EUROPÄISCHE KOMMISSION
Brüssel, den 6.6.2025
COM(2025) 400 final
BERICHT DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DEN RAT
über den gemeinsamen Dotierungsfonds 2024
{SWD(2025) 100 final}
EUROPÄISCHE KOMMISSION
Brüssel, den 6.6.2025
COM(2025) 400 final
BERICHT DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DEN RAT
über den gemeinsamen Dotierungsfonds 2024
{SWD(2025) 100 final}
Inhaltsverzeichnis
EINFÜHRUNG
Teil 1: Zentrale Meilensteine im Jahr 2024
1.1 Allgemeiner Überblick
1.2 Komponentenstruktur
1.3 Abrufe von Garantien und Zahlungsanträge
1.4 Effektive Dotierungsquote
Teil 2: Anlagestrategie, Portfoliozusammensetzung und Wertentwicklung
2.1 Zusammensetzung und Eigenschaften des Portfolios
2.2 Profil im Hinblick auf ökologische, soziale und governancebezogene Aspekte („ESG-Fußabdruck“)
2.3 Wertentwicklung des gemeinsamen Dotierungsfonds im Jahr 2024
SCHLUSSFOLGERUNGEN
EINFÜHRUNG
Bei diesem Bericht handelt es sich um den vierten Jahresbericht über den gemeinsamen Dotierungsfonds 1 für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 31. Dezember 2024. Er gibt einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Funktionsweise des gemeinsamen Dotierungsfonds im Jahr 2024, die wichtigsten Finanz- und Risikoparameter sowie die Jahreswertentwicklung des Fonds. Ferner werden die Ergebnisse der Maßnahmen vorgestellt, die die Kommission ergriffen hat, um die längerfristige Wertentwicklung des Fonds durch die Einführung eines diversifizierten Anlageuniversums zu verbessern.
Der gemäß Artikel 212 der Verordnung (EU, Euratom) 2018/1046 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juli 2018 über die Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Unioneingerichtete gemeinsame Dotierungsfonds hält alle Dotierungen, die im EU-Haushalt vorgesehen sind oder von den teilnehmenden Mitgliedstaaten zur Deckung des Verlustrisikos bei Transaktionen, die durch die von der Europäischen Union umgesetzten internen 2 und externen 3 Garantien abgesichert werden, geleistet werden. Zusätzlich zu den Haushaltsgarantien werden im gemeinsamen Dotierungsfonds Dotierungen für die meisten Darlehen der Makrofinanzhilfe an Drittländer 4 gehalten. Die im gemeinsamen Dotierungsfonds gehaltenen Dotierungen bilden die Kapitalrücklage, aus der Mittel entnommen werden, um Garantieabrufe für unterstützte Transaktionen und sonstige Abflüsse zu decken.
Der gemeinsame Dotierungsfonds ist seit Januar 2021 in Kraft. Ende 2024 belief sich sein Nettovermögenswert auf 23,18 Mrd. EUR, womit er das größte von der Kommission direkt verwaltete Anlageportfolio darstellt.
Dank seines ausgewogenen Engagements in mehreren Anlageklassen hat der gemeinsame Dotierungsfonds die Marktvolatilität 2024 erfolgreich bewältigt. Die Diversifizierung des gemeinsamen Dotierungsfonds in Aktien hat seine Gesamtleistung weiter verbessert. Das Portfolio erzielte eine absolute Rendite 5 von 3,57 %. Zusammen mit dem Ergebnis für 2023 (+5,21 %) konnten damit die Verluste aus dem Jahr 2022, das von den weltweit stärksten Anleiheverkäufen seit einem halben Jahrhundert geprägt war, fast vollständig ausgeglichen werden. Die Ergebnisse haben dazu beigetragen, dass die Fähigkeit des gemeinsamen Dotierungsfonds, Verluste über die Laufzeit der Haushaltsgarantieprogramme hinweg aufzufangen, wiederhergestellt wird. Mit Blick auf die Zukunft bietet das derzeitige Zinsumfeld mit seinen höheren Zinssätzen eine vorsichtige Grundlage für die mittelfristige Wertentwicklung, vorbehaltlich der erhöhten Unsicherheit aufgrund geopolitischer Entwicklungen, die sich stark auf die Marktbedingungen auswirken könnten.
Im Mittelpunkt dieses Berichts stehen Fragen im Zusammenhang mit der Verwaltung der Vermögenswerte des gemeinsamen Dotierungsfonds. Die Entwicklung der Eventualverbindlichkeiten aus Haushaltsgarantien und EU-Darlehen, gegen die die Vermögenswerte des gemeinsamen Dotierungsfonds als Rückstellungen gehalten werden, wird in einem gesonderten Bericht gemäß Artikel 256 der Haushaltsordnung erörtert.
Teil 1: Zentrale Meilensteine im Jahr 2024
1.1 Allgemeiner Überblick
Wie in den Vorjahren wurde der Fonds im Einklang mit den Verfahren im Rahmen seiner etablierten Governance-Struktur 6 und ohne operative Vorfälle verwaltet.
Zum 31. Dezember 2024 belief sich der Wert des Nettovermögens 7 auf 23,2 Mrd. EUR, was einem Anstieg um 4,5 Mrd. EUR gegenüber Ende 2023 entspricht (ein Anstieg um 24 % im Laufe des Jahres). Im Jahr 2024 erhielt der gemeinsame Dotierungsfonds Nettobeiträge in Höhe von 3,6 Mrd. EUR aus dem EU-Haushalt oder in Form von Beiträgen von teilnehmenden Mitgliedstaaten und EFTA-Ländern. Die verbleibende Erhöhung des Portfoliowerts (840 Mio. EUR) ist auf den gestiegenen Marktwert bestehender Vermögenswerte zurückzuführen.
Abbildung 1: Entwicklung des Nettovermögenswerts des gemeinsamen Dotierungsfonds (in Mrd. EUR)
Weitere Informationen zu den Jahresabschlüssen enthält die diesem Bericht beigefügte Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen.
1.2 Komponentenstruktur
Die Vermögenswerte des gemeinsamen Dotierungsfonds werden im Einklang mit einer gemeinsamen Anlagepolitik verwaltet, wobei sie in verschiedenen Komponenten gehalten werden, die mit den einzelnen Haushaltsgarantien und Finanzhilfeprogrammen bzw. den einzelnen Mitgliedstaaten-Komponenten von InvestEU verknüpft sind.
Die Dotierung des gemeinsamen Dotierungsfonds ist im Einklang mit dem jeweiligen Rechtsrahmen 8 pro Haushaltsgarantie/Finanzhilfeprogramm (oder für die Mitgliedstaaten, die zur Dotierung ihrer InvestEU-Komponente beitragen) zweckgebunden. Die den einzelnen Haushaltsgarantien zugewiesenen Beträge werden in unterschiedlichen Komponenten verbucht, damit die Höhe der jeweiligen Dotierung im Verhältnis zu den in der Rechtsgrundlage für die Garantie festgelegten Beträgen nachverfolgt werden kann. Fallen die Dotierungen unter ein bestimmtes Niveau, können aus den Finanzrahmen der jeweiligen Programme Auffüllungen finanziert werden.
Im Jahr 2024 wurde eine neue Mitgliedstaaten-Komponenten von InvestEU 9 und eine Komponente für die Garantie aus der Fazilität für die Ukraine 10 hinzugefügt.
Am 31. Dezember 2024 bestand der gemeinsame Dotierungsfonds aus 18 Komponenten, von denen 15 voll funktionsfähig waren und Mittel enthielten. Die übrigen Komponenten werden aktiviert, wenn die entsprechenden ersten Zuflüsse eintreffen.
Tabelle 1: Komponenten des gemeinsamen Dotierungsfonds zum 31.12.2024
|
Komponente |
Marktwert in EUR zum 31.12.2024 |
|
Im Jahr 2021 eröffnete Komponenten |
|
|
EFSI |
8 880 303 795,93 |
|
GFEA 11 |
3 225 691 235,78 |
|
EFSD 12 |
761 545 053,25 |
|
InvestEU 13 |
5 530 142 834,06 |
|
Im Jahr 2022 eröffnete Komponenten |
|
|
EFSD+ |
2 942 175 754,77 |
|
Makrofinanzhilfe (MFA) nach 2020 |
128 662 217,57 |
|
Außerordentliche Makrofinanzhilfe Ukraine 14 |
240 575 443,20 |
|
Euratom-Darlehen nach 2020 |
- |
|
Umgewidmete EIB-Darlehen Ukraine |
- |
|
InvestEU-Garantie Rumänien |
187 974 119,28 |
|
InvestEU-Garantie Tschechische Republik |
44 099 186,75 |
|
InvestEU-Garantie Finnland |
30 657 774,29 |
|
InvestEU-Garantie Griechenland |
252 204 112,19 |
|
InvestEU-Mischfinanzierungen |
667 045 123,03 |
|
Im Jahr 2023 eröffnete Komponenten |
|
|
InvestEU-Garantie Bulgarien |
79 674 706,38 |
|
InvestEU-Garantie Malta |
7 939 418,22 |
|
Im Jahr 2024 eröffnete Komponenten |
|
|
Garantie für die Ukraine |
201 878 310,31 |
|
InvestEU-Garantie Spanien |
- |
|
INSGESAMT |
23 180 569 085,02 |
Abbildung 2: Volumen der Komponenten des gemeinsamen Dotierungsfonds zum 31.12.2024
1.3 Abrufe von Garantien und Zahlungsanträge
Das Liquiditätsmanagement der Abrufe von Garantien und Zahlungsanträge wird unterstützt durch einen Liquiditätspuffer im Sinne der Leitlinien für die Verwaltung des Vermögens des gemeinsamen Dotierungsfonds 15 . Der Liquiditätspuffer besteht aus begrenzten Barreserven, die bei der zentralen Kassenmittelverwaltung der Kommission bereitgehalten werden, um die auf der Grundlage von Mitteilungen der Durchführungspartner über einen Zeitraum von drei Monaten erwarteten Mittelabflüsse zu decken.
Der Puffer begann das Jahr 2024 mit einem Saldo von 106 Mio. EUR. Im Laufe des Jahres erhielt er Zuflüsse in Höhe von 385 Mio. EUR 16 , während im Jahr 2024 ein Nettobetrag von fast 350 Mio. EUR ausgezahlt wurde 17 . Die Komponenten, die sich in Überziehung befanden, wurden durch Vermögenswerte des gemeinsamen Dotierungsfonds (in Höhe von 61 Mio. EUR) wieder ausgeglichen. In der Folge belief sich der Saldo des Liquiditätspuffers Ende 2024 auf 202 Mio. EUR.
Die im Jahr 2024 getätigten Abrufe von Dotierungen des Fonds im Rahmen der jeweiligen Haushaltsgarantien 18 sowie anderen Forderungen in Bezug auf die in den Komponenten des Fonds gehaltenen Mittel werden nachstehend zusammengefasst 19 .
Tabelle 2: Abflüsse aus dem gemeinsamen Dotierungsfonds im Jahr 2024, detaillierter Überblick
|
Komponente |
in Mio. EUR |
Art des Abflusses |
|
EFSD |
6,14 |
Abrufe von Garantien |
|
EFSD+ |
0,09 |
Abrufe von Garantien |
|
GFEA
|
48,85 |
Abrufe von Garantien |
|
1,08 |
Kosten für Streitsachen |
|
|
EFSI |
152,16 |
Abrufe von Garantien |
|
InvestEU EU |
96,78 |
Abrufe von Garantien |
|
InvestEU Rumänien |
10,30 |
Abrufe von Garantien |
|
InvestEU Malta |
0,53 |
Abrufe von Garantien |
|
InvestEU Bulgarien |
4,11 |
Abrufe von Garantien |
|
InvestEU Finnland |
2,74 |
Abrufe von Garantien |
|
InvestEU-Mischfinanzierungen |
27,07 |
Abrufe von Garantien |
|
Abflüsse insgesamt |
349,85 |
Abbildung 3: Abflüsse aus dem gemeinsamen Dotierungsfonds 2024 (in Mio. EUR)
1.4 Effektive Dotierungsquote
In Artikel 216 der Haushaltsordnung ist vorgesehen, dass die Dotierung der Haushaltsgarantien und des finanziellen Beistands für Drittländer im gemeinsamen Dotierungsfonds auf der effektiven Dotierungsquote im Sinne des genannten Artikels beruht. In der effektiven Dotierungsquote wird berücksichtigt, dass die gemeinsame Verwaltung des gemeinsamen Dotierungsfonds – im Gegensatz zur Verwaltung getrennter Garantiefonds – zu einer potenziellen Diversifizierung führen könnte, wenn die Abrufe für die verschiedenen Komponenten in zeitlicher Hinsicht oder im Hinblick auf ihren Umfang nicht korrelieren.
Die effektive Dotierungsquote ist der Quotient zwischen
·dem erforderlichen Betrag an Barmitteln und Barmitteläquivalenten, die vom gemeinsamen Dotierungsfonds gehalten werden, unter Berücksichtigung der Diversifikationseffekte zwischen den Komponenten und
·der Summe der erforderlichen Beträge an Barmitteln und Barmitteläquivalenten für den Fall, dass jede Komponente einzeln verwaltet wird.
Nach dem Gesetz sollte die effektive Dotierungsquote auf einen Wert zwischen 95 % und 100 % festgelegt werden, wobei eine Zahl von weniger als 100 % gewisse Diversifizierungseffekte widerspiegelt. Nach Berechnungen auf der Grundlage der etablierten Methodik 20 und angesichts der vorherrschenden makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten (einige der Komponenten des gemeinsamen Dotierungsfonds sind in hohem Maße von der Entwicklung der Lage in der Ukraine abhängig) schlug die Kommission vor, die effektive Dotierungsquote für 2024 bei 100 % zu belassen, da keine Diversifizierung zwischen Abrufen der Dotierungen der verschiedenen Komponenten festgestellt wurde. Dieser Ansatz wurde im angenommenen Jahreshaushalt 2025 bestätigt.
Teil 2: Anlagestrategie, Portfoliozusammensetzung und Wertentwicklung
Die allgemeinen Grundsätze und Erwägungen, die in die Anlagestrategie des gemeinsamen Dotierungsfonds einfließen, werden in den Leitlinien für die Verwaltung des Vermögens des gemeinsamen Dotierungsfonds festgelegt und im ersten Jahresbericht des gemeinsamen Dotierungsfonds für 2021 21 näher beschrieben. Auf der Grundlage des in den Leitlinien für die Verwaltung des Vermögens des Fonds verankerten konservativen Ansatzes und einer geringen Risikotoleranz wird der gemeinsame Dotierungsfonds so verwaltet, dass über seinen Anlagehorizont (neun Jahre) zumindest die Kapitalerhaltung gesichert ist 22 . Aufgrund dieser umsichtigen Anlagepolitik sind die Vermögenswerte, in die im Rahmen des gemeinsamen Dotierungsfonds investiert werden kann, auf hochliquide festverzinsliche Wertpapiere mit hohem Rating beschränkt. Der Großteil des gemeinsamen Dotierungsfonds wurde in auf Euro und US-Dollar lautende (gegen Währungsrisiken abgesicherte) festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) mit Investment-Grade-Rating investiert 23 . Die Leitlinien für die Verwaltung des Vermögens wurden 2022 geändert, um zum Zwecke zusätzlicher Diversifizierungsmöglichkeiten für den gemeinsamen Dotierungsfonds in begrenztem Umfang Investitionen in börsengehandelte Aktienfonds zu ermöglichen.
2.1 Zusammensetzung und Eigenschaften des Portfolios
Gemäß den Leitlinien für die Verwaltung des Vermögens des gemeinsamen Dotierungsfonds unterhält der Fonds ein liquides breit gestreutes Portfolio und tätigt in erster Linie Anlagen in Schuldtitel mit hohem Rating, z. B. Anleihen, die von Regierungen, supranationalen oder staatlichen Stellen und Unternehmen ausgegeben werden.
Zum Jahresende war das Portfolio des gemeinsamen Dotierungsfonds gut über die verschiedenen Anlageklassen des infrage kommenden festverzinslichen Universums gestreut, einschließlich eines begrenzten Engagements in börsengehandelten Aktienfonds, Barmitteln oder Barmittelmitteläquivalenten und auf US-Dollar lautenden Wertpapieren. Abbildung 4 zeigt eine im Laufe der Jahre zunehmende Zuweisung zu staatlichen Vermögenswerten und Aktien bzw. Vermögenswerten und Aktien von staatlichen und supranationalen Stellen sowie Agenturen, begleitet von einem Rückgang bei gedeckten Schuldverschreibungen und Unternehmensanleihen in den letzten vier Jahren. Dieser Trend spiegelt die Einführung von Aktien als infrage kommende Anlageklasse und die sich wandelnde Wahrnehmung der relativen Attraktivität verschiedener Anlageklassen angesichts sich verändernder Marktbedingungen wider.
Das Portfolio des gemeinsamen Dotierungsfonds wies mit einem durchschnittlichen Rating von A, das auf eine vernachlässigbare Ausfallwahrscheinlichkeit schließen lässt, eine hohe Bonität auf 24 . Über 40 % des Portfolios wurden in AAA-Wertpapiere 25 investiert, der Rest verteilt sich auf die Investment-Grade-Skala.
Auf USD lautende Anlagen machten 7 % des Marktwerts des Portfolios aus 26 , wobei das Währungsrisiko durch Terminkontrakte abgesichert wurde.
Ende 2024 machten Aktien 7 % des Marktwerts des Portfolios aus 27 . Dies trug mit 0,6 % der jährlichen Gesamtrendite zur insgesamt positiven Wertentwicklung des Portfolios bei.
Im Dezember 2024 bestanden rund 11 % des Portfolios aus kurzfristigen liquiden Mitteln 28 , die für den Fall erheblicher Abflüsse, die den oben beschriebenen Liquiditätspuffer übersteigen, eine Quelle sofort verfügbarer Liquidität darstellen 29 .
Abbildung 4: Portfoliozuweisung des gemeinsamen Dotierungsfonds zum Jahresende (2024)
2.2 Profil im Hinblick auf ökologische, soziale und governancebezogene Aspekte („ESG-Fußabdruck“)
Im Jahr 2024 stieg der ESG-Fußabdruck 30 des Portfolios weiter an, wobei der Anteil von ESG-gekennzeichneten Anleihen 31 16 % erreichte, verglichen mit 14,6 % im Jahr 2023. Bei dem proaktiven Ansatz für ESG-Investitionen werden ESG-gekennzeichnete Anleihen bevorzugt, sofern sie mit den Risikomanagementkriterien und der allgemeinen Anlagestrategie übereinstimmen.
2.3 Wertentwicklung des gemeinsamen Dotierungsfonds im Jahr 2024
Im Jahr 2024 bestimmten die Inflationsdynamik und die Maßnahmen der Zentralbanken weiterhin die Marktentwicklung (siehe Kasten). Trotz dieser Volatilität stützte die schrittweise Senkung der Zinssätze in Verbindung mit einem robusten Wirtschaftswachstum und widerstandsfähigen Arbeitsmärkten die Finanzmärkte insgesamt und wirkte sich positiv auf die Bewertung der Anleihe- und Aktienbestände des gemeinsamen Dotierungsfonds aus. Vor diesem Hintergrund erzielte der gemeinsame Dotierungsfonds eine jährliche Rendite von +3,57 % und übertraf damit seine Portfolio-Benchmark 32 (+3,31 %).
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Marktentwicklungen im Jahr 2024 Inflationsdaten und entsprechende Maßnahmen der Zentralbanken waren auch 2024 die wichtigsten marktbestimmenden Faktoren. Nach dem stetigen Rückgang der Inflation im Laufe des Jahres 2023 begann das neue Jahr mit einer Fortsetzung dieses Trends an den Märkten. Dieser disinflationäre Trend wurde durch eine Kombination verschiedener Faktoren angetrieben, darunter Verbesserungen in der Lieferkette, sinkende Energiepreise und eine Abkühlung des Immobilienmarktes. Hingegen wurde ursprünglich davon ausgegangen, dass die Zinssätze im Laufe des Jahres 2024 stetig sinken und dass der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) von 4 % zu Jahresbeginn auf 2,25 % zum Jahresende zurückgeht. Diese Markterwartungen hatten bereits zuvor die Anleiherenditen gedrückt, und die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe lag Anfang Januar mit 2,02 % auf ihrem Jahrestief. Im Laufe des Jahres erwies sich die Inflation als hartnäckiger als erwartet, und der Rückgang in Richtung des 2-%-Ziels der EZB verlief langsamer als zuerst angenommen. Dies führte zu einem langsamen Anstieg der Renditen, und die deutsche Bundesanleihe erreichte Ende Mai einen Höchststand von 2,69 %. Nachdem die EZB im Juni mit einer ersten Senkung um 0,25 % den Zinssenkungszyklus eingeleitet hatte, begannen die Renditen allmählich zu sinken, und die deutsche Bundesanleihe schloss das Jahr mit 2,36 % ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte die EZB ihren Leitzins um insgesamt 1 Prozentpunkt auf 3 % gesenkt. Die Gesamtinflation ging langsam zurück – von 2,8 % im Januar auf 2,4 % im Dezember, nachdem sie im September kurzzeitig auf 1,8 % gesunken war – und näherte sich somit dem Ziel der EZB an. In den USA hielt sich die Gesamtinflation sogar noch hartnäckiger als in Europa. Im Januar lag die Inflation bei 3,1 %, bevor sie im September auf 2,4 % sank und sich zum Jahresende wieder auf 2,9 % erhöhte. Die Federal Reserve Bank senkte außerdem ihren Leitzins um insgesamt 1 Prozentpunkt auf einen Zielwertbereich von 4,25 % bis 4,50 %, allerdings begann erst im September und damit später als zu Jahresbeginn vom Markt erwartet. In Bezug auf das Wirtschaftswachstum haben die USA Europa übertroffen. In Europa wurde das schwächere Wachstum in Deutschland durch die starke Leistung Spaniens ausgeglichen, sodass das durchschnittliche Wachstum in der EU bei fast 1 % lag. Der Arbeitsmarkt war sowohl in der EU als auch in den USA weiterhin sehr stark, und die Arbeitslosenquoten blieben in beiden Regionen nahe ihren Rekordtiefständen, was das Vertrauen der Verbraucher stärkte und die Konsumausgaben ankurbelte. Dank der Kombination aus Zinssenkungen sowie sinkender Inflation und gutem Wirtschaftswachstum weitete sich die Markterholung auf die meisten Anlageklassen aus. Die Aktienindizes stiegen auf ein Allzeithoch. Der STOXX Europe 600-Index stieg um 6 %, während der US-amerikanische S&P 500 um 23,3 % zulegte. |
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Im Jahr 2024 erzielte der gemeinsame Dotierungsfonds eine Rendite von +3,57 % und übertraf damit seine Benchmark von +3,31 %. Zusammen mit der positiven Rendite von +5,21 % im Jahr 2023 wurde damit der Marktwert der Rückstellungen für die meisten Haushaltsgarantien wiederhergestellt. Mit Blick auf die Zukunft bietet das derzeitige positive Zinsumfeld eine Grundlage für nachhaltige mittelfristige Renditen. Allerdings könnten erhöhte geopolitische Risiken im Jahr 2025 zu einer erhöhten Marktvolatilität in den wichtigsten Anlageklassen des gemeinsamen Dotierungsfonds (festverzinsliche Wertpapiere, Aktien) führen.
Die Strategie des gemeinsamen Dotierungsfonds wurde 2023 durch die Integration von Anlagen in europaweite Aktienindizes neben festverzinslichen Anlagen erweitert. Im Jahr 2024 wirkte sich diese Diversifizierung der Aktienanlagen weiterhin positiv auf die Wertentwicklung aus (Aktien trugen +0,6 % zur Gesamtentwicklung des gemeinsamen Dotierungsfonds bei) und steigerte die Renditen bei gleichbleibend ausgewogenem Risikoprofil.
Insgesamt lässt sich sagen, dass der gemeinsame Dotierungsfonds unter Anerkennung der potenziellen Herausforderungen, insbesondere derjenigen, die sich aus geopolitischen Unsicherheiten ergeben, strategisch gut aufgestellt ist, um die Volatilität zu bewältigen und im Einklang mit seinen Anlagezielen langfristige Stabilität und Wachstum zu erreichen.
Europäischer Fonds für nachhaltige Entwicklung.