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Amtsblatt
der Europäischen Union

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Serie C


C/2024/2110

11.3.2024

Veröffentlichung eines Antrags auf Eintragung eines Namens nach Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel

(C/2024/2110)

Diese Veröffentlichung eröffnet die Möglichkeit, gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates (1) innerhalb von drei Monaten ab dem Datum dieser Veröffentlichung Einspruch gegen den Antrag zu erheben.

EINZIGES DOKUMENT

„ISTARSKI MED / ISTRSKI MED“

EU-Nr.: PDO-HR+SI-2833 – 14.3.2022

g. U. (X) g. g. A. ( )

1.   Name(n) [der g. U. oder der g. g. A.]

„Istarski med / Istrski med“

2.   Mitgliedstaat oder Drittland

Republik Kroatien und Republik Slowenien

3.   Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels

3.1.   Art des Erzeugnisses

Klasse 1.4. Sonstige Erzeugnisse tierischen Ursprungs (Eier, Honig, verschiedene Milcherzeugnisse außer Butter usw.).

3.2.   Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt

Das Erzeugnis mit der geschützten Ursprungsbezeichnung (g. U.) „Istarski med / Istrski med“ bezeichnet Honig, der von Bienen der Art Apis mellifera erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Honigpflanzen, Absonderungen lebender Pflanzenteile oder auf lebenden Pflanzenteilen vorhandene Ausscheidungen von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydrieren und in den Waben des Bienenstockes speichern und reifen lassen.

Physikalisch-chemische Eigenschaften:

Wassergehalt ≤ 18,6 %,

Diastaseindex ≥ 10, ausgenommen Robinienhonig, der eine Diastase-Zahl von ≥ 3 (Schade-Skala) aufweist -

HMF-Gehalt ≤ 15.0 mg/kg

Melissopalynologische Merkmale:

Das Pollenspektrum von „Istarski med“ / „Istrski med“ muss der Vegetation des unter Punkt 4 definierten Gebiets entsprechen. Je nach Honigsorte macht der Pollen von Nektarpflanzenarten der folgenden Familien einen großen Anteil des Spektrums aus: Fabaceae, Sapindaceae, Rhamnaceae, Cornaceae, Brassicaceae, Loranthaceae, Malvaceae, Liliaceae, Lamiaceae, Fagaceae, Rosaceae, Apiaceae, Salicaceae, Adoxaceae, Ericaceae, Asteraceae, Oleaceae, Araliaceae, Ranunculaceae, Asphodelaceae, Anacardiaceae. Geringe Mengen von Pollen der Nektarpflanzenarten folgender Familien können ebenfalls vorhanden sein: Aquifoliaceae, Boraginaceae, Amaryllidaceae, Asparagaceae, Scrophulariaceae, Urticaceae, Campanulaceae, Fumariaceae und andere.

In dem Erzeugnis mit der g. U. „Istarski med“ / „Istrski med“ können auch Pollen von nektarlosen Pflanzenarten der folgenden Familien enthalten sein: Quercus spp., Fraxinus spp., Helianthemum spp., Papaver spp., Plantago spp., Betula spp., Alnus spp., Carex spp., Pinus spp., Cistus spp., Poaceae und Pinaceae, Fragaria vesca, Cupressus sempervirens, Olea europaea, Filipendula ulmaria, Vitis vinifera, Corylus avellana und anderen Pflanzenarten in geringeren Mengen.

Physikalisch-chemische Eigenschaften:

Honigsorte

Elektrische Leitfähigkeit

Robinienhonig

≤ 0,25 mS/cm

Salbeihonig

0,20-0,55 mS/cm

Kastanienhonig

≥ 0,8 mS/cm

Blütenhonig

≤ 0,8 mS/cm

Honigtauhonig von Laubbäumen

≥ 0,8 mS/cm

Winterbohnenkrauthonig

≤ 0,8 mS/cm

Lindenhonig

0,5-1,1 mS/cm

Melissopalynologische Eigenschaften:

 

Beschreibung

Robinienhonig

Er muss Pollen der Robinie (Robinia pseudoacacia L.) enthalten und kann Begleitpollen von folgenden Pflanzen aufweisen: Rosaceae, Fabaceae, Cornus sanguinea, Prunus spp., Poaceae, Salix spp., Fragaria vesca, Quercus spp., Fraxinus spp., Lotus spp., Ligustrum vulgare, Helianthemum spp.

Einzelpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Cornus mas, Aesculus hippocastanum, Apiaceae, Loranthus europaeus, Acer spp., Pinus spp., Plantago spp. Filipendula ulmaria, Castanea sativa, Lamiaceae, Brassicaceae, Asparagus spp., Tilia spp., Taraxacum officinale, Phacelia tanacetifolia, Paliurus spina christi, Olea europea, Asteraceae (Gattung Solidago).

Salbeihonig

Der Anteil an Pollen von Salbei (Salvia officinalis L.) muss mindestens 15 % betragen.

Begleitpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Rosaceae, Robinia pseudoacacia, Quercus spp., Prunus spp., Paliurus spina christi, Olea europea, Ligustrum vulgare.

Einzelpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Poaceae, Pistacia spp., Lamiaceae, Filipendula ulmaria, Cornus sanguinea.

Kastanienhonig

Der Anteil an Pollen der Edelkastanie (Castanea sativa Mill.) muss mindestens 85 % betragen.

Einzelpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Paliurus spina christi, Fabaceae, Rosaceae, Pistacia spp., Prunus spp., Salix spp.

Blütenhonig

Er kann unterschiedliche Anteile an Pollen von folgenden Pflanzen enthalten: Fabaceae, Rosaceae, Quercus spp., Prunus spp., Poaceae, Paliurus spina christi, Acer spp., Pilzsporen, Salix spp., Apiaceae, Robinia pseudoacacia, Fraxinus spp., Fragaria vesca, Cornus sanguinea, Lotus spp., Lamiaceae, Castanea sativa, Aesculus hippocastanum.

Honigtauhonig von Laubbäumen

Das Verhältnis der Honigtauelemente (Pilzsporen, Teile von Hyphen, Grünalgen) zu den Pollenkörnern der Nektarpflanzenarten muss mindestens 1,5 betragen, wobei unterschiedliche Anteile an Pollen von folgenden Pflanzen enthalten sein können: Fabaceae, Castanea sativa, Rosaceae, Salix spp., Paliurus spina christi, Robinia pseudoacacia, Cornus sanguinea, Prunus spp., Lotus spp., Poaceae, Quercus spp., Olea europea, Fraxinus spp., Filipendula ulmaria, Fragaria vesca, Asteraceae (Gattung Solidago), Apiaceae, Tilia spp., Taraxacum officinale, Pinus spp., Loranthus europaeus, Liliaceae, Ligustrum vulgare, Lamiaceae, Helianthemum spp., Cornus mas, Brassicaceae, Asteraceae (Gattung Taraxacum), Acer spp.

Winterbohnenkrauthonig

Der Anteil an Pollen des Winterbohnenkrauts (Satureja montana L.) muss mindestens 20 % betragen.

Begleitpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Hedera helix, Satureja montana, Fabaceae, Tilia spp., Rosaceae.

Einzelpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Castanea sativa, Echium vulgare, Filipendula ulmaria, Liliaceae, Poaceae, Asteraceae (Gattung Solidago), Asteraceae (Gattung Taraxacum), Centaurea jacea, Fragaria vesca.

Lindenhonig

Der Anteil an Pollen der Linde (Tilia sp.) muss mindestens 25 % betragen.

Begleitpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Rosaceae, Quercus spp., Poaceae, Paliurus spina christi, Fabaceae, Castanea sativa, Fraxinus spp., Asteraceae (Gattung Solidago).

Einzelpollen von folgenden Pflanzen können enthalten sein: Vitis vinifera, Trifolium spp., Sambucus nigra, Ranunculus spp., Phacelia tanacetifolia, Liliaceae, Helichrysum italicum, Helianthus annuus, Centaurea spp., Centaurea jacea, Carex spp., Asteraceae, Apiaceae.

Organoleptische Eigenschaften:

 

Farbe

Geruch

Geschmack

Robinien-honig

hellgelb bis gelb, fast farblos

mild, nach frischer Honigwabe, frischem Wachs und Robinienblüten

süß bis sehr süß, kurzlebig

Salbei-honig

rötlich-braun, rot-orange, gelblich-rot, bernsteinfarben, mit grünlichem Schimmer

holzig, angenehm

leicht prickelnd, anhaltend, süß, leicht bitter

Kastanien-honig

rötlich-braun

mäßig intensiv bis intensiv, nach Kastanienblüten

intensiv, bitter bis sehr bitter, anhaltend

mäßig süß bis süß

Blütenhonig

gelb bis dunkel bernsteinfarben

angenehm, blumig, nach gekochtem Obst, Wiesenblumen, Wachs und Zucker

kann leicht scharf sein

süß bis sehr süß, leicht säuerlich bis säuerlich, anhaltend

Honigtau-honig von Laubbäumen

hellbraun bis dunkel rötlich-braun

nach Holz und Karamell, intensiv

leicht prickelnd, nach Holz und Karamell, mäßig süß

Winter-bohnen-kraut-honig

rötlich-bernsteinfarben

nach Trockenfrüchten

süß, anhaltend und leicht säuerlich

Lindenhonig

gelb bis bernsteinfarben

ausgeprägt, erfrischend, nach Lindenblüten, Menthol, Zitronenschale und Holz

mäßig süß, leicht säuerlich, leicht bis mäßig bitter, erfrischend, anhaltend

3.3.   Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)

3.4.   Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen

Alle Erzeugungsschritte, vom Sammeln des Nektars durch die Bienen bis zum Schleudern des Honigs, müssen in dem geografischen Gebiet erfolgen.

3.5.   Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

Das Abfüllen von „Istarski med“ / „Istrski med“ erfolgt ausschließlich in dem unter Punkt 4 genannten geografischen Gebiet, im Wesentlichen um die Rückverfolgbarkeit des Erzeugnisses und damit seine Echtheit und seine besonderen Merkmale zu gewährleisten. Dies trägt dazu bei, die Möglichkeit einer Verfälschung des Erzeugnisses durch Vermischung mit ähnlichen Erzeugnissen zu minimieren, was wahrscheinlicher ist, wenn das Abfüllen außerhalb des abgegrenzten geografischen Gebiets erfolgt.

3.6.   Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

Beim Inverkehrbringen des Erzeugnisses in bereits abgefüllter Form muss die Bezeichnung „Istarski med“ oder „Istrski med“ in größeren Schriftzeichen als jede andere Bezeichnung auf der Verpackung angegeben werden. Auf dem Etikett muss auch ein Stempel mit einer laufenden Identifikationsnummer und dem gemeinsamen Symbol (Logo) zu sehen sein.

Alle Nutzer der g. U. „Istarski med“ / „Istrski med“, die das Erzeugnis gemäß dieser Produktspezifikation in Verkehr bringen, dürfen diesen Stempel unter den gleichen Bedingungen verwenden.

Das gemeinsame Symbol ist ein Honigtropfen mit abwechselnd grauen und schwarzen Querstreifen vor einem gelben Sechseck, das eine stilisierte Honigwabe darstellt. Unter dem Sechseck steht in Großbuchstaben „ISTARSKI MED“ für die kroatische Variante (Abbildung 1) und „ISTRSKI MED“ für die slowenische Variante (Abbildung 2).

Abbildung 1

Image 1

Abbildung 2

Image 2

4.   Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets

Das Erzeugungsgebiet von „Istarski med“ / „Istrski med“ umfasst in Kroatien die Halbinsel Istrien und ihre Inseln in der Gespanschaft Istrien, außerdem die Gemeinden Opatija, Lovran, Mošćenička Draga und Matulji, die Inseln Cres und Lošinj und die zugehörigen kleineren Inseln Unije, Ilovik, Susak und Vele Srakane sowie eine Reihe von unbewohnten Inselchen. In Slowenien umfasst das Erzeugungsgebiet die Region Slowenisch-Istrien, die aus den Gemeinden Koper, Izola, Piran und Ankaran besteht.

In Slowenien fällt die Grenze des Erzeugungsgebiets mit der nördlichen Grenze der Gemeinden Ankaran und Koper zusammen, die vom Grenzübergang Lazaret/Lazzaretto an der slowenisch-italienischen Grenze bis zur Grenze zwischen den Gemeinden Koper und Sežana neben dem Naturpark Dolina Glinščice/Val Rosandra verläuft. Das geografische Gebiet erstreckt sich weiter entlang der Grenze zwischen den Gemeinden Koper und Sežana südlich des Dorfes Ocizla und nördlich des Dorfes Črnotiče, nach Süden bis zum Naturpark Slavnik und an dessen nordöstlichem Rand entlang bis zur Grenze mit Kroatien.

5.   Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet

5.1   Besonderheit des geografischen Gebiets

Istrien zeichnet sich dank einer Vielzahl günstiger Bedingungen durch eine reiche und vielfältige Flora aus. An erster Stelle ist die geografische Lage Istriens zu nennen, gefolgt von Klima, Relief, der petrografischen Grundlage und der Bodenzusammensetzung.

Das geografische Gebiet profitiert zudem von besonderen klimatischen Bedingungen. Das Klima ist sehr kontrastreich. Das liegt in erster Linie daran, dass Istrien als Halbinsel auf drei Seiten vom Meer umgeben ist, aber auch an der Lage der Region am nördlichen Rand der Adria, wo der mediterrane Teil und das Festland Eurasiens aufeinandertreffen. Je nach Breitengrad und den Reliefmerkmalen wird Istrien in drei Klimazonen eingeteilt. Der zentrale und südliche Küstenteil zeichnet sich durch ein mediterranes Klima aus, während der nördliche Teil und der weiter im Landesinneren gelegene Teil ein mäßig warmes, feuchtes Klima mit heißen Sommern aufweist. Im nördlichen Festlandteil herrscht ein submediterranes Klima vor.

Die verschiedenen Sorten von „Istarski med“ / „Istrski med“ unterscheiden sich je nach den Pflanzengemeinschaften, die wiederum entsprechend dem Zusammenspiel von Klima, Boden und Relief variieren. Geografisch gesehen liegt Istrien an der Trennlinie zwischen dem Mittelmeer und den dinarischen und alpinen Gebirgszügen, daher ist die Vegetation von der Flora dieser Regionen geprägt. Aus diesem Grund gibt es auf der Halbinsel Istrien mehrere Vegetationsgebiete, und diese Pflanzenvielfalt ist eine wichtige Grundlage für die Erzeugung der verschiedenen Sorten von „Istarski med“ / „Istrski med“. Ein schmaler Küstenstreifen ist mit immergrünen Wäldern aus Steineichen und Buschwerk – einer für den Mittelmeerraum charakteristischen Pflanzenwelt – bedeckt. Die Laubwälder aus Flaumeichen und Orientalischen Hainbuchen sind die am weitesten verbreitete Form der Waldvegetation in Istrien und erstrecken sich über den größten Teil des istrischen Festlandes, von Zentralistrien bis hin zum Streifen der immergrünen Vegetation. In diesen Laubwäldern dominiert die Flaum- oder Stieleiche, die zusammen mit der Steineiche eine wichtige Honigtauquelle darstellt. Kastanienbäume finden sich an den Hängen des Učka-Gebirges oberhalb von Lovran und im westlichen Istrien (Bujština), vor allem in den Wäldern der Orientalischen Hainbuche und der Flaumeiche, wegen der tiefgründigen sauren Böden, die sich auf den ehemaligen Roterde-Böden gebildet haben. Diese Edelkastanienbäume liefern ausreichend Nektar, sodass das abgegrenzte Gebiet zu den gut erhaltenen kroatischen Regionen gehört, in denen außergewöhnlich sortenreiner Kastanienhonig erzeugt werden kann. Vor allem im Südosten Istriens gibt es eine weitverbreitete Pflanzengemeinschaft von Heilsalbei und Federgras, die als Bienenweidepflanzen dienen. Sie liefern große Mengen an Nektar und ermöglichen die Erzeugung des für das mediterrane Klima charakteristischen, am meisten geschätzten Honigs: des Salbeihonigs. Zugleich ist dieses Gebiet der nördlichste Punkt, an dem der Heilsalbei in seiner ursprünglichen Form vermehrt vorkommt. Das Gebiet der Flaumeiche und des Pfeifengrases ist im Hinblick auf die Vegetation der vielfältigste Teil Istriens. Die meisten Robinienbestände befinden sich in Zentral- und Nordistrien, einige reichen jedoch weiter in die mediterrane Klimazone hinein, wo sie zusammen mit der mediterranen Flora als Nektarquelle dienen. Dies wirkt sich neben der Hauptpflanzenart auf die besonderen Merkmale des Robinienhonigs aus.

In einer Beschreibung der Flora des Cres-Lošinj-Archipels gibt Wallnöfer (2008) an, dass von den 1 130 erfassten Taxa 253 allein auf Cres und 273 allein auf Lošinj entfallen. Im nördlichen, submediterranen Teil der Insel Cres sind die wichtigsten Pflanzengemeinschaften der Felsvegetation die Heilsalbeiweiden und die Pflanzengemeinschaft von Schwingel und Schillergras. Im Gebiet von Osoršćice gibt es etwa 700 Pflanzenarten, was zwei Dritteln der gesamten Flora von Lošinj entspricht.

Miloš Furlan (2007) schreibt über die Merkmale der Bienenweiden in Slowenisch-Istrien, dass „das Gebiet fast alle typischen saisonalen Weiden aufweist, von den Frühjahrsweiden bis zu den Weiden der Hauptart Robinie (Akazie) über Kastanienweiden und Weiden der Herbstvegetation, wobei auch Honigtau an den Bäumen und süße Substanzen an verschiedenen reifen Früchten wie Feigen, Trauben und ähnlichem eine Nahrungsquelle darstellen“.

5.2   Besonderheit des Erzeugnisses

Die Besonderheit von „Istarski med“ / „Istrski med“ ist auf die natürlichen Ressourcen zurückzuführen, die die Grundlage für seine Erzeugung bilden. Als rares Lebensmittel liefert Honig aufgrund seiner Besonderheit (Vorhandensein von Pollenkörnern) Informationen über das Gebiet, in dem er erzeugt wird. Da Istrien an der Grenze zwischen zwei biogeografischen Regionen – mediterran und kontinental – liegt, ist Istrien eine in Bezug auf die Flora außergewöhnliche Region.

Im Robinienhonig finden sich große Pollenanteile der folgenden Pflanzenarten: Fraxinus, Pflanzen der Familie Rhamnaceae, Salix, Loranthus europaeus, Cotinus coggyria, Prunus f., Vicia, Trifolium pratense gr., Coronilla/Hippocrepis, Chamaerops und Filipendula, während verschiedene Studien darauf hindeuten, dass der typische Anteil von Pollen der Robinie zwischen 7 % und 60 % liegt, sodass bei der Bestimmung der Herkunft auf die Ermittlung spezifischer physikalischer oder chemischer Eigenschaften geachtet wird.

Ein weiterer Indikator für die Herkunft der Robinienhonigproben ist die sehr geringe elektrische Leitfähigkeit (0,11-0,18 mS/cm), die typisch für Robinienhonig ist.

Es wurde auch festgestellt, dass der Honig nicht kristallisiert – eine Eigenschaft, die normalerweise dem Vorhandensein von Rapsnektar zugeschrieben wird. Da nachweislich keine Rapspollenkörner vorhanden sind, kann der Schluss gezogen werden, dass die fehlende Kristallisation ein spezifisches Merkmal des auf der Halbinsel Istrien erzeugten Robinienhonigs ist.

Kastanienhonig ist bekannt für seinen hohen Anteil an Pollen der Edelkastanie, der bei Proben aus Istrien stets mehr als 90 % beträgt. Darüber hinaus unterscheidet sich das Pollenspektrum des istrischen Kastanienhonigs von dem der Erzeugnisse aus den Nachbarländern, z. B. dominieren im Kastanienhonig aus den Italienischen Alpen Pollen von Pflanzenarten der Gebirgsvegetation, wie Pflanzen der Familie Ericaceae und Tilia.

In den Proben des Blütenhonigs wurden wesentliche Pollenanteile von Castanea und Prunus f. und geringere Pollenanteile von Rubus f., Clematis, Castanea, Brassica f., Umbelliferae/Apiaceae, Pflanzen der Familie Rhamnaceae, Trifolium repens gr., Vicia, Melilotus und Coronilla/Hippocrepis gefunden. Das Pollenspektrum zeichnet sich ferner durch das Vorhandensein von Pollen der folgenden typischen Pflanzenarten der Region aus: Ailanthus, Loranthus, Asparagus acutifolius, Aesculus und Cotinus coggyria.

Neben Nektarhonig erzeugen die Imker in Istrien auch Honigtauhonig von Laubbäumen, der besondere Merkmale aufweist. Analysen von Honigproben haben gezeigt, dass das Verhältnis der Honigtauelemente zu den Pollenkörnern von Nektarpflanzenarten zwischen 2,03 und 29,3 liegt, mit einem Medianwert von 8,2, der den für die Klassifizierung als Honigtauhonig erforderlichen Wert (> 3) weit übertrifft. Ebenso wurde im Rahmen von Pollenanalysen ein charakteristisches Pollenspektrum bestätigt, in dem auch Pollen von nektarlosen Pflanzenarten wie Fraxinus, Quercus, Plantago und Gramineae/Pocaeae enthalten sind. Darüber hinaus umfasst das charakteristische Pollenspektrum der Nektarpflanzenarten Pflanzen der Familie Rhamnaceae und Prunus f., die in 100 % der Proben vorhanden waren, gefolgt von Castanea, Rubus f., Compositae T, Brassica f., Asparagus acutifolius und Clematis, während Cotinus coggyria und Aesculus in etwas geringeren Anteilen nachgewiesen wurden.

Die Besonderheit des istrischen Salbeihonigs spiegelt sich in seinem botanischen Ursprung und dem größeren Anteil an Pollen von Robinia pseudoacacia, Rosaceae, Ligustrum vulgare, Fabaceae, Ericaceae, Acer spp., Lotus spp. und Salix spp. wider. Er unterscheidet sich von Salbeihonig aus der Region der nördlichen Adria, wo die meisten Pollen von Rhamnaceae, Acer spp, Castanea sativa, Myosotis spp., Prunus spp. und Rubus spp. stammen, während sich das Pollenspektrum in Dalmatien durch Pollen von Paliurus spina christi, Erica arborea, Trifolium pratense, Melilotus spp., Centaurea jacea und Apiaceae auszeichnet.

Anhand von Analysen des Pollenspektrums in Proben von Winterbohnenkrauthonig wurde festgestellt, dass ein großer Teil der Pollen von Hedera helix, Fabaceae, Tilia spp., Rosaceae, Castanea sativa, Echium vulgare und Liliaceae stammt. Dies unterscheidet sich deutlich von Honigproben aus Spanien, wo Pollen von Diplotaxis spp., Onobrychis vicifolia, Centaurea spp., Lavandula latifolia, Thymus spp. und Apiaceae überwiegen.

Analysen von Lindenhonigproben haben gezeigt, dass ein großer Teil der Pollen von Rosaceae, Paliurus spina christi, Fabaceae, Castanea sativa, Asteraceae (Gattung Solidago), Liliaceae, Centaurea spp. und Asteraceae stammt. Bei einem Vergleich wurde festgestellt, dass sich die identifizierten Pflanzenarten von jenen im italienischen Lindenhonig unterscheiden, dessen Pollengehalt sich vorwiegend aus Rubus spp., Trifolium repens, Robinia pseudoacacia, Ailanthus altissima, Amorpha spp. und Acer spp. zusammensetzt, während das Pollenspektrum des rumänischen Lindenhonigs durch Pollen von Brassica napus, Helianthus annuus, Melilotus spp. und Solidago spp. gekennzeichnet ist.

Diese wissenschaftlichen Untersuchungen und Analysen, bei denen eine Kombination von Pollen kontinentaler und mediterraner Pflanzenarten festgestellt wurde, legen nahe, dass sich das Erzeugnis mit der g. U. „Istarski med“ / „Istrski med“ von Honig aus anderen Regionen unterscheidet. Die Anteile von Pollen verschiedener Pflanzenarten tragen auch zu den besonderen physikalisch-chemischen und organoleptischen Eigenschaften (Farbe, Geschmack, Geruch) von „Istarski med“ / „Istrski med“ bei, die von den Eigenschaften derselben Honigsorten aus anderen geografischen Gebieten abweichen. Außerdem zeichnet sich das Erzeugnis mit der g. U. „Istarski med“ / „Istrski med“ durch seine Frische (HMF-Höchstgehalt von 15,0 mg/kg) und einen Wassergehalt von bis zu 18,6 % aus. Um diese Eigenschaften zu erhalten, wird das Erzeugnis mit der g. U. „Istarski med“ / „Istrski med“ keiner intensiven Wärmebehandlung unterzogen. So werden die mit der spezifischen Flora des Erzeugungsgebiets zusammenhängenden Merkmale des Erzeugnisses bewahrt.

5.3   Ursächlicher Zusammenhang zwischen dem geografischen Gebiet und der Besonderheit des Erzeugnisses

Istrien ist ein einzigartiges agrarökologisches Gebiet, das in Bezug auf Relief, Bodenzusammensetzung, Geomorphologie und Klima sehr vielfältig ist. Das Zusammenspiel dieser Faktoren führt zu einer typischen Zusammensetzung der Flora, die die Grundlage für die Erzeugung einer Vielzahl von Honigsorten bildet. Die Vielfalt und der Reichtum dieser Flora tragen unmittelbar zur Besonderheit von „Istarski med“ / „Istrski med“ bei, die in seinem spezifischen Geschmack und Geruch zum Ausdruck kommt. Die Kombination der in bestimmten Honigsorten enthaltenen Pollenanteile verleiht ihnen spezifische organoleptische Eigenschaften (Farbe, Geruch und Geschmack), die sich von jenen der Proben derselben Honigsorten aus anderen geografischen Gebieten unterscheiden. Im Laufe der Zeit haben die istrischen Imker zur Entwicklung der besonderen Eigenschaften des Honigs beigetragen, indem sie sich mit der botanischen Zusammensetzung und den klimatischen Besonderheiten der verschiedenen Mikrogebiete vertraut gemacht haben. Mithilfe dieses Wissens können sie die Phasen des Lebenszyklus bestimmter Trachtpflanzen genauer verfolgen. Indem sie die Natur und das Klima genau beobachten, können die istrischen Imker genau bestimmen, wo und wann sie ihre Bienenstöcke aufstellen bzw. wann sie mit dem Schleudern des Honigs beginnen, um den typischen Charakter und den hohen Reinheitsgrad des Nektars zu erhalten. Diese Praxis trägt dazu bei, dass der Honig äußerst sortenrein ist. Die spezifischen Boden- und Klimaverhältnisse des Erzeugungsgebiets, die langjährige Erfahrung der Imker und die bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts zurückreichende und von Generation zu Generation weitergegebene Tradition der Honiggewinnung machen das Erzeugnis mit der g. U. „Istarski med“ / „Istrski med“ schließlich zu einem Produkt mit Wiedererkennungswert für die Verbraucher.

Hinweis auf die Veröffentlichung der Produktspezifikation

https://poljoprivreda.gov.hr/UserDocsImages/dokumenti/hrana/proizvodi_u_postupku_zastite-zoi-zozp-zts/Specifikacija%20Istarski%20med%2026-4-2023.doc

https://www.gov.si/assets/ministrstva/MKGP/PODROCJA/HRANA/SHEME-KAKOVOSTI/CERTIFICIRANI-PROIZVAJALCI-IZBRANA-KAKOVOST/CERTIFICIRANI-PROIZVAJALCI-ZASCITENIH-KMETIJSKIH-PRIDELKOV/Istrski_med_Istarski_med.pdf


(1)   ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1, ELI: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2012/1151/oj?locale=de.


ELI: http://data.europa.eu/eli/C/2024/2110/oj

ISSN 1977-088X (electronic edition)