91997E2021

SCHRIFTLICHE ANFRAGE Nr. 2021/97 von Carlos ROBLES PIQUER an die Kommission. Weitere Bemühungen Japans für eine Zusammenarbeit innerhalb der Grundlagenforschung im Zerebralbereich

Amtsblatt Nr. C 076 vom 11/03/1998 S. 0066


SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-2021/97 von Carlos Robles Piquer (PPE) an die Kommission (11. Juni 1997)

Betrifft: Weitere Bemühungen Japans für eine Zusammenarbeit innerhalb der Grundlagenforschung im Zerebralbereich

Mitte April 1997 wurden 48 Beihilfen zu Forschungszwecken und 160 zweijährige Post-Doktoranden-Stipendien für 1997 vom Human Frontier Science Program (HFSP) gewährt, dessen wissenschaftlichem Rat der französische Professor Pierre Chambon vorsteht.

Das Board of Trustees, unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Kozo Iizuka, teilte mit, daß das Budget 1997 sich auf einen Betrag von 47 Millionen Dollar beläuft, wovon 80% weiterhin aus Japan stammen, während die Vereinigten Staaten von Amerika und die Europäische Union jeweils 10% beitragen.

Die erste Gewährung von Beihilfen fand 1990 statt, und unlängst wurden zwei Bewertungen durchgeführt (ARA und PREST). Kann die Kommission mitteilen, ob sie diese Bewertungen unter einem wissenschaftlichen Aspekt ebenfalls positiv beurteilt? Ist die Kommission ferner der Auffassung, daß die europäische Beteiligung an dieser gemeinnützigen Organisation, die innerhalb der Grundlagenforschung im zerebralen Bereich und der biologischen Funktionen auf die internationale Zusammenarbeit setzt, in gleichem Masse fortgeführt werden soll?

Antwort von Frau Cresson im Namen der Kommission (1. August 1997)

Der europäische Beitrag zum Human Frontier Science Programme (HFSP) wird gemeinsam von den Mitgliedstaaten erbracht, die an den Weltwirtschaftsgipfeln teilnehmen. Die Gemeinschaft und die Schweiz leisten Unterstützung zum Programmanagement. Der Finanzbeitrag der Gemeinschaft beträgt 800 000 Ecu, d.h. rund 2 % des Budgets für 1997 in Höhe von 47 Mio. USD.

Wie im Programmstatut des HFSP vorgesehen, wurde von bedeutenden Wissenschaftlern eine wissenschaftliche Bewertung des Programms vorgenommen; ferner führten die kanadische Consultinggesellschaft ARA und die Forschungsabteilung PREST (Policy Research in Engineering, Science and Technology) der Universität Manchester (Vereinigtes Königreich) gemeinsam eine allgemeine Überprüfung des Forschungsprogramms Human Frontier durch. Als Ergebnis dieser Überprüfung zeigte sich, daß die globale wissenschaftliche Zusammenarbeit auf höchstem Niveau durch dieses Programm sehr erfolgreich gefördert wird. Die Regelung zur Vergabe von Forschungsgeldern wurde als einzigartig bezeichnet. Es wurde empfohlen, die Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet der Hirnforschung und der molekularen Verfahren vorerst weiterzuverfolgen und das Programm fortzusetzen.

Die finanziellen Träger des Programms waren sich auf einer Konferenz am 20. Mai 1997 in Washington darüber einig, daß das Programm fortgesetzt und das Budget aufgestockt werden sollte, um insbesondere zu gewährleisten, daß eine "kritische Masse" an Forschungsgeldern zur Verfügung gestellt wird. Die nächste allgemeine Überprüfung des HFSP findet im Jahre 2001 statt.