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Amtsblatt
der Europäischen Union

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Reihe C


C/2025/262

20.1.2025

Urteil des Gerichts vom 6. November 2024 – Crédit agricole u. a./Kommission (Supranationale Anleihen, Staatsanleihen und halbstaatliche Anleihen)

(Rechtssache T-386/21 und T-406/21)  (1)

(Wettbewerb - Kartelle - Sektor der supranationalen Anleihen, Staatsanleihen und halbstaatlichen Anleihen in US-Dollar - Beschluss, mit dem eine Zuwiderhandlung gegen Art. 101 AEUV und Art. 53 des EWR-Abkommens festgestellt wird - Abstimmung von Preisen und des Handels mit Anleihen - Austausch sensibler Geschäftsinformationen - Einheitliche und fortgesetzte Zuwiderhandlung - Bezweckte Wettbewerbsbeschränkung - Berechnung der Geldbuße - Grundbetrag - Ersatzwert für den Umsatz - Nichtigkeitsklage - Befugnis zu unbeschränkter Nachprüfung)

(C/2025/262)

Verfahrenssprache: Englisch

Parteien

Klägerinnen in der Rechtssache T-386/21: Crédit agricole SA (Montrouge, Frankreich), Crédit agricole Corporate and Investment Bank (Montrouge) (vertreten durch D. Beard, Barrister-at-Law, C. Hutton, C. Peacock und J. Parkinson, Solicitors)

Klägerinnen in der Rechtssache T-406/21: UBS Group AG, Rechtsnachfolgerin der Credit Suisse Group AG (Zürich, Schweiz), Credit Suisse Securities (Europe) Ltd (London, Vereinigtes Königreich) (vertreten durch Rechtsanwälte R. Wesseling, F. ten Have und F. Brouwer)

Beklagte: Europäische Kommission (in der Rechtssache T-386/21 vertreten durch T. Franchoo, M. Farley und B. Cullen als Bevollmächtigte und in der Rechtssache T-406/21 vertreten durch A. Boitos, M. Farley, T. Franchoo und C. Vang als Bevollmächtigte)

Gegenstand

Mit ihrer auf Art. 263 AEUV gestützten Klage beantragen die Klägerinnen in der Rechtssache T-386/21 zum einen die Nichtigerklärung des Beschlusses C (2021) 2871 final der Kommission vom 28. April 2021 in einem Verfahren nach Artikel 101 AEUV und Artikel 53 des EWR-Abkommens (Sache AT.40346 – SSA-Anleihen) (im Folgenden: angefochtener Beschluss), soweit er sie betrifft, und zum anderen die Herabsetzung der ihnen mit diesem Beschluss auferlegten Geldbuße.

Mit ihrer auf Art. 263 AEUV gestützten Klage beantragen die Klägerinnen in der Rechtssache T-406/21 im Wesentlichen die Nichtigerklärung des angefochtenen Beschlusses, soweit er sie betrifft.

Tenor

1.

Die Rechtssachen T-386/21 und T-406/21 werden zu gemeinsamem Urteil verbunden.

2.

In der Rechtssache T-386/21

wird Art. 1 Buchst. c des Beschlusses C (2021) 2871 final der Kommission vom 28. April 2021 in einem Verfahren nach Artikel 101 AEUV und Artikel 53 des EWR-Abkommens (Sache AT.40346 – SSA-Anleihen) insoweit für nichtig erklärt, als festgestellt wird, dass die Crédit agricole SA und die Crédit agricole Corporate and Investment Bank im Zeitraum vom 10. Januar 2013 bis 24. März 2015 und nicht vom 11. Januar 2013 bis 24. März 2015 an der Zuwiderhandlung beteiligt waren;

wird Art. 2 Buchst. c des Beschlusses C (2021) 2871 final insoweit für nichtig erklärt, als die Geldbuße, für die die Crédit agricole Corporate and Investment Bank und die Crédit agricole gesamtschuldnerisch haften, auf 3 993 000 Euro festgesetzt wird;

wird die gegen die Crédit agricole Corporate and Investment Bank und die Crédit agricole in Art. 2 Buchst. c des Beschlusses C (2021) 2871 final verhängte Geldbuße auf 3 993 000 Euro festgesetzt;

wird die Klage im Übrigen abgewiesen;

tragen die Crédit agricole und die Crédit agricole Corporate and Investment Bank die Kosten.

3.

In der Rechtssache T-406/21

wird die Klage abgewiesen;

tragen die UBS Group AG und die Credit Suisse Securities (Europe) Ltd die Kosten.


(1)   ABl. C 338 vom 23.8.2021.


ELI: http://data.europa.eu/eli/C/2025/262/oj

ISSN 1977-088X (electronic edition)