32003D0215

2003/215/EGKS: Entscheidung der Kommission vom 21. November 2001 zur Genehmigung des Zusammenschlusses von Arbed S.A., Aceralia Corporación Siderúrgica S.A. und Usinor S.A. zu Newco Steel (Sache COMP/EGKS.1351 — Usinor/Arbed/Aceralia) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3696)

Amtsblatt Nr. L 088 vom 04/04/2003 S. 0001 - 0038


Entscheidung der Kommission

vom 21. November 2001

zur Genehmigung des Zusammenschlusses von Arbed S.A., Aceralia Corporación Siderúrgica S.A. und Usinor S.A. zu Newco Steel

(Sache COMP/EGKS.1351 - Usinor/Arbed/Aceralia)

(Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2001) 3696)

(Nur der englische Text ist verbindlich)

(2003/215/EGKS)

DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -

gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, insbesondere auf Artikel 66 Absatz 2,

gestützt auf die Mitteilung der Kommission über die Angleichung der Bearbeitungsverfahren nach dem EGKS- und dem EG-Vertrag(1),

gestützt auf die Anmeldung der beteiligten Unternehmen vom 18. Juni 2001 und spätere Angaben,

gestützt auf das Schreiben der Kommission vom 19. Juli 2001, in dem sie den beteiligten Unternehmen ihre erheblichen Zweifel darlegte,

nachdem den beteiligten Unternehmen Gelegenheit gegeben wurde, sich zu den Beschwerdepunkten der Kommission zu äußern,

in Kenntnis des Abschlussberichts des Anhörungsbeauftragten(2),

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1) Am 18. Juni 2001 erhielt die Kommission eine Anmeldung nach Artikel 66 EGKS-Vertrag über ein Zusammenschlussvorhaben, wonach die Unternehmen Arbed S.A. ("Arbed", Luxemburg), Aceralia Corporación Siderúrgica S.A. ("Aceralia", Spanien), beherrscht durch Arbed(3), sowie Usinor S.A. ("Usinor", Frankreich) zu einem neuen Unternehmen mit der vorläufigen Bezeichnung Newco Steel ("Newco", soll in Luxemburg niedergelassen sein) im Wege eines öffentlichen Angebots zum Tausch der Aktien von Aceralia, Arbed und Usinor gegen diejenigen des neuen Unternehmens fusionieren sollen.

(2) Nach Prüfung der Anmeldung ist die Kommission zu dem Schluss gelangt, dass der geplante Zusammenschluss unter den Geltungsbereich von Artikel 66 EGKS-Vertrag in Verbindung mit dessen Artikel 80 fällt. Soweit das Vorhaben Erzeugnisse oder Märkte betrifft, die nicht unter den Geltungsbereich des EGKS-Vertrags fallen (und zwar lasergeschweißte Stahlplatinen, Profilstahl für das Baugewerbe, Verbundplatten und Stahlröhren), findet die Verordnung (EWG) Nr. 4064/89 des Rates vom 21. Dezember 1989 über die Kontrolle von Unternehmenszusammenschlüssen(4), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1310/97(5), Anwendung(6). Die vorliegende Entscheidung betrifft nur die Teile des Vorhabens, die unter den Geltungsbereich des EGKS-Vertrags fallen.

I. DIE BETEILIGTEN UNTERNEHMEN

(3) Aceralia ist eine nach spanischem Recht als Sociedad Anónima gegründete Gesellschaft und wird von Arbed beherrscht. Sie ist der größte Stahlerzeuger Spaniens und fertigt und vertreibt Flachstahl-, Langstahl- und weiterverarbeitete Stahlerzeugnisse. Diese Tätigkeiten fallen unter den EGKS-Vertrag. Das Unternehmen fertigt auch bestimmte Arten von kleinen kohlenstoffgeschweißten Rohren und Erzeugnissen für die Baubranche und übt Umwandlungstätigkeiten aus. Diese Tätigkeiten fallen unter den EG-Vertrag.

(4) Arbed ist eine nach luxemburgischem Recht als Société Anonyme gegründete Gesellschaft. Sie ist einer der großen europäischen Stahlerzeuger mit bedeutenden Betrieben in Belgien, Deutschland, Italien, Brasilien und den USA. Ihre Haupttätigkeit besteht insbesondere aus der Erzeugung und dem Vertrieb von Stahlerzeugnissen (darunter schwere und leichte Lang-, Flach- und Edelstahlerzeugnisse), dem Schrotthandel und dem Vertrieb einiger Rohstoffe für die Stahlindustrie (insbesondere Ferrolegierungen und Nichteisenmetalle). Arbed übt ausserdem im technischen Bereich bestimmte andere Tätigkeiten aus. Diese Tätigkeiten fallen teilweise unter den EGKS-Vertrag und teilweise unter den EG-Vertrag. Die Aceralia erwirtschaftete im Jahr 2000 zusammen mit ihrer Obergesellschaft Arbed einen weltweiten Umsatz von 13,232 Mrd. EUR.

(5) Usinor ist eine nach französischem Recht als Société Anonyme gegründete Gesellschaft. Sie ist einer der größten Stahlerzeuger in der Gemeinschaft und verfügt über Betriebe in Belgien, Deutschland, Italien, Spanien und den USA. Sie fertigt, verarbeitet und vertreibt Stahlerzeugnisse (insbesondere Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse und Erzeugnisse aus Edelstahl und sonstigem legiertem Stahl). Diese Tätigkeiten fallen teilweise unter den EGKS-Vertrag und teilweise unter den EG-Vertrag. Usinor erwirtschaftete im Jahr 2000 einen weltweiten Umsatz von 15,733 Mrd. EUR.

II. ANGEMELDETE MASSNAHME

(6) Angemeldet wurde die rechtlich uneingeschränkte Fusion mit vollständiger Verschmelzung aller Geschäftstätigkeiten von Aceralia, Arbed und Usinor. Zu diesem Zweck wird eine einzige, neue juristische Person namens Newco Steel ("Newco") geschaffen, die als voll integrierter Konzern aufgebaut ist. Die Newco, die nach luxemburgischem Recht als Société Anonyme gegründet werden soll, ist für den Zweck vorgesehen, dass ein Angebot zum Tausch ihrer Aktien gegen das gesamte ausgegebene Aktienkapital jeder der Beteiligten gemacht werden kann. Dabei werden drei getrennte, gleichzeitig erfolgende, bedingte Tauschangebote für sämtliche Stammaktien von Aceralia, Arbed und Usinor gemacht, die sich zum Zeitpunkt der Angebote im Umlauf befinden. Alle drei Angebote gelten unter der Bedingung, dass mindestens 75 % der ausgegebenen Aktien von Aceralia, Arbed und Usinor angenommen werden. Nach vollständigem Abschluss der Angebotstransaktion halten die Aktionäre von Aceralia ca. 20,1 % der Newco, die von Arbed ca. 23,4 % und die Usinor-Aktionäre die verbleibenden 56,5 %.

III. ZUSAMMENSCHLUSS

(7) Wegen ihrer Tätigkeiten in der Herstellung und im Verkauf von Stahlprodukten handelt es sich bei den die Anmeldung vornehmenden Beteiligten um Unternehmen im Sinne von Artikel 80 EGKS-Vertrag. Daher stellt die angemeldete Transaktion einen Zusammenschluss im Sinne von Artikel 66 Absatz 1 EGKS-Vertrag dar.

IV. VERFAHREN

(8) Am 19. Juli 2001 beschloss die Kommission, eine eingehende Untersuchung des geplanten Zusammenschlusses einzuleiten, soweit EGKS-Erzeugnisse betroffen sind, da die Maßnahme Anlass zu schwerwiegenden Bedenken gibt, dass die Beteiligten hierdurch die Möglichkeit erhalten, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen. Die Beteiligten wurden von der Vertiefung der Untersuchung mit Schreiben vom 19. Juli unterrichtet.

(9) Am 28. September 2001 hatte die Kommission gemäß Artikel 66 EGKS-Vertrag und Absatz 4 der Mitteilung über die Angleichung der Bearbeitungsverfahren nach dem EGKS- und dem EG-Vertrag eine Mitteilung der Beschwerdepunkte angenommen, in der sie die vorläufige Schlussfolgerung vertrat, dass die geplante Fusion den Parteien die Möglichkeit geben würde, wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsvorschriften des EGKS-Vertrags zu umgehen.

(10) Zu den Nicht-EGKS-Erzeugnissen, die unter den vorgeschlagenen Zusammenschluss fallen, hat die Kommission am 19. Juli 2001 entschieden, dass die Transaktion keinen Anlass zu ernsthaften Zweifeln hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit dem Gemeinsamen Markt oder mit der Geltung des EWR-Vertrags gibt(7).

V. WÜRDIGUNG NACH ARTIKEL 66 ABSATZ 2 EGKS-VERTRAG

A. HINTERGRUND: DIE STAHLINDUSTRIE

1. PRODUKTIONSVERFAHREN

(11) Bevor auf die relevanten Produktmärkte im Einzelnen eingegangen wird, soll zweckmäßigerweise der Rahmen beschrieben werden, innerhalb dessen die Branche tätig ist. Stahl ist einer der wichtigsten Stoffe, die in unserer Gesellschaft Verwendung finden. Er ist in den Gebäuden vorhanden, in denen wir wohnen und arbeiten, in den Verkehrsmitteln, die wir nutzen, und er ist von wesentlicher Bedeutung bei der Erzeugung und Verteilung der Lebensmittel und Getränke, die wir konsumieren. Darüber hinaus handelt es sich dabei um einen Rohstoff, der für die weit überwiegende Mehrheit der übrigen, wenn nicht alle, verarbeitenden Industrien von entscheidender Bedeutung ist.

(12) Die Stahlerzeugung ist überaus kapitalintensiv. Die Wirtschaftlichkeitsschwelle ist hoch, wobei die in diesem Sektor erforderlichen Investitionen sehr spezieller Art sind. Infolgedessen bestehen sehr hohe Eintrittsschranken. Die vertikale Integration ist mit sehr wenigen Ausnahmen die Regel. Die meisten Erzeuger beherrschen einen wichtigen Teil der Produktionskette; viele von ihnen sind in die nachgelagerten Bereiche Stahlvertrieb und Erstumwandlungsprodukte, wie Röhren, Bleche und Profile, integriert.

(13) Die erste wichtige Differenzierung in der Stahlindustrie betrifft im Wesentlichen die chemische Zusammensetzung des Stahls. Es lassen sich beim Stahl drei Hauptarten unterscheiden: Kohlenstoffstahl, Edelstahl und Sonder- oder legierte Stähle. Für die Zwecke dieser Entscheidung besteht keine Notwendigkeit zur weiteren Behandlung der legierten Stähle, da hierzu keine problematischen Fragen bestehen.

(14) Kohlenstoffstahl ist der am meisten verbreitete Stahl und wird in vielfältigsten Anwendungsbereichen eingesetzt, darunter für Karosserien, Getränkedosen, Balkenträger und Bewehrungsstoffe für die Baubranche usw. Edelstahl enthält erhebliche Anteile an Chrom und Nickel und ist daher bei weitem kostspieliger als Kohlenstoffstahl. Daher wird er in erster Linie für Anwendungsbereiche eingesetzt, die Korrosions- bzw. Hitzebeständigkeit voraussetzen.

(15) Die physikalischen Eigenschaften von Stählen lassen sich durch Veränderungen der chemischen Zusammensetzung oder durch die Art der Bearbeitung während der Fertigung oder durch nachgelagerte Herstellungsverfahren modifizieren. So werden sowohl Getränkedosen, die ein sehr formfähiges Material erfordern, als auch Messer, für die sehr harte Materialien notwendig sind (um ihre Schärfe zu erhalten), aus unterschiedlichen Kohlenstoffstählen hergestellt.

(16) Heute gibt es zwei Stahlherstellungsverfahren, auf die nahezu die gesamte weltweite Stahlerzeugung entfällt: das integrierte Herstellungsverfahren und das Herstellungsverfahren im Elektrostahlwerk. Das integrierte Herstellungsverfahren ist am kapitalintensivsten und umfasst die Erzeugung von Flüssigeisen aus Eisenerz, Koks und Kalkstein. Das Flüssigeisen wird anschließend in einem Sauerstoffkonverter in Stahl umgewandelt. In dieser Stufe oder in einem getrennten Behälter wird die Anpassung der endgültigen chemischen Zusammensetzung vorgenommen. Die andere Möglichkeit der Herstellung ist das Elektrostahlwerk, in welchem Schrott (gelegentlich auch direkt reduziertes Eisen oder Roheisen) geschmolzen wird. Anschließend werden Zusätze eingebracht, um die gewünschte chemische Formulierung zu erhalten. Der Flüssigstahl wird dann fortlaufend in Halbfertigerzeugnisse gegossen, die durch Auswalzen in die verschiedenen Stahlerzeugnisse weiterverarbeitet werden.

(17) Generell werden die Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse, die zu den Wettbewerbsproblemen führen, mit denen sich diese Entscheidung befasst, mit dem integrierten Herstellungsverfahren produziert, da hierbei Stahl ohne die unerwünschten Begleitelemente erzeugt werden kann, das in Schrott enthalten ist. Flacherzeugnisse minderer Qualität lassen sich zwar im Elektrostahlwerk erzeugen, für Einsatzbereiche, bei denen Stahl benötigt wird, der frei ist von unerwünschten Begleitelementen, ist das integrierte Herstellungsverfahren jedoch unumgänglich.

(18) Unabhängig vom Herstellungsverfahren wird der Stahl laufend in Halbfertigerzeugnisse, in Knüppel und Luppen für Langerzeugnisse sowie in Brammen für Flacherzeugnisse gegossen. Die Brammen werden anschließend in Quartobleche und Bandstahl (auf Breit- oder Schmalbandwalzwerken) warmgewalzt. Der Breitbandstahl kann anschließend in schmalere Breiten geschnitten bzw. zu Blechen abgelängt werden. Praktisch alle Quartobleche, warmgewalzte Schmalbandstücke und Stahlbleche werden in diesem Zustand verkauft und vom Stahlerzeuger nicht weiter umgewandelt.

(19) Teilweise wird das warmgewalzte breite Bandeisen direkt an die Kunden verkauft, u. a. an Stahl-Servicecenter, die es spalten oder schneiden. Ein Großteil des warmgewalzten Bandeisens wird zur Erzeugung kaltgewalzter Streifen weiterverarbeitet, die dünner sind und über eine höherwertige Oberfläche verfügen. Teilweise wird das kaltgewalzte Material in dieser Phase ebenfalls weiterverkauft, ein erheblicher Teil wird jedoch metallbeschichtet, und zwar mit Zinn oder Chrom für die Dosenindustrie oder mit Zink. Zink schützt den Stahl vor Korrosion und kann durch Eintauchen der Stahlstreifen in ein Bad von geschmolzenem Zink (feuerverzinktes Bandeisen) oder elektrolytisch (galvanisch verzinktes Bandeisen) aufgetragen werden. Hauptabnehmer für verzinkten Bandstahl sind die Automobilindustrie und die Baubranche. Mit Ausnahme von einigem (überwiegend feuer-) verzinktem Material, das organisch beschichtet wird, wird das beschichtete Material überwiegend als Verpackungsstahl oder als feuer- oder galvanisch verzinkter Bandstahl verkauft.

(20) Elektrostahlwerke befinden sich im Regelfall in der Nähe von Schrottquellen. Die integrierten Werke lassen sich in die generell moderneren küstennahen Werke und in binnenländische Anlagen unterteilen. Die Standorte der Werke im Binnenland richteten sich früher nach der örtlichen Verfügbarkeit von Eisenerz und Kohle. In Europa wird heute nahezu das gesamte Eisenerz und praktisch sämtliche Kohle, die zur Stahlerzeugung dienen, eingeführt. Dies verschafft küstennahen Werken, insbesondere solchen mit Tiefwasserhäfen, bestimmte Vorteile.

(21) Innerhalb des Produktionsablaufs ist offenkundig, dass nicht alle Erzeugnisse denselben Mehrwert aufweisen. Hieraus ergeben sich unterschiedliche Rentabilitätsstufen. Mit nachgelagerten Erzeugnissen sind daher auch ein höherer Mehrwert und spürbar höhere Gewinne vor Steuern und Abschreibungen verbunden, wie aus Schaubild 1 hervorgeht.

SCHAUBILD 1

Indikatives Preisniveau (Warmband = 100)

[SCHAUBILD GELÖSCHT]*(8)

Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(22) Der Absatz von Flachstahlerzeugnissen in der EU im Jahr 2000 ist Tabelle 1 zu entnehmen.

TABELLE 1

Gemeinschafts-Absatz von Flachstahlerzeugnissen im Jahr 2000

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

2. STAHLHERSTELLER

(23) Die Beteiligten geben an, die europäische Stahlindustrie weise keinen besonders hohen Konzentrationsgrad auf. In der Vergangenheit mag dies zwar zutreffend gewesen sein, in den letzten zehn Jahren ist es jedoch zu einer erheblichen Konzentration gekommen. Heute gibt es fünf große Stahlunternehmen, und zwar Usinor, TKS, Corus, Riva und Arbed/Aceralia. Danach kommt eine Reihe Erzeuger, darunter Voest-Alpine, Rautaruuki, Salzgitter, Duferco und SSAB, die erheblich kleiner sind. Je nach betrachtetem Produktmarkt entfallen auf den Absatz der fünf größten Erzeuger zwischen 50 % und 85 % des Gesamtverbrauchs.

(24) Die erste Gruppe der Stahlhersteller besteht aus Großkonzernen, die auf allen Produktionsebenen in der Stahlerzeugung tätig sind; TKS, Arbed/Aceralia und Usinor produzieren darüber hinaus auch Edelstahl (Corus ist am Edelstahlhersteller Avesta Polarit beteiligt). Zudem verfügen Corus und Arbed/Aceralia über sehr umfangreiche Langerzeugnisbetriebe. Die Konzerne sind ausnahmslos aus Zusammenschlüssen der jüngeren Zeit entstanden. Usinor hat dabei Cokerill Sambre übernommen, das seinerseits Ekostahl erworben hatte. TKS ist das Ergebnis mehrerer Zusammenschlüsse in Deutschland, und zwar zwischen Krupp und Hoesch, worauf die Fusion mit Thyssen folgte. Corus ist das Ergebnis einer Fusion zwischen British Steel und Hoogovens. Arbed hat die Stahlwerke Bremen übernommen und hat anschließend eine Mehrheitsbeteiligung an der Aceralia erworben, die seither Ucin und Aristrain übernommen hat. Riva hat die privatisierte ILVA gekauft.

(25) Diese Großerzeuger üben ihre Tätigkeit an zahlreichen Standorten in mehreren europäischen Ländern und in Drittländern aus. Sie verfügen über integrierte Standorte, an denen Stahl aus Kohle und Eisenerz erzeugt und weiterverarbeitet wird, und können eine sehr breite Palette von Flacherzeugnissen anbieten. Größtenteils fertigen sie auch Edelstahl- und Langerzeugnisse. Außerdem betätigen sie sich im Stahlvertrieb und in der Herstellung nachgelagerter Erzeugnisse. So verfügt Riva, der kleinste Konzern dieser Gruppe, über 44 Produktionsstandorte verschiedener Größen, darunter auch das gewaltige integrierte Stahlwerk in Taranto.

(26) Die zweite Gruppe von Stahlherstellern betrifft kleinere europäische Erzeuger, die nicht über ein nach Umfang und Vielfalt vergleichbares Produktangebot wie die führenden Marktteilnehmer verfügen, sondern sich auf Nischenmärkte (nach Erzeugnissen bzw. Regionen) konzentrieren. Zu dieser Gruppe zweitrangiger Marktteilnehmer gehören die über integrierte Werke verfügenden Flacherzeugnishersteller Voest-Alpine, Rautaruukki, SSAB und Salzgitter. Wie von einem dieser Unternehmen in einem der Fragebögen der Kommission festgestellt wurde, "betrachtet sich der Konzern nicht als Massenerzeuger von Stahl, sondern als Spezialhersteller und Verarbeiter hochwertiger Stahlerzeugnisse". Zudem gibt es eine erhebliche Anzahl von Langerzeugnisherstellern, die sich hauptsächlich auf das Elektroofen-Verfahren stützen.

(27) Mit der vorgeschlagenen Maßnahme würde der größte Stahlkonzern Europas und der Welt entstehen. Das Schaubild 2 gibt eine Vorstellung von den relativen Größen der wichtigsten Stahlerzeuger in Europa nach deren Absatzvolumina sämtlicher Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse, die Gegenstand der Bedenken sind, auf die in dieser Entscheidung eingegangen wird.

SCHAUBILD 2

Gesamtabsatz von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen (Jahr 2000)

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B. RELEVANTE PRODUKTMÄRKTE

1. VORBEMERKUNG

(28) Zweck des vorgeschlagenen Zusammenschlusses sind die Herstellung von Kohlenstoffstahl- und Edelstahlerzeugnissen, deren Weiterverarbeitung in warmgewalzte Flacherzeugnisse, die nachfolgende Verarbeitung im Wege des Kaltwalzverfahrens und die Herstellung von metall- und organisch beschichteten Erzeugnissen, galvanisch verzinkten Stahlblechen und Verpackungsstahl. Zudem wird sich die Newco mit Hilfe eines Netzes von Stahl-Servicecentern, Großhandelsunternehmen und Sauerstoffbrennschneidewerken im Bereich des Stahlvertriebs betätigen.

2. STAHLERZEUGNISSE

a) Unterscheidung zwischen Kohlenstoffstahlerzeugnissen, hochlegierten Stahlerzeugnissen und Edelstahlerzeugnissen

(29) Nach früheren Entscheidungen der Kommission(9) stellen Kohlenstoffstahlerzeugnisse einen Produktmarkt dar, der sich von demjenigen für Edelstahlerzeugnisse und dem für hochlegierte Stahlerzeugnisse unterscheidet.

(30) Kohlenstoffstahlerzeugnisse können durch hochlegierte Stahlerzeugnisse wegen ihrer 1. unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung, 2. stark unterschiedlichen Preise und 3. unterschiedlichen Einsatzbereiche nicht substituiert werden(10). Zudem werden Kohlenstoffstahlerzeugnisse in Werken hergestellt, die für die Fertigung hochlegierter Stahlerzeugnisse nicht ausgerüstet sind.

(31) Ebenso stellen Kohlenstoffstahlerzeugnisse einen Markt dar, der von demjenigen für Edelstahlerzeugnisse getrennt ist, insbesondere wegen der unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung von unlegiertem Stahl, Edelstahl und hitzebeständigem Stahl sowie sonstigen legierten Stahlsorten(11). Bei Edelstahl handelt es sich um eine Legierung mit mindestens 10,5 % Chromanteil und mit oder ohne weitere Legierungselemente und weniger als 1,2 % Kohlenstoff(12). Die Erzeugung von Edelstahl unterscheidet sich von der Kohlenstoffstahlproduktion durch Zugabe von Chrom, Nickel und anderen Legierungselementen während der Stahlschmelze, um im Endprodukt metallurgische Unterschiede zum normalen Stahl zu erzielen(13).

b) Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse stellen einen Produktmarkt dar, der von demjenigen für Kohlenstoff-Langstahlerzeugnisse getrennt ist

(32) Die Kommission hat wiederholt festgestellt, dass Flachstahlerzeugnisse gegenüber Langstahlerzeugnissen einen eigenen Produktmarkt bilden.(14).

(33) In einem Stahlwerk erzeugter Stahl wird in Form gegossen und durch nachfolgende Formung in die von den Endkunden gewünschten Erzeugnisse weiterverarbeitet. Gewalzte Stahlprodukte lassen sich in Flacherzeugnisse (warmgewalzte breite Bandeisen, warmgewalzte schmale Bandeisen, Quartobleche und Feinbleche) und Langerzeugnisse (Profileisen und Stahlträger, Bahnoberbaustoffe, Stabeisen und Breitstäbe) unterteilen. Flach- und Langstahlerzeugnisse werden auf unterschiedlichen Walzwerken hergestellt und für unterschiedliche Zwecke gekauft. Überwiegend werden Walzwerke für ein besonderes Endprodukt speziell gebaut und kaum jemals für andere Zwecke umgebaut(15). Außerdem bestehen wesentliche Unterschiede bei den Einsatzbereichen und Preisen für Flach- und Langstahlerzeugnisse. Die Märkte für Flachstahlerzeugnisse sind daher von denen für Langstahlerzeugnisse zu differenzieren.

c) Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse: Unterscheidung zwischen warmgewalzten und kaltgewalzten Erzeugnissen

(34) Die Kommission hat in früheren Entscheidungen festgestellt, dass warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse und kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse separate Produktmärkte darstellen(16).

(35) Nur ein geringer Teil warmgewalzter Flacherzeugnisse wird zur unveränderten Verwendung verkauft. Zu mehr als der Hälfte werden sie durch Kaltwalzen weiterverarbeitet. Nachfolgendes Kaltwalzen führt zu einer erheblichen Dickenreduzierung, einer höheren Maßgenauigkeit, einer glatteren Oberfläche sowie nach Kaltverfestigung zu einer höheren Festigkeit(17). Warmgewalzte Erzeugnisse haben nicht dieselben Oberflächeneigenschaften wie kaltgewalzte Erzeugnisse(18). Der durch Kaltwalzen erzielte Mehrwert ist beträchtlich und bewegt sich in einer Größenordnung von 25-30 %.

(36) Ein modernes Walzwerk für warmgewalzte breite Bandeisen kann bis zu einer Mindestdicke von 1,5 mm auswalzen. Dünnere Bandeisen und Feinbleche, die insbesondere in der Automobilindustrie sowie nach Beschichtung in der Verpackungs- und Baubranche Verwendung finden, erfordern eine Weiterverarbeitung in Kaltwalzwerken, in denen sich Mindestdicken von 0,12/0,15 mm erzielen lassen(19).

(37) Innerhalb des Segments der Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse lässt sich somit eine Unterscheidung zwischen warmgewalzten und kaltgewalzten Flacherzeugnissen treffen.

i) Warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse

(38) Innerhalb des Marktes für warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse unterscheiden die Beteiligten zwischen den folgenden Erzeugnissen:

- warmgewalzte breite Bandeisen, die zunächst auf Breitbandwalzwerken gewalzt und anschließend gewickelt werden;

- warmgewalzte Bleche von quadratischer oder rechteckiger Form, die sich aus dem Ablängen von Bandeisen ergeben;

- warmgewalzte schmale Bandeisen, die nach Fertigstellung eine Breite von weniger als 600 mm aufweisen und auf speziellen Walzwerken oder durch Längszuschnitt breiter Bandeisen auf die gewünschte Breite hergestellt werden können;

- Quartobleche, ungewickelte Erzeugnisse, deren Abmessungen, insbesondere deren Dicke, sich von denen aller anderen warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse erheblich unterscheiden.

(39) Die Beteiligten bringen vor, es gebe für alle warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse einen einzigen relevanten Markt, mit Ausnahme von Quartoblechen, die unterschiedliche physikalische Eigenschaften hinsichtlich Form, Dicke und Breite aufweisen und mit unterschiedlichen Einrichtungen und Verfahren erzeugt werden, weshalb sie einen separaten Markt darstellen.

(40) Quartoblech ist Blech(20), das auf speziellen Quartowalzwerken mit vier Walzen hergestellt wird und wegen seiner Dicke nicht gewickelt werden kann(21). Wie die Beteiligten im Formular CO ausführen, weisen Quartobleche spezielle physikalische Eigenschaften auf: Sie werden nicht gewickelt und ihre Abmessungen unterscheiden sich stark von den Maßen aller anderen warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse: a) ihre Dicke kann bis zu 400 mm gegenüber höchstens 25 mm bei warmgewalzten Coils erreichen; b) ihre Breite kann bis zu 5000 mm gegenüber höchstens 2200 mm bei warmgewalzten Coils erreichen. Zudem finden Quartobleche in Einsatzbereichen Anwendung, die sich von denen für dünne Flachstahlerzeugnisse unterscheiden, insbesondere in der Industrieanlagen-, Maschinenbau-, Energie-, Atom-, Chemie- und Petrochemie-, Gasaufbereitungs-, Werft-, Metallverarbeitungs-, Kesselherstellungs- und Werkzeugbauindustrie. In allen diesen Bereichen bieten die Abmessungen von Quartoblechen erhebliche wirtschaftliche Vorteile für die Stahlnutzer (beispielsweise gegenüber schmalen Flachstahlerzeugnissen). Auf der Basis dieser Überlegungen stellt die Kommission fest, dass es sich bei Quartoblech um einen separaten Markt handelt.

(41) Bei den anderen warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen erhebt sich die Frage, ob es sich bei warmgewalztem Breitbandstahl um einen separaten Produktmarkt handelt. Warmgewalzter Breitbandstahl ist Bandeisen von mehr als 600 mm Breite, der aus Brammen in automatisierten Warmbandwalzwerken hergestellt und aufgewickelt wird(22). Auf Breitbandstahl entfallen ca. 82 % des Absatzes aller warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse (ohne Quartoblech). Angesichts des hohen Grads an angebotsseitiger Substituierbarkeit zwischen warmgewalztem Breitbandstahl, Schmalbandstahl und Feinblech sind alle warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse (ohne Quartoblech) ein und demselben relevanten Produktmarkt zuzurechnen. Daher ist jede weitere Erwähnung warmgewalzter Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse in dieser Entscheidung so zu verstehen, dass hierunter alle warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse ohne Quartoblech fallen (d. h. Breitbandstahl, Schmalbandstahl und Feinblech).

ii) Kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse

(42) Kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse stellen einen separaten Produktmarkt gegenüber warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen dar. Die Beteiligten bringen vor, innerhalb des Marktes für kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse solle keine Unterscheidung zwischen Coils und Blechen getroffen werden. Dies steht im Einklang mit früheren Entscheidungen der Kommission(23).

(43) Des Weiteren fällt nach Anlage I zum EGKS-Vertrag kaltgewalztes Bandeisen von weniger als 500 mm Breite nicht unter den EGKS-Vertrag, wohl aber unter den EG-Vertrag. Allerdings ist diese Unterscheidung vor dem Hintergrund der heutigen Herstellungsverfahren und Angebotsbedingungen nicht mehr von Bedeutung, wenn es um die Würdigung von Fusionen aus wettbewerbsrechtlicher Sicht geht. Kaltgewalztes Bandeisen von weniger wie auch mehr als 500 mm Breite wird heutzutage auf denselben Walzwerken hergestellt. Bleche von weniger als 500 mm Breite können zudem durch Längsschneiden von Breitbandstahl gewonnen werden. Gemäß früheren Entscheidungen der Kommission(24) kann daher zum Zweck der Würdigung der Auswirkungen des geplanten Zusammenschlusses von einheitlichen Produktmärkten unabhängig von der Breite der Erzeugnisse ausgegangen werden, und zwar nicht nur bei kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen, sondern auch bei Erzeugnissen in nachgelagerten Märkten, die sich aus der Weiterverarbeitung ergeben, z. B. die verschiedenen Arten beschichteter Flacherzeugnisse.

(44) Kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse sind größtenteils zur Weiterverarbeitung durch die Erzeuger selbst vorgesehen, insbesondere in beschichtete Erzeugnisse, und damit zur internen Verwendung. Beispielsweise werden ca. 70-80 % der kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse, die von den die Anmeldung vornehmenden Beteiligten hergestellt werden, konzernintern zur Weiterverarbeitung bereitgestellt. Die Kommission hat in früheren Entscheidungen festgestellt, dass (unbeschichtete) kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse ebenfalls als separater Markt gegenüber dem Markt für beschichtete Erzeugnisse anzusehen sind.

d) Elektrostahlblech

(45) Im Einklang mit einer früheren Entscheidung der Kommission(25) bringen die Beteiligten vor, dass Elektrostahlbleche angesichts ihrer elektromagnetischen Eigenschaften (Leitfähigkeit und elektrischer Widerstand) und Einsatzbereiche (d. h. Bau von Transformatoren, Elektromotoren, Reihen- und Schaltaggregaten sowie Kraftwerksgeneratoren) gegenüber kaltgewalzten Kohlenstoffstahlblechen einen separaten Produktmarkt darstellen.

(46) Des Weiteren unterscheiden die Beteiligten zwischen nicht kornorientierten Elektrostahlblechen und kornorientierten Elektrostahlblechen, und zwar wegen der Unterschiede sowohl auf der Nachfrage- als auch der Angebotsseite. Die Kommission hat in der Vergangenheit festgestellt, dass kornorientierte und nicht kornorientierte Elektrobleche separate Märkte darstellen(26). Beide Erzeugnisse werden abgebeizt und kaltgewalzt; sie unterscheiden sich allerdings im Ausglühverfahren, bei dem das Material mit den erforderlichen elektromagnetischen Eigenschaften versehen wird. Insbesondere die Anlagen, die für die Herstellung dieser beiden Arten von Erzeugnissen erforderlich sind, unterscheiden sich erheblich, weshalb keine angebotsseitige Substituierbarkeit vorliegt. Darüber hinaus bestehen nachfrageseitige Unterschiede: Kornorientiertes Blech wird nahezu ausschließlich für Großtransformatoren verwendet, wohingegen sich die Haupteinsatzbereiche nicht kornorientierter Bleche auf Motoren, Generatoren und Kleintransformatoren erstrecken.

e) Weiterverbarbeitung von Kohlenstoff-Flachstahl: Beschichtete Erzeugnisse sind ein separater Markt gegenüber unbeschichteten Erzeugnissen

(47) Beim Beschichten handelt es sich um einen Produktionsprozess, der sich an das Warmwalzen oder Kaltwalzen anschließt. Er wird insbesondere bei kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen angewandt, wo er bei über zwei Dritteln aller in der Gemeinschaft hergestellten Erzeugnisse zum Einsatz kommt, die je nach endgültiger Bestimmung mit einer Beschichtung versehen werden. Die Kommission hat festgestellt, dass es sich bei beschichteten und unbeschichteten kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen um separate Produktmärkte handelt, und zwar wegen der Unterschiede, die zwischen ihren jeweiligen Eigenschaften, Preisen und Anwendungsbereichen bestehen(27).

(48) Unbeschichtetes kaltgewalztes Bandeisen hat völlig andere Eigenschaften als beschichtetes kaltgewalztes Bandeisen hinsichtlich Oberflächenbeschaffenheit und Korrosionsbeständigkeit. Zudem ist der mit einer Beschichtung verbundene Mehrwert erheblich, auch wenn er bei den einzelnen Beschichtungsverfahren zwischen [20-30 %]* (feuerverzinktes Blech) und [75-85 %]* (organisch beschichtetes Blech) schwankt, und beläuft sich somit durchschnittlich auf ca. 35 %(28).

i) Unterscheidung zwischen metallbeschichteten und organisch beschichteten Erzeugnissen

(49) Wie die beteiligten Unternehmen in ihrer Anmeldung ausführen, kann die Korrosionsbeständigkeit von Kohlenstoff-Flachstahl durch Beschichtung mit Zink, Zinn oder einem sonstigen Metall erhöht werden(29) und/oder durch Auftragung einer organischen Deckschicht(30).

(50) Die Beteiligten bringen vor, organisch beschichtete Erzeugnisse stellten gegenüber metallbeschichteten Erzeugnissen angesichts ihrer unterschiedlichen Eigenschaften und insbesondere des wesentlich höheren Preises organischer Beschichtungen einen separaten Markt dar(31). Des Weiteren führen die Beteiligten an, dass der relevante Markt weiter gefasst sein könne als bei organisch beschichtetem Stahl und eine Reihe damit im Wettbewerb stehender Erzeugnisse umfassen könne(32), insbesondere organisch beschichtetes Aluminium.

(51) Die vorgeschlagene Abgrenzung organischer und metallischer Beschichtungen als separate Märkte entspricht früheren Entscheidungen der Kommission(33). Die Marktuntersuchung hat jedoch nicht bestätigt, dass es einen breiteren Markt gebe, der organisch beschichteten Stahl und organisch beschichtetes Aluminium umfasse.

ii) Weißblech und verzinkte Erzeugnisse

(52) Metallbeschichtetes Bandeisen kann in zwei große Klassen unterteilt werden: 1. Stahl für Verpackungsbleche (Weißblech und galvanisch verchromter Stahl) und 2. verzinkter Stahl (feuerverzinkt und galvanisch verzinkt, einschließlich Zinklegierungsbeschichtungen).

(53) Diese Gruppen von Erzeugnissen haben sehr unterschiedliche Preise und Anwendungsbereiche. Verpackungsstahl wird nahezu ausschließlich für Lebensmittel- und Getränkedosen verwendet. Auf der anderen Seite findet verzinktes Bandeisen in der Automobilindustrie, in der Baubranche und im Maschinenbau breite Verwendung, wo die Zinkbeschichtung die Korrosion des Trägermaterials aus Stahl verhindert und damit dessen Lebensdauer verlängert. Diese beiden Gruppen von Erzeugnissen lassen sich somit klar unterscheiden.

iii) Verzinkte Stahlerzeugnisse: Feuerverzinkt und galvanisch verzinkt

(54) Verzinkter Stahl kann in zwei Verfahren hergestellt werden: Feuerverzinkung und elektrogalvanische Verzinkung.

(55) Feuerverzinkte Erzeugnisse werden durch Eintauchen von warmgewalztem oder kaltgewalztem Stahl in ein Zinkbad mit einer Temperatur von 460 °C gewonnen, wobei alle freien Oberflächen mit Zink beschichtet werden(34). Galvanisch verzinkte Erzeugnisse dagegen entstehen aus der elektrolytischen Aufbringung einer Beschichtung aus reinem Zink oder einer Legierung aus Zink und Nickel auf einer oder beiden Seiten des Bandeisens.

(56) Die Beteiligten bringen vor, feuerverzinkte und galvanisch verzinkte Erzeugnisse bildeten ein und denselben Markt, und zwar den der verzinkten Erzeugnisse (wobei sie jedoch auch anführen, dass der Markt noch weiter gefasst sein könne, wenn Erzeugnisse berücksichtigt würden, die mit metallbeschichtetem Stahl in Wettbewerb stehen)(35). Aus Nachfragesicht seien beide Arten von Erzeugnissen substituierbar, wobei insbesondere in jüngerer Zeit wegen Weiterentwicklungen bei Aussehen und Eigenschaften von feuerverzinktem Stahl die Substituierbarkeit verbessert worden sei; daher sei in allen wichtigen Anwendungsbereichen (Automobile, Haushaltsgeräte und Metallmöbel) feuerverzinkter und galvanisch verzinkter Stahl vorbehaltlich von lediglich geringfügigen Verfahrensanpassungen, die sich auf die Substituierbarkeit nicht auswirkten, frei austauschbar. Darüber hinaus seien Korrosionsbeständigkeit, Oberflächenqualität und Preise vergleichbar.

(57) Die Kommission hat in früheren Entscheidungen(36) zu bedenken gegeben, bei feuerverzinktem und galvanisch verzinktem Stahl könnten angesichts der unterschiedlichen Produkteigenschaften und Preise separate Produktmärkte vorliegen, hat jedoch die genaue Segmentierung verzinkter Erzeugnisse offen gelassen.

(58) Die Marktuntersuchung hat jedoch ergeben, dass aufgrund jüngster Verbesserungen bei feuerverzinkten Erzeugnissen (Korrosionsbeständigkeit, Form und Leistung) nicht länger erhebliche Unterschiede zu galvanisch verzinktem Stahl bestehen. Die Abnehmer haben größtenteils bestätigt, dass sie beide Kategorien als in den meisten Anwendungen in technischer Hinsicht austauschbar ansehen. Vor allem die Automobilindustrie, Hauptabnehmer für beide Produktkategorien, verwendet beide Erzeugnisse inzwischen fast unterschiedslos in der Kfz-Produktion auch für Karosserieteile, die früher ausschließlich aus galvanisch verzinktem Stahl hergestellt wurden.

(59) Die lässt sich an der Entwicklung der Nachfrage nach feuerverzinktem und galvanisch verzinktem Stahl in der Gemeinschaft ablesen. So wurde 1993 galvanisch verzinkter Stahl zu 70 % an die Automobilindustrie verkauft, gegenüber lediglich 27 % des feuerverzinkten Bandstahls. Im Jahr 2000 wurden jedoch 44 % des feuerverzinkten Stahls in der Automobilindustrie verwendet. Von dem Gesamtaufkommen metallbeschichteter Erzeugnisse, die in der Automobilindustrie Verwendung finden, waren 1999 ca. 60 % feuerverzinkt und 40 % galvanisch verzinkt. Tabelle 2 zeigt die Nachfrageentwicklung für beide Sorten nach Branchen. Die Industrie prognostiziert eine weiter zunehmende Verwendung feuerverzinkten Stahls im Automobilbau für die kommenden Jahre.

TABELLE 2

Geschätzte Gemeinschafts-Nachfrageentwicklung bei feuerverzinktem und galvanisch verzinktem Stahl

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(60) Die Marktuntersuchung zeigt, dass die Preise für feuerverzinkten und galvanisch verzinkten Stahl vor allem von den besonderen Spezifizierungen (Dicke und chemische Zusammensetzung der Beschichtung und Dicke, Breite, chemische Spezifizierung betr. Härte usw. des Stahls) und Anwendungen abhängen. Ein vergleichbarer Durchschnitts- oder Standardpreis für die gesamte Produktpalette beider Sorten lässt sich nur schwer festlegen.

(61) Nach der offiziellen Preisliste der Anbieter galvanisch verzinkten Stahls (siehe Tabelle 3) liegt die durchschnittliche Preisdifferenz zwischen beiden Sorten in der Gemeinschaft ohnehin unter 5 %. Die Marktuntersuchung hat bestätigt, dass die Spanne der Preisunterschiede zwischen feuerverzinktem und galvanisch verzinktem Stahl nicht erheblich ist.

TABELLE 3

Preisunterschiede zwischen feuerverzinktem und galvanisch verzinktem Stahl nach Mitgliedstaat

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Quelle:

Offizielle Preislisten der in den jeweiligen Ländern ansässigen Erzeuger.

(62) Deswegen kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass feuerverzinkter Stahl und elektro-galvanisch verzinkter Stahl zusammen einen relevanten Produktmarkt bilden.

f) Stahl für Verpackungszwecke: Unterscheidung zwischen Stahl zur Verpackung von Getränken und Stahl zur Verpackung von Nichtgetränken

(63) Verpackungsstahl besteht aus sehr dünnen (0,13-0,49 mm dicken) Kohlenstoff-Flachstahlcoils oder -blechen, die mit einer dünnen Schicht Zinn (bei Weißblech) oder Chrom (bei elektrolytisch verchromtem Stahl (ECCS) oder zinnlosem Stahl (TFS)) elektrolytisch beschichtet werden. Es lassen sich je nach Einsatzbereich zwei unterschiedliche Verpackungsstahlsorten unterscheiden, und zwar Stahl für Getränkeverpackungen und Stahl für Nichtgetränkeverpackungen. Diese Unterscheidung beruht auf den folgenden Faktoren: 1. Die Qualitätsnormen für Getränkedosen sind viel höher als für Nichtgetränkeverpackungen (Belastbarkeit während der Verarbeitung, Porositätsqualität des Metalls usw., 2. die Produktionsbänder zur Verzinnung müssen breiter sein, um die Optimierung von Dosenproduktionsbändern zu ermöglichen (1,2 m statt max. 1,0 m), und 3. Stahl für Getränke muss im Vakuum entgast werden, um Stahl mit extrem niedrigem Kohlenstoffgehalt zu erhalten. Zwar könnten Fertigungsstraßen für die Herstellung von Stahlverpackungen für Getränkedosen theoretisch auch für die Herstellung von Stahldosen für Nichtgetränkeverpackungen genutzt werden, ein derartiges Vorgehen wäre jedoch unwirtschaftlich.

(64) Die Beteiligten bringen vor, der relevante Produktmarkt für Metalle zur Getränkeverpackung solle nicht nur Stahl, sondern auch Aluminium umfassen, da beide Stoffe zur Herstellung von Getränkedosen dienten. Den Beteiligten zufolge steht es europäischen Kunden frei, ob sie Stahl oder Aluminium für Dosen verwenden wollen, da Aluminium als Rohstoff zwar teurer, in der Verarbeitung zu Getränkedosenqualität jedoch weniger aufwendig sei. Bei den Preisen von Aluminium und Stahl für Verpackungen bestehe daher eine Wechselwirkung. Außerdem seien herkömmliche Dosenfertigungsstraßen zwar auf die Verwendung entweder von Aluminium oder von Stahl für Verpackungen ausgelegt, könnten jedoch zur Verwendung des jeweils anderen Stoffes umgebaut werden (die Beteiligten rechnen hierbei für die Umstellung von Stahl auf Aluminium mit Kosten von [...]* Mio. EUR und von Aluminium auf Stahl mit [...]* Mio. EUR); des Weiteren bestuenden moderne Anlagen aus Wechselbändern, bei denen Verpackungsstahl und Aluminium abwechselnd genutzt werden könnten. Außerdem verfügten die Kunden als große, aus Unternehmenszusammenschlüssen hervorgegangene Getränkedosenhersteller über eine ausreichende Zahl an Produktionsbändern, die jeweils speziell für Stahl und für Aluminium vorgesehen sind, um sich rasch an Nachfrageänderungen anpassen und eine schnelle Umstellung zwischen den beiden Stoffen vornehmen zu können.

(65) Die Kommission hat in der Vergangenheit festgestellt, bei Verpackungsstahl handele es sich um einen separaten Produktmarkt(37). Allerdings hat die Kommission noch nicht bestimmt, ob der Markt enger segmentiert werden soll, d. h. ob Stahl (oder sonstige Metalle) für Getränkeverpackungen und für Nichtgetränkeverpackungen separate Märkte darstellten. Die genaue Abgrenzung kann zum Zwecke der Würdigung der angemeldeten Maßnahme ebenfalls offen gelassen werden, da sie sich auf die wettbewerbsrechtliche Würdigung nicht wesentlich auswirkt.

(66) Zu der von den Beteiligten geäußerten Auffassung, wonach Stahl und Aluminium zum gleichen relevanten Markt für Getränkeverpackungen gehörten, hat die Kommission unlängst festgestellt, Stahl und Aluminium für Verpackungen stellten im Allgemeinen separate relevante Märkte dar(38). Zwar sind die Endprodukte in beiden Fällen ähnlich, es bestehen jedoch erhebliche Unterschiede bei den Preisen und der Preisentwicklung der beiden Materialien. Bei der Marktuntersuchung der Kommission hat sich ebenfalls nicht bestätigt, dass es einen einheitlichen Markt von Aluminium und Stahl für Getränkedosen gibt.

(67) Schließlich bringen die Beteiligten vor, neben Aluminium und Stahl könnte der Markt für Getränkeverpackungen auch weiter gefasst werden und sich noch auf konkurrierende Materialien wie Kunststoff und Glas erstrecken. Diese konkurrierenden Materialien bilden jedoch keinen Teil des Marktes für Stahl oder Aluminium, und zwar wegen der vollkommen unterschiedlichen stofflichen Eigenschaften, der völlig anderen technischen Einrichtungen zur Befuellung von Glas- oder Kunststoffflaschen und der abweichenden Preise.

g) Edelstahl-Flacherzeugnisse: Unterscheidung zwischen warmgewalzten und kaltgewalzten Erzeugnissen

(68) Edelstahl lässt sich von Kohlenstoffstahl und von legierten Stahlsorten durch seine physikalischen und chemischen Eigenschaften unterscheiden, insbesondere seine Korrosions- und Hitzebeständigkeit. Dies verschafft ihm eine einzigartige Eignung für bestimmte Einsatzbereiche u. a. in der Verfahrenstechnik, in der Automobiltechnik, für Sanitärprodukte und für Schneidwaren(39).

(69) In früheren Entscheidungen hat die Kommission separate relevante Produktmärkte für warmgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse und kaltgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse festgestellt(40). Die Beteiligten weisen darauf hin, dass die Unterschiede zwischen warmgewalzten und kaltgewalzten Edelstahlerzeugnissen wegen technischer Entwicklungen in der Edelstahlbranche insgesamt immer mehr verwischt werden, erkennen jedoch an, dass die Überschneidungen zwischen warmgewalztem und kaltgewalztem Edelstahl bisher begrenzt sind.

i) Warmgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse

(70) Wie bei warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen hat die Kommission festgestellt, dass wegen der hochgradigen angebotsseitigen Substituierbarkeit zwischen warmgewalztem Breitbandstahl, Schmalbandstahl und Feinblech auch alle warmgewalzten flachen Edelstahlerzeugnisse (ohne Quartoblech) dem gleichen relevanten Produktmarkt zuzurechnen sind.

ii) Kaltgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse

(71) Kaltgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse (Bandeisen und Feinblech) werden durch Kaltwalzen von warmgewalztem Bandeisen hergestellt. Sie stellen einen separaten relevanten Produktmarkt dar, weil sie sich von warmgewalzten Flacherzeugnissen durch ihre Produkteigenschaften (insbesondere die Oberflächenbeschaffenheit), Anwendungsbereiche und Preise unterscheiden(41). Kaltgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse finden in vielfältigsten Industriezweigen mit Anforderungen Verwendung, die sich auf Folgendes erstrecken(42): 1. Hitze-, Rost- und Säurebeständigkeit (Korrosionsbeständigkeit), 2. die grundsätzliche strukturelle Qualität von Stahl, wie die weitreichende Ziehbarkeit/Schweißfähigkeit und, 3. eine hochentwickelte Oberfläche, die durch Glätte und gutes Aussehen gekennzeichnet ist.

(72) Des Weiteren fällt kaltgewalztes Bandeisen unter 500 mm Breite unter den EG-Vertrag und kaltgewalztes Bandeisen über 500 mm Breite unter den EGKS-Vertrag(43). Diese Unterscheidung ist jedoch nicht mehr von Bedeutung, da moderne Kaltwalzwerke zur Erzeugung aller möglichen Breiten über und unter 500 mm in der Lage sind und schmalere Breiten durch Spalten breiteren Materials gewonnen werden können. Die Kommission stellt daher fest, dass die Unterscheidung künstlich ist und dass alle kaltgewalzten Edelstahl-Bandeisen zum gleichen Markt gehören(44).

h) Schlussfolgerungen

(73) Daher stellt die Kommission fest, dass die folgenden Kategorien die relevanten Produktmärkte darstellen, die bei der wettbewerbsrechtlichen Würdigung der angemeldeten Maßnahme zu berücksichtigen sind:

1. warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse,

2. Quartobleche,

3. kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse,

4. nicht kornorientierte Elektrostahlbleche,

5. verzinkter Stahl,

6. organisch beschichteter Kohlenstoffstahl,

7. Verpackungsstahl oder statt dessen separate Märkte für a) Stahl für Getränkeverpackungen und b) Stahl für Nichtgetränkeverpackungen,

8. warmgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse,

9. kaltgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse.

3. STAHLBETRIEB

a) Unterscheidung zwischen Stahlvertrieb einerseits sowie Stahlerzeugung und Direktverkauf von Stahl andererseits

(74) Nach Auffassung der Beteiligten stellt der Stahlvertrieb einen separaten Markt gegenüber der Stahlerzeugung und gegenüber dem Direktverkauf durch Stahlerzeuger an Kunden dar. Die Kommission hat in früheren Fällen entschieden, dass Stahlvertriebstätigkeiten einen eigenen Produktmarkt darstellen(45). Der Vertrieb von Stahlerzeugnissen lässt sich von der Erzeugung und dem Direktverkauf von Stahlerzeugnissen durch eine Reihe von Faktoren unterscheiden(46):

1. unterschiedliche Kunden: Die Kunden, die Stahlerzeugnisse über Vertriebskanäle einkaufen, sind normalerweise andere Kunden mit anders gelagerten Anforderungen als die Kunden, die den Direktverkauf nutzen;

2. geringerer Auftragsumfang: Verkäufe ab Werk werden üblicherweise in Dutzenden von Tonnen gemessen, Verkäufe durch Stahl-Servicecenter in Tonnen und Abverkäufe von Großhandelsunternehmen in Hunderten von Kilogramm;

3. Fähigkeit von Vertriebshändlern zur raschen Reaktion auf Kundenanforderungen: Die Lieferzeiten von Stahlwerken bemessen sich üblicherweise in Wochen oder gar Monaten, die von Großhandelsunternehmen in Stunden oder Tagen, und Stahl-Servicecenter bieten üblicherweise Terminlieferungen zu einem bestimmten Tag oder gelegentlich auch zu einer bestimmten Uhrzeit an;

4. Ortsgebundenheit: Vertriebsstellen versorgen im Allgemeinen ihre Kunden nur bis zu einer bestimmten Entfernung von ihrem Standort und

5. Vielzahl von Unternehmen in diesem Geschäft, von integrierten Vertriebshändlern, die zu Stahlkonzernen gehören, bis zu kleinen unabhängigen Firmen.

(75) Des Weiteren hat die Kommission festgestellt, dass die Aufgaben von Vertriebsunternehmen vollkommen eigenständig sind und diese keine Verkaufsagenturen darstellen(47), was auch durch den Umstand belegt wird, dass eine große Zahl unabhängiger (nicht integrierter) Stahlhändler in der Gemeinschaft tätig ist. Auch wenn viele Stahlerzeuger über ganz oder teilweise in ihrem Eigentum befindliche Stahlvertriebsunternehmen verfügen, gibt es im Endeffekt einen unabhängigen Sektor, der aus einer großen Zahl von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Finanzkraft besteht, die von kleinen Familienbetrieben bis hin zu Tochtergesellschaften großer Industrieunternehmen reichen(48).

b) Unterscheidung zwischen verschiedenen Stahlvertriebskanälen

(76) Die Beteiligten bringen vor, der Stahlvertrieb solle weiter in drei verschiedene Märkte unterteilt werden: 1. Stahl-Servicecenter, 2. Großhandelsunternehmen und 3. Sauerstoffbrennschneidewerke. Diese Marktabgrenzungen stehen in Einklang mit früheren Kommissionsentscheidungen(49) und sind durch die Marktuntersuchung im Wesentlichen bestätigt worden. Die Vertriebskanäle sind weiter nach verkauften Produktkategorien aufzugliedern.

i) Stahl-Servicecenter

(77) Stahl-Servicecenter kaufen Walzwerkerzeugnisse von den Stahlerzeugern und spalten und schneiden anschließend das Material nach den Anforderungen der Kunden(50). Zu ihren Kunden gehören Großkunden wie Automobil- und Haushaltsgerätehersteller, Großhandelsunternehmen und sonstige Kunden jeder Größenordnung.

(78) Stahl-Servicecenter betätigen sich ausschließlich im Bereich von Flachstahlerzeugnissen, und zwar sowohl aus Kohlenstoff- wie aus Edelstahl. Im Einklang mit früheren Entscheidungen der Kommission(51) wird in dieser Entscheidung zwischen den Märkten für den Vertrieb von Kohlenstoff- und Edelstahlerzeugnissen unterschieden. Diese Unterscheidung ist von den die Anmeldung vornehmenden Beteiligten bestätigt worden, die vorbringen, dass die Vertriebskanäle für Kohlenstoff- und Edelstahl-Flacherzeugnisse unterschiedlich seien. Die Tätigkeiten der Beteiligten überschneiden sich nur bei Kohlenstoffstahlerzeugnissen und nicht bei Edelstahlerzeugnissen (mit Ausnahme Deutschlands, wo ihr gemeinsamer Marktanteil sich nur auf [< 15]* % beläuft).

ii) Großhandelsunternehmen

(79) Großhandelsunternehmen üben die traditionelle Tätigkeit des Großhandels aus, indem sie große Mengen bei den Herstellern einkaufen und kleinere Mengen weiterverkaufen(52). Insbesondere besteht die Großhandelstätigkeit in der Lagerhaltung einer großen Vielfalt von Stahlerzeugnissen an vorteilhaften Standorten, um in erster Linie, jedoch nicht ausschließlich kleine bis mittelgroße Kunden mit Stahlmengen zu versorgen, deren Umfang für Direktgeschäfte mit den Stahlerzeugern oder mit Stahl-Servicecentern(53) nicht ausreicht. Daneben bevorraten Großhandelsunternehmen Stahl zur Direktbelieferung und können daher Leistungen bereitstellen, die von Stahlerzeugern nicht zu beziehen sind. Großhandelsunternehmen haben zudem interne Verarbeitungsmöglichkeiten aufgebaut, mit denen sie zur Wertschöpfung und Verbesserung ihrer Leistungen an die Kunden in der Lage sind(54). Derartige Verarbeitungsleistungen umfassen Ablängen, Spalten, Schneiden und Polieren.

(80) Großhandelsunternehmen decken nahezu die gesamte Palette von Stahlerzeugnissen ab(55). Wie bei Stahl-Servicecentern wird eine Segmentierung zwischen dem Vertrieb von Kohlenstoff- und Edelstahlerzeugnissen vorgenommen, da die Betriebsüberschneidungen der Beteiligten nur Kohlenstoffstahlerzeugnisse betreffen. Des Weiteren wird zum Zwecke der Würdigung eine Unterscheidung zwischen den beiden Produktkategorien von Kohlenstoffstahlerzeugnissen vorgenommen, und zwar a) Flacherzeugnisse und b) Langerzeugnisse. Diese Unterscheidung nach vertriebenen Produktsorten steht im Einklang mit einer früheren Entscheidung der Kommission(56).

(81) In ihrer Erwiderung bestreiten die beteiligten Unternehmen, dass der Großhandelsmarkt in Langstahlerzeugnisse und Flachstahlerzeugnisse segmentiert werden muss. Ihrer Auffassung nach bildet aus den nachstehenden Gründen der gesamte Großhandelsmarkt ohne Unterscheidung zwischen Langstahl und Flachstahl den relevanten Markt: erstens sei die Großhandelstätigkeit eine kundenorientierte Dienstleistung für eine stark fragmentierte Abnehmerschaft, so dass die meisten Großhändler sämtliche Stahlproduktsorten bereithalten müssten; zweitens bestuende auf der Angebotsseite eine hohe Substituierbarkeit, und kein Hindernis würde ein Großhandelsunternehmen davon abhalten, neben Flachstahlerzeugnissen auch Langstahlerzeugnisse oder umgekehrt anzubieten.

(82) Trotz dieser Argumente und insbesondere des Umstands, dass einige Großhändler sowohl mit Flach- als auch mit Langstahl handeln, sind bei der Abgrenzung der relevanten Produktmärkte die unterschiedlichen Nachfragemerkmale für jeden Produkttyp und die Unterschiede zwischen deren Durchschnittspreisen zu berücksichtigen. Insbesondere haben Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse andere Käufer als Kohlenstoff-Langstahlerzeugnisse und weisen besondere Merkmale hinsichtlich ihrer Vertriebskanäle auf (wie erwähnt befassen sich Stahl-Servicecenter ausschließlich mit Flacherzeugnissen und nicht mit Langerzeugnissen).

(83) Aus diesen Gründen stuft die Kommission folgende Produktmärkte als sachlich relevante Märkte ein: 1. Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen im Großhandel, 2. Vertrieb von Kohlenstoff-Langstahlerzeugnissen im Großhandel und 3. Vertrieb von Edelstahlerzeugnissen im Großhandel.

iii) Sauerstoffbrennschneidewerke

(84) Sauerstoffbrennschneidewerke verarbeiten ein besonderes Produkt, und zwar Quartobleche mit einer Dicke von 8 mm bis 600 mm, was ein spezielles Bearbeitungswerkzeug (Knallgasbrenner) erfordert, das überaus präzise und leistungsstark ist(57). Sauerstoffbrennschneidewerke arbeiten mit ihren Kunden eng zusammen und verarbeiten kleine Stahlmengen, die nach den Anforderungen der Kunden zugeschnitten werden.

(85) Die Kommission hat in der Vergangenheit festgestellt, dass Sauerstoffbrennschneidetätigkeiten einen separaten Markt darstellen(58). Die Marktuntersuchung hat diese Schlussfolgerung ebenfalls bestätigt.

c) Schlussfolgerung

(86) Die Kommission stellt deswegen fest, dass die folgenden Kategorien die relevanten Produktmärkte darstellen, die bei der wettbewerbsrechtlichen Würdigung der angemeldeten Maßnahme zu berücksichtigen sind:

1. Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Stahl-Servicecenter,

2. Vertrieb von Edelstahl-Flacherzeugnissen durch Stahl-Servicecenter,

3. Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Großhandelsunternehmen,

4. Vertrieb von Kohlenstoff-Langstahlerzeugnissen durch Großhandelsunternehmen,

5. Vertrieb von Edelstahlerzeugnissen durch Großhandelsunternehmen und

6. Vertrieb von Quartoblechen durch Sauerstoffbrennschneidewerke.

C. RELEVANTE GEOGRAFISCHE MÄRKTE

1. STAHLERZEUGNISSE

a) Warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse

(87) Die Beteiligten bringen vor, dass sich der relevante geografische Markt für alle warmgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse (einschließlich Quartobleche) mindestens auf das Gebiet der Gemeinschaft erstrecke, möglicherweise aber auch weiter gefasst sei.

(88) In früheren Entscheidungen hat die Kommission festgestellt, der Markt für warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse umfasse zumindest das Gebiet der Gemeinschaft(59). Zwar haben sich in der Vergangenheit die Produktionskapazitäten für warmgewalzte Stahlerzeugnisse in den meisten Mitgliedstaaten auf ein einziges (nationales) Stahlunternehmen beschränkt, auf das im Regelfall in seinem Heimatmarkt der höchste Angebotsanteil entfallen ist, schon seit langem haben jedoch die Stahlerzeuger die Heimatmärkte ihrer Wettbewerber durchdrungen und dabei ansehnliche Marktanteile gewonnen(60). Heute sind die großen Stahlerzeuger in nahezu jedem Mitgliedstaat sowohl mit Direktlieferungen an Endkunden als auch durch verbundene Vertriebsunternehmen vertreten. Darüber hinaus fallen innergemeinschaftliche Transportkosten kaum ins Gewicht, Zoll- oder sonstige Markteintrittsschranken bestehen nicht und Kundenwünsche sind kein bedeutender Faktor, da die Erzeugnisse überwiegend gleichartig sind (Waren).

(89) Die genaue Marktabgrenzung kann in dieser Entscheidung offen bleiben, da der geplante Zusammenschluss selbst auf der Basis der engsten geografischen Marktdefinition keinen Anlass zu schwerwiegenden wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf diesem Markt gibt.

b) Kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse

(90) Die Beteiligten bringen vor, der relevante geografische Markt für die Erzeugung kaltgewalzter Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse umfasse zumindest Westeuropa, d. h. die Gemeinschaft und die EFTA, wobei sie abermals zu bedenken geben, dass er auch weiter gefasst sein könne. Die Beteiligten weisen auf den Umfang der Einfuhren von kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen im Jahr 2000 (nahezu 18 % nach Angaben der Beteiligten) und auf die Feststellungen eines Berichts des von den Parteien beauftragten Wirtschaftsberatungsunternehmens hin, wonach ökonometrische Analysen angeblich zeigen, dass der relative Einfuhrpreis den Importanteil in der Gemeinschaft erheblich beeinflusse.

(91) In früheren Fällen hat die Kommission festgestellt, der relevante geografische Markt für kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse umfasse zumindest Westeuropa, d. h. die Gemeinschaft und die EFTA(61). Die Nachforschungen im vorliegenden Fall lassen darauf schließen, dass der Markt nicht weiter gefasst ist als Westeuropa. Die genaue Abgrenzung des Marktes kann jedoch offen gelassen werden, da es der geplante Zusammenschluss den beteiligten Unternehmen unabhängig von der genaueren Marktdefinition nicht ermöglichen wird, den wirksamen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen.

c) Nicht kornorientierte Elektrostahlbleche

(92) Die Beteiligten bringen vor, der relevante geografische Markt für nicht kornorientierte Elektrostahlbleche sei Westeuropa. Die vorgeschlagene Marktabgrenzung steht im Einklang mit früheren Entscheidungen der Kommission(62) und wurde durch die Marktuntersuchung weitgehend bestätigt.

d) Beschichtete Kohlenstoffstahlerzeugnisse

(93) Die Beteiligten bringen vor, der relevante geografische Markt für verzinkten und organisch beschichteten Stahl umfasse zumindest die Gemeinschaft, wenn nicht einen größeren geografischen Bereich. Die Kommission hat in der Vergangenheit festgestellt, dass die Märkte für feuerverzinkten Stahl und andere beschichtete Erzeugnisse die EU umfassen(63). Die Transportkosten innerhalb der EU fallen kaum ins Gewicht (so entfallen hierauf weniger als 5 % des Endwertes organisch beschichteten Stahls), wobei ein erheblicher Teil des metallbeschichteten Stahls (40-50 %) und des organisch beschichteten Stahls (über 30 %) grenzüberschreitend innerhalb der EU gehandelt wird.

(94) Der relevante geografische Markt erstreckt sich jedoch nicht über die Gemeinschaft hinaus. Die Beteiligten bringen vor, Einfuhren aus Drittländern seien in den letzten Jahren gestiegen. Trotzdem fallen Drittlandimporte nach wie vor relativ wenig ins Gewicht und sind bei den verschiedenen Erzeugnissen erheblichen Schwankungen unterworfen: 6-9 % bei verzinktem Stahl und 6 % bei organisch beschichtetem Stahl in den Jahren 1999/2000. Des Weiteren hat die Marktuntersuchung ergeben, dass nach Auffassung einer Reihe von Kunden außergemeinschaftliche Stahlerzeuger derzeit nicht in der Lage sind, die Anforderungen von Kunden in der Gemeinschaft hinsichtlich Qualität, Zuverlässigkeit und Service zu erfuellen. Die Kommission zieht daher in Einklang mit früheren Entscheidungen den Schluss, dass die Märkte für beschichtete Kohlenstoffstahlerzeugnisse das Gebiet der Gemeinschaft umfassen.

e) Verpackungsstahl

(95) Die Beteiligten geben an, dass der relevante geografische Markt für Verpackungsstahl mindestens eine gemeinschaftsweite Dimension habe. Die Kommission hat in der Vergangenheit festgestellt, dass der Markt eine Gemeinschafts-Dimension aufweist(64). Die gemeinschaftsinternen Handelsströme sind bedeutend (rund 40 %) und die Transportkosten nicht besonders hoch (3-4 %).

(96) Die Marktuntersuchung hat ebenfalls ergeben, dass der relevante Markt die Gemeinschaft ist. Im Jahr 2000 entfielen ca. 10 % des gesamten Verpackungsstahls auf Einfuhren, die größtenteils aus Stahl für Nichtgetränkeverpackungen bestanden (Stahl für Getränkeverpackungen wurde praktisch nicht eingeführt).

f) Edelstahl-Flacherzeugnisse

(97) Die Beteiligten bringen vor, der relevante geografische Markt für warmgewalzte und kaltgewalzte Edelstahl-Flacherzeugnisse umfasse zumindest Westeuropa, d. h. die Gemeinschaft und die EFTA. Dabei behaupten sie jedoch auch, der Markt entwickle sich wegen der zunehmenden Bedeutung interkontinentaler Handelsströme, der weltweiten Angleichung von Handels- und Wettbewerbsbedingungen, eines globalen Preistrends und niedriger Transportkosten zu einem weltweiten Markt.

(98) Die Kommission hat in der Vergangenheit den Westeuropa umfassenden Markt als relevant eingestuft(65). Zwar haben Einfuhren aus Drittländern in den jüngsten Jahren zugenommen, doch entfallen hierauf nach wie vor weniger als 8 % bei warmgewalzten Edelstahl-Flacherzeugnissen und 6 % bei kaltgewalzten Edelstahl-Flacherzeugnissen. Auf jeden Fall kann die Frage offen gelassen werden, da das Vorhaben selbst bei Zugrundelegung der engsten Marktdefinition keine ernsthaften Wettbewerbsprobleme aufwirft.

2. STAHLVERTRIEB

(99) Die Beteiligten bringen vor, die geografischen Märkte für den Stahlvertrieb seien nationaler oder regionaler Natur und seien fallweise unter Berücksichtigung u. a. der folgenden Faktoren zu bestimmen: 1. Wert des gehandelten Materials, 2. durch die betreffende Leistung hinzugekommener Mehrwert, 3. Standort der Wettbewerber, 4. Lieferzeiten; und 5. relevante Transportkosten.

(100) Insbesondere betrachten die Beteiligten für die Zwecke dieser Maßnahme folgende Gebiete als relevante Märkte:

1. Frankreich;

2. die Benelux-Länder und der benachbarte Nordwestteil Deutschlands (Nordrhein-Westfalen);

3. Spanien und Portugal sowie

4. das Vereinigte Königreich und Irland.

(101) Bei früheren Entscheidungen(66) hat die Kommission festgestellt, dass sich der geografische Bereich, der durch ein einzelnes Großhandelsdepot versorgt wird, nach den Transportkosten und Lieferzeiten richtet. Der durch Stahlvertriebstätigkeiten hinzukommende Mehrwert ist vergleichsweise gering, weshalb Transportkosten die Möglichkeiten eines Vertriebsunternehmens zum Wettbewerb über große Entfernungen hinweg erheblich einschränken(67). Im Einzelnen ergibt sich aus der Marktuntersuchung, dass Vertriebsunternehmen ihre Kunden im Allgemeinen innerhalb eines Radius von ca. 200 bis 250 km versorgen. Beim Vertrieb handelt es sich demnach im Wesentlichen um ein regionales Geschäft. Ob diese Region einen oder mehrere Mitgliedstaaten umfasst, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter der Größe des Mitgliedstaates, der Art und dem Wert der verkauften Erzeugnisse und dem Standort von Wettbewerbern(68).

(102) Daher hat die Kommission bei früheren Entscheidungen festgestellt, dass sich der Stahlhandel im Regelfall auf einen einzelnen Mitgliedstaat beschränkt und grenzüberschreitende Geschäfte von Großhandelsunternehmen, Stahl-Servicecentern und Sauerstoffbrennschneidewerken eher selten sind(69). Die Untersuchung dieses Falles durch die Kommission hat ergeben, dass zwischen benachbarten Gebieten zwar Handelsströme in gewissem Umfang stattfinden, dass der Absatz jedoch großenteils in dem Land erfolgt, in welchem sowohl die Vertriebsstelle als auch deren Kunde ihren Standort haben.

(103) Wie die Beteiligten im Formular CO darlegen, gilt Frankreich bereits als relevanter geografischer Markt für den Stahlvertrieb durch Stahl-Servicecenter, Großhandelsunternehmen(70) und Sauerstoffbrennschneidewerke(71). Die Marktuntersuchung hat bestätigt, dass zwischen Frankreich und seinen Nachbarländern grenzüberschreitende Verkäufe nur in geringem Umfang stattfinden.

(104) Die Beteiligten betrachten das Gebiet der Benelux-Länder und des benachbarten Nordwestteils Deutschlands (Nordrhein-Westfalen) als relevanten geografischen Markt, und zwar wegen 1. nicht vorhandener Handelsschranken, 2. der Ähnlichkeit der in der Region verlangten Preise sowie 3. erheblicher grenzüberschreitender Handelsströme mit Stahlerzeugnissen. In der Vergangenheit hat die Kommission als relevant den Markt eingestuft, der die Niederlande, Belgien und den Nordwestteil Deutschlands umfasst(72). Bei der Marktuntersuchung wurden bedeutende grenzüberschreitende Handelsströme in dem betrachteten Gebiet festgestellt. Im Einzelnen beliefern die jeweiligen Vertriebsnetze die Kunden auf der Basis ihrer Hauptvertriebsniederlassungen. So haben die Beteiligten ihre hauptsächlichen Stahl-Servicecenter in diesem Gebiet auf Belgien konzentriert und können von dort ihre Kunden in Luxemburg, den Niederlanden und dem betreffenden Teil Deutschlands effizient und wirtschaftlich beliefern. So erfolgte denn auch ein erheblicher Teil des Absatzes der belgischen Stahl-Servicecenter der Beteiligten an Kunden in den genannten Ländern. Des Weiteren wurden im Großhandel [20-30]* % der Produktion der Beteiligten durch ihre niederländischen Großhandelsunternehmen an belgische Kunden abgesetzt, während [30-40]* % des Großhandelsabsatzes an niederländische Kunden durch die belgischen Großhandelsunternehmen der Beteiligten erfolgten; andererseits entfielen [40-50]* % des Großhandelsabsatzes der Beteiligten nach Nordrhein-Westfalen auf Benelux-Großhandelsunternehmen. Schließlich bestätigte die Marktuntersuchung, dass sich die in dieser Region verlangten Preise stark ähnelten.

(105) Zudem bringen die Beteiligten vor, Spanien und Portugal bildeten zusammen einen relevanten geografischen Markt. Die Marktuntersuchung hat das Vorhandensein grenzüberschreitender Verkäufe, im Regelfall von Spanien nach Portugal, bestätigt. Der relevante geografische Markt scheint daher die Iberische Halbinsel zu sein. Auf jeden Fall kann die exakte Abgrenzung des relevanten geografischen Marktes (d. h. das Vorhandensein eines einzigen Marktes für diese beiden Länder oder von getrennten Märkten) offen bleiben, da die sich aus der Würdigung der angemeldeten Maßnahme ergebenden wettbewerbsrechtlichen Bedenken von den möglichen geografischen Abgrenzungen unberührt bleiben.

(106) Schließlich bringen die Beteiligten vor, das Vereinigte Königreich und Irland stellten einen einzigen relevanten geografischen Markt dar. Die Transportkosten, die für Stahl-Servicecenter einen wesentlichen Kostenfaktor darstellen, würden Einfuhren von außerhalb dieses Gebiets erheblich begrenzen. Die genaue Abgrenzung des relevanten geografischen Marktes kann jedoch offen bleiben, da die vorgeschlagene Maßnahme bei jeder Abgrenzungsmöglichkeit (d. h. separate nationale Märkte für das Vereinigte Königreich und Irland) keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt.

(107) Die Kommission stellt daher fest, dass die relevanten geografischen Märkte für die Würdigung der angemeldeten Maßnahme folgende Gebiete sind:

1. Frankreich;

2. die Benelux-Länder und der benachbarte Nordwestteil Deutschlands (Nordrhein-Westfalen);

3. das die Länder Spanien und Portugal umfassende Gebiet oder jedes einzelne Land als separate relevante Märkte und

4. das die Länder Vereinigtes Königreich und Irland umfassende Gebiet oder jedes einzelne Land als separate relevante Märkte.

D. WETTBEWERBSRECHTLICHE WÜRDIGUNG

1. STAHLERZEUGNISSE

1. Warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse

(108) Wie schon bei der Produktmarktdefinition erwähnt, wird nur ein begrenzter Teil der warmgewalzten Flachstahlerzeugnisse einer unmittelbaren Verwendung zugeführt; mehr als die Hälfte der Produktion wird durch Kaltwalzen weiterverarbeitet. Wie aus Tabelle 4 hervorgeht, werden in der Gemeinschaft ungefähr 75 Mio. Tonnen Warmwalzflachstahl produziert, von denen nur 29 als warmgewalztes Breitband, Blech oder Langstahl verkauft werden (Quartobleche werden getrennt behandelt).

TABELLE 4

Produktion und Absatz von Warmwalzflachstahl in der Gemeinschaft

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(109) Newco wird über einen großen Anteil der Warmwalz-Produktionskapazitäten in der Gemeinschaft verfügen ([35-40]* % in den Jahren 1997-1999). Als integrierter Konzern wird er jedoch den Großteil dieser Produktion in konzerneigenen Unternehmen weiterverarbeiten.

Marktstruktur

(110) Unter Zugrundelegung der engstmöglichen Definition des relevanten Warmwalzflachstahl-Marktes, d. h. eines gemeinschaftsweiten Marktes, betrug der kombinierte Marktanteil der beteiligten Unternehmen am Gesamtumsatz bzw. am Umsatz mit Drittunternehmen in den Jahren 1997 bis 2000 zwischen [25-35]* % (siehe Tabelle 5).

TABELLE 5

Gesamtabsatz warmgewalzter Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse der beteiligten Unternehmen

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(111) Auf dem Gemeinschaftsmarkt mit einer Produktion von insgesamt 29,2 Mio. t im Jahr 2000 setzten Usinor [...]* Mio. t ([15-20]* % Marktanteil) und Arbed/Aceralia [...]* Mio. t ([10-15]* % Marktanteil) um. Zusammengenommen entspricht dieser Umsatz ([...]* Mio. t) [25-30]* % des Gesamtumsatzes in der Gemeinschaft im Jahr 2000. 1999 betrug der kombinierte Anteil der beteiligten Unternehmen am Gemeinschaftsmarkt nach Umsatz berechnet [30-35]* %.

(112) Der Handelsabsatz (Absatz mit Drittunternehmen) betrug bei Usinor insgesamt [...]* Mio. t und bei Arbed/Aceralia [...]* Mio. t im Jahr 2000. Wie Tabelle 6 ausweist, erreichten die anmeldenden Unternehmen 1999 [...]* bzw. [...]* Mio. t, was einem gemeinsamen Marktanteil von [25-30]* % entspricht ([10-15]* % + [10-15]* %).

TABELLE 6

Anteil am Umsatz mit warmgewalztem Kohlenstoff-Flachstahl in der Gemeinschaft im Jahr 1999

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(113) Die drei größten Wettbewerber von Newco auf dem Markt für Warmwalzflachstahl sind Corus (Marktanteil von [10-15]* % nach Gesamtabsatz und [10-15]* % nach Handelsabsatz im Jahr 1999), TKS ([10-15]* % bzw. [15-20]* %) und Riva (< 10 % bzw. < 10 %). Auch eine Reihe nicht ganz so großer europäischer Erzeuger ist auf diesem Markt tätig: Voest-Alpine (< 5 % Umsatzanteil), Salzgitter (< 5 %), SSAB (< 5 %) und Rautaruukki (< 5 %). Einfuhren aus Drittländern haben in den vergangenen Jahren zugenommen und machten im Jahr 2000 rd. [15-20]* % aus.

(114) Angesichts dieser Marktstruktur wirft die Fusion keine ernsthaften wettbewerbsrechtlichen Bedenken dahin gehend auf, dass Newco 1. einseitig wirklichen Wettbewerb verhindern oder die Wettbewerbsvorschriften umgehen könnte oder 2. die größten Anbieter sich parallel wettbewerbswidrig verhalten. Insbesondere wird Newco wahrscheinlich nicht in der Lage sein, die Preise für die gesamte Bandbreite warmgewalzter Flachstahlerzeugnisse einseitig anzuheben.

Einfuhren

(115) Ein wichtiges Merkmal des Marktes für warmgewalzten Kohlenstoff-Stahl ist das hohe Einfuhrniveau: 16,3 % im Jahr 2000, 13,8 % im Jahr 1999 und 17,5 % im Jahr 1998. Da es sich bei dem im EWR verbrauchten warmgewalzten Kohlenstoff-Stahl zum weitaus überwiegenden Teil um Massenstahl handelt, leiden Einfuhren aus Drittländern augenscheinlich nicht unter Qualitätsnachteilen.

Schlussfolgerung

(116) Aus diesen Gründen ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass das angemeldete Vorhaben den Parteien nicht die Möglichkeit verschaffen wird, auf dem Markt für warmgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen.

2. Quartobleche

Marktstruktur

(117) Auf dem Markt für Quartobleche wurden im Jahr 2000 insgesamt 7,8 Mio. t umgesetzt. Der Umsatzanteil von Usinor (einschließlich konzerninterner Umsätze) belief sich auf [...]* Mio. t ([15-20]* %). Zusammen mit den [...]* Mio. t von Arbed/Aceralia ([5-10]* %) ergibt sich ein Marktanteil von [20-25]* %. Dies bedeutet gegenüber dem gemeinsamen Anteil aus dem Jahre 1999 von [20-25]* % einen leichten Anstieg. Wie aus Tabelle 7 ersichtlich wird, belief sich der Handelsabsatz (Verkäufe an Unternehmen außerhalb des eigenen Konzerns) 1999 auf [20-25]* % (Usinor [15-20]* %, Arbed/Aceralia [5-10]* %), was in etwa dem Anteil am Gesamtumsatz dieses Jahres entspricht ([20-25]* %).

TABELLE 7

Gemeinsamer Umsatz der beteiligten Unternehmen mit Quartoblechen

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(118) 1999 kam Corus auf einen Marktanteil von [5-10]* %, Rautaruukki auf [5-10]* %, Riva [5-10]* %, Salzgitter [5-10]* % und TKS [5-10]* %. Trotz des erheblichen Abstands zwischen Newco und seinen Konkurrenten liegt der Marktanteil von Newco insgesamt nur leicht über einem Fünftel des Marktvolumens.

Kapazitätsauslastung

(119) 1999 waren die Kapazitäten in der Gemeinschaft zu 68 % ausgelastet. Den Wettbewerbern stuende somit genügend freie Kapazität zur Verfügung, um im Fall einer einseitigen Preiserhöhung von Newco den eigenen Ausstoß zu erhöhen. Sie bieten damit auf der Angebotsseite glaubwürdige Alternativen, durch die dem Marktverhalten von Newco Grenzen gesetzt werden.

Marktzutritt

(120) Nach Angaben der beteiligten Unternehmen sind in den vergangenen fünf Jahren drei Unternehmen neu auf dem Markt tätig geworden: a) das tschechische Warmwalzunternehmen Vitkowice, dessen Erzeugnisse in die EU eingeführt werden, b) Duferco mit einer geplanten Kapazität von 950000 t und c) Marcegaglia.

Einfuhren

(121) Auf Einfuhren entfiel im Jahr 2000 ein Marktanteil von 14,6 %; 1999 waren es 19,5 %. Die relativ starke Marktdurchdringung mit Einfuhren verringert den Spielraum von Newco zusätzlich, sich unabhängig von seinen Wettbewerbern verhalten.

Schlussfolgerung

(122) Aus diesen Gründen kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass das angemeldete Vorhaben den Parteien nicht die Möglichkeit geben wird, auf dem Markt für Quartobleche wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen.

3. Kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse

(123) Die genaue Abgrenzung des geografischen Marktes für kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse war unter dem Hinweis, dass die engstmögliche Definition die eines westeuropäischen Marktes wäre, offengelassen worden (Randnummer 90 f.). In dieser Würdigung werden gemeinschaftsweite Zahlen zugrunde gelegt, da umfassende Daten für den gesamten westeuropäischen Markt nicht zur Verfügung stehen. Auf die Gesamtwürdigung hat dies kaum Einfluss, da das relative Gewicht der übrigen Länder (Norwegen, Schweiz, Liechtenstein, Island) so gering ist, dass sich die Lage in Westeuropa insgesamt nicht in nennenswerter Weise von der in der Gemeinschaft unterscheidet.

(124) Im Jahr 2000 wurden in der Gemeinschaft insgesamt 13,1 Mio. t kaltgewalzte Flachstahlerzeugnisse abgesetzt. Der Umsatz von Usinor betrug insgesamt [...]* Mio. t (Marktanteil [15-20]* %), der von Arbed/Aceralia [...]* Mio. t ([15-20]* %). Gemeinsam kommen die beteiligten Unternehmen mit [...]* Mio. t auf einen Anteil von [35-40]* % am Gesamtumsatz in der Gemeinschaft im Jahr 2000. 1999 betrug dieser Anteil 40 % (siehe Tabelle 8).

TABELLE 8

Gemeinsamer Umsatzanteil der beteiligten Unternehmen bei kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(125) Von den genannten [...]* Mio. t Gesamtabsatz wurden ungefähr [...]* Mio. an andere Unternehmen des Usinor- und des Arbed-Konzerns weiterverkauft. Auf dem Handelsmarkt betrug der Umsatzanteil von Newco im Jahr 1999 [35-40]* %. In Tabelle 9 werden die Umsätze und Marktanteile der beteiligten Unternehmen und der Konkurrenten am Gesamtumsatz und am Umsatz auf dem Handelsmarkt im Jahr 1999 aufgeführt.

TABELLE 9

Anteile am Absatz kaltgewalzter Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse 1999 in der Gemeinschaft

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(126) Zur mutmaßlichen Marktentwicklung wurde in Bezug auf die Auswirkungen der Fusion von einem unabhängigen Beratungsunternehmen, das von den beteiligten Unternehmen beauftragt wurde, der Newco-Anteil am Gesamtmarkt für kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse in Höhe von ca. [35-40]* % im Jahr 2006 prognostiziert.

(127) In ihren Beschwerdepunkten war die Kommission zu der vorläufigen Auffassung gelangt, dass das Vorhaben den Parteien die Möglichkeit gegeben hätte, die Preise einseitig anzuheben. Als Gründe hierfür hatte sie angeführt: a) den besonders hohen gemeinsamen Marktanteil der beteiligten Unternehmen und den großen Abstand zu ihren stärksten Konkurrenten, b) die geringe Menge geplanter neuer Kapazitäten in den kommenden Jahren, c) die Unwahrscheinlichkeit von Marktzutritten, d) das Fehlen von Wettbewerbsdruck durch alternative Materialien, e) unzureichende Einschränkung des Wettbewerbsverhaltens durch Einfuhren, f) das Fehlen jeglicher Möglichkeit insbesondere für Abnehmer aus der Automobilindustrie, kurz- und mittelfristig den Anbieter zu wechseln, und g) die starke Position von Newco auf den vor- und nachgelagerten Märkten.

(128) In ihrer Erwiderung bestreiten die beteiligten Unternehmen die Feststellungen der Kommission und argumentieren dabei im Wesentlichen wie folgt:

- Die beteiligten Unternehmen haben in den letzten Jahren erhebliche Marktanteile verloren und erreichten im Jahr 2000 nur noch einen Umsatzanteil von [30-35]* % (1997 hatte er noch [40-45]* % betragen).

- Auf dem Markt gibt es viele freie Kapazitäten, die in der Zukunft noch zunehmen dürften. Auf der Grundlage eines von ihrem Beratungsunternehmen vorgelegten Berichts führen die beteiligten Unternehmen ferner an, dass die Stahlerzeuger wegen der hohen Festkosten unter starkem Druck stuenden, so viele zusätzliche Tonnen wie möglich zu verkaufen. Deswegen könnte schon die Drohung von Abnehmern mit einem Lieferantenwechsel selbst dann einen erheblichen Preisdruck entfachen, wenn sie nur geringe Mengen beträfe.

- Der Markt für kaltgewalzte Flachstahlerzeugnisse ist sehr stark von Einfuhren durchdrungen, die zum Großteil (68 %) aus Mittel- und Osteuropa, der Türkei und der GUS stammen. Freie Kapazitäten in diesen Ländern können kurz- oder mittelfristig nicht durch einheimische Nachfrage absorbiert werden.

- Da es sich bei den meisten im EWR verwendeten kaltgewalzten Flachstahlprodukten um Ausgangsmaterial handelt, leiden diese Einfuhren aus Drittländern auch nicht unter einem Qualitätsnachteil.

- Diese Einfuhren stellen eine echte und langfristige Einschränkung des Wettbewerbsverhaltens der einheimischen Produzenten dar, auch wenn die Importeure nicht über langfristige Lieferverträge oder eigene Vertriebsnetze verfügen.

- Die Abnehmerseite weist einen hohen Konzentrationsgrad auf und kann daher eine erhebliche Nachfragemacht ausüben.

- Auch die vertikale Integration wirkt sich nicht zum Vorteil von Newco aus, da die Konkurrenten ebenfalls integrierte Unternehmen sind und sich die Abnehmerbasis auf den verschiedenen Märkten unterscheidet.

Die Ausführungen der beteiligten Unternehmen lassen sich dahin gehend zusammenfassen, dass die Bedingungen auf dem Markt für kaltgewalzten Flachstahl auch nach der Fusion einen wirklichen Wettbewerb gewährleisten würden.

(129) Die Kommission hat die Ausführungen der beteiligten Unternehmen sorgfältig geprüft und insbesondere mehrere entscheidende Argumente für die Nachhaltigkeit des Wettbewerbs wie a) die hohe Einfuhrquote und b) die freien Kapazitäten auf dem in Rede stehenden Markt berücksichtigt.

(130) Wie in Tabelle 10 aufgeführt, wuchsen die Einfuhren von 9,8 % im Jahr 1997 auf fast 18 % im Jahr 2000. Von allen in diesem Verfahren näher untersuchten Stahlmärkten weist dieser damit die höchste Einfuhrquote und das stärkste Einfuhrwachstum auf. Die Marktanteilsgewinne der Einfuhren scheinen zu Lasten der beteiligten Unternehmen gegangen zu sein, deren am Gesamtumsatz-Anteil von [40-45]* % im Jahr 1997 auf [30-35]* % zurückgegangen ist. Die Marktanteile der übrigen Anbieter blieben unverändert.

TABELLE 10

Einfuhrquote auf dem Markt für kaltgewalzte Stahlerzeugnisse

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Quelle:

Formblatt CO.

(131) Da die Einfuhren hauptsächlich, wie die beteiligten Unternehmen zu Recht ausführen, aus osteuropäischen Ländern stammen, dürften sich die Transportkosten nicht wesentlich von denen innerhalb der Gemeinschaft unterscheiden. Die große Menge der Einfuhren sowie ihr starkes Wachstum in den letzten Jahren weisen ohnedies darauf hin, dass kaltgewalzte Flachstahlerzeugnisse von Anbietern aus Drittländern nicht unter Wettbewerbsnachteilen im Hinblick auf Qualität, Preis oder Logistik leiden, die eine Einfuhr nach Westeuropa unmöglich machen würden.

(132) Außerdem weist der Markt für kaltgewalzte Flacherzeugnisse, wie aus Tabellen 11 und 12 hervorgeht, mit die größten freien Kapazitäten unter den im Rahmen dieses Verfahrens genau untersuchten Märkten auf.

TABELLE 11

Kapazitätsauslastung im Jahr 1999

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Quelle:

Anmeldung der beteiligten Unternehmen.

TABELLE 12

Entwicklung der Kapazitätsauslastung bei kaltgewalzten Erzeugnissen

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Quelle:

beteiligte Unternehmen und EU-Zahlen.

(133) Die freien Kapazitäten auf dem Markt dürften auch nicht durch zusätzliche Nachfrage in den kommenden Jahren absorbiert werden. In den vergangenen vier Jahren war beim Gesamtumsatz nur ein geringes Marktwachstum zu verzeichnen (weniger als 4 % zwischen 1997 und 2000). Der Handelsmarkt ging sogar zurück, da die Abnehmer auf feuerverzinktes Blech umgestiegen sind. Die derzeitige Kapazitätsauslastungsrate verleiht den Konkurrenten in der Gemeinschaft somit genügend Spielraum, um auf Preiserhöhungen von Newco mit einer Produktionsausweitung zu reagieren und damit Wettbewerbsdruck auf Newco auszuüben. Dies gilt umso mehr, als der Kapazitätsauslastungsgrad in der Branche insgesamt niedriger ist als bei Newco. Auch in Osteuropa, der wichtigsten Quelle für Einfuhren von kaltgewalztem Flachstahl, sind freie Kapazitäten verfügbar.

(134) Die Kommission gelangt daher insgesamt zu dem Schluss, dass die Marktstruktur nach der Fusion Newco zwar scheinbar die Möglichkeit verleiht, sich unabhängig von seinen Konkurrenten zu verhalten, dass aber das fusionierte Unternehmen dem Wettbewerbsdruck durch das hohe Niveau der Einfuhren in die Gemeinschaft ausgesetzt ist und außerdem bei seinen strategischen Entscheidungen die erheblichen freien Kapazitäten in der Branche berücksichtigen muss. Die verbleibenden Wettbewerber (einschließlich der Drittlandsanbieter) werden dem Marktverhalten von Newco wirksam Grenzen setzen können.

Schlussfolgerung

(135) Aus diesen Gründen gelangt die Kommission zu dem Ergebnis, dass der angemeldete Zusammenschluss den Parteien nicht die Möglichkeit geben wird, auf dem Markt für kaltgewalzte Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse den wirksamen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen.

4. Nicht kornorientierte Elektrostahlbleche

Marktstruktur

(136) Der Gesamtumsatz auf dem Markt für nicht kornorientierte Elektrostahlbleche betrug im Jahr 2000 in Westeuropa 1,4 Mio. t (Gemeinschaft, Norwegen und Schweiz). Die beteiligten Unternehmen verkauften [...]* Mio. t, davon Usinor [...]* Mio. t und Arbed/Aceralia [...]* Mio. t (einschließlich konzerninterner Umsätze). Dies entspricht einem Marktanteil von [15-20]* % (Usinor [10-15]* %, Arbed/Aceralia [5-10]* %) gegenüber [20-25]* % im Jahr 1999.

TABELLE 13

Gemeinsamer Marktanteil der beteiligten Unternehmen bei nicht kornorientierten Elektrostahlblechen in der Gemeinschaft sowie Norwegen und der Schweiz

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(137) TKS wird mit einem Marktanteil von [35-40]* % im Jahr 1999 der Marktführer bleiben. Auch Corus ([15-20]* %) und Voest-Alpine ([10-15]* %) verfügen über eine starke Stellung auf diesem Markt. Wegen der mächtigen Wettbewerber kann die Gefahr ausgeschlossen werden, dass Newco einseitig wirklichen Wettbewerb verhindern oder die Wettbewerbsvorschriften umgeht.

(138) Die Kommission ist darüber hinaus zu der Schlussfolgerung gekommen, dass das Vorhaben auch nicht die Gefahr eines wettbewerbswidrigen Parallelverhaltens nach sich zieht. Die Marktanteile der Konkurrenten sind nicht ähnlich hoch, sondern ziehen sich über eine Bandbreite von mehr als 20 Prozentpunkten hin, so dass ein gemeinsames wirtschaftliches Interesse fehlen dürfte. TKS ist eindeutiger Marktführer und seinen Konkurrenten weit voraus. Voest-Alpine war in den vergangenen Jahren sehr aktiv und hat seinen Anteil um fast 30 % steigern können (von [10-15]* % im Jahr 1997 auf [10-15]* % im Jahr 1999). Auf Einfuhren entfiel ein Anteil von rd. 10 %. Die beteiligten Unternehmen rechnen mit einem weiteren Wachstum der Einfuhren, da sich die Beförderungskosten im Verhältnis zum Gesamtproduktpreis zurückentwickeln werden.

Schlussfolgerung

(139) Aus diesen Gründen ist die Kommission der Auffassung, dass der geplante Zusammenschluss auf dem Markt für nicht kornorientierte Elektrostahlbleche keine wettbewerbsrechtlichen Probleme aufwirft.

5. Verzinkter Stahl

(140) Im Jahr 2000 wurden auf dem Gemeinschaftsmarkt für verzinkten Stahl insgesamt 21,1 Mio. t Stahl umgesetzt. Der Markt hatte in den letzten Jahren ein beträchtliches Wachstum zu verzeichnen, das allein seit 1997 jährlich 9 bis 10 % betrug (siehe Tabelle 14).

TABELLE 14

Umsatz von verzinktem Stahl in der EU

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(141) Die beteiligten Unternehmen verkauften im Jahr 2000 [...]* Mio. t (Usinor [...]* Mio. t, Arbed/Aceralia [...]* Mio. t), was einem Marktanteil von etwa [40-45]* % entspricht. Davon gingen jedoch etwa [...]*Mio. t an konzerneigene Unternehmen. Der Anteil der beteiligten Unternehmen am Handelsmarkt (Verkäufe außerhalb des eigenen Konzerns) betrug 1999 (für 2000 standen keine Zahlen zur Verfügung) rd. [40-45]* % (Usinor [25-30]* %, Arbed/Aceralia [10-15]* %).

Marktführer

(142) Durch die Fusion wird Newco zum unumstrittenen Führer auf dem Gemeinschaftsmarkt für metallbeschichtete Stahlerzeugnisse. Es wird in der Lage sein, Preise einseitig anzuheben. Andere Hersteller werden entweder keinen Anreiz verspüren, in intensiven Wettbewerb zu Newco zu treten, oder dazu nicht in der Lage sein.

(143) Wegen der Marktstruktur wird Newco einseitig vorgehen können. Wie aus Tabelle 15 hervorgeht, sind die beteiligten Unternehmen zusammen mehr als doppelt so groß wie ihr stärkster Konkurrent TKS und deutlich größer als einer der anderen Anbieter (viermal größer als Corus und fünfmal größer als Riva). Newco wäre sogar größer als seine vier stärksten Konkurrenten zusammengenommen.

TABELLE 15

Gemeinschaftsweiter Umsatzanteil bei verzinktem Stahl im Jahr 1999

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(144) Dieser große Abstand zwischen dem Marktanteil von Newco und dem seiner Konkurrenten macht es für die übrigen Anbieter noch schwerer, auf Preiserhöhungen und/oder Produktionsverringerungen von Newco in einer Weise zu reagieren, die das einseitige Vorgehen des fusionierten Unternehmens unrentabel machen würde. Durch die Fusion erhält Newco eine breitere Abnehmerbasis für Preiserhöhungen, wohingegen ein Konkurrent (Arbed/Aceralia) ausgeschaltet würde, auf den die Abnehmer ansonsten hätten umsteigen können. Derzeit ist Arbed/Aceralia wohlgemerkt der zweitstärkste Konkurrent von Usinor (nach TKS). Wie nachstehend näher ausgeführt wird, werden die Abnehmer daher wahrscheinlich nicht in der Lage sein, auf preisgünstige andere Anbieter umzusteigen.

Einschränkung durch vorhandene Kapazitäten

(145) Der Kapazitätsauslastungsgrad ist generell hoch (86 % im Gemeinschaftsdurchschnitt 1999), insbesondere aber im Segment des feuerverzinkten Stahls (hier betrug der Durchschnitt 1999 90 %), so dass konkurrierenden Erzeugern nur in begrenztem Ausmaß freie Kapazitäten zur Belieferung der Abnehmer von Newco zur Verfügung stehen.

Geplante neue Kapazitäten

(146) In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte der Kommission führen die Parteien aus, dass in Zukunft beträchtliche freie Kapazitäten für verzinkten Stahl in der Gemeinschaft bestehen würden, da bei feuerverzinktem Stahl zwischen 2001 und 2004 mit Kapazitätsaufstockungen zu rechnen sei (feuerverzinkter Stahl machte im Jahr 2000 76 % des Gesamtmarktes aus und dürfte 2003 über 80 % erreichen). Zur Stützung ihres Arguments haben die beteiligten Unternehmen Angaben zu in Bau befindlichen oder förmlich angekündigten Kapazitäten für feuerverzinkten Stahl in Europa und an der Peripherie Europas sowie Prognosen zum Nachfragewachstum vorgelegt; Grundlage sind Schätzungen von Eurofer für den Zeitraum 2000 bis 2005. Ihrer Auffassung nach wird die Gesamtnachfrage bis 2004 um [ > 2000]* 1000 t wachsen, die Gesamtkapazität jedoch um [ > 5000]* 1000 t(73).

(147) In ihrer Untersuchung wurde die Kommission mit unterschiedlichen Zahlenangaben aus verschiedenen Quellen über die erwartete Kapazitäts- und Nachfrageentwicklung in den nächsten Jahren konfrontiert. Angesichts der unterschiedlichen Zahlen lässt sich die künftige Entwicklung der Kapazitäten nur schwer vorhersagen. Gemessen an den von der Kommission untersuchten Investitionen scheinen die übrigen Unternehmen bis 2004 eine Kapazitätsausweitung um insgesamt 1,6 Mio. t zu planen. Das ist weniger als die von den Parteien im CO-Formblatt angegebenen [...]* Mio. t(74) und die prognostizierten 2,6 Mio. t zwischen 2001 und 2004 aus der Eurofer-Umfrage. In ihrer neuesten Schätzung gehen die beteiligten Unternehmen in ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte der Kommission sogar von einem Wachstum um [...]* Mio. t aus.

(148) Auch über das Nachfragewachstum gibt es unterschiedliche Prognosen. Im CO-Formblatt wurde das Nachfragewachstum auf [...]* % geschätzt. Gegenüber dem Wachstum in den vergangenen Jahren (mehr als 10 % jährlich zwischen 1997 und 2000) ist diese Zahl niedrig angesetzt. In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte der Kommission gehen die Parteien sogar von einem Wachstum von jährlich durchschnittlich nur [...]* % aus, wie in Tabelle 16 veranschaulicht:

TABELLE 16

Entwicklung der Gemeinschaftsnachfrage nach feuerverzinktem Stahl

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Quelle:

Erwiderung auf die Beschwerdepunkte der Kommission, S. 21.

(149) Ohnedies haben die beteiligten Unternehmen für die Berechnung des Kapazitätswachstums eine größere geografische Grundlage gewählt (nämlich einschließlich Osteuropa und Türkei) als den relevanten geografischen Markt. Außerdem haben sie das Nachfragewachstum in diesen Ländern nicht berücksichtigt. Deswegen dürften die freien Kapazitäten künftig geringer sein als von den beteiligten Unternehmen vorausgeschätzt. In Tabelle 17 werden die Angaben der beteiligten Unternehmen zum Kapazitätswachstum zusammengefasst.

TABELLE 17

Kapazitätszuwachsprognosen für feuerverzinkten Stahl

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Quelle:

Erwiderung auf die Beschwerdepunkte der Kommission, S. 20.

(150) Auf der Grundlage der Kapazitäts- und Nachfrageprognosen der beteiligten Unternehmen für die Gemeinschaft kann damit gerechnet werden, dass der Kapazitätsauslastungsgrad voraussichtlich relativ hoch bleiben wird. Ferner wird, wie die beteiligten Unternehmen selbst geschätzt haben, ein hoher Anteil der Gemeinschafts-Produktionskapazität ([40-45]* % bei verzinktem Stahl insgesamt und [40-45]* % bei feuerverzinktem Stahl im Jahre 2004) auf Newco entfallen, so dass die von den Konkurrenten von Newco kontrollierten freien Kapazitäten zusammengenommen gegenüber den Kapazitäts- und Produktionszahlen von Newco relativ bescheiden ausfallen.

(151) Der Kapazitätszuwachs in den Nachbarländern der Gemeinschaft wird selbst bei Nichtberücksichtigung eines etwaigen Nachfrageanstiegs in diesen Ländern die Wettbewerbslage innerhalb der Gemeinschaft kurz- bis mittelfristig nicht wesentlich beeinträchtigen, da die Lieferungen aus diesen Ländern nicht die notwendigen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie zu erfuellen scheinen; dieses Branche stellt jedoch die Hauptabnehmergruppe für feuerverzinkten Stahl dar.

Marktzutritte

(152) Auch durch Marktzutritte wird das Wettbewerbsverhalten des fusionierten Unternehmens wahrscheinlich nicht eingeschränkt. Wenn auch Kapitalkosten und technische Lizenzen nicht unbedingt nennenswerte Marktzutrittsschranken darstellen, so sind doch wegen der Besonderheiten des Marktes für verzinkten Stahl gewisse zusätzliche Einschränkungen zu beachten. Zum ersten muss ein Neuanbieter in der Lage sein, seine Belieferung mit kaltgewalztem Kohlenstoffstahl sicherzustellen, da es sich bei feuerverzinktem Stahl um ein nachgelagertes Produkt handelt. Außerdem verlangen die Abnehmer in der Regel keine Massenerzeugnisse, sondern Spezialanfertigungen (hohe oder superhohe Festigkeit). Außerdem ist der Zugang zu den Abnehmern insbesondere in der Automobilindustrie schwierig, da der Anbieter sich einem Zulassungsverfahren unterwerfen muss. In einem von den beteiligten Unternehmen in Erwiderung auf die Beschwerdepunkte der Kommission vorgelegten Bericht wird darauf hingewiesen, "dass der Zulassungsprozess ganz offensichtlich mit hohen Zeitkosten und beträchtlichen Verwaltungsausgaben für die Stahlerzeuger verbunden ist"(75).

(153) Ferner dürften Neuzutritte auf einem Wachstumsmarkt wahrscheinlich keine nennenswerten Wettbewerbsfolgen zeitigen. In jüngster Zeit lässt sich das an drei Beispielen von Marktzutritten veranschaulichen: Marcegaglia im Jahr 1999 (Kapazität von 700000 Jato), Bancolor im Jahr 2001 (200000 Jato) und eine geplante Anlage von Duferco, die im Jahr 2002 in Betrieb genommen werden soll (350000 Jato). Selbst zusammengenommen würden diese Marktzutritte eine Kapazitätszunahme von lediglich weniger als 5 % ausmachen.

(154) Außerdem waren diese Kapazitätsausweitungen ausnahmslos bereits vor Ankündigung des Newco-Projekts geplant und in der obigen Erörterung behandelt (Randnummern 146 bis 151). Für potenzielle Neuanbieter wird die Situation durch die Gründung von Newco weniger günstig. Newco wird die Macht haben, die (potenziellen) Abnehmer eines jeden Neuanbieters selektiv zu behandeln, da das Unternehmen der größte Anbieter im Automobil- und im Bausektor ist.

(155) Angesichts der sinkenden Nachfrage ist mit Neuzutritten auf dem Markt für galvanisch verzinkten Stahl ohnehin nicht zu rechnen.

Alternative Materialien

(156) Generell ist galvanisch verzinkter Stahl nicht durch alternative Materialien ersetzbar. Sobald das Material für Industrie- oder Kfz-Teile oder für weiße Ware einmal gewählt wurde, sind die Würfel gefallen. Bei Kraftfahrzeugen und weißer Ware ist es extrem schwierig, wenn nicht gar unmöglich, während des Lebenszyklus eines Produkts von einem Material auf ein anderes zu wechseln. Die Automobilbauer richten ihre Produktions- und Fertigungsanlagen spezifisch auf das für die jeweiligen Bauteile verwendete Material aus und könnten daher so gut wie nie glaubwürdig mit dem Umstieg auf ein Alternativmaterial drohen, da sie ihren Produktionsprozess erheblichen Änderungen unterziehen müssten.

(157) Die beteiligten Unternehmen erwidern auf die Beschwerdepunkte der Kommission, dass langfristig insbesondere zwischen Stahl und Aluminium Wettbewerb existieren würde, und zwar zum Zeitpunkt des Entwurfs eines neuen Fahrzeugs. Selbst nach Berücksichtigung der Einwände der beteiligten Unternehmen scheint sich jedoch zu bestätigen, dass Stahl und Aluminium in wettbewerblicher Hinsicht nicht als Alternativprodukte betrachtet werden. Die beteiligten Unternehmen führen aus, dass "Aluminium traditionell vor allem auf dem Nischenmarkt für besonders teure Kfz-Marken verwendet wurde"(76), und bestreiten nicht, dass dies auch heute noch der Fall ist: Die Automobilbauer, die in großen Mengen Aluminium verwenden, sind alle in der Oberklasse tätig (Audi, Jaguar). Für bestimmte Teile sind Aluminium oder Kunststoff de facto zwischen zwei- und viermal teurer als Stahl und taugen somit wenig zur Verhinderung einer Preiserhöhung bei Stahl. Auch die Drohung mit einem Umstieg auf Aluminium oder Kunststoff stellt daher keine Option dar.

Einfuhren

(158) Auf Einfuhren entfielen in den letzten vier Jahren zwischen 3 und 9 % des Gesamtumsatzes mit verzinktem Stahl in der Gemeinschaft. Sie scheinen das Wettbewerbsverhalten der Gemeinschafs-Erzeuger auf diesem Markt nicht ernsthaft beeinträchtigen zu können. Da es sich vor allem um Massenprodukte handelt, stellen sie keine Alternative zu dem hochwertigen metallbeschichteten Material dar, das von der Automobilindustrie nachgefragt wird, der mit 51 % Nachfrageanteil größten Abnehmergruppe im Jahr 1999. Nur wenige Anbieter außerhalb der Gemeinschaft können derzeit Stahl einer entsprechenden Qualität liefern, nämlich die Stahlerzeuger aus Japan und Korea. Wegen des im Vergleich zu Europa höheren Abgabepreises und der zusätzlichen Kosten für Beförderung und Spezialverpackung ist dieser ostasiatische Stahl jedoch fast doppelt so teuer wie der in Europa erzeugte, und dass trotz der schwierigen Lage der Stahlindustrie in Fernost.

(159) Die bestehenden Preisunterschiede sind von dem beteiligten Unternehmen im Wesentlichen nicht bestritten worden. In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte haben sie jedoch die Auffassung vertreten, dass sich die Preise in der Gemeinschaft und Fernost (trotz des bestehenden Preisunterschieds) eng aneinander annähern und zwischen Gemeinschaftspreisen und Drittlandseinfuhren eine eindeutige Kreuzpreissensibilität besteht. Dem gegenüber ist erneut darauf hinzuweisen, dass vornehmlich Massenstahl eingeführt wird. Einfuhren hochwertigen Materials, wie es von der Automobilindustrie nachgefragt wird, kommen nur in sehr begrenztem Ausmaß vor. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen haben FIAT vor kurzem 200000 t feuerverzinkten Stahls von Baosteel und PSA 50000 t feuerverzinkten Stahls von Posco bezogen. An diesen Zahlen wird deutlich, dass die Einfuhren nicht jenes Ausmaß erreichen, das auf dem wichtigen hochwertigen Marktsegment nennenswerte disziplinierende Wirkung auf das Wettbewerbsverhalten der europäischen Erzeuger ausüben könnte. [...]*.

(160) Einfuhren stellen folglich keine glaubwürdige Drohung gegenüber einer einseitigen Preiserhöhung oder Produktionsverringerung von Newco dar.

Nachfragemacht

(161) Abgesehen von der Automobilindustrie erzielt kein einziger Abnehmer einen Anteil von mehr als [0-5]* % am Umsatz von Newco, und in den meisten Fällen wird er sogar deutlich unter 1 % liegen. Keiner dieser Abnehmer wird daher Druck auf Usinor ausüben, da ihre Bezugsmengen nur einen unbedeutenden Teil des Newco-Absatzes ausmachen.

(162) Mehr als 50 % der derzeitigen Nachfrage nach verzinktem Stahl entfällt auf die Automobilindustrie. Dort wiederum würden auf den größten Abnehmer rd. [5-15]* % des gemeinsamen Absatzes der beteiligten Unternehmen entfallen. Dieser Automobilbauer beschafft jedoch derzeit den weitaus überwiegenden Teil seines Bedarfs entweder von Usinor oder von Arbed. Auf das zweitgrößte Unternehmen entfällt weniger als 10 % des Newco-Absatzes, aber auch dieses Unternehmen hängt für einen Großteil seines Bedarfs entweder von Usinor oder von Arbed ab. Wegen der hohen Vorlaufzeiten für die Zulassung neuer Anbieter, der begrenzten Zahl alternativer Anbieter mit überdies nur geringen freien Kapazitäten ist es unwahrscheinlich, dass eines dieser Unternehmen kurzfristig Nachfragemacht in irgendeiner Form ausüben könnte. Andere Automobilbauer hängen in geringerem Ausmaß von Usinor und Arbed ab, machen aber auch einen noch geringeren Anteil am Umsatz dieser Unternehmen aus.

(163) Außerdem stellt die Automobilindustrie besondere Anforderungen wie zeitgerechte Anlieferung, Qualitätskontrolle für sicherheitskritische Bauteile während des gesamten Produktionsprozesses (einschließlich einer Prüfspur) sowie spezielle physikalische und chemische Eigenschaften, die im Einzelnen in den Produktspezifikationen genannt sind und unter Umständen nur für einen einzigen Kunden gelten. Will er die Automobilindustrie beliefern, muss ein Stahlerzeuger beträchtliche Investitionen in Qualitätskontrollsysteme vornehmen, die für den potenziellen Abnehmer akzeptabel sind, und die für zeitgerechte Materialanlieferungen erforderliche Infrastruktur bereitstellen. Die Vorratshaltung an den Produktionsstandorten der Automobilbauer beschränkt sich auf das Minimum; bei einem großen Kfz-Produzenten lagern beispielsweise Bestände für durchschnittlich drei Tage. Jedes Kfz-Teil wird nach spezifischen Materialvorgaben hergestellt und einem spezifischen Anbieter zugewiesen. Zwischen den Anbietern bestehen nur begrenzte Wahlmöglichkeiten, und der Automobilbauer muss sicher sein können, dass der Stahlerzeuger in der Lage ist, diesen Spezifizierungen durchgehend gerecht zu werden. Vor der Zulassung eines neuen Anbieters sind daher lange Test- und Versuchsreihen erforderlich. In einem Fall dauerte es fünf Jahre, bis der Anbieter uneingeschränkt akzeptiert war. Andere Automobilbauer haben angegeben, dass das Zulassungsverfahren zwischen drei Monaten und einem Jahr dauert und mit beträchtlichen Kosten verbunden ist.

(164) Die Automobilunternehmen können daher nicht leicht den Anbieter wechseln, und ohnehin stehen nur wenige Kandidaten zur Verfügung. Für diese potenziellen Lieferanten sind erhebliche Risiken und Kosten mit der Bereitstellung von Testmaterial, der zur technischen Unterstützung erforderlichen Fachkräfte und der notwendigen Infrastruktur für eine Just-in-Time-Lieferung verbunden. Somit fällt beträchtlicher Aufwand an, ohne dass gewährleistet ist, dass zur Deckung der anfänglichen und der laufenden Kosten ausreichend Aufträge erteilt werden.

(165) Eine einseitige Preiserhöhung oder Produktionsverringerung des fusionierten Unternehmens wird in dieser Situation noch wahrscheinlicher.

(166) In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte bestreiten die beteiligten Unternehmen die Feststellungen der Kommission. Sie weisen auf folgende Punkte hin: 1. Die Automobilindustrie verfügt über beträchtliche Nachfragemacht, da sie einen hohen Konzentrationsgrad aufweist und die fünf größten Hersteller in der Gemeinschaft zusammen auf einen Marktanteil von 77 % kommen. 2. Die Automobilbauer können kurzfristig den Anbieter wechseln und tun dies auch, da sie nicht gleichzeitig Material bei sämtlichen "zugelassenen" Anbietern beziehen. 3. Da sich auch der Verlust geringster Mengen unverhältnismäßig stark auf die Rentabilität der beteiligten Unternehmen auswirken würde, übt die Drohung der Automobilbauer, selbst für kleinere Mengen den Lieferanten innerhalb der zugelassenen Anbieter zu wechseln, eine disziplinierende Wirkung auf die Möglichkeit der beteiligten Unternehmen aus, ihre Preise zu erhöhen. Die beteiligten Unternehmen haben gestützt auf den Bericht ihres Wirtschaftsberatungsunternehmens argumentiert, dass die Stahlindustrie wegen der hohen Festkosten starke Anreize verspüren würde, so viele Tonnen wie möglich auch bei nachgelagerten Produkten wie metallbeschichtetem Kohlenstoffstahl zu verkaufen. Der Grundgedanke ist der, dass der Absatz größerer Mengen nachgelagerter Produkte die Kapazitätsauslastung auf dem vorgelagerten Markt und insbesondere im Hochofen verbessert, was wiederum dank der Skaleneinsparungen zu einer Verringerung der Produktionskosten pro Tonne führt. Eine Erhöhung der Kapazitätsauslastung von 90 auf 100 % in einem integrierten Hochofen würde beispielsweise die Produktionskosten für eine Tonne galvanisch verzinkten Stahl um 35 % verringern.

(167) Nach sorgfältiger Prüfung dieser Argumente hält die Kommission jedoch ihre Auffassung aufrecht, dass die Nachfragemacht nicht ausreichen wird, um Newco von einem einseitigen Vorgehen auf dem Markt für metallbeschichtete Produkte abzuhalten. Im Hinblick auf den ersten Einwand in Randnummer 166 - den hohen Konzentrationsgrad in der Automobilindustrie - weist die Kommission darauf hin, dass die fünf größten Anbieter von verzinktem Stahl nach der Fusion zusammen auf einen Marktanteil von [ > 80]* % kommen und damit einen höheren Konzentrationsgrad erreichen als die Automobilindustrie (die überdies nicht ihre einzige Abnehmergruppe darstellt). Einige Automobilhersteller beschaffen einen wesentlichen Teil ihrer Nachfrage ([ > 50]* %) von den fusionierenden Unternehmen, wohingegen Newco selbst an den größten Abnehmer nicht mehr als [5-15]* % seines Absatzes verkauft. Es ist daher zu bezweifeln, dass der Konzentrationsgrad ausreicht, um die Marktmacht von Newco auszugleichen.

(168) Zu Punkt 2 in Randnummer 166 ist festzuhalten, dass auch eine hochkonzentrierte Abnehmergruppe nur dann beträchtliche Nachfragemacht ausüben kann, wenn für eine Verlagerung der Nachfrage glaubwürdige Alternativen zur Verfügung stehen. Dies ist jedoch hier nicht der Fall. Die Drohung einer Verlagerung größerer Mengen auf andere Anbieter kann das Marktverhalten von Newco nicht disziplinieren. Wie oben näher beschrieben, ist der Kapazitätsauslastungsgrad in der Industrie hoch und wird auch in absehbarer Zeit auf einem hohen Niveau verbleiben, so dass alternative Anbieter nicht in der Lage wären, einer beträchtlichen Zusatznachfrage nachzukommen.

(169) Mit Blick auf Punkt 3 in Randnummer 166 ist zu entgegnen, dass die Drohung mit einer kurzfristigen Verlagerung geringer Mengen (der letzten Tonne) nicht ausreicht, um die Verhandlungsmacht von Newco zu kontrollieren. Die Hochöfen in Europa sind bereits sehr hoch ausgelastet (deutlich über 90 %). Die Verlagerung einer kleinen Menge nachgefragten Stahls durch einen Abnehmer würde die Kostenkurve von Newco nicht in nennenswerter Weise beeinträchtigen. Dies kann an folgendem Beispiel veranschaulicht werden. Die beteiligten Unternehmen haben 1999 40 Mio. t Rohstahl und etwa [5-10]* Mio. t verzinkten Stahls hergestellt. Auf den größten Abnehmer entfielen [5-15]* %; dies entspricht [...]* Mio. t verzinkten Stahls. Selbst wenn dieser Abnehmer seine gesamte Nachfrage nach verzinktem Stahl auf einen anderen Anbieter verlagern würde, wären hiervon nur über [< 5]* % der Rohstahlproduktion von Newco betroffen. Dieses Verhältnis zeigt, dass die Abnehmer mit einer Verlagerung geringer Nachfragemengen das Marktverhalten von Newco nicht wirksam werden einschränken können.

Schlussfolgerung

(170) Aus diesen Gründen ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss den Parteien die Möglichkeit geben wird, auf dem Markt für feuerverzinkten und galvanisch verzinkten Stahl wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen.

6. Organisch beschichteter Kohlenstoffstahl

Keine Gefahr einer einseitigen Verhinderung wirklichen Wettbewerbs oder Umgehung der Wettbewerbsvorschriften

(171) Auf dem Markt für organisch beschichteten Stahl wurden im Jahr 2000 4,13 Mio. t umgesetzt. Usinor kam mit [...]* Mio. t auf einen Anteil von [30-35]* %, Arbed/Aceralia mit [...]* Mio. t auf [5-10]* %, woraus sich ein gemeinsamer Marktanteil von [35-40]* % errechnet. Im Umsatz mit konzernunabhängigen Unternehmen belief sich der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen im Jahr 1999 auf [25-30]* % (Usinor [15-20]* %, Arbed/Aceralia [5-10]* %).

(172) Die stärksten Wettbewerber von Newco werden Corus, das 1999 auf einen Umsatzanteil von [20-25]* % (bzw. [20-25]* % auf dem Handelsmarkt) kam, und TKS sein, dessen Marktanteil auf dem Gesamtmarkt [10-15]* % betrug (Handelsmarkt: [< 10]* %) (siehe Tabelle 18).

TABELLE 18

Kombinierter Marktanteil bei organisch beschichtetem Kohlenstoffstahl

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(173) Nach der Fusion wird Newco beim Gesamtabsatz mit einem Marktanteil von [35-40]* % die eindeutige Marktführerschaft innehalten. Der hohe gemeinsame Marktanteil könnte die Besorgnis erwecken, dass Newco sich unabhängig von seinen Wettbewerbern verhalten könnte. Auf dem Handelsmarkt beträgt der gemeinsame Marktanteil der beteiligten Unternehmen jedoch nur [25-30]* %. Der Unterschied beruht auf dem hohen Ausmaß der vertikalen Integration dieser Industrie; sowohl Usinor als auch Arbed/Aceralia liefern einen Großteil ihrer Erzeugung zur Weiterverarbeitung an Unternehmen, die sich im Besitz ihrer jeweiligen Konzerne befinden oder von ihnen kontrolliert werden. Die Kommission hat auf diesen nachgelagerten Märkten keinerlei Wettbewerbsprobleme ausmachen können. Ausserdem wird sich Newco dem Wettbewerb großer Erzeuger wie Corus und TKS gegenüber sehen, die beide in diesem Bereich über erhebliche freie Kapazitäten verfügen.

Keine Gefahr eines wettbewerbswidrigen Parallelverhaltens

(174) Ebenso wenig lassen die Merkmale dieses Marktes ein wettbewerbswidriges Parallelverhalten befürchten. Der gemeinsame Anteil der drei größten Anbieter auf dem Handelsmarkt beläuft sich auf weniger als 60 % des Gesamtmarktes. Außerdem sind die Kapazitäten der Anbieter nicht in symmetrischer Weise ausgelastet. Bei Usinor und Arbed/Aceralia liegt die Kapazitätsauslastung mit [ > 80]* % vergleichsweise hoch, während sie im Gemeinschafts-Branchendurchschnitt 75 % beträgt. Ausserdem sind eine Reihe kleinerer Produzenten wie SSAB, Rautaruukki, Voest-Alpine und Salzgitter auf diesem Markt sehr aktiv.

Marktwachstum

(175) In den letzten drei Jahren wurde der Markt durch ein erhebliches Produktionswachstum von 41 % geprägt (das teilweise durch die Ersetzung von Standard-Kaltflachwalzstahl und verzinktem Stahl durch organisch beschichtete Stahlprodukte erklärt werden kann). Dieser Trend könnte in der Zukunft anhalten.

Schlussfolgerung

(176) Aus diesen Gründen ist die Kommission nicht der Auffassung, dass das fusionierte Unternehmen in der Lage sein wird, auf dem Markt für organisch beschichtete Kohlenstoff-Teilerzeugnisse wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen.

7. Verpackungsstahl

(177) Bei der Definition des sachlichen Marktes hat sich die Kommission offengelassen, ob der gesamte Markt für Verpackungsstahl oder enger gefasstere Märkte für Getränke-Verpackungsstahl einerseits und sonstigen Verpackungsstahl andererseits zugrunde gelegt werden sollten. Nach möglichen Marktsegmenten aufgeschlüsselt ergeben sich folgende Marktanteile (Tabelle 19):

TABELLE 19

Marktanteile für Verpackungsstahl im Jahr 1999

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

a) Getränke-Verpackungsstahl

Marktstruktur

(178) Auf dem Markt wurden in den Jahren 1999 und 2000 0,6 Mio. t Stahl umgesetzt. Im Jahr 2000 belief sich der kombinierte Marktanteil der beteiligten Unternehmen auf [40-45]* % (Usinor [35-40]* %, Arbed/Aceralia [5-10]* %). Der Marktanteil von Corus betrug 1999 [30-35]* %, der von TKS [25-30]* %.

Keine Gefahr einer einseitigen Verhinderung wirklichen Wettbewerbs oder Umgehung der Wettbewerbsvorschriften

(179) Wegen der starken Stellung der Wettbewerber auf diesem Markt kann die Begründung oder Stärkung einer Stellung, in der Newco unabhängig von anderen Herstellern agieren könnte, ausgeschlossen werden.

Kein Risiko eines wettbewerbswidrigen Parallelverhaltens

(180) Die Kommission hat auch geprüft, ob das Vorhaben zu einem wettbewerbswidrigen Parallelverhalten der großen europäischen Hersteller führen könnte. Die Asymmetrie zwischen den Herstellern wird durch die Fusion gestärkt. Wichtiger ist aber noch der Umstand, dass sich die drei großen Anbieter lediglich einigen wenigen mulinationalen Abnehmern aus der Verpackungsindustrie gegenüber sehen. Im Sektor Getränke-Verpackungsstahl erzielt Usinor seinen Umsatz mit lediglich [...]* Abnehmern ([...]*). Arbed/Aceralia verfügt sogar nur über [...]* Abnehmer ([...]*). Diese Unternehmen stehen wiederum unter einem sehr intensiven Druck internationaler Abfuellunternehmen (wie Coca Cola, Pepsi Cola und die zunehmend konzentrierte Bier-Industrie). Und obwohl die Kommission Stahl und Aluminium (sowie andere Materialen) für Getränkedosen immer noch als separate Märkte einstuft, ist Stahl dem Wettbewerbsdruck von Aluminium und PET ausgesetzt.

(181) Damit bleibt den drei großen Stahlerzeugern nicht viel Spielraum, die Preise parallel zu erhöhen. Außerdem ist der Kapazitätsauslastungsgrad auf diesem Markt ziemlich niedrig (75 % auf dem Gemeinschaftsmarkt für Verpackungsstahl). Die erheblichen freien Kapazitäten verleiten die Erzeuger dazu, vereinbarte Preise zu umgehen und damit eine stillschweigende Kollusion zu entwerten.

(182) Die Kommission ist daher zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vorhaben nicht zu einem wettbewerbswidrigen Parallelverhalten der großen europäischen Erzeuger führen wird.

b) Stahl für sonstige Verpackungen

(183) Auf dem Markt wurden im Jahr 2000 3,8 Mio. t und im Jahr 1999 3,5 Mio. t umgesetzt. Der gemeinsame Anteil der beteiligten Unternehmen betrug auf diesem hypothetischen Markt gemessen an den Zahlen des Jahres 2000 [35-40]* % (Usinor [20-25]* %, Arbed/Aceralia [10-15]* %) betragen. Der Marktanteil von Corus belief sich 1999 auf [25-30]* %, TKS und Riva erzielten [10-15]* % bzw. [10-15]* %. Auf die übrigen Erzeuger entfielen [15-20]* %.

Keine Gefahr einer einseitigen Verhinderung wirklichen Wettbewerbs oder Umgehung der Wettbewerbsvorschriften

(184) Angesichts der starken Stellung der Wettbewerber in diesem Markt kann die Begründung oder Stärkung einer Stellung, in der Newco unabhängig von anderen Herstellern agieren könnte, ausgeschlossen werden.

Kein Risiko eines wettbewerbswidrigen Parallelverhaltens

(185) Die Kommission hat auch geprüft, ob das Vorhaben zu einem wettbewerbswidrigen Parallelverhalten der großen europäischen Erzeuger auf dem Markt für Stahl für sonstige Verpackungen führen könnte. Auch auf diesem Markt wird das Vorhaben die Asymmetrie zwischen den Marktanteilen der großen Anbieter vergrößern. Die Nachfrageseite weist einen hohen Konzentrationsgrad und damit eine starke Nachfragemacht auf. Drei Unternehmen ([...]*) absorbieren 50 % des Verbrauchs in der Gemeinschaft. [...]* ist der größte Abnehmer von Usinor; auf ihn entfallen [20-25]* % des Absatzes von Usinor und [15-20]* % des Absatzes von Arbed/Aceralia. Der größte Abnehmer von Arbed/Aceralia auf diesem Markt ist [...]* mit [20-25]* %.

(186) Wie bei Stahl für Getränke und Verpackungen wird zusätzlicher Wettbewerbsdruck durch alternative Verpackungsmaterialen (Kunststoff, Verbundstoffe, Aluminium, Glas) ausgeübt. Bei Nahrungsmittelverpackungen tragen beispielsweise neue Konservierungsmethoden wie Tiefkühlen, Vakuumverpackung und Kochen mit Druckkontrolle dazu bei, den Absatz von Kunststoff und Verbundstoffen zu fördern. Die Stahlerzeuger haben somit kein Interesse an Preiserhöhungen, mit denen sie die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte weiter beeinträchtigen würden.

(187) Eine weitere Hürde für ein stillschweigendes Zusammenarbeiten bilden die Einfuhren aus Drittländern, auf die insgesamt [15-20]* % des Umsatzes entfallen. Da es sich bei Stahl für sonstige Verpackungen um ein standardisiertes Massenprodukt handelt, könnte sich dieser Anteil im Fall unverhältnismäßiger Preiserhöhungen durch die europäischen Anbieter erhöhen.

(188) Schließlich würden die beträchtlichen Überkapazitäten - wie in Randnummer 181 erwähnt - auch hier die Konkurrenten dazu verleiten, ein über dem Wettbewerbsniveau liegendes Preisniveau für Stahl für sonstige Verpackungen zu unterbieten.

(189) Die Kommission ist daher zu dem Ergebnis gekommen, dass das Vorhaben nicht zu einem wettbewerbswidrigen Parallelverhalten der großen europäischen Erzeuger führen wird.

c) Gesamtmarkt Verpackungsstahl

(190) Auf dem Markt wurden im Jahr 2000 4,3 Mio. t und im Jahr 1999 4,1 Mio. t verkauft. 1999 erzielte Newco einen Marktanteil von [35-40]* % (Usinor [25-30]* %, Arbed/Aceralia [10-15]* %). Unter den Konkurrenten kamen Corus auf [25-30]* %, TKS auf [10-15]* %, Riva auf [< 10]* % und die übrigen Anbieter auf [10-15]* %. Diese Zahlen unterscheiden sich nicht wesentlich von denen des Stahls für sonstige Verpackungen, da dieses Segment fast 90 % des gesamten Verpackungsstahlmarktes ausmacht. Die Ergebnisse der Untersuchung des Marktes für sonstige Verpackungen gelten daher auch für den Markt für den Verpackungsstahl insgesamt. Da die Kommission ferner keine Wettbewerbsprobleme auf dem kleineren alternativen Markt des Stahls für Getränkeverpackungen feststellen konnte, führt das Vorhaben auch nicht auf dem hypothetischen Gesamtmarkt zu wettbewerbsrechtlichen Problemen.

Schlussfolgerung

(191) Aus diesen Gründen kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass der Zusammenschluss den Parteien nicht die Möglichkeit gibt, auf dem Markt des Verpackungsstahls wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsvorschriften des EGKS-Vertrags zu umgehen.

8. Edelflachstahl

(192) Zu Edelflachstahlerzeugnissen zählen sowohl warm- als auch kaltgewalzte Erzeugnisse. Analog zu einer früheren Kommissionsentscheidung mit Bezug auf diese Märkte(77) sind die Folgen des geplanten Zusammenschlusses auf zwei Ebenen zu prüfen, um festzustellen, 1. ob Newco nach dem Zusammenschluss in der Lage wäre, die Preise festzusetzen oder den Wettbewerb von sich aus zu verhindern, und ob 2. der Zusammenschluss zu Marktbedingungen führen würde, die ein stillschweigendes Zusammengehen zwischen einer beschränkten Zahl europäischer Erzeuger von Edelstahl möglich und effektiv machen würden.

Keine Gefahr einer einseitigen Verhinderung wirklichen Wettbewerbs oder Umgehung der Wettbewerbsvorschriften

i) Warmgewalzte Edelstahlerzeugnisse

(193) In Tabelle 20 werden die Umsätze der Erzeuger mit warmgewalzten Edelstahlerzeugnissen in der Gemeinschaft sowie Norwegen und der Schweiz angegeben. Demnach erzielten die beteiligten Unternehmen gemeinsam im Jahr 2000 einen Anteil von [25-30]* % und im Jahr 1999 einen Anteil von [25-30]* %. Wettbewerber wären u. a. Avesta Polarit ([30-35]* % im Jahr 1999), TKS ([20-25]* %) und Acerinox ([10-15]* %).

TABELLE 20

Marktanteile in der Gemeinschaft sowie Norwegen und der Schweiz im Jahr 1999 (Gesamtumsatz)

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(194) Auf dem Markt für warmgewalzten Edelflachstahl wird das fusionierte Unternehmen daher nicht Marktführer in Europa werden. Außerdem würde Newco nicht von seiner Größe und Konzernstruktur profitieren können, da nach Angaben der beteiligten Unternehmen auch die Konkurrenten vertikal integrierten Unternehmensgruppen zugehörig sind: Avesta Polarit ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Outokumpu Steel und Avesta Sheffield; Krupp Thyssen Stainless gehört zu TKS, Acerinox kontrolliert das amerikanische Unternehmen North American Stainless, zu dessen größten Aktionären auch der größte japanische Rohstahlerzeuger Nisshin Steel gehört. Die Möglichkeit, dass die Fusion die beteiligten Unternehmen in die Lage versetzen würde, die Preise einseitig festzusetzen oder den wirklichen Wettbewerb zu verhindern, kann somit ausgeschlossen werden.

ii) Kaltgewalzte Edelstahlerzeugnisse

(195) Die Marktanteile der beteiligten Unternehmen und ihrer Wettbewerber auf dem Markt für kaltgewalzte Edelstahlerzeugnisse werden in Tabelle 21 aufgeführt. Zusammen kommen die beteiligten Unternehmen beim Gesamtumsatz (einschließlich konzerninterner Umsätze) auf über [20-25]* % im Jahr 2000 und [20-25]* % im Jahr 1999 (und liegen damit deutlich hinter TKS, das 1999 einen Anteil von [35-40]* % erzielte). Auf dem Handelsmarkt kämen die beteiligten Unternehmen gemeinsam auf [15-20]* %. Das Unternehmen sähe sich auch der Konkurrenz durch Avesta Polarit und Acerinox ([20-25]* % bzw. [10-15]* % Anteil am Gesamtumsatz) ausgesetzt. Auch hier kann aufgrund der Marktanteile und des Vorhandenseins starker Wettbewerber die Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass Usinor/Arbed/Aceralia einseitig Preise festsetzen oder den wirklichen Wettbewerb verhindern könnte.

TABELLE 21

Marktanteile in der Gemeinschaft + Norwegen + Schweiz (Gesamtabsatz) im Jahr 1999

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

Keine Gefahr wettbewerbswidrigen Parallelverhaltens

i) Warmgewalzte Edelstahlerzeugnisse

(196) Nach Vollzug des Zusammenschlusses verbleiben bei warmgewalzten Edelstahlerzeugnissen nur fünf Anbieter, von denen die drei größten insgesamt auf einen Anteil von > 80 % kommen (siehe Tabelle 22).

TABELLE 22

Marktanteile in der Gemeinschaft + Norwegen + Schweiz (Gesamtabsatz) im Jahr 1999

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(197) Die Kommission hat geprüft, ob die Fusion zu einem wettbewerbswidrigen Parallelverhalten führen könnte, und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass eine gemeinsame Preiserhöhung und/oder Produktions- oder Vertriebseinschränkung oder sonstige Umgehung der EGKS-Wettbewerbsvorschriften unwahrscheinlich ist.

Marktwachstum

(198) Im Gegensatz zu fast sämtlichen anderen Sektoren der Stahlindustrie profitieren die Erzeuger von Edelstahl von einem Wachstum von mindestens 6 % jährlich. Diese Wachstumsrate soll auch in den nächsten mindestens vier Jahren anhalten. Es bestehen also für die vorhandenen Anbieter Anreize, ständig zu investieren und um Marktanteile zu kämpfen. Erhebliche Kapazitätsausweitungen wurden vor kurzem von Avesta Polarit (700000 t in Tornio) und ALZ (600000 t bis 2003) angekündigt.

Kapazitätswachstum

(199) Durchaus mögliche Kapazitätsaufstockungen durch Beseitigung von betrieblichen Engpässen werden seltener, und zur Deckung der Nachfrage sind Investitionen in neue Produktionsanlagen erforderlich. Der optimale Umfang dieser Investitionen ist im Verhältnis zur Größe des Gemeinschafts-Marktes sehr hoch. Das neue Stahlwerk von Avesta Polarit (dem aus der Fusion von Avesta Sheffield und Outokuumpu entstandenen Unternehmen) in Finnland verfügt über eine Kapazität von 1 Mio. Jato (700000 t Warmwalz-Stahl und 300000 t Kaltwalz-Stahl), und die neuen Kapazitäten von AST betragen 600000 Jato. Diese Zahlen sind der Gesamtkapazität für warmgewalzten Edelstahl gegenüberzustellen, die im Jahr 2000 6,7 Mio. t betrug. Mit der Inbetriebnahme seiner neuen Kapazitäten muss ein Erzeuger eine beträchtliche Wettbewerbstätigkeit entfalten, um die neue Anlage auszulasten.

Kostenstruktur

(200) Die Kostenstruktur der auf dem Markt vertretenen Anbieter entscheidet sich aufgrund zahlreicher Faktoren, zu denen auch Unterschiede beim Zugang zu Rohmaterialien zählen, erheblich. Belege für diese Schlussfolgerung wurden bereits in der Kommissionsentscheidung vom Dezember 2000 in der Sache Outokumpu/Avesta Sheffield erbracht (Randnummern 31 bis 35), wo bei den Erzeugern in der Gemeinschaft ein Unterschied von bis zu 40 % bei den Weiterverarbeitungskosten festgestellt wurde. Die beteiligten Unternehmen haben ferner ausgeführt, dass Legierungselemente wie Nickel und Chrom im Durchschnitt etwa 30 % des Preises für warmgewalzten Edelstahl ausmachen. Einige Konkurrenten sind vertikal mit Bergbauunternehmen integriert, z. B. Outokumpu Steel, Columbus (das sich zum Großteil in Besitz von Chromproduzenten befindet) oder einige japanische Wettbewerber, die über finanzielle Verbindungen mit Nickel- und Chromproduzenten verfügen. Arbed/Aceralia und Usinor hingegen sind in den einschlägigen Bergbaubranchen nicht tätig. Die unterschiedliche Kostenstruktur ergibt sich auch aus den jeweiligen Standorten der Produktionsanlagen und den damit verbundenen Transportkosten. Diese sind zwar an den absoluten Zahlen gemessen gering, können jedoch den Unterschied zwischen Verlust und Gewinn ausmachen. Die internen Transportkosten sind für einige Anbieter äußerst gering (z. B. Acerinox und Outokumpu), für andere hingegen sehr bedeutsam (AvestaSheffield). Die Transportkosten der beteiligten Unternehmen liegen in der Mitte zwischen diesen beiden Extremen.

ii) kaltgewalzte Edelstahlerzeugnisse

(201) Nach Vollzug des Zusammenschlusses verbleiben auf dem Markt für kaltgewalzte Edelstahlerzeugnisse fünf Anbieter. Die drei größten kommen zusammen auf einen Marktanteil von [ > 80]* %, wie aus Tabelle 23 hervorgeht. Auch nach der Fusion wird TKS jedoch einen deutlich größeren Marktanteil erzielen als das fusionierte Unternehmen.

TABELLE 23

Marktanteile in der Gemeinschaft + Norwegen + Schweiz (Gesamtabsatz) im Jahr 1999

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(202) Die Kommission hat auch geprüft, ob der geplante Zusammenschluss zu einem wettbewerbswidrigen Parallelverhalten führen könnte, und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Zusammenschluss aus den gleichen Gründen wie bei warmgewalztem Edelstahl die Stahlerzeuger wahrscheinlich nicht veranlassen würde, gemeinsam Preise anzuheben und/oder die Produktion oder den Vertrieb einzuschränken oder auf andere Weise die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags zu umgehen.

Schlussfolgerung

(203) Zusammenfassend kam die Kommission in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass das Fusionsvorhaben weder auf den Märkten für warmgewalzten noch auf denen für kaltgewalzten Edelflachstahl zu Wettbewerbsproblemen führen wird.

2. STAHLVERTRIEB

1. Vertikal integrierte Vertriebsstellen/unabhängige Vertriebshändler

(204) Der Stahlvertrieb stellt einen sehr bedeutenden Teil der globalen Geschäftspolitik der vertikal integrierten Stahlerzeuger dar. Nach Angaben von Arbed/Aceralia werden rund 40 % des Stahlverbrauchs in Europa über die verschiedenen Vertriebskanäle abgewickelt.

(205) Die wichtigsten europäischen Stahlerzeuger verfügen alle über eigene Vertriebsstellennetze, die sich generell über wesentliche Teile Europas erstrecken und dabei insbesondere die Hauptwirtschaftszentren abdecken. Diese Vertriebsstellennetze unterliegen im Regelfall einer einheitlichen Geschäftspolitik oder Absatzstrategie, werden zentral koordiniert oder arbeiten unter einer einheitlichen betriebswirtschaftlichen Leitung oder einer zentralen Vertriebsabteilung, auch wenn jede Vertriebsstelle über ein gewisses Maß an Unabhängigkeit verfügt.

(206) Neben diesen integrierten Vertriebsstellen besteht ein unabhängiger Sektor mit einer Vielzahl von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Finanzkraft. 1999 entfielen auf diesen unabhängigen Sektor folgende Anteile am Vertrieb über Stahl-Servicecenter (Tabelle 24):

TABELLE 24

Anteile eigenständiger Vertriebshändler

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Quelle:

Beteiligte Unternehmen.

(207) Theoretisch können eigenständige Vertriebshändler dieselben Leistungen bereitstellen wie integrierte Vertriebsstellen, sofern sie in die notwendigen Einrichtungen investiert haben. Trotzdem müssen sie einen Großteil ihrer Zulieferungen notwendigerweise von den Werken europäischer Stahlerzeuger beziehen, deren integrierte Vertriebsstellen mit ihnen beim Vertrieb in Wettbewerb stehen. Insbesondere hängt die Möglichkeit zum Bezug aller benötigten Zulieferungen oder die Weitergeltung von Preisen vollständig von den individuellen Beziehungen zwischen eigenständigen Vertriebshändlern und Erzeugern ab. Es ist darauf hinzuweisen, dass in Bezug auf die Tätigkeiten des Stahl-Servicecenters der Preis der von den Stahlwerken gelieferten breiten Coils in hohem Maß den Preis gespaltener Coils bestimmt, wie die Beteiligten ausgeführt haben.

(208) Zudem hat ein bestimmter eigenständiger Vertriebshändler in seiner Antwort auf einen der Fragebogen der Kommission darauf hingewiesen, dass integrierte Vertriebsstellen in schwierigen Zeiten für Endkunden Preise festlegen, die im Wesentlichen den Preisen entsprechen, welche die Erzeuger von eigenständigen Vertriebshändlern für dieselben Erzeugnisse verlangen. Ebenso beruhen nach Angaben eines anderen eigenständigen Vertriebshändlers, der im Übrigen unterstrich, dass große Stahlerzeuger ihre integrierten Vertriebsstellen klar bevorzugten, die Preispositionen integrierter Stahl-Servicecenter teilweise nicht unbedingt auf voller Kostendeckung der betreffenden Verarbeitungs- und Logistikabläufe.

(209) Neben ihrer der Herstellung der betreffenden Erzeugnisse nachgelagerten Integration haben die zu den Stahlerzeugern gehörenden Vertriebsstellen gegenüber eigenständigen Vertriebshändlern weitere Vorteile. Insbesondere ermöglicht die geografische Lage der verschiedenen integrierten Vertriebsstellen an zahlreichen Standorten in Europa den Abschluss von Rahmenverträgen mit Großkunden, die in Europa über mehrere Standorte verfügen und ihre Einkaufsentscheidungen in einer Zentrale treffen. So werden zwischen kleineren Kunden und der Vertriebsorganisation jedes Stahl-Servicecenters zwar individuelle Verhandlungen geführt, mit Großkunden werden jedoch Lieferrahmenverträge abgeschlossen, im Regelfall auf europäischer Basis, woraufhin die Erzeugnisse und Leistungen über die den Kundenstandorten am nächsten gelegene Vertriebsstelle bereitgestellt werden. Diese Praxis ist im Automobilsektor und in der Hausgerätebranche besonders verbreitet.

(210) Die Marktuntersuchung bestätigt, dass eine Reihe eigenständiger Wettbewerber ernste Bedenken zu der angemeldeten Maßnahme hegt. Zwar verspricht sich eine kleine Zahl von Konkurrenten von der vorgeschlagenen Fusion mehr Effizienz für die Fusionsbeteiligten und daher stabilere Märkte, von anderen wird jedoch insbesondere befürchtet, dass der Stahlvertrieb in noch höherem Maße von den Erzeugern zum Nachteil kleiner eigenständiger Vertriebshändler beherrscht wird. Dies könnte zu einem Rückgang der Anzahl vorhandener Anbieter und zu einem Anstieg der Preise führen. Einige eigenständige Vertriebshändler brachten vor, das Zusammenschlussvorhaben könne zum Verschwinden ihrer Bezugsquellen führen, insbesondere wenn berücksichtigt werde, dass sie sich in der Vergangenheit starken Lieferkontinuitätsschwankungen von Herstellern außerhalb der Gemeinschaft gegenübergesehen hätten.

(211) Daher kann im Einklang mit früheren Kommissionsentscheidungen(78) festgestellt werden, dass bei der Bewertung der Auswirkungen der Fusion auf den Vertriebssektor, obwohl es sich beim Stahlvertrieb um eine regionale oder nationale Leistung handelt, die Folgen der Vertikalintegration von Stahlherstellern für den Wettbewerb zwischen den Vertriebshändlern zu berücksichtigen sind, insbesondere die Belieferung von Vertriebshändlern mit Stahlerzeugnissen auf europäischer Ebene.

2. Würdigung der verschiedenen Vertriebsmärkte

(212) Die vorgeschlagene Maßnahme wird zu besonders hohen Marktanteilen auf den folgenden Märkten führen:

a) Stahl-Servicecenter in Frankreich,

b) Stahl-Servicecenter in Spanien/Portugal,

c) Großhandel in Frankreich und

d) Sauerstoffbrennschneidewerke in Frankreich.

(213) Weitere betroffene Märkte im Sinne dieser Entscheidung sind:

a) Stahl-Servicecenter in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen,

b) Stahl-Servicecenter im Vereinigten Königreich und Irland sowie

c) Großhandel in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen.

a) Stahl-Servicecenter in Frankreich

(214) Die im Jahr 2000 von Stahl-Servicecentern in Frankreich verkaufte Gesamtmenge an Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen belief sich auf 3,9 Mio. Tonnen (was rund 41 % der Gesamtliefermenge an Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen entspricht), wovon ca. [...]* Mio. Tonnen von Usinor und [...]* Mio. Tonnen von Arbed/Aceralia verkauft wurden. Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten belief sich im Jahr 2000 auf [40-45]* % (1999: [40-45]* %), wobei der vorgeschlagene Zusammenschluss zu einer Aggregation von [5-10]* % (1999: [5-10]* %) führt. 1999 betrugen die Marktanteile der Hauptwettbewerber [5-10]* % (Corus), [5-10]* % (Riva) und [5-10]* % (TKS).

(215) Nach der Fusion wird der Marktanteil der Newco nahezu fünfmal so groß sein wie der ihres Hauptkonkurrenten auf dem französischen Markt und fast doppelt so hoch wie der gesamte Marktanteil ihrer drei größten Wettbewerber zusammengenommen. Zudem ist der Marktanteil unabhängiger Stahl-Servicecenter in Frankreich im Vergleich zu Nachbarländern recht niedrig. So entfallen auf unabhängige Stahl-Servicecenter lediglich [< 30]* % des Marktes in Frankreich, wohingegen sich dieser Wert auf nahezu [ > 50]* % in Deutschland (ohne Nordrhein-Westfalen), [ > 40]* % in Italien und [ > 40]* % im Vereinigten Königreich beläuft. Darüber hinaus ist dieser unabhängige Sektor stark in eine große Zahl kleiner Anbieter aufgesplittert.

(216) Zu berücksichtigen wäre außerdem die Vertikalintegration der Beteiligten und insbesondere der hohe Anteil der Newco am vorgelagerten Markt für Produktion und Direktvertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen sowohl auf EWR-Ebene als auch in Frankreich. 1999 entfielen auf die Beteiligten [40-45]* % der gemeinschaftsweiten Produktion an warmgewalztem Kohlenstoffstahl und [45-50]* % an kaltgewalztem Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen. Darüber hinaus hat die Marktuntersuchung ergeben, dass einige eigenständige Vertriebshändler, die mit dem Usinor-Vertriebsnetz in Frankreich in Wettbewerb stehen, in hohem Maß auf Zulieferungen von Arbed/Aceralia angewiesen sind; die angemeldete Maßnahme wird zum Verschwinden dieser alternativen Bezugsquelle führen. Kurz: das neue Unternehmen wird nach der Fusion in der Lage seine, die Preise zu bestimmen, den Vertrieb zu kontrollieren oder zu vermindern oder einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern.

(217) Vor diesem Hintergrund gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Stahl-Servicecenter in Frankreich zu umgehen.

b) Stahl-Servicecenter in Spanien/Portugal

(218) Auf der Iberischen Halbinsel stellen Stahl-Servicecenter rund 44 % der Gesamtliefermenge von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen bereit, wohingegen der Großhandel und Sauerstoffbrennschneidewerke ca. 10 % liefern. Im Einzelnen beliefen sich die Gesamtmengen von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen, die in Spanien und Portugal im Jahr 2000 durch Stahl-Servicecenter verkauft wurden, auf 4,2 Mio. Tonnen, wovon ca. [...]* Mio. Tonnen von Usinor und [...]* Mio. Tonnen von Arbed/Aceralia abgesetzt wurden. Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten belief sich im Jahr 2000 auf [45-50]* % (1999: [50-55]* %), wobei der vorgeschlagene Zusammenschluss zu einer Aggregation von [10-15]* % (1999: ebenfalls [10-15]* %) führt. 1999 betrugen die Marktanteile der Hauptwettbewerber [10-15]* % (Grupo Ros), [5-10]* % (Gutser) und [5-10]* % (A. Gallardo).

(219) Betrachtet man zudem Spanien und Portugal als separate geografische Märkte, würden für beide Länder ernste wettbewerbsrechtliche Bedenken aufkommen. Der Anteil der Newco würde sich dabei 1999 in Spanien auf [40-45]* % ([30-35]* % + [10-15]* %) und in Portugal auf [65-70]* % ([65-70]* % + [< 5]* %) belaufen.

(220) Auch hier wäre der Abstand der Newco zu ihren Hauptwettbewerbern nach der Fusion ganz erheblich. Die Newco wäre viermal größer als der nächstgrößere Wettbewerber. Zudem handelt es sich bei den Hauptwettbewerbern der Newco um eigenständige Vertriebshändler (statt um integrierte Vertriebsstellen anderer Stahlerzeuger), die für ihre Zulieferungen von Stahlerzeugnissen großenteils von den die Anmeldung vornehmenden Beteiligten abhängen. Darüber hinaus wird die Newco über eine besonders starke Stellung beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Stahl-Servicecenter wie Großhandelsunternehmen in Frankreich verfügen, dem der Iberischen Halbinsel am nächsten gelegenen Markt, was die Möglichkeiten zur Umstellung auf alternative Lieferanten für spanische und portugiesische Kunden vermindert.

(221) In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte haben die beteiligten Unternehmen eingewandt, dass es bei Zugrundelegung nationaler Märkte nicht zu Überschneidungen in Portugal kommen würde, da der Marktanteil von Arbed/Aceralia dort [< 5]* % beträgt. Wegen des besonders hohen Marktanteils von Usinor in Portugal ([65-70]* %) und des grenzüberschreitenden Handels mit Spanien stellen Arbed/Aceralia aufgrund ihrer Präsenz in Spanien allerdings die Hauptquelle für potenziellen Wettbewerb auf dem portugiesischem Markt dar. Insbesondere angesichts des Größenunterschieds zwischen dem portugiesischen und dem spanischen Markt ist der Absatz von Arbed/Aceralia im Sektor Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse über Service-Centren in Spanien ([...]* kt im Jahr 1999) wesentlich umfangreicher als der gesamte portugiesische Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahl über Stahlservice-Centren (399000 t im Jahr 1999), obwohl das Unternehmen auf dem spanischen Markt damit nur auf einen Anteil von [10-15]* % kommt.

(222) Vor dem Hintergrund der genannten Überlegungen gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Stahl-Servicecenter in Spanien und Portugal zu umgehen.

c) Großhandelsunternehmen in Frankreich

(223) Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten für den Vertrieb aller Kohlenstoffstahlerzeugnisse belief sich im Jahr 2000 auf [25-30]* % ([20-25]* % + [5-10]* %), ebenso 1999 ([15-20]* % + [5-10]* %). Ihre Hauptwettbewerber waren KDI, dessen Marktanteil sich 1999 auf [25-30]* % belief, sowie Descours et Cabaud mit [15-20]* %.

(224) Newco würde jedoch beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen über einen besonders hohen Marktanteil verfügen ([35-40]* % im Jahr 1999). Damit wäre Newco erheblich größer als seine Hauptwettbewerber beim Vertrieb von Flacherzeugnissen, nämlich KDI (10-15 %) und Descours et Cabaud (5-10 %). Der verbleibende Großhandelsmarkt ist extrem aufgesplittert und weist über 500 kleine unabhängige Anbieter auf. Auch die Kundenbasis ist fragmentiert, wobei die Hauptkunden kleinere und mittlere Unternehmen sind.

(225) Zudem ist darauf hinzuweisen, dass Newco, wie erwähnt, nicht nur beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in Frankreich durch Großhandelsunternehmen über einen erheblichen Anteil verfügen würde, sondern auch beim Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in Frankreich durch Stahl-Servicecenter eine marktbeherrschende Stellung innehätte (mit einem Marktanteil von über 40 %). Darüber hinaus hätte Newco als vertikal integrierter Konzern auch beim vorgelagerten Markt für die Produktion von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in Europa eine starke Stellung (z. B. [45-50]* % der Produktion von kaltgewalzten Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen in der Gemeinschaft im Jahr 1999).

(226) Die beteiligten Unternehmen bestreiten in ihrer Erwiderung die Würdigung der Kommission mit dem Hinweis, dass der relevante Markt den Großhandel mit sämtlichen Kohlenstoff-Stahlerzeugnissen umfassen sollte, auf dem die beteiligten Unternehmen wie oben erwähnt nur auf einen Anteil von [25-30]* % kämen (Randnummer 223). Diese Frage wurde jedoch schon in dem Abschnitt über die Produktmarktdefinition behandelt.

(227) Deswegen gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen durch Großhandelsunternehmen in Frankreich zu umgehen.

d) Sauerstoffbrennschneidewerke in Frankreich

(228) Die in Frankreich im Jahr 2000 durch Sauerstoffbrennschneidewerke verkauften Gesamtmengen beliefen sich auf 200000 Tonnen, wovon ca. [...]* Tonnen von Usinor und [...]* Tonnen von Arbed/Aceralia abgesetzt wurden. Der gemeinsame Marktanteil der Beteiligten belief sich im Jahr 2000 auf [35-40]* % (1999: [30-35]* %), wobei der vorgeschlagene Zusammenschluss zu einer Aggregation von [5-10]* % (1999: ebenfalls [5-10]* %) führt. 1999 betrugen die Marktanteile der Hauptwettbewerber [5-10]* % (Oxymetal), [5-10]* % (Devillers) und [5-10]* % (Oxycentre).

(229) Der Marktanteil von Newco wird erheblich größer sein als der seiner Hauptwettbewerber; so wird es fünfmal so groß wie der nächstgrößere Mitbewerber. Ein erheblicher Teil des Marktes (34 %) ist stark zersplittert und weist über hundert Marktteilnehmer auf. Die Kundenbasis ist ebenfalls recht fragmentiert: Bei den Kunden handelt es sich größtenteils um kleine und mittlere Unternehmen mit geringem Blechverbrauch und wenig oder gar keiner Einkaufsmacht. Einfuhren von außerhalb des EWR fallen kaum ins Gewicht und stellen keinen Wettbewerbsdruck dar. Zudem kommt das Sauerstoffbrennschneiden wegen neuer Technologien wie Laserschneiden und Wasserstrahlschneiden immer weniger zum Einsatz, weswegen nicht mit dem Eintritt ins Gewicht fallender neuer Marktteilnehmer zu rechnen ist, was auch dadurch belegt wird, dass in den letzten fünf Jahren kein wesentlicher Markteintritt mehr stattgefunden hat.

(230) In ihrer Erwiderung auf die Beschwerdepunkte bestreiten die beteiligten Unternehmen die Schlussfolgerungen der Kommission mit folgenden Argumenten: 1. Arbed erzielt nur einen geringfügigen Absatz, und 2. in die Erzeugung von Usinor werden 100 % der Produktion von Eurodecoupe eingerechnet, obwohl es sich bei diesem Unternehmen um eine Tochtergesellschaft von DHS handelt, die von Usinor nicht alleine kontrolliert wird.

(231) Mit Blick auf das erste Argument ist zu entgegnen, dass Arbed mit einem Umsatzanteil von [5-10]* % bei den Sauerstoffbrennschneidewerken in Frankreich derzeit am Absatz gemessen der zweitgrößte Konkurrent von Usinor knapp hinter dem stärksten Wettbewerber (Oxymetal mit einem Marktanteil von [5-10]* % im Jahr 1999) ist und vor den übrigen Marktteilnehmern (Devillers, Oxycentre, Savoy Decoupe, Bretagne Oxy und UF Acier) liegt. Mit Blick auf den zweiten Einwand haben die beteiligten Unternehmen selbst bestätigt, dass Usinor eine Mitkontrolle über Eurodecoupe ausübt, weswegen sämtliche Verkäufe dieses Unternehmens bei der Würdigung des geplanten Zusammenschlusses zu berücksichtigen sind.

(232) Deswegen gelangt die Kommission zu dem Schluss, dass die angemeldete Maßnahme den Beteiligten die Möglichkeit gibt, einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern oder die Wettbewerbsregeln des EGKS-Vertrags auf dem Markt für den Vertrieb von Quartoblechen durch Sauerstoffbrennschneidewerke in Frankreich zu umgehen.

e) Sonstige betroffene Märkte

(233) Bei der Würdigung des Zusammenschlussvorhabens sind außerdem folgende Vertriebsmärkte zu berücksichtigen:

1. Stahl-Servicezentren in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen, wo die Parteien im Jahr 2000 im Vertrieb von Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen auf einen Anteil von [20-25]* % kamen ([10-15]* % + [10-15]* %). Die größten Konkurrenten sind Corus mit einem Marktanteil von [20-25]* % und TKS mit einem Anteil von ebenfalls [20-25]* %.

Im Fall einer weiteren Untergliederung dieses Marktes käme Newco gemessen an der Situation des Jahres 1999 auf Anteile von [20-25]* % in Belgien und Luxemburg, [25-30]* % in den Niederlanden und [15-20]* % in Deutschland (einschließlich Nordrhein-Westfalen). Auf allen drei Märkten sind ähnlich große oder gar größere Konkurrenten vertreten: Corus in Belgien und Luxemburg ([25-30]* %) und den Niederlanden ([25-30]* %) und TKS in Deutschland ([15-20]* %).

2. Stahl-Servicezentren im Vereinigten Königreich und Irland, wo die beteiligten Unternehmen im Jahr 2000 gemeinsam auf [15-20]* % ([5-10]* % + [10-15]* %) kamen. Bei Zugrundelegung nationaler Märkte würde Newco [20-25]* % im Vereinigten Königreich erzielen ([5-10]* % + [10-15]* %) und < 5 % ([< 5]* % + [< 5]* %) in Irland. Der Marktanteil der Parteien beim Handel mit Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnissen im Vereinigten Königreich und Irland liegt somit auf jeden Fall eindeutig unter dem von Corus ([30-35]* %).

3. Großhandel in den Benelux-Ländern und Nordrhein-Westfalen, wo die beteiligten Unternehmen gemeinsam bei Kohlenstoff-Flachstahl im Jahr 2000 auf einen Anteil von [15-20]* % ([10-15]* % + [5-10]* %) kamen. Unabhängig von einer etwaigen weiteren Untergliederung der Produktmärkte (Flachstahl/Langstahl) und geografischen Märkte (nationale Märkte) würden die gemeinsamen Marktanteile der beteiligten Unternehmen im Verhältnis zu denen anderer Marktteilnehmer keine ernsthaften Wettbewerbsbedenken aufwerfen.

(234) Das Vorhaben wirft daher auf den in diesem Abschnitt beschriebenen Märkten keine ernsthafte Wettbewerbsbedenken auf.

VI. VERPFLICHTUNGSZUSAGEN DER BETEILIGTEN UNTERNEHMEN

1. ZUSAMMENFASSUNG

1. Geplante Veräußerungen

(235) Um die von der Kommission festgestellten Wettbewerbsbedenken auszuräumen, haben die beteiligten Unternehmen angeboten, eine Reihe von Unternehmen und Geschäftsbereichen in den Sektoren Stahlerzeugung und Stahlhandel zu veräußern.

a) Stahlerzeugung

(236) Die Parteien der Fusion werden sich von ihren Beteiligungen an folgenden Unternehmen trennen:

1. Finarvedi: Usinor sagt zu, seine Beteiligung an der Produktionsanlage für feuerverzinkten Stahl von ISP Arvedi zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen.

2. Galmed: Aceralia und Usinor sagen zu, ihre Beteiligung an Galvanizaciones del Mediterraneo S.A. (an der sie mit 51 % bzw. 24,5 % beteiligt sind) zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen; Galmed erzeugt feuerverzinkten Stahl.

3. Lusosider: Usinor sagt zu, seine Beteiligung an Lusosider Projectos Siderurgicos S.A. (50 %) zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen. Lusosider produziert kaltgewalzten Stahl, feuerverzinkten Stahl und Weißblech.

4. Segal: Die Arbed-Tochter Sidmar und die Usinor-Tochter Cockerill Sambre sagen zu, ihre Beteiligung (von jeweils 33,33 %) an der Société Européenne de Galvanisation S.A., die feuerverzinkten Stahl herstellt, zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen.

(237) Außerdem wollen die beteiligten Unternehmen folgende Geschäftsbereiche veräußern oder ihre Veräußerung veranlassen:

1. Beautor: Usinor sagt zu, das im französischen La Fere gelegene Werk Beautor, das über eine Kaltwalzanlage und eine Galvanisierungsanlage verfügt, zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen.

2. Dudelange: Arbed sagt zu, sein Werk in Dudelange (Luxemburg), in dem feuerverzinkter Stahl hergestellt wird, zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen.

3. Straßburg: Usinor sagt zu, seinen Produktionsstandort im französischen Straßburg (feuerverzinkter Stahl und organisch beschichteter Stahl) zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen.

(238) Zusammen mit den letztgenannten Geschäftsbereichen werden auch sämtliche zugehörigen materiellen und immateriellen Aktiva und das in den Werken beschäftigte Personal übergeben.

(239) Soweit die in Randnummer 236 f. genannten Produktionsanlagen nicht mit Kaltwalzanlagen integriert sind, bieten die beteiligten Unternehmen an, auf Verlangen des Käufers entsprechende Kaltwalzkapazitäten bereitzustellen oder das Walzen gegen Gebühr zu übernehmen, und zwar zu marktüblichen Bedingungen. Auf Aufforderung des Käufers werden ferner für eine Übergangszeit Service- und Liefervereinbarungen angeboten. Die Anlagen Galmed, Beautor und Straßburg werden unter Berücksichtigung des bestehenden Vorkaufsrechts in Bezug auf Galmed zusammen zum Kauf angeboten.

b) Vertriebsmärkte

(240) Mit Bezug auf die Stahlvertriebsmärkte haben die beteiligten Unternehmen folgende Zusagen vorgeschlagen:

1. Cofrafer: Arbed sagt zu, seine 100%ige Tochtergesellschaft Cofrafer S.A. einschließlich der Tochtergesellschaft Flaberga Découpe (Standort Barberey St. Sulpice, Frankreich), Orn'oxycoupage (Standort Chailloue, Frankreich) und Surfaçage de Normandie (ebenfalls Chailloue) zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen.

2. Bamesa: Usinor sagt zu, seine gesamte Beteiligung an Bamesa Aceros, S.L. zu veräußern oder die Veräußerung zu veranlassen, oder ersatzweise die verbleibende Minderheitsbeteiligung gegebenenfalls an einen unabhängigen Treuhänder zu übertragen, bis die Aktien veräußert werden können (derzeit besitzt Usinor direkt oder indirekt Anteile von 49 % an Bamesa und übt damit eine Mitkontrolle aus).

2. Zugehörige Verpflichtungen und Verfahren

(241) Die beteiligten Unternehmen haben zugesagt, eine Reihe von Auflagen einzuhalten, mit denen die volle wirtschaftliche Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Veräußerungsgeschäfts erhalten werden soll. Dazu gehört die Benennung eines für die Überwachung der Zusagen und der Veräußerungen benannten Treuhänders, wie im Veräußerungsverfahren im Einzelnen festgelegt. Der vollständige Wortlaut der Verpflichtungszusagen ist dieser Entscheidung als Anhang beigefügt.

2. WÜRDIGUNG DER VERPFLICHTUNGSZUSAGEN

1. Verzinkte Stahlerzeugnisse

(242) Gemessen an den Marktanteilen würden die Veräußerungen dazu führen, dass Newco deutlich näher an dem Niveau von Usinor läge als vor der Fusion. 1999 erzielte Usinor bei verzinktem Stahl einen Umsatzanteil von [30-35]* % gegenüber [10-15]* % von Arbed/Aceralia. Nach den Veräußerungen würde der gemeinsame Marktanteil von Usinor, Arbed und Aceralia von [40-45]* auf [35-40]* % fallen. Die Veräußerungen kämen einem Marktanteil von mehr als [5-10]* % gleich, wodurch die Marktstellung der beteiligten Unternehmen korrigiert würde. Wie aus Tabelle 25 hervorgeht, ähnelten die Zahlen für das Jahr 2000 denen des Vorjahres.

TABELLE 25

Absatz von Newco und geplante Veräußerungen

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

(243) Auch gemessen an den Kapazitäten würden die geplanten Veräußerungen den Marktanteil von Newco ganz erheblich von [40-45]* % auf [35-40]* % für die Jahre 2002- 2003 zurückführen, wie aus Tabelle 26 hervorgeht.

TABELLE 26

Kapazitäten von Newco und geplante Veräußerungen

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

(244) Angesichts dieser Marktanteile würde die Aussicht, dass Newco einseitig die Preise erhöhen oder die Produktion verringern könnte, weniger realistisch, zumal sich durch die Veräußerungen die Wettbewerbsstellung seiner unmittelbaren Konkurrenten potenziell verbessert.

(245) Die geplanten Veräußerungen werden die Marktstruktur in zweifacher Hinsicht verbessern. Sollten größere Konkurrenten wie TKS oder Corus einige der Werke übernehmen, würden sie damit den Größenabstand zwischen ihnen und Newco verringern. Sollten kleinere Konkurrenten (wie Salzgitter oder Voest-Alpine) einige der Werke übernehmen, würde damit ein neuer starker Wettbewerber mit einem Marktanteil von rd. [5-10]* % entstehen. Damit würde an die Stelle von Arbed/Aceralia ein Wettbewerber der gleichen Größenordnung rücken.

(246) Zudem würden die in den Beschwerdepunkten festgestellten Probleme mit Bezug auf die Automobilindustrie gelöst. Mehr als 65 % der Veräußerungen betreffen diese Branche. Wie die Nachprüfung ergeben hat, findet das Zulassungsverfahren auf der Ebene der einzelnen Werke statt. Potenzielle Käufer könnten somit durch die Übernahme der Werke Zugang zu den Automobilbauern erlangen, die ihren Stahl aus diesen Werken beziehen. Wie die beteiligten Unternehmen in ihrer Erwiderung ausführten, konkurrieren die Lieferanten der Automobilindustrie im Rahmen von Ausschreibungen miteinander. Dank der angebotenen Veräußerungen könnten die Abnehmer aus der Automobilbranche andere Lieferanten als Newco in Anspruch nehmen, weil neue oder stärkere Konkurrenten an den Vergabeverfahren teilnehmen würden.

(247) Ferner würde nach den Veräußerungen die Herstellung verzinkter Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse in Gemeinschaftsunternehmen weitgehend der Vergangenheit angehören, was die Anreize und Möglichkeiten einer Verhaltenskoordinierung für die Wettbewerber verringert.

(248) Schließlich verhindert der Umstand, dass die Veräußerungen in den "Heimatmärkten" der fusionierenden Unternehmen (d. h. Frankreich, Spanien und Portugal sowie den Benelux-Ländern) stattfinden, die Entwicklung subkontinentaler geografischer Märkte für diese Produkte.

(249) Ein Markttest der angebotenen Zusagen hat diese Schlussfolgerungen bestätigt.

2. Stahlvertrieb

(250) Mit den Veräußerungen würden die von der Kommission festgestellten Wettbewerbsbedenken mit Bezug auf die Vertriebsmärkte in Frankreich und Spanien/Portugal ausgeräumt.

(251) Durch die Veräußerung von Cofrafer würde der Marktanteil von Newco bei Stahl-Servicezentren in Frankreich von rd. [40-45]* % auf ca. [35-40]* % zurückgehen (Stand 2000). Auf den Märkten für Flachstahl-Großhandel und Sauerstoffbrennschneidewerken läge der Marktanteil von Newco nach den Veräußerungen bei rd. [30-35]* %. Vor allem aber würden die Überschneidungen bei Stahl-Servicezentren, im Flachstahl-Großhandel und bei Sauerstoffbrennschneidewerken in Frankreich beseitigt, da sie sämtliche Stahlvertriebstätigkeiten von Arbed/Aceralia auf diesen Märkten einschließen.

(252) Mit der Veräußerung von Bamesa würde ferner der Anteil von Newco auf dem Markt für Stahl-Servicezentren in Spanien/Portugal deutlich reduziert. Die Beteiligung von Newco an Bamesa würde gemessen am Umsatz des Jahres 2000 einem Marktanteil von rd. [15-20]* % entsprechen. Newco hätte dann [25-30]* % anstelle von [45-50]* % gegenüber [10-15]* % von Grupo Ros, [5-10]* % von Gutser und [5-10]* % von A. Gallardo. Bei Zugrundelegung nationaler Märkte würde sich der Marktanteil von Newco in Spanien von [40-45]* % auf [25-30]* % und in Portugal von [65-70]* % auf [30-35]* % verringern. Ein konkurrierendes Unternehmen könnte seinen Marktanteil dank der Veräußerung beträchtlich erhöhen und damit das durch die Fusion von Usinor, Arbed und Aceralia verursachte Ungleichgewicht aufheben.

(253) Diese Schlussfolgerungen wurden durch einen Markttest der vorgeschlagenen Abhilfen bestätigt.

3. Ergebnis

(254) Die Kommission ist deswegen der Ansicht, dass die Zusagen die festgestellten Wettbewerbsprobleme sowohl auf dem Markt für verzinkten Stahl als auch auf dem Markt des Stahlvertriebs in zufriedenstellender Weise lösen.

VII. ABSCHLIESSENDE FESTSTELLUNG

(255) Aus diesen Erwägungen ist die Kommission zu der Schlussfolgerung gelangt, dass der geplante Zusammenschluss unter der Bedingung, dass die im Anhang dieser Entscheidung aufgeführten Verpflichtungszusagen uneingeschränkt eingehalten werden, nicht zu Wettbewerbsproblemen führen wird und Newco Steel nicht die Möglichkeit verschaffen wird,

- auf einem bedeutenden Teil des Marktes dieser Erzeugnisse die Preise zu bestimmen, die Produktion oder die Verteilung zu kontrollieren oder zu beschränken oder einen wirklichen Wettbewerb zu verhindern, oder

- den sich aus der Anwendung dieses Vertrags ergebenden Wettbewerbsregeln zu entgehen, insbesondere durch Schaffung einer künstlichen Vorzugsstellung, die einen wesentlichen Vorteil im Zugang zu den Versorgungsquellen und zu den Absatzmärkten mit sich bringt.

(256) Da somit die Anforderungen des Artikels 66 Absatz 2 des EGKS-Vertrags erfuellt sind, kann der geplante Zusammenschluss unter der Bedingung genehmigt werden, dass die beteiligten Unternehmen die folgenden Verpflichtungszusagen (wie sie im Anhang aufgeführt sind, und vorbehaltlich einer etwaigen Änderung gemäß der Überprüfungsklausel) vollständig eingehalten werden:

[...]* (Siehe nicht vertrauliche Fassung der Verpflichtungserklärung im Anhang).

(257) Diese Verpflichtungen stellen Bedingungen dar, da nur ihre Einhaltung (vorbehaltlich etwaiger Änderungen gemäß der Überprüfungsklausel) die erforderlichen strukturellen Veränderungen auf den relevanten Märkten garantieren. Die übrigen Zusagen stellen Durchführungsmaßnahmen dar, die zur Verwirklichung der angestrebten strukturellen Veränderungen notwendig sind, und sind als Auflagen gemäß Artikel 66 Absatz 5 fünfter Unterabsatz des EGKS-Vertrags zu betrachten -

HAT FOLGENDE ENTSCHEIDUNG ERLASSEN:

Artikel 1

Der Zusammenschluss von Arbed S.A., Aceralia Corporación Siderúrgica S.A. und Usinor S.A. zu dem Unternehmen Newco Steel wird gemäß Artikel 66 Absatz 2 des EGKS-Vertrags unter der Bedingung der vollständigen Einhaltung der im Anhang dieser Entscheidung aufgeführten Verpflichtungen und insbesondere folgender Bedingungen genehmigt:

[...]* Siehe nicht vertrauliche Fassung der Verpflichtungserklärung im Anhang.

Artikel 2

Die Entscheidung ergeht an die anmeldenden Unternehmen.

Brüssel, den 21. November 2001

Für die Kommission

Mario Monti

Mitglied der Kommission

(1) Mitteilung der Kommission über die Angleichung der Bearbeitungsverfahren nach dem EGKS- und dem EG-Vertrag, (ABl. C 66 vom 2.3.1998, S. 36).

(2) ABl. C 81 vom 4.4.2003.

(3) Sachen IV/M.0980 und IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia.

(4) ABl. L 395 vom 30.12.1989 S. 1; berichtigt im ABl. L 257 vom 21.9.1990, S. 13.

(5) ABl. L 180 vom 9.7.1997, S. 1.

(6) Vgl. Sache COMP/M.2382 - Usinor/Arbed/Aceralia.

(7) Sache COMP/M.2382 - Usinor/Arbed/Aceralia.

(8) In eckige Klammern gesetzte und mit einem Stern gekennzeichnete Textstellen wurden geändert, um die Vertraulichkeit der Angaben zu wahren.

(9) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield; Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson; Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

(10) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(11) Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen. Siehe auch Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield.

(12) Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson.

(13) Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

(14) Sache IV/EGKS.1269 - Sollac/Aceralia/Solmed; Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia; Sache IV/EGKS.1264 - Aceralia/Aristrain.

(15) Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen.

(16) Sache IV/EGKS.1269 - Sollac/Aceralia/Solmed; Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia; Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

(17) Sache IV/EGKS.1269 - Sollac/Aceralia/Solmed.

(18) Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

(19) Sache IV/EGKS.1269 - Sollac/Aceralia/Solmed.

(20) Bei Blech, das je nach Dicke als Grobblech oder Mittelblech bezeichnet wird, handelt es sich um quadratische oder rechteckige gewalzte Werkstücke, die durch Schneiden von warmgewalzten breiten Bandeisen hergestellt werden. Breitflachstahl umfasst warmgewalzte Flacherzeugnisse, die in Stücke von 150 bis 1250 mm Breite und mehr als 4 mm Dicke geschnitten werden.

(21) Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia.

(22) Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia. Dagegen wird Schmalband (auch Bandstahl genannt) einschließlich Spaltband entweder direkt in Breiten von weniger als 600 mm oder durch Längsschneiden warmgewalzter breiter Bandeisen hergestellt.

(23) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(24) Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia; Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson; Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST; Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(25) Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

(26) Ibid.

(27) Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache IV/EGKS.1269 - Sollac/Aceralia/Solmed; Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia; Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(28) Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen.

(29) Aluminium- oder Zinklegierungen (d. h. Zink/Aluminium, Zink/Nickel usw.).

(30) Anstrich, organische Dünnschichten (TOC), Schichtstoff.

(31) Mit organischen Beschichtungen ist je nach genauer Anwendung ein Mehrwert von 15 bis 35 % gegenüber dem verwendeten Rohstoff verbunden.

(32) Organisch beschichtete Aluminium-, unbeschichtete Kohlenstoff-Flachstahlerzeugnisse sowie verschiedene andere metallische und nichtmetallische Stoffe.

(33) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/EGKS.1269 - Sollac/Aceralia/Solmed.

(34) In einigen Fällen wird das Metall anschließend einer weiteren Verarbeitung unterzogen, bei welcher die Beschichtung in eine Zink-/Eisenlegierung (8 bis 12 % Eisen) umgewandelt wird, wodurch das Schweißen beim Kunden erleichtert wird (Wärmebehandlung nach dem Verzinken).

(35) Beispielsweise Aluminium, Kunststoff, Verbundstoffe, Glas und auch andere Stahlerzeugnisse (Edelstahl, kaltgewalzter und organisch beschichteter Stahl).

(36) Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia; Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(37) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(38) Sache COMP/M.1663 - Alcan/Alussuisse.

(39) Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield.

(40) Sache IV/M.239 - Avesta I; Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST; Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield.

(41) Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield; Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson.

(42) Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

(43) Anlage I zum EGKS-Vertrag.

(44) Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield; Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson; Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST; Sache IV/M.1203 - Usinor/Finaverdi.

(45) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/EGKS.1264 - Aceralia/Aristrain; Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen; Sache IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia; Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield; Sache IV/M.73 - Usinor/ASD; Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson; Sache IV/M.0503 - British Steel/Svensk Stal/NSD; Sache IV/M.578 - Hoogovens/Klöckner & Co; Sache IV/M.971 - Klöckner/Comercial de Laminados; Sache IV/M.918 - Klöckner/ODS; Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST; Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/M.504 - Avesta (III).

(46) Sache IV/M.971 - Klöckner/Comercial de Laminados; Sache IV/M.918 - Klöckner/ODS.

(47) Sache IV/M.578 - Hoogovens/Klöckner & Co.

(48) Sache IV/M.971 - Klöckner/Comercial de Laminados; Sache IV/M.918 - Klöckner/ODS.

(49) Sache IV/M.918 - Klöckner/ODS; Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/M.971 - Klöckner/Comercial de Laminados.

(50) Sache IV/M.971 - Klöckner/Comercial de Laminados.

(51) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre. Der Vertrieb von Edelstahlerzeugnissen wurde von der Kommission, inter alia, in den folgenden Entscheidungen analysiert: Sache COMP/EGKS.1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield; Sache IV/M.504 - Avesta (III); Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST; Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson.

(52) Sache IV/M.503 - British Steel/Svensk Stal/NSD.

(53) Sache IV/M.971 - Klöckner/Comercial de Laminados; Sache IV/M.918 - Klöckner/ODS.

(54) Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson.

(55) Sache IV/M.73 - Usinor/ASD.

(56) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(57) Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre.

(58) Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre.

(59) Sache IV/EGKS.1264 - Aceralia/Aristrain; Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen.

(60) Sache IV/EGKS.1243 - Krupp Hoesch/Thyssen.

(61) Wegen der fehlenden Zahlen zu Westeuropa wurde die Untersuchung auf der Basis von EU-Daten durchgeführt. Davon bleiben jedoch die Untersuchungsergebnisse wegen der geringen Auswirkungen von EFTA-Ländern auf den westeuropäischen Gesamtmarkt auf jeden Fall unberührt.

(62) Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

(63) Sache IV/EGKS.1269 - Sollac/Aceralia/Solmed; Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache Nr. IV/EGKS.1237 - Arbed/Aceralia.

(64) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre.

(65) Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST; Sache IV/M.239 - Avesta/British Steel/NCC/AGA/Axel Johnson.

(66) Sache IV/M.503 - British Steel/Svensk Stal/NSD.

(67) Sache IV/M.760 - Klöckner/ARUS.

(68) Sache IV/M.918 - Klöckner/ODS.

(69) Sache IV/M.760 - Klöckner/ARUS; Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre.

(70) Sache IV/EGKS.1268 - Usinor/Cockerill Sambre; Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre.

(71) Sache IV/M.1329 - Usinor/Cockerill Sambre.

(72) Sache IV/M.578 - Hoogovens/Klöckner.

(73) Erwiderung auf die Beschwerdepunkte der Kommission, S. 21.

(74) Band II, Anhang 4.1.4, S. 26.

(75) Bericht des Wirtschaftsberatungsunternehmens der beteiligten Unternehmen "Steel products for the automotive sector", 10. Oktober 2001, S. 9.

(76) Ebenda, S. 29.

(77) Entscheidung vom 4. Dezember 2000 in der Sache COMP/EGKS. 1342 - Outokumpu/Avesta Sheffield.

(78) Sache IV/M.484 - Krupp/Thyssen/Riva/Falck/Tadfin/AST.

ANHANG

Der Originaltext der Bedingungen und Auflagen gemäß Artikel 1 kann auf folgender Webseite der Kommission eingesehen werden:

http://europa.eu.int/comm/competition/index_en.html