Europäische Risikokapitalfonds

 

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Verordnung (EU) Nr. 345/2013 über Europäische Risikokapitalfonds

WAS IST DER ZWECK DIESER VERORDNUNG?

Sie zielt darauf ab, Wachstum und Innovationen von Unternehmen in der EU, einschließlich kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), zu fördern.

Sie führt die neue Bezeichnung Europäischer Risikokapitalfonds, auch EuVECA genannt, sowie Maßnahmen ein, die es den Verwaltern anhand einer einheitlichen Regelung ermöglichen, ihre Fonds EU-weit einzurichten und zu vertreiben. Dieses einheitliche Regelwerk ermöglicht es Anlegern, genau zu wissen, was sie von ihrer Investition in EuVECA erwarten dürfen.

Es sorgt zudem dafür, dass Risikokapitalfonds besser positioniert sind, um zusätzliche Kapitalzusagen zu beschaffen und zu expandieren.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Im Durchschnitt verfügen EU-Risikokapitalfonds über Mittel in Höhe von etwa 60 Millionen EUR, während ein ähnlicher Fonds in den USA über mehr als das Doppelte verfügt. Durch die Förderung des Wachstums dieser EU-Fonds sollte es möglich sein, Kapitalzusagen für einzelne Unternehmen anzukurbeln und die Wirkungsbreite der Investitionen zu verbessern.

Die Verordnung zielt darauf ab, Fonds zu unterstützen, damit diese wachsen und zudem eine breiter gestreute Anlagestrategie einsetzen, um sich auf Sektoren wie IT, Biotechnologie und Gesundheitswesen zu spezialisieren. Dies sollte zu einer höheren weltweiten Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen beitragen.

Bezeichnung „EuVECA“

Um sich für die Bezeichnung EuVECA zu qualifizieren und ihre Fonds EU-weit zu vertreiben, müssen Verwalter einen Fonds einrichten, der:

Die Verordnung legt einheitliche Qualitätskriterien für Verwalter von qualifizierten Risikokapitalfonds fest, die die Bezeichnung EuVECA führen möchten. Diese Anforderungen umfassen alles von der Organisation und Verhaltensweise der Verwalter bis hin zu der Art, wie sie Anleger über ihre Tätigkeiten und Anlagestrategien unterrichten.

Außerdem müssen sich diese Verwalter in dem Land, in dem der Fonds errichtet wurde, registrieren und Jahresberichte vorlegen. Das Land, in dem der Fonds angesiedelt ist, verpflichtet sich, die Einhaltung aller in der Verordnung enthaltenen Vorschriften zu gewährleisten.

Da Investitionen in Risikokapitalfonds unter Umständen mit einem gewissen Risiko verbunden sind, definiert die Verordnung, wer in EuVECA anlegen darf: professionelle Anleger und bestimmte andere Kategorien wie vermögende Privatpersonen.

Die Verordnung (EU) 2017/1991 ändert die Verordnung (EU) Nr. 345/2013 über Europäische Risikokapitalfonds sowie die verwandte Verordnung (Verordnung (EU) Nr. 346/2013) über Europäische Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) und weitet den Anwendungsbereich der Bezeichnungen „EuVECA“ und „EuSEF“ auf Verwalter von Organismen für gemeinsame Anlagen* aus, die gemäß Artikel 6 der Richtlinie 2011/61/EU zugelassen sind. Sie erweitert außerdem die Bandbreite geeigneter Unternehmen und verringert die mit dem Vertrieb der Fonds in der EU verbundenen Kosten.

WANN TRITT DIESE VERORDNUNG IN KRAFT?

Die Verordnung ist am 22. Juli 2013 in Kraft getreten, mit Ausnahme von Artikel 9 Absatz 5, der bereits seit 15. Mai 2013 Anwendung findet. Verordnung (EU) Nr. 345/2013 wird durch Verordnung (EU) 2017/1991 geändert. Sie gilt ab dem 1. März 2018.

HINTERGRUND

Das Wirtschaftswachstum der EU hängt in hohem Maße von den dort angesiedelten 23 Millionen KMU ab, die zudem in den letzten Jahren 80 % aller neuen Arbeitsplätze geschaffen haben. Da der Zugang zu konventionellen Bankdarlehen zunehmend erschwert wird, gehen viele KMU dazu über, ihre Forschung, Produktentwicklung oder die Erschließung neuer Märkte über Risikokapitalgeber zu finanzieren.

Weiterführende Informationen:

SCHLÜSSELBEGRIFFE

Organismen für gemeinsame Anlagen: Anlageinstrumente, die das Kapital der Anleger sammeln und dieses in ein Portfolio von Finanzinstrumenten wie Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren investieren.

HAUPTDOKUMENT

Verordnung (EU) Nr. 345/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2013 über Europäische Risikokapitalfonds (ABl. L 115 vom 25.4.2013, S. 1-17)

Die im Nachhinein vorgenommenen Änderungen der Verordnung (EU) Nr. 345/2013 wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

VERBUNDENE DOKUMENTE

Verordnung (EU) 2017/1991 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 345/2013 über Europäische Risikokapitalfonds und der Verordnung (EU) Nr. 346/2013 über Europäische Fonds für soziales Unternehmertum (ABl. L 293 vom 10.11.2017, S. 1-18)

Verordnung (EU) Nr. 346/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2013 über Europäische Fonds für soziales Unternehmertum (ABl. L 115 vom 25.4.2013, S. 18-38)

Richtlinie 2011/61/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2011 über die Verwalter alternativer Investmentfonds und zur Änderung der Richtlinien 2003/41/EG und 2009/65/EG und der Verordnungen (EG) Nr. 1060/2009 und (EU) Nr. 1095/2010 (ABl. L 174 vom 1.7.2011, S. 1-73).

Siehe konsolidierte Fassung.

Letzte Aktualisierung: 28.02.2018