkeit der Rohstoffe allgemein anwendbar.

ii.

Minimierung der Fluorverbindungen in der Gemengerezeptur, um die Qualität des Erzeugnisses sicherzustellen

Fluorverbindungen werden genutzt, um den Fritten bestimmte Eigenschaften zu verleihen (z. B. Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit).

Die Minimierung oder Ersetzung von Fluorverbindungen durch alternative Materialien ist durch die Anforderungen an die Produktqualität beschränkt.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Die Technik ist allgemein anwendbar.


Tabelle 64

BVT-assoziierte Emissionswerte für HCl- und HF-Emissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (182)

Chlorwasserstoff, ausgedrückt als HCl

< 10

< 0,05

Fluorwasserstoff, ausgedrückt als HF

< 5

< 0,03

1.9.5.   Metalle aus Schmelzwannen

75.   Die BVT besteht in der Minderung der Metallemissionen aus Schmelzwannen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (183)

Anwendbarkeit

i.

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik ist vorbehaltlich der Einschränkungen aufgrund der produzierten Frittenart und der Verfügbarkeit von Rohstoffen allgemein anwendbar.

ii.

Möglichst geringe Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur, wenn eine Einfärbung erforderlich ist oder der Fritte sonstige besondere Eigenschaften verliehen werden sollen.

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

iii.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem


Tabelle 65

BVT-assoziierte Emissionswerte für Metallemissionen aus Schmelzwannen in der Frittenbranche

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert (184)

mg/Nm3

kg/t geschmolzenen Glases (185)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 1

< 7,5 × 10–3

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 5

< 37 × 10–3

1.9.6.   Emissionen aus Weiterverarbeitungsprozessen

76.   Für Weiterverarbeitungsprozesse, bei denen Staubemissionen entstehen, besteht die BVT in der Minderung der Emissionen durch eine oder mehrere der folgenden Techniken:

Technik (186)

Anwendbarkeit

i.

Einsatz von Nassmahlverfahren

Bei dieser Technik wird die Fritte auf die gewünschte Partikelgröße gemahlen; dabei wird hinreichend Flüssigkeit zugegeben, um einen Schlamm herzustellen. Der betreffende Prozess wird im Allgemeinen unter Zusatz von Wasser in Mahlanlagen mit Aluminiumoxid-Perlen durchgeführt.

Die Techniken sind allgemein anwendbar.

ii.

Einsatz beim Trockenmahlen und bei Trockenproduktverpackungen unter Verwendung eines effizienten Extraktionssystems in Verbindung mit einem Gewebefilter.

In der Mahlanlage oder in der Verpackungsstation wird ein Unterdruck erzeugt, um Staubemissionen in einen Gewebefilter zu saugen.

iii.

Einsatz eines Filtersystems


Tabelle 66

BVT-assoziierte Emissionswerte bei gesonderter Abtrennung von Emissionen in die Luft in Weiterverarbeitungsprozessen bei getrennter Behandlung

Parameter

BVT-assoziierter Emissionswert

mg/Nm3

Staub

5–10

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI)

< 1 (187)

Σ (As, Co, Ni, Cd, Se, CrVI, Sb, Pb, CrIII, Cu, Mn, V, Sn)

< 5 (187)

Glossar:

1.10.   Beschreibung der Techniken

1.10.1.   Staubemissionen

Technik

Beschreibung

Elektrofilter

Elektrofilter laden Partikel elektrisch auf und trennen die Partikel dann unter der Einwirkung eines elektrischen Feldes ab. Elektrofilter kommen unter weiten Anwendungsbedingungen (weitem Anwendungsbereich) zum Einsatz.

Gewebefilter

Gewebefilter bestehen aus gewebten oder gefilzten durchlässigen Materialien, durch die die enthaltenen Partikel abgeschieden werden.

Die Gewebeauswahl für Gewebefilter muss auf die Zusammensetzung der betreffenden Abgase und die maximalen Betriebstemperaturen abgestimmt werden.

Reduzierung flüchtiger Bestandteile durch Anpassung der Rohstoffe

Gemengerezepturen können hoch flüchtige Bestandteile (z. B. Borverbindungen) enthalten; diese flüchtigen Bestandteile können reduziert oder ersetzt werden, um die vorwiegend durch Verflüchtigungen bedingten Staubemissionen zu verringern.

Elektroschmelze

Bei der Elektroschmelze wird Energie zum Schmelzen des Glases in einer Schmelzwanne durch eine Widerstandsheizung erzeugt.

Bei Cold-Top-Wannen (bei denen die Elektroden im Allgemeinen unten in der Wanne eingeführt werden) bedeckt die Gemengedecke die gesamte Schmelze; dadurch wird die Verflüchtigung von Gemenge-Bestandteilen (z. B. von Bleiverbindungen) erheblich reduziert.

1.10.2.   NOX-Emissionen

Technik

Beschreibung

Modifikationen des Verbrennungsprozesses

i.

Verringerung des Luft-Brennstoff-Verhältnisses

Diese Technik ist im Wesentlichen durch die folgenden Eigenschaften gekennzeichnet:

Minimierung von Falschlufteintritten in die Wanne;

sorgfältige Kontrolle der Verbrennungsluft;

modifizierte Gestaltung der Brennkammer.

ii.

Verringerte Verbrennungslufttemperatur

Im Vergleich zu Regenerativwannen ist bei Rekuperativwannen die Temperatur der vorgewärmten Luft niedriger und entsprechend ist die Flammentemperatur verringert. Bei dieser Technik wird allerdings der Wirkungsgrad der Wanne reduziert (geringere spezifische Glasschmelzleistung), die Brennstoffeffizienz ist geringer und der Brennstoffbedarf erhöht sich; dies kann zu höheren Emissionen (kg/t Glas) führen.

iii.

Gestufte Verbrennung

—   Luftstufung– Substöchiometrische Befeuerung und Abschluss des Verbrennungsprozesses unter Zuführung der verbleibenden Luft bzw. von Sauerstoff in die Wanne.

—   Brennstoffstufung– Im Brennerhals wird mit niedrigem Impuls eine Primärflamme erzeugt (10 % der Gesamtenergie); eine Sekundärflamme überdeckt den Ansatz der Primärflamme und senkt dadurch die Kerntemperatur.

iv.

Abgasrückführung

Bei der Abgasrückführung wird das Abgas aus der Wanne in die Flamme zurückgeführt, um den Sauerstoffgehalt zu reduzieren und damit die Flammentemperatur zu senken.

Bei der Verwendung von Spezialbrennern erfolgt eine interne Rückführung von Verbrennungsgasen, mit denen die Temperatur des Flammenansatzes abgesenkt und der Sauerstoffgehalt im heißesten Bereich der Flammen reduziert wird.

v.

NOX-arme Brenner

Diese Technik beruht auf einer Reduzierung der Spitzentemperaturen der Flammen, die gleichzeitig eine Verzögerung und den vollständigen Abschluss der Verbrennung bewirkt und die Wärmeübertragung erhöht (erhöhte Flammenstrahlung). Dies kann zu einer modifizierten Gestaltung der Brennkammer führen.

vi.

Brennstoffauswahl

Wegen der besseren Wärmestrahlung und den niedrigeren Flammentemperaturen wird bei mit Öl betriebenen Wannen im Allgemeinen weniger NOX freigesetzt als bei gas-befeuerten Wannen.

Spezielles Wannen-Design

Rekuperativwannen, bei denen verschiedene Eigenschaften zusammenkommen, die niedrige Flammentemperaturen ermöglichen. Die wichtigsten Merkmale sind:

spezifische Brennertypen (Anzahl und Anordnung);

eine modifizierte Geometrie der Wanne (Höhe und Größe);

zweistufige Rohstoffvorwärmung, mit einer Abgasführung über die Rohstoffe bevor sie der Wanne zugeführt werden und einem Scherbenvorwärmer nach dem Rekuperator, in dem die Verbrennungsluft vorgewärmt wird.

Elektroschmelze

Bei dieser Technik wird Energie zum Schmelzen des Glases in der Schmelzwanne durch eine Widerstandsheizung erzeugt. Die wichtigsten Merkmale sind:

Die Elektroden werden im Allgemeinen unten in den Ofen eingeführt („cold-top“);

bei Cold-Top-Elektrowannen werden dem Gemenge häufig Nitrate zugesetzt, um die erforderlichen oxidierenden Bedingungen für einen stabilen, sicheren und effizienten Herstellungsprozess zu gewährleisten.

Brennstoff-Sauerstoff-Schmelze (Oxy-fuel)

Bei dieser Technik wird die Verbrennungsluft durch Sauerstoff (Reinheit > 90 %) ersetzt; dabei wird die Bildung von thermischem NOX infolge des in die Wanne eintretenden Stickstoffs konsequent verhindert bzw. verringert. Der Gehalt an Reststickstoff in der Wanne hängt von der Reinheit des zugeführten Sauerstoffs sowie von der Qualität des Brennstoffs (% N2 im eingesetzten Erdgas) und vom möglichen Ort des Lufteinlasses ab.

Chemische Reduktion durch Brennstoffzufuhr

Diese Technik beruht auf der Zufuhr fossiler Brennstoffe in das Abgas unter chemischer Reduktion von NOX zu N2 in einer Kette verschiedener Reaktionen. Im 3R-Prozess wird der Brennstoff (Erdgas oder Öl) in den Einlass des Regenerators eingespritzt. Diese Technologie wurde für Regenerativwannen entwickelt.

Selektive katalytische Reduktion (SCR)

Diese Technik beruht auf der in einem Katalysatorbett mit einer Ammoniak-Reaktion (im Allgemeinen in Wasser gelöst) bei einer optimalen Betriebstemperatur von etwa 300-450 °Celsius bewirkten Reduktion von NOX zu Stickstoff.

Eine oder zwei Katalysatorschichten können eingesetzt werden. Die NOX-Reduktion erhöht sich mit zunehmender Anzahl der Katalysatorschichten (zwei Schichten).

Selektive nicht-katalytische Reduktion (SNCR)

Diese Technik beruht auf der Reduktion von NOX zu Stickstoff in einer Reaktion mit Ammoniak oder Harnstoff bei hohen Temperaturen.

Für den Prozess muss eine Betriebstemperatur von 900– 1 050 °C aufrechterhalten werden.

Minimierung der Verwendung von Nitraten in der Gemengerezeptur

Durch die Minimierung des Nitratgehalts werden die NOX-Emissionen, die aus der Zersetzung der entsprechenden Rohstoffe resultieren, reduziert, wenn diese bei der Herstellung sehr hochwertiger Produkte, bei denen ein besonders durchsichtiges (klares) Glas benötigt wird, oder der Herstellung sonstiger Gläser mit besonderen Eigenschaften Nitrate als Oxidationsmittel verwendet werden. Folgende Möglichkeiten kommen in Betracht:

Reduzierung von Nitraten in der Gemengerezeptur so weit möglich, um mit dem jeweiligen Produkt und den jeweiligen Schmelzanforderungen vereinbar zu sein;

Ersetzung von Nitraten durch sonstige Materialien; Einsatz wirksamer Alternativmaterialien (Sulfate, Arsenoxide und Ceroxid);

Einführung von Prozessmodifikationen (z. B. besondere oxidierende Bedingungen bei der Verbrennung).

1.10.3.   SOX-Emissionen

Technik

Beschreibung

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Ein alkalisches Reagenz wird in Form eines trockenen Pulvers oder einer Suspension/Lösung in den Abgasstrom eingesprüht und im Abgasstrom verteilt; das Material bildet mit den gasförmigen Schwefelverbindungen feste Partikel, die durch Filtration abgetrennt werden müssen (mit Gewebefiltern oder mit einem Elektrofilter). In Allgemeinen verbessert der Einsatz eines Reaktionsturms den Wirkungsgrad der Sorption.

Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur und Optimierung der Schwefelbilanz

Durch die Minimierung des Schwefelgehalts in der Gemengerezeptur sollen die SOX-Emissionen reduziert werden, die aufgrund der Zersetzung der als Läuterungsmittel eingesetzten schwefelhaltigen Rohstoffe (in der Regel Sulfate) entstehen.

Die wirksame Reduktion von SOX-Emissionen hängt von der Aufnahmefähigkeit der Schwefelverbindungen im Glas ab, die je nach Glastyp und Optimierung der Schwefelbilanz sehr unterschiedlich sein kann.

Verwendung von Brennstoffen mit geringem Schwefelgehalt

Durch die Verwendung von Erdgas oder von Heizölen mit niedrigem Schwefelgehalt wird der Anteil der SOX-Emissionen, die durch die Oxidation des Schwefels im Brennstoff hervorgerufen wird, reduziert.

1.10.4.   HCl- und HF-Emissionen

Technik

Beschreibung

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Chlor- und Fluorgehalt für die Gemengerezeptur

Die Technik beruht auf einer sorgfältigen Auswahl der potenziell mit Chloriden und mit Fluoriden verunreinigten Rohstoffe (z. B. synthetisches Soda, Dolomit, Fremdscherben, rezyklierter Filterstaub), um HCl- und HF-Emissionen infolge der Zersetzung dieser Erzeugnisse während des Schmelzvorgangs bereits an der Quelle zu reduzieren.

Minimierung der Fluor- und/oder Chlorverbindungen in der Gemengerezeptur und Optimierung der Fluor- und/oder Chlor-Massenbilanz

Zur Minimierung der Fluor- und/oder Chloremissionen vom Schmelzprozess kann der Anteil der betreffenden Stoffe in der Gemengerezeptur so weit wie mit den Anforderungen an die Qualität des jeweiligen Erzeugnisses vereinbar auf ein Minimum reduziert werden. Fluorverbindungen (z. B. Flussspat, Kryolit, Fluorosilikat) werden eingesetzt, um speziellen Gläsern (z. B. Opalglas oder optischem Glas) besondere Eigenschaften zu verleihen. Chlorverbindungen können als Läuterungsmittel eingesetzt werden.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Ein alkalisches Reagenz wird Form eines trockenen Pulvers oder einer Suspension/Lösung in den Abgasstrom eingesprüht und im Abgasstrom verteilt; das Reagenz bildet mit den gasförmigen Chlor- und Fluorverbindungen feste Partikel, die durch Filtration abgetrennt werden müssen (mit Gewebefiltern oder mit einem Elektrofilter).

1.10.5.   Metallemissionen

Technik

Beschreibung

Auswahl von Rohstoffen mit geringem Metallgehalt für die Gemengerezeptur

Diese Technik beruht auf der sorgfältigen Auswahl von potenziell mit Metallen verunreinigten Gemengestoffen (z. B. Fremdscherben), um Metallemissionen infolge der Zersetzung dieser Materialien im Schmelzprozess bereits an der Quelle zu reduzieren.

Minimierung der Verwendung von Metallverbindungen in der Gemengerezeptur, wenn Gläser gefärbt oder entfärbt werden sollen, abhängig von den Anforderungen der Verbraucher an die Glasqualität

Metallemissionen aus dem Schmelzprozess werden wie folgt minimiert:

Minimierung des Anteils an Metallverbindungen in der Gemengerezeptur (z. B. Eisen-, Chrom-, Kobalt-, Kupfer- und Manganverbindungen) bei der Herstellung von farbigen Gläsern;

Minimierung des Anteils an Selenverbindungen und an Ceroxid, die bei der Herstellung von Klargläsern als Entfärbemittel eingesetzt werden;

Minimierung der Verwendung von Selenverbindungen in der Gemengerezeptur durch geeignete Auswahl der Rohstoffe

Selenemissionen vom Schmelzprozess können wie folgt minimiert werden:

Minimierung/Reduzierung des Selengehalts in der Gemengerezeptur auf ein Minimum — soweit mit dem jeweiligen Produkt und den jeweiligen Produktspezifikationen vereinbar;

Auswahl weniger flüchtiger selenhaltiger Rohstoffe; um die Verflüchtigungen während des Schmelzprozesses zu reduzieren.

Einsatz eines Filtersystems

Staubfiltersysteme (Gewebefilter und Elektrofilter) können sowohl Stäube als auch Metallemissionen mindern, weil bei Schmelzprozessen in der Glasherstellung Metallemissionen in die Luft hauptsächlich in Form von Partikeln erfolgen. Bei einigen Metallen, die auch als besonders flüchtige Verbindungen (z. B. Selen) vorliegen können, kann der Abscheidegrad je nach Filtertemperatur sehr unterschiedlich sein.

Trocken- oder Halb-Trockensorption in Kombination mit einem Filtersystem

Gasförmige Metalle können durch trockene oder Halb-trockene Sorption mit einem alkalischen Reagenz in erheblichem Umfang entfernt werden. Das alkalische Reagenz reagiert mit den gasförmigen Verbindungen und bildet einen Feststoff, die durch Filtration abgetrennt werden müssen (mit Gewebefiltern oder mit einem Elektrofilter).

1.10.6.   Kombinierte gasförmige Emissionen (z. B. SOX, HCl, HF, Borverbindungen)

Nasswäscher

Beim Nasswäscher werden gasförmige Verbindungen in einer geeigneten Flüssigkeit (in Wasser oder in alkalischen Lösungen) gelöst. Im Anschluss an den Nasswäscher sind die Abgase mit Wasser gesättigt; vor der Freisetzung der Abgase müssen die Tröpfchen abgetrennt werden. Die abgetrennte Flüssigkeit muss einem Verfahren zur Abwasserbehandlung unterzogen werden -die nicht löslichen Bestandteile werden durch Sedimentation oder Filtration abgeschieden und gesammelt.

1.10.7.   Kombinierte Emissionen (feste und gasförmige)

Technik

Beschreibung

Nasswäscher

Im Nasswäscher (unter Verwendung einer geeigneten Flüssigkeit, d. h. von Wasser oder einer alkalischen Lösung) können feste und gasförmige Verbindungen gleichzeitig abgetrennt werden. Für die Abtrennung von Feststoffen und von gasförmigen Verbindungen sind die betreffenden Anlagen allerdings jeweils unterschiedlich auszulegen, daher stellt die Auslegung der Anlagen häufig einen Kompromiss zwischen beiden Möglichkeiten dar.

Die entstehende Flüssigkeit muss einem Verfahren zur Abwasserbehandlung unterzogen werden und die nicht löslichen Bestandteile (emittierte Feststoffe und Produkte von den chemischen Reaktionen) werden durch Sedimentation oder Filtration abgeschieden.

Bei der Herstellung von Mineralwolle und von Endlosglasfasern kommen meist die folgenden Techniken zum Einsatz:

Nasswäscher unter Anwendung eines Füllkörperwäschers und mit vorgeschalteten Wasserstrahlreinigern

Venturi-Wäscher

Nass-Elektrofilter

Die Technik beruht auf dem Einsatz eines Nass-Elektrofilter, in dem das gesammelte Material durch Spülen mit einer geeigneten Flüssigkeit (in der Regel Wasser) von den Kollektorplatten entfernt wird. Die entsprechenden Anlagen enthalten gewöhnlich gewisse Systeme zur Abtrennung von Wassertröpfchen vor der Freisetzung der Abgase (z. B. indem ein Tropfenabscheider eingesetzt oder das letzte Feld trocken betrieben wird).

1.10.8.   Emissionen vom Schneiden, Schleifen und Polieren

Technik

Beschreibung

Durchführung staubender Verfahren (z. B. Schneiden, Schleifen oder Polieren) unter Wassereinsatz

Im Allgemeinen wird beim Schneiden, Schleifen und Polieren Wasser zum Kühlen und zum Verhindern von Staubemissionen eingesetzt. Unter Umständen ist ein Extraktionssystem mit einem Tröpfchenabscheider erforderlich.

Einsatz eines Gewebefilters

Der Einsatz eines Gewebefilters kommt zur Reduzierung von Stäuben und von Metallemissionen in Betracht, da Metalle aus Weiterverarbeitungsprozessen hauptsächlich in Form von festen Partikeln vorliegen.

Minimierung der Poliermittelverluste durch Gewährleistung einer guten Abdichtung des Anwendungssystems

Beim Säurepolieren werden die Glaserzeugnisse in ein Polierbad aus HF- und Schwefelsäure eingetaucht. Die Freisetzung von Dämpfen kann durch entsprechende Auslegung und Wartung des jeweiligen Systems reduziert und die Emissionen minimiert werden.

Anwendung einer Sekundärtechnik, z. B. Nasswäscher

Nasswäscher mit Wasser kommen bei der Behandlung von Abgasen zum Einsatz, wegen der sauren Eigenschaften der Emissionen und wegen der hohen Löslichkeit der zu entfernenden gasförmigen Emissionen.

1.10.9.   H2S, Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC)

Thermische Nachverbrennung

Bei dieser Technik wird eine thermische Nachverbrennung eingesetzt, in dem der Schwefelwasserstoff (der infolge der stark reduzierenden Bedingungen in der Schmelzwanne entsteht) in Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid in Kohlendioxid umgewandelt wird.

Die flüchtigen organischen Verbindungen werden verbrannt, wobei eine vollständige Oxidation zu Kohlendioxid, Wasser und sonstigen Verbrennungsprodukten (z. B. NOX oder SOX) erfolgt.


(1)  Sonderfälle sind weniger günstige Fälle (z. B. kleine Spezialwannen mit einem Produktionsvolumen unter 100 t/Tag und einem Scherbenanteil unter 30 %). Diese Kategorie macht nur 1 % bzw. 2 % der Behälterglasproduktion aus.

(2)  Als Sonderfälle gelten weniger günstige Fälle und/oder Nicht-Kalknatron-Glasarten: Borosilikate, Glaskeramik, Kristallglas und, seltener, Bleikristallglas.

(3)  Die höheren Werte beziehen sich auf die höheren NOX-Rohgaskonzentrationen, die höheren Minderungsraten und die Alterung des Katalysators.

(4)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.1, 1.10.4 und 1.10.6 zu entnehmen.

(5)  Die Relevanz der in der Tabelle genannten Schadstoffe hängt von der Teilbranche der Glasindustrie und von den verschiedenen in der Anlage durchgeführten Prozessen ab.

(6)  Die Werte beziehen sich auf eine Mischprobe, die über einen Zeitraum von zwei Stunden oder 24 Stunden entnommen wurde.

(7)  Der BVT-assoziierte Emissionswert für die Endlosglasfaser-Branche beträgt < 200 mg/l.

(8)  Der Wert bezieht sich auf behandeltes Wasser aus Prozessen, die eine Säurepolitur umfassen.

(9)  Die Gesamt-Kohlenwasserstoffemissionen sind im Allgemeinen auf Mineralöle zurückzuführen.

(10)  Der höhere Wert bezieht sich auf die Weiterverarbeitungsprozesse für die Herstellung von Bleikristallglas.

(11)  Eine Beschreibung von Filtersystemen (z. B. Elektrofilter, Gewebefilter) ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen.

(12)  Die Umrechnungsfaktoren 1,5 × 10–3 und 3 × 10–3 wurden für die Ermittlung der genannten Mindest- bzw. Höchstwerte verwendet.

(13)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(14)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(15)  Der in Tabelle 2 für allgemeine Fälle genannte Umrechnungsfaktor (1,5 × 10–3) wurde angewandt, außer bei der Elektroschmelze (Sonderfälle: 3 × 10–3).

(16)  Der niedrigere Wert bezieht sich gegebenenfalls auf die Verwendung von Spezialausführungen von Wannen.

(17)  Diese Werte sollten bei einer normalen oder vollständigen Erneuerung der Schmelzwanne überdacht werden.

(18)  Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab.

(19)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(20)  Der in Tabelle 2 für Sonderfälle genannte Umrechnungsfaktor (3 × 10–3) wurde angewandt.

(21)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen.

(22)  Bei Bedenken in Bezug auf die erreichbaren Emissionswerte in Bezug auf spezielle Arten von farbigem Glas (z. B. reduziertem Grünglas) kann eine Untersuchung der Schwefelbilanz erforderlich sein. Die in der Tabelle genannten Werte sind in Kombination mit einer Filterstaub-Recycling und dem jeweiligen Fremdscherben-Recyclinganteil unter Umständen schwer zu erreichen.

(23)  Die niedrigeren Werte beziehen sich auf Bedingungen, bei denen der SOX-Minderung eine höhere Priorität eingeräumt wird als einem geringeren Abfallanfall einhergehend mit sulfatreichem Filterstaub.

(24)  Der in Tabelle 2 für allgemeine Fälle genannte Umrechnungsfaktor (1,5 × 10–3) wurde angewandt.

(25)  Die assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf die Verwendung von Heizöl mit 1 %igem Schwefelgehalt in Kombination mit Sekundärmaßnahmen.

(26)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen.

(27)  Der in Tabelle 2 für allgemeine Fälle genannte Umrechnungsfaktor (1,5 × 10–3) wurde angewandt.

(28)  Die höheren Werte gelten für die gleichzeitige Behandlung von Abgasen aus Prozessen zur Heißendvergütung.

(29)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(30)  Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.

(31)  Die geringeren Werte sind die BVT-assoziierten Emissionswerte, wenn Metallverbindungen in der Gemengerezeptur nicht beabsichtigt verwendet werden.

(32)  Die höheren Werte gelten für die Verwendung von Metallen für die Färbung oder Entfärbung des Glases sowie für den Fall, dass die Abgase aus Prozessen zur Heißendvergütung zusammen mit den Emissionen aus der Schmelzwanne behandelt werden.

(33)  Der in Tabelle 2 für allgemeine Fälle genannte Umrechnungsfaktor (1,5 × 10–3) wurde angewandt.

(34)  In Sonderfällen, wenn hochwertiges Flintglas hergestellt wird, das (je nach Rohstoffen) größere Mengen Selen für die Entfärbung benötigt, werden höhere Werte — bis zu 3 mg/Nm3 — berichtet.

(35)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.4 und 1.10.7 zu entnehmen.

(36)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.6 zu entnehmen.

(37)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(38)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(39)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(40)  Höhere Emissionswerte sind zu erwarten, wenn gelegentlich Nitrate für die Herstellung von speziellem Glas verwendet werden.

(41)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(42)  Die niedrigeren Werte des genannten Bereichs beziehen sich auf die Anwendung des FENIX-Prozesses.

(43)  Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab.

(44)  Die höheren Werte des genannten Bereichs beziehen sich auf bestehende Anlagen vor einer normalen oder vollständigen Erneuerung der Schmelzwanne. Die niedrigeren Werte beziehen sich auf neuere/umgerüstete Anlagen.

(45)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(46)  Der in Tabelle 2 für Sonderfälle genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(47)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen.

(48)  Die niedrigeren Werte beziehen sich auf Bedingungen, bei denen der SOX-Minderung eine höhere Priorität eingeräumt wird als einem geringeren Abfallanfall einhergehend mitsulfatreichem Filterstaub.

(49)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(50)  Die assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf die Verwendung von Heizöl mit einem 1 %igen Schwefelgehalt in Kombination mit Sekundärmaßnahmen.

(51)  Bei großen Flachglaswannen kann bei Bedenken hinsichtlich der erreichbaren Emissionswerte eine Untersuchung der Schwefelbilanz erforderlich sein. Die in der Tabelle genannten Werte sind in Kombination mit einer Filterstaub-Recycling unter Umständen schwer zu erreichen.

(52)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen.

(53)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(54)  Die höheren Werte des genannten Bereichs gelten für das Recycling des Filterstaubs in der Gemengezubereitung.

(55)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(56)  Die Wertebereiche beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.

(57)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(58)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(59)  Die Werte beziehen sich auf die Gesamt-Selenmenge, die in den Abgasen in fester Form oder gasförmig vorliegt.

(60)  Die niedrigeren Werte gelten für Bedingungen, bei denen der Minderung der Se-Emissionen gegenüber einem geringeren Festabfallvolumen aus Filterstaub eine höhere Priorität eingeräumt wird. In diesem Fall wird ein hohes stöchiometrisches Verhältnis (Reagenzmittel/Schadstoff) angewandt und ein erhebliches Festabfallvolumen erzeugt.

(61)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(62)  Eine Beschreibung der Sekundärtechniken ist den Abschnitten 1.10.3 und 1.10.6 zu entnehmen.

(63)  Eine Beschreibung der sekundären Behandlungssysteme ist den Abschnitten 1.10.1 und 1.10.7 zu entnehmen.

(64)  Für borfreie Rezepturen kombiniert mit der Anwendung von Primärtechniken sind Werte von < 30 mg/Nm3 (< 0,14 kg/t geschmolzenen Glases) berichtet worden.

(65)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (4,5 × 10–3) wurde angewandt.

(66)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(67)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (4,5 × 10–3) wurde angewandt.

(68)  Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab.

(69)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.3 und 1.10.6 zu entnehmen.

(70)  Die höheren Werte des genannten Bereichs gelten für die Verwendung von Sulfaten in der Gemengerezeptur zur Läuterung des Glases.

(71)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (4,5 × 10–3) wurde angewandt.

(72)  Bei Brennstoff-Sauerstoff-Wannen (Oxyfuel) mit Einsatz eines Nasswäschers wird der BVT-assoziierte Emissionswert für SOX (ausgedrückt als SO2) mit < 0,1 kg/t geschmolzenen Glases genannt.

(73)  Die assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf die Verwendung von Heizöl mit einem 1 %igen Schwefelgehalt in Kombination mit Sekundärmaßnahmen.

(74)  Die niedrigeren Werte beziehen sich auf Bedingungen, bei denen der SOX-Minderung eine höhere Priorität eingeräumt wird als einem geringeren Abfallanfall einhergehend mit sulfatreichem Filterstaub. In diesem Fall beziehen sich die niedrigeren Werte auf den Einsatz eines Gewebefilters.

(75)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.4 und 1.10.6 zu entnehmen.

(76)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (4,5 × 10–3) wurde angewandt.

(77)  Die höheren Werte des genannten Bereichs beziehen sich auf die Verwendung von Fluorverbindungen in der Gemengerezeptur.

(78)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.5 und 1.10.6 zu entnehmen.

(79)  Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.

(80)  Der in Tabelle 2 genannte Umrechnungsfaktor (4,5 × 10–3) wurde angewandt.

(81)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.7 und 1.10.8 zu entnehmen.

(82)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.5 und 1.10.7 zu entnehmen.

(83)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(84)  Es wurden Überlegungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Vertretbarkeit für das Erreichen der BVT-assoziierten Emissionswerte bei Wannen mit einer Kapazität von < 80 t/Tag, die Kalknatronglas produzieren, berichtet.

(85)  Dieser BVT-assoziierte Emissionswerte gilt für Gemengerezepturen, die erhebliche Mengen von Bestandteilen enthalten, welche die Einstufungskriterien für gefährliche Stoffe gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 erfüllen.

(86)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(87)  Für Modifikationen des Verbrennungsprozesses und für Spezialausführungen von Wannen wurde der Umrechnungsfaktor 2,5 × 10–3 angewandt, und für Elektroschmelzen wurde der Umrechnungsfaktor 3 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(88)  Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab.

(89)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(90)  Der in Tabelle 2 für Natronkalkglas genannte Umrechnungsfaktor (2,5 × 10–3) wurde angewandt.

(91)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen.

(92)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(93)  Die Werte beziehen sich auf die Verwendung von Heizöl mit einem 1 %igen Schwefelgehalt in Kombination mit Sekundärmaßnahmen.

(94)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.4 und 1.10.6 zu entnehmen.

(95)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(96)  Die niedrigeren Werte beziehen sich auf den Einsatz der Elektroschmelztechnik.

(97)  Wenn KCl oder NaCl als Läuterungsmittel verwendet werden, liegt der BVT-assoziierte Emissionswert bei < 30 mg/Nm3 oder < 0,09 kg/t geschmolzenen Glases.

(98)  Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik. Die höheren Werte gelten für die Produktion von Opalglas, das Recycling von Filterstaub oder die Verwendung eines hohen Fremdscherbenanteils in der Gemengerezeptur.

(99)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(100)  Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.

(101)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(102)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(103)  Die Werte beziehen sich auf die Gesamt-Selenmenge, die in den Abgasen in fester Form oder in Gasform vorliegt.

(104)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(105)  Eine Beschreibung der Technik ist den Abschnitten 1.10.1 und 1.10.5 zu entnehmen.

(106)  Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Bleimenge.

(107)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 3 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Produktionsläufe muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(108)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.8 zu entnehmen.

(109)  Die Werte beziehen sich auf die Gesamt-Metallmenge im Abgas.

(110)  Die Werte beziehen sich auf Weiterverarbeitungsprozesse bei der Herstellung von Bleikristallglas.

(111)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.6 zu entnehmen.

(112)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen.

(113)  Die Umrechnungsfaktoren 2,5 × 10–3 und 6,5 × 10–3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige Werte Näherungswerte. Je nach produziertem Glas muss der Umrechnungsfaktor jedoch im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).

(114)  Die BVT-assoziierten Emissionswerte gelten für Gemengerezepturen, die erhebliche Mengen von Bestandteilen enthalten, welche die Einstufungskriterien für gefährliche Stoffe gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 erfüllen.

(115)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(116)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(117)  Die Umrechnungsfaktoren 2,5 × 10–3 und 4 × 10–3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige Werte Näherungswerte. Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor jedoch im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).

(118)  Die höheren Werte beziehen sich auf spezielle Produktion von Borosilikatglas-Glasröhren zur Verwendung in der Pharmaindustrie.

(119)  Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab.

(120)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(121)  Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik.

(122)  Die Umrechnungsfaktoren 2,5 × 10–3 und 6,5 × 10–3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte angewandt; dabei sind einige Werte Näherungswerte. Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).

(123)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen.

(124)  Bei den Wertebereichen wurden die mit der Art des hergestellten Glases verbundenen unterschiedlichen Schwefelbilanzen berücksichtigt.

(125)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(126)  Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik und für schwefelfreie Gemengerezepturen.

(127)  Die assoziierten Emissionswerte beziehen sich auf die Verwendung von Heizöl mit einem 1 %igen Schwefelgehalt in Kombination mit Sekundärmaßnahmen.

(128)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen.

(129)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige Werte Näherungswerte. Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(130)  Die höheren Werte gelten für die Verwendung chlorhaltiger Materialien in der Gemengerezeptur.

(131)  Der höhere Wert des genannten Bereichs wurde von spezifischen gemeldeten Daten abgeleitet.

(132)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(133)  Die Werte beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester oder gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.

(134)  Die niedrigeren Werte sind die BVT-assoziierten Emissionswerte, wenn Metallverbindungen in der Gemengerezeptur nicht beabsichtigt verwendet werden.

(135)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2); dabei sind einige in der Tabelle genannten Werte Näherungswerte. Je nach Art der Produktion muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(136)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.8 zu entnehmen.

(137)  Die Werte beziehen sich auf die Gesamt-Metallmenge im Abgas.

(138)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.6 zu entnehmen.

(139)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen.

(140)  Die Umrechnungsfaktoren 2 × 10–3 und 2,5 × 10–3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2), um die Herstellung sowohl von Glaswolle als auch von Steinwolle abzudecken.

(141)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(142)  Für Glaswolle wurde der Umrechnungsfaktor 2 × 10–3 und für Steinwolle der Umrechnungsfaktor 2,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2).

(143)  Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab.

(144)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(145)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 2 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2).

(146)  Die niedrigeren Werte des genannten Bereichs gelten für den Einsatz der Brennstoff-Sauerstoff-Schmelztechnik (Oxy-fuel).

(147)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.3 und 1.10.6 zu entnehmen.

(148)  Für Glaswolle wurde der Umrechnungsfaktor 2 × 10–3 und für Steinwolle der Umrechnungsfaktor 2,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2).

(149)  Die niedrigeren Werte gelten für den Einsatz der Elektroschmelztechnik. Die höheren Werte beziehen sich auf hohe Scherbenrecyclingquoten.

(150)  Die Werte beziehen sich auf Bedingungen, bei denen der SOX-Minderung eine höhere Priorität eingeräumt wird als einem geringeren Abfallanfall einhergehend mit sulfatreichem Filterstaub.

(151)  Wenn die Minderung des Abfallvolumens eine höhere Priorität im Vergleich zu den SOX-Emissionen hat, sind höhere Emissionswerte zu erwarten. Die erreichbaren Werte sollten auf einer Schwefelbilanz beruhen.

(152)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen.

(153)  Für Glaswolle wurde der Umrechnungsfaktor 2 × 10–3 und für Steinwolle der Umrechnungsfaktor 2,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2).

(154)  Die Umrechnungsfaktoren 2 × 10–3 und 2,5 × 10–3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte verwendet (siehe Tabelle 2).

(155)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.9 zu entnehmen.

(156)  Der Umrechnungsfaktor 2,5 × 10–3 für Steinwolle wurde angewandt (siehe Tabelle 2).

(157)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(158)  Die Wertebereiche beziehen sich auf die in den Abgasen in Form fester und gasförmiger Emissionen enthaltene Gesamt-Metallmenge.

(159)  Die Umrechnungsfaktoren 2 × 10–3 und 2,5 × 10–3 wurden für die Ermittlung des Mindest- bzw. des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte angewandt (siehe Tabelle 2).

(160)  Die höheren Werte beziehen sich auf den Einsatz von Kupolöfen zur Steinwolleherstellung.

(161)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.7 und 1.10.9 zu entnehmen.

(162)  Emissionswerte, die als kg/t des Enderzeugnisses ausgedrückt sind, werden durch die Dicke der hergestellten Mineralwollmatte und durch eine extreme Konzentration oder Verdünnung der Abgase nicht beeinflusst. Für die Umrechnung wurde der Faktor 6,5 × 10–3 angewandt.

(163)  Wenn Mineralwolle mit einer hohen Dichte oder einem hohen Bindemittelgehalt hergestellt wird, können die Emissionswerte, die mit den für diese Branche als BVT genannten Techniken assoziiert sind, deutlich höher liegen als die hier genannten BVT-assoziierten Emissionswerte. Wenn diese Produktarten den überwiegenden Teil der Produktion einer bestimmten Anlage ausmachen, sollten andere Techniken in Erwägung gezogen werden.

(164)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen.

(165)  Bei diesen Werten wurde der Einsatz eines Gewebefiltersystems zugrunde gelegt.

(166)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen.

(167)  Der niedrigere Wert bezieht sich auf Emissionen aus Aluminiumsilikatwolle/Keramikfaser (ASW/RCF).

(168)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen.

(169)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen.

(170)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(171)  Die Werte beziehen sich auf die Summe der Metalle in den Abgasen sowohl in der festen Phase als auch in der Gasphase.

(172)  Eine Beschreibung der Techniken ist den Abschnitten 1.10.6 und 1.10.9 zu entnehmen.

(173)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen:

(174)  Bei der Ermittlung des Mindest- und des Höchstwertes der BVT-assoziierten Emissionswerte wurden die Umrechnungsfaktoren 5 × 10–3 und 7,5 × 10–3 angewandt (siehe Tabelle 2). Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden.

(175)  Eine Beschreibung der Technik ist Abschnitt 1.10.2 zu entnehmen.

(176)  Bei den genannten Wertebereichen wird die Kombination der Abgase aus den Wannen bei Anwendung verschiedener Schmelzverfahren und mit verschiedenen Frittentypen und mit Gemengerezepturen mit und ohne Nitraten berücksichtigt, die in einen einzigen Abgasabzug geleitet werden können, wobei die Möglichkeit einer Charakterisierung des jeweiligen Schmelzverfahrens und der verschiedenen Produkte allerdings ausgeschlossen ist.

(177)  Bei der Ermittlung der Mindest- und der Höchstwerte wurden die Umrechnungsfaktoren 5 × 10–3 und 7,5 × 10–3 angewandt. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor jedoch unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).

(178)  Die erreichbaren Werte hängen von der Qualität des verfügbaren Erdgases und des Sauerstoffs (Stickstoffgehalt) ab.

(179)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.3 zu entnehmen.

(180)  Bei den die Werten wurden die Umrechnungsfaktoren 5 × 10–3 und 7,5 × 10–3 angewandt; die in der Tabelle genannten Werte sind jedoch unter Umständen Näherungswerte. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).

(181)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.4 zu entnehmen.

(182)  Bei den die Werten wurden die Umrechnungsfaktoren 5 × 10–3 und 7,5 × 10–3 angewandt; die in der Tabelle genannten Werte sind jedoch unter Umständen Näherungswerte. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).

(183)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.5 zu entnehmen.

(184)  Die Werte beziehen sich auf die Summe der Metalle in den Abgasen sowohl in der festen Phase als auch in der Gasphase.

(185)  Es wurde ein Umrechnungsfaktor von 7,5 × 10–3 angewandt. Für spezifische Verbrennungstypen muss der Umrechnungsfaktor unter Umständen im Einzelfall bestimmt werden (siehe Tabelle 2).

(186)  Eine Beschreibung der Techniken ist Abschnitt 1.10.1 zu entnehmen.

(187)  Die Werte beziehen sich auf die Summe der im Abgas enthaltenen Metalle.


8.3.2012   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

L 70/63


DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION

vom 28. Februar 2012

über Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken (BVT) gemäß der Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Industrieemissionen in Bezug auf die Eisen- und Stahlerzeugung

(Bekanntgegeben unter Aktenzeichen C(2012) 903)

(Text von Bedeutung für den EWR)

(2012/135/EU)

DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

gestützt auf die Richtlinie 2010/75/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 über Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung) (1), insbesondere auf Artikel 13 Absatz 5,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1)

Gemäß Artikel 13 Absatz 1 der Richtlinie 2010/75/EU organisiert die Kommission einen Informationsaustausch über Industrieemissionen zwischen der Kommission, den Mitgliedstaaten, den betreffenden Industriezweigen und den Nichtregierungsorganisationen, die sich für den Umweltschutz einsetzen, um die Erstellung von Merkblättern über die besten verfügbaren Techniken (BVT-Merkblätter) gemäß Artikel 3 Nummer 11 der Richtlinie zu erleichtern.

(2)

Gemäß Artikel 13 Absatz 2 der Richtlinie 2010/75/EU geht es bei dem Informationsaustausch um die Leistungsfähigkeit der Anlagen und Techniken in Bezug auf Emissionen, gegebenenfalls ausgedrückt als kurz- und langfristige Mittelwerte sowie assoziierte Referenzbedingungen, Rohstoffverbrauch und Art der Rohstoffe, Wasserverbrauch, Energieverbrauch und Abfallerzeugung, um angewandte Techniken, zugehörige Überwachung, medienübergreifende Auswirkungen, wirtschaftliche Tragfähigkeit und technische Durchführbarkeit sowie Entwicklungen bei diesen Aspekten sowie um beste verfügbare Techniken und Zukunftstechniken, die nach der Prüfung der in Artikel 13 Absatz 2 Buchstaben a und b der Richtlinie aufgeführten Aspekte ermittelt worden sind.

(3)

„BVT-Schlussfolgerungen“ nach der Begriffsbestimmung in Artikel 3 Nummer 12 der Richtlinie 2010/75/EU sind der wichtigste Bestandteil der BVT-Merkblätter, der die Schlussfolgerungen zu den besten verfügbaren Techniken, ihre Beschreibung, Informationen zur Bewertung ihrer Anwendbarkeit, die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte, die dazugehörigen Überwachungsmaßnahmen, die dazugehörigen Verbrauchswerte sowie gegebenenfalls einschlägige Standortsanierungsmaßnahmen enthält.

(4)

Gemäß Artikel 14 Absatz 3 der Richtlinie 2010/75/EU dienen die BVT-Schlussfolgerungen als Referenzdokument für die Festlegung der Genehmigungsauflagen für unter Kapitel 2 der Richtlinie fallende Anlagen.

(5)

Gemäß Artikel 15 Absatz 3 der Richtlinie 2010/75/EU legt die zuständige Behörde Emissionsgrenzwerte fest, mit denen sichergestellt wird, dass die Emissionen unter normalen Betriebsbedingungen die mit den besten verfügbaren Techniken assoziierten Emissionswerte, wie sie in den Beschlüssen über die BVT-Schlussfolgerungen gemäß Artikel 13 Absatz 5 der Richtlinie festgelegt sind, nicht überschreiten.

(6)

Gemäß Artikel 15 Absatz 4 der Richtlinie 2010/75/EU dürfen Ausnahmeregelungen zur Abweichung von Artikel 15 Absatz 3 nur angewandt werden, wenn die Erreichung der Emissionswerte aufgrund des geografischen Standorts, der lokalen Umweltbedingungen oder der technischen Merkmale der betroffenen Anlage gemessen am Umweltnutzen zu unverhältnismäßig höheren Kosten führen würde.

(7)

Gemäß Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 2010/75/EU stützen sich die Überwachungsauflagen gemäß Artikel 14 Absatz 1 Buchstabe c auf die in den BVT-Schlussfolgerungen beschriebenen Überwachungsergebnisse.

(8)

Gemäß Artikel 21 Absatz 3 der Richtlinie 2010/75/EU überprüft die zuständige Behörde innerhalb von vier Jahren nach der Veröffentlichung von Beschlüssen über BVT-Schlussfolgerungen alle Genehmigungsauflagen, bringt sie erforderlichenfalls auf den neuesten Stand und stellt sicher, dass die betreffende Anlage diese Genehmigungsauflagen einhält.

(9)

Mit Beschluss der Kommission vom 16. Mai 2011 zur Einrichtung eines Forums für den Informationsaustausch gemäß Artikel 13 der Richtlinie 2010/75/EU über Industrieemissionen (2) wurde ein Forum aus Vertretern der Mitgliedstaaten, der betreffenden Industriezweige und der sich für den Umweltschutz einsetzenden Nichtregierungsorganisationen eingesetzt.

(10)

Gemäß Artikel 13 Absatz 4 der Richtlinie 2010/75/EU hat die Kommission am 13. September 2011 die Stellungnahme (3) des Forums zu dem vorgeschlagenen Inhalt des BVT-Merkblatts für die Eisen- und Stahlerzeugung eingeholt und diese Stellungnahme öffentlich zugänglich gemacht.

(11)

Die in diesem Beschluss vorgesehenen Maßnahmen entsprechen der Stellungnahme des mit Artikel 75 Absatz 1 der Richtlinie 2010/75/EU eingesetzten Ausschusses —

HAT FOLGENDEN BESCHLUSS ERLASSEN:

Artikel 1

Die BVT-Schlussfolgerungen für die Eisen- und Stahlerzeugung sind im Anhang dieses Beschlusses dargestellt.

Artikel 2

Dieser Beschluss ist an die Mitgliedstaaten gerichtet.

Brüssel, den 28. Februar 2012

Für die Kommission

Janez POTOČNIK

Mitglied der Kommission


(1)  ABl. L 334 vom 17.12.2010, S. 17.

(2)  ABl. C 146 vom 17.5.2011, S. 3.

(3)  http://circa.europa.eu/Public/irc/env/ied/library?l=/ied_art_13_forum/opinions_article


ANHANG

BVT-SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE EISEN- UND STAHLERZEUGUNG

ANWENDUNGSBEREICH

ALLGEMEINE HINWEISE

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

1.1

Allgemeine BVT-Schlussfolgerungen

1.1.1

Umweltmanagementsysteme

1.1.2

Energiemanagement

1.1.3

Materialmanagement

1.1.4

Management von Prozessrückständen wie Nebenprodukten und Abfällen

1.1.5

Diffuse Staubemissionen aus der Materiallagerung, der Handhabung und dem Transport von Rohmaterialien und (Zwischen-) Produkten

1.1.6

Wasser- und Abwasserbewirtschaftung

1.1.7

Überwachung

1.1.8

Stilllegung

1.1.9

Lärm

1.2

BVT-Schlussfolgerungen für Sinteranlagen

1.3

BVT-Schlussfolgerungen für Pelletieranlagen

1.4

BVT-Schlussfolgerungen für Kokereien

1.5

BVT-Schlussfolgerungen für Hochöfen

1.6

BVT-Schlussfolgerungen für die Sauerstoffblasstahlerzeugung einschließlich Gießen

1.7

BVT-Schlussfolgerungen für die Elektrostahlerzeugung einschließlich Gießen

ANWENDUNGSBEREICH

Diese BVT-Schlussfolgerungen beziehen sich auf die folgenden, in Anhang I der Richtlinie 2010/75/EU genannten Tätigkeiten:

—   Tätigkeit 1.3: Erzeugung von Koks

—   Tätigkeit 2.1: Rösten oder Sintern von Metallerz einschließlich sulfidischer Erze

—   Tätigkeit 2.2: Herstellung von Roheisen oder Stahl (Primär- oder Sekundärschmelzung) einschließlich Stranggießen mit einer Kapazität von mehr als 2,5 t pro Stunde

Die BVT-Schlussfolgerungen umfassen insbesondere folgende Prozesse:

Verladung, Entladung und Transport der Rohstoffe (Schüttgüter)

Mischen der Rohstoffe

Sintern und Pelletieren von Eisenerz

Herstellung von Koks aus Kokskohle

Erzeugung von flüssigem Roheisen im Hochofen einschließlich Schlackenbehandlung

Erzeugung und Frischen von Stahl im Sauerstoffblaskonverter einschließlich vorgelagerter Pfannenentschwefelung und nachgelagerter Pfannenmetallurgie und Schlackenbehandlung

Erzeugung von Stahl im Elektrolichtbogenofen einschließlich nachgelagerter Pfannenmetallurgie und Schlackenbehandlung

Stranggießen (Dünnbrammen-/Dünnbandgießen und Gießen von Blechen (endkonturnahes Gießen))

Diese BVT-Schlussfolgerungen behandeln nicht die folgenden Tätigkeiten:

die Herstellung von Kalk in Öfen, die im BVT-Merkblatt für die Zement-, Kalk- und Magnesiumoxidindustrie (CLM) behandelt wird

die Aufbereitung von Stäuben zur Rückgewinnung von Nichteisenmetallen (z. B. Staub aus Elektrolichtbogenöfen) und die Herstellung von Eisenlegierungen, die im BVT-Merkblatt für die Nichteisenmetallindustrie (NFM) behandelt werden

Schwefelsäureanlagen in Kokereien, die im BVT-Merkblatt für die Herstellung anorganischer Grundchemikalien: Ammoniak, Säuren und Düngemittel (LVIC-AAF) behandelt werden.

Folgende andere Merkblätter sind für die in diesen BVT-Schlussfolgerungen behandelten Tätigkeiten relevant:

BVT-Merkblatt

Tätigkeit

BVT-Merkblatt für Großfeuerungsanlagen (LCP)

Feuerungsanlagen mit einer Feuerungswärmeleistung von 50 MW und mehr

BVT-Merkblatt für die Eisenmetallverarbeitung (FMP)

Nachgelagerte Prozesse der Stahlerzeugung wie Walzen, Beizen, Beschichten usw.

Stranggießen zum Dünnbrammen-/Dünnbandgießen und Gießen von Blechen (endkonturnahes Gießen)

BVT-Merkblatt für Emissionen aus der Lagerung (EFS)

Lagerung und Transport

BVT-Merkblatt für industrielle Kühlsysteme (ICS)

Kühlsysteme

Allgemeine Überwachungsgrundsätze

Überwachung der Emissions- und Verbrauchswerte

BVT-Merkblatt für Energieeffizienz (ENE)

Allgemeine Energieeffizienz

BVT-Merkblatt zu ökonomischen und medienübergreifenden Effekten (ECM)

Ökonomische und medienübergreifende Effekte von Techniken

Die in diesen BVT-Schlussfolgerungen aufgelisteten und beschriebenen Techniken sind weder normativ noch erschöpfend. Es können andere Techniken eingesetzt werden, die mindestens ein gleiches Umweltschutzniveau gewährleisten.

ALLGEMEINE HINWEISE

Die mit BVT assoziierten Umweltleistungswerte werden nicht als einzelne Werte, sondern als Bandbreiten angegeben. Eine Bandbreite kann die Unterschiede innerhalb eines bestimmten Anlagentyps widerspiegeln (z. B. Unterschiede in Grad/Reinheit und Qualität des Endprodukts, Unterschiede in Design, Konstruktion, Größe und Kapazität der Anlage), die bei der Anwendung von BVT zu unterschiedlichen Umweltleistungen führen.

ANGABE DER MIT BVT ASSOZIIERTEN EMISSIONSWERTE (engl. BAT-ASSOCIATED EMISSION LEVELS, kurz: BAT-AEL)

In diesen BVT-Schlussfolgerungen werden BAT-AEL für Luftemissionen angegeben als:

Masse der emittierten Stoffe pro Volumen der Abgase, bezogen auf das Abgasvolumen im Normzustand (273,15 K, 101,3 kPa) nach Abzug des Wasserdampfgehalts, angegeben in den Einheiten g/Nm3, mg/Nm3, μg/Nm3 oder ng/Nm3

Masse der emittierten Stoffe pro Masseeinheit von hergestellten oder verarbeiteten Produkten (Verbrauchs- oder Emissionsfaktoren), angegeben in den Einheiten kg/t, g/t, mg/t oder μg/t.

und BAT-AEL für Emissionen ins Abwasser werden angegeben als:

Masse der emittierten Stoffe pro Abwassermenge, angegeben in den Einheiten g/l, mg/l oder μg/l.

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

Für die Zwecke dieser BVT-Schlussfolgerungen gelten folgende Begriffsbestimmungen:

—   „neue Anlage“: eine Anlage, die nach der Veröffentlichung dieser BVT-Schlussfolgerungen auf dem Betriebsgelände neu errichtet wurde oder die eine bestehende Anlage auf dem bestehenden Fundament nach der Veröffentlichung dieser BVT-Schlussfolgerungen vollständig ersetzt.

—   „bestehende Anlage“: eine Anlage, die keine neue Anlage ist

—   „NOX“: die Summe von Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2), angegeben als NO2

—   „SOX“: die Summe von Schwefeldioxid (SO2) und Schwefeltrioxid (SO3), angegeben als SO2

—   „HCl“: alle gasförmigen Chloride, angegeben als HCl

—   „HF“: alle gasförmigen Fluoride, angegeben als HF

1.1   Allgemeine BVT-Schlussfolgerungen

Sofern nicht anders angegeben, sind die in diesem Abschnitt genannten BVT-Schlussfolgerungen allgemein anwendbar.

Die in den Abschnitten 1.2 – 1.7 beschriebenen prozessspezifischen BVT gelten ergänzend zu den allgemeinen BVT, die in diesem Abschnitt beschrieben werden.

1.1.1   Umweltmanagementsysteme

1.   Die BVT besteht darin, ein Umweltmanagementsystem (UMS) einzurichten und anzuwenden, das alle folgenden Merkmale aufweist:

I.

Engagement der Betriebsleitung, einschließlich des Führungsstabs;

II.

Festlegung einer Umweltpolitik durch die Betriebsleitung, die eine ständige Verbesserung der Anlage beinhaltet;

III.

Planung und Festlegung der notwendigen Verfahrensabläufe, Ziele und Vorgaben, in Verbindung mit der Finanzplanung und Investitionen;

IV.

Umsetzung der Verfahrensabläufe unter besonderer Beachtung von:

i.

Organisationsstruktur und Verantwortlichkeit

ii.

Schulung, Problembewusstsein und Kompetenz

iii.

Kommunikation

iv.

Einbeziehung der Arbeitnehmer

v.

Dokumentation

vi.

effiziente Prozesssteuerung

vii.

Wartungsroutinen

viii.

Notfallvorsorge und -maßnahmen

ix.

Sicherstellung der Einhaltung der Umweltvorschriften;

V.

Leistungsüberwachung und Einleitung von Abhilfemaßnahmen, mit besonderem Augenmerk auf:

i.

Anlagenüberwachung und Messung (siehe auch das Referenzdokument über die Allgemeinen Überwachungsgrundsätze)

ii.

Korrektur- und Vorsorgemaßnahmen

iii.

Führen und Aufbewahren von Aufzeichnungen

iv.

unabhängige (soweit möglich) interne und externe Betriebsprüfungen, um festzustellen, ob das UMS den vorgesehenen Regelungen entspricht, ordnungsgemäß eingeführt wurde und aufrechterhalten wird;

VI.

Überprüfung des UMS und seiner fortdauernder Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit durch die Betriebsleitung;

VII.

Verfolgung der Entwicklung umweltfreundlicherer Technologien;

VIII.

Berücksichtigung der Umweltfolgen einer letztendlichen Stilllegung bereits in der Planungsphase einer neuen Anlage und während ihrer gesamten Nutzungsdauer;

IX.

regelmäßige Anwendung von Branchenkennzahlen (Benchmarks).

Anwendbarkeit

Der Umfang (z. B. der Detaillierungsgrad) und die Art des UMS (z. B. standardisiert oder nicht-standardisiert) wird im Allgemeinen von der Art, Größe und Komplexität der Anlage und dem Spektrum ihrer möglichen Umweltauswirkungen abhängen.

1.1.2   Energiemanagement

2.   Die BVT besteht darin, den thermischen Energieverbrauch durch die Nutzung einer Kombination der folgenden Techniken zu senken:

I.

verbesserte und optimierte Systeme, um eine reibungslose und stabile Prozessführung, nahe an den Sollwerten der Prozessparameter, zu erreichen durch die Nutzung einer

i.

Optimierung der Prozesssteuerung einschließlich computerbasierter automatischer Kontrollsysteme

ii.

modernen, gravimetrischen Zufuhr von festen Brennstoffen

iii.

Vorwärmung, soweit dies im Rahmen der bestehenden Anlagenkonfiguration möglich ist.

II.

Rückgewinnung von Überschusswärme aus den Verfahren, insbesondere aus den Kühlzonen

III.

ein optimiertes Dampf- und Wärmemanagement

IV.

prozessintegrierte Abwärmenutzung, soweit dies möglich ist.

Im Zusammenhang mit dem Energiemanagement siehe auch das BVT-Merkblatt für Energieeffizienz (ENE).

Beschreibung von BVT I.i

Die folgenden Punkte sind wichtig für integrierte Stahlwerke, um die Gesamtenergieeffizienz zu verbessern:

Optimierung des Energieverbrauchs

Online-Überwachung der wichtigsten Energieströme und Verbrennungsprozesse vor Ort einschließlich der Überwachung aller Gasfackeln, um Energieverluste zu vermeiden, eine sofortige Wartung zu ermöglichen und einen störungsfreien Produktionsprozess zu erreichen

Berichterstattungs- und Analyseinstrumente, um den durchschnittlichen Energieverbrauch für jeden Prozess zu überprüfen

Vorgaben für den spezifischen Energieverbrauch relevanter Prozesse und langfristiger Vergleich des Energieverbrauchs dieser Prozesse

Durchführung von Energieaudits, wie sie im BVT-Merkblatt für Energieeffizienz beschrieben sind, z. B. um Möglichkeiten für kosteneffektive Energieeinsparungen zu ermitteln.

Beschreibung von BVT II – IV

Zu den prozessintegrierten Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz bei der Stahlherstellung durch eine verbesserte Wärmerückgewinnung gehören:

Kraft-Wärme-Kopplung mit einer Rückgewinnung der Abwärme durch Wärmetauscher und ihre Verteilung in andere Teile des Stahlwerks oder in ein Fernwärmenetz

die Installation von Dampfkesseln oder gleichwertiger Systeme in großen Wärmeöfen (Öfen können einen Teil des Dampfbedarfs abdecken)

Vorwärmen der Verbrennungsluft für Öfen und andere Verbrennungsanlagen, um Brennstoff zu sparen, wobei nachteilige Auswirkungen, d. h. eine Zunahme der Stickoxide im Abgas, zu berücksichtigen sind

die Isolierung der Dampfleitungen und der Warmwasserleitungen

Wärmerückgewinnung aus Produkten, z. B. Sinter

Einsatz von Wärmepumpen und Sonnenkollektoren, sofern Stahl abgekühlt werden muss

die Nutzung von Abhitzekesseln in Öfen mit hohen Temperaturen

die Sauerstoffverdampfung und Kompressorkühlung, um Energie über Standard-Wärmetauscher auszutauschen

die Nutzung von Hochofengasentspannungsturbinen, um die kinetische Energie des im Hochofen entstehenden Prozessgases in elektrische Energie umzuwandeln.

Anwendbarkeit von BVT II – IV

Die Kraft-Wärme-Kopplung ist in allen Eisen- und Stahlwerken in stadtnahen Gebieten mit einem entsprechenden Wärmebedarf einsetzbar. Der spezifische Energieverbrauch hängt von der Verarbeitungstiefe, der Produktqualität und der Art der Anlage ab (z. B. vom Ausmaß der Vakuumbehandlung im Sauerstoffblasstahlwerk, der Glühtemperatur, der Dicke der Produkte usw.).

3.   Die BVT besteht darin, den Primärenergieverbrauch durch die Optimierung der Energieströme und die optimierte Verwertung der gesammelten Prozessgase Kokereigas, Hochofengas und Konvertergas zu senken.

Beschreibung

Zu den prozessintegrierten Techniken zur Verbesserung der Energieeffizienz in einem integrierten Stahlwerk durch Optimierung der Gasnutzung gehören:

die Nutzung von Gasbehältern oder vergleichbarer Einrichtungen für die kurzfristige Lagerung aller gasförmigen Nebenerzeugnisse sowie den Druckausgleich

Erhöhung des Drucks im Gasnetz, wenn es zu Energieverlusten über die Fackeln kommt – um so mehr von den Prozessgasen zu nutzen und dadurch den Nutzungsgrad zu steigern

Gasanreicherung für verschiedene Verbraucher durch Prozessgase mit unterschiedlichen Heizwerten

Beheizen der Brennöfen mit Prozessgasen

Nutzung von computergesteuerten Systemen zur Kontrolle des Heizwertes

Aufzeichnung und Nutzung der Koks- und Abgastemperatur

geeignete Dimensionierung der Anlagen zur energetischen Verwertung der Prozessgase, insbesondere im Hinblick auf deren Variabilität.

Anwendbarkeit

Der spezifische Energieverbrauch hängt von der Verarbeitungstiefe, der Produktqualität und der Art der Anlage ab (z. B. vom Ausmaß der Vakuumbehandlung im Sauerstoffblasstahlwerk, der Glühtemperatur, der Dicke der Produkte usw.).

4.   Die BVT besteht darin, überschüssiges entschwefeltes und entstaubtes Kokereigas und entstaubtes Hochofengas (gemischt oder getrennt) in Kesseln oder in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur Erzeugung von Dampf, Strom und/oder Wärme zu nutzen, indem überschüssige Abwärme für interne oder externe Wärmenetze genutzt wird, sofern eine Nachfrage von Dritten besteht.

Anwendbarkeit

Die Zusammenarbeit und das Einvernehmen mit einem Dritten liegen möglicherweise nicht in der Kontrolle des Betreibers und daher möglicherweise außerhalb des Regelungsbereichs der Anlagengenehmigung.

5.   Die BVT besteht darin, den Stromverbrauch durch die Nutzung einer oder einer Kombination der folgenden Techniken zu minimieren:

I.

Lastmanagementsysteme

II.

Zerkleinerungs-, Pump-, Belüftungs- und Förderanlagen und anderer strombetriebener Anlagen mit einer hohen Energieeffizienz.

Anwendbarkeit

Frequenzgeregelte Pumpen können dort, wo die Zuverlässigkeit der Pumpen von grundlegender Bedeutung für die Sicherheit des Verfahrens ist, nicht genutzt werden.

1.1.3   Materialmanagement

6.   Die BVT besteht darin, das Management und die Steuerung der internen Stoffströme zu optimieren, um Verschmutzungen der Umwelt und Verschlechterungen ihres Zustands zu vermeiden, für eine entsprechende Qualität der Einsatzstoffe zu sorgen, die Wiederverwendung oder das Recycling der Stoffe zu ermöglichen, den Prozesswirkungsgrad zu verbessern und die Metallausbringung zu optimieren.

Beschreibung

Eine geeignete Lagerung und ein geeigneter Transport von Einsatzstoffen und Produktionsrückständen können dazu beitragen, Staubemissionen in die Luft durch Lagerplätze und Förderbänder einschließlich der Umschlagstellen zu minimieren, und eine Verschmutzung des Erdreichs, des Grundwassers und des Abflusswassers zu vermeiden (siehe auch BVT 11).

Ein geeignetes Management der integrierten Stahlwerke sowie der Rückstände, einschließlich von Abfällen aus anderen Anlagen und Sektoren, ermöglicht eine größtmögliche interne und/oder externe Nutzung als Rohstoffe (siehe auch BVT 8, 9 und 10).

Zum Materialmanagement gehört auch die kontrollierte Beseitigung eines kleinen Teils der Gesamtmenge an Rückständen des integrierten Stahlwerks, der keinen wirtschaftlichen Nutzen hat.

7.   Um niedrige Emissionswerte für die einschlägigen Schadstoffe zu erreichen, besteht die BVT darin, geeignete Schrottqualitäten und andere Rohmaterialien auszuwählen. Was Schrott angeht, besteht die BVT darin, mittels geeigneter Inspektionen nach sichtbaren Verunreinigungen zu suchen, die Schwermetalle enthalten könnten, insbesondere Quecksilber, oder die zur Bildung von polychlorierten Dibenzodioxinen/Dibenzofuranen (PCDD/PCDF) und polychlorierten Biphenylen (PCB) führen könnten.

Um die Nutzung von Schrott zu verbessern, können folgende Techniken einzeln oder in Kombination genutzt werden:

Festlegung der Annahmekriterien entsprechend der Produktpalette bei Bestellungen von Schrott

eine gute Kenntnis der Schrottzusammensetzung durch eine genaue Überwachung der Herkunft des Schrotts; in Ausnahmefällen kann eine Schmelzprobe dabei helfen, die Zusammensetzung des Schrotts zu bestimmen

geeignete Annahme- und Entladeeinrichtungen und Überprüfung der Lieferungen

Verfahren zum Ausschluss von Schrott, der für die Nutzung in der Anlage nicht geeignet ist

Lagerung des Schrotts nach verschiedenen Kriterien (z. B. Größe, Legierungsgehalten, Reinheitsgrad); Lagerung von Schrott, bei dem es möglicherweise zu einer Freisetzung von Schadstoffen in das Erdreich kommen kann, auf einer undurchlässigen Oberfläche mit Entwässerungs- und Sammelsystem; Anbringung eines Dachs, das den Bedarf nach einem solchen System senken kann

Zusammenstellung der Schrottladungen für verschiedene Schmelzen unter Berücksichtigung der Kenntnisse über die Schrottzusammensetzung, um für die Stahlsorte, die hergestellt werden soll, den Schrott zu nutzen, der am besten geeignet ist (das ist in einigen Fällen von grundlegender Bedeutung, um die Anwesenheit unerwünschter Elemente zu vermeiden; in anderen Fällen, um Legierungselemente, die im Schrott enthalten sind und für die herzustellende Stahlsorte benötigt werden, nutzen zu können)

direkte Rückführung des intern angefallenen Schrotts zum Schrottplatz zwecks Recycling

Erstellung eines Betriebs- und Managementplans

Schrottsortierung zur Minimierung des Risikos der Verarbeitung von gefährlichen oder nicht-eisenhaltigen Störstoffen, insbesondere von polychlorierten Biphenylen (PCB), Öl oder Schmiermitteln. Das wird normalerweise vom Schrottlieferanten durchgeführt, aber der Betreiber überprüft aus Sicherheitsgründen alle Schrottladungen in geschlossenen Containern. Daher ist es gleichzeitig möglich, die Ladung auf Schadstoffe zu überprüfen, soweit praktikabel. Eine Beurteilung der kleinen Anteile an Kunststoffen (z. B. in Form von kunststoffbeschichteten Bestandteilen) könnte erforderlich sein

Radioaktivitätskontrolle nach den Empfehlungen der Sachverständigengruppe der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE)

Verbesserte Umsetzung der obligatorischen Entfernung von quecksilberhaltigen Bauteilen aus Altfahrzeugen sowie Elektro- und Elektronik-Altgeräten durch die Schrott verarbeitenden Betriebe durch:

die vertragliche Festlegung der Quecksilberfreiheit bei Einkauf von Schrott

Verweigerung der Annahme von Schrott, der sichtbare elektronische Bauteile und Baugruppen enthält.

Anwendbarkeit

Es ist möglich, dass Auswahl und Sortieren des Schrotts nicht vollständig in der Kontrolle des Betreibers liegen.

1.1.4   Management von Prozessrückständen wie Nebenprodukten und Abfällen

8.   Die BVT für feste Rückstände besteht darin, integrierte und operative Techniken zur Minimierung der Abfallmengen durch interne Nutzung oder die Anwendung spezialisierter Recyclingverfahren (intern oder extern) zu nutzen.

Beschreibung

Zu den Techniken für das Recycling von eisenhaltigen Rückständen gehören spezialisierte Recyclingtechniken wie der OxyCup®-Schachtofen, der DK-Prozess, Schmelzreduktionsverfahren oder die kalt gebundene Pelletierung/Brikettierung sowie Techniken für Produktionsrückstände, die in den Abschnitten 9.2 – 9.7 erwähnt werden.

Anwendbarkeit

Da die genannten Verfahren auch von einem Dritten durchgeführt werden können, liegt das Recycling selbst möglicherweise nicht in der Kontrolle des Betreibers des Eisen- und Stahlwerks und daher möglicherweise außerhalb des Regelungsbereichs der Anlagengenehmigung.

9.   Die BVT besteht darin, die externe Nutzung oder das Recycling von festen Rückständen zu maximieren, soweit sie nicht nach BVT 8 genutzt oder recycelt werden können, wo immer dies möglich ist und den abfallrechtlichen Bestimmungen entspricht. Die BVT besteht darin, mit Rückständen, die weder vermieden noch recycelt werden können, in kontrollierter Art und Weise umzugehen.

10.   Die BVT besteht darin, zur Vermeidung von Emissionen in die Luft und in Gewässer die besten Betriebs- und Wartungspraktiken für die Sammlung, Handhabung, Lagerung und Beförderung der festen Rückstände sowie für die Überdachung der Umschlagsorte zu nutzen.

1.1.5   Diffuse Staubemissionen aus der Materiallagerung, der Handhabung und dem Transport von Rohmaterialien und (Zwischen-) Produkten

11.   Die BVT besteht darin, diffuse Staubemissionen aus der Materiallagerung, der Handhabung und dem Transport, durch eine oder eine Kombination der unten genannten Techniken zu vermeiden oder zu mindern.

Wenn Techniken zur Minderung der Staubemissionen genutzt werden, dann besteht die BVT darin, die Effizienz der Erfassung und der anschließenden Reinigung durch geeignete Techniken wie der unten genannten zu optimieren. Eine möglichst quellnahe Erfassung der Staubemissionen ist zu bevorzugen.

I.

Zu den allgemeinen Techniken gehören:

die Aufstellung eines Aktionsplans gegen diffuse Staubemissionen im Rahmen des UMS des Stahlwerks;

die Erwägung der befristeten Einstellung gewisser Tätigkeiten, wenn sie als Quelle für PM10 identifiziert werden und zu hohen Messwerten in der Umgebung führen; um das zu bewerkstelligen, ist es notwendig, ausreichend PM10-Überwachungsgeräte mit einer dazugehörigen Erfassung der Windrichtungen und -stärken zu haben, um die Hauptquellen von Feinstaub triangulieren und identifizieren zu können.

II.

Zu den Techniken zur Vermeidung von Staubfreisetzungen bei Handhabung und Transport von Schüttgütern gehören:

Ausrichtung von langen Lagerhalden nach der Hauptwindrichtung

Errichtung von Windbarrieren oder Nutzung des natürlichen Geländeprofils als Windschutz

Kontrolle des Feuchtigkeitsgehalts des gelieferten Materials

sorgfältige Befolgung der Vorgehensweisen zur Vermeidung unnötigen Umschlags von Materialien und großer Fallhöhen im Freien

geeignete Kapselung der Förderbänder und Aufgabetrichter usw.

die Nutzung von staubmindernden Wassersprenklern, gegebenenfalls mit Zusätzen wie Latex

strenge Wartungsrichtlinien für die Einrichtungen

hohe Ordnungsstandards, insbesondere in Bezug auf die Säuberung und Benetzung von Straßen

die Nutzung von mobilen und stationären Absaugungen

Staubunterdrückung oder Stauberfassung mit Entstaubung über Gewebefilter zur Minderung der Quellen mit relevanten Staubemissionen

die Nutzung von emissionsarmen Kehrfahrzeugen zur routinemäßigen Säuberung befestigter Straßen.

III.

Zu den Techniken für die Materiallieferung, -lagerung und -rückgewinnung gehören:

vollständige Einhausung der Entladevorrichtungen für staubende Materialien in einem Gebäude, das mit einer Absaugung mit Filter ausgestattet ist, oder Ausstattung der Vorrichtungen mit Leitblechen und Verbindung der Entladeöffnungen mit einem Absaugungs- und Reinigungssystem

Begrenzung der Fallhöhe auf maximal 0,5 m, wo dies möglich ist

die Nutzung von Wassersprenklern zur Staubbindung (unter bevorzugter Verwendung von zurückgeführtem Wasser)

wo dies notwendig ist, die Ausstattung der Lagerbehälter mit Filtern zur Staubminderung

der Einsatz von vollständig gekapselten Vorrichtungen zur Entnahme von Material aus Lagerbehältern

wo dies notwendig ist, die Lagerung von Schrott auf überdachten, versiegelten Flächen, um das Risiko von Bodenkontaminationen zu senken (Nutzung von Just-in-Time-Lieferungen, um die Größe des Lagerplatzes und somit die Emissionen zu minimieren)

Minimierung der Materialbewegungen in Lagerhalden

Begrenzung der Höhe der Lagerhalden und Kontrolle ihres Profils

Ersetzung freistehender Halden durch Lagerstätten in Gebäuden oder in Behältern, soweit deren Lagervolumen das zulässt.

Errichtung eines Windschutzes durch das natürliche Geländeprofil, durch Erdaufschüttungen oder das Pflanzen von langem Gras und immergrünen Bäumen in offenem Gelände, die ohne langfristige Schäden Staub abscheiden und aufnehmen können

Aussäen von Hydrosaat auf Müll- und Schlackehalden

Begrünung des Geländes durch das Abdecken von ungenutzten Flächen mit Humus und das Anpflanzen von Gras, Sträuchern und anderen bodenbedeckenden Pflanzen

die Benetzung von Oberflächen mit dauerhaften staubbindenden Mitteln

das Abdecken von Oberflächen mit Planen oder die Beschichtung von Lagerhalden (z. B. mit Latex)

Lagerung auf Lagerplätzen mit Stützwänden, um die Oberfläche der Schüttungen zu reduzieren

wenn nötig, könnte eine Maßnahme darin bestehen, undurchlässige Lagerflächen aus Beton und mit Abflüssen einzurichten.

IV.

Wo Brenn- und Rohstoffe auf dem Seeweg geliefert werden und es zu beträchtlichen Staubfreisetzungen kommen kann, beinhalten einige Techniken:

die Nutzung von Selbstentladeschiffen oder geschlossener kontinuierlicher Entladeeinrichtungen durch die Betreiber. Ansonsten sollte der bei Schiffsentladungen durch Greifer erzeugte Staub dadurch minimiert werden, dass ein angemessener Feuchtigkeitsgehalt des gelieferten Materials sichergestellt, die Fallhöhen minimiert und Wassersprenkler oder feine Sprühnebel an der Mündung des Trichters des Schiffsentladers genutzt werden

beim Besprühen von Erzen oder Schmelzmitteln kein Meerwasser zu verwenden, da das zu Ablagerungen von Natriumchlorid in den Elektrofiltern der Sinteranlagen führen kann. Ein zusätzlicher Eintrag von Chlor in die Rohstoffe kann außerdem zu erhöhten Emissionen führen (z. B. von polychlorierten Dibenzodioxinen/Dibenzofuranen (PCDD/PCDF)) und die Filterstaubrückführung verhindern

Kohlestaub, Kalk und Calciumcarbid in geschlossenen Silos zu lagern und pneumatisch zu transportieren oder in verschlossenen Säcken zu lagern und zu transportieren.

V.

Zu den Techniken zum Entladen von Zügen oder Lastwagen gehören:

die Nutzung geeigneter Entladeeinrichtungen in weitgehend geschlossener Bauweise, wenn dies aufgrund der Bildung von Staubemissionen nötig ist.

VI.

Für Materialien, die stark zu Verwehungen neigen, was zu einer beträchtlichen Staubfreisetzung führen kann, beinhalten einige Techniken:

Nutzung von Übergabestellen, Schwingsieben, Brechern, Aufgabetrichtern usw., die vollständig gekapselt sein können und mit einer Gewebefilteranlage verbunden sind

Nutzung zentraler oder lokaler Absaugungen an Stelle von Wasser zur Entfernung von verschüttetem Material, da dies die Umweltauswirkungen auf ein Medium beschränkt und das Recycling des verschütteten Materials vereinfacht.

VII.

Zu den Techniken für die Handhabung und die Behandlung der Schlacke gehören:

Feuchthaltung der Lagerhalden von granulierter Schlacke für den Transport und die Verarbeitung, da getrocknete Hochofen- und Stahlwerksschlacke zur Staubbildung neigt

Nutzung von geschlossenen Schlackenbrechanlagen, die mit einer effizienten Absaugung mit Gewebefiltern ausgestattet sind, um die Staubemissionen zu mindern.

VIII.

Zu den Techniken zum Transport von Schrott gehören:

Lagerung des Schrotts unter einer Abdeckung und/oder auf Betonböden zur Minimierung des Aufwirbelns von Staub aufgrund der Bewegung von Fahrzeugen

IX.

Zu Techniken, die für den Materialtransport infrage kommen, gehören:

die Minimierung der von öffentlichen Straßen zugänglichen Zugangspunkte

der Einsatz von Reifenreinigungsanlagen, um die Verschleppung von Schlamm und Staub auf öffentliche Straßen zu vermeiden

die Befestigung der Transportwege (mit Beton oder Asphalt), um dem Entstehen von Staubwolken bei Materialtransporten vorzubeugen, sowie die Säuberung dieser Wege

die Beschränkung des Fahrverkehrs auf bestimmte Routen durch Zäune, Gräben oder Dämme aus recycelter Schlacke

die Benetzung von staubigen Fahrtstrecken mit Wassersprenklern, z. B. bei Transport von Schlacke

sicherzustellen, dass Transportfahrzeuge nicht überfüllt sind, um dem Verschütten von Material vorzubeugen

sicherzustellen, dass Transportfahrzeuge mit Planen ausgestattet sind, um das transportierte Material abzudecken

die Minimierung der Anzahl der Transporte

Nutzung von geschlossenen oder gekapselten Förderbändern

Nutzung von Rohrförderern, wo dies möglich ist, um Materialverluste durch Richtungswechsel zu vermeiden, die gewöhnlich bei der Übergabe des Materials von einem Förderband zum anderen entstehen

allgemein anerkannte Techniken für den Transport von flüssigem Metall und die Handhabung der Pfannen

Entstaubung der Übergabestellen für Förderbänder.

1.1.6   Wasser- und Abwasserbewirtschaftung

12.   Die BVT für die Abwasserbewirtschaftung besteht darin, verschiedene Arten von Abwasser zu vermeiden, zu sammeln und zu trennen, um die interne Kreislaufführung zu maximieren und jeden Abwasserstrom mit geeigneten Verfahren zu behandeln. Das beinhaltet Techniken, die z. B. Ölabscheider, Filtration oder Sedimentation nutzen. In diesem Zusammenhang können die folgenden Techniken genutzt werden, soweit die dafür genannten Voraussetzungen erfüllt sind:

Vermeidung der Nutzung von Trinkwasser für die Produktionsanlagen

Erhöhung der Anzahl und/oder der Kapazität der Wasserkreisläufe beim Bau neuer Anlagen oder bei der Modernisierung/Umgestaltung bestehender Anlagen

Zentralisierung der Versorgung mit Frischwasser

Nutzung des Wassers in Kaskaden bis einzelne Parameter die gesetzlichen oder technischen Grenzwerte erreichen

Nutzung des Wassers in anderen Anlagen, wenn nur einzelne Parameter des Wassers betroffen sind und eine weitere Nutzung möglich ist

Trennung von behandeltem und unbehandeltem Abwasser; durch diese Maßnahme ist es möglich, das Abwasser auf unterschiedlichen Wegen zu einem angemessenen Preis zu entsorgen

Nutzung von Regenwasser, wann immer dies möglich ist.

Anwendbarkeit

Die Wasserbewirtschaftung in einem integrierten Stahlwerk wird vor allem durch die Verfügbarkeit und die Qualität des Frischwassers und die rechtlichen Vorgaben vor Ort bestimmt. In bestehenden Anlagen kann die bestehende Konfiguration der Wasserkreisläufe die Anwendbarkeit einschränken.

1.1.7   Überwachung

13.   Die BVT besteht darin, alle relevanten Parameter zu messen oder zu bewerten, die benötigt werden, um die Produktionsprozesse von Leitständen aus mittels moderner computergestützter Systeme zu steuern, um die Prozesse fortwährend online anzupassen und zu optimieren, um einen stabilen und reibungslosen Ablauf sicherzustellen und auf diese Weise die Energieeffizienz zu erhöhen, die Ausbeute zu maximieren und die Wartungspraktiken zu verbessern.

14.   Die BVT besteht darin, die geführten (gefassten) Schadstoffemissionen der wichtigsten Emissionsquellen aus allen in den Abschnitten 1.2 – 1.7 genannten Prozessen, wann immer BAT-AEL angegeben sind, sowie der Kraftwerke in Eisen- und Stahlwerken, die mit Prozessgasen betrieben werden, zu messen.

Die BVT besteht darin, kontinuierliche Messungen durchzuführen, zumindest von:

primären Staubemissionen, Stickoxiden (NOX) und Schwefeldioxiden (SO2) von Sinterbändern

Stickoxid- (NOX) und Schwefeldioxidemissionen (SO2) von Härtebändern aus Pelletieranlagen

Staubemissionen aus Hochofen-Gießhallen

Sekundärstaubemissionen aus Sauerstoffblaskonvertern

Stickoxidemissionen (NOX) aus Kraftwerken

Staubemissionen aus großen Elektrolichtbogenöfen.

Für andere Emissionen besteht die BVT darin, eine kontinuierliche Emissionsüberwachung abhängig vom Massenstrom und den Emissionseigenschaften durchzuführen.

15.   Für relevante Emissionsquellen, die in BVT 14 nicht genannt wurden, besteht die BVT darin, die Schadstoffemissionen aus allen Prozessen, die in den Abschnitten 1.2 – 1.7 genannt werden, und aus den mit Prozessgasen betriebenen Kraftwerken in Stahlwerken sowie alle relevanten Bestandteile/Schadstoffe in den Prozessgasen regelmäßig und diskontinuierlich zu messen. Das gilt für die diskontinuierliche Überwachung von Prozessgasen, Kaminemissionen, polychlorierten Dibenzodioxinen/Dibenzofuranen (PCDD/PCDF) und die Überwachung der Abwassereinleitungen, jedoch nicht der diffusen Emissionen (siehe BVT 16).

Beschreibung (relevant für BVT 14 und 15)

Die Überwachung von Prozessgasen liefert Informationen über die Zusammensetzung der Prozessgase und über die indirekten Emissionen aus der Verbrennung der Prozessgase, wie Staub-, Schwermetall- und SOx-Emissionen.

Emissionen über den Kamin können über regelmäßige diskontinuierliche Messungen an relevanten geführten (gefassten) Emissionsquellen über einen ausreichend langen Zeitraum gemessen werden, um repräsentative Emissionswerte zu erhalten.

Für die Überwachung der Abwassereinleitungen gibt es eine große Bandbreite an standardisierten Verfahren für die Entnahme von Proben aus Wasser und Abwasser und die Analyse dieser Proben, einschließlich:

Stichproben, womit einzelne Proben gemeint sind, die aus einem Abwasserstrom entnommen werden

Mischproben, womit Proben gemeint sind, die über einen bestimmten Zeitraum kontinuierlich entnommen werden, oder die aus mehreren Proben bestehen, die entweder kontinuierlich oder diskontinuierlich über einen bestimmten Zeitraum entnommen und vermischt wurden

qualifizierter Stichproben, womit Mischproben aus mindestens fünf Stichproben gemeint sind, die über einen Zeitraum von höchsten zwei Stunden in Intervallen von mindestens zwei Minuten entnommen und vermischt wurden.

Die Überwachung sollte unter Beachtung der einschlägigen EN- oder ISO-Normen durchgeführt werden. Wenn keine EN- oder ISO-Normen vorhanden sind, sollten nationale oder andere internationale Normen herangezogen werden, mit denen sichergestellt werden kann, dass Daten von gleicher wissenschaftlicher Qualität erhoben werden.

16.   Die BVT besteht darin, die Größenordnung der diffusen Emissionen aus relevanten Quellen durch die unten genannten Methoden zu bestimmen. Wann immer dies möglich ist, sind direkte Messmethoden indirekten Methoden oder Bewertungen auf der Grundlage von Berechnungen über Emissionsfaktoren vorzuziehen.

Direkte Messmethoden, bei denen die Emissionen direkt an der Quelle gemessen werden. In diesem Fall können Konzentrationen und Massenströme gemessen oder bestimmt werden.

Indirekte Messmethoden, bei denen die Emissionsbestimmung in einem gewissen Abstand zur Quelle stattfindet; eine direkte Messung von Konzentrationen und Massenströmen ist nicht möglich.

Berechnungen mit Hilfe von Emissionsfaktoren

Beschreibung

Direkte oder quasi-direkte Messung

Beispiele für direkte Messungen sind Messungen im Windkanal, mit Absaughauben oder andere Methoden wie die Quasi-Messung von Emissionen auf dem Dach einer industriellen Anlage. Im letzteren Fall werden die Windgeschwindigkeit und die Fläche der Absaugöffnung auf dem Dach gemessen und eine Strömungsgeschwindigkeit berechnet. Die Querschnittsfläche der Messebene in der Dachöffnung wird in Sektoren mit einer identischen Oberflächengröße aufgeteilt (Rastermessung).

Indirekte Messungen

Zu Beispielen indirekter Messungen gehört die Nutzung von Tracergasen, Reverse-Dispersion-Modelling-Methoden (RDM) und die Massenbilanzmethode unter Verwendung optischer Fernmessungen mittels Laser (Light Detection and Ranging, LIDAR).

Berechnung von Emissionen mit Hilfe von Emissionsfaktoren

Emissionsfaktoren für die Schätzung der diffusen Staubemissionen aus der Lagerung und dem Transport von Schüttgütern sowie die Staubaufwirbelungen auf Straßen aufgrund von Verkehrsbewegungen können folgenden Leitlinien entnommen werden:

VDI 3790 Blatt 3

US EPA AP 42

1.1.8   Stilllegung

17.   Die BVT besteht darin, eine Belastung der Umwelt bei der Stilllegung von Anlagen durch die Anwendung der unten genannten notwendigen Techniken zu vermeiden.

Erwägungen bei der Anlagenplanung in Hinblick auf ihre Stilllegung am Ende ihrer Lebensdauer:

I.

die Umweltfolgen der letztendlichen Stilllegung sind bereits bei der Planung einer neuen Anlage zu berücksichtigen, da dies die Stilllegung einfacher, umweltfreundlicher und kostengünstiger macht

II.

die Stilllegung bedeutet Umweltrisiken im Hinblick auf Kontaminationen des Bodens (und des Grundwassers) und verursacht große Mengen an festen Abfällen; Techniken zur Vorbeugung sind prozessspezifisch, können aber folgenden allgemeinen Erwägungen folgen:

i.

Vermeidung unterirdischer Bauwerke

ii.

Einbau von Vorrichtungen, die die Demontage erleichtern

iii.

Auswahl von Oberflächen, die einfach zu dekontaminieren sind

iv.

Nutzung einer Anlagenkonfiguration, die Verschüttungen von Chemikalien minimiert und deren Ablassen oder die Reinigung erleichtert

v.

Schaffung flexibler, geschlossener Einheiten, die eine schrittweise Stilllegung ermöglichen

vi.

Nutzung biologisch abbaubarer und recycelbarer Stoffe, wo dies möglich ist.

1.1.9   Lärm

18.   Die BVT besteht darin, Lärm aus relevanten Quellen der Eisen- und Stahlherstellung durch die Nutzung einer oder mehrerer der folgenden Techniken zu mindern, abhängig von und entsprechend den lokalen Bedingungen:

Umsetzung einer Lärmminderungsstrategie

Einhausung der lärmintensiven Betriebsvorgänge/ Anlagenteile

Schwingungsisolierung von Betriebsvorgängen/ Anlagenteilen

Verwendung interner Auskleidungen und äußerer Verkleidungen aus stoßdämpfendem Material

<

Schallisolierung von Gebäuden, um lärmintensive Betriebsvorgänge mit materialverarbeitenden Maschinen abzuschirmen