«Gemeinsame Agrarpolitik – Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem für bestimmte gemeinschaftliche Beihilferegelungen – Verordnungen (EWG) Nr. 3887/92 und (EG) Nr. 2419/2001 – Beihilfeanträge ‚Tiere‘ – Unregelmäßigkeiten – Kürzung der Beihilfe – Artikel 2 Absatz 2 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2988/95 – Rückwirkende Anwendung einer weniger strengen Bestimmung»
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(Verordnung Nr. 2988/95 des Rates, Artikel 2 Absatz 2; Verordnung Nr. 3887/92 der Kommission, Artikel 10 Absatz 2 Buchstabe
a, und Verordnung Nr. 2419/2001 der Kommission, Artikel 44 Absatz 1)
URTEIL DES GERICHTSHOFES (Zweite Kammer)
1. Juli 2004(1)
„Gemeinsame Agrarpolitik – Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem für bestimmte gemeinschaftliche Beihilferegelungen – Verordnungen (EWG) Nr. 3887/92 und (EG) Nr. 2419/2001 – Beihilfeanträge ‚Tiere‘ – Unregelmäßigkeiten – Kürzung der Beihilfe – Artikel 2 Absatz 2 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2988/95 – Rückwirkende Anwendung einer weniger strengen Bestimmung“
In der Rechtssache C-295/02 betreffend ein dem Gerichtshof nach Artikel 234 EG vom Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (Deutschland) in dem bei diesem anhängigen Rechtsstreit Gisela Gerkengegen
Amt für Agrarstruktur Verden vorgelegtes Ersuchen um Vorabentscheidung über die Auslegung des Artikels 10 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EWG) Nr. 3887/92 der Kommission vom 23. Dezember 1992 mit Durchführungsbestimmungen zum integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem für bestimmte gemeinschaftliche Beihilferegelungen (ABl. L 391, S. 36), der Artikel 44, 53 und 54 der Verordnung (EG) Nr. 2419/2001 der Kommission vom 11. Dezember 2001 mit Durchführungsbestimmungen zum mit der Verordnung (EWG) Nr. 3508/92 des Rates eingeführten integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem für bestimmte gemeinschaftliche Beihilferegelungen (ABl. L 327, S. 11) und des Artikels 2 Absatz 2 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2988/95 des Rates vom 18. Dezember 1995 über den Schutz der finanziellen Interessen der Europäischen Gemeinschaften (ABl. L 312, S. 1)erlässtDER GERICHTSHOF (Zweite Kammer),
unter Berücksichtigung der schriftlichen Erklärungen
nach Anhörung der mündlichen Ausführungen des Amtes für Agrarstruktur Verden, vertreten durch J. Haselhoff als Bevollmächtigten, der deutschen Regierung, vertreten durch M. Lumma, und der Kommission, vertreten durch M. Niejahr, in der Sitzung vom 11. Dezember 2003,
nach Anhörung der Schlussanträge des Generalanwalts in der Sitzung vom 11. Dezember 2003
folgendes
Aus diesen Gründen
DER GERICHTSHOF (Zweite Kammer)
auf die ihm vom Niedersächsischen Oberwaltungsgericht mit Beschluss vom 1. August 2002 vorgelegte Frage für Recht erkannt: Artikel 2 Absatz 2 der Verordnung (EG, Euratom) Nr. 2988/95 des Rates vom 18. Dezember 1995 über den Schutz der finanziellen Interessen der Europäischen Gemeinschaften ist dahin auszulegen, dass die zuständigen Behörden im Fall eines Beihilfeantrags „Tiere“, der in den zeitlichen Anwendungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 3887/92 der Kommission vom 23. Dezember 1992 mit Durchführungsbestimmungen zum integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem für bestimmte gemeinschaftliche Beihilferegelungen fällt und eine Unregelmäßigkeit enthält, die eine Sanktion nach Artikel 10 Absatz 2 Buchstabe a dieser letztgenannten Verordnung nach sich zieht, rückwirkend die Bestimmungen des Artikels 44 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 2419/2001 der Kommission vom 11. Dezember 2001 mit Durchführungsbestimmungen zum mit der Verordnung (EWG) Nr. 3508/92 des Rates eingeführten integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem für bestimmte gemeinschaftliche Beihilferegelungen anzuwenden haben, weil diese Bestimmungen der Verordnung Nr. 2419/2001 das beanstandete Verhalten weniger schwer ahnden.|
Timmermans |
Puissochet |
Schintgen |
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Macken |
Colneric |
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Der Kanzler |
Der Präsident der Zweiten Kammer |
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R. Grass |
C. W. A Timmermans |