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1.11.2016 |
DE |
Amtsblatt der Europäischen Union |
C 403/5 |
Veröffentlichung eines Antrags gemäß Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel
(2016/C 403/07)
Diese Veröffentlichung eröffnet die Möglichkeit, nach Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates (1) Einspruch einzulegen.
EINZIGES DOKUMENT
„KOPI ARABIKA GAYO“
EU-Nr.: PGI-ID-02115 — 26.1.2016
g.U. ( ) g.g.A. ( X )
1. Name
„Kopi Arabika Gayo“
2. Mitgliedstaat oder Drittland
Indonesien
3. Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels
3.1. Art des Erzeugnisses
Klasse 1.8. Andere unter Anhang I AEUV fallende Erzeugnisse (Gewürze usw.)
3.2. Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt
„Kopi Arabika Gayo“ wird im Gayo-Hochland in den drei Regierungsbezirken „Aceh Tengah“, „Bener Meriah“ und „Gayo Lues“ in einer Höhe von 900 m bis 1 700 m ü. d. M. erzeugt.
„Kopi Arabika Gayo“ ist ein Kaffee, der die nationalen Normen erfüllt. Er wird nach dem typischen „Sumatra-Halbwaschverfahren“, auch „Nassschälverfahren“ genannt, verarbeitet und weist die folgenden Merkmale auf: gleichförmiger Geschmack, helle Säure (kein Indikator — nur ein sensorischer/organoleptischer Effekt während der Kaffeeverkostung), wenig bitter, sehr aromaintensiv. Darüber hinaus ist „Kopi Arabika Gayo“ von einzigartiger Komplexität hinsichtlich Geschmack und Aroma: nussig, karamellig, schokoladig, fruchtig, mit leichter Säure, vollem Körper und lang anhaltendem Abgang.
Im Gayo-Hochland wachsen ausschließlich Arabica-Sorten. Folgende Kaffeesorten bzw. Arabica-Pflanzenarten werden für „Kopi Arabika Gayo“ angebaut: Borbor, Timtim, Ateng Jaluk, S 795 und P-88. Diese Sorten können als Einzelsorte oder in Mischungen verwendet werden.
Die geografische Angabe „Kopi Arabika Gayo“ umfasst folgende Erzeugnisse: Die nach dem Nassschälverfahren hergestellten Kaffeebohnen.
Die Farbe der Kaffeebohnen vor der Nassschälung ist weißgrau, und der Wassergehalt liegt bei 35–40 %).
Nach der Nassschälung ist die Kaffeebohne bläulichgrün, und der Wassergehalt liegt bei 12-12,5 %.
Auf dem internationalen Markt gehandelte „Kopi Arabika Gayo“-Kaffeebohnen haben die Güteklasse 1 (nationale Norm, die auf den Sachmangelwert verweist), d. h. ihr Sachmangelwert ist kleiner als elf pro 300 g. Bei der endgültigen Sortierung nach dem Sieben bleiben Kaffeebohnen mit einer Mindestgröße von 6,5 mm oder größer zurück.
Nur für den Endverbraucher bestimmter Kaffee, der zu 100 % aus „Kopi Arabika Gayo“ besteht, weist — unabhängig von seinem Verarbeitungszustand (roh oder geröstet) — die genannten Merkmale auf.
3.3. Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)
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3.4. Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen
Die folgenden Erzeugungsschritte müssen im geografischen Gebiet von „Kopi Arabika Gayo“ erfolgen:
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die Erzeugung der Kaffeebeeren, |
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die Verarbeitungsverfahren bis zur abschließenden Bohnenverarbeitung. |
3.5. Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen
Das Eintüten der Kaffeebohnen erfolgt im geografischen Gebiet von „Kopi Arabika Gayo“, um die Qualität der Kaffeebohnen zu erhalten und die Rückverfolgbarkeit der Kaffeebohnen sicherzustellen.
3.6. Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen
Kaffee mit der geschützten geografischen Angabe „Kopi Arabika Gayo“ wird den Kunden oder Endverbrauchern auf dem Markt in Verpackungen und Behältern mit folgenden deutlich sichtbaren Angaben angeboten: „Geschützte geografische Angabe“ oder „g.g.A.“, die Bezeichnung „Kopi Arabika Gayo“ (auf Wunsch mit ihrer Übersetzung in eine Amtssprache der EU), das als Kollektivmarke angemeldete Logo „Kopi Arabika Gayo“ und auf Wunsch die Marke der Europäischen Union und das EU-Logo für geschützte geografische Angaben.
4. Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets
„Kopi Arabika Gayo“ wird im Gayo-Hochland in den drei Regierungsbezirken „Aceh Tengah“, „Bener Meriah“ und „Gayo Lues“ in einer Höhe von 900 m bis 1 700 m ü. d. M. erzeugt.
Die Landkarte auf der linken Seite zeigt die drei mit der geografischen Angabe erfassten Bezirke. Die grau und weiß gekennzeichneten Flächen („Hutan Produksi“ und „APL“) stellen den Bereich in diesen drei Bezirken dar, in dem der Kaffee produziert wird.
5. Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet
„Kopi Arabika Gayo“ verdankt seine einzigartige Komplexität hinsichtlich Geschmack und Aroma sowohl den natürlichen Eigenschaften der Anbauregion als auch menschlichen Faktoren. Diesen Qualitäten verdankt Kopi Arabika Gayo sein hohes Ansehen auf dem Markt.
Einfluss natürlicher Faktoren:
„Kopi Arabika Gayo“ stammt aus einem bestimmten Bereich in einer Höhe von 900 bis 1 700 m über dem Meeresspiegel. Die Lage des Gayo-Hochlands wird westlich und östlich durch natürliche Grenzen wie Täler oder Straßen abgesteckt. „Kopi Arabika Gayo“ wächst unter Schatten spendenden Leucanea (eine Gattung der Hülsenfrüchtler, von den Einheimischen Pete genannt). Kaffee, der unter den Bedingungen einer Höhenregion mit geringerer Lichtintensität (etwa 60 % der vollen Sonneneinstrahlung) wächst, durchläuft einen langsameren Reifeprozess. Dieser Prozess führt zu chemischen Verbindungen, durch die das Kaffeearoma seine besondere Note erhält: nussig, karamellig, schokoladig, fruchtig, mit leichter Säure, vollem Körper und lang anhaltendem Abgang.
In diesem Gebiet ist die Luft kalt und trocken mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von 1 834 mm bei 149 Regentagen, durchschnittlich 60–347 mm Niederschlag pro Monat. Die Temperatur beträgt ganzjährig zwischen 16 und 24 °C, während die relative Luftfeuchtigkeit über 80 % liegt. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht beträgt im Höchstfall etwa 5 °C. Infolgedessen tragen „Kopi Arabika Gayo“-Büsche das ganze Jahr über Kaffeekirschen, wobei es zwei Spitzenzeiten für die Ernte gibt, nämlich im März/April und im Oktober/November. Durch die Trageverteilung der Kaffeekirschen im Verlauf des Jahres werden ein übermäßiges Tragen sowie Auswirkungen auf das besondere Aroma des Kaffees (nussig, karamellig, schokoladig, fruchtig, mit leichter Säure, vollem Körper und lang anhaltendem Abgang) vermieden.
Das Gayo-Hochland ist ein feuchtwarmes Tropengebiet. Es besteht aus fruchtbaren vulkanischen Böden (Andosol, Inseptisol, Ultisol und Oxisol). Was die physikalischen Eigenschaften angeht, bestehen die Böden in diesem Gebiet zu gleichen Teilen vor allem aus Sand, Schlamm und Ton. Diese Situation ermöglicht den Kaffeewurzeln ein gutes Wachstum. Die meisten Böden im Gayo-Hochland haben auch gute chemische Eigenschaften, darunter einen hohen bis sehr hohen Anteil an organischer Substanz bzw. organischem Material (Kohlenstoff, C), einen mittleren bis sehr hohen Stickstoffgehalt (Stickstoff insgesamt, N), ein niedriges bis mittleres C/N-Verhältnis sowie optimale pH-Wert-Voraussetzungen für den Kaffeeanbau (5,5 bis 7,0).
Dank der genannten physikalischen und chemischen Bodeneigenschaften weist „Kopi Arabika Gayo“ ein kräftiges Wachstum auf. Eine gesunde Pflanze besitzt in der Regel genügend gesunde Blätter, um das Wachstum der Kaffeebohnen bis zur vollständigen Reife zu schützen. Die Kaffeebohne kann so maximal wachsen und die am besten geeigneten Geschmacksvorläufer ausbilden.
Daher wird der spezifische Geschmack des Kaffees nicht nur von einem einzigen Faktor bestimmt. Vielmehr wird er durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren beeinflusst, insbesondere vom Boden (vor allem Fruchtbarkeit und Höhenlage), vom Pflanzenwachstum (Stärke und Gesundheit) und von den Produktionsmethoden wie dem Einsatz von Schatten spendenden Bäumen, von Krankheits- und Schädlingsbefall (einschließlich physiologischer Störungen), von der Ernte der Kaffeekirschen (Reifegrad und Frische) sowie von der Handhabung nach der Ernte (Halbwasch- und Nassschälverfahren).
Einfluss menschlicher Faktoren:
Neben den oben genannten Faktoren spielen beim „Kopi Arabika Gayo“ auch menschliche Faktoren eine wesentliche Rolle. „Kopi Arabika Gayo“ ist ein Erzeugnis mit hohem Renommee, da es von Menschen angebaut wird, die auf seine Qualität achten.
Das im Hinblick auf die Kaffeequalität relevante Know-how der lokalen Bevölkerung zeigt sich insbesondere in ihren Kaffeeanbauverfahren, dem Pflücken der Kaffeekirschen und der Handhabung nach der Ernte mittels Halbwasch- und Nassschälverfahren.
Was das Anbauverfahren betrifft, wird der Kaffee in Gayo unter Schatten spendenden Bäumen wie Weißkopfmimose (Lamtorogung), Avocado und Mandarine (Jeruk Keprok) angebaut, wobei auf angemessene Düngung und regelmäßiges Zurückschneiden geachtet wird.
Außerdem nutzen die Erzeuger traditionsgemäß unbewässertes Land für Kaffeeplantagen. Darüber hinaus düngen die Landwirte die Kaffeepflanzen gewohnheitsmäßig nur mit organischem Dünger, der vor allem aus einer Kombination von Kaffeeschalen mit verschiedenen regionalen Materialien wie Baumschnitt der Weißkopfmimose (Lamtorogung) und Dung besteht (Karim et al., 2000). Die meisten Landwirte müssen mehr organische Düngemittel verwenden, da viele Anbauflächen wenig P-Nährstoffe haben.
Die Kaffeebauern von Gayo nehmen die Auswahl der roten Kaffeekirschen stets selbst vor, da sie genau wissen, wie sich die Verarbeitung nach der Ernte auf die spätere Kaffeequalität (Aussehen, Geschmack und Aroma) auswirkt.
Was die Handhabung nach der Ernte angeht, verwendet die Kaffeegemeinschaft im Gayo-Hochland das Nassschälverfahren. Hierbei wird die Pergamenthülle entfernt, d. h. die Kaffeebohnen werden „geschält“, wenn die Kaffeebohnen mit der Pergamenthülle noch feucht sind (Feuchtigkeitsgehalt 35-40 %). Die durch Nassschälung verarbeiteten Kaffeebohnen entwickeln einen vollen Körper, eine helle Säure und ein komplexes nussiges, karamelliges, schokoladiges, fruchtiges Aroma mit leichter Säure, vollem Körper und lang anhaltendem Abgang. Der Feuchtigkeitsgehalt liegt bei 12–12,5 % — diese Merkmale werden zu Handelszwecken kontrolliert.
Renommee des „Kopi Arabika Gayo“:
Der Name „Gayo“ ist eng mit der Kaffeeproduktion verbunden. Dieses Gebiet ist traditionell für seine Kaffeeproduktion bekannt, die ein integraler Bestandteil der lokalen Kultur ist.
„Kopi Arabika Gayo“ hat eine lange Geschichte. Sie begann während der niederländischen Kolonialzeit mit einem Versuchsgarten in Berendal, einem Dorf im Bezirk Aceh Tengah, und weitete sich später auf alle Gebiete im Gayo-Hochland aus. Dank der lokalen Anbautradition wird in der Region Qualitätskaffee erzeugt. Daher genießt „Kopi Arabika Gayo“ ein hohes Ansehen und ist als einer der sortenreinen Kaffees Indonesiens und als besondere Spezialität bekannt.
Mehrere wissenschaftliche Veröffentlichungen bestätigen den guten Ruf des Kopi Arabika Gayo:
Evaluation Criteria of Land Suitability to Arabica Gayo coffee in the Gayo Highlands/Evaluasi Kriteria Kesesuaian Lahan Kopi Arabika Gayo di Dataran Tinggi Gayo - R Salima, A Karim, S Sugianto - Jurnal Manajemen …, 2012 - jurnal.unsyiah.ac.id; Guide to raise and process Gayo Arabica Coffee/Panduan Budidaya dan Pengolahan Kopí Arabika Gayo — S Mawardi, R Hulupi, A Wibawa, S Wiryaputra — 2008
(1) ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1.