4.3.2021   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 75/8


Veröffentlichung des infolge der Genehmigung einer geringfügigen Änderung gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 geänderten Einzigen Dokuments

(2021/C 75/07)

Die Europäische Kommission hat die vorliegende geringfügige Änderung gemäß Artikel 6 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Delegierten Verordnung (EU) Nr. 664/2014 der Kommission (1) genehmigt.

Der Antrag auf Genehmigung dieser geringfügigen Änderung kann in der eAmbrosia-Datenbank der Kommission eingesehen werden.

EINZIGES DOKUMENT

JIHOČESKÁ NIVA

EU-Nr.: PGI-CZ-0405-AM02 — 28.8.2020

g. U. ( ) g. g. A. (X)

1.   Name(n)

„Jihočeská Niva“

2.   Mitgliedstaat oder Drittland

Tschechische Republik

3.   Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels

3.1.   Art des Erzeugnisses

Klasse 1.3. Käse

3.2.   Beschreibung des Erzeugnisses, auf das sich der in Punkt 1 angegebene Name bezieht

Äußeres Erscheinungsbild: Der Käse hat die Form eines Rades mit einem Durchmesser von 180-200 mm und einer Höhe von etwa 10 cm (Gewicht etwa 2,8 kg) und weist auf der Rinde Spuren der Bearbeitung durch Waschen bzw. Schaben auf. Der den gesamten Käse durchziehende bläulich-grüne Schimmel und die teilweise wächsern wirkende Oberfläche des Käses sind keine Anzeichen eines Mangels. Die Farbe der Oberfläche des Käses kann von cremefarben bis hellbraun reichen.

Inneres Erscheinungsbild: Die Käsemasse ist sahne- bis cremeweiß, mit regelmäßiger grünlicher bis bläulich-grüner Marmorierung durch Schimmelbewuchs im Käseteig und mit erkennbaren Lochungsspuren.

Konsistenz des Käses: weich, krümelig im Aufstrich, gleichmäßig gereift, Vorhandensein von Fremdschimmel nicht zulässig.

Geschmack und Geruch: salzig, stechend, aromatisch, pikanter Abgang, charakteristisch für Kulturschimmel der Art Penicillium roqueforti.

Form, in der das Erzeugnis verkauft wird: Der Käse wird als ganzes Rad, als halbes Rad sowie in Portionen von unterschiedlichem Gewicht in den Verkehr gebracht.

Physikalisch-chemische Anforderungen

Gehalt an Trockenmasse: 52 GHT,

Zulässige negative Abweichung des Gehalts an Trockenmasse: – 1 %, positive Abweichungen des Gehalts an Trockenmasse stellen keinen Mangel dar.

Fettgehalt in der Trockenmasse: 50 GHT; zulässige Schwankung des Fettgehalts in der Trockenmasse: 50 bis < 55 GHT.

Salzgehalt: 2,5 bis 5,5 GHT.

Mikrobiologische Eigenschaften

Der Käse enthält Kulturschimmel der Art Penicillium roqueforti PY oder PV, CB, PR1 (bis PR4). Andere Schimmelpilzstämme der Art Penicillium roqueforti anderer Erzeuger können zu Erzeugungszwecken verwendet werden, sofern die Stämme die in diesem Dokument genannten Eigenschaften aufweisen. Ferner erfüllt der Käse hinsichtlich der mikrobiologischen Anforderungen die Standardkriterien für Lebensmittelsicherheit und Hygiene im Erzeugungsverfahren.

3.3.   Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)

Grundrohstoff für die Herstellung dieses natürlichen Käses mit Schimmel in der Käsemasse ist in der Molkerei verarbeitete Kuhmilch. Es wird ausschließlich Milch aus dem abgegrenzten Gebiet verwendet. Weitere Rohstoffe sind: Schimmel der Art Penicillium roqueforti PY oder PV, CB oder PR1 (bis PR4) (oder andere Schimmelpilzstämme der Art Penicillium roqueforti anderer Erzeuger, sofern die Stämme die in diesem Dokument genannten Eigenschaften aufweisen), Speisesalz, Milchkulturen, Labferment und Calciumchlorid.

3.4.   Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen

Der Grundrohstoff Milch muss aus dem abgegrenzten geografischen Gebiet stammen. Ebenso muss der gesamte Prozess der Erzeugung, der Reifung und des Verpackens im abgegrenzten Gebiet erfolgen, damit die langjährige Erfahrung vor Ort und die ursprünglichen Reifungskeller optimal genutzt werden können.

Beim Erzeuger wird in der Molkerei verarbeitete Milch mit einem Fettgehalt von 3,45 GHT eingefüllt, wobei eine Abweichung von bis zu ± 0,15 GHT möglich ist, und es werden die üblicherweise verwendeten Milchfermente zugegeben, die für eine gute Gärung des Käses während des gesamten Erzeugungs- und Reifevorgangs sorgen. Für den charakteristischen Geschmack des Käses „Jihočeská Niva“ sorgt der Kulturschimmel der Art Penicillium roqueforti, der schon seit einigen Jahrzehnten verwendet wird (die Mutterkultur wird in der Nahrungsmittelindustrie allgemein verwendet). Nach der Zugabe des Labs und der Gerinnung der Milch wird die entstandene Dickete in radförmige Formen gefüllt. Die Molke wird abgeleitet und die Entwicklung der Mikroflora erfolgt bei einer festgelegten Temperatur. Der Käse wird entweder in zwei Phasen (durch ein Salzbad mit anschließendem Abrieb mit grobem Salz) oder durch das Auftragen von Salz auf der Oberfläche gesalzen. In der Vergangenheit fand die Reifung ausschließlich in natürlichen Reifungskellern statt, die aus Kalksteinfelsen geschlagen wurden. Aufgrund der Zunahme der Produktion dieses Käses wurden im Jahr 2005 zusätzlich klimatisierte Reifungskeller mit Temperatur- und Feuchtigkeitsregelung gebaut. Der Käse reift in den Kellern mindestens vier Wochen lang.

Die Oberfläche des reifen Käses wird gewaschen oder abgeschabt.

3.5.   Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

Angesichts der biotechnologischen Beschaffenheit des Erzeugnisses muss der Blauschimmelkäse direkt im Erzeugungsbetrieb verpackt werden. Dies ist auch erforderlich, um die Qualität und die hygienische Sauberkeit des Erzeugnisses zu garantieren, um zu vermeiden, dass er mit Käse aus einem anderen Gebiet verwechselt wird und nicht zuletzt auch, um eine bessere Rückverfolgbarkeit des Erzeugnisses sicherzustellen.

Das ganze Rad bzw. seine Teile werden in Aluminiumfolie oder in sauerstoffdurchlässige Spezialfolie verpackt. Ein weiterer Teil der Erzeugung wird in Portionen zerteilt und in Kunststoffschalen verpackt, die mit bedruckter Kunststofffolie abgedeckt werden.

Die Verpackung muss frei von Beschädigungen, sauber und ordnungsgemäß gekennzeichnet sein.

3.6.   Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

Die Bezeichnung „Jihočeská Niva“ wird gut sichtbar auf der Verpackung des Erzeugnisses angebracht.

4.   Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets

Beim geografischen Gebiet handelt es sich um den Bezirk Jihočeský kraj (Südböhmen) innerhalb der Grenzen, die mit dem Gesetz Nr. 36/1960 „Sb. o územním členění státu platném znění“ (über die territoriale Aufgliederung des Staates in der geltenden Fassung) festgelegt wurden.

5.   Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet

Jihočeský kraj ist eines der Gebiete der Tschechischen Republik, die am wenigsten schadstoffbelastet sind. Es galt immer als ein Gebiet, das hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt wird. Diese Tendenz blieb bis in die heutige Zeit erhalten.

Die Milch stammt aus Jihočeský kraj. Die Weidflächen liegen in geschützten Gebieten von Novohradské Hory (Gratzener Bergland), Blanský les (Blansker Wald) und Šumava (Böhmerwald), und ihre einzigartige Pflanzenwelt wirkt sich positiv auf den Geschmack der Milch aus.

Dieses abwechslungsreiche, raue Gebiet mit seinen unbeschädigten Wäldern, Wiesen und Weiden und seinen sauberen Fließgewässern, und insbesondere die Region Český Krumlov und das Vorgebirge von Šumava (seit 1990 Unesco-Biosphärenreservat), zeichnet sich durch eine sehr saubere Umwelt aus. Ein Beleg für den hohen Wert der natürlichen Umwelt von Jihočeský kraj ist die große Zahl geschützter Gebiete, von denen zwei sogar unter dem Schutz der Unesco stehen.

Es handelt sich um Weideland mit großer Artenvielfalt und insbesondere um mesophile Wiesen mit einer für dieses Gebiet typischen Flora. Typisch sind auch die kurzstieligen Pflanzen (Gräser, Schwingel) mit großer biologischer Vielfalt und dem Vorkommen einiger seltener, für diese Gebiete aber typischer Arten. Für dieses Gebiet typische Pflanzen sind insbesondere die dort endemische Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum), zudem Ostalpen-Enzian (Gentiana pannonica), Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata), Alpen-Mutterwurz (Ligusticum mutellina), Echte Arnika (Arnica montana), Böhmischer Enzian (Gentianella praecox subsp. Bohemica), Michelis Segge (Carex Michelii), Bartgras (Andropogon ischaemum), Großer Ehrenpreis (Veronica teucrium), Aufrechter Ziest (Stachys recta), Großes Schillergras (Koeleria pyramidata) u. a.

Natürlich hat auch die Erfahrung der örtlichen Bevölkerung bei der Herstellung dieses Blauschimmelkäses, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde, einen wichtigen Einfluss auf die Qualität und Eigenschaften des Käses „Jihočeská Niva“.

Durch diese Faktoren unterscheidet sich das abgegrenzte Gebiet eindeutig von den Gebieten der Umgebung.

Der Käse „Jihočeská Niva“ zeichnet sich aus durch seine hochwertige Verarbeitung und seinen Geschmack, das ausgewogene Verhältnis von Trockenmasse, Fett und Salz und wird schon seit einigen Jahrzehnten nach demselben, in Punkt 3.5 dieses Dokuments beschriebenen Verfahren hergestellt. Der Rohstoff dieses Erzeugnisses ist Milch aus Jihočeský kraj.

Im Betrieb in Český Krumlov wird der Blauschimmelkäse „Jihočeská Niva“ schon seit 1951 nach demselben Verfahren erzeugt. Die Geschichte der Erzeugung von Niva-Käse ist in zahlreichen Presseartikeln belegt. Er ist benannt nach den Wiesen und Weiden von Šumava, von denen sein grundlegender Rohstoff, die Kuhmilch, stammt. Die Einzigartigkeit der örtlichen Pflanzenwelt wirkt sich positiv auf den Geschmack der Milch und damit auch auf das Enderzeugnis aus.

Der Blauschimmelkäse „Jihočeská Niva“ wird auf dem tschechischen Markt sowohl von der breiten Öffentlichkeit als auch von Fachleuten der Milchwirtschaft sehr geschätzt. Seit vielen Jahren wird das Erzeugnis „Jihočeská Niva“ auf landesweiten Käsemessen von Fachgremien zu den besten Käsesorten in der Kategorie „Blauschimmelkäse“ gezählt. Ähnlich erfolgreich ist der Käse „Jihočeská Niva“ auch in der Beurteilung durch die breite Öffentlichkeit.

Die Beliebtheit und das Ansehen des Käses zeigen sich auch darin, dass dieses Erzeugnis als typisch für die Region Jihočeský kraj präsentiert wird, wie ein Werbefilm deutlich zeigt (siehe beigefügte CD).

Hinweis auf die Veröffentlichung der Spezifikation

(Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 2 der vorliegenden Verordnung)

https://isdv.upv.cz/doc/vestnik/2020/vestnik_UPV_202010.pdf#page=151

Tschechisches Amtsblatt Nr. 10 vom 4.3.2020, S. 151.


(1)  ABl. L 179 vom 19.6.2014, S. 17.