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3.2.2021 |
DE |
Amtsblatt der Europäischen Union |
C 38/4 |
Veröffentlichung eines Antrags auf Eintragung eines Namens nach Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel
(2021/C 38/03)
Diese Veröffentlichung eröffnet die Möglichkeit, gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates (1) innerhalb von drei Monaten ab dieser Veröffentlichung Einspruch gegen den Antrag zu erheben.
EINZIGES DOKUMENT
„Plăcintă dobrogeană“
EU-Nr.: PGI-RO-02510 — 16.5.2019
g. U. ( ) g. g. A. (X)
1. Name(n)
„Plăcintă dobrogeană“
2. Mitgliedstaat oder Drittland
Rumänien
3. Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels
3.1. Art des Erzeugnisses
Klasse 2.3. Backwaren, feine Backwaren, Süßwaren, Kleingebäck
3.2. Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt
Das Erzeugnis mit der g. g. A. „Plăcintă dobrogeană“ ist ein ausgebackenes, tiefgefrorenes vorgebackenes oder tiefgefrorenes ungebackenes Backerzeugnis aus Blätterteig, gefüllt mit einer Mischung aus gesalzenem Weichkäse (Telemea), Quark und Eiern. Die Teigplatten werden durch Dehnen und Ziehen des Teigs hergestellt. Der gefüllte Blätterteig wird ausgerollt, gefaltet und, zu Spiralen geformt, in runde Backformen gelegt. Das Erzeugnis wiegt zwischen 500 g und 2 000 g. Durch die Mischung aus Telemea-Käse, Quark, Eiern und Joghurt im Zusammenspiel mit nicht aufgegangenen Blätterteiglagen schmeckt es salzig.
Beim Anschneiden sind die alternierenden Schichten aus gelblich-weißer Käsefüllung und Teiglagen sichtbar.
Das Backerzeugnis „Plăcintă dobrogeană“ wird in drei Aufmachungen verkauft:
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ausgebacken, ganz oder in Portionen geschnitten und nach Gewicht verkauft; |
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tiefgefroren vorgebacken; |
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tiefgefroren ungebacken. |
Das Gebäck „Plăcintă dobrogeană“ ist wegen seiner Glasur aus einer Joghurt-Ei-Mischung von weicher, mürber Konsistenz, im Gegensatz zu anderen, gleichartigen Erzeugnissen, die eine knusprige Textur mit häufig spröder Oberfläche aufweisen. Ein weiterer Unterschied zu ähnlichen Erzeugnissen besteht darin, dass der verwendete Blätterteig nicht tiefgefroren ist, sondern für jede Charge des Erzeugnisses frisch zubereitet wird.
Vorherrschend sind Aromen von gebackenem Käse, Teig und Eiern.
3.2.1.
Das ausgebackene Erzeugnis mit der g. g. A. „Plăcintă dobrogeană“ sieht folgendermaßen aus: in einem Stück, geformt wie die Backform, mit einer gleichmäßigen, leicht glänzenden Oberfläche, gebräunt, aber nicht dunkel gebacken. Die feine Kruste ist goldgelb mit kupferfarbenen Stellen. Beim Anschnitt sind die alternierenden Schichten aus heller Käsefüllung, nicht aufgegangenen Teiglagen und (gelegentlich) Luftblasen zu sehen.
Das tiefgefrorene vorgebackene Erzeugnis unterscheidet sich leicht im Aussehen, da es einen helleren Gelbton aufweist als das ausgebackene Erzeugnis.
Das tiefgefrorene ungebackene Erzeugnis mit der g. g. A. „Plăcintă dobrogeană“ sieht folgendermaßen aus: in einem Stück, mit gleichmäßiger Oberfläche, von cremig-weißer Farbe aufgrund des rohen, mit der Joghurt-Ei-Mischung bestrichenen Blätterteigs.
3.2.2.
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Gesamtfettgehalt: |
min. 8 % |
- max. 25 % |
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Feuchtigkeitsgehalt: |
min. 30 % |
- max. 50 % |
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Salz: |
min. 1,5 % |
- max. 2 % |
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Eiweiß: |
min. 8 % |
- max. 13 % |
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Füllung: |
min. 55 % |
- max. 70 % |
3.3. Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)
Für die Herstellung des Erzeugnisses „Plăcintă dobrogeană“ sind folgende Rohstoffe und Zutaten erforderlich: gesalzener Käse (Telemea), Quark, Weizenmehl, Eier, Joghurt, Wasser, Sonnenblumenöl, Weinessig, Salz.
3.4. Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen
Alle Schritte der Herstellung des Erzeugnisses „Plăcintă dobrogeană“ erfolgen in dem abgegrenzten geografischen Gebiet. Das Herstellungsverfahren für „Plăcintă dobrogeană“ umfasst folgende spezifische Schritte: Annahme von Rohstoffen und Zutaten, Teigzubereitung, Ziehen der Teigplatten, Zubereitung der Füllung, Füllen, Bestreichen mit der Joghurt-Ei-Mischung, Backen bzw. Vorbacken, Einfrieren.
3.5. Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen
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3.6. Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen
Das Etikett enthält folgende Angaben:
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Name des Erzeugnisses („Plăcintă dobrogeană“), gefolgt von den Worten „Indicație Geografică Protejată“ (geschützte geografische Angabe) oder der Abkürzung „IGP“ (g. g. A.) (in der/den Sprache(n) des Landes, in dem das Erzeugnis in den Verkehr gebracht wird); |
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Aufmachung des Erzeugnisses (ausgebacken, tiefgefroren vorgebacken oder tiefgefroren ungebacken); |
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Herstellername; |
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Bildzeichen der Kontroll- und Zertifizierungsstelle. |
4. Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets
Das geografische Gebiet umfasst zwei Verwaltungsgebiete: den Kreis Tulcea und den Kreis Constanța entsprechend der Verwaltungsgliederung Rumäniens.
Die beiden Verwaltungsgebiete bilden ein zusammenhängendes Gebiet im Südosten Rumäniens, das auch als Dobrudscha bekannt ist.
5. Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
Der ursächliche Zusammenhang zwischen dem geografischen Ursprung und den Eigenschaften des Erzeugnisses besteht in seinem Ansehen, den menschlichen Einflüssen und den Eigenschaften des Erzeugnisses.
Das Ansehen des Erzeugnisses beruht auf historischen Belegen für seine traditionelle Zubereitung und sein Renommee, die über mündliche Quellen übermittelt und in Zeitschriften und Büchern zusammengestellt und dokumentiert wurden, um an künftige Generationen weitergegeben zu werden.
Der Zusammenhang zwischen dem Erzeugnis und dem geografischen Gebiet lässt sich in dem Buch Valori identitare în Dobrogea [Kulturelle Identität der Dobrudscha] von Evliya Çelebi auf Seite 44 nachlesen. Auf seiner Reise durch die Dobrudscha schwärmt Çelebi von den „großen Schiffsmühlen auf der Donau, wahren Werkstätten des Müller- und Bäckerhandwerks, in denen das gemahlene Mehl zu Brot und Kuchen verarbeitet wurde“.
Wie in der Lokalzeitung Ziua de Constanța vom 5. Oktober 2009 berichtet wurde, war die Attraktion des 7. Erntedankfests, das 2009 in der Gemeinde Cumpăna gefeiert wurde, die größte „Plăcintă dobrogeană“ aller Zeiten.
In einem Artikel in der Zeitschrift Ferma, Jahrgang XX Nr. 16 (221) vom 15. bis 30. September 2018, S. 128-129, ist zu lesen, dass „Plăcintă dobrogeană“ seit über 150 Jahren hergestellt wird. Anlässlich der XXVI. internationalen Ausstellung ExpoAgroUtil brachte der Präsident der International Sunflower Association seine besondere Wertschätzung für das Backerzeugnis „Plăcintă dobrogeană“ zum Ausdruck. In demselben Artikel stellt ein Mitglied des rumänischen Journalistenverbandes fest, dass die lokale Tradition der Herstellung von „Plăcintă dobrogeană“ von Generation zu Generation bewahrt wird.
In einer anderen Ausgabe von Ferma, nämlich in Nr. 7 vom 15.-30. April 2019, wurde über eine Werbeaktion für „Plăcintă dobrogeană“ während der Herbstveranstaltung des Nationalen Zentrums für Touristeninformation und Tourismusförderung (CNIPT) in Măcin berichtet.
Die Kombination aus Tradition und Handwerkskunst hat dazu beigetragen, das Image und das Ansehen des Backerzeugnisses „Plăcintă dobrogeană“ im In- und Ausland zu verbreiten (so wurde beispielsweise in der serbischen Zeitschrift Agroklub ein Artikel veröffentlicht, darüber hinaus der Artikel in der Zeitung Ziua de Constanța und die Artikel in der Zeitschrift Ferma).
Somit ist das Ansehen des Erzeugnisses eng mit dessen Bezeichnung verbunden, die auf das geografische Gebiet Dobrudscha (rumänisch: Dobrogea) zurückgeht, weshalb das Backwerk unter dem Namen „Plăcintă dobrogeană“ vermarktet wird.
Der menschliche Faktor spielt bei der Zubereitung von „Plăcintă dobrogeană“ eine herausragende Rolle.
Der Blätterteig wird gedehnt und gezogen, bis er hauchdünn, durchscheinend, elastisch und leicht glänzend ist – Qualitätsmerkmale, für die nur Einheimische das Know-how besitzen.
Mit dieser Methode der Teigbereitung wird gewährleistet, dass das Erzeugnis beim Backen eine blättrige Textur und den entsprechenden Geschmack entwickelt, ohne dass die Teigplatten in einer bestimmten Weise gefaltet werden müssen.
Für die Füllung verrührt der Bäcker Käse und Eier und versprengt diese Mischung mit einer speziellen Handbewegung auf der Hälfte der Teigplatte (wenn der Teig gefaltet wird) oder auf der ganzen Teigplatte (wenn der Teig ausgerollt wird). Diese Technik ist im Lauf der Zeit von einer Generation zur nächsten weitergegeben worden.
Der Teig wird nur der Länge nach ausgerollt bzw. gefaltet. Die Bäcker wissen genau, wie dünn der gefüllte Teig ausgerollt bzw. wie kompakt er gefaltet werden muss, damit das Erzeugnis „Plăcintă dobrogeană“ beim Backen locker aufgeht.
Die Besonderheit des Gebäcks „Plăcintă dobrogeană“ ist auf die Methoden und Fertigkeiten zurückzuführen, die in der Dobrudscha von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden. Der Teig wird von Hand straff gezogen, ohne dass er reißt, wozu großes handwerkliches Geschick erforderlich ist, ebenso wie für das Ausrollen und Falten der Teigplatten, da das Backwerk „Plăcintă dobrogeană“ nicht zerfetzt aussehen darf, wenn es in die Form gelegt wird, sondern wie eine gleichmäßige Spirale, damit die lockere Konsistenz erhalten bleibt, die durch die Einarbeitung von Luft beim Ausrollen/Falten des Teiges entsteht.
Im Unterschied zu ähnlichen Erzeugnissen weist das Backwerk „Plăcintă dobrogeană“ folgende Besonderheiten auf:
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rund, mit einem Gewicht zwischen 500 g und 2 000 g und geformt wie die Backform, in der das Erzeugnis wegen seiner Glasur aus einer Joghurt-Ei-Mischung gebacken wurde; die Oberfläche ist gleichmäßig, leicht glänzend, gebräunt, aber nicht dunkel gebacken, goldgelb, wobei die Farbe des ausgebackenen Erzeugnisses etwas dunkler und die des vorgebackenen Erzeugnisses aufgrund der Joghurt-Ei-Mischung heller ist; |
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das aufgeschnittene Erzeugnis „Plăcintă dobrogeană“ sieht aufgrund der luftigen Struktur der Füllung, die auf die lokalen Herstellungsmethoden zurückgeht, anders aus als andere, gleichartige Erzeugnisse; |
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ein salziger Geschmack nach gebackenem Telemea-Käse, Quark, Eiern und Joghurt im Zusammenspiel mit nicht aufgegangenen Teiglagen, im Unterschied zu anderen, gleichartigen Erzeugnissen; |
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locker aufgrund der Luft, die beim Ausrollen/Falten und durch die spezielle Fülltechnik eingearbeitet wird, im Gegensatz zu ähnlichen Erzeugnissen mit dichter, teigiger Füllung; |
Weitere Besonderheiten des Erzeugnisses
Das Backerzeugnis „Plăcintă dobrogeană“ wird traditionell zu hohen religiösen Festen gereicht und unterliegt daher besonderen Regeln in Bezug auf Zubereitung und Verzehr. Die an Neujahr übliche Version von „Plăcintă dobrogeană“ besitzt einen langen Vorbereitungszyklus, der sich über das gesamte Jahr erstreckt. Backwaren mit der g. g. A. „Plăcintă dobrogeană“ gibt es während der gesamten „weißen Woche“ [Fastnacht], zu Weihnachten, am „Hram“ [Tag des Kirchenpatrons] und bei Familienfeiern wie Hochzeiten und dem „Dienstag nach der Hochzeit“, zu dem traditionell das Gebäck „Plăcintă dobrogeană“ der Braut hergestellt wird.
Alle diese besonderen Elemente zusammengenommen bewirken, dass „Plăcintă dobrogeană“ sich von anderen, ähnlichen Erzeugnissen unterscheidet.
Hinweis auf die Veröffentlichung der Produktspezifikation
(Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 2 dieser Verordnung)
https://www.madr.ro/docs/ind-alimentara/2018/documentatie-placinta-dobrogeana/Caiet-de-sarcini-PLACINTA-DOBROGEANA-IGP.pdf