SCHRIFTLICHE ANFRAGE P-0565/02 von Elisa Damião (PSE) an die Kommission. Strategie von Lissabon.
Amtsblatt Nr. 160 E vom 04/07/2002 S. 0222 - 0223
SCHRIFTLICHE ANFRAGE P-0565/02 von Elisa Damião (PSE) an die Kommission (21. Februar 2002) Betrifft: Strategie von Lissabon Entsprechend der Strategie von Lissabon wurden für 2005 und 2010 Zielwerte für die Zunahme der Beschäftigung aufgestellt, und zwar 60 % bei den Frauen und 70 % bei der Erwerbsbevölkerung, wobei erwartet wurde, dass diese Zunahme auf technologischen Innovationen und zugleich auf dem sozialen Zusammenhalt beruht. In dem Bericht der Beobachtungsstelle für Wissenschaft und Technologie zur Analyse der Entwicklung bis 2020 wird jedoch bezüglich der Auswirkungen der Technologie und der Strukturveränderungen auf die Beschäftigung diesen Zielwerten widersprochen; es wird sogar festgestellt, dass ein Anstieg der Produktivität mit günstigen Auswirkungen auf die Wirtschaft, aber nicht auf die Beschäftigung, eintreten wird; die Beschäftigung werde dagegen auf den traditionellen Wirtschaftssektoren weiter zunehmen. Was gedenkt die Kommission zu tun: die Zielwerte von Lissabon korrigieren oder realistischere Strategien zur Ankurbelung der Beschäftigung festlegen? Antwort von Frau Diamantopoulou im Namen der Kommission (19. März 2002) Die Kommission bleibt weiterhin dem Erreichen der Beschäftigungsziele verpflichtet, die der Europäische Rat in Lissabon (23. und 24. März 2000) und Stockholm (23. und 24. März 2001) festgelegt und in Laken (14. und 15. Dezember 2001) bekräftigt hat. Der für die Tagung des Europäischen Rats in Barcelona ausgearbeitete Synthesebericht der Kommission besagt, dass die Europäische Union an ihren Zielvorgaben für die Beschäftigungsquote bis 2005 und 2010 festhalten muss und dass die Bemühungen, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen und mehr Menschen eine Beschäftigung zu vermitteln, intensiviert werden müssen. Auf Informationstechnologie und in weiterem Sinne auf der Wissensentwicklung basierte Wirtschaftssektoren werden beim Erreichen dieser Ziele eine zentrale Rolle spielen. Dies geht aus den von der Kommission in Auftrag gegebenen Forschungen klar hervor. In dem Bericht Beschäftigung in Europa 2001 wird darauf hingewiesen, dass zwischen 1995 und 2000 1,5 Mio. Arbeitsplätze im High-Tech-Sektor und 5,5 Mio. Arbeitsplätze in Sektoren mit hohen Qualifikationsanforderungen geschaffen wurden. Außerdem zeigte der Bericht neue Beschäftigungs- und Wachstumsmodelle auf den europäischen Arbeitmärkten auf. Die Beschäftigungskomponente des Wirtschaftswachstums hat seit 1985 zugenommen: Die Elastizität des Beschäftigungswachstums ist hinsichtlich des Wachstums des Bruttoinlandprodukts (BIP) doppelt so stark wie in den achtziger Jahren gestiegen.