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Amtsblatt |
DE Reihe C |
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C/2026/298 |
26.1.2026 |
Vorabentscheidungsersuchen des Consiglio di Stato (Italien), eingereicht am 11. November 2025 – Ministero dell’Agricoltura, della Sovranità Alimentare e delle Foreste u. a./Società Agricola Jure Srl
(Rechtssache C-716/25, Società Agricola Jure)
(C/2026/298)
Verfahrenssprache: Italienisch
Vorlegendes Gericht
Consiglio di Stato
Parteien des Ausgangsverfahrens
Beklagte im ersten Rechtszug und Berufungskläger: Ministero dell’Agricoltura, della Sovranità Alimentare e delle Foreste, Ministero dell’Ambiente e della Sicurezza Energetica, Ministero della Salute
Klägerin und Berufungsbeklagte: Società Agricola Jure Srl
Vorlagefragen
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1. |
Stehen Art. 38 AEUV, die [betreffenden] Bestimmungen der Richtlinien 2002/53/EG (1) und 2002/57/EG (2), der Verordnungen (EU) Nrn. 1307/2013 (3) und 1308/2013 (4) sowie der Verordnungen (EU) 2021/2115 (5) und 2022/126 (6) einer nationalen Regelung wie jener gemäß den Art. 14 und 17 und der Tabelle II des Decreto del Presidente della Repubblica n. 309/90 (Dekret des Präsidenten der Republik Nr. 309/90) in Verbindung mit den Art. 1 und 2 des Gesetzes Nr. 242/2016 in der bis zum 11. April 2025 geltenden Fassung in ihrer Auslegung durch die Rechtsprechung entgegen, soweit diese Regelung es nicht gestattet, zu den im gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten im Sinne der Richtlinie 2002/53/EG eingetragenen Sorten gehörende Cannabis sativa-Pflanzen, deren Tetrahydrocannabinolgehalt den gemäß Art. 32 Abs. 6 und Art. 35 Abs. 3 der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 festgelegten Gehalt nicht übersteigt, anzubauen und zu nutzen, um deren i) Blätter, ii) Blütenstände, iii) Öl und iv) Harz zu nutzen, und zwar unabhängig vom THC-Gehalt dieser Pflanzenteile und in Bezug auf das Öl ohne Unterscheidung zwischen Öl aus den Samen und Öl aus den Blütenständen und Blättern, so dass faktisch auch die Herstellung und das Inverkehrbringen von Öl aus den Samen der Pflanze verboten wird? |
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2. |
Stehen die Art. 34, 35 und 36 AEUV, der Rahmenbeschluss 2004/757/JI des Rates vom 25. Oktober 2004 sowie die Verordnungen (EG) Nrn. 178/2002 und 1223/2009 einer nationalen Regelung wie jener gemäß den Art. 14 und 17 und der Tabelle II des Decreto del Presidente della Repubblica n. 309/90 (Dekret des Präsidenten der Republik Nr. 309/90) in Verbindung mit den Art. 1 und 2 des Gesetzes Nr. 242/2016 in der bis zum 11. April 2025 geltenden Fassung in ihrer Auslegung durch die Rechtsprechung entgegen, soweit diese Regelung es nicht gestattet, zu den im gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten im Sinne der Richtlinie 2002/53/EG eingetragenen Sorten gehörende Cannabis sativa-Pflanzen, deren Tetrahydrocannabinolgehalt den gemäß Art. 32 Abs. 6 und Art. 35 Abs. 3 der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 festgelegten Gehalt nicht übersteigt, anzubauen und zu nutzen, um deren Blätter, Blütenstände und die betreffenden Derivate, darunter das aus den Blättern und Blütenständen dieser Pflanzen extrahierte Cannabidiol, herzustellen und in Verkehr zu bringen? |
(1) Richtlinie 2002/53/EG des Rates vom 13. Juni 2002 über einen gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten (ABl. 2002, L 193, S. 1).
(2) Richtlinie 2002/57/EG des Rates vom 13. Juni 2002 über den Verkehr mit Saatgut von Öl- und Faserpflanzen (ABl. 2002, L 193, S. 74).
(3) Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 mit Vorschriften über Direktzahlungen an Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe im Rahmen von Stützungsregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 637/2008 des Rates und der Verordnung (EG) Nr. 73/2009 des Rates (ABl. 2013, L 347, S. 608).
(4) Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 (ABl. 2013, L 347, S. 671).
(5) Verordnung (EU) 2021/2115 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 2. Dezember 2021 mit Vorschriften für die Unterstützung der von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik zu erstellenden und durch den Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zu finanzierenden Strategiepläne (GAP-Strategiepläne) und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 sowie der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 (ABl. 2021, L 435, S. 1).
(6) Delegierte Verordnung (EU) 2022/126 der Kommission vom 7. Dezember 2021 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2021/2115 des Europäischen Parlaments und des Rates um zusätzliche Anforderungen für bestimmte, von den Mitgliedstaaten in ihren GAP-Strategieplänen für den Zeitraum 2023 bis 2027 gemäß der genannten Verordnung festgelegte Interventionskategorien sowie um Vorschriften über den Anteil für den Standard für den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ-Standard) Nr. 1 (ABl. 2022, L 20, S. 52).
ELI: http://data.europa.eu/eli/C/2026/298/oj
ISSN 1977-088X (electronic edition)