Im Rahmen der Evaluierung wurden Wirksamkeit, Effizienz, Relevanz, Kohärenz und EU-Mehrwert der einschlägigen GAP-Instrumente und -Maßnahmen 1 sowie ihre Auswirkungen auf Wissensaustausch, Beratung und Innovation im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten in der EU-28 im Zeitraum 2014–2020 bewertet.

Bei der Evaluierung traten eine Reihe inhärenter Herausforderungen und Einschränkungen zutage, insbesondere aufgrund des Fehlens bestimmter Daten (z. B. über die Inanspruchnahme von Maßnahmen) und des Fehlens von Wirkungsindikatoren (z. B. zu Änderungen bei Landbewirtschaftungsmethoden). Der Schwerpunkt lag somit auf den Ergebnissen der Agrarpolitik in Bezug auf Schulungen, Beratungs- und Kooperationsmaßnahmen und nicht auf den Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Innovation in der Landwirtschaft.

Die Evaluierung zeigt, dass die einschlägigen GAP-Instrumente und -Maßnahmen wirksam zur Erreichung des Ziels der Schaffung von Wissensaustausch, der Förderung von Beratungstätigkeiten und Innovation sowie des Aufbaus von Wissen, insbesondere in den Bereichen Technologie, Cross-Compliance und ökologische Nachhaltigkeit, beitragen. Der Anteil der Landwirte mit Grundausbildung stieg von 12 % im Jahr 2010 auf 23 % im Jahr 2016. Beratungsdienste tragen zum lebenslangen Lernen der Landwirte bei, doch die Umsetzung der verpflichtenden Einrichtung eines Systems der landwirtschaftlichen Betriebsberatung durch die Mitgliedstaaten ist im Hinblick auf den Umfang und den zeitlichen Rahmen unterschiedlich. Die Evaluierung bestätigt, dass die GAP-Instrumente und -Maßnahmen zu den Systemen für Wissen und Innovation in der Landwirtschaft (AKIS) der Mitgliedstaaten beitragen.

Ein erheblicher Nachteil der politischen Maßnahmen ist ihre begrenzte Inanspruchnahme; so werden sie von nur etwa 10 % der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU genutzt. Bis 2020 wurden 1,22 Millionen Landwirtinnen und Landwirte geschult (42 % der Zielvorgabe), und die Zahl der Landwirte, die Beratungen erhielten, stieg von 178 500 im Zeitraum 2007–2013 auf 643 741 im Zeitraum 2014–2020, was 54 % der Zielvorgabe entspricht.

Bei der Umsetzung der GAP-Maßnahmen für Wissensaustausch, Beratung und Innovation kam es zu Verzögerungen und geringen Ausgaben aufgrund des Verwaltungsaufwands. Die durchschnittliche Ausführungsrate für alle Maßnahmen zusammengenommen belief sich Ende 2020 auf 27 %. Die Ausgabenquoten (ohne nationale Aufstockungen) lagen Ende 2020 bei 24 % für Wissenstransfer, 31 % für Beratungsdienste und 29 % für Zusammenarbeit. Die Inanspruchnahme der Maßnahmen war aufgrund des mangelnden Interesses der Landwirte und der fehlenden Opportunitätskosten für sie gering. Teilnehmende Landwirte hielten die Maßnahmen jedoch für nützlich.

Die GAP-Politik in Bezug auf Wissensaustausch und Beratung ist relevant, da sie es ermöglicht, den ermittelten Bedarf in den verschiedenen abgedeckten Bereichen zu decken. Es wird davon ausgegangen, dass die GAP eine wichtige Rolle dabei spielt, die Landwirte beim Übergang zu einem grünen und nachhaltigen Agrarsektor zu unterstützen.

Es mangelt an Kohärenz zwischen den EU-Maßnahmen in den Bereichen Wissensaustausch, Beratung und Innovation. Die im Rahmen des Systems der landwirtschaftlichen Betriebsberatung und im Rahmen der ländlichen Entwicklung unterstützten Beratungsdienste werden von verschiedenen Behörden und in föderalen Mitgliedstaaten von Behörden mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und Zielen verwaltet. Dies führt zu einem Mangel an Kohärenz zwischen den beiden politischen Instrumenten. Infolgedessen funktionieren die AKIS nicht wie vorgesehen.

Durch die Förderung von Wissensaustausch, Beratung und Innovation bietet die GAP einen EU-Mehrwert und ermöglicht somit zusätzlichen Nutzen (über das hinaus, was nur mit nationalen Mitteln erreicht worden wäre) und umfassendere Dienstleistungen. Die Instrumente und Maßnahmen der GAP haben durch den Ansatz, der es ermöglicht, gemeinsam Bottom-up-Innovationen zu generieren, einen erheblichen Mehrwert in Bezug auf Innovation geschaffen, z. B. die EIP-AGRI.

(1)

Gemäß den Verordnungen (EU) Nr. 1305/2013, (EU) Nr. 1306/2013, (EU) Nr. 1308/2013 und (EU) Nr. 1307/2013.