52009DC0159

Bericht der Europäischen Kommission an den Rat, das Europäische Parlament, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen - Abschlussbericht über die Durchführung und die Auswirkungen der zweiten Phase (2000-2006) des Aktionsprogramms der Gemeinschaft in den Bereichen der allgemeinen (Sokrates) und beruflichen Bildung (Leonardo da Vinci) und des Mehrjahresprogramms (2004-2006) für die wirksame Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa (eLearning) /* KOM/2009/0159 endg. */


[pic] | KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN |

Brüssel, den 6.4.2009

KOM(2009) 159 endgültig

BERICHT DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN

Abschlussbericht über die Durchführung und die Auswirkungen der zweiten Phase (2000-2006) des Aktionsprogramms der Gemeinschaft in den Bereichen der allgemeinen (Sokrates) und beruflichen Bildung (Leonardo da Vinci) und des Mehrjahresprogramms (2004-2006) für die wirksame Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa (eLearning)

BERICHT DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION AN DEN RAT, DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN

Abschlussbericht über die Durchführung und die Auswirkungen der zweiten Phase ( 2000-2006) des Aktionsprogramms der Gemeinschaft in den Bereichen der allgemeinen (Sokrates) und beruflichen Bildung (Leonardo da Vinci) und des Mehrjahresprogramms (2004-2006) für die wirksame Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa (eLearning)

1. EINFÜHRUNG

1.1. Vorlage des Berichts

Dieser Bericht wurde erstellt, um die Anforderungen zu erfüllen, die sich aus dem Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einführung der Aktionsprogramme der Gemeinschaft in den Bereichen der allgemeinen Bildung (Sokrates 2000-2006)[1] und der beruflichen Bildung (Leonardo da Vinci 2000-2006)[2] sowie der Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in Europa (eLearning 2004-2006)[3] ergeben.

Insgesamt haben die Programme mehr als 3 Milliarden EUR Förderung aus Gemeinschaftsmitteln erhalten. Sie ergänzten sich gegenseitig, trugen zu der Schaffung eines Europas des Wissens bei und waren für die Europäische Kommission ein wirkungsvolles Hilfsmittel, um die Ziele von Lissabon im Bereich der Aus- und Weiterbildung zu erreichen.[4]

Für den Zeitraum 2007-2013 wurden die verschiedenen Initiativen dieser drei Programme unter einem einzigen Dach – dem Programm für lebenslanges Lernen (PLL)[5] – vereint. Die Entscheidung, eine gemeinsame Evaluierung durchzuführen und diesen gemeinsamen Bericht vorzulegen, folgt derselben Linie wie diese Zusammenführung.

Der vorliegende Bericht beruht auf einer externen gemeinsamen Evaluierung der drei Programme, die auch eine Analyse der nationalen Berichte der teilnehmenden Länder umfasste.[6]

1.2. Beschreibung der Programme

1.2.1. Sokrates

Das Programm Sokrates mit einem Gesamtbudget von 2,093 Milliarden EUR umfasste vier Ziele: Ausbau der europäischen Dimension der Bildung, Förderung der Kenntnis der Sprachen der Europäischen Union, Förderung von Zusammenarbeit und Mobilität im Bildungsbereich und Innovationsförderung in der Bildung.

Das Programm bestand aus den drei Unterprogrammen Comenius, Erasmus und Grundtvig, die jeweils für Schulen, Hochschulen und Erwachsenenbildung galten. Ergänzt wurden diese durch zwei weitere Unterprogramme – Lingua zur Sprachenförderung und Minerva zur Förderung des Fernunterrichts und der Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für pädagogische Zwecke. Gemeinsame Maßnahmen mit verwandten Programmen waren ebenfalls vorgesehen.

1.2.2. Leonardo da Vinci

Das Programm Leonardo da Vinci umfasste drei Hauptziele: Verbesserung der Fähigkeiten vor allem junger Menschen in beruflicher Erstausbildung, Verbesserung der Qualität der beruflichen Weiterbildung und des Zugangs zu dieser Weiterbildung und zum lebensbegleitenden Erwerb von Fähigkeiten und Qualifikationen und Förderung und Verstärkung des Beitrags der Berufsbildung zum Innovationsprozess im Hinblick auf eine Verbesserung von Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmergeist sowie auf die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Gesamtbudget für das Programm Leonardo da Vinci betrug 1,27 Milliarden EUR.

Das Programm umfasste sechs Tätigkeitsbereiche: Mobilität, Pilotprojekte, Sprachenkompetenz, transnationale Netze, Vergleichsmaterial und begleitende Maßnahmen. Gemeinsame Maßnahmen mit verwandten Programmen waren ebenfalls vorgesehen.

1.2.3. eLearning

Das Programm eLearning zielte darauf ab, den wirksamen Einsatz von IKT in der allgemeinen und beruflichen Bildung zu unterstützen und weiter auszubauen. Das Ziel bestand darin, zu einer qualitativ hochwertigen Bildung beizutragen sowie die Erfordernisse der Wissensgesellschaft in einen Kontext des lebensbegleitenden Lernens zu stellen. Das für den Zeitraum 2004-2006 verfügbare Budget betrug 44 Millionen EUR, wovon 45 % für Partnerschaften und Zusammenarbeit von Schulen mithilfe von IKT (eTwinning) vorgesehen waren. Es wurden neue Organisationsmodelle für die Erschaffung virtueller Hochschulen entwickelt, um der europäischen Zusammenarbeit zwischen Universitäten eine virtuelle Dimension hinzuzufügen. Weiterhin wurde die digitale Kompetenz gefördert, indem neue für die Informationsgesellschaft erforderliche Fähigkeiten unterstützt wurden.

2. SCHLÜSSELDATEN ZU PROJEKTEN UND TEILNEHMERN[7]

Die bewerteten Programme enthielten verschiedene Maßnahmen und konzentrierten sich nicht auf dieselben Aspekte und Zielgruppen. Die Ergebnisse bei fast allen Programmen waren jedoch Mobilitätsmaßnahmen, Kooperationsprojekte zwischen Partnern aus verschiedenen Ländern und die Entwicklung von Netzen und Instrumenten.

Auslandsaufenthalte waren sowohl Bestandteil von Sokrates als auch von Leonardo da Vinci: 943 000 Universitätsstudenten nahmen an Mobilitätsmaßnahmen zu Studienzwecken teil, 135 000 Universitätsdozenten unterrichteten im Ausland und etwa 2 500 Einrichtungen beteiligten sich am Programm Erasmus. Mehr als 311 000 Auszubildende und Studierende sowie 56 000 Ausbilder nahmen an mehr als 19 300 Mobilitätsprojekten im Bereich der beruflichen Ausbildung teil. Im Rahmen von Comenius und Grundtvig wurde die Mobilität des Personals und der Lehrkräfte gefördert (jeweils 56 329 und 5 500 Teilnehmer).

Eine Kooperation der Einrichtungen erfolgte auch in kleinen Partnerschaftsprojekten: mehr als 74 000 Beihilfen wurden Schulen für eine Teilnahme am Programm Comenius gewährt und 7 800 Schulen nahmen am eTwinning teil. Mit weiteren 20 000 Beihilfen wurde die Zusammenarbeit von Erwachsenenbildungseinrichtungen in diesem Bereich ermöglicht.

Multilaterale Projekte und Netze unterstützten die Kooperation zwischen einer großen Zahl von Partnern aus verschiedenen Mitgliedstaaten und anderen teilnehmenden Ländern. Im Rahmen von Comenius wurden 434 Projekte und im Rahmen von Grundtvig 455 Projekte durchgeführt. Die Entwicklung gemeinsamer Curricula war Gegenstand von 520 Erasmus-Projekten, und mehr als 2000 Pilotprojekte des Programms Leonardo da Vinci brachten neue Impulse für die berufliche Bildung.

Lingua unterstützte 144 Projekte auf dem Gebiet des Sprachenlernens und der Entwicklung von Lernhilfen, um den Zugang zu Sprachkursen zu erweitern. Minerva vergab 347 Beihilfen zur Förderungen des Einsatzes von IKT in der Bildung.

3. WIRKUNG DER PROGRAMME[8]

Die Untersuchung hat gezeigt, dass diese EU-Programme für den jeweiligen Bereich von Bedeutung waren und dass viele Maßnahmen ohne finanzielle Unterstützung nicht stattgefunden hätten.

3.1. Auswirkungen auf spezifische Sektoren

3.1.1. Schulbildung

Die zentralen Maßnahmen, für die eine Auswirkung auf Schulen zu verzeichnen ist, waren Comenius und eTwinning. Die im Rahmen der Programme Comenius und eLearning unterstützten Partnerschaften verliehen den Schulen eine stärker auf Europa ausgerichtete Dimension und Perspektive und verbesserten an den beteiligten Schulen das Schulklima in Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern sowie die fächerübergreifende Arbeit.[9] Sie trugen zur Schaffung einer deutlicheren europäischen Identität bei, indem sie Schulen die Kooperation mit Schulen aus anderen EU-Ländern ermöglichte. Schulpartnerschaften halfen Lehrern dabei, ihre didaktischen Kompetenzen zu verbessern und boten den Schülern wie auch den Lehrern die Möglichkeit, ihre Fremdsprachenkenntnisse und ihre IKT-Kompetenzen zu verbessern, an europäischen Kooperationsprojekten teilzunehmen und dauerhafte Beziehungen zu Partnern in anderen Ländern zu knüpfen. Etwa 85 % der Befragten, die an Comenius teilgenommen hatten, waren der Ansicht, dass ihre Maßnahme ohne finanzielle Unterstützung der Kommission nicht stattgefunden hätte. Die gestiegene Mobilität im Rahmen der Schulbildung ist als wichtigste Folge der Programmmaßnahmen zu betrachten.

Die direkten Auswirkungen auf Schulcurricula im Allgemeinen und auf die Schulpolitik sowie auf die Entwicklung der Schulbildung waren begrenzt. Auf lokaler Ebene zeigte sich jedoch eine Verbesserung bei Curricula und didaktischen Methoden. Projekte, Partnerschaften und Maßnahmen zur individuellen Mobilität beeinflussten die Bildungspraxis der direkt davon Betroffenen. So berichteten 64 % der Empfänger eines Zuschusses über einen Zuwachs an Wissen und Fähigkeiten. Die Hälfte der Befragten sah den Hauptnutzen in der europaweiten gemeinsamen Nutzung bewährter Verfahren. Die Schulbehörden und die Schulleitungen hatten die Möglichkeit, die Wirkungen des Programms auf die Schulverwaltung noch zu erhöhen. Sie waren jedoch häufig nicht in der Lage, ihre Ergebnisse und Erfahrungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und/oder damit die Ebene der Bildungspolitik zu erreichen.

3.1.2. Hochschulbildung[10]

Die große Mehrheit der Hochschuleinrichtungen hat an Erasmus teilgenommen. Die Maßnahme konnte somit die europäische Dimension sowie Innovationen an den Hochschulen fördern sowie auf persönlicher, institutioneller und politischer Ebene Wirkung zeigen.

Die größte positive Auswirkung ist in der steigenden Fähigkeit zur Mobilität zu sehen. Dies beeinflusste die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehmer und trug zu einer offeneren Haltung, einer klareren und bewussteren Einstellung gegenüber den nachfolgenden Studien oder dem Berufsleben bei und verbesserte das Verständnis der Teilnehmer für Europa und „das Zugehörigkeitsgefühl zur europäischen Familie“. Die Kenntnis von EU-Sprachen hat sich verbessert und es konnten stärkere Kontakte zwischen europäischen Kollegen aufgebaut werden. Die Teilnehmer an diesen Mobilitätsmaßnahmen konnten aufgrund ihrer internationalen Erfahrung und ihrer besseren Sprachkenntnisse ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt verbessern[11], was 89 % aller Befragten bestätigten.

Erasmus hatte weiterhin beträchtliche Auswirkungen auf der Ebene der nationalen und internationalen Institutionen. 94 % der Teilnehmer der Umfrage waren der Ansicht, dass Erasmus die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen verstärkt und gefördert hat. Die Auswirkungen auf die Internationalisierungsstrategien der Universitäten und auf die Entwicklung von internationalen flankierenden Maßnahmen sind erheblich, während die Auswirkungen auf Lehre und Forschung auf Ebene der Fachbereiche eher indirekt spürbar sein dürften, z. B. über die gegründeten internationalen Netze.

Erasmus hat in der nationalen und europäischen Hochschulpolitik auch als Motor für einen Wandel gewirkt. Das Programm regte fünf der sechs Handlungsrichtlinien der Bologna-Deklaration[12] an und bot die nötige Unterstützung zur Erreichung der im Bologna-Prozess festgelegten Ziele. Der Bologna-Prozess hat zu einer Vereinheitlichung der Studienpläne geführt, während Erasmus bestrebt war, die erforderlichen Instrumente zur Verfügung zu stellen und für deren Umsetzung zu sorgen (z. B. über das Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen) sowie die Schaffung von gemeinsamen Abschlüssen anzuregen und gemeinsame Unterrichtskonzepte hervorzubringen.

Auch wenn die Forschungsaktivitäten der Hochschuleinrichtungen nicht das Hauptziel für Erasmus darstellten, hat das Programm positive Auswirkungen in diesem Bereich gezeigt. Es hat dazu beigetragen, die Teilnahme der Hochschuleinrichtungen an gemeinsamen internationalen Forschungsprojekten zu erhöhen, förderte die Zusammenarbeit in Netzen zwischen den Einrichtungen und regte eine verstärkte Teilnahme des wissenschaftlichen Hochschulpersonals an internationalen Konferenzen bzw. deren Organisation an.

3.1.3. Erwachsenenbildung

Im Hinblick auf die Erwachsenenbildung wurden die stärksten Auswirkungen im Bereich einer engeren und dauerhaften Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen (93 % der teilnehmenden Organisationen), sowie bessere Mobilitätsmöglichkeiten und eine stärker europaorientierte Sichtweise bei Einzelpersonen und Institutionen (90 %) festgestellt. Grundtvig ist es damit eindeutig gelungen, den Boden für eine europäische Dimension in der Erwachsenenbildung vorzubereiten, und dies in einem Sektor, in dem es bisher traditionell fast keine europaweite Kooperation gab und der über eine relativ schwache institutionelle Infrastruktur, einen hohen Anteil von Teilzeitkräften und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie von Land zu Land über stark unterschiedliche Profile verfügt.

Im Rahmen der Evaluierung wurden erhebliche Auswirkungen in Bezug auf die Verbesserung des Unterrichts und der Curricula sowie der Lern- und Verwaltungskonzepte (74 %) feststellt. Zu weiteren Nutzeffekten zählten verbesserte berufliche Fähigkeiten sowie eine stärkere Zusammenarbeit in Netzen der in der Erwachsenenbildung tätigen Personen. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) waren der Ansicht, dass sie durch die Teilnahme an Grundtvig ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt verbessern konnten und anpassungsfähiger wurden.

Schließlich hatte Grundtvig eine vergleichsweise starke Wirkung auf die Bildungsangebote für sozial benachteiligte Gruppen. Fast die Hälfte der teilnehmenden Einrichtungen berichtete, dass es durch ihre Tätigkeiten gelungen sei, gering Qualifizierte, Menschen mit besonderen Bedürfnissen und „schwer erreichbare“ Gruppen in stärkerem Maße anzusprechen.

3.1.4. Berufliche Aus- und Weiterbildung

Das Programm Leonardo da Vinci entsprach dem Bedarf an beruflicher Aus- und Weiterbildung, förderte die Kooperation auf Gemeinschaftsebene und unterstützte die Annäherung der Mitgliedstaaten durch eine klare Ausrichtung ihrer mehrjährigen Prioritäten auf die politischen Ziele des Kopenhagen-Prozesses.

Im Hinblick auf junge Menschen in beruflicher Aus- und Weiterbildung wurden deutliche sozioökonomische Fortschritte erzielt. Dank der Projekte konnten sie ihr Wissen und ihre Fähigkeit zum lebenslangen Lernen verbessern. Ein weiterer Nutzen aus der Teilnahme an dem mobilitätsorientierten Programmteil ergab sich für junge Menschen in Form von besseren Fremdsprachenkenntnissen, wodurch sie ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt verbessern konnten bzw. in die Lage versetzt wurden, schneller auf Arbeitsmarktentwicklungen zu reagieren.

Die Mobilitätsmaßnahmen und die Pilotkooperationsprojekte haben in großem Maße die Entwicklung von qualitativ hochwertigen Curricula und Unterrichtsmethoden bei den teilnehmenden Einrichtungen beeinflusst, wie 63 % der Befragten bestätigten. Durch die Organisation einer transnationalen Kooperation sowie von Praktika hat das Programm zu einer weiteren Öffnung des Systems für berufliche Aus- und Weiterbildung und damit auch zu einer größeren Transparenz der Curricula und Qualifikationen beigetragen.

Das Programm zeigte weiterhin Auswirkung auf die Politik im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung durch die Entwicklung von Standards, Methoden und Instrumenten, die auf nationaler oder regionaler Ebene in Politik und Praxis integriert wurden. Die politische Wirkung war auf lokaler (71 % der Befragten) und regionaler (57 %) Ebene am deutlichsten, da viele der Projektpartner auf diesen aktiv sind. Auf nationaler Ebene ließen sich ebenfalls Auswirkungen feststellen, jedoch zu einem geringeren Maße (46 %). Länderspezifische Analysen haben gezeigt, dass die Wirkung in Ländern mit einem unterentwickelten Berufsbildungssystem – d. h. insbesondere unter den neuen Teilnehmern – stärker ausfiel.

Insgesamt gesehen hat das Programm zur Schaffung eines europäischen Raums der beruflichen Bildung beigetragen, der sich anderenfalls überhaupt nicht entwickelt hätte oder im besten Fall in einem viel geringeren Tempo. Der wichtigste Beitrag des Programms zu den Zielen von Lissabon bestand in der Verbesserung der Kompetenzen und damit auch der Arbeitsmarktmöglichkeiten von jungen Menschen.

3.1.5. eLearning

Mit dem Programm eLearning gelang es besonders gut, kurzfristig Ergebnisse für Organisationen zu erzielen. Mehr als 98 % der befragten eLearning-Koordinatoren waren der Ansicht, dass ihre Projekte eine positive Wirkung auf die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen hatte. Zu den besonders herausragenden Ergebnissen auf institutioneller Ebene gehörten die Teilnahme an transnationalen Kooperationen, das Herstellen von Kontakten und der Austausch bewährter Verfahren.

Weiterhin gelang eLearning effizient, wichtige Ergebnisse für das Personal und die Lehrkräfte zu erzielen. 75 % der Befragten stimmten der Aussage grundsätzlich oder nachdrücklich zu, dass ihr Projekt positive Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts, des Lernens und der Lehrinhalte gehabt hat.

Insgesamt hat das Programm eLearning sehr positiv zu den Zielen der „Allgemeinen und beruflichen Bildung 2010“ beigetragen. Sehr gute Ergebnisse wurden bei der Entwicklung der für die wissensbasierte Wirtschaft erforderlichen Kompetenzen und beim Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien erzielt. 67 % bzw. 75 % stimmten der Aussage grundsätzlich bzw. nachdrücklich zu, dass ihr Projekt das Niveau der digitalen Kompetenz erhöht hat.

eTwinning hat äußerst erfolgreich ein innovatives und interessantes Modell des freien Zugangs von Schulen zum eTwinning-Portal geboten, über das Partnerschaften aufgebaut werden konnten. Ferner wurden Projekte auf Schulebene unterstützt sowie pädagogische Beratung und bewährte Verfahren angeboten. Bei der Zielgruppe hat sich dieses Konzept als erfolgreich und zudem als äußerst kostengünstig erwiesen. Die Erwartungen der Interessengruppen und der Teilnehmer wurden dabei überschritten.

Die eLearning-Maßnahmen wurden mittlerweile in das Programm für lebenslanges Lernen eingebunden. Dabei wurde eTwinning Comenius und die virtuellen Hochschulen Erasmus zugeordnet.

3.2. Gemeinsame Auswirkungen aller drei Programme

3.2.1. Schaffung eines europäischen Bildungsraumes

Die Schaffung eines „europäischen Bildungsraumes“ sowie einer nachhaltigen europäischen Kooperationskultur wird als größte Auswirkung angesehen. Durch Erasmus wurde insbesondere eine Infrastruktur aufgebaut, an der fast alle europäischen Universitäten beteiligt sind. Das Programm Leonardo da Vinci hat die Einrichtung einer transnationalen Kooperationsplattform im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung unterstützt. Diese Programme haben ebenfalls zur Umsetzung der „fünften Freiheit des Wissens“[13] beigetragen.

3.2.2. Verbesserungen in Unterrichtspraxis und Verwaltung

Verbesserungen bei Unterricht, Lernen und Verwaltung sind als zweitwichtigste Auswirkung zu sehen. Fachkräfte sind mit ihren Erfahrungen zurückgekehrt und haben diese in großem Maße umsetzen können. Dazu kommen umfangreiche Beiträge der Netze zur Informationsverbreitung und die Auswirkungen auf die Verwaltung.

3.2.3. Auswirkungen auf Einzelpersonen und die Gesellschaft – sozioökonomische Auswirkungen

Das Programm verbesserte das „berufliche soziale Kapital“[14], d. h. die in einem bestimmten Rahmen, einer bestimmten Organisation oder Einrichtung vorhandenen Ressourcen und Güter. Dieser zusätzliche Wert wirkte sich über Mobilitätsmaßnahmen, Netze und Partnerschaften in hohem Maße auf Einzelpersonen und Organisationen aus. Im Allgemeinen wurden Verbesserungen bei den Sozialkompetenzen (wie Kommunikationsfähigkeiten, Selbstvertrauen, Selbstwahrnehmung, Fähigkeit zur Teamarbeit), bei Sprachkenntnissen, beim Kulturbewusstsein und bei beruflichen Kompetenzen der Einzelpersonen festgestellt.

Die wichtigste sozioökonomische Auswirkung wurde durch die Mobilität hervorgerufen, die bei Erasmus und Leonardo eine zentrale Stellung einnahm. Erasmus half bei der Institutionalisierung der Mobilität und ihrer festen Verankerung in das Universitätsleben. Im Rahmen von Leonardo stellten die Mobilitätsmaßnahmen die erfolgreichsten und kosteneffizientesten Programmbestandteile dar. Eines der wichtigsten Ergebnisse von Comenius war es, Schulpersonal die Teilnahme an Mobilitätsmaßnahmen zu ermöglichen. Die Zuschüsse im Rahmen von Erasmus und Leonardo da Vinci waren jedoch nicht immer ausreichend, um Personen aus weniger begüterten Familien die Teilnahme zu ermöglichen. Die Programme Grundtvig und eLearning zeigten daher die größte Wirkung bei der Bekämpfung von sozioökonomischen Nachteilen.

3.2.4. Auswirkungen auf Politik und Praxis auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten

Die Beeinflussung von Politik und Praxis erfolgte hauptsächlich durch die Bemühungen, im Rahmen von Einzelprojekten Ergebnisse zu verbreiten. Die Auswirkungen auf die Politik waren auf lokaler Ebene am stärksten, wobei Leonardo und Erasmus auch auf nationaler und europäischer Ebene umfangreiche Wirkung zeigten. Dies erfolgte insbesondere durch die Unterstützung bei der Umsetzung von europäischen Instrumenten wie dem Europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS), dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) und dem Europäischen Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET).

3.2.5. Bessere Kenntnis der EU-Sprachen

Die Programme haben eine weitreichende Wirkung auf das Sprachenlernen gehabt durch die Entwicklung und Verbreitung neuer Methoden und durch die Projektteilnahme selbst, wobei häufig aber gebräuchlichere Sprachen wie insbesondere Englisch verwendet wurden.

3.2.6. Beitrag zu den Zielen der Lissabon-Strategie

Obwohl die Programme früher konzipiert wurden als die Lissabon-Strategie, haben sie dennoch ihren Beitrag zum Erreichen ihrer Ziele geleistet, insbesondere durch die Öffnung der Bildungs- und Schulungssysteme gegenüber der Welt sowie durch die Verbesserung ihrer Qualität und Effizienz.

3.2.7. Instrumente der strukturellen Entwicklung

In Verbindung mit den spezifischen Fragen der Vereinheitlichung, der Transparenz und der Anerkennung haben die Programme die Entwicklung und Umsetzung von Instrumenten unterstützt, die einen Beitrag zu „strukturellen“ Entwicklungen leisten können. Dazu gehörte das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS), der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR), das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET) und Europass.

4. HAUPTEMPFEHLUNGEN ZUM PROGRAMM FÜR LEBENSLANGES LERNEN

Im Rahmen der Evaluierung wurden eine Reihe von strategischen Empfehlungen zur verbesserten Unterstützung der Bildungs- und Berufsbildungspolitik im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen abgegeben. Es wurden weiterhin Vorschläge zur Umsetzung unterbreitet, die auf eine Verbesserung des Inhalts und der Verwaltung des PLL und der Evaluierung seiner Folgen abzielen. Die Kommission wird dafür sorgen, dass die Empfehlungen mit Hilfe eines Aktionsplans effektiv umgesetzt werden. Es wird regelmäßige Fortschrittsberichte zur Umsetzung geben. Nichtsdestotrotz sollen einige Antworten bereits im Folgenden geliefert werden.

4.1. Gestaltung und Prioritäten

In der Evaluierung wurde darauf hingewiesen, dass das Programm für lebenslanges Lernen so weit wie möglich von den Erfolgen der vorangegangenen Zeiträume und den empfohlenen Verbesserungen in den sektoralen Programmteilen profitieren sollte.

Im Fall von Erasmus wäre die Mobilitätsqualität zu erhöhen; die während des Auslandsaufenthaltes erworbenen Qualifikationen sollten besser anerkannt werden. Die Wirtschaft, Unternehmen und die Zivilgesellschaft sollten sich stärker an der Verknüpfung von Bildung und Arbeitsmarkt beteiligen.

Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, damit der Schwerpunkt des Programms Leonardo da Vinci auch in Zukunft auf den im Kopenhagen-Prozess hervorgehobenen Bereichen liegt, wie etwa Qualität und Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie deren Anerkennung und Transparenz.

Die Schul- und Erwachsenenbildung sollte sich auf die Entwicklung von Maßnahmen konzentrieren, welche einen stärkeren Beitrag zur Lissabon-Strategie und zum Erreichen von entscheidenden Benchmarks leisten (Verringerung des frühzeitigen Schulabbruchs, erhöhte Beteiligung am lebenslangen Lernen).

Die Europäische Kommission hat sich bereits verpflichtet, die Qualität besser zu überwachen und sich für die Anerkennung der im Ausland verbrachten Zeiten einzusetzen. Sie wird weiterhin eng mit den Mitgliedstaaten an der Umsetzung des ECTS und des EQR arbeiten.

Die Kommission wird auch in Zukunft die Verbindungen zwischen Programm- und Politikentwicklung enger gestalten. In den jährlichen Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen werden Schwerpunktthemen bestimmt, zu denen Antragsteller Vorschläge im Rahmen des Programms vorlegen können. Diese Schwerpunkte werden in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden in den teilnehmenden Ländern festgelegt.

4.2. Verwaltung und Überwachung

Obwohl es bereits für jedes Programm Fortschritte bei der Entwicklung von Informationsinstrumenten gibt, war es äußerst schwierig, aussagekräftige, genaue und zeitgerechte Daten zu den Ergebnissen und Erfolgen der vorherigen Programme zu erhalten. Die Entwicklung eines integrierten Management-Informationssystems zur systematischen Ergebniserfassung sowie zur deren Überwachung wird dringend empfohlen.

Die Europäische Kommission hat sich mit dieser Frage bereits auseinandergesetzt und „LLP Link“ eingeführt. Dabei handelt es sich um ein herkömmliches Managementinstrument, das von allen nationalen PLL-Agenturen (NA) verwendet wird. Mit diesem System können die von den NA bei ihrer täglichen Programmverwaltung produzierten Daten aktuell, vollständig und kohärent erfasst werden.

4.3. Folgenabschätzung

Die Evaluierung zeigte, dass SMART-Ziele, -Indikatoren und -Sollvorgaben (SMART: specific, measurable, achievable, realistic and time-bound – spezifisch, messbar, erreichbar, relevant, zeitlich gemessen) entwickelt werden sollten, da fast alle Programme über sehr breite Zielstellungen verfügten, die dem SMART-Maßstab nur in geringem Maße gerecht werden. Es gab auch Mängel bei Indikatoren und Sollvorgaben.

Die Kommission ist sich des Bedarfs an einer angemessenen Überwachung des PLL und seiner Ergebnisse bewusst, um die Auswirkungen messen und bewerten zu können. Sie hat bereits Maßnahmen zur Entwicklung einer Reihe von geeigneten Indikatoren zur Messung der Auswirkungen ergriffen.

4.4. Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse

In der Evaluierung wurde eine verbesserte Verbreitung und Nutzung der bewährten Verfahren gefordert. Dies betrifft auch die Nachhaltigkeit und die durchgängige Berücksichtigung der Ergebnisse auf allen Programmebenen und durch alle involvierten Parteien. Projekte sollten eigene Ressourcen für die Verbreitung reservieren und einen Nachhaltigkeitsplan erstellen. Die Kommission sollte den Austausch bewährter Verfahren auf EU-Ebene fördern und Orientierungshilfe bieten. Nationale Behörden sollten wirksame Strategien zur Verbreitung und Anwendung der Ergebnisse in ihren Ländern entwickeln, die Verbindung zwischen den Ergebnissen des Programms für lebenslanges Lernen und den einzelstaatlichen Politiken sicherstellen und die Möglichkeiten verfolgen, die EU-Agenda voranzubringen.

Das PLL enthält bereits spezielle Zielstellungen, die eine optimale Nutzung der Ergebnisse und einen Austausch bewährter Verfahren zur qualitativen Verbesserung von Aus- und Weiterbildung anstreben. In das Querschnittsprogramm wurde ebenfalls eine spezielle Schwerpunktaktivität zur Entwicklung politischer Strategien aufgenommen.

Die nationalen PLL-Agenturen sind vertraglich verpflichtet, Kommunikations- und Informationsmaßnahmen durchzuführen. Für hervorragende Projekte werden europäische Preise für lebenslanges Lernen verliehen. Broschüren, in denen europäische „Erfolgsgeschichten“ beschrieben werden, stellen eine gute Möglichkeit dar, Wege für weitere Anwendungen aufzuzeigen.

Die optimale Nutzung von Ergebnissen, Produkten und Prozessen wird ebenfalls durch eine Reihe von bereits bestehenden Datenbanken oder in der Entwicklung befindlichen Plattformen im Rahmen des PLL bzw. der Generaldirektion für Bildung und Kultur gefördert und unterstützt.

5. SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Evaluierung der Programme Sokrates, Leonardo da Vinci und eLearning zeigt, dass diese eine spürbare Wirkung auf die allgemeine und berufliche Bildung in der EU sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht hatten. Dies lässt sich auf der Ebene der Einzelpersonen, der Institutionen und der politischen Entscheidungsfindung feststellen.

Auf der Ebene der Einzelpersonen wurde eine positive Wirkung bei Personal und Lernenden festgestellt, die ihre Fähigkeiten (einschließlich der Sprachkenntnisse) ausbauen und ihr Wissen vertiefen konnten. Sie lernten den Wert der Zusammenarbeit in Netzen über nationale Grenzen hinaus zu schätzen und fühlten sich stärker als europäische Bürger. Die Mobilitätsmaßnahmen, wie z. B. Studienaufenthalte im Ausland, waren in dieser Hinsicht am erfolgreichsten.

Durch Mobilitätsmaßnahmen wurden nicht nur die Fähigkeiten der Einzelnen verbessert, sondern auch Fortschritte auf institutioneller Ebene erzielt. Insbesondere Erasmus ist es gelungen, die Mobilität im Universitätsleben zu verankern. Das Programm hat damit zu strukturellen Veränderungen und zu einer Modernisierung der Hochschulbildung in Europa geführt. Als Ergebnis verschiedener Partnerschaften und Projekte konnten ebenfalls Verbesserungen beim Unterricht, beim Lernen und bei der Verwaltung sowie strukturelle Veränderungen in den Curricula oder Systemen festgestellt werden. Dies betraf insbesondere das Arbeitsumfeld der Teilnehmer sowie die lokale Ebene. Es gibt kaum Hinweise auf eine größere Auswirkung auf nationale Bildungssysteme; den teilnehmenden Ländern gelang es nicht, die Programmergebnisse in hinreichendem Maße strategisch für die Anpassung ihrer Systeme zu nutzen.

Auf der Ebene der politischen Entscheidungsfindung zeigt sich die Wirkung der Programme Erasmus und Leonardo eindeutig bei der Entwicklung von EU-Instrumenten, die einer höheren Transparenz und einer besseren Anerkennung von Qualifikationen dienen. Dazu gehören insbesondere das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen, der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) und das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET). Die Auswirkungen von Comenius und Grundtvig sind hingegen eher auf lokaler Ebene zu finden.

Insgesamt haben die Programme eindeutig zur Schaffung eines europäischen Bildungsraums beigetragen und eine europäische Kooperationskultur in den Bildungseinrichtungen verankert.

Dem für 2007-2013 beschlossenen Programm für lebenslanges Lernen kamen die Erfahrungen mit seinen Vorgängern zugute. Es baut einerseits auf deren Stärken auf; andererseits wurde versucht, festgestellte Schwächen zu beseitigen.

Als Dachprogramm basiert es auf einer kohärenten Integration von Maßnahmen für die verschiedenen Zielgruppen unter Verwendung vereinfachter Verwaltungsverfahren und abgestimmter sektoraler Unterprogramme mit dem Ziel einer besseren Nutzung der Synergieeffekte.

Das PLL wurde weiterhin so gestaltet, dass die Ziele der EU-Politik für die allgemeine und berufliche Bildung, wie sie in der Lissabonstrategie und im Arbeitsprogramm „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ festgelegt wurden, erfolgreicher unterstützt werden. Dies gilt nicht nur für die Bereiche der Schule (Comenius), der Hochschulbildung (Erasmus), der Berufsbildung (Leonardo) und der Erwachsenenbildung (Grundtvig), sondern auch für einen neuen Querschnittsbereich. Die Kommission kann die Schwerpunkte der jährlichen Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für das PLL flexibel entsprechend der aktuellen politischen Entwicklung gestalten, wie z. B. für 2009 in Übereinstimmung mit der Initiative Neue Kompetenzen für neue Beschäftigung oder dem Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation.

Die Kommission wird das gemeinsame Verwaltungssystem („LLP Link“) verbessern und Instrumente zur konsolidierten Datenerfassung und Folgenabschätzung des Programms bereitstellen. Die Fortschritte bei der Ergebnisqualität, z. B. bei der Mobilität, und bei der Umsetzung der Ziele des PLL bis 2013, werden in Zusammenarbeit mit den im Programmausschuss vertretenen Ländern genau überwacht. Die Aufmerksamkeit wird weiterhin auf einer besseren Anwendung und Verbreitung der Ergebnisse des PLL liegen, mit dem Ziel, die Modernisierung der Aus- und Weiterbildungssysteme in Europa voranzubringen.

Anhang: Ergebnisse der Programme Sokrates, Leonardo da Vinci und eLearning – Schüsseldaten zu Projekten und Teilnehmern

N. B.:

Nicht alle Programme haben die gleichen Maßnahmen unterstützt. Ein leeres Feld bedeutet daher, dass der Maßnahmentyp aus dem entsprechenden Programm nicht gefördert wurde.

Die Angaben für Sokrates und Leonardo da Vinci beziehen sich auf 2000-2006 und die Angaben für eLearning auf 2004-2006. Die im Bericht und in dieser Tabelle aufgeführten Zahlen wurden nach den neuesten Statistiken der Europäischen Kommission auf den aktuellen Stand gebracht.

Ergebnis | Comenius (Sokrates) | Grundtvig (Sokrates) | Erasmus

(Sokrates) | Leonardo da Vinci | Arion 1 (Sokrates)

|Lingua

(Sokrates) | Minerva

(Sokrates) | eLearning | | Mobilität | | | | | | | | | |Studierende/

Auszubildende | | |943 000 Studenten in Mobilitätsmaß-nahmen |174 937 Auszubildende in beruflicher Erstausbildung

62 971 junge Arbeitnehmer

73 804 Universitätsstudenten | | | | | |Personal/

Lehrkräfte/

Ausbilder/

Bildungs-fachleute |56 329

(48 985 in Maßnahmen für Lehrer und

7 366 in Maßnahmen für zukünftige Lehrer) |5 500 Mitarbeiter in der Erwachsenen-bildung |135 208 Universitätsdozenten |56 079 Ausbilder in der beruflichen Bildung |13 500 Experten und Entscheid-ungsträger im Bereich Bildung bei 1 300 Arion-Studienaufent-halten | | | | |Beteiligte Einrichtungen/

unterstützte Projekte | | |2 523 mit der Erasmus Universitäts-Charta |19 307 Mobilitätsprojekte (welche die oben genannten Mobilitätsmaßnahmen organisierten)

| | |78 vorbereitende Besuche | | | Partnerschafts-projekte |74 688 Fördermittel für Schulen

|Circa 20 000 vergebene Stipendien | | | | | |eTwinning:

7 813 Schulen in Projekten,

23 812 für Teilnahme registrierte Schulen | | Multilaterale Projekte,

Netze

und Instrumente |434 Projekte

(386 multilaterale Projekte und 41 Netze) |455 Projekte

(417 Projekte und 37 Netze)

|520 Curriculum-Entwicklungs-projekte,

1 451 Intensiv-programme und

180 Netze |2007 Pilotprojekte zur Innovationsentwicklung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, einschl. 78 Netze, 74 Referenzmaterial-projekte und 165 Sprachprojekte | |144 Projekte

(66 zum Sprachenlernen und 78 zu Hilfs-mitteln, die den Zugang zum Sprachenlernen verbessern) |269 Projekte zum offenen Lernen und zum Fernunterricht und zur Verwendung von IKT in der Bildung |21 Projekte zu virtuellen Hochschulen,

25 Projekte zu digitaler Kompetenz und

16 Projekte zu Querschnitts-maßnahmen | |1Studienaufenthalte für Experten und Entscheidungsträger im Bereich Bildung.

[1] Beschluss Nr. 253/2000/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 885/2004. Artikel 14 Absatz 4 verlangt einen nachträglichen Bewertungsbericht.

[2] Beschluss Nr. 1999/382/EG des Rates, zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 885/2004, Artikel 13 Absatz 5 verlangt einen abschließenden Durchführungsbericht.

[3] Beschluss Nr. 2318/2003/EG, Artikel 12 Absatz 2 verlangt einen nachträglichen Bewertungsbericht.

[4] Siehe auch den Bericht des Rates (Bildung) „Die konkreten künftigen Ziele der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung“:http://ec.europa.eu/education/policies/2010/doc/rep_fut_obj_de.pdf.

[5] Beschluss Nr. 1720/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. November 2006 über ein Aktionsprogramm im Bereich des lebenslangen Lernens.

[6] Siehe auch: http://ec.europa.eu/dgs/education_culture/evalreports/index_en.htm#postsoc2.

[7] Siehe im Anhang einen Überblick zu den Ergebnissen der drei Programme. Die in diesem Bericht und in der Tabelle aufgeführten Zahlen wurden entsprechend der neuesten Statistiken der Europäischen Kommission auf den aktuellen Stand gebracht.

[8] Die Zahlen aus Abschnitt 3 beruhen auf den Antworten auf eine extern durchgeführte Evaluierung.

[9] „Auswirkungen von Comenius-Schulpartnerschaften auf die teilnehmenden Schulen“: http://ec.europa.eu/education/more-information/moreinformation139_de.htm.

[10] Die Informationen basieren auch auf der Studie „Impact of ERASMUS on European Higher Education: quality, openness and internationalisation“ (2008), die unter der Leitung von CHEPS und in Zusammenarbeit mit INCHER-Kassel und ECOTEC durchgeführt wurde.

[11] Eine erhöhte Beschäftigungsfähigkeit war auch ein Ergebnis der „Study on the Professional Value of Erasmus Mobility“, Internationales Zentrum für Hochschulforschung Kassel (INCHER-Kassel) und Universität Kassel, Deutschland (November 2006).

[12] Diese Studie wurde bereits in Fußnote 10 angeführt.

[13] Das hatte der Europäische Rat auf seiner Tagung vom 13. bis 14. März 2008 gefordert. Weitere Informationen: Schlussfolgerungen des Vorsitzes des Rates der Europäischen Union, Brüssel, Dok. Nr. 7652/08 vom 20. Mai 2008, Punkt 8, abrufbar unter: http://www.consilium.europa.eu/pdf/de/08/st07/st07652.de08.pdf .

[14] Unter „beruflichem sozialem Kapital“ ist der Wert zu verstehen, der aus den Netzen und der Zusammenarbeit von Fachkräften (Lehrer und Ausbilder) in Netzen im Rahmen der Programme entsteht.