91998E3267

SCHRIFTLICHE ANFRAGE Nr. 3267/98 von Alexandros ALAVANOS an die Kommission. Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Beschäftigung

Amtsblatt Nr. C 207 vom 21/07/1999 S. 0044


SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-3267/98

von Alexandros Alavanos (GÜ/NGL) an die Kommission

(30. Oktober 1998)

Betrifft: Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Beschäftigung

Einer Studie der Europäischen Beobachtungsstelle für Beschäftigung zufolge beträgt die Arbeitslosenrate in Griechenland 13,2 %. Diese Zahl unterscheidet sich sowohl von den Zahlen der griechischen Organisation für Beschäftigung (10 %) sowie denen des Nationalen Statistischen Amtes Griechenland (10,3 %). Da mehrere Dokumente von EUROSTAT über die Arbeitslosigkeit keinerlei Angaben über Griechenland enthalten, wird die Kommission um Mitteilung der Schlußfolgerungen der oben genannten Studie ersucht, insbesondere auch der Schlußfolgerungen bezueglich der Langzeit-Jugendarbeitslosigkeit (Ausmaß des Problems, Möglichkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden, usw.). Könnte die Kommission, da die Veröffentlichung dieser Studie über Griechenland einiges Aufsehen erregt hat, da sie eine um immerhin 30 % erhöhte Arbeitslosenzahl aufweist, die Gültigkeit dieser Daten bestätigen und desweiteren angeben, ob die in dieser Studie enthaltenen Zahlen die tatsächlichen Tendenzen im Bereich der Arbeitslosigkeit in Griechenland widerspiegeln?

Antwort von Herrn de Silguy im Namen der Kommission

(10. Dezember 1998)

Der Herr Abgeordnete bezieht sich auf einen von der Europäischen Beobachtungsstelle für Beschäftigung im Sommer 1998 in der Ausgabe Nr. 30 von "Trends" veröffentlichten Artikel. In dieser Ausgabe werden die Bevölkerungsgruppen untersucht, die gemäß den derzeit geltenden internationalen Definitionen nicht als arbeitslos eingestuft werden. Zu diesen Gruppen gehören beispielsweise Personen, die an Beschäftigungsprogrammen teilnehmen, Personen, die unfreiwillig weniger als die normale Arbeitszeit arbeiten ("sichtbare Unterbeschäftigung"), Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen weniger als die normale Arbeitszeit arbeiten und Personen, die zwar einen Arbeitsplatz wollen, jedoch nicht aktiv suchen, da sie überzeugt sind, daß keine Arbeitsstellen verfügbar sind ("entmutigte Arbeitnehmer").

Die in der Anfrage genannte Zahl von 13,2 % ist ein "aggregierter Indikator für die Arbeitslosigkeit" für Griechenland, der berechnet wurde, indem die Prozentsätze der vier oben genannten Gruppen (0,9 %, 0,8 %, 0,8 % und 0,4 % der Arbeitskräfte) zu den 10,3 % hinzugerechnet wurden, die vom Statistischen Amt Griechenland für 1996 als Arbeitslosenquote angegeben wurden (die Kommission hat aus definitionsbedingten Gründen, die in dem Artikel erörtert werden, die noch niedrigere Zahl 9,6 % veröffentlicht). Führt man die gleichen Berechnungen für andere Mitgliedstaaten durch, ergeben sie selbstverständlich ebenfalls höhere Werte als die offiziellen Arbeitslosenzahlen.

Der Artikel erörtert eine Reihe von wichtigen Fragen im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit, u.a. das Problem des Zugangs zum Arbeitsmarkt für junge Leute ohne Arbeitserfahrung und die zunehmenden Schwierigkeiten der Langzeitarbeitslosen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Die Feststellungen entsprechen im wesentlichen den Analysen anderer im Namen der Kommission herausgegebener Veröffentlichungen wie z.B. dem jährlichen Bericht über Beschäftigung in Europa.

Die Kommission begrüsst alle Untersuchungen, die, wie dieser Artikel, zu einem umfassenderen Verständnis der Arbeitsmarktphänomene führen. In ihrer eigenen Veröffentlichung über die Arbeitsmarktzahlen schlägt die Kommission vor, sich weiterhin an die Definitionen des Internationalen Arbeitsamtes zu halten, die von allen Mitgliedstaaten anerkannt werden