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1.8.2022 |
DE |
Amtsblatt der Europäischen Union |
C 294/7 |
Urteil des Gerichtshofs (Erste Kammer) vom 16. Juni 2022 (Vorabentscheidungsersuchen des Administrativen Sad — Silistra — Bulgarien) — DB, LY/Nachalnik na Rayonno upravlenie Silistra pri Oblastna direktsia na Ministerstvo na vatreshnite raboti — Silistra
(Rechtssache C-520/20) (1)
(Vorlage zur Vorabentscheidung - Justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen - Schengener Informationssystem der zweiten Generation [SIS II] - Beschluss 2007/533/JI - Art. 38 und 39 - Ausschreibung einer gesuchten Sache - Ziele der Ausschreibung - Sicherstellung oder Beweissicherung in Strafverfahren - Vollzug - Notwendige Maßnahmen und gemäß einer Ausschreibung zu ergreifende Maßnahmen - Herausgabe der sichergestellten Sache an den ausschreibenden Mitgliedstaat - Nationale Regelung, die keine Verweigerung der Vollstreckung der Ausschreibung gestattet)
(2022/C 294/08)
Verfahrenssprache: Bulgarisch
Vorlegendes Gericht
Administrativen sad — Silistra
Parteien des Ausgangsverfahrens
Kläger: DB, LY
Beklagter: Nachalnik na Rayonno upravlenie Silistra pri Oblastna direktsia na Ministerstvo na vatreshnite raboti — Silistra
Tenor
Art. 39 des Beschlusses 2007/533/JI des Rates vom 12. Juni 2007 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Generation (SIS II) ist dahin auszulegen, dass er einer nationalen Regelung nicht entgegensteht, nach der die zuständigen Behörden des vollziehenden Mitgliedstaats dazu verpflichtet sind, eine in das Schengener Informationssystem der zweiten Generation eingegebene Sachfahndungsausschreibung zu vollstrecken, obwohl sie hinsichtlich der Gründe für die Eingabe einer solchen Ausschreibung — wie sie in Art. 38 Abs. 1 dieses Beschlusses festgelegt sind — Zweifel haben