91999E1587

SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-1587/99 von Alexandros Alavanos (GUE/NGL) an die Kommission. Behebung von Schäden an Kulturdenkmälern nach dem Krieg in Jugoslawien.

Amtsblatt Nr. 170 E vom 20/06/2000 S. 0041 - 0041


SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-1587/99

von Alexandros Alavanos (GUE/NGL) an die Kommission

(1. September 1999)

Betrifft: Behebung von Schäden an Kulturdenkmälern nach dem Krieg in Jugoslawien

Die Kulturminister der Mitgliedstaaten beschlossen im Juni 1999 in Weimar, die Europäische Kommission aufzufordern, Maßnahmen zur Wiederherstellung der Kulturdenkmäler im Kosovo zu treffen. Nach Studien von ICOMOS sind unter den 160 insgesamt getroffenen und zum europäischen Kulturerbe gerechneten Ensembles 13 archäologische Stätten, 60 Klöster und Kirchen, eine Moschee sowie zahlreiche historische Gebäude und Märkte.

Kann die Kommission mitteilen:

1. mit welchem Betrag sie die Wiederherstellungsarbeiten zu unterstützen gedenkt,

2. ob es ein konkretes Wiederaufbauprogramm für die Denkmäler auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien, Zeitpläne und Prioritäten gibt,

3. ob sie mit Organisationen wie ICOMOS und UNESCO zusammenzuarbeiten gedenkt, die bereits für dieses Anliegen sensibilisiert sind,

4. ob sie gedenkt, auf die gleiche Weise die Wiederherstellung von Denkmälern im übrigen Jugoslawien zu unterstützen?

Antwort von Herrn Patten im Namen der Kommission

(8. Oktober 1999)

Die Kommission teilt die Besorgnis des Herrn Abgeordneten über die durch den Kosovo-Konflikt verursachte Zerstörung religiöser und nicht-religiöser Kulturdenkmäler.

Es fällt bekanntlich nicht in die Zuständigkeit der Kommission, selbst Maßnahmen zum Schutz der Kulturdenkmäler im Kosovo zu ergreifen. Die Kommission ist jedoch selbstverständlich bereit, die Zusammenarbeit mit der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) oder mit dem Internationalen Kongreß der Denkmalpfleger (COMOS) zu erwägen, falls diese Organisationen diesbezüglich aktiv werden sollten.

Den Schwerpunkt des Wiederaufbaus des Kosovo bilden derzeit Maßnahmen in folgenden Bereichen: Minenräumung, Bereitstellung des dringendsten Bedarfs für die Instandsetzung von Wohnraum und öffentlichen Gebäuden, Zoll, Schaffung lokaler Arbeitsplätze und Rehabilitation des Krankenhauses von Mitroviza.

Was das übrige Staatsgebiet der Bundesrepublik Jugoslawien angeht, so wurden auf dem Hoheitsgebiet der Republik Montenegro keine Kulturdenkmäler zerstört. Für die Republik Serbien steht zur Zeit ausschließliche humanitäre Hilfe oder Hilfe zur Förderung der Demokratisierung und unabhängiger Medien zur Verfügung.