SCHRIFTLICHE ANFRAGE Nr. 92/99 von Gerardo FERNÁNDEZ-ALBOR an die Kommission. Europäisches Zentrum für historische Studien über die Bedeutung des Jakobswegs in Santiago de Compostela
Amtsblatt Nr. C 297 vom 15/10/1999 S. 0143
SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-0092/99 von Gerardo Fernández-Albor (PPE) an die Kommission (27. Januar 1999) Betrifft: Europäisches Zentrum für historische Studien über die Bedeutung des Jakobswegs in Santiago de Compostela 1999 wird in Santiago de Compostela des Heiligen Jakobus gedacht. Anläßlich dieser Gedenkfeier sollte die Europäische Union darüber nachdenken, wie sie die historische Dimension, die aus jahrhundertealten europäischen Traditionenentstanden ist und einem einzigarten Brauch entspricht, der den europäischen Geist geprägt hat, in ihren kulturellen Besitzstand übernehmen sollte. Jahrhundertelang kamen die Europäer aus allen Himmelsrichtungen, bewältigten alle Arten von Schwierigkeiten und folgten ihren Zielen, welche ihnen dazu verhalfen, sich mit einer gemeinsamen Sache zu identifizieren, die das Wesen unseres Kontinents ausmacht, ebenso wie Menschen in anderen Regionen unseres Planeten andere, ihnen eigene kulturelle Ausdrucksformen pflegten. Ist die Kommission der Ansicht, daß die Europäische Union anläßlich dieses Heiligen Jahres dort, wo die betreffende Tradition ihren Mittelpunkt hat, nämlich in Santiago de Compostela, die Errichtung eines historischen Studienzentrums erwägen sollte, das sich mit Bedeutung befasst, die der Jakobsweg vor dem Hintergrund einer auf Vereinigung ausgerichteten Geisteshaltung hat, zur kulturellen Einigung unseres europäischen Kontinents beitrug? Antwort von Herrn Oreja im Namen der Kommission (11. März 1999) Die Kommission teilt die Auffassung des Herrn Abgeordneten, daß der Jakobsweg für Europa von grosser religiöser und geschichtlicher Bedeutung ist. Sie unterstützt daher seit mehreren Jahren im Rahmen ihrer Maßnahmen zur Erhaltung des kulturellen europäischen Erbes und im Wege des Programms RAPHÄL die spanischen Behörden finanziell in ihren Bemühungen um die Erhaltung und Pflege von historischen Baudenkmälern entlang dieses traditionellen Pilgerweges. Ein Studienzentrum in Santiago de Compostela dürfte mit Sicherheit dazu beitragen, ein besseres Verständnis der historischen Rolle von Pilgerreisen und ihrer tieferen Bedeutung für Europa vor dem Hintergrund seines kulturellen Erbes vermitteln. Nach Maßgabe des Subsidiaritätsprinzips und angesichts der Knappheit der ihr zur Verfügung stehenden Finanzmittel sieht sich die Kommission jedoch ausserstande, die Einrichtung eines derartigen Zentrums zu veranlassen. Eine finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft ist derzeit ausschließlich über das Aktionsprogramm RAPHÄL möglich, das im Sinne von Artikel 128 des EG-Vertrags Maßnahmen der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zur Erhaltung und Valorisierung des kulturellen Erbes fördert. Jegliche Förderanträge der zuständigen spanischen Behörden, die den Selektionskriterien von RAPHÄL für 1999(1) Rechnung tragen, wird die Kommission wohlwollend prüfen. (1) ABl. C 342 vom 10.11.1998.