Europäischer Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (2014-2020)

Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) hilft Arbeitnehmern, wenn sie infolge von Veränderungen des Welthandelsgefüges ihren Arbeitsplatz verloren haben.

RECHTSAKT

Verordnung (EU) Nr. 1309/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über den Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (2014-2020) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1927/2006.

ZUSAMMENFASSUNG

Seit dem Jahr 2007 bietet der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) Arbeitnehmern finanzielle Unterstützung bei der Arbeitssuche bzw. bei Umschulungen, wenn diese ihren Arbeitsplatz verloren haben, weil ihr Unternehmen aufgrund der Globalisierung schließen musste oder die Produktion außerhalb der EU verlagert hat.

Allgemein gilt, dass der EGF nur dort zum Einsatz kommt, wenn mehr als 500 Arbeitnehmer von einem einzigen Unternehmen (einschließlich der Lieferanten und nachgelagerten Unternehmern) entlassen werden oder wenn in einer oder mehreren benachbarten Regionen zahlreiche Arbeitnehmer eines einzigen Industriezweigs ihre Arbeit verlieren.

Für den Zeitraum 2014-2020 verfügt der EGF über ein Jahresbudget von 150 Mio. EUR. Aus diesem Fonds können bis zu 60 % der Kosten von Projekten bestritten werden, die den entlassenen Arbeitnehmern helfen können, einen neuen Job zu finden oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Die EGF-Mittel dürfen jedoch nicht zur Deckung von Kosten für die Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit von Unternehmen oder deren Umstrukturierung eingesetzt werden.

Wer Unterstützung beantragen kann

Einzelne Arbeitnehmer, die ihre Arbeit verloren haben, können EGF-Unterstützung erhalten (Selbständige, Zeitarbeiter oder unbefristet Beschäftigte). Bis Ende 2017 können junge Menschen, die weder in Arbeit noch in Ausbildung sind (NEET-Jugendlichegenannt, füryoung people not in employment, education or training), in Regionen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit EGF-Unterstützung in gleicher Höhe wie die Arbeitnehmer in diesen Regionen erhalten.

Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören:

Antragstellung

Anträge auf Unterstützung werden von den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten bei der Europäischen Kommission gestellt. Wird dem Antrag stattgegeben, obliegt die Abhandlung und Umsetzung den zuständigen einzelstaatlichen oder regionalen Behörden. Die Laufzeit der Projekte beträgt zwei Jahre.

Im Gegensatz zu Projekten im Rahmen der Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESIF), wie z. B. dem Europäischen Sozialfonds, die langfristig angelegt sind, dienen EGF-Projekte dazu, Einzelpersonen über einen kurzen und klar definierten Zeitraum Unterstützung zukommen zu lassen.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Verordnung (EU) Nr. 1309/2013

23.12.2013

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ABl. L 347 vom 20.12.2013

Letzte Änderung: 24.04.2014