SCHRIFTLICHE ANFRAGE P-1586/99 von Hanja Maij-Weggen (PPE-DE) an die Kommission. Zunehmende medizinische Probleme durch streunende Haus- und Nutztiere im Kosovo.
Amtsblatt Nr. 170 E vom 20/06/2000 S. 0040 - 0041
SCHRIFTLICHE ANFRAGE P-1586/99 von Hanja Maij-Weggen (PPE-DE) an die Kommission (1. September 1999) Betrifft: Zunehmende medizinische Probleme durch streunende Haus- und Nutztiere im Kosovo Hat die Kommission den Artikel von Ray Gutman in der Washington Post zur Kenntnis genommen, in dem auf zunehmende medizinische Probleme bei Menschen in Verbindung mit verwahrlosten streunenden Haus- und Nutztieren im Kosovo hingewiesen wird? Ist der Kommission bekannt, daß sich dadurch Krankheiten wie Brucellose und Tuberkulose schnell beim Menschen ausbreiten? Ist es möglich, streunende Haus- und Nutztiere in Quarantäne zu sammeln, so daß die rechtmäßigen Eigentümer diese Tiere abholen können? Ist die Kommission bereit, im Rahmen ihres Hilfsprogramms diese Frage stärker zu berücksichtigen, und zwar durch gezielte Unterstützung für Tierärzte und tiermedizinische Labors im Kosovo und durch gezielte Vorsorgeprogramme in Absprache mit den betreffenden medizinischen Diensten, z.B. in Absprache mit dem WSPA, der zur Zeit bereits im Kosovo tätig ist? Antwort von Herrn Patten im Namen der Kommission (13. Oktober 1999) Die Kommission teilt die Besorgnisse der Frau Abgeordneten über die Lage im Kosovo und die mit der derzeitigen Situation verbundenen Gesundheitsrisiken sowohl für Menschen als auch für Tiere. Die Hilfsprogramme der Kommission für das Kosovo betreffen zur Zeit und in absehbarer Zukunft erstens humanitäre Hilfe und dringende Instandsetzungen von Wohnungen, damit die Bevölkerung den bevorstehenden Winter überstehen kann, und zweitens den materiellen Wiederaufbau. Hinsichtlich der Gesundheitsrisiken sowohl für Menschen als auch für Tiere durch streunende Haus- und Nutztiere im Kosovo teilt die Kommission der Frau Abgeordneten ferner mit, daß ihr Amt für humanitäre Hilfe (ECHO) mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bereits Diskussionen über ein Programm zur Impfung des gesamten Viehbestands und aller streunenden Haustiere im Kosovo eingeleitet hat. Dieses Programm soll eine Erhebung der Anzahl der Tiere in der Provinz ermöglichen und dazu beitragen, die Ausbreitung von Seuchen auf die Bevölkerung zu verhindern. Das Programm soll das Programm der Task Force zur Wiedereröffnung oder Umstrukturierung der Veterinärstationen im Kosovo ergänzen.