EUROPÄISCHE KOMMISSION
Brüssel, den 16.12.2025
COM(2025) 763 final
BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT
über die Umsetzung der Europäischen Agenda für den Tourismus 2030
EUROPÄISCHE KOMMISSION
Brüssel, den 16.12.2025
COM(2025) 763 final
BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT
über die Umsetzung der Europäischen Agenda für den Tourismus 2030
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
II. Schwerpunktbereich 1: Unterstützender politischer Rahmen und Governance
III. Schwerpunktbereich 2: Grüner Wandel
IV. Schwerpunktbereich 3: Digitaler Wandel
V. Schwerpunktbereich 4: Resilienz und Inklusion
VI. Schwerpunktbereich 5: Kompetenzen und Unterstützung für den Wandel
VII. Schlussfolgerungen
Anhang
I.Einführung
Die Europäische Agenda für den Tourismus 2030 und ihr mehrjähriges Arbeitsprogramm (im Folgenden „Agenda“) wurden vom Rat in seinen Schlussfolgerungen vom 1. Dezember 2022 angenommen. Der Rat ersuchte die Kommission, die Umsetzung der Agenda nachzuverfolgen und mindestens alle drei Jahre Bericht an den Rat zu erstatten. Dies ist der erste Bericht über die Umsetzung der Agenda, einschließlich der Fortschritte bei der Umsetzung der in ihrem mehrjährigen Arbeitsprogramm enthaltenen Maßnahmen.
Die Agenda steht in engem Zusammenhang mit dem Übergangspfad für den Tourismus , der gemeinsam mit Interessenträgern im Tourismusbereich, darunter nationale, regionale und lokale Behörden, Destinationsmanagement-Organisationen (DMOs), Sozialpartner, Industrie und Wissenschaft gestaltet und am 4. Februar 2022 veröffentlicht wurde. Im Januar 2024 und im Mai 2025 wurden die Jahresberichte über den Stand der Fortschritte bei der Umsetzung der im Übergangspfad für den Tourismus für die Kommission, die Mitgliedstaaten und die Interessenträger im Tourismussektor festgelegten 27 Schwerpunktmaßnahmen veröffentlicht. Im Arbeitsprogramm der Kommission 1 wird für das zweite Quartal 2026 eine neue EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus angekündigt, in der zu verstärkten Anstrengungen in der gesamten EU zur Förderung eines wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und resilienten Tourismussektors aufgerufen wird.
Im Einklang mit dem Übergangspfad umfasst die Agenda fünf Schwerpunktbereiche für das europäische Tourismusökosystem – den grünen Wandel, den digitalen Wandel, Resilienz und Inklusion, Kompetenzen und Unterstützung für den Wandel sowie den unterstützenden politischen Rahmen und die Governance. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass nicht alle 27 Themen des Übergangspfads in der Agenda behandelt werden – in dieser sind Maßnahmen unter 16 Themen zusammengefasst. Für jeden Schwerpunkt werden mehrere Maßnahmen festgelegt, etwa die Diversifizierung von Tourismusdienstleistungen mit Blick auf ganzjährige Angebote und verschiedene Orte, die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks und die Förderung der Barrierefreiheit des Tourismus. Ein weiteres Schwerpunktziel der Agenda ist es, den Bedarf an Qualifikationen im Tourismusökosystem zu decken, indem der Kompetenzpakt – das gemeinsame Modell für die Kompetenzentwicklung – umgesetzt wird.
In den drei Jahren seit den Schlussfolgerungen des Rates zur Agenda hat sich die europäische Tourismuslandschaft ebenso weiterentwickelt wie seit der COVID-19-Pandemie, während der der Tourismussektor schwer getroffen wurde. Die Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) hat mit 126 Investitionen in 19 Mitgliedstaaten eine wichtige Rolle bei der Erholung des Tourismussektors gespielt. Rund 13 Mrd. EUR wurden in Tourismus, Kultur und Kreativwirtschaft investiert, um Innovation, Digitalisierung und die Resilienz von Reisezielen zu stärken. Insgesamt hat sich der Tourismussektor in den meisten Regionen weiter erholt und ist weiter gewachsen . Allerdings haben geopolitische Spannungen, Klimaereignisse und ein unausgewogenes Tourismusaufkommen in einigen Reisezielen die Entwicklung und in manchen Fällen das Wohlergehen der Einheimischen beeinträchtigt. Auch ist in einigen Bereichen, insbesondere im Gastgewerbe , weiterhin ein Arbeitskräftemangel zu verzeichnen.
Von nahezu allen Mitgliedstaaten wurden in sämtlichen im mehrjährigen Arbeitsprogramm genannten Schwerpunktbereichen Fortschritte erzielt. Eine Gesamtbewertung der unterschiedlichen Fortschritte in den einzelnen Schwerpunktbereichen ist den einschlägigen Abschnitten dieses Berichts zu entnehmen. Die Analyse stützt sich auf eine eingehende Studie mit dem Titel „ Stock-taking of the co-implementation of the Transition pathway for Tourism and EU Agenda 2030 “ 2 ( Parallele Umsetzung des Übergangspfads für den Tourismus und der EU-Agenda 2030 – Bestandsaufnahme), die im Auftrag der Kommission von Januar bis Oktober 2025 durchgeführt wurde. Grundlage der Bewertung sind die Maßnahmen oder Initiativen, die die Mitgliedstaaten entweder bereits umgesetzt haben oder bis 2030 umzusetzen beabsichtigen. Zur Ermittlung dieser Maßnahmen wurde auf öffentlich zugängliche Quellen sowie qualitative Erkenntnissen aus Umfragen, Fokusgruppen und Gesprächen mit einem breiten Spektrum an Interessenträgern zurückgegriffen.
Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten haben auch die Kommission und die Interessenträger im Tourismussektor Fortschritte bei diesen Maßnahmen erzielt, wie im Jahresbericht 2024 über den Stand der Umsetzung des Übergangspfads für den Tourismus dargelegt. Bestimmte Maßnahmen, die im Übergangspfad und in der Agenda genannt sind und bei denen die größten Fortschritte erzielt wurden, werden nunmehr als abgeschlossen betrachtet oder mit anderen Maßnahmen zusammengeführt. In einigen Schwerpunktbereichen wurden jedoch nur begrenzte oder moderate Fortschritte erzielt. Diesen sollte weiterhin Priorität eingeräumt werden, um einen nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Tourismussektor in der EU zu entwickeln. Die ermittelten Maßnahmen und das Ausmaß der erzielten Fortschritte sind dem Anhang dieses Berichts zu entnehmen.
II.Schwerpunktbereich 1: Unterstützender politischer Rahmen und Governance
Insgesamt werden in der Agenda unter „Unterstützender politischer Rahmen und Governance“ vier Schwerpunktthemen festgelegt: Faire Maßnahmen für Kurzzeitvermietungen, Statistiken und Indikatoren für den Tourismus, Entwicklung oder Aktualisierung umfassender Tourismusstrategien sowie Kooperatives und datengestütztes Destinationsmanagement.
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Schwerpunktthema |
Zielsetzungen |
Maßnahmen und Zuständigkeiten |
Zielvorgabe/Frist gemäß Agenda 2030 |
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Faire Maßnahmen für Kurzzeitvermietungen |
Ein transparenter EU-Markt für Kurzzeitvermietungen, der Wettbewerb und Verbraucherschutz fördert, Chancen schafft und zu einem nachhaltigen Tourismus beiträgt. |
Die Mitgliedstaaten und die Kommission stärken den EU-Rahmen für Kurzzeitvermietungen, um für mehr Transparenz und Gerechtigkeit zu sorgen und den Marktzugang zu verbessern. Die Mitgliedstaaten unterstützen regionale und lokale Behörden. |
Gemeinsamer Rahmen für Kurzzeitvermietungen auf EU-Ebene. |
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Statistiken und Indikatoren für den Tourismus |
Verbesserung der Verfügbarkeit und Erfassung von Statistiken zum Tourismus, um die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen des Tourismus zu berücksichtigen. Verbesserung des Zugangs zu privaten Daten und Daten auf Reisezielebene für die Erstellung offizieller Statistiken im Bereich Tourismus unter Einhaltung der Datenschutzvorschriften und legitimer wirtschaftlicher Interessen. |
Akteure des Europäischen Statistischen Systems zur Überarbeitung der harmonisierten Vorschriften für die Erhebung von Daten zu Statistiken im Bereich Tourismus. Tourismusindustrie, regionale und lokale Behörden und Destinationsmanagement-Organisationen ziehen in Betracht, Mechanismen zur Erhebung und zum Austausch von Daten zu entwickeln, die auch der Aggregation offizieller Tourismusstatistiken zugutekommen können. Die Kommission realisiert das europäische Tourismus-Dashboard, um die Nachverfolgung ökologischer, digitaler und sozioökonomischer Aspekte des Tourismus zu unterstützen. |
Überarbeiteter EU-Rahmen für Statistiken im Bereich Tourismus mit Indikatoren für die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen des Tourismus bis 2030. Europäisches Tourismus-Dashboard mit öffentlich zugänglichen Indikatoren für den grünen und digitalen Wandel und die sozioökonomische Resilienz auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene. |
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Entwicklung oder Aktualisierung umfassender Tourismusstrategien |
Strategischer Ansatz für den Tourismus auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zur Berücksichtigung der wirtschaftlichen, ökologischen, kulturellen und sozialen Nachhaltigkeit des Tourismus. |
Die Kommission und die Mitgliedstaaten erleichtern den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren. |
Austausch bewährter Verfahren. Die Mitgliedstaaten bzw. ihre wichtigsten Tourismusregionen sollten bis 2025 über Beispiele für umfassende Tourismusstrategien verfügen. |
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Kooperatives und datenbasiertes Destinationsmanagement |
Ausweitung des Aufgabenbereichs von Destinationsmanagement-Organisationen auf kooperative und datenbasierte Entscheidungsprozesse, an denen alle Interessenträger, einschließlich der Einheimischen, beteiligt sind. |
Die Kommission vergibt Auszeichnungen für intelligentes und nachhaltiges Destinationsmanagement. Die Kommission und die Mitgliedstaaten unterstützen Reiseziele bei der Entwicklung ihrer lokalen Verwaltungsmodelle. |
Auszeichnungen für Reiseziele („Destination Awards“). Studie der Kommission über Verwaltungsmodelle der Destinationsmanagement-Organisationen in der EU; Praxisorientierte Gemeinschaft („Community of Practice“) und Instrumentarium („Toolbox“) für das Destinationsmanagement bis 2023. |
Im Vergleich zu den anderen Schwerpunktbereichen bleiben die Fortschritte im Schwerpunktbereich „Unterstützender politischer Rahmen und Governance“ in der gesamten EU insgesamt begrenzt: Zwölf Mitgliedstaaten erreichen die Einstufung „moderate Fortschritte“, während die Fortschritte von fünfzehn Mitgliedstaaten als „begrenzt“ eingestuft werden. Die Kommission hat in den vier Schwerpunktthemen Fortschritte erzielt, insbesondere mit der Annahme ihres Vorschlags zur Erhebung und zum Austausch von Daten über Kurzzeitvermietungsdienste, der anschließend am 24. April 2024 3 von den gesetzgebenden Organen angenommen wurde und die Erhebung von Tourismusstatistiken über Tourismus-Satellitenkonten (Tourism Satellite Accounts – TSA) sowie durch die Unterstützung des D3Hub erleichtert. Von den Interessenträgern wurden mehr als 130 Zusagen 4 zu den Themen im Zusammenhang mit dem unterstützenden politischen Rahmen und der Governance eingereicht.
Die vergleichsweise begrenzten Fortschritte in diesem Bereich deuten darauf hin, dass viele Mitgliedstaaten noch keine umfassenden Governance-Strukturen oder politischen Rahmenbedingungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene geschaffen haben, die den Übergang zu nachhaltigeren und resilienteren Tourismussystemen wirksam unterstützen können. Dazu zählen Defizite in der langfristigen strategischen Planung, bei Tourismusstatistiken und -indikatoren sowie eine unzureichende Einführung kollaborativer und datengesteuerter Destinationsmanagementpraktiken.
Die Maßnahmen für Kurzzeitvermietungen können als laufend betrachtet werden, da die oben genannte Verordnung (EU) 2024/1028 angenommen wurde und ab dem 20. Mai 2026 Anwendung findet 5 . Die durchgeführte Untersuchung zeigt, dass 16 Mitgliedstaaten über Maßnahmen im Bereich der Rechtsvorschriften über Kurzzeitvermietungen verfügen, wobei der Grad der Durchsetzung und Transparenz unterschiedlich ist. Neun Mitgliedstaaten registrieren Kurzzeitvermietungsobjekte in einer nationalen Datenbank, fünf Mitgliedstaaten erheben oder erhöhen Steuern auf Vermietungen, und vier Städte begrenzen vorübergehend neue Lizenzen in dicht besiedelten Gebieten. Kurzzeitvermietungen und ein unausgewogenes Tourismusaufkommen an einigen Reisezielen werden bei den laufenden Bemühungen, eine größere Krise des erschwinglichen Wohnraums auf EU-Ebene zu bewältigen, berücksichtigt. Eine weitere Initiative zu Kurzzeitvermietungen ist derzeit für das zweite Quartal 2026 geplant. Die Kommission hat einen Dialog über erschwinglichen Wohnraum eingeleitet, einschließlich einer öffentlichen Konsultation und des Beratungsgremiums für Wohnraum. Dieser Dialog wird in den Europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum einfließen, der bis Ende 2025 veröffentlicht werden soll. s
Was die Statistiken und Indikatoren für den Tourismus betrifft, so werden die Tourismusstatistiken und -messgrößen in 15 Mitgliedstaaten als Priorität angesehen, und insgesamt haben die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung der Tourismusstatistiken durch verbesserte Datenerhebungsmethoden Fortschritte erzielt. Dreizehn Mitgliedstaaten verfügen über spezifische Maßnahmen und zwölf haben gemeinsam nutzbare bewährte Verfahren veröffentlicht. Insgesamt haben sieben nationale Akteure Zusagen zu diesem Thema gemacht. Trotz dieser Fortschritte ist nach wie vor klar, dass die Verfügbarkeit und die Erfassung von Statistiken zum Tourismus zur Berücksichtigung der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen des Tourismus verbessert werden müssen. Die geplante Überarbeitung des EU-Rahmens für Tourismusstatistiken wird ein Schlüsselelement zur Verbesserung der Datenerhebung sein.
Während der Vorbereitung des Übergangspfads und der Agenda betonten die Interessenträger die Bedeutung gut konzipierter und datengestützter Strategien auf allen geeigneten Ebenen (national, regional, lokal). Auch wenn dies in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten oder Regionen fällt und von den jeweiligen nationalen Governance-Strukturen abhängt, spielt der wirksame Austausch bewährter Verfahren eine wichtige Rolle. Was die Entwicklung oder Aktualisierung umfassender Tourismusstrategien betrifft, zeigt die Untersuchung, dass alle Mitgliedstaaten über eine nationale Tourismusstrategie verfügen und mehr als die Hälfte mit der Agenda im Einklang steht. Die Mitgliedstaaten, Regionen und Gemeinden nutzen zudem die Möglichkeiten der EU-Finanzierung, einschließlich der Kohäsionspolitik 6 , um die ermittelten sozioökonomischen und territorialen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Tourismus zu bewältigen, die Resilienz und Nachhaltigkeit des Sektors zu stärken und zur Umsetzung nationaler, regionaler, lokaler und grenzüberschreitender Tourismusstrategien im Einklang mit dem Übergangspfad für den Tourismus beizutragen. Die 2022 ins Leben gerufene Thematische Partnerschaft „Nachhaltiger Tourismus“ im Rahmen der Städteagenda für die EU vereint 29 Mitglieder aus allen Verwaltungsebenen und Arten von Interessenträgern, darunter auch Städte, um aus einer Multi-Stakeholder- und Multi-Level-Perspektive Lösungen für den Städtetourismus zu erörtern und zu entwickeln. Der Aktionsplan deckt ein breites Spektrum von Themen ab, darunter die Resilienz von Reisezielen und die Anpassung an den Klimawandel, die Entwicklung digitaler Kompetenzen für den Sektor, die Diversifizierung von Tourismusangeboten, die Barrierefreiheit von Reisezielen und den Schutz des lokalen Einzelhandels. Nationale, regionale und lokale Tourismusstrategien sollten weiterhin die Maßnahmen der Agenda berücksichtigen und von den Mitgliedstaaten – auch auf der EU-Tourismusplattform – veröffentlicht werden. Nationale und regionale Strategien werden weiterhin eine wichtige Rolle in der europäischen Tourismuspolitik und -strategie spielen.
Österreich: Planungsbeispiele
·Plan T – Masterplan für Tourismus: Dieses Dokument enthält eine Maßnahme zur Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs für Beherbergungsbetriebe. Ziel der Maßnahme ist die Schaffung eines modernen regulatorischen und organisatorischen Rahmens, der einen fairen Wettbewerb in diesem Bereich und für alle künftigen Entwicklungen in dieser Richtung gewährleistet. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen gibt es keinen festgelegten Zeitplan.
·Visitor Economy Strategie 2025 Wien: Diese Strategie auf Stadtebene entwirft eine Zukunftsvision, deren Kern ein vorteilhaftes und nachhaltiges Wachstum der Destination ist, wobei die Bedürfnisse von Besucherinnen und Besuchern und Bewohnerinnen und Bewohnern in Einklang gebracht werden.
Was das kooperative und datenbasierte Destinationsmanagement betrifft, fordert die Agenda die Kommission und die Mitgliedstaaten auf, Reiseziele bei der Entwicklung ihrer lokalen Verwaltungsmodelle zu unterstützen. Die Kommission organisiert weiterhin jährliche Wettbewerbe für die Europäische Hauptstadt des intelligenten Tourismus (für größere Reiseziele) und den Europäischen grünen Pionier (für kleinere Reiseziele) und lädt diese ein, ihre Leistungen im intelligenten und nachhaltigen Destinationsmanagement zu präsentieren. Diese Leistungen beruhen auf kooperativen und datenbasierten Elementen sowie auf der Vernetzung mit anderen Reisezielen und dienen damit als Inspiration und Katalysator für Innovation. Die Mitgliedstaaten zeigen bei diesem Thema unterschiedliche Fortschritte, doch bestehen weiterhin Lücken bei Standardisierung und Nachhaltigkeit.
Angesichts der insgesamt bescheidenen und uneinheitlichen Fortschritte in diesem Bereich könnten Verbesserungen vorgenommen werden, um die Datenerhebung zu optimieren und die Indikatoren robuster zu gestalten. Ein strukturierter Dialog zwischen nationalen, regionalen und lokalen Behörden könnte die Kommunikation und Zusammenarbeit verbessern. Außerdem könnte erwogen werden, die DMOs bei ihrer Entwicklung zu umfassenden Managern für nachhaltigen Tourismus zu unterstützen.
III.Schwerpunktbereich 2: Grüner Wandel
Insgesamt werden in der Agenda unter „Grüner Wandel“ drei Schwerpunktthemen festgelegt: Verbesserung der Kreislauforientierung von Tourismusdienstleistungen, Unterstützung des grünen Wandels von Tourismusunternehmen und KMU im Tourismussektor sowie Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekte zum kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus.
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Schwerpunktthema |
Zielsetzungen |
Maßnahmen und Zuständigkeiten |
Zielvorgabe/Frist gemäß Agenda 2030 |
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Verbesserung der Kreislauforientierung von Tourismusdienstleistungen |
Verringerung des ökologischen Fußabdrucks von Tourismusdienstleistungen (Lebensmittel-/allgemeiner Abfall, Wasser-/Energieeffizienz und Umweltverschmutzung). |
Die Kommission und die Mitgliedstaaten bieten Unterstützung im Hinblick darauf, den ökologischen Fußabdruck von Tourismusdienstleistungen im Einklang mit den Zielen der EU zu verringern, und unterstützen die Verbesserung von Kapazitäten in den Bereichen Abfall- und Wasserbewirtschaftung sowie Abwasserentsorgung. |
Tourismus-/Gastgewerbe-Organisationen verringern das Abfallaufkommen im Einklang mit der Abfallrichtlinie 2008/98/EG. |
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Unterstützung des grünen Wandels von Tourismusunternehmen und KMU im Tourismussektor |
Tourismusunternehmen werden angehalten, umweltfreundlichere Verfahren einzuführen, indem die Nachfrage nach umweltfreundlichen Dienstleistungen durch öffentliche Stellen erhöht wird und Programme gefördert werden, die die Bewertung, Nachverfolgung und Verringerung des ökologischen Fußabdrucks unterstützen. Unterstützung von KMU bei der Umsetzung umweltfreundlicher Verfahren, um sicherzustellen, dass sie nicht zu einem Handelshemmnis werden. |
Die Kommission und die Mitgliedstaaten nutzen, wo möglich, einschlägige Kriterien für die umweltorientierte Vergabe öffentlicher Aufträge, wenn sie tourismusbezogene Dienstleistungen (Veranstaltungen, Gastgewerbe, Reisen) beschaffen. Die Kommission, die Mitgliedstaaten und andere zuständige Behörden verschiedener Ebenen unterstützen KMU bei der Umstellung auf umweltfreundliche Verfahren und Programme, etwa das System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung (EMAS), das EU-Umweltzeichen, andere Umweltzeichen des Typs I nach EN ISO 14024 oder gleichwertige, durch unabhängige Stellen geprüfte freiwillige Gütezeichen. |
Verstärkte Anwendung einschlägiger Kriterien für eine umweltorientierte Auftragsvergabe beim Einkauf von Tourismusdienstleistungen; Erhöhung der Anzahl EMAS-registrierter Tourismusorganisationen; Erhöhung der Anzahl von Tourismusdienstleistungen, die das EU-Umweltzeichen tragen, und der Anzahl von Unterkünften, denen andere Umweltzeichen des Typs I nach EN ISO 14024 oder gleichwertige, durch unabhängige Stellen geprüfte freiwillige Gütezeichen verliehen wurden. |
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Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekte zum kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus |
Unterstützung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit bei Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekten zur Entwicklung von Modellen und übertragbaren Verfahren für nachhaltigen Tourismus. |
Die Kommission und die Mitgliedstaaten unterstützen die Entwicklung von Modellen und übertragbaren Verfahren für nachhaltigen Tourismus; Destinationsmanagement-Organisationen und andere Behörden einschlägiger Ebenen unterstützen die Einrichtung groß angelegter Pilotprojekte für nachhaltigen Tourismus in der gesamten EU, auch auf Inseln und in Gebieten in äußerster Randlage. |
Validierte und übertragbare, kreislauforientierte und nachhaltige Tourismusmodelle; bewährte Verfahren für Reiseziel-Pilotprojekte mit ganzheitlichen Kreislaufmodellen. |
Die Fortschritte in diesem Schwerpunktbereich sind im Allgemeinen moderat bis erheblich: Neun EU-Mitgliedstaaten erreichen die Einstufung „erhebliche Fortschritte“, während sechzehn Mitgliedstaaten „moderate Fortschritte“ erzielten und nur zwei Mitgliedstaaten „begrenzte Fortschritte“ aufweisen.
Im Rahmen des grünen Wandels bestehen die bemerkenswertesten Fortschritte der letzten Jahre in der Annahme zahlreicher Legislativinitiativen, die von der Kommission im Rahmen des europäischen Grünen Deals vorgeschlagen wurden, darunter etwa die Verordnung über die Wiederherstellung der Natur , die Netto-Null-Industrie-Verordnung , die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden , die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle sowie die Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen . Wie im Klimagesetz vorgesehen, empfahl die Kommission im Februar 2024 ein weiteres Zwischenziel von 90 % weniger Emissionen bis 2040.
Mehr als 110 Zusagen wurden von Interessenträgern zu den in der Agenda enthaltenen drei Themenbereichen des grünen Wandels abgegeben. Sie sind ein Beleg für das Engagement zahlreicher Akteure des Tourismussektors für Nachhaltigkeitsinitiativen.
Im Gegensatz zum ersten Schwerpunktbereich haben die Mitgliedstaaten bei den Themen des grünen Wandels durch eine vergleichsweise höhere Zahl von Initiativen und politischen Maßnahmen moderate Fortschritte erzielt. Dies deutet auf ein stärkeres Engagement und höhere Investitionen der Mitgliedstaaten in diesem Bereich hin.
Was die Verbesserung der Kreislauforientierung von Tourismusdienstleistungen betrifft, so hat insbesondere das Thema der Wasserresilienz auf der EU-Agenda an Bedeutung gewonnen. Die Herausforderungen im Bereich Klimawandel, extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen sind relevant für alle Europäerinnen und Europäer sowie sämtliche Wirtschaftssektoren, einschließlich des Tourismus. Jedes Jahr sind 30 % der Europäerinnen und Europäer und 20 % der Landfläche von Wasserknappheit betroffen. 70 % der Europäerinnen und Europäer äußern Besorgnis über Wasserverschmutzung und Wasserknappheit, doch fast die Hälfte fühlt sich über wasserbezogene Probleme in ihrem Land nicht ausreichend informiert. Mehrere Mitgliedstaaten betrachten die Kreislauforientierung der Tourismusbranche als Herausforderung (in den Bereichen Abfall, Wasser und Umwelt sowie Gastronomie), während noch mehr Mitgliedstaaten die Verbesserung der Abfall- und Wasserbewirtschaftung sowie die Verringerung der Umweltverschmutzung durch Tourismusdienstleistungen als Priorität einstufen. Insgesamt haben dreizehn Mitgliedstaaten Maßnahmen zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks von Gastronomiedienstleistungen und zehn Mitgliedstaaten Maßnahmen zur Verbesserung der Abfall- und Wasserbewirtschaftung im Bereich der Tourismusdienstleistungen ergriffen. Zunehmend setzen auch die Regionen innovative Projekte zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft im Tourismussektor um, wobei der Schwerpunkt auf Abfallbewirtschaftung, Ressourceneffizienz und Modellen der Kreislaufwirtschaft liegt. Es wird weitere Unterstützung im Bereich der Tourismusdienstleistungen erforderlich sein, um deren ökologischen Fußabdruck im Einklang mit den Zielen der EU zu verringern sowie die Kapazitäten bei Abfall- und Wasserbewirtschaftung sowie Abwasserentsorgung auszubauen.
Was die Unterstützung des grünen Wandels von Tourismusunternehmen und KMU im Tourismussektor betrifft, so hat die Einführung des EMAS (Eco-Management and Audit Scheme – System für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung) und der Regelungen für Umweltzeichen der EU durch Tourismusunternehmen in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Die Mitgliedstaaten fördern einen umweltfreundlicheren Tourismus, indem sie zur Nutzung von Umweltzeichen anhalten und KMU bei der Bewertung ihrer Umweltleistung und der Verringerung ihres ökologischen Fußabdrucks unterstützen. Dennoch könnten sowohl die Kommission als auch die Mitgliedstaaten mehr tun, um die Nutzung dieser Regelungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu fördern. Es wird darüber hinaus erwartet, dass das Inkrafttreten der Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel im September 2026 und die spätere Annahme der Richtlinie über Umweltaussagen durch die gesetzgebenden Organe die Nutzung und das Verbraucherbewusstsein für verlässliche Umweltzeichen und Nachhaltigkeitsprogramme – darunter das EU-Umweltzeichen, EMAS und der Umweltfußabdruck von Produkten – weiter stärken werden. Viele Mitgliedstaaten halten es für eine Herausforderung, KMU bei der Einführung umweltfreundlicher Verfahren zu unterstützen und Kriterien für die umweltorientierte Vergabe öffentlicher Aufträge bei tourismusbezogenen Dienstleistungen (Reisen, Gastgewerbe, Gastronomie) anzuwenden, obwohl beide Bereiche als Priorität gelten. Etwa die Hälfte der Mitgliedstaaten verfügt jedoch über Maßnahmen zur Unterstützung von KMU. Es liegt daher auf der Hand, dass der grüne Wandel von Tourismusunternehmen, insbesondere von KMU, weiterhin Priorität haben sollte.
Das Ziel von Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekten zum kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus ist klar: Sowohl die Kommission als auch die Mitgliedstaaten sollten die Entwicklung von Modellen und übertragbaren Verfahren für nachhaltigen Tourismus durch gezielte Projekte unterstützen. Auf regionaler und lokaler Ebene sollten DMOs solche Projekte ebenfalls weiter unterstützen, auch auf Inseln und in Gebieten in äußerster Randlage. Gemäß dem Rahmenprogramm „Horizont Europa“ 2021-2027 gab es mehrere einschlägige Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen, die die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus fördern könnten: systemische Kreislauflösungen für nachhaltigen Tourismus, das kulturelle Erbe sowie die Kultur- und Kreativwirtschaft, einschließlich der Initiativen „Neues Europäisches Bauhaus“ und „Food 2030“ 7 zur Transformation urbaner Lebensmittelsysteme. Basierend auf der CORDIS-Datenbank waren bis September 2025 im Rahmen von H2020/„Horizont Europa“ mehr als 300 Projekte mit Bezug zu Tourismus, Nachhaltigkeit, Klima und Kreislaufwirtschaft mit Forschungs- und Innovationsmitteln gefördert worden. Diese Projekte befassen sich unmittelbar mit dem Tourismus in städtischen und stadtnahen Gebieten, etwa das H2020-Projekt SmartCulTour mit Schwerpunkt auf intelligentem Kulturtourismus, das „Horizont Europa“-Projekt VERNE als zentrale Anlaufstelle für kreislauforientierten Tourismus und Energie, die Pilotprojekte im Rahmen der „Horizont Europa“-Mission für klimaneutrale und intelligente Städte, bei denen die 100 Missionsstädte tourismusrelevante Elemente in die klimafreundlichen Pläne ihrer Klimastadtverträge (Climate City Contracts) aufgenommen haben, sowie die „Horizont Europa“-Partnerschaft „Förderung des Wandels in städtischen Gebieten für eine nachhaltige Zukunft“, die sich im Rahmen ihrer Säule zur Kreislaufwirtschaft ebenfalls mit kreislauforientierten Städten und Tourismusaspekten befasst hat.
Etwa die Hälfte der Mitgliedstaaten betrachtet die Entwicklung übertragbarer Praktiken oder die Einrichtung von Pilotprojekten für einen kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus als Priorität, und ebenso viele haben bereits spezifische Maßnahmen eingeführt. Die Initiative „Kreislauforientierte Städte und Regionen“ sollte als Instrument für den Wissenstransfer und die Ausweitung der Umsetzung genutzt werden. Die Einführung validierter und übertragbarer kreislauforientierter und nachhaltiger Tourismusmodelle sowie bewährter Verfahren für nachhaltigen Tourismus wird für das Tourismusökosystem weiterhin von großer Bedeutung sein. Besonders wichtig ist es, Tourismusunternehmen und Destinationen zu den Rechtsvorschriften der EU zur Erreichung der Klimaziele zu beraten und ihre Kompetenzen und Kapazitäten für den grünen Wandel zu stärken.
Da die EU insgesamt wichtige Fortschritte bei der Förderung des grünen Wandels im Tourismussektor erzielt hat, sollte die Einführung von Kreislaufwirtschaftsmodellen und ressourceneffizienten Verfahren beschleunigt werden, um die örtliche Bevölkerung konkret zu unterstützen und die soziale Nachhaltigkeit zu verbessern. Durch die Stärkung lokaler Akteure und Vermittler, die Intensivierung von Partnerschaften für nachhaltige Beschaffung, die Vertiefung des Wissensaustauschs und der Replikation sowie durch Pilotierung von Clustern der Kreislaufwirtschaft werden diese Maßnahmen dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck des Tourismus zu verringern, Innovationen zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, während gleichzeitig die soziale Nachhaltigkeit und der Nutzen für die örtliche Bevölkerung erhöht werden. In Anbetracht der Ergebnisse des Berichts „ Europe’s environment 2025 “ (Europas Umwelt 2025) der Europäischen Umweltagentur gewinnen Maßnahmen in diesem Bereich für den Tourismus noch weiter an Bedeutung, da die Umweltzerstörung eine unmittelbare Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit Europas darstellt.
IV.Schwerpunktbereich 3: Digitaler Wandel
Insgesamt werden im Schwerpunktbereich „Digitaler Wandel“ drei Schwerpunkthemen festgelegt: Digitalisierung von KMU im Tourismussektor, Austausch öffentlicher Daten zur Förderung innovativer Tourismusdienstleistungen sowie Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekte zu digitalen Instrumenten und Dienstleistungen im Tourismussektor.
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Schwerpunktthema |
Zielsetzungen |
Maßnahmen und Zuständigkeiten |
Zielvorgabe/Frist gemäß Agenda 2030 |
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Digitalisierung von KMU im Tourismussektor |
Wirksame Nutzung digitaler Instrumente durch KMU und Kleinstunternehmen im Tourismussektor für das Ressourcenmanagement, interne Arbeitsprozesse, die Bereitstellung von Dienstleistungen, das Marketing, die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten und die Entwicklung neuer Dienstleistungen. |
Die Kommission, die Mitgliedstaaten, andere Behörden einschlägiger Ebenen und Destinationsmanagement-Organisationen sensibilisieren KMU im Tourismussektor für die Vorteile der Digitalisierung und unterstützen KMU und Start-ups im Tourismussektor durch Digitalisierungsprogramme; die Kommission sammelt und verbreitet bewährte Verfahren für digitale Instrumente und Verfahren im Tourismus. |
KMU im Tourismussektor erreichen bis 2030 eine grundlegende digitale Intensität, die den Zielen des Digitalen Kompasses entspricht; die Kommission veröffentlicht bis 2023 eine durchsuchbare Sammlung übertragbarer digitaler Instrumente und Verfahren für den Tourismussektor; Beratungsdienste des Enterprise Europe Network zur Unterstützung von KMU im Tourismussektor. |
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Austausch öffentlicher Daten zur Förderung innovativer Tourismusdienstleistungen |
Förderung des Austauschs tourismusrelevanter Daten und Beteiligung an diesem Austausch, um innovative Dienstleistungen zu unterstützen. |
Nationale, regionale und lokale Behörden sowie Destinationsmanagement-Organisationen veröffentlichen für Tourismusdienstleistungen relevante offene Datensätze, etwa Daten zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Museumssammlungen und Besucherzahlen usw. |
Beispiele für offene, öffentlich zugängliche Datensätze in wichtigen Tourismusregionen bis 2025, die bei der Entwicklung tourismusbezogener Dienstleistungen verwendet werden können. |
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Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekte zu digitalen Instrumenten und Dienstleistungen im Tourismussektor |
Unterstützung öffentlich-privater Zusammenarbeit bei Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekten zum Ausbau der innovativen und nachhaltigen Nutzung digitaler Instrumente und Verfahren im Tourismussektor. |
Die Kommission, die Mitgliedstaaten und andere zuständige Behörden unterstützen die Entwicklung eines datengesteuerten nachhaltigen Destinationsmanagements. Die Kommission und die Mitgliedstaaten unterstützen innovative Tourismusdienstleistungen und nutzen dabei fortschrittliche Technologien (virtuelle und erweiterte Realität, KI) sowie digitales und digitalisiertes Kulturerbe. |
Bewährte Verfahren zur Überwachung der Tourismusintensität und des Wohlergehens der Einheimischen bis 2025; Beispiele für innovative Dienstleistungen und Partnerschaften zur Bereitstellung touristischer Erfahrungen durch virtuelle und erweiterte Realität, Big Data und KI bis 2025. |
Auch in diesem Schwerpunktbereich sind die Fortschritte im Allgemeinen moderat: Fünf Mitgliedstaaten erzielten „erhebliche Fortschritte“, während 17 Mitgliedstaaten „moderate Fortschritte“ erzielten und fünf Mitgliedstaaten „begrenzte Fortschritte“ aufweisen.
Die Kommission unterstützt die Entwicklung innovativer KMU im Bereich des digitalen Tourismus durch das Binnenmarktprogramm, die Finanzierung durch den Europäischen Innovationsrat, EU-Zentren für digitale Innovation sowie das Enterprise Europe Network. „Horizont Europa“ fördert zudem digitale Entwicklungsprojekte im Tourismussektor, um die digitale Innovation in Hunderten von KMU voranzutreiben. Sechsundachtzig Zusagen wurden von Interessenträgern zu den drei in der Agenda enthaltenen Themenbereichen des digitalen Wandels gegeben. Sie belegen das Engagement zahlreicher Akteure im Tourismussektor für Digitalisierungsinitiativen.
Im Gegensatz zum ersten Schwerpunktbereich haben die Mitgliedstaaten auch in den Themenbereichen des digitalen Wandels durch eine vergleichsweise höhere Zahl an Initiativen und politischen Maßnahmen moderate Fortschritte erzielt. Dies deutet auf ein stärkeres Engagement und höhere Investitionen der Mitgliedstaaten in diesem Bereich hin. Der digitale Wandel des europäischen Tourismusökosystems bleibt ein wesentlicher Faktor für nachhaltigere und resilientere Tourismusverfahren.
Was die Digitalisierung von KMU im Tourismussektor betrifft, so ergab der Analysebericht (Ausgabe 2024) der Europäischen Beobachtungsstelle für industrielle Ökosysteme (European Monitor of Industrial Ecosystems – EMI), dass die Nutzung aller digitalen Technologien zugenommen hat – mit Ausnahme von Big Data, deren Nutzung von 13,6 % im Jahr 2023 auf 11,5 % im Jahr 2024 zurückging. Der stärkste Anstieg ist bei Cloud-Technologien und künstlicher Intelligenz zu beobachten, wobei Letztere einen Anstieg um fast 15 % und das Internet der Dinge einen Anstieg um fast 10 % verzeichnete. Die EMI-Umfrage unter KMU im Tourismussektor zeigte, dass fortschrittliche Technologien bereits in innovativen Unternehmen eingesetzt werden und ihre Nutzung im Vergleich zu vor nur zwei Jahren zugenommen hat: 37 % nutzten Cloud-Technologien (gegenüber 25 %), 11,5 % nutzten Big Data und 23 % hatten künstliche Intelligenz eingeführt (gegenüber 8 %). Mehr als die Hälfte der Mitgliedstaaten betrachtete die Unterstützung der Entwicklung innovativer, personalisierter Tourismusdienstleistungen und/oder eines datengesteuerten Destinationsmanagements als Priorität, und fast die Hälfte hat spezifische Maßnahmen zur Bewältigung dieser Herausforderungen eingeführt. Da die Kommission zudem eine durchsuchbare Datenbank digitaler Instrumente und Verfahren für den Tourismussektor bereitgestellt hat, kann davon ausgegangen werden, dass bei diesem speziellen Schwerpunktthema erhebliche Fortschritte erzielt wurden Die Kommission stellt im Rahmen des Binnenmarktprogramms (SMP) weiterhin Kaskadenfinanzierungen für Organisationen und Cluster bereit, die KMU direkt unterstützen. Dennoch bleibt die fortgesetzte Unterstützung von Initiativen zum digitalen Wandel unerlässlich, insbesondere um einen gleichberechtigten Zugang zu digitalen Instrumenten sicherzustellen und Innovationen bei KMU im Tourismussektor zu fördern.
Beim Austausch öffentlicher Daten zur Förderung innovativer Tourismusdienstleistungen haben die Kommission und die öffentlichen Behörden der Mitgliedstaaten erhebliche Fortschritte erzielt. So veröffentlichte die Kommission im Juli 2023 eine Mitteilung über einen gemeinsamen europäischen Datenraum für den Tourismus , in der zentrale Aspekte dargelegt, ein Erprobungsfall für den Datenaustausch vorgestellt und Governance-Optionen wie ein Konsortium für europäische Digitalinfrastrukturen (European Digital Infrastructure Consortium – EDIC) vorgeschlagen wurden. Vier Mitgliedstaaten beteiligten sich freiwillig an diesem Erprobungsfall für den Datenaustausch, und die Gespräche über die Einrichtung eines EDIC wurden fortgesetzt. Darüber hinaus entwickeln DMOs und regionale Verwaltungen weiterhin Plattformen und Websites, um verlässliche Informationen über Tourismusdienstleistungen vor Ort bereitzustellen und Tourismusunternehmen bei der Sichtbarmachung ihrer Angebote zu unterstützen. Die Kommission hat auch das durch das COSME-Programm des SMP finanzierte EU-Kompetenzzentrum D3Hub eingerichtet, das Destinationsmanagement-Organisationen (DMOs) im Bereich Datenmanagement und Digitalisierung unterstützt. Daten sind eine wichtige Triebkraft für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, weshalb Datenzugang, Datenverwaltung und Datenaustausch auch künftig Vorrang haben sollten; die Führungsrolle der EU bei der Förderung des intelligenten Tourismus in allen DMOs könnte weiter untersucht werden.
Wie bei der Unterstützung des Ziels von Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekten zum kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus sollte auch die Unterstützung für Projekte zu digitalen Instrumenten und Dienstleistungen im Tourismussektor fortgesetzt werden. Obwohl es Hunderte laufender, EU-finanzierter Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit Bezug zu Tourismus und digitalen Technologien gibt, wurden die erwarteten Ergebnisse bis 2025 nicht vollständig erreicht. Eine Maßnahme im Rahmen des Kooperationsabkommens mit der OECD (2025-2027) „Optimierung der sozialen Auswirkungen des Tourismus“ wird das Verständnis für die Bewältigung wirtschaftlicher und sozialer Zielkonflikte bei der Tourismusentwicklung vertiefen und die Vorteile des Tourismus an den Reisezielen besser identifizieren.
Obwohl die Einführung von Technologien durch Tourismusunternehmen rasch voranschreitet, wird die Kommission eine branchengeführte Initiative fördern und unterstützen, um eine Reihe von Leitlinien für den sachkundigen Einsatz von KI im Tourismus im Einklang mit der Strategie „KI anwenden“ zu erarbeiten.
Der digitale Wandel könnte durch die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für die Integration von Tourismusdaten und -strategien in Verbindung mit der Einrichtung eines gemeinsamen Datensystems zur Unterstützung einer faktenbasierten Entscheidungsfindung beschleunigt werden. Durch die Prüfung des Einsatzes künstlicher Intelligenz, die Einführung harmonisierter KPI und von Echtzeit-Datensystemen zur Unterstützung der Fortschrittsüberwachung sowie die Bereitstellung spezieller Programme für Kapazitätsaufbau und Schulung könnte ein belastbarer, datengesteuerter Rahmen für die Tourismusplanung in Betracht gezogen werden.
Tschechien: Beispiele für innovative Initiativen
·Lavendelbauernhof in Olomouc: Der malerische Bauernhof verbindet Landwirtschaft und Tourismus. Er nutzt erfolgreich den wachsenden Trend des Erlebnistourismus durch einen umfassenden Marketingplan, der Websites, soziale Medien und traditionelle Werbung beinhaltet. Dies zeigt das gelungene Zusammenwirken von Tourismus und Landwirtschaft.
·Verkehr 2030: Der Wettbewerb hat begonnen, zusätzlich zu nachhaltigen, zugänglichen und sicheren Verkehrslösungen auch automatisierte, digitalisierte und technologisch fortgeschrittene Verkehrssysteme vorzuschlagen, um Forschung und Entwicklung für emissionsfreie Mobilität zu unterstützen.
·5G-Demonstrationsanwendungen – Testpolygon für autonome Mobilität: Ziel des Projekts ist die Einrichtung eines Testpolygons für autonome Mobilität in der Stadt Pilsen. Dies wird der Stadt innovative Lösungen bringen, insbesondere durch die Erweiterung der Möglichkeiten für ein dynamisches Verkehrsmanagement.
V.Schwerpunktbereich 4: Resilienz und Inklusion
Insgesamt werden unter „Resilienz und Inklusion“ drei Schwerpunktthemen festgelegt: Barrierefreiheit von Tourismusdienstleistungen, resiliente Tourismusdienstleistungen und Reiseziele in der EU sowie nachhaltige Innovationen im Bereich Tourismusdienstleistungen.
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Schwerpunktthema |
Zielsetzungen |
Maßnahmen und Zuständigkeiten |
Zielvorgabe/Frist gemäß Agenda 2030 |
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Barrierefreiheit von Tourismusdienstleistungen |
Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Inklusion unter Berücksichtigung von älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen und anderen Gruppen mit besonderen Bedürfnissen. |
Die Kommission, die Mitgliedstaaten, andere zuständige Behörden und Destinationsmanagement-Organisationen sensibilisieren für die Bedeutung der Barrierefreiheit im Tourismus im Hinblick darauf, Tourismusdienstleistungen diesbezüglich zu verbessern und günstige Bedingungen für mehr Barrierefreiheit zu schaffen. |
Verbessertes Angebot an barrierefreien Tourismusdienstleistungen. |
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Resiliente Tourismusdienstleistungen und Reiseziele in der EU |
Verbesserung der Resilienz von Tourismusdienstleistungen und Reisezielen in der EU, um ganzjährig und an verschiedenen Orten auf unterschiedliche Zielgruppen einzugehen. |
Die Kommission, die Mitgliedstaaten und andere zuständige Behörden unterstützen Reiseziele, Unternehmen und Start-ups in unterschiedlicher Form bei der Diversifizierung von Tourismusdienstleistungen – insbesondere mit Blick auf ganzjährige Angebote und verschiedene Orte. |
Resilientere Dienstleistungen und Reiseziele, die Schocks besser standhalten können. |
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Nachhaltige Innovationen im Bereich Tourismusdienstleistungen |
Bekanntmachung der EU als ein Reiseziel, das den sich wandelnden Ansprüchen des Tourismus gerecht wird und zugleich das Wohlergehen der Einheimischen und ihrer Umwelt im Auge behält. |
Die Kommission, die Mitgliedstaaten und andere zuständige Behörden bieten verschiedene Formen der Unterstützung an, um Unternehmen, Start-ups und Gemeinden vor Ort bei der Entwicklung innovativer, nachhaltiger und resilienter Tourismusdienstleistungen zu helfen, die sich unterm Strich positiv auf die Einheimischen und ihr Leben vor Ort auswirken. |
Innovative Tourismusdienstleistungen, um der Nachfrage nach neuen Formen des Tourismus gerecht zu werden und zugleich den langfristigen Bedürfnissen der Einheimischen und der Umwelt in Bezug auf Nachhaltigkeit Rechnung tragen. |
Auch in diesem Schwerpunktbereich sind die Fortschritte im Allgemeinen moderat: Vier Mitgliedstaaten erzielten „erhebliche Fortschritte“, während 18 Mitgliedstaaten „moderate Fortschritte“ erzielten und fünf Mitgliedstaaten „begrenzte Fortschritte“ aufweisen.
Die Kommission hat bei der Annahme ihres Vorschlags zur Einführung eines Europäischen Behindertenausweises und eines Europäischen Parkausweises für Menschen mit Behinderungen, die auch für Touristen gelten würden, beachtliche Fortschritte erzielt. Mit den von der Kommission vergebenen Auszeichnungen „Access City“ (Barrierefreie Stadt) und „Smart Tourism Capital“ (Hauptstadt des intelligenten Tourismus) wird weiterhin die Barrierefreiheit von Besuchs- und Wohnorten gefördert. Mehrere von der EU finanzierte Projekte unterstützen DMOs dabei, resilienter und diversifizierter zu werden. Die Interessenträger haben 74 Zusagen zu den drei unter Resilienz und Inklusion fallenden Themenbereichen gegeben, was auf ein moderates Engagement der Interessenträger im Tourismussektor für Resilienzinitiativen hinweist. Wie in den beiden vorangegangenen Schwerpunktbereichen wurde auch bei den Themen unter Resilienz und Inklusion eine vergleichsweise höhere Zahl von Initiativen und politischen Maßnahmen verzeichnet. Dies deutet auf ein stärkeres Engagement und höhere Investitionen der Mitgliedstaaten auch in diesem Bereich hin.
Was die Barrierefreiheit von Tourismusdienstleistungen betrifft, so wurden in den vergangenen Jahren beachtliche Fortschritte erzielt; angesichts des exponentiellen Anstiegs der Zahl der über 65-Jährigen in den kommenden Jahrzehnten muss sie jedoch weiterhin eine Priorität bleiben. Das Europäische Parlament hat eine Studie über die Rolle der Ökonomie der Langlebigkeit in der Tourismusbranche durchgeführt. Im Rahmen der Strategie für die Rechte von Menschen mit Behinderungen 2021-2030 wurde der vorgeschlagene Europäische Behindertenausweis im Oktober 2024 von den gesetzgebenden Organen angenommen. Diese Vorschriften erleichtern Menschen mit Behinderungen das Reisen innerhalb der EU und sorgen dafür, dass ihr Behindertenstatus anerkannt wird. Fast zwei Drittel der Mitgliedstaaten ergreifen spezifische Maßnahmen, um die Bereitstellung barrierefreier Tourismusdienstleistungen zu fördern und das Bewusstsein in diesem Bereich zu erhöhen. Die Verbesserung der Barrierefreiheit für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Menschen mit Behinderungen sowie die Berücksichtigung der Bedürfnisse älterer Reisender wird in den kommenden Jahrzehnten weiterhin von allen Interessenträgern vorangetrieben werden.
Das Ziel, resiliente Tourismusdienstleistungen und Reiseziele in der EU zu gewährleisten, besteht darin, resilientere Dienstleistungen zu entwickeln, die Schocks besser standhalten können. Das von der EU finanzierte Projekt „ Crisis Management and Governance in Tourism “ (Krisenmanagement und Governance im Tourismus) zielt darauf ab, die Resilienz des Tourismusökosystems der EU zu stärken, indem seine Steuerung sowie die Mechanismen zur Bewältigung, Abfederung und Minderung künftiger Krisen verbessert werden. Die Mitgliedstaaten fördern die Resilienz durch verschiedene Strategien wie nachhaltige Infrastruktur, digitale Innovation und inklusive Erfahrungen. Zur Resilienz von Reisezielen gehört unter anderem die Diversifizierung der Tourismusdienstleistungen mit Blick auf ganzjährige Angebote sowie verschiedene Aktivitäten und Orte. Dies ist erforderlich, um einen unausgewogenen Tourismus zu vermeiden. So wurden beispielsweise im Rahmen der zweiten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für innovative Maßnahmen der Europäischen Stadtinitiative (EUI), die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt wird, sieben Projekte ausgewählt, um innovative städtische Lösungen für tourismusbezogene Herausforderungen zu erproben. Zu diesen Lösungen gehört die Unterstützung innovativer, nachhaltiger und resilienter Angebote des städtischen Tourismus. Diese wurden durch datengesteuerte Lösungen unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung und auf der Grundlage von Nachhaltigkeitskriterien in Coimbra, Kopenhagen, Elliniko-Argyroupoli, Krakau, Prato, Ravenna und Valencia entwickelt. Ein groß angelegtes Projekt, das im Rahmen des Binnenmarktprogramms finanziert wird , zielt darauf ab, KMU beim Aufbau von nachhaltigem Wachstum und Resilienz zu unterstützen. Obwohl mehrere sektorübergreifende Strategien und Projekte im Berichtszeitraum die Resilienz der Reiseziele gestärkt haben, ist in den letzten Jahren die Problematik eines unausgewogenen Tourismus stärker in den Vordergrund der EU-Tourismusagenda gerückt, da einige Reiseziele von Überlastung und zunehmenden Herausforderungen bei der Lenkung der Touristenströme betroffen sind.
Die Erklärung von Palma aus dem Jahr 2023 unterstreicht die Bedeutung, die alle Mitgliedstaaten der sozialen Nachhaltigkeit des Tourismus beimessen, einschließlich der Barrierefreiheit des Tourismus für alle sowie des Nettonutzens des Tourismus für das langfristige Wohl sowohl der Besucherinnen und Besucher als auch der Einheimischen.
Nachhaltige Innovationen im Bereich der Tourismusdienstleistungen sind von entscheidender Bedeutung, um der Nachfrage nach neuen Formen des Tourismus entgegenzukommen und den Bedürfnissen der Reiseziele und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner in Bezug auf die wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Um die EU als Reiseziel bekannt machen, das den sich wandelnden Anforderungen des Tourismus Rechnung trägt, bedarf es einer stärkeren „Marke Europa“, die in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden könnte. Im Rahmen des von der EU finanzierten Projekts „ Sustainable EU Tourism – Shaping the tourism of tomorrow “ (Nachhaltiger Tourismus in der EU – Gestaltung des Tourismus von morgen) werden Reiseziele, insbesondere DMO, unterstützt, nachhaltiger und resilienter zu werden, wobei der örtlichen Bevölkerung und der Umwelt besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zu den Ergebnissen gehören übertragbare bewährte Verfahren und konkrete Lösungen zur Bewältigung verschiedener Herausforderungen auf der Ebene der Reiseziele – darunter die eines unausgewogenen Tourismuswachstums. Dennoch wird Innovation weiterhin gefördert werden müssen, um Unternehmen, Start-ups und Gemeinden vor Ort bei der Entwicklung nachhaltiger und resilienter Tourismusdienstleistungen zu unterstützen, die sich positiv auf die Einheimischen und ihr Leben vor Ort auswirken.
Die Entwicklung robuster Mechanismen zur Krisenvorsorge mit Schwerpunkt auf Frühwarnsystemen, der Zugang zu zuverlässigen Informationen über Katastrophen in verschiedenen Sprachen und die Berücksichtigung der Bedürfnisse schutzbedürftiger Personen, einschließlich Menschen mit Behinderungen, könnten die Vorbereitung der Reiseziele verbessern.
Griechenland: Beispiele für innovative Initiativen
·Projekt OpenRegioCulture: Das im Rahmen von Interreg Europa finanzierte Projekt, an dem sieben weitere EU-Regionen beteiligt sind, zielt darauf ab, gemeinsam ein Umfeld zu gestalten, das den Zugang zu kulturellen Ressourcen für Menschen mit Behinderungen und anderen besonderen Bedürfnissen sicherstellt. Die Projektpartner im Kultur- und Tourismussektor werden einen innovativen Ansatz der gemeinsamen Gestaltung verfolgen, indem sie Behörden, Institutionen, Beschäftigte des Kultursektors und Interessenträger einbeziehen. Für einige teilnehmende Regionen zielt dieses Projekt auch darauf ab, die Nutzung der verfügbaren gezielten EFRE-Mittel in den jeweiligen nationalen und regionalen Programmen der Kohäsionspolitik 2021-2027 zu verbessern. Die Region Mittelgriechenland ist ein Partner, und das Projekt soll im Juni 2028 abgeschlossen werden.
·Barrierefreie Strände: Dieses aus der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) finanzierte und vom Tourismusministerium durchgeführte Projekt zielt darauf ab, die Zugänglichkeitsinfrastruktur von rund 250 Stränden in ganz Griechenland bis Ende 2025 zu verbessern.
VI.Schwerpunktbereich 5: Kompetenzen und Unterstützung für den Wandel
Insgesamt werden unter „Kompetenzen und Unterstützung für den Wandel“ drei Schwerpunktthemen festgelegt: Sensibilisierung für die Anforderungen und Chancen, die der zweifache Wandel im Tourismus mit sich bringt, Kompetenzpakt im Tourismusbereich und Integrierte Unterstützungsplattform der Interessenträger im Tourismusbereich.
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Schwerpunktthema |
Zielsetzungen |
Maßnahmen und Zuständigkeiten |
Zielvorgabe/Frist gemäß Agenda 2030 |
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Sensibilisierung für die Anforderungen und Chancen, die der zweifache Wandel im Tourismus mit sich bringt |
Sensibilisierung für Veränderungen der touristischen Nachfrage, die Chancen, die der zweifache Wandel Akteuren im Bereich Tourismus bietet, sowie für Kompetenzen und Ansätze, die zur Stärkung der Resilienz beitragen. |
Die Kommission, die Mitgliedstaaten und andere zuständige Behörden und Destinationsmanagement-Organisationen führen Sensibilisierungsmaßnahmen für Interessenträger im Tourismusbereich durch und unterstützen die Vernetzung sowie den Austausch bewährter Verfahren durch preisgekrönte Städte in der EU in den Bereichen intelligenter Tourismus, Kultur und Kulturerbe, Nachhaltigkeit, Innovation und Barrierefreiheit. |
Verbreitung des Übergangspfads für den Tourismus im Jahr 2022; Sensibilisierung für den digitalen und den grünen Wandel sowie für Resilienz, Austausch bewährter Verfahren und Förderung von Veranstaltungen. |
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Kompetenzpakt im Tourismus |
Deckung des Qualifikationsbedarfs im Tourismussektor durch Umsetzung des Kompetenzpakts im Tourismus und eine breitere Beteiligung daran, um die Entwicklung von Kompetenzen aktiv zu fördern und Ausbildungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte, Arbeitslose und KMU zu schaffen. |
Die Kommission, die Mitgliedstaaten und andere zuständige Behörden erleichtern und unterstützen, wo möglich und im Einklang mit dem bestehenden Rahmen, die Einrichtung nationaler, regionaler und lokaler Kompetenzpartnerschaften; die Kommission fördert die Einbeziehung von Tourismusunternehmen, Bildungsanbietern, Gewerkschaften und anderen Organisationen im Hinblick darauf, dass diese sich – im Einklang mit dem Subsidiaritätsprinzip – zu gemeinsam vereinbarten Ausbildungszielen für ihre Beschäftigten verpflichten; die Mitgliedstaaten unterstützen Kompetenzpartnerschaften zur Einrichtung von Intensivkursen, Ausbildungsprogrammen und integrierten Modellen für Arbeitslose und Arbeitsuchende. |
Einrichtung regionaler und lokaler Kompetenzpartnerschaften in wichtigen Tourismusregionen bis 2024. Bis 2030 hat ein beträchtlicher Teil der Beschäftigten im Tourismussektor im Einklang mit den Zielen des Kompetenzpakts im Tourismusbereich an Schulungen teilgenommen. |
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Integrierte Unterstützungsplattform der Interessenträger im Tourismusbereich |
Unterstützung der Interessenträger im Tourismussektor bei der Suche nach relevanten und zeitnah verfügbaren Informationen, Finanzmitteln und Unterstützungsmöglichkeiten und Verbindungen zu Kolleginnen und Kollegen sowie Expertinnen und Experten. |
Die Kommission richtet eine Unterstützungsplattform der Interessenträger im Tourismusbereich ein, um den Informationsaustausch, den Zugang zu Ressourcen und die sektorübergreifende Zusammenarbeit sowie die Zusammenarbeit zwischen Akteuren im Tourismusbereich zu erleichtern. Die Mitgliedstaaten, andere zuständige Behörden und Destinationsmanagement-Organisationen nutzen die Plattform und andere Informationskanäle, um ihre Interessenträger zu informieren und relevante Informationen über ihre Ergebnisse sowie über Veranstaltungen und Ressourcen für das europäische Publikum auszutauschen. |
Einrichtung einer Unterstützungsplattform der Interessenträger mit regelmäßigem Informationsaustausch, gemeinsam entwickelten Inhalten und Gemeinschaftsaktivitäten bis 2023. |
Auch in diesem Schwerpunktbereich sind die Fortschritte moderat: 20 Mitgliedstaaten haben „moderate Fortschritte“ und sieben Mitgliedstaaten „begrenzte Fortschritte“ erzielt.
Die Fortschritte bei den Themen unter Resilienz und Inklusion fallen unterschiedlich aus. Maßgeblich sind hierbei die Initiativen der Kommission im Rahmen des Kompetenzpakts und die groß angelegte Kompetenzpartnerschaft für den Tourismus sowie die Entwicklung der EU-Tourismusplattform. Mehrere Projekte, die im Rahmen von Erasmus+ und anderen Programmen (z. B. Digitales Europa, Binnenmarktprogramm) finanziert werden, unterstützen Weiterbildungs- und Umschulungsinitiativen durch nationale und regionale Kompetenzpartnerschaften in den Mitgliedstaaten. Dennoch muss das Bewusstsein für die Herausforderungen und Chancen des digitalen und des grünen Wandels deutlich geschärft und die EU-Tourismusplattform zusätzlich gefördert werden. Von den Interessenträgern wurden 64 Zusagen zu den drei unter „Kompetenzen und Unterstützung für den Wandel“ fallenden Themenbereichen der Agenda gegeben, was auf ein moderates Engagement der Tourismusakteure für Kompetenzinitiativen hinweist.
Obwohl erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, um das Bewusstsein für die Bedürfnisse und Chancen des zweifachen Wandels im Tourismus zu schärfen – durch halbjährliche Veranstaltungen für Interessenträger, die EU-Tourismustage, das jährliche Europäische Tourismusforum sowie die regelmäßige Expertengruppe „Gemeinsam für den Tourismus in der EU“ (T4T) und weitere Webinare für Interessenträger –, bleibt es eine Herausforderung, Interessenträger auf lokaler Ebene zu erreichen und sie über die Prioritäten der EU-Tourismuspolitik zu informieren. Darüber hinaus fördert die Kommission die jährlichen Auszeichnungen „Hauptstadt des intelligenten Tourismus“ und „Grüner Pionier“ , die zur Sensibilisierung für die Maßnahmenbereiche der Agenda und des Übergangspfads beitragen, sowie die jährliche Auszeichnung „Barrierefreie Stadt“ , die Kulturhauptstädte , den EU-Preis für das Kulturerbe sowie die Auszeichnungen „Green Capital“ und „Green Leaf“ . Die Kommission kofinanziert zudem Kommunikations- und Co-Branding-Kampagnen mit der Europäischen Tourismuskommission (ETC), um die Sichtbarkeit eines nachhaltigen Tourismus in der EU zu erhöhen und die Nachfrage danach zu stärken.
Die groß angelegte Partnerschaft für den Tourismus im Rahmen des EU-Kompetenzpakts wurde im Januar 2022 ins Leben gerufen und ist auf fast 100 Mitglieder angewachsen, die von mehreren Erasmus+-finanzierten Projekten unterstützt werden. Das Kernziel, jährlich mehr als 10 % der europäischen Beschäftigten im Tourismussektor weiterzubilden oder umzuschulen, wurde 2024 teilweise erreicht 8 . Bislang wurden zehn nationale bzw. regionale Kompetenzpartnerschaften eingerichtet, um den Qualifikationsbedarf auf nationaler und regionaler Ebene zu decken. Ziel ist es, in den kommenden Jahren in wichtigen Tourismusregionen weitere derartige Partnerschaften ins Leben zu rufen. In diesem Bereich wurden somit Fortschritte erzielt, doch sind insbesondere zur Bewältigung des gravierenden Personalmangels im Gastgewerbe weitere Anstrengungen auf EU-Ebene erforderlich, um Qualifikationsdefizite zu ermitteln und zugängliche sowie erschwingliche Schulungsangebote für neue Berufsprofile im Tourismussektor bereitzustellen.
Schließlich ist die EU-Tourismusplattform , eine integrierte Unterstützungsplattform der Interessenträger im Tourismussektor, seit über einem Jahr voll funktionsfähig und verzeichnet mehr als 650 registrierte Nutzer. Die Plattform wird umfassend beworben und hat sich als nützliche Ressource für Interessenträger erwiesen, die Informationen über Finanzierungsmöglichkeiten und offene Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen bietet, den Austausch bewährter Verfahren und von Zusagen für Maßnahmen im Rahmen des Übergangspfads ermöglicht, Veranstaltungen und Webinare fördert und zudem als Diskussionsforum für registrierte Nutzende zu verschiedenen Themen dient. Obwohl weitere Verbesserungen vorgenommen werden sollten, um die Plattform benutzerfreundlicher zu gestalten und ihre Nutzung durch ein breiteres Spektrum von Interessenträgern zu fördern, kann die spezifische Maßnahme zur Entwicklung einer solchen Plattform für Interessenträger im Tourismussektor als abgeschlossen gelten.
Obwohl es auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten zahlreiche wichtige Initiativen zur Weiterbildung und Umschulung der Beschäftigten im Tourismussektor gibt, insbesondere zur Portabilität von Kompetenzen und Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland im Rahmen der Union der Kompetenzen , sollten weitere Anstrengungen unternommen werden, um Beschäftigte im Tourismussektor und Arbeitssuchende durch offene, zugängliche und erschwingliche Schulungsangebote zu erreichen und digitale, grüne und andere für den Tourismussektor entscheidende Kompetenzen zu verbessern. Zusätzliche Unterstützung für die Entwicklung funktionsfähiger nationaler und regionaler Kompetenzpartnerschaften im Rahmen der Union der Kompetenzen könnte bereitgestellt werden.
Italien: Beispiele einschlägiger Initiativen
·Upskilling/Reskilling Box – Projekt TourX: Diese Initiative wird im Rahmen des TourX-Netzwerks und der künftigen Exzellenzzentren für berufliche Aus- und Weiterbildung umgesetzt, um Qualifikationsdefizite im regionalen Tourismussektor in Angriff zu nehmen. Italienische Partner tragen zu regionalen Qualifikationsanalysen, zur Angleichung der Lehrpläne und zur Erprobung von Umschulungsinstrumenten bei, um die Resilienz der Beschäftigten im Tourismussektor zu stärken.
·PacTS4ALL – Pact for Tourism Skills Forward Alliance: Das aus dem Programm Erasmus+ finanzierte PacTS4ALL koordiniert Weiterbildungs- und Umschulungsinitiativen in ganz Europa, einschließlich Italien. Fast 80 Unterzeichner haben sich beteiligt, und es wurden mehrere Koordinierungssitzungen organisiert, um die Zusammenarbeit zwischen den Interessenträgern zu fördern.
·Verbesserung der Kompetenzen im Gastgewerbe: Das Projekt „Trame Mediterranee“, das Teil der Initiative „RegenerAction“ ist, bietet Schulungsprogramme für die einheimische Bevölkerung, um Kompetenzen im Gastgewerbe zu verbessern. Es legt den Schwerpunkt darauf, den Stolz auf das Kulturerbe zu stärken, und umfasst innovative Praktikumsprogramme, durch die junge Menschen zu Botschaftern der mediterranen Identität werden können.
·EU-Kompetenzepakt: Die regionalen Gebietskörperschaften Regione del Veneto, Regione Emilia-Romagna, Regione Lombardia und Regione Toscana beteiligen sich an der Initiative.
Vergleich der Umsetzungsverläufe und Gesamtbewertung
Die nachstehende Matrix zur Fortschrittsanalyse bietet einen umfassenden Überblick über die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Verwirklichung der in der Agenda dargelegten Ziele, wie sie in der Studie entwickelt wurden.
Die Matrix gliedert sich in die Schwerpunktbereiche der Agenda entlang der horizontalen Achse und die EU-Mitgliedstaaten entlang der anderen Achse. Dieses Layout ermöglicht einen klaren Vergleich der Fortschritte der einzelnen Länder in allen Schwerpunktbereichen und erleichtert die Ermittlung von Stärken, Schwächen und Trends.
9
Abbildung 1 – Ergebnisse der Matrix zur Fortschrittsanalyse
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In der Studie werden die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Maßnahmen der Agenda in drei Kategorien eingeteilt: „Führend“, „Fortschreitend“ und „Aufstrebend“. Aus der Bewertung der wichtigsten Erfolge sowie der ermittelten Herausforderungen und Lücken ergeben sich sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede innerhalb jeder dieser drei Ländergruppen.
In bestimmten Bereichen haben Länder derselben Gruppe vergleichbare Fortschritte erzielt oder sind auf ähnliche Hindernisse gestoßen, was auf gemeinsame strukturelle Bedingungen oder politische Ansätze hindeutet. Dennoch treten auch innerhalb der Gruppen erhebliche Unterschiede auf, die häufig durch unterschiedliche nationale und regionale Gegebenheiten, einschließlich Unterschieden in der politischen Dynamik und in den Verwaltungskapazitäten, bedingt sind.
So legen beispielsweise führende Länder ihre Schwerpunkte auf die Diversifizierung des Tourismus, die strategische Positionierung und Markenbildung, die starke Ausrichtung der nationalen Strategien auf die Prioritäten der EU sowie auf die Anwendung innovativer Investitionsansätze. Die Mitgliedstaaten, die bei den Maßnahmen der Agenda die geringsten Fortschritte erzielen, weisen erhebliche Lücken bei deren Umsetzung auf. In einigen Fällen fehlt es an der Weiterverfolgung und Operationalisierung der nationalen Tourismusstrategien, und es zeigen sich Unstimmigkeiten bei der Nutzung der für den Tourismus verfügbaren EU-Mittel.
Obwohl gemeinsame Ziele bestehen und Fortschritte bei der Weiterentwicklung eines nachhaltigeren, digitaleren und resilienteren europäischen Tourismusökosystems erzielt wurden, bestehen weiterhin mehrere Umsetzungslücken 11 , bei denen zusätzliche Anstrengungen erforderlich wären, beispielsweise:
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Bereich |
Analyse |
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Entwicklung der Beschäftigten (27 MS 12 ) |
Kontinuierliche Weiterbildung und Umschulung sind erforderlich, um den sich wandelnden Anforderungen des Tourismussektors gerecht zu werden, insbesondere im Hinblick auf den digitalen und den grünen Wandel. |
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Datennutzung (16 MS) |
Tourismusdaten werden zwar zunehmend erhoben, doch ihre strategische Nutzung für Planung und Leistungsüberwachung bleibt in vielen Mitgliedstaaten begrenzt. |
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Koordinierung (14 MS) |
Der Mangel an strukturierter Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen nationalen, regionalen und lokalen Interessenträgern erschwert die kohärente Ausarbeitung und Umsetzung von Strategien und Reformen für den Tourismus innerhalb der Mitgliedstaaten und der EU-27. |
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Unterstützung von KMU (11 MS) |
KMU benötigen gezieltere Unterstützung, darunter einen besseren Zugang zu Finanzmitteln, maßgeschneiderte Schulungen und Beratungsdienste, um wirksam am nachhaltigen und digitalen Wandel teilhaben zu können. |
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Zweifacher Wandel (10 MS) |
Die Bemühungen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Tourismus gleichzeitig voranzubringen, sind häufig fragmentiert oder nur unzureichend entwickelt, was Innovation und Anpassungsfähigkeit im gesamten Sektor einschränkt. |
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Zugang zu Finanzmitteln (6 MS) |
Interessenträger im Tourismussektor stoßen häufig auf Hindernisse beim Zugang zu Finanzmitteln auf nationaler und EU-Ebene, was auf begrenzte Kenntnis, komplexe Verwaltungsverfahren oder eine unzureichende Ausrichtung auf die lokale Ebene und die Akteure, die davon profitieren sollen, zurückzuführen ist. |
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Kurzfristige Regulierung (5 MS) |
Die rasche Ausweitung von Kurzzeitvermietungen hat in einigen Mitgliedstaaten die bestehenden Regulierungsrahmen überholt und führt zu Unstimmigkeiten und Herausforderungen, insbesondere auf den Wohnungsmärkten. |
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Strategische Planung (5 MS) |
Es besteht Bedarf an vorausschauenden Tourismusstrategien mit klar definierten Meilensteinen und eindeutigen Umsetzungszeitplänen. |
Im Zusammenhang mit unausgewogenem Tourismus, Krisenvorsorge und der Anpassung an den Klimawandel sind zusätzliche Umsetzungsprobleme aufgetreten. Der unausgewogene Tourismus stellt nach wie vor eine Herausforderung dar, da sich die Besucherströme auf beliebte Reiseziele konzentrieren und nur begrenzte Maßnahmen zur Förderung der Diversifizierung ergriffen werden. Die Krisenvorsorge in den Mitgliedstaaten, Regionen und Gemeinden sollte ebenfalls gestärkt werden. Auch die Anpassung an den Klimawandel ist weiterhin unzureichend entwickelt, da Tourismuspolitik und Infrastruktur noch nicht vollständig auf die Ziele der Klimaresilienz abgestimmt sind.
Diese Ergebnisse zeigen, dass in den kommenden Jahren weitere Anstrengungen erforderlich sein werden, um sicherzustellen, dass alle Interessenträger in bestimmten vorrangigen Bereichen Fortschritte erzielen (siehe Anhang).
VII.Schlussfolgerungen
Auf der Grundlage der Ergebnisse der Studie sowie der Berichte 2023 und 2024 über den Stand der Umsetzung des Übergangspfads lässt sich feststellen, dass die Mehrheit der Mitgliedstaaten in den in der Agenda genannten Schwerpunktbereichen grüner Wandel, digitaler Wandel und Resilienz Fortschritte erzielt hat. Alle Mitgliedstaaten stimmen darin überein, dass der zweifache Wandel eine Priorität darstellt und dass die Unterstützung von KMU und Kleinstunternehmen von wesentlicher Bedeutung ist. Initiativen zur wirtschaftlichen Erholung waren wirkungsvoll und haben in vielen Regionen bis 2025 zu einem Rekordwachstum geführt. Dennoch muss die Resilienz in Bereichen wie der Unterstützung von Kompetenzen und Beschäftigten, der Anpassung an den Klimawandel, dem unausgewogenen Tourismus und der Krisenvorsorge gestärkt werden. Bei Maßnahmen im Zusammenhang mit der Kompetenzentwicklung und den Unterstützungsmechanismen ist eine stärkere Koordinierung erforderlich.
Die unterschiedlichen Fortschritte in den einzelnen Schwerpunktbereichen machen deutlich, dass ein ausgewogenerer und besser koordinierter Ansatz auf lokaler, regionaler, nationaler und EU-Ebene erforderlich ist. Die Stärkung der Governance und des politischen Rahmens ist entscheidend, um sowohl die Anstrengungen zwischen den und innerhalb der Mitgliedstaaten aufeinander abzustimmen als auch sicherzustellen, dass der Tourismus einen wirksamen Beitrag zu den umfassenderen Nachhaltigkeits- und Digitalisierungszielen der EU leistet.
Die künftige EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus sollte sich auf diese Ergebnisse stützen, um die Anstrengungen auf allen Ebenen (lokal, regional, national und international) und in allen Sektoren besser auszurichten und ausgewogenere Fortschritte in der gesamten EU zu ermöglichen.
Wichtigste Punkte, die weiterer Überlegungen bedürfen
Auf der Grundlage der Ergebnisse der Studie werden die folgenden Überlegungen angestellt, um die Bemühungen im Hinblick auf die Maßnahmen sowohl der Agenda als auch des Übergangspfads für den Tourismus zu verstärken:
1.Wirtschaft, Ressourceneffizienz und soziale Nachhaltigkeit im gesamten Tourismusökosystem
Modelle der Kreislaufwirtschaft erfordern Unterstützung für lokale Akteure und Vermittler. Partnerschaften für eine nachhaltige Beschaffung könnten gestärkt werden; zudem sollte weiterhin Wissen über nachhaltige EU-Initiativen wie den Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft im Tourismus sowie über das EU-Umweltzeichen und EMAS ausgetauscht werden. Die Schaffung lokaler Cluster, die KMU, Behörden und Interessenträger der Tourismusbranche zusammenführen, um gemeinsam Lösungen für Abfallreduzierung, Ressourceneffizienz und gemeinschaftliche Vorteilsaufteilung zu entwickeln und umzusetzen, ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass Initiativen inklusiv und gemeinschaftsorientiert sind.
2.Integration von Tourismusdaten und -strategien
Die Tourismuspolitik der EU erfordert eine robuste Dateninfrastruktur und einen einheitlichen Rahmen sowie ein gemeinsames Datensystem als Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen. Harmonisierte KPI und Echtzeit-Datensysteme sind notwendig, um die Überwachung und Vergleichbarkeit zwischen den Mitgliedstaaten zu entwickeln und zu verbessern. Um die Nutzung harmonisierter Tourismusdaten umfassend zu stärken, kann der Einsatz künstlicher Intelligenz die Akteure im Tourismusbereich bei Planung, Dienstleistungen und Umsetzung unterstützen. Harmonisierte KPI und Echtzeit-Datensysteme könnten zudem eine transparente Überwachung der Fortschritte erleichtern. Schließlich könnte ein EU-Rahmen für intelligente Reiseziele geschaffen werden, der auf gemeinsamen Leistungskriterien für die Zertifizierung von DMOs und halbjährlichen Überwachungsmechanismen aufbaut. Ein solcher Rahmen könnte durch ein Unterstützungssystem zur Entwicklung eines strategischen Rahmens und eines Governance-Systems für den Tourismus untermauert werden.
3.Krisenvorsorge und -reaktion
Externe Schocks wie extreme Wetterereignisse, geopolitische Instabilität, Gesundheitsnotlagen und wirtschaftliche Volatilität verdeutlichen die Notwendigkeit strukturierter und proaktiver Krisenbewältigungsmechanismen im gesamten Sektor und auf allen Ebenen der Regierungsführung. Die derzeitigen Rahmen unterstützen koordinierte Maßnahmen oder die langfristige Resilienz des Sektors noch nicht ausreichend. Ein intelligentes Rahmenwerk für Reiseziele könnte vorsehen, dass Reiseziele Risiken im Einklang mit dem Projekt „ Crisis Management and Governance in Tourism “ ermitteln und das Krisenmanagement einschließlich einer auf alle Reisenden sowie auf Menschen mit Behinderungen zugeschnittenen Risiko- und Krisenkommunikation ausgestalten. Die Anpassung an den Klimawandel und die Eindämmung seiner Folgen könnten weiterhin eine Priorität der Tourismuspolitik mit einem Konzept für die Krisenvorsorge und -reaktion sein.
4.Strukturelle und finanzielle Unterstützung für KMU
KMU stehen weiterhin vor Herausforderungen beim Zugang zu privaten Investitionen und EU-Finanzmitteln, bei der Bewältigung komplexer Finanzierungsverfahren und bei Investitionen in den grünen und den digitalen Wandel sowie in die Resilienz des Sektors. Die Vereinfachung der finanziellen und strukturellen Unterstützung für KMU könnte auf die operativen Gegebenheiten des Tourismussektors zugeschnitten werden, indem klarere Leitlinien, sichtbarere Finanzierungskanäle und benutzerfreundliche Verfahren bereitgestellt werden. In der Kommunikation über entsprechende Möglichkeiten könnten praktische Vorteile wie Kosteneinsparungen und Wettbewerbsfähigkeit hervorgehoben werden, um das Engagement zu fördern und die Beteiligung zu erhöhen. KMU im Tourismussektor können zudem von der Europäischen Spar- und Investitionsunion (SIU) profitieren, die darauf abzielt, bessere finanzielle Möglichkeiten für EU-Bürgerinnen und -Bürger sowie Unternehmen zu schaffen, indem Ersparnisse in produktive europäische Investitionen gelenkt werden.
5.Rolle von Vermittlern und Förderung der Zusammenarbeit verschiedener Interessenträger
Alle Interessenträger im Tourismussektor, darunter Industrieverbände, Handelskammern, DMOs, Netzwerke und NRO, sind von entscheidender Bedeutung, um Strategien auf EU-Ebene mit der regionalen und lokalen Entscheidungsfindung und Umsetzung zu verknüpfen. Eine stärkere Einbeziehung der Interessenträger umfasst Sensibilisierungsmaßnahmen zum grünen und zum digitalen Wandel, Kompetenzentwicklung, Resilienz und Inklusion. Daher könnte die Wirkung dieser Vermittler bei der Auslegung und Verbreitung von Leitlinien auf EU-Ebene weiter gestärkt werden, insbesondere durch die Zusammenarbeit in regelmäßigen Foren, Expertengruppen und Kommunikationsplattformen wie der EU-Tourismusplattform.
6.Sichtbarkeit, Koordinierung und Nutzung von EU-Kompetenzinitiativen für Interessenträger im Tourismussektor
Im Rahmen der Initiative „Kompetenzpakt“ werden bereits regelmäßige Aktualisierungen koordiniert, sektorspezifische Erkenntnisse über Kompetenzen verbreitet, neu entstehende Bedürfnisse wie digitaler, grüner, Krisenmanagement- und Zugänglichkeitsbedarf erfasst und in praktikable Leitlinien für Ausbildungsanbieter, Arbeitgeber und Arbeitnehmer umgesetzt. Zur Unterstützung dieser Maßnahmen könnten gezielte Ressourcen, Toolkits und Kapazitätsaufbau für DMOs, Netzwerke sowie regionale und lokale Behörden bereitgestellt werden. Diese könnten als Kompetenzmultiplikatoren fungieren und die jeweiligen Gemeinschaften bei der Ermittlung, dem Zugang und der Priorisierung einschlägiger Weiterbildungsmöglichkeiten unterstützen. Derzeit werden Mechanismen zur Erfassung, Anerkennung und Verbreitung lokaler und informeller Weiterbildungsinitiativen eingerichtet, wobei die EU-Tourismusplattform als zentrale Plattform für den Austausch von bewährten Verfahren, Fallstudien und Rückmeldungen genutzt wird, die weiter gefördert werden könnten.
Vorrangige Maßnahmen, die in der Agenda oder im Übergangspfad für den Tourismus nicht vollständig berücksichtigt wurden, könnten als Teil der neuen EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus in Betracht gezogen werden, wie etwa eine stärkere Bekämpfung des unausgewogenen Tourismus, die Stärkung des Krisenmanagements, die internationale Zusammenarbeit, der Datenaustausch, die Konnektivität – einschließlich nachhaltiger städtischer Mobilität und Multimodalität als Schlüsselfaktoren – sowie Investitionen und Finanzierung. Im Rahmen der Union der Kompetenzen könnte der Entwicklung qualifizierter Arbeitskräfte im Sektor stärkeres Gewicht beigemessen werden.
Anhang
Stand der Fortschritte bei den Maßnahmen im Rahmen der Europäischen Agenda für den Tourismus 2030
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Schwerpunktthema |
Zielsetzungen |
Stand der Fortschritte |
Künftig erforderliche Maßnahmen |
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Faire Maßnahmen für Kurzzeitvermietungen |
Ein transparenter EU-Markt für Kurzzeitvermietungen, der Wettbewerb und Verbraucherschutz fördert, Chancen schafft und zu einem nachhaltigen Tourismus beiträgt. |
Teilweise abgeschlossen mit der Annahme der Verordnung (EU) 2024/1028. Umsetzung in den Mitgliedstaaten im Gange. |
Überwachung der Umsetzung und der vollständigen Anwendung der Verordnung. |
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Statistiken und Indikatoren für den Tourismus |
Verbesserung der Verfügbarkeit und Erfassung von Statistiken zum Tourismus, um die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Auswirkungen des Tourismus zu berücksichtigen. Verbesserung des Zugangs zu privaten Daten und Daten auf Reisezielebene für die Erstellung offizieller Statistiken im Bereich Tourismus unter Einhaltung der Datenschutzvorschriften und legitimer wirtschaftlicher Interessen. |
Moderate Fortschritte, da mehr Mitgliedstaaten Indikatoren über Tourismus-Satellitenkonten bereitstellen und die Kommission das EU-Tourismus-Dashboard weiterentwickelt. |
Die Bewertung des EU-Rahmens für Statistiken im Bereich Tourismus mit Indikatoren für die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen des Tourismus bis 2030 wird für 2027 erwartet. |
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Entwicklung oder Aktualisierung umfassender Tourismusstrategien |
Strategischer Ansatz für den Tourismus auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene zur Berücksichtigung der wirtschaftlichen, ökologischen, kulturellen und sozialen Nachhaltigkeit des Tourismus. |
Erhebliche Fortschritte, da alle Mitgliedstaaten nationale Tourismusstrategien mit unterschiedlichem Ambitionsniveau verabschiedet haben. |
Nationale Tourismusstrategien sollten – soweit möglich – als Inspirationsquelle dienen und mit der neuen EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus in Einklang gebracht werden. Sie könnten auf den Websites der Mitgliedstaaten veröffentlicht werden. |
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Kooperatives und datenbasiertes Destinationsmanagement |
Ausweitung des Aufgabenbereichs von Destinationsmanagement-Organisationen auf kooperative und datenbasierte Entscheidungsprozesse, an denen alle Interessenträger, einschließlich der Einheimischen, beteiligt sind. |
Stetige Fortschritte mit den jährlichen Auszeichnungen für intelligenten Tourismus, wobei jedoch verstärkte Anstrengungen erforderlich sind, um den Aufgabenbereich der Tourismus-DMOs auf datenbasierte Entscheidungsprozesse auszuweiten. |
Laufende Studie der Kommission zu den wichtigsten Herausforderungen und Chancen für DMOs; Bewertung der Rolle der DMOs, die sich möglicherweise von traditionellen Marketingaufgaben in Richtung eines umfassenden Managements eines nachhaltigen Tourismus weiterentwickeln könnten. |
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Verbesserung der Kreislauforientierung von Tourismusdienstleistungen |
Verringerung des ökologischen Fußabdrucks von Tourismusdienstleistungen (Lebensmittel-/allgemeiner Abfall, Wasser-/Energieeffizienz und Umweltverschmutzung). |
Moderate Fortschritte, da nahezu die Hälfte der Mitgliedstaaten Maßnahmen zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks von Gastronomiedienstleistungen umsetzt; die Umsetzung der einschlägigen Rechtsvorschriften im Rahmen des europäischen Grünen Deals ist im Gange. |
Die Bemühungen zur Verbesserung der Kreislauforientierung von Tourismusdienstleistungen werden weiterhin überwacht. |
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Unterstützung des grünen Wandels von Tourismusunternehmen und KMU im Tourismussektor |
Tourismusunternehmen werden angehalten, umweltfreundlichere Verfahren einzuführen, indem die Nachfrage nach umweltfreundlichen Dienstleistungen durch öffentliche Stellen erhöht wird und Programme gefördert werden, die die Bewertung, Nachverfolgung und Verringerung des ökologischen Fußabdrucks unterstützen. Unterstützung von KMU bei der Umsetzung umweltfreundlicher Verfahren, um sicherzustellen, dass sie nicht zu einem Handelshemmnis werden. |
Moderate Fortschritte, da nahezu die Hälfte der Mitgliedstaaten den grünen Wandel von KMU unterstützt. Fortschritte beim Umweltfußabdruck von Produkten (Product Environmental Footprint – PEF) sowie bei der Förderung des EU-Umweltzeichens und des EMAS sind erforderlich. |
Es wird vorgeschlagen, dieses Thema mit dem oben genannten Thema der Verbesserung der Kreislauforientierung von Tourismusdienstleistungen in Form einer fortgesetzten Unterstützung von KMU im Bereich nachhaltiger Tourismusdienstleistungen zusammenzuführen. |
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Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekte zum kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus |
Unterstützung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit bei Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekten zur Entwicklung von Modellen und übertragbaren Verfahren für nachhaltigen Tourismus. |
Moderate Fortschritte bei Projekten zum kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus, insbesondere im Rahmen von „Horizont Europa“. |
Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekte zum kreislauforientierten und nachhaltigen Tourismus werden weiterhin unterstützt. |
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Digitalisierung von KMU im Tourismussektor |
Wirksame Nutzung digitaler Instrumente durch KMU und Kleinstunternehmen im Tourismussektor für das Ressourcenmanagement, interne Arbeitsprozesse, die Bereitstellung von Dienstleistungen, das Marketing, die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten und die Entwicklung neuer Dienstleistungen. |
Erhebliche Fortschritte bei der Nutzung digitaler Instrumente durch KMU im Tourismussektor, die den Angaben zufolge verstärkt fortschrittliche Technologien einsetzen. |
Obwohl fast alle KMU im Tourismussektor im Einklang mit den Zielen des Digitalen Kompasses ein grundlegendes Maß an digitaler Intensität erreicht haben und die Einführung fortschrittlicher Technologien rasch voranschreitet, besteht weiterhin Bedarf an Unterstützung bei der Digitalisierung sowie an einer fortlaufenden Überwachung des Tourismusökosystems. |
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Austausch öffentlicher Daten zur Förderung innovativer Tourismusdienstleistungen |
Förderung des Austauschs tourismusrelevanter Daten und Beteiligung an diesem Austausch, um innovative Dienstleistungen zu unterstützen. |
Moderate Fortschritte beim Austausch öffentlicher Daten und bei der Entwicklung eines EU-Datenraums für den Tourismus. |
Da die meisten Mitgliedstaaten die Unterstützung der Entwicklung innovativer, personalisierter Tourismusdienstleistungen und/oder eines datengesteuerten Destinationsmanagements als Priorität ansehen und die Entwicklung eines EU-Datenraums für den Tourismus fortgesetzt wird, bleibt dieses Thema vorrangig. |
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Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekte zu digitalen Instrumenten und Dienstleistungen im Tourismussektor |
Unterstützung öffentlich-privater Zusammenarbeit bei Forschungs-, Innovations- und Pilotprojekten zum Ausbau der innovativen und nachhaltigen Nutzung digitaler Instrumente und Verfahren im Tourismussektor. |
Erhebliche Fortschritte durch Projekte zur Unterstützung digitaler Innovationen in KMU, insbesondere im Rahmen von „Horizont Europa“, des Binnenmarktprogramms und durch vom Europäischen Parlament finanzierte Pilotprojekte. |
Es besteht weiterhin Bedarf an Unterstützung für Forschungs- und Innovationsprojekte, die die Entwicklung digitaler Instrumente und Dienstleistungen im Tourismussektor fördern. |
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Barrierefreiheit von Tourismusdienstleistungen |
Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Inklusion unter Berücksichtigung von älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen und anderen Gruppen mit besonderen Bedürfnissen. |
Erhebliche Fortschritte mit dem Europäischen Behindertenausweis und den Auszeichnungen für intelligenten Tourismus, die ein Kriterium zur Barrierefreiheit enthalten. |
Barrierefreie Tourismusdienstleistungen sollten insbesondere in Anbetracht der Alterung der Reisenden weiter ausgebaut und stärker in die allgemeine tourismuspolitische Arbeit integriert werden. |
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Resiliente Tourismusdienstleistungen und Reiseziele in der EU |
Verbesserung der Resilienz von Tourismusdienstleistungen und Reisezielen in der EU, um ganzjährig und an verschiedenen Orten auf unterschiedliche Zielgruppen einzugehen. |
Moderate Fortschritte durch von der EU finanzierte Studien zu Resilienz und unausgewogenem Tourismus, jedoch nur begrenzte Fortschritte bei Saisonalität, Diversifizierung und der Sicherstellung des Wohlergehens der Einheimischen. |
Unterstützung beim Vorgehen gegen unausgewogenen Tourismus an den Reisezielen. |
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Nachhaltige Innovationen im Bereich Tourismusdienstleistungen |
Bekanntmachung der EU als ein Reiseziel, das den sich wandelnden Ansprüchen des Tourismus gerecht wird und zugleich das Wohlergehen der Einheimischen und ihrer Umwelt im Auge behält. |
Moderate Fortschritte bei der Einstellung auf die Nachfrage nach neuen Formen des Tourismus und der Berücksichtigung der Bedürfnisse der Reiseziele und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner in Bezug auf die wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit. |
Eine gestärkte „Marke Europa“ wird dazu beitragen, die EU als Reiseziel weiter bekannt machen. Dieses Thema sollte mit dem oben genannten Thema der resilienten Tourismusdienstleistungen und Reiseziele in der EU zusammengeführt werden. |
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Sensibilisierung für die Anforderungen und Chancen, die der zweifache Wandel im Tourismus mit sich bringt |
Sensibilisierung für Veränderungen der touristischen Nachfrage, die Chancen, die der zweifache Wandel Akteuren im Bereich Tourismus bietet, sowie für Kompetenzen und Ansätze, die zur Stärkung der Resilienz beitragen. |
Stetige Fortschritte aller Beteiligten bei der Organisation von Sensibilisierungsmaßnahmen für Interessenträger im Tourismussektor. Unterstützung der Kommission bei Vernetzung und Austausch bewährter Verfahren durch preisgekrönte Städte in der EU in den Bereichen intelligenter Tourismus, Kultur und Kulturerbe, Nachhaltigkeit, Innovation und Barrierefreiheit. |
Die Sensibilisierung für die EU-Tourismuspolitik und die neue EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus bleibt ebenso eine Priorität wie der Austausch bewährter Verfahren und die Förderung von Veranstaltungen, einschließlich der Vermittlung der Vorteile des Tourismus für die örtliche Bevölkerung. |
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Kompetenzpakt im Tourismusbereich |
Deckung des Qualifikationsbedarfs im Tourismussektor durch Umsetzung des Kompetenzpakts im Tourismus und eine breitere Beteiligung daran, um die Entwicklung von Kompetenzen aktiv zu fördern und Ausbildungsmöglichkeiten für Arbeitskräfte, Arbeitslose und KMU zu schaffen. |
Erhebliche Fortschritte bei der Sensibilisierung für den Kompetenzpakt und die groß angelegte Partnerschaft für den Tourismus, mit einer stetigen Zunahme der Mitgliederzahl und der Einführung der Union der Kompetenzen. |
Die Zahl der regionalen und lokalen Kompetenzpartnerschaften nimmt zu, doch würde ein größerer Teil der Beschäftigten im Tourismussektor von Schulungen profitieren. Die Maßnahme könnte durch eine Europäische Akademie für Kompetenzen im Tourismusbereich unterstützt werden. |
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Integrierte Unterstützungsplattform der Interessenträger im Tourismusbereich |
Unterstützung der Interessenträger im Tourismussektor bei der Suche nach relevanten und zeitnah verfügbaren Informationen, Finanzmitteln und Unterstützungsmöglichkeiten und Verbindungen zu Kolleginnen und Kollegen sowie Expertinnen und Experten. |
Erhebliche Fortschritte bei der Einrichtung einer EU-weiten Unterstützungsplattform der Interessenträger im Tourismussektor, um den Informationsaustausch, den Zugang zu Ressourcen und die sektorübergreifende Zusammenarbeit sowie die Zusammenarbeit zwischen Akteuren im Tourismusbereich zu erleichtern. |
Die Maßnahme ist abgeschlossen, doch wird die Plattform kontinuierlich verbessert, um einen regelmäßigen Informationsaustausch, gemeinsam entwickelte Inhalte und Gemeinschaftsaktivitäten zu fördern. |
Arbeitsprogramm der Kommission 2026 und Anhänge - Europäische Kommission
https://transport.ec.europa.eu/tourism/statistics-reports-and-studies/tourism-studies-and-reports_de (im Folgenden „Studie“).
Verordnung (EU) 2024/1028 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. April 2024 über die Erhebung und den Austausch von Daten im Zusammenhang mit Dienstleistungen der kurzfristigen Vermietung von Unterkünften und zur Änderung der Verordnung (EU) 2018/1724.
Zusagen werden auf freiwilliger Basis von allen Arten von Interessenträgern im Tourismussektor für Maßnahmen im Übergangspfad für den Tourismus eingereicht und können zwar als Fortschrittsindikatoren gelten, spiegeln die tatsächliche Lage jedoch nicht vollständig wider.
Die betroffenen Mitgliedstaaten müssen bis zu diesem Zeitpunkt die erforderlichen Durchführungsmaßnahmen erlassen.
Direkte Unterstützung in Höhe von 4,1 Mrd. EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (5,4 Mrd. EUR einschließlich nationaler Beiträge) über 160 Programme.
Food 2030 – Forschung und Innovation – Europäische Kommission
Ausbildung und Schulung sowie Weiterbildung und Umschulung von durchschnittlich 10 % der Beschäftigten im Tourismussektor pro Jahr von 2023 bis 2030, um die Qualifikationsdefizite im Tourismusökosystem sowohl bei den derzeitigen Beschäftigten als auch bei Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern zu beheben. Diese Verpflichtung entspricht insgesamt 7 500 000 Beschäftigten im Tourismussektor (60 %), die bis 2030 jährlich an Weiterbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen teilnehmen.
„Fortschreitende“ Mitgliedstaaten weisen durch eine Vielzahl dokumentierter Maßnahmen, Initiativen und Projekte eine positive Ausrichtung auf die Ziele der Europäischen Agenda für den Tourismus 2030 nach. „Aufstrebende“ Mitgliedstaaten verzeichnen in bestimmten Bereichen vielversprechende Fortschritte, wenn auch in geringerem Umfang als andere. „Führende“ Mitgliedstaaten verfügen auch über weitere Entwicklungsmöglichkeiten, was das anhaltende Potenzial aller Mitgliedstaaten unterstreicht, beim zweifachen Wandel und beim Aufbau von Resilienz weitere Fortschritte zu erzielen.
Die in der Studie angewandte Bewertungsmethodik beurteilt jede Maßnahme anhand der Zahl der in den einzelnen Mitgliedstaaten ermittelten Projekte und Initiativen. Die Bewertungen wurden anschließend aggregiert, um die Gesamtfortschritte in jedem Schwerpunktbereich als „erheblich“, „moderat“ oder „begrenzt“ zu bestimmen. Die Mitgliedstaaten wurden anschließend je nach ihrer kumulativen Leistung in allen fünf Schwerpunktbereichen als „führend“, „fortschreitend“ oder „aufstrebend“ eingestuft.
Zahl der Mitgliedstaaten, bei denen diese Lücke in der Studie festgestellt wurde
Zahl der Länder, bei denen diese Lücke festgestellt wurde.