91997E1360

SCHRIFTLICHE ANFRAGE Nr. 1360/97 von Maren GÜNTHER an die Kommission. Mißstände bei der Durchführung des Erasmus- Programms

Amtsblatt Nr. C 045 vom 10/02/1998 S. 0021


SCHRIFTLICHE ANFRAGE E-1360/97 von Maren Günther (PPE) an die Kommission (21. April 1997)

Betrifft: Mißstände bei der Durchführung des Erasmus-Programms

Wie mir aus persönlichen Berichten von Erasmus-Stipendiaten bekannt ist, verläuft die Abwicklung des Programms in den Zielländern oft nicht zufriedenstellend. Es mangelt an Betreuung (angeblich gibt es in einigen Fällen keinen Erasmus-Betreuer vor Ort), und aufgrund von Problemen wie unflexibler Wahlmöglichkeiten bei der Fächerbelegung und Problemen bei der Anerkennung an der Heimatuniversität brechen viele Studenten ihr Erasmus-Studium frühzeitig ab.

Gedenkt die Kommission, Regelungen einzuführen, um solche und andere Mißstände zu beheben, und besteht eine Kontrolle der Abwicklung der Programme durch die Kommission?

Antwort von Frau Cresson im Namen der Kommission (6. Juni 1997)

Nach Ansicht der Kommission sind bestimmte Schwierigkeiten, auf die Erasmus-Studenten im Aufnahmeland stossen, insbesondere darauf zurückzuführen, daß die Studenten und Lehrkräfte über die unterschiedlichen Strukturen des Hochschulstudiums in den einzelnen Mitgliedstaaten (Lehrinhalte, Examen usw.) unzureichend informiert sind.

Mit Beginn der neuen Erasmus-Phase im Rahmen des Programms Sokrates * und insbesondere der Übernahme der Verantwortung für die Durchführung der Mobilitätsmaßnahmen durch die Zentralverwaltungen der Universitäten ab September 1997 ("Hochschulverträge") * hat die Kommission die Möglichkeit einzugreifen, wenn gegen Vereinbarungen zwischen Universitäten, die zwecks Förderung der Studentenmobilität Gemeinschaftsbeihilfe in Anspruch nehmen, verstossen wird.

Ferner ist die Beseitigung der verschiedenen Hindernisse für die Studentenmobilität Thema von Diskussionen, die auf europäischer Ebene durch das Grünbuch der Kommission ((Allgemeine und berufliche Bildung, Forschung: Hindernisse für die grenzueberschreitende Mobilität * Grünbuch KOM(96) 462 endg. )) eingeleitet worden sind. Als Folgemaßnahme will die Kommission konkrete Initiativen ergreifen, soweit diese im Zuständigkeitsbereich der Gemeinschaft liegen.

Dabei ist jedoch zu unterstreichen, daß nach Information der Kommission nur eine geringfügige Zahl von Erasmus-Studenten ihr Studium wegen mangelnder Betreuung bzw. Flexibilität von Veranstaltungen unterbrechen mussten, verglichen mit den 400.000 Erasmus-Studenten, die bis jetzt von den Mobilitätsmaßnahmen profitieren konnten.