ISSN 1977-088X

Amtsblatt

der Europäischen Union

C 438

European flag  

Ausgabe in deutscher Sprache

Mitteilungen und Bekanntmachungen

61. Jahrgang
5. Dezember 2018


Inhalt

Seite

 

IV   Informationen

 

INFORMATIONEN DER ORGANE, EINRICHTUNGEN UND SONSTIGEN STELLEN DER EUROPÄISCHEN UNION

 

Europäische Kommission

2018/C 438/01

Euro-Wechselkurs

1

2018/C 438/02

Durchführungsbeschluss der Kommission vom 28. November 2018 über die Veröffentlichung des Einzigen Dokuments gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Fundstelle der Produktspezifikation für einen Namen im Weinsektor im Amtsblatt der Europäischen Union (Cebreros (g. U.))

2


 

V   Bekanntmachungen

 

VERFAHREN BEZÜGLICH DER DURCHFÜHRUNG DER WETTBEWERBSPOLITIK

 

Europäische Kommission

2018/C 438/03

Mitteilung der Kommission nach Artikel 27 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates in der Sache AT.39398 — Visa MIF

8

2018/C 438/04

Mitteilung der Kommission nach Artikel 27 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates in der Sache AT.40049 — Mastercard II

11


DE

 


IV Informationen

INFORMATIONEN DER ORGANE, EINRICHTUNGEN UND SONSTIGEN STELLEN DER EUROPÄISCHEN UNION

Europäische Kommission

5.12.2018   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 438/1


Euro-Wechselkurs (1)

4. Dezember 2018

(2018/C 438/01)

1 Euro =


 

Währung

Kurs

USD

US-Dollar

1,1409

JPY

Japanischer Yen

128,68

DKK

Dänische Krone

7,4626

GBP

Pfund Sterling

0,89058

SEK

Schwedische Krone

10,2293

CHF

Schweizer Franken

1,1348

ISK

Isländische Krone

139,60

NOK

Norwegische Krone

9,6473

BGN

Bulgarischer Lew

1,9558

CZK

Tschechische Krone

25,901

HUF

Ungarischer Forint

323,20

PLN

Polnischer Zloty

4,2823

RON

Rumänischer Leu

4,6514

TRY

Türkische Lira

6,1035

AUD

Australischer Dollar

1,5451

CAD

Kanadischer Dollar

1,5031

HKD

Hongkong-Dollar

8,9071

NZD

Neuseeländischer Dollar

1,6406

SGD

Singapur-Dollar

1,5550

KRW

Südkoreanischer Won

1 261,04

ZAR

Südafrikanischer Rand

15,5292

CNY

Chinesischer Renminbi Yuan

7,7986

HRK

Kroatische Kuna

7,4015

IDR

Indonesische Rupiah

16 303,46

MYR

Malaysischer Ringgit

4,7319

PHP

Philippinischer Peso

60,035

RUB

Russischer Rubel

75,7901

THB

Thailändischer Baht

37,273

BRL

Brasilianischer Real

4,3642

MXN

Mexikanischer Peso

23,2057

INR

Indische Rupie

80,4720


(1)  Quelle: Von der Europäischen Zentralbank veröffentlichter Referenz-Wechselkurs.


5.12.2018   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 438/2


DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION

vom 28. November 2018

über die Veröffentlichung des Einzigen Dokuments gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Fundstelle der Produktspezifikation für einen Namen im Weinsektor im Amtsblatt der Europäischen Union

(Cebreros (g. U.))

(2018/C 438/02)

DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 des Rates (1), insbesondere auf Artikel 97 Absatz 3,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1)

Spanien hat im Einklang mit Teil II Titel II Kapitel I Abschnitt 2 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 einen Antrag auf Schutz des Namens „Cebreros“ gestellt.

(2)

Die Kommission hat den Antrag gemäß Artikel 97 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bedingungen gemäß den Artikeln 93 bis 96, Artikel 97 Absatz 1 und den Artikeln 100, 101 und 102 der Verordnung erfüllt sind.

(3)

Damit gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 Einspruch eingelegt werden kann, sollten das Einzige Dokument gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der genannten Verordnung sowie die Fundstelle der Produktspezifikation, die im Rahmen des nationalen Vorverfahrens zur Prüfung des Antrags auf Schutz des Namens „Cebreros“ veröffentlicht wurde, im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden —

BESCHLIEẞT:

Einziger Artikel

Das Einzige Dokument gemäß Artikel 94 Absatz 1 Buchstabe d der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 und die Fundstelle der Produktspezifikation für den Namen „Cebreros“ (g. U.) sind im Anhang dieses Beschlusses wiedergegeben.

Im Einklang mit Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 kann innerhalb von zwei Monaten ab dem Datum der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union Einspruch gegen den Schutz des in Absatz 1 angeführten Namens eingelegt werden.

Brüssel, den 28. November 2018

Für die Kommission

Phil HOGAN

Mitglied der Kommission


(1)  ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 671.


ANHANG

EINZIGES DOKUMENT

„Cebreros“

PDO-ES-02348

Datum der Antragstellung: 20.2.2017

1.   Name(n)

„Cebreros“

2.   Art der geografischen Angabe

g. U. — geschützte Ursprungsbezeichnung

3.   Kategorien von Weinbauerzeugnissen

1.

Wein

4.   Beschreibung des Weins/der Weine

Weißweine:

Die Weißweine weisen Schattierungen von strohfarben bis goldgelb auf. Sie sind klar und brillant mit einem fruchtigen Duft. Im Mund sind sie voller Geschmack, ausgewogen und schmelzig. Sind die Weine im Fass gereift, können sie an den Rändern goldfarben sein; ihre fruchtigen Aromen sind reifer und sie sind am Gaumen vollmundiger.

Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure bei Weinen, die älter sind als ein Jahr: 16,67 meq/l bis 10 % vol, steigt mit jedem zusätzlichen Grad an Alkoholgehalt über 10 % vol um 1 meq/l.

Diese Weine dürfen die in Anhang I C Nummer 1 der Verordnung (EG) Nr. 606/2009 der Kommission festgelegten Grenzwerte überschreiten, sofern sie die in Abschnitt 3 dieses Anhangs genannten Bedingungen erfüllen.

Die nicht in diesem Dokument festgelegten analytischen Parameter entsprechen den geltenden Vorschriften.

Allgemeine Analysemerkmale

Maximaler Gesamtalkoholgehalt (in % vol):

 

Minimaler vorhandener Alkoholgehalt (in % vol):

12

Mindestgesamtsäure:

4 Gramm pro Liter, ausgedrückt als Weinsäure

Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure (in Milliäquivalent pro Liter):

13,33

Maximaler Schwefeldioxidgehalt (in Milligramm pro Liter):

160

Roséweine:

Die Roséweine sind klar und brillant, ihre Farbe variiert zwischen blassrosa und erdbeerpink oder himbeerfarben. Sie haben in der Regel Noten von roten und/oder schwarzen Früchten mit mittlerer Struktur im Mund. Wenn sie in Fässern gereift sind, können sie eher Orangentönen aufweisen; der Hauch von Frucht ist weniger intensiv und holzige Eindrücke bilden sich im Hintergrund aus.

Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure bei Weinen, die älter sind als ein Jahr: 16,67 meq/l bis 10 % vol, steigt mit jedem zusätzlichen Grad an Alkoholgehalt über 10 % vol um 1 meq/l.

Diese Weine dürfen die in Anhang I C Nummer 1 der Verordnung (EG) Nr. 606/2009 der Kommission festgelegten Grenzwerte überschreiten, sofern sie die in Abschnitt 3 dieses Anhangs genannten Bedingungen erfüllen.

Die nicht in diesem Dokument festgelegten analytischen Parameter entsprechen den geltenden Vorschriften.

Allgemeine Analysemerkmale

Maximaler Gesamtalkoholgehalt (in % vol):

 

Minimaler vorhandener Alkoholgehalt (in % vol):

12

Mindestgesamtsäure:

4,5 Gramm pro Liter, ausgedrückt als Weinsäure

Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure (in Milliäquivalent pro Liter):

13,33

Maximaler Schwefeldioxidgehalt (in Milligramm pro Liter):

160

Rotweine:

Das Erscheinungsbild der Rotweine ist klar mit kirschroter Färbung und einem Hauch von Violett. Sie weisen in der Regel Noten von roten und/oder schwarzen Früchten sowie Säure und eine ausgewogene Struktur auf, die ihnen Finesse und Eleganz verleihen. Wenn sie in Fässern gereift sind, behalten sie neben Holztönen ihre fruchtigen Aspekte bei. Sie werden geschmeidiger und entwickeln einen länger anhaltenden Geschmack und backsteinrote Töne.

Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure bei Weinen, die älter sind als ein Jahr: 16,67 meq/l bis 10 % vol, steigt mit jedem zusätzlichen Grad an Alkoholgehalt über 10 % vol um 1 meq/l.

Diese Weine dürfen die in Anhang I C Nummer 1 der Verordnung (EG) Nr. 606/2009 der Kommission festgelegten Grenzwerte überschreiten, sofern sie die in Abschnitt 3 dieses Anhangs genannten Bedingungen erfüllen.

Die nicht in diesem Dokument festgelegten analytischen Parameter entsprechen den geltenden Vorschriften.

Allgemeine Analysemerkmale

Maximaler Gesamtalkoholgehalt (in % vol):

 

Minimaler vorhandener Alkoholgehalt (in % vol):

13

Mindestgesamtsäure:

4,5 Gramm pro Liter, ausgedrückt als Weinsäure

Maximaler Gehalt an flüchtiger Säure (in Milliäquivalent pro Liter):

13,33

Maximaler Schwefeldioxidgehalt (in Milligramm pro Liter):

150

5.   Weinbereitungsverfahren

a.   Wesentliche önologische Verfahren

Anbaumethoden

Die Anpflanzung, Lückenfüllung, Standortveredelung und Umveredelung dürfen nur mit zugelassenen Sorten vorgenommen werden.

Bei Neuanpflanzungen dürfen nur die Hauptsorten verwenden: Rote Garnacha und Albillo Real.

Die Rebe kann auf folgende Weise erzogen werden:

Verwendung der traditionellen Gobelet-Methode und ihrer Varianten;

mit Spalier-Reberziehungssystemen: geführte und gestützte Erziehung.

Spezifische önologische Verfahren

Potenzieller Mindestalkoholgehalt der Trauben: 12 % vol (rote Sorten) und 11 % vol (weiße Sorten).

Es dürfen nur Kessel und Behältnisse verwendet werden, die den Wein nicht kontaminieren und die nach den geltenden Rechtsvorschriften zulässig sind.

Maximale Extraktion: 70 l je 100 kg Trauben.

Reifungsbedingungen

Bei Weinen, die mit dem Begriff „FERMENTADO EN BARRICA“ (im Fass vergoren) bezeichnet sind, müssen sowohl für die Gärung als auch für die Reifung mit dem Weintrub Eichenholzfässer verwendet werden.

Die nachfolgende Reifung findet in Eichenholzfässern statt.

Die Berechnung der Reifezeit beginnt am 1. November des Erntejahres.

Wichtige Einschränkungen bei der Weinbereitung

Die Weißweine dürfen ausschließlich aus der Sorte Albillo Real gewonnen werden.

Die Rosé- und Rotweine müssen zu mindestens 95 % aus der Sorte Rote Garnacha gewonnen werden.

Bei der Mostextraktion ist die Verwendung sowohl von Hochgeschwindigkeitszentrifugen als auch von kontinuierlichen Pressen untersagt.

b.   Höchsterträge

6 000 kg Trauben je Hektar

42 Hektoliter je Hektar

6.   Abgegrenztes Gebiet

Nachstehend sind die Gemeinden aufgeführt, die alle in der Provinz Ávila liegen:

La Adrada, El Barraco, Burgohondo, Casavieja, Casillas, Cebreros, Cuevas del Valle, Fresnedilla, Gavilanes, Herradón de Pinares, Higuera de las Dueñas, El Hoyo de Pinares, Lanzahíta, Mijares, Mombeltrán, Navahondilla, Navalmoral, Navaluenga, Navarredondilla, Navarrevisca, Navatalgordo, Pedro Bernardo, Piedralaves, San Bartolomé de Pinares, San Esteban del Valle, San Juan de la Nava, San Juan del Molinillo, Santa Cruz de Pinares, Santa Cruz del Valle, Santa María del Tiétar, Serranillos, Sotillo de la Adrada, El Tiemblo, Villanueva de Ávila und Villarejo del Valle.

7.   Wichtigste Keltertrauben

 

ALBILLO REAL

 

RED GARNACHA — GIRONET

8.   Beschreibung des Zusammenhangs bzw. der Zusammenhänge

Natürliche und menschliche Faktoren

Faktor Natur

Das zu schützende Gebiet liegt im iberischen Scheidegebirge zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse Alberche und Tiétar, die in den Tagus fließen. Der Ostteil des Gebirgszugs Sierra de Gredos trennt die beiden Flusseinzugsgebiete. Er weist hauptsächlich Material granitischen Ursprungs auf.

Im Einzugsgebiet des Alberche ist das Gelände zerklüftet, aber ohne scharfe Kanten. Es ist durch steil abfallende Hänge beachtlicher Höhe gekennzeichnet. Die Rebflächen befinden sich hauptsächlich an den südlich ausgerichteten Hängen der linken Talsohle. Der Anbau findet in einer Höhe von 800 m bis 1 000 m statt, wobei einige Parzellen über 1 000 m liegen können. Das Einzugsgebiet des Tiétar liegt tiefer, steigt jedoch bei der Quelle abrupt an.

Die Böden sind lehmig, sandig und leicht säuerlich auf einem Granitsockel und mit wenig organischer Substanz. Es gibt eine Schieferfläche mit lehmigen Ton-Sand-Böden, die jedoch wesentlich kleiner ist. Nach der FAO-Klassifizierung handelt es sich bei den Böden in dem Gebiet meist um Braunerden (Cambisols). Dystrische und Humusbraunerden machen den größten Teil der Böden auf den Rebflächen aus.

Das Klima ist mediterran mit kontinentalem Einfluss. Die Winter sind relativ kurz und nicht sehr kalt. Die Sommer sind lang, heiß und trocken. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in dem Gebiet, in dem die Rebfläche liegt (die Sierra de Gredos hat ein Bergklima), beträgt zwischen 12 °C und 15 °C. Die Niederschläge variieren zwischen 400 mm und 800 mm pro Jahr. 215 Tage pro Jahr sind frostfrei. Allgemein lässt sich sagen, dass das Klima wärmer und regnerischer ist als in den anderen Gebieten der Region, wo sich die g. U. des Flusses Douro befinden.

Faktor Mensch

Seit Jahrhunderten haben Menschen das beste Land zum Anbau von Reben ausgewählt. Die Wahl fiel dabei auf jene Flächen, die am besten geeignet und süd-südöstlich ausgerichtet waren. Die Höhenlage bestimmter Parzellen — auf einer Höhe von über 1 000 m — ist hervorzuheben.

Die wichtigsten Sorten, die für die Weinbereitung verwendet werden, sind Rote Garnacha und Albillo Real. In der Geschichte gibt es Hinweise darauf, wie gut diese Sorten für das Gebiet geeignet sind. Auch wenn diese Sorten in anderen Gebieten angebaut werden, bringen die Eigenschaften des Bodens und des Klimas in den geschützten Weinen sehr charakteristische Merkmale hervor.

Die Rebflächen in dem abgegrenzten Gebiet sind sehr alt. 94 % der Rebstöcke sind älter als 50 Jahre und 37 % älter als 80 Jahre. Dies bedeutet geringe Produktionsmengen, die qualitativ hochwertig sind.

In der Region besteht ein raumgreifendes Pflanzmuster, das im Allgemeinen mehr als 2,5 m × 2,5 m beträgt. Die Pflanzdichte beläuft sich somit auf 1 600 Reben pro Hektar, was für die geringen und unregelmäßigen Niederschlägen und den Boden mit wenig organischer Substanz geeignet ist.

Merkmale des Erzeugnisses

Die Weine in dem abgegrenzten Gebiet lassen sich wie folgt unterscheiden: Weiß, rosé, rot, jung und gereift. Diese weisen alle die folgenden Merkmale des Terroir auf:

hoher Alkoholgehalt;

hoher Gehalt an ausgewogener Weinsäure;

gutes Lagerpotenzial. Insbesondere die Rotweine halten sich sehr gut;

sie sind ausgewogen, geschmeidig und grazil am Gaumen und sehr lebendig.

Beschreibung des Zusammenhangs bzw. der Zusammenhänge

Die Besonderheit der Weine aus dem abgegrenzten Gebiet ist im Wesentlichen auf das geografische Umfeld zurückzuführen: Wie zuvor erwähnt, wird die Fläche durch zwei Gebirgszüge und zwei Flüsse bestimmt, die beide zum Einzugsgebiet des Flusses Tagus gehören. Die Rebflächen befinden sich hauptsächlich an den südlich ausgerichteten Hängen der linken Talsohle. Durch die lokalen Merkmale des Bodens, der Geologie und des Klimas entsteht ein außergewöhnliches und einzigartiges Gebiet für den Rebbau. Außerdem ermöglicht das menschliche Know-how bei der Auswahl der am besten geeigneten Rebsorten und der am besten geeigneten Kulturmethode die Herstellung eines spezifischen und einzigartigen Erzeugnisses. Die wichtigsten Faktoren, die diesen Zusammenhang betreffen, sind nachstehend zusammengefasst:

Die sandige Textur der Böden mit dem Granitsockel verleiht den Weinen Finesse und lässt sie am Gaumen grazil wirken.

Das Mikroklima im Gebiet der zu schützenden Ursprungsbezeichnung ist — anders als die umliegenden Gebiete — vielfältiger als der Rest von Kastilien und León; es ist kühler als die Gebiete im Süden und Osten mit seinen eigenen charakteristischen Merkmalen. Das Fehlen von Niederschlägen im Sommer und im Frühherbst gewährleistet jedoch, dass die geernteten Trauben gesund und von hoher Qualität sind.

Die Rebflächen befinden sich in Höhenlagen, wobei einige mehr als 1 000 m über dem Meeresspiegel liegen. Daher haben die Trauben einen sehr guten Säuregrad, sodass die Frische und die Lebendigkeit auf den Wein übergehen.

Auch die Rebsortenkarte bescheinigt die Besonderheit der Weine. Die Weinerzeuger haben über Jahrhunderte die für das Gebiet am besten geeigneten Sorten ausgewählt: Rote Garnacha und Albillo Real, die die Grundlage der Weine bilden und ihnen ihr Alleinstellungsmerkmal verleihen. Rote Garnacha erzeugt Weine mit einem hohen Alkoholgehalt, die dennoch aufgrund der Höhenlage und des Klimas am Gaumen frisch wirken. Albillo Real ist spezifisch für das Gebiet und unterscheidet sich von Albillo Mayor, die für andere Gebiete in Kastilien und León typisch ist. Albillo Real bringt komplexe, geschmackvolle und lebendige Weine hervor, die für die Reifung im Fass sehr geeignet sind.

Die traditionell verwendeten Pflanzabstände in Kombination mit den geringen Niederschlagsmengen und dem Mangel an organischer Substanz im Boden führen zu sehr niedrigen Traubenerträgen. Dies ist einer der Faktoren für die hohe Qualität der Trauben sowohl aus der Erzeugungs- als auch aus der Polyphenolperspektive. Die Analyseparameter sind ausgewogen, und die Weine reifen sehr gut.

Die Rebfläche ist sehr alt (94 % der Rebstöcke sind älter als 50 Jahre und 37 % älter als 80 Jahre). In Verbindung mit den zuvor genannten Merkmalen bedeutet dies, dass sich die Weine besonders gut lagern lassen.

Insgesamt bringen die oben beschriebenen Umstände Trauben hervor, die sehr gut reifen; das bedeutet, dass Weine mit hohem Alkoholgehalt (nicht weniger als 12 ° in Weiß- und Roséweinen und 13 ° in Rotweinen) erzeugt werden können. Gleichzeitig weisen sie einen erheblichen Säuregehalt (Gesamtsäuregehalt von mindestens 4,5 g/l, ausgedrückt als Weinsäure) auf. Durch dieses doppelte Merkmal — einen hohen Alkoholgehalt und einen hohen Säuregrad — entsteht die charakteristische Ausgewogenheit der Cebreros-Weine.

Die Weine aus dem geschützten Gebiet unterscheiden sich von denen der umliegenden Gebiete, insbesondere den Weinen des Duero-Tals, insofern, als sie diese typische Ausgewogenheit zwischen Alkohol und Säure in Verbindung mit einer deutlichen, aber nicht exzessiven Struktur aufweisen, die zu Weinen mit sehr elegantem Charakter führt.

9.   Weitere wesentliche Bedingungen

Rechtsrahmen:

Nationales Recht

Art der weiteren Bedingung:

Verpackung innerhalb des abgegrenzten geografischen Gebiets

Beschreibung der Bedingung:

Der Weinbereitungsprozess umfasst die Abfüllung und die anschließende Reifung in der Flasche, sodass die in der Spezifikation beschriebenen organoleptischen Merkmale nur dann gewährleistet werden können, wenn alle Weinbereitungsvorgänge im abgegrenzten Gebiet stattfinden. Zum Abschluss des Erzeugungsverfahrens werden die Weine in der Flasche abgerundet. In dieser Phase bilden die Weine die in Abschnitt 2 dieser Spezifikation definierten Merkmale und insbesondere ihre organoleptischen Merkmale aus. Die Beförderung des Weins in nicht abgefülltem Zustand würde bedeuten, dass das Erzeugnis ohne diesen abschließenden Vorgang befördert würde, was zu einem Qualitätsverlust führen würde (Oxidation und andere Anzeichen für Veränderungen usw.).

Die Abfüllung der Weine ist daher eines der entscheidenden Kriterien für die Gewährleistung der bei der Erzeugung und gegebenenfalls bei der Reifung erworbenen Eigenschaften. Deshalb muss die Abfüllung auch in den Abfüllbetrieben der im Erzeugungsgebiet gelegenen Weinbaubetriebe erfolgen.

Rechtsrahmen:

Nationales Recht

Art der weiteren Bedingung:

Zusätzliche Kennzeichnungsvorschriften

Beschreibung der Bedingung:

Der Begriff „VINO DE CALIDAD DE CEBREROS“ (Qualitätswein aus Cebreros) kann anstelle der Bezeichnung „GESCHÜTZTE URSPRUNGSBEZEICHNUNG ‚CEBREROS‘“ in der Kennzeichnung verwendet werden.

Es ist obligatorisch, das Anbaujahr, den Jahrgang, das Erntejahr oder gleichwertige Begriffe anzugeben, auch wenn die Weine nicht gereift wurden.

Die Begriffe „IM FASS VERGOREN“ oder „EICHE“ („ROBLE“) können verwendet werden, sofern die Weine die in den geltenden Rechtsvorschriften festgelegten Bedingungen erfüllen.

Wird nachgewiesen, dass 100 % der zur Erzeugung des Weins verwendeten Trauben aus einer einzigen Gemeinde stammen, kann auf dem Etikett angegeben werden, dass der Wein aus Trauben dieser Gemeinde gewonnen wurde.

Link zur Produktspezifikation

http://www.itacyl.es/opencms_wf/opencms/informacion_al_ciudadano/calidad_alimentaria/7_vinicos/index.html


V Bekanntmachungen

VERFAHREN BEZÜGLICH DER DURCHFÜHRUNG DER WETTBEWERBSPOLITIK

Europäische Kommission

5.12.2018   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 438/8


Mitteilung der Kommission nach Artikel 27 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates in der Sache AT.39398 — Visa MIF

(2018/C 438/03)

1.   Einführung

(1)

Beabsichtigt die Kommission, einen Beschluss zur Abstellung einer Zuwiderhandlung zu erlassen, und bieten die beteiligten Unternehmen an, Verpflichtungen einzugehen, die geeignet sind, die ihnen von der Kommission in ihrer vorläufigen Beurteilung mitgeteilten Bedenken auszuräumen, so kann die Kommission nach Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates vom 16. Dezember 2002 zur Durchführung der in den Artikeln 81 und 82 des Vertrags (1) niedergelegten Wettbewerbsregeln diese Verpflichtungszusagen im Wege eines Beschlusses für bindend für die Unternehmen erklären. Ein solcher Beschluss kann befristet sein und muss besagen, dass für ein Tätigwerden der Kommission kein Anlass mehr besteht. Nach Artikel 27 Absatz 4 der genannten Verordnung veröffentlicht die Kommission eine kurze Zusammenfassung des Falls und den wesentlichen Inhalt der betreffenden Verpflichtungszusagen. Interessierte Dritte können hierzu innerhalb der von der Kommission gesetzten Frist Stellung nehmen.

2.   Zusammenfassung

(2)

Am 3. August 2017 formulierte die Kommission ergänzende Beschwerdepunkte gegenüber Visa Inc. und Visa International Services Association. Sie ergänzen die ergänzende Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 23. April 2013 und die Mitteilung der Beschwerdepunkte vom 3. April 2009, die an Visa Inc., Visa International Services Association und Visa Europe Limited (2) (nachstehend zusammen „Visa“) gerichtet waren.

(3)

In der ergänzenden Mitteilung der Beschwerdepunkte von 2017 hat die Kommission ihre vorläufige Auffassung dargelegt, wonach Visa Inc. und Visa International Services Association durch die Festsetzung von Bestimmungen für Interbankenentgelte für interregionale Transaktionen, die mit von außerhalb des EWR angesiedelten Emittenten (Geldinstituten der Karteninhaber) ausgegebenen Debit- und Kreditkarten in Verkaufsstellen im EWR getätigt werden, gegen Artikel 101 AEUV und Artikel 53 EWRA verstoßen hat. Betroffen waren sowohl Transaktionen in den Geschäftsräumen der Händler (mit persönlicher Anwesenheit des Karteninhabers) als auch Ferngeschäfte (bei denen über Internet, Post oder Telefon die Kartennummer und Authentifizierungsdaten übermittelt werden).

(4)

Laut der ergänzenden Mitteilung der Beschwerdepunkte verpflichten die Regeln von Visa die abrechnende Bank (das Geldinstitut des Händlers) zur Entrichtung eines interregionalen Interbankenentgelts an den Emittenten (das Geldinstitut des Karteninhabers) für jeden Geschäftsvorgang mit Zahlungskarten in einer Verkaufsstelle im EWR. Laut der ergänzenden Mitteilung der Beschwerdepunkte handelt es sich bei der Festsetzung interregionaler Interbankenentgelte durch Visa weiters um Beschlüsse von Unternehmensvereinigungen im Sinne von Artikel 101 Absatz 1 AEUV und Artikel 53 Absatz 1 EWRA.

(5)

Wie in der ergänzenden Mitteilung der Beschwerdepunkte ausgeführt, zahlt der Händler eine Händlergebühr an seine abrechnende Bank wenn ein Karteninhaber eine Zahlungskarte benutzt, um Waren oder Dienstleistungen von dem Händler zu erwerben. Einen Teil dieser Gebühr behält die abrechnende Bank (als eigene Gewinnspanne), ein anderer Teil (das Interbankenentgelt) wird an den Emittenten weitergegeben, und ein kleiner Teil wird an den Netzbetreiber gezahlt (in diesem Fall Visa). Laut der ergänzenden Mitteilung der Beschwerdepunkte legt das Interbankenentgelt auch einen Großteil der Händlergebühr fest. In früheren Fällen hat die Kommission Interbankenentgelte jedoch dann nicht beanstandet, wenn sie den Grundsatz der Zahlungsmittelneutralität auf Händlerebene („Merchant Indifference Test“ oder „MIT“) erfüllen (3). Laut MIT sollten die Interbankenentgelte so gestaltet sein, dass sie im Durchschnitt nicht die transaktionsbezogenen Vorteile übersteigen, die die Händler durch die Annahme von Zahlungskarten haben. In diesem Fall gewährleisten die Interbankenentgelte, dass die Händler Kartenzahlungen und andere Zahlungsformen gleich behandeln und damit einheitliche Wettbewerbsvoraussetzungen zwischen alternativen Zahlungsinstrumenten herrschen.

3.   Wesentlicher Inhalt der angebotenen Verpflichtungen

(6)

Visa Inc und Visa International Services Association als die beiden Verfahrensbeteiligten stimmen der vorläufigen Beurteilung der Kommission nicht zu, haben aber dennoch im Einklang mit Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 Verpflichtungen angeboten, um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen. Die Verpflichtungsangebote sind nachstehend zusammengefasst. Ihr vollständiger Wortlaut ist in englischer Sprache auf folgender Website der Generaldirektion Wettbewerb veröffentlicht:

http://ec.europa.eu/competition/index_de.html

(7)

Visa verpflichtet sich, sechs Monate nach Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses gemäß Artikel 9 der Verordnung Nr. (EG) 1/2003 folgende Obergrenzen einzuführen:

a)

0,2 % für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Transaktionen, die der Käufer unter Verwendung einer Debitkarte in den Verkaufsstellen (Card Present) tätigt,

b)

0,3 % für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Transaktionen, die der Käufer unter Verwendung einer Kreditkarte in den Verkaufsstellen (Card Present) tätigt,

c)

1,15 % für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Fernkäufe (Card Not Present), die der Käufer unter Verwendung einer Debitkarte tätigt, und

d)

1,50 % für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Fernkäufe (Card Not Present), die der Käufer unter Verwendung einer Kreditkarte tätigt.

(8)

Die Geltungsdauer der angebotenen Verpflichtungen beträgt fünf Jahre und sechs Monate ab dem Tag der Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses an Visa.

(9)

Spätestens zwölf Arbeitstage nach Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses wird Visa jede abrechnende Bank von über Visa abgewickelten interregionalen Transaktionen hiervon in Kenntnis setzen und sie auffordern, ihrerseits die von ihr angeschlossenen Händler davon zu unterrichten, dass i) die Verpflichtungen angenommen wurden und ii) für die Geltungsdauer der Verpflichtungszusagen die interregionalen Interbankenentgelte für sämtliche neuen interregionalen Transaktionen mit Debit- oder Kreditkarten auf Höchstsätze begrenzt werden. Weiters wird Visa spätestens zwölf Arbeitstage nach Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses alle interregionalen Interbankentgelte mit Debitkarten und Kreditkarten (Card Present und Card Not Present) auf deutlich sichtbare Weise auf der Website von Visa Europe veröffentlichen.

(10)

Visa darf diese Verpflichtungszusagen weder mittelbar noch unmittelbar durch Handlungen oder Unterlassungen umgehen oder zu umgehen versuchen. Insbesondere wird Visa ab Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses von sämtlichen Praktiken Abstand nehmen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Wirkung haben wie interregionale Interbankenentgelte. Darunter fällt insbesondere, aber nicht ausschließlich die Durchführung von Programmen oder Regeln, mittels derer Visa von im EWR ansässigen abrechnenden Banken erhobene Netz- oder andere Gebühren auf nicht im EWR ansässige Emittenten überträgt.

(11)

Vorbehaltlich seiner Verpflichtung zur Nichtumgehung dieser Zusagen darf Visa geeignete Verbraucherschutzmaßnahmen u. a. im Hinblick auf Betrug, Währungsumtausch, Erstattungen und Zahlungsumkehrungen treffen, um zu verhindern, dass Verbraucher durch die Änderung seiner Interbankenentgelt-Bestimmungen Nachteile erleiden.

(12)

Visa wird einen Überwachungstreuhänder bestellen, der die Erfüllung der von Visa eingegangenen Verpflichtungen überwacht. Die Ernennung des vorgeschlagenen Treuhänders unterliegt der Bestätigung durch die Kommission.

(13)

Das laufende Verfahren (siehe oben Abschnitt 2) gegen Visa wird, gegebenenfalls unter Einbeziehung eventueller Stellungnahmen, die auf diese Mitteilung hin eingehen, fortgesetzt.

4.   Aufforderung zur Stellungnahme

(14)

Vorbehaltlich der Ergebnisse des Markttests beabsichtigt die Kommission, einen Beschluss nach Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 zu erlassen, mit dem die oben zusammengefassten und auf der Website der Generaldirektion Wettbewerb veröffentlichten Verpflichtungszusagen für bindend erklärt werden.

(15)

Nach Artikel 27 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 fordert die Kommission interessierte Dritte auf, zu den angebotenen Verpflichtungen Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahmen müssen bei der Kommission spätestens einen Monat nach Veröffentlichung dieser Mitteilung eingehen. Interessierte Dritte werden ferner aufgefordert, eine nichtvertrauliche Fassung ihrer Stellungnahme vorzulegen, aus der etwaige Geschäftsgeheimnisse und andere vertrauliche Informationen gestrichen und durch eine nichtvertrauliche Zusammenfassung bzw. den Hinweis „Geschäftsgeheimnis“ oder „vertraulich“ ersetzt sind.

(16)

Die Antworten und Bemerkungen sollten nach Möglichkeit begründet werden und alle relevanten Angaben enthalten. Wenn Sie Bedenken hinsichtlich eines Teils der angebotenen Verpflichtungen haben, schlagen Sie bitte eine mögliche Lösung vor.

(17)

Die Stellungnahmen können der Kommission unter Angabe des Aktenzeichens AT.39398 — Visa MIF per E-Mail (COMP-GREFFE-ANTITRUST@ec.europa.eu), per Fax (Nummer +32 22950128) oder per Post an folgende Anschrift übermittelt werden:

Europäische Kommission

Generaldirektion Wettbewerb

Registratur Antitrust

1049 Bruxelles/Brussel

BELGIQUE/BELGIË


(1)  ABl. L 1 vom 4.1.2003, S. 1. Mit Wirkung vom 1. Dezember 2009 sind an die Stelle der Artikel 81 und 82 EG-Vertrag die Artikel 101 und 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) getreten. Die Artikel 81 und 82 EG-Vertrag und die Artikel 101 und 102 AEUV sind im Wesentlichen identisch. Im Rahmen dieser Mitteilung sind Bezugnahmen auf die Artikel 101 und 102 AEUV als Bezugnahmen auf die Artikel 81 und 82 EG-Vertrag zu verstehen, wo dies angebracht ist.

(2)  Am 3. Juni 2016 wurde die Übernahme von Visa Europe durch Visa Inc. vollzogen, sodass Visa Europe damit seine unternehmerische Eigenständigkeit verlor. Jegliche Bezugnahme auf Visa Europe betrifft daher Sachverhalte aus dem Zeitraum vor dem 3. Juni 2016.

(3)  Für Informationen zum Merchant Indifference Test siehe die Zusammenfassung der Kommissionsstudie von 2015 zu den Kosten von Bargeld und der Zahlkartenabwicklung, Seite 3, erhältlich auf http://ec.europa.eu/competition/sectors/financial_services/dgcomp_final_report_en.pdf.


5.12.2018   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 438/11


Mitteilung der Kommission nach Artikel 27 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates in der Sache AT.40049 — Mastercard II

(2018/C 438/04)

1.   Einführung

(1)

Beabsichtigt die Kommission, einen Beschluss zur Abstellung einer Zuwiderhandlung zu erlassen, und bieten die beteiligten Unternehmen an, Verpflichtungen einzugehen, die geeignet sind, die ihnen von der Kommission in ihrer vorläufigen Beurteilung mitgeteilten Bedenken auszuräumen, so kann die Kommission nach Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates vom 16. Dezember 2002 zur Durchführung der in den Artikeln 81 und 82 des Vertrags (1) niedergelegten Wettbewerbsregeln diese Verpflichtungszusagen im Wege eines Beschlusses für bindend für die Unternehmen erklären. Ein solcher Beschluss kann befristet sein und muss besagen, dass für ein Tätigwerden der Kommission kein Anlass mehr besteht. Nach Artikel 27 Absatz 4 der genannten Verordnung veröffentlicht die Kommission eine kurze Zusammenfassung des Falls und den wesentlichen Inhalt der betreffenden Verpflichtungszusagen. Interessierte Dritte können hierzu innerhalb der von der Kommission gesetzten Frist Stellung nehmen.

2.   Zusammenfassung

(2)

Am 9. Juli 2015 erließ die Kommission eine Mitteilung der Beschwerdepunkte gegenüber Mastercard Europe S.A. Mastercard Incorporated und Mastercard International Incorporated (nachstehend zusammen „Mastercard“).

(3)

In der Mitteilung der Beschwerdepunkte hat die Kommission ihre vorläufige Auffassung dargelegt, wonach Mastercard durch die Festsetzung von Bestimmungen für Interbankenentgelte für interregionale Transaktionen (2), die mit von außerhalb des EWR angesiedelten Emittenten (Geldinstituten der Karteninhaber) ausgegebenen Debit- und Kreditkarten in Verkaufsstellen im EWR getätigt werden, gegen Artikel 101 AEUV und Artikel 53 EWRA verstoßen hat. Betroffen waren sowohl Transaktionen in den Geschäftsräumen der Händler (mit persönlicher Anwesenheit des Karteninhabers) als auch Ferngeschäfte (bei denen über Internet, Post oder Telefon die Kartennummer und Authentifizierungsdaten übermittelt werden).

(4)

Laut den Beschwerdepunkten verpflichten die Bestimmungen von Mastercard die abrechnende Bank (das Geldinstitut des Händlers) zur Entrichtung eines interregionalen Interbankenentgelts an den Emittenten (das Geldinstitut des Karteninhabers) für jeden interregionalen Geschäftsvorgang mit Zahlungskarten in Verkaufsstellen im EWR. Laut den Beschwerdepunkten handelt es sich bei der Festsetzung interregionaler Interbankenentgelte durch Mastercard um Beschlüsse von Unternehmensvereinigungen im Sinne von Artikel 101 Absatz 1 AEUV und Artikel 53 Absatz 1 EWRA.

(5)

Wie in den Beschwerdepunkten dargelegt, zahlt der Händler eine Händlergebühr an seine abrechnende Bank wenn ein Karteninhaber eine Zahlungskarte benutzt, um Waren oder Dienstleistungen von einem Händler zu erwerben. Einen Teil dieser Gebühr behält die abrechnende Bank (als eigene Gewinnspanne), ein anderer Teil (das Interbankenentgelt) wird an den Emittenten weitergegeben, und ein kleiner Teil wird an den Netzbetreiber gezahlt (in diesem Fall Mastercard). Laut den Beschwerdepunkten legt das Interbankenentgelt auch einen Großteil der Händlergebühr fest. In früheren Fällen hat die Kommission Interbankenentgelte jedoch dann nicht beanstandet, wenn sie den Grundsatz der Zahlungsmittelneutralität auf Händlerebene („Merchant Indifference Test“ oder „MIT“) erfüllen (3). Laut MIT sollten die Interbankenentgelte so gestaltet sein, dass sie im Durchschnitt nicht die transaktionsbezogenen Vorteile übersteigen, die die Händler durch die Annahme von Zahlungskarten haben. In diesem Fall gewährleisten die Interbankenentgelte, dass die Händler Kartenzahlungen und andere Zahlungsformen gleich behandeln und damit einheitliche Wettbewerbsvoraussetzungen zwischen alternativen Zahlungsinstrumenten herrschen.

3.   Wesentlicher Inhalt der angebotenen Verpflichtungen

(6)

Mastercard Europe S.A. Mastercard Incorporated und Mastercard International Incorporated als die Verfahrensbeteiligten stimmen der vorläufigen Beurteilung der Kommission nicht zu, haben aber dennoch im Einklang mit Artikel 9 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 Verpflichtungen angeboten, um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen. Die Verpflichtungsangebote sind nachstehend zusammengefasst. Ihr vollständiger Wortlaut ist in englischer Sprache auf folgender Website der Generaldirektion Wettbewerb veröffentlicht:

http://ec.europa.eu/competition/index_de.html

(7)

Mastercard verpflichtet sich, sechs Monate nach Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses gemäß Artikel 9 der Verordnung Nr. (EG) 1/2003 folgende Obergrenzen einzuführen:

a)

0,2 % IIF für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Transaktionen, die der Käufer unter Verwendung einer Debitkarte in den Verkaufsstellen (Card Present) tätigt,

b)

0,3 % IIF für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Transaktionen, die der Käufer unter Verwendung einer Kreditkarte in den Verkaufsstellen (Card Present) tätigt,

c)

1,15 % IIF für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Fernkäufe (Card Not Present), die der Käufer unter Verwendung einer Debitkarte tätigt, und

d)

1,50 % IIF für interregionale Interbankenentgelte für interregionale Fernkäufe (Card Not Present), die der Käufer unter Verwendung einer Kreditkarte tätigt.

(8)

Die Geltungsdauer der angebotenen Verpflichtungen beträgt fünf Jahre und sechs Monate ab dem Tag der Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses an Mastercard.

(9)

Spätestens zwölf Arbeitstage nach Bekanntgabe des Verpflichtungsbeschlusses wird Mastercard jede abrechnende Bank von über Mastercard abgewickelten interregionalen Transaktionen hiervon in Kenntnis setzen und sie auffordern, ihrerseits die von ihr angeschlossenen Händler davon zu unterrichten, dass i) die Verpflichtungen angenommen wurden und ii) für die Geltungsdauer der Verpflichtungszusagen die interregionalen Interbankenentgelte für sämtliche neuen interregionalen Transaktionen mit Debit- oder Kreditkarten auf Höchstsätze begrenzt werden. Weiters wird Mastercard spätestens zwölf Arbeitstage nach Zustellung des Verpflichtungsbeschlusses alle interregionalen Interbankentgelte mit Debitkarten und Kreditkarten (Card Present und Card Not Present) auf deutlich sichtbare Weise auf der Website von Mastercard veröffentlichen

(10)

Mastercard darf diese Verpflichtungszusagen weder mittelbar noch unmittelbar durch Handlungen oder Unterlassungen umgehen oder zu umgehen versuchen. Insbesondere wird Mastercard ab Bekanntgabe des Verpflichtungsbeschlusses von sämtlichen Praktiken Abstand nehmen, die den gleichen Zweck oder die gleiche Wirkung haben wie IIFs. Darunter fällt insbesondere, aber nicht ausschließlich die Durchführung von Programmen oder neuen Regeln, mittels derer Mastercard von im EWR ansässigen abrechnenden Banken erhobene Netz- oder andere Gebühren auf nicht im EWR ansässige Emittenten überträgt.

(11)

Vorbehaltlich seiner Verpflichtung zur Nichtumgehung dieser Zusagen darf Mastercard geeignete Verbraucherschutzmaßnahmen u. a. im Hinblick auf Betrug, Währungsumtausch, Erstattungen und Zahlungsumkehrungen treffen, um zu verhindern, dass Verbraucher durch die Änderung seiner Interbankenentgelt-Bestimmungen Nachteile erleiden.

(12)

Mastercard wird einen Überwachungstreuhänder bestellen, der die Erfüllung der von Mastercard eingegangenen Verpflichtungen überwacht. Die Ernennung des vorgeschlagenen Treuhänders unterliegt der Bestätigung durch die Kommission.

(13)

Das laufende Verfahren (siehe oben Abschnitt 2) gegen Mastercard wird, gegebenenfalls unter Einbeziehung eventueller Stellungnahmen, die auf diese Mitteilung hin eingehen, fortgesetzt.

4.   Aufforderung zur Stellungnahme

(14)

Vorbehaltlich der Ergebnisse des Markttests beabsichtigt die Kommission, einen Beschluss nach Artikel 9 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 zu erlassen, mit dem die oben zusammengefassten und auf der Website der Generaldirektion Wettbewerb veröffentlichten Verpflichtungszusagen für bindend erklärt werden.

(15)

Nach Artikel 27 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 fordert die Kommission interessierte Dritte auf, zu den angebotenen Verpflichtungen Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahmen müssen bei der Kommission spätestens einen Monat nach Veröffentlichung dieser Mitteilung eingehen. Interessierte Dritte werden ferner aufgefordert, eine nichtvertrauliche Fassung ihrer Stellungnahme vorzulegen, aus der etwaige Geschäftsgeheimnisse und andere vertrauliche Informationen gestrichen und durch eine nichtvertrauliche Zusammenfassung bzw. den Hinweis „Geschäftsgeheimnis“ oder „vertraulich“ ersetzt sind.

(16)

Die Antworten und Bemerkungen sollten nach Möglichkeit begründet werden und alle relevanten Angaben enthalten. Wenn Sie Bedenken hinsichtlich eines Teils der angebotenen Verpflichtungen haben, schlagen Sie bitte eine mögliche Lösung vor.

(17)

Die Stellungnahmen können der Kommission unter Angabe des Aktenzeichens AT.40049 — Mastercard II per E-Mail (COMP-GREFFE-ANTITRUST@ec.europa.eu), per Fax (Nummer +32 22950128) oder per Post an folgende Anschrift übermittelt werden:

Europäische Kommission

Generaldirektion Wettbewerb

Registratur Antitrust

1049 Bruxelles/Brussel

BELGIQUE/BELGIË


(1)  ABl. L 1 vom 4.1.2003, S. 1. Mit Wirkung vom 1. Dezember 2009 sind an die Stelle der Artikel 81 und 82 EG-Vertrag die Artikel 101 und 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) getreten. Die Artikel 81 und 82 EG-Vertrag und die Artikel 101 und 102 AEUV sind im Wesentlichen identisch. Im Rahmen dieser Mitteilung sind Bezugnahmen auf die Artikel 101 und 102 AEUV als Bezugnahmen auf die Artikel 81 und 82 EG-Vertrag zu verstehen, wo dies angebracht ist.

(2)  Mastercard definiert „Interbankentgelte für interregionale Transaktionen“ als Interbankentgelte, die in Ermangelung bilateral abgesprochener Interbankentgelte auf inter-regionale Transaktionen mit Konsumenten Debit und Kreditkarten zur Anwendung kommen („IIFs“).

(3)  Für Informationen zum Merchant Indifference Test siehe die Zusammenfassung der Kommissionsstudie von 2015 zu den Kosten von Bargeld und der Zahlkartenabwicklung, Seite 3, erhältlich auf http://ec.europa.eu/competition/sectors/financial_services/dgcomp_final_report_en.pdf.