BERICHT DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DEN RAT ÜBER DIE TÄTIGKEITEN DER EIB AUSSERHALB DER UNION IM RAHMEN DER EU-HAUSHALTSGARANTIE IM JAHR 2013 UND ÜBER DIE ANWENDUNG DES BESCHLUSSES NR. 1080/2011/EU VOM 25. OKTOBER 2011 IM HINBLICK AUF DIE IM ZEITRAUM 2007 BIS JUNI 2014 UNTERZEICHNETEN EIB-FINANZIERUNGEN /* COM/2014/0674 final */
1. EINLEITUNG Nach dem Beschluss
Nr. 1080/2011/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober
2011 über eine Garantieleistung der Europäischen Union für etwaige Verluste der
Europäischen Investitionsbank aus Darlehen und Darlehensgarantien für Vorhaben
außerhalb der Union[1] (nachfolgend „Beschluss“ bzw. „EU-Garantie“) muss die Kommission
alljährlich über die im Rahmen der EU-Garantie durchgeführten Finanzierungen
der Europäischen Investitionsbank (EIB) Bericht erstatten. Dabei stützt sie sich
auf die von der EIB vorgelegten Jahresberichte. Der vorliegende Bericht enthält darüber hinaus
eine Zusammenfassung der Finanzierungen, die die EIB im Jahr 2013 in den
unter den Beschluss fallenden Regionen auf eigenes Risiko durchgeführt hat. Die
EIB-Finanzierungen in den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP)
und den überseeischen Ländern und Gebieten (ÜLG) sind Gegenstand eines
gesonderten Jahresberichts der EIB[2]. Nach Artikel 17 des Beschlusses hat die
Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Abschlussbericht über
die Anwendung des Beschlusses vorzulegen. Dieser Abschlussbericht ist im Anhang
enthalten und erstreckt sich auf die Finanzierungen in Drittländern, die die
EIB von 2007 bis zum 30. Juni 2014 unterzeichnet hat, nachdem die Laufzeit
des Beschlusses um sechs Monate verlängert worden war. Detailliertere Informationen und statistische
Tabellen zu den oben genannten Tätigkeiten, auch auf Projekt-,
Sektor-, Länder- und Regionalebene, enthält die beigefügte
Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen (Staff Working Document, „SWD“). Nachdem der neue Rahmen für die
Ergebnismessung (REsults Measurement, REM) nun schon zwei Jahre lang angewandt
worden ist, enthält der vorliegende Bericht detailliertere Angaben zu den Ergebnissen,
die bei den 2013 unterzeichneten EIB-Finanzierungen zu erwarten sind. Die
tatsächlich erreichten Ergebnisse werden im SWD anhand von sechs ausgewählten
Fallstudien zu laufenden Finanzierungen präsentiert. Am 16. April 2014 verabschiedeten das
Europäische Parlament und der Rat den neuen Beschluss Nr. 466/2014/EU[3] über eine Garantieleistung der Europäischen Union für etwaige Verluste
der Europäischen Investitionsbank aus Finanzierungen zur Unterstützung von
Investitionsvorhaben außerhalb der Union im Zeitraum 2014-2020. 2. WICHTIGSTE ERGEBNISSE Mit dem Beschluss wird
die Obergrenze für das allgemeine Mandat auf 27 484 Mio. EUR und
ein zusätzlicher Betrag von 2 000 Mio. EUR für das inzwischen
aktivierte Klimaschutzmandat festgesetzt. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen erhöhten
sich die Unterzeichnungen der EIB in den unter den Beschluss fallenden Regionen
2013 auf 6,8 Mrd. EUR (2012: 6,5 Mrd. EUR). Die
Finanzierungen im Rahmen der EU-Garantie stiegen um rund 0,4 Mrd. EUR
auf 4,4 Mrd. EUR, während die von der EIB auf eigenes Risiko
durchgeführten Finanzierungen um ca. 0,1 Mrd. EUR auf 2,4 Mrd. EUR
zurückgingen. Die EIB stellte weiterhin ihr großes
Engagement für die Klimaschutzagenda der EU unter Beweis. Insgesamt erreichten
die Darlehensunterzeichnungen für Klimaschutzmaßnahmen in den vom Außenmandat
im Sinne des Beschlusses abgedeckten Regionen 2013 2,1 Mrd. EUR bzw. 31 %
der gesamten Unterzeichnungen. Im Januar 2012 führte die EIB den REM ein, der
die Ergebnismessung und die Berichterstattung über die Ergebnisse und
Auswirkungen der EIB-Tätigkeit gemäß den Vorgaben des Beschlusses verbessern
soll. Eine Vielzahl objektiv messbarer und für die Überwachung geeigneter
Indikatoren wurde entwickelt, an denen sich die Bewertung während der gesamten
Projektdauer orientiert. Die erwarteten Ergebnisse aller EIB-Finanzierungen,
die 2013 unterzeichnet wurden, sind im SWD zusammengefasst. Der EIB-eigene
Bericht über die Ergebnisse ihrer Finanzierungen außerhalb der EU wurde auf der
Website[4] der Bank veröffentlicht. Der Beschluss sieht vor, dass die
Finanzierungen der EIB außerhalb der Union und die außenpolitischen Maßnahmen,
Programme und Instrumente der EU besser aufeinander abgestimmt werden sollen.
Im Jahr 2013 hat die EIB ihre enge Zusammenarbeit mit der Kommission und dem
Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) fortgesetzt, um die Konsistenz und die
Kohärenz der EIB-Finanzierungen mit der auswärtigen EU-Politik zu stärken. In
diesem Zusammenhang wurde die Vereinbarung zwischen der Europäischen Kommission
und der EIB aktualisiert und auf den EAD erweitert; am 12.9.2013 wurde sie von
den Beteiligten unterzeichnet. 3. FINANZIERUNGEN 3.1. Überblick
über die EIB-Finanzierungsvolumen in den unter den Beschluss fallenden Regionen Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick
über das Volumen der EIB-Finanzierungen 2013 in den unter den Beschluss
fallenden Regionen. Tabelle 1: Unterzeichnete EIB-Finanzierungen in
Drittländern 2013 Länder || Finanzierungen im Rahmen des Mandats || EIB-Finanzierungen auf eigenes Risiko || Insgesamt (Mio. EUR) || Pauschalgarantie || Deckung politischer Risiken || Insgesamt Heranführungsländer || 960 || 0 || 960 || 1998 || 2958 Mittelmeerländer || 397 || 133 || 530 || 0 || 530 Östliche Nachbarschaft, Russland || 1126 || 560 || 1686 || 119 || 1805 Asien und Lateinamerika || 782 || 215 || 997 || 242 || 1240 Südafrika || 0 || 260 || 260 || 0 || 260 Insgesamt || 3265 || 1168 || 4433 || 2359 || 6793 Anmerkungen:
Zusätzlich zu den oben genannten Beträgen aus EIB-Eigenmitteln wurden in den
Mittelmeerländern aus Drittmitteln Beteiligungs- und Mikrofinanzierungen im
Umfang von 53 Mio. EUR unterzeichnet. Der Anteil der Tätigkeit im Rahmen des
EU-Mandats am Gesamtvolumen erhöhte sich 2013 um 4 % auf 4,43 Mrd.
EUR (2012: 3,96 Mrd. EUR) bzw. 65 % der gesamten Finanzierungen in
den unter den Beschluss fallenden Regionen im Jahr 2013. Der Großteil (85 %)
der auf eigenes Risiko der EIB unterzeichneten Finanzierungen entfielt auf die
Heranführungsländer. Im Jahr 2013 waren 74 % der im Rahmen des
Mandats unterzeichneten Darlehen von einer Pauschalgarantie (3,26 Mrd. EUR)
gedeckt, die für staatliche und substaatliche Finanzierungen zur Anwendung
kommt, während 26 % unter die Garantie zur Deckung politischer Risiken für
den privaten Sektor (1,17 Mrd. EUR) fielen und alle anderen Risiken
von der EIB getragen wurden. Bei den Zins- und Tilgungszahlungen der
syrischen Regierung kam es 2013 zu weiteren Ausfällen.[5] Während die EIB den
Garantiefonds 2012 noch mit insgesamt 42 Mio. EUR in Anspruch
genommen und 2,1 Mio. EUR beigetrieben hatte, rief die EIB 2013 weitere 64,8 Mio.
EUR aus dem Fonds ab. Schaubild 1:
Jährliche Entwicklung der Finanzierungen in Drittländern aus EIB-Eigenmitteln Ende 2013 (siehe Tabelle 2) belief sich
der Gesamtbetrag der im Rahmen des Beschlusses unterzeichneten Finanzierungen
(abzüglich annullierter Beträge) auf 27 Mrd. EUR bzw. 92 % des
im Rahmen des Mandats vorgesehenen Höchstbetrags. Insgesamt 2,46 Mrd. EUR
standen für neue EIB-Finanzierungen im Rahmen des Mandats zur Verfügung. Da das
Europäische Parlament und der Rat noch keinen neuen Beschluss erlassen hatten,
wurde der Beschluss Ende 2013 automatisch um sechs Monate verlängert. Tabelle 2:
Gesamte EIB-Unterzeichnungen und -Auszahlungen im Rahmen des Mandats (2007-2013) Mio. EUR || Obergrenze || Nettounterzeichnungen || Nettounterzeichnungen in % des Höchstbetrags || Auszahlungen || Nettoauszahlungen in % der Nettounterzeichnungen Heranführungsländer || 9 048 || 8 949 || 99 % || 5 648 || 63 % Mittelmeerländer || 9 700 || 8 381 || 86 % || 4 145 || 49 % Östliche Nachbarschaft, Russland || 3 848 || 3 844 || 100 % || 898 || 23 % Asien und Lateinamerika || 3 952 || 3 284 || 83 % || 2 322 || 71 % Südafrika || 936 || 911 || 97 % || 558 || 61 % Allgemeines Mandat insgesamt || 27 484 || 25 369 || 92 % || 13 571 || 53 % Klimaschutzmandat (2011-2013) || 2 000 || 1 656 || 83 % || 217 || 13 % Mandat insgesamt || 29 484 || 27 025 || 92 % || 13 788 || 51 % Hinweis: Die
Auszahlungsbeträge werden zu dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden
Wechselkurs in Euro umgerechnet. Aus Tabelle 2 wird deutlich, dass die EIB
die regionalen Obergrenzen in den Heranführungsländern, den Ländern der
östlichen Nachbarschaft und in Südafrika Ende 2013 erreicht oder nahezu
erreicht hatte. Spielraum gab es vor allem noch in den Mittelmeerländern und
den Ländern Asiens und Lateinamerikas. Der Beschluss sieht die Möglichkeit vor,
bis zu 10 % der Mittel zwischen den Regionalplafonds umzuschichten. Was die Auszahlungen angeht, die ein Indikator
für den Stand der Projektdurchführung sind, so waren Ende 2013 51 % der im
Rahmen des Beschlusses unterzeichneten Nettobeträge (13,8 Mrd. EUR)
ausgezahlt worden. Dies entspricht der üblichen durchschnittlichen
Zeitverzögerung zwischen Unterzeichnung und Auszahlung. In Asien und
Lateinamerika, wo 71 % der unterzeichneten Nettobeträge abgerufen wurden,
kamen die Finanzierungen gut voran, gefolgt von den Heranführungsländern (63 %)
und Südafrika (61 %). In den Ländern der östlichen Nachbarschaft und
Russland blieben die Auszahlungen mit 23 % der Nettounterzeichnungen
unterdurchschnittlich, was die anfänglichen Verzögerungen bei der
Projektdurchführung und in der Verwaltung der Empfängerländer widerspiegelt. Da
das Klimaschutzmandat erst 2011 aktiviert wurde, ist die Auszahlungsrate im
Rahmen dieses Mandats vergleichsweise gering. Tabelle 3: Jährliche Darlehensunterzeichnungen im
Rahmen des aktuellen Beschlusses (2007-2013) Mio. EUR || 2007 (*) || 2008 || 2009 || 2010 || 2011 || 2012 || 2013 || Insgesamt brutto || Annullierungen || Insgesamt netto Heranführungsländer || 389 || 2 009 || 2 859 || 1 535 || 874 || 821 || 610 || 9 096 || 147 || 8 949 Mittelmeerländer || 1 205 || 1 195 || 1 510 || 2 009 || 926 || 1 305 || 530 || 8 680 || 299 || 8 381 Östliche Nachbarschaft, Russland || 0 || 170 || 233 || 631 || 675 || 934 || 1 443 || 4 085 || 241 || 3 844 Asien und Lateinamerika || 305 || 469 || 1 051 || 643 || 310 || 300 || 584 || 3 662 || 378 || 3 284 Südafrika || 0 || 203 || 280 || 50 || 115 || 100 || 260 || 1 008 || 96 || 912 Allgemeines Mandat insgesamt || 1 899 || 4 045 || 5 932 || 4 867 || 2 900 || 3 460 || 3 427 || 26 530 || 1 161 || 25 369 Klimaschutzmandat (2011-2013) || || || || || 150 || 500 || 1 006 || 1 656 || -- || 1 656 Heranführungsländer || || || || || 150 || - || 350 || 500 || -- || 500 Mittelmeerländer || || || || || || 350 || - || 350 || -- || 350 Östliche Nachbarschaft, Russland || || || || || || - || 243 || 243 || -- || 243 Asien und Lateinamerika || || || || || || 150 || 413 || 563 || -- || 563 Südafrika || || || || || || - || - || - || -- || - Mandat insgesamt || 1 899 || 4 045 || 5 932 || 4 867 || 3 050 || 3 960 || 4 433 || 28 186 || 1161 || 27 025 || (*) Bis zum 31. Juli 2007 wurden Darlehen auch noch aufgrund des vorhergehenden Beschlusses (2000-2007) vergeben. 2013 wurden im
Rahmen des Beschlusses 42 neue Projekte unterzeichnet gegenüber 43 im Jahr
2012. Siehe nachstehende Tabelle. Tabelle 4: Anzahl der unterzeichneten
Finanzierungen 2013 nach Region Regionen || Mandat || EIB eigenes Risiko || Insgesamt || Drittmittel Asien und Lateinamerika || 11 || 2 || 13 || - Mittelmeerländer || 7 || - || 7 || 9 Heranführungsländer || 6 || 19 || 25 || - Östliche Nachbarschaft, Russland || 16 || 1 || 17 || - Südafrika || 2 || - || 2 || - Multiregional* || - || 4 || 4 || - Insgesamt || 42 || 26 || 68 || 77 * Unterzeichnete
Finanzierungen mit Schwerpunkt auf zwei oder mehr Regionen. Die
Heranführungsländer waren 2013 erneut die größte Empfängerregion von
EIB-Finanzierungen außerhalb der EU. Die dortigen Unterzeichnungen in Höhe von
insgesamt 2,96 Mrd. EUR (25 neue Finanzierungen) machten 43,5 %
der gesamten Finanzierungstätigkeit in den unter den Beschluss fallenden
Regionen aus. Die EIB richtete Kreditlinien vorzugsweise auf KMU und
transeuropäische Infrastrukturprojekte aus. Die Darlehensvergabe im Rahmen der
EU-Garantie sank auf 0,96 Mrd. EUR und die Darlehensvergabe im Rahmen der
auf eigenes Risiko geführten Vorbeitrittsfazilität erreichte 2,0 Mrd. EUR,
gegenüber EUR 2,3 Mrd. im Jahr 2012 (siehe Tabelle 1). Aufgrund der politischen Entwicklungen wurden
die Bedingungen für die Tätigkeit in den Mittelmeerländern 2013 schwierig. Die
Tätigkeit der EIB ging um 66 % zurück, von 1,7 Mrd. EUR im Jahr 2012
auf 0,6 Mrd. EUR (16 neue Finanzierungen). Wie in den Vorjahren waren die
Sektoren Energie und Verkehr die größten Empfänger von EIB-Finanzierungen in
der Mittelmeerregion. Auch verstärkte die EIB ihre Kreditvergabe an den
privaten Sektor, wobei neun private Beteiligungs- und Mikrofinanzierungen aus
Drittmitteln unterzeichnet wurden. Die EIB-Finanzierungen in den Ländern der
östlichen Nachbarschaft und Russland erhöhten sich mit 17 neuen Vorhaben
auf 1,8 Mrd. EUR (siehe Tabellen 1 und 4). Zurückzuführen war dies
hauptsächlich auf die Tätigkeit in Russland. Allerdings musste die EIB aufgrund
der politischen Entwicklungen drei Finanzierungen in der Ukraine und Russland
zurückstellen, die andernfalls im Mandatszeitraum abgeschlossen worden wären.
Die Unterzeichnung weiterer potenzieller Finanzierungen in Russland wird den
einschlägigen EU-Sanktionen unterliegen. Die Kommission wird die
Wahrscheinlichkeit einer weiteren Inanspruchnahme (und möglicherweise
notwendigen Auffüllung) des Garantiefonds beobachten und bewerten. Außerdem ist der Dialog zwischen der EU und
Russland über Verkehrsfragen seit 2012 eingefroren. Die Bedingungen für eine
Wiederaufnahme der Zusammenarbeit im Verkehrsbereich sind bislang nicht
erfüllt, und die allgemeinen bilateralen Beziehungen haben sich im Zuge der
Ukraine-Krise im Laufe von 2014 weiter verschlechtert. In Asien und Lateinamerika erhöhte sich die
Darlehensvergabe insgesamt auf 1,24 Mrd. EUR (gegenüber 700 Mio. EUR im
Jahr 2012). Wie Tabelle 5 zeigt, waren Kreditlinien
für Finanzinstitute zugunsten der Entwicklung des privaten Sektors gemessen am
Volumen der 2013 unterzeichneten Darlehen die wichtigste Tätigkeit,
insbesondere in den Heranführungsländern und den Ländern der östlichen
Nachbarschaft. Darauf folgten – insbesondere in Asien und Lateinamerika – die
Bereiche Energie, Verkehr und Stadtentwicklung. Nachstehend die Aufschlüsselung
nach Sektoren und Regionen. Tabelle 5:
Sektorale Aufschlüsselung der 2013 in Drittländern unterzeichneten
Finanzierungen im Rahmen des Mandats auf eigenes Risiko der EIB Mio. EUR || Heranführungsländer || Mittelmeerländer || Östliche Nachbarschaft & Russland || Asien und Lateinamerika || Südafrika || Insgesamt Energie || 199 || 253 || 105 || 867 || 110 || 1,534 Verkehr || 460 || 50 || 438 || - || || 948 Wasser, Abwasser || 6 || 77 || 64 || 60 || || 207 Kreditlinien || 1,450 || 80 || 1,193 || 283 || || 3,006 Landwirtschaft, Fischerei und Fortwirtschaft || 150 || || 6 || 21 || || 177 Industrie || || 20 || || 9 || || 29 Finanzdienstleistungen || 192 || || || - || || 192 Telekommunikation || 300 || || || - || || 300 Stadtentwicklung || 200 || 50 || || - || 150 || 400 Insgesamt || 2,958 || 530 || 1,805 || 1,240 || 260 || 6,793 Anmerkung: Zusätzlich
zu den oben genannten Beträgen wurden in den Mittelmeerländern aus Drittmitteln
Beteiligungs- und Mikrofinanzierungen im Umfang von 53 Mio. EUR
unterzeichnet. 3.2. Beitrag zu den politischen Zielen der EU Im Beschluss werden drei übergeordnete
horizontale Ziele für alle von der EU-Haushaltsgarantie abgedeckten Regionen
definiert (im Folgenden „Mandatsziele“): i) Klimaschutz und Anpassung an den
Klimawandel; ii) Entwicklung der sozialen und
wirtschaftlichen Infrastruktur; iii) Entwicklung des privaten Sektors
auf lokaler Ebene, insbesondere Unterstützung von KMU. Darüber hinaus sollen die EIB-Finanzierungen
zur Verwirklichung der allgemeinen Grundsätze des auswärtigen Handelns, die in
Artikel 21 EUV verankert sind, und zur regionalen Integration der
Partnerländer, unter anderem zur wirtschaftlichen Integration zwischen
Heranführungsländern, Nachbarschaftsländern und EU, beitragen. Die technischen regionalen operativen
Leitlinien[6]
sollen gewährleisten, dass die EIB-Finanzierungen im Rahmen der EU-Garantie mit
den entsprechenden außenpolitischen Maßnahmen, Programmen und Instrumenten der
EU in den unter den Beschluss fallenden Regionen im Einklang stehen und sie
ergänzen. Nachstehendes Schaubild zeigt den Beitrag zu
den verschiedenen Mandatszielen, wobei sowohl die Finanzierungen im Rahmen des
Mandats als auch die Finanzierungen auf eigenes Risiko der EIB im Jahr 2013
berücksichtigt werden. Fast die Hälfte der Finanzierungen trägt zu mehr als
einem Ziel bei. Besonders relevant ist dies bei Klimaschutzprojekten. Schaubild 2: Beitrag zum Mandatsziel (%) Klimaschutz und Anpassung an den
Klimawandel Im Jahr 2013 hat die EIB ihre Darlehensvergabe für Klimaschutzmaßnahmen
weiter verstärkt. Durch die Aufstockung der Mittel für das Klimaschutzmandat um
2 Mrd. EUR konnten über die aufstrebenden Marktwirtschaften hinaus
auch Entwicklungsländer einbezogen werden, in denen in den Klimaschutz
investiert wird. Bis Jahresende 2013 waren die (im Oktober 2011 freigegebenen)
Mittel im Umfang von 2 Mrd. EUR zu 83 % verbraucht und der Rest bereits
für weitere anstehende Maßnahmen verplant, die dann tatsächlich vor Ablauf des
Mandats im Juni 2014 unterzeichnet wurden. Kräftig blieb die Darlehensvergabe
für Klimaschutzmaßnahmen in Asien mit fast 90 % der Unterzeichnungen,
während sie in Lateinamerika und Asien knapp 50 % und in Südafrika 88 %
der neuen Finanzierungen erreichte. Im Mittelmeerraum waren 50 % der 2013
unterzeichneten Finanzierungen für Klimaschutzmaßnahmen bestimmt. Erhebliche
Mittel zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen wurden auch für Projekte in
den Heranführungsländern und den Ländern der östlichen Nachbarschaft
bereitgestellt, doch insgesamt ist deren Anteil dort geringer, weil andere
Prioritäten für die Darlehensvergabe stärker im Vordergrund stehen,
insbesondere die Entwicklung des privaten Sektors. Tabelle 6: Unterzeichnete
Klimaschutzfinanzierungen in den unter das Mandat fallenden Regionen 2013 || Klimaschutzfinanzierung im Rahmen von || Klimaschutz insgesamt || in % aller Unterzeichnungen Mio. EUR || Klimaschutzmandat || Allgemeines Mandat || Auf eigenes Risiko der EIB Asien || 286 || 127 || 51 || 464 || 88 % Zentralasien || 127 || || || 127 || 58 % Lateinamerika || || 52 || 191 || 243 || 49 % Mittelmeerländer || || 253 || || 253 || 48 % Heranführungsländer || 350 || || 159 || 509 || 17 % Östliche Nachbarschaft, Russland || 243 || 5 || 19 || 267 || 15 % Südafrika || || 230 || || 230 || 88 % Mandatsregionen insgesamt || 1006 || 667 || 421 || 2,094 || 31 % Der Energiesektor
machte den größten Teil der Klimaschutzfinanzierungen aus, sowohl bezogen auf
das Finanzierungsvolumen (1,3 Mrd. EUR) als auch die Zahl der Projekte
(16), was vor allem die kräftige Nachfrage nach Investitionen in
Energieeffizienz und erneuerbare Energien widerspiegelte. Andere Projekte, die
zum Klimaschutzziel der EIB beitrugen, entfielen auf die Bereiche nachhaltiger
Verkehr (357 Mio. EUR) und Stadtentwicklung (177 Mio. EUR) oder auch
„natürliche Ressourcen“ (120 Mio. EUR). Im Jahr 2013 beliefen sich die
Darlehensunterzeichnungen für Klimaschutzmaßnahmen auf 2,1 Mrd. EUR
bzw. 31 % der gesamten EIB-Finanzierungen in den vom Beschluss abgedeckten
Regionen. Dieser Anteil liegt über dem 25 %-Ziel der EIB. Das relativ hohe
Volumen der Unterzeichnungen im Jahr 2013 erklärt sich dadurch, dass
vergleichsweise viele Projekte unterzeichnet wurden. Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen
Infrastruktur Die EIB unterzeichnete in Drittländern
insgesamt 46 Finanzierungen im Wert von 3,6 Mrd. EUR zur
Unterstützung des Ausbaus der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur in
verschiedenen Sektoren. Dazu zählten neun Intermediärfinanzierungen, bei denen
die spätere Aufteilung auf Sektoren nicht im Voraus bekannt ist. Wie in den
Vorjahren entfiel der größte Teil auf die Sektoren Energie (18 Projekte)
und Verkehr (10 Projekte). Entwicklung des privaten Sektors auf
lokaler Ebene, insbesondere Unterstützung von KMU Die EIB unterstützt die Entwicklung der
lokalen Privatwirtschaft auf verschiedene Weise, zumeist über Kreditlinien für
Finanzintermediäre (vor allem Banken), die die Kredite dann an kleine und
mittlere Unternehmen weiterreichen. Bei 36 der 51 Finanzierungen zur
Unterstützung der Privatsektorentwicklung in Drittländern auf lokaler Ebene
handelte es sich um Darlehen an Finanzintermediäre, die 3,3 Mrd. EUR zur
Weitergabe an KMU und mittlere Börsenunternehmen erhielten. Bei weiteren 12 %
dieser Finanzierungen handelte es sich um direkte Darlehen an größere private
Unternehmen und bei neun Finanzierungen um Investitionen in
Private-Equity-Fonds und Mikrofinanzierungsinstitute (MFI). Regionale Integration In einer Reihe von Sektoren wird erwartet,
dass die Projekte einen Beitrag zur regionalen Integration leisten. Bei sechs
der 17 Projekte (1,1 Mrd. EUR) zur Förderung der regionalen
Integration handelt es sich um direkte Finanzierungen im Verkehrssektor, vor
allem um grenzüberschreitende Straßen und regionale Flugsicherungsnetze. Vier
Projekte tragen über den Energiesektor zur regionalen Integration bei. Am
stärksten ausgeprägt war dieser Aspekt in den Vorbeitrittsländern und den
Ländern der östlichen Nachbarschaft, auf die sich rund drei Viertel des
gesamten Darlehensvolumens zur Unterstützung der regionalen Integration
konzentrieren. 3.3. Auswirkungen
und Mehrwert der EIB-Finanzierungen Der REM-Rahmen sorgt dafür, dass die
EIB-Finanzierungen über ihre gesamte Lebensdauer hinweg bewertet werden. Er
hilft bei der Auswahl solider Projekte, die auf der Basis konkreter Ergebnisse
den Prioritäten der EU entsprechen und bei denen die Einbindung der EIB einen
Mehrwert bringt. Bei der Bewertung werden Ergebnisindikatoren mit Ausgangs- und
Zielwerten festgelegt, die die erwarteten wirtschaftlichen, sozialen und
ökologischen Auswirkungen der Finanzierung erfassen. Der an diesen
Leistungsindikatoren gemessene Erfolg wird während der gesamten Projektlaufzeit
überwacht und zu zwei zentralen Zeitpunkten gemeldet: im Falle direkter
Finanzierungen beim Projektabschluss und drei Jahre nach Projektabschluss
(„post competion“), im Falle privater Beteiligungsfonds am Ende des
Anlagezeitraums und am Ende der Fondslaufzeit und im Falle von
Intermediärfinanzierungen am Ende des Zuteilungszeitraums. Die Projekte werden nach drei „Säulen“
beurteilt: i) Im Rahmen der ersten Säule werden
der erwartete Beitrag zu den Prioritäten der der EU und der betreffenden Länder
sowie die Förderfähigkeit im Rahmen der Ziele des EIB-Mandats bewertet. ii) Bei der zweiten Säule geht es um
die Qualität und Solidität der Finanzierung, wobei die erwarteten Ergebnisse
zugrunde gelegt werden. iii) Die dritte Säule 3 misst die
erwartete finanzielle und nichtfinanzielle Additionalität des EIB-Beitrags. Detailliertere Informationen zum
konzeptionellen Rahmen des REM enthält das SWD. Da es mehrere Jahre dauern
wird, bis die Ergebnisse der Finanzierungen im Rahmen des 2012 eingeführten REM
feststehen, stützt sich das SWD auf sechs Fallstudien, anhand deren über die
Ergebnisse von noch laufenden Projekten berichtet wird. Daher werden die
erwarteten Ergebnisse im Folgenden für alle in den Mandatsregionen
unterzeichneten Regionen präsentiert und erörtert. Schaubild 3: Verteilung der erwarteten
REM-Bewertungen der unterzeichneten Projekte nach Säulen Erwartete Ergebnisse aller 2013
unterzeichneten Finanzierungen in den Mandatsregionen: Wie die Verteilung der Bewertungen für die erste
Säule zeigt, dürfte mehr als die Hälfte der 2013 unterzeichneten Darlehen
einen ausgezeichneten Beitrag zu den Mandatszielen leisten, d. h. einen
großen Beitrag sowohl zu den eigenen Entwicklungszielen des Landes als auch den
Prioritäten der EU für das betreffende Land bzw. die betreffende Region.
Projekte, bei denen ein „guter“ Beitrag erwartet wird, stehen in Einklang mit
den Mandatszielen und könnten einen großen Beitrag entweder zu den eigenen
Entwicklungszielen des betreffenden Landes oder den Zielen der EU und einen
moderaten Beitrag zu den jeweils anderen Zielen leisten. Was die zweite Säule angeht, dürften 9 %
der unterzeichneten Finanzierungen eine ausgezeichnete Bewertung erhalten,
darunter direkte Finanzierungen mit einer wirtschaftlichen Rendite von über 15 %
oder Intermediärfinanzierungen (Kreditlinien), die in einem vergleichsweise risikoarmen
Umfeld einen außerordentlichen Beitrag zur Verbesserung des
Finanzierungszugangs und zur Entwicklung des Finanzsektor leisten. Über 86 %
der Finanzierungen dürfte mit „gut“ abschneiden. Dabei handelt es sich um
direkte Finanzierungen mit einer Rendite von durchschnittlich 10 % bis 15 %
oder Intermediärfinanzierungen, die in einem risikoreichen Umfeld mit
ungewisseren Ergebnissen einen Beitrag zur Verbesserung des
Finanzierungszugangs und zur Entwicklung des Finanzsektor leisten. Die Bewertungen im Rahmen der dritten Säule
zeigen, dass rund 21 % der 2013 unterzeichneten Darlehen vermutlich eine
hohe Additionalität aufweisen – typischerweise, indem sie die längste am Markt
verfügbare Laufzeit für den Kreditnehmer um über 100 % verlängern, die
wirtschaftliche Nutzungsdauer der zu finanzierenden Vermögenswerte zu
mindestens 80 % abdecken und eine wichtige Rolle bei der
Projektvorbereitung, Strukturierung und/oder Unterstützung der Umsetzung
spielen. Weitere 62 % dürften einen guten Beitrag leisten, indem sie
erhebliche Additionalität aufweisen – typischerweise in Form einer Kombination aus
einem signifikanten technischen und sektoralen Beitrag oder einem höheren Niveau
in Bezug auf Qualitätsstandards und -sicherung. Bei den 17 % der
unterzeichneten Finanzierungen, deren Additionalität als moderat eingestuft
wurde, handelte es sich in der Regel um Standardprodukte, die nur eines
begrenzten Beitrags zur Projektgestaltung, -strukturierung oder -umsetzung
bedurften. 4. ZUSAMMENARBEIT
MIT DER KOMMISSION Das zugehörige SWD enthält eine Übersicht über
die bestehenden Rahmen, in denen die EIB und die Kommission 2013
zusammengearbeitet haben, um die Kohärenz der gesamten EU-Unterstützung in den
unter den Beschluss fallenden Regionen zu stärken, sowie eine Übersichtstabelle
mit den von der EIB aufgrund ihrer Verwaltung von EU-Haushaltsmitteln
unterzeichneten Finanzierungsvolumen. Außerdem werden im SWD einige der
wichtigsten zwischen den beiden Institutionen 2013 koordinierten Aktivitäten
beschrieben. 5. ZUSAMMENARBEIT MIT INTERNATIONALEN FINANZINSTITUTIONEN Die Zusammenarbeit mit anderen internationalen
Finanzinstitutionen (IFI) ist Bestandteil der EIB-Aktivitäten. Sie reicht vom
Dialog über institutionelle Angelegenheiten, horizontale Themen und thematische
Aspekte sowie gegenseitige Konsultation bis hin zu verstärkter operativer
Kofinanzierung und Arbeitsteilung. 2013 machten die mit anderen IFI oder
europäischen bilateralen Einrichtungen gemeinsam durchgeführten Finanzierungen 47 %
aller EIB-Unterzeichnungen im Rahmen der EU-Garantie aus. Das SWD enthält eine
Aufstellung der kofinanzierten Maßnahmen, die 2013 in den unter das Mandat
fallenden Regionen unterzeichnet wurden. Der Dialog zwischen den IFI findet zum großen
Teil in spezialisierten Arbeitsgruppen statt, die regelmäßig zusammentreten, um
sich über bewährte Verfahren auszutauschen oder spezielle Fragen zu erörtern.
Eine dieser Gruppen arbeitet an der Harmonisierung der Ergebnisse zwischen den
im privaten Sektor tätigen Finanzinstituten, und eine ähnliche Arbeitsgruppe
wurde 2013 für die Harmonisierung der Ergebnisse bei Projekten des öffentlichen
Sektors eingerichtet. Darüber hinaus werden Ad-hoc-Arbeitsgruppen
für spezielle Themen eingesetzt; so nehmen beispielsweise die G20 und die G8
häufig den Input der Weltbank und multilateraler Entwicklungsbanken in
Anspruch. Die EIB beteiligt sich auch an anderen Dialoginitiativen wie dem
Treffen der Leiter der multilateralen Entwicklungsbanken, das im Januar 2014
von der Europäischen Investitionsbank veranstaltet wurde. Die EIB spielt auch
eine zentrale Rolle in der EU-Plattform für die Mischfinanzierung in der
externen Zusammenarbeit. [1] ABl. L 280 vom 27.10.2011, S. 1. [2] „Annual Report 2013 on EIB activity in Africa, the
Caribbean and Pacific, and the overseas territories“, EIB – 6/2014 – ISBN 978-92-861-2059-6. [3] ABl. L 135 vom 8.5.2014, S. 1. [4]
http://www.eib.org/attachments/country/eib_rem_annual_report_2013_en.pdf [5] Siehe Bericht der Kommission an das Europäische
Parlament und den Rat über die Situation und die Verwaltung des Garantiefonds
im Haushaltsjahr 2013 – COM(2014) 463 final vom 16.7.2014 und SWD (2014) 241
final. [6] Siehe Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen SWD – COM(2012) 357
final. Gemäß Beschluss Nr. 1080/2011/EU
vom 25. Oktober 2011 hat die Kommission dem Europäischen Parlament und dem
Rat einen Abschlussbericht über die Anwendung des Beschlusses vorzulegen.
Nachdem der Beschluss um sechs Monate verlängert wurde, bezieht sich der
vorliegende Abschlussbericht nunmehr auf alle EIB-Finanzierungen, die im
Zeitraum 2007 bis 30. Juni 2014 unterzeichnet wurden[1]. Er ergänzt den
Jahresbericht 2013 über die Tätigkeit der EIB außerhalb der Union im Rahmen der
EU-Haushaltsgarantie und berücksichtigt den gesamten Geltungszeitraum
einschließlich der sechs Monate, um die der Beschluss 2014 verlängert wurde. Im Beschluss wird der
Gesamtplafonds (29,5 Mrd. EUR) für EIB-Finanzierungen im Rahmen der
EU-Garantie in ein allgemeines Mandat im Umfang von 27,5 Mrd. EUR und ein
Klimaschutzmandat im Umfang von 2 Mrd. EUR aufgeteilt. Im Rahmen des
allgemeinen Mandats gelten außerdem Höchstbeträge für bestimmte Regionen und
Teilregionen.
Nutzung
des Mandats für die Tätigkeit außerhalb der EU
Zum 30. Juni 2014 war das
Mandat zu insgesamt 99 % ausgeschöpft (Klimaschutzmandat: 98 %),
wobei zwischen den Regionen geringe Unterschiede bestanden, wie die
nachstehende Tabelle zeigt (Beträge in Mio. EUR). Aufgrund der politischen
Entwicklungen musste die EIB drei Finanzierungen in der Ukraine und Russland
zurückstellen, die andernfalls vor Ende Juni abgeschlossen worden wären.
Aufgrund unvorhergesehener Umstände konnte der in den letzten sechs Monaten auf
die Länder der östlichen Nachbarschaft umgeschichtete Betrag letztlich nur
teilweise genutzt werden (82 Mio. EUR von 200 Mio. EUR). In ähnlicher
Weise wirkten sich die Entwicklungen in Thailand auf eine Finanzierung aus. Tabelle 1: Nutzung des EIB-Mandats
für die Tätigkeit außerhalb der Union 2007-2014 (bis 30.6.2014)
Substaatliche
Finanzierungen im Rahmen des Mandats
Substaatliche Finanzierungen
haben sich als äußerst hilfreich erwiesen und einen großen Beitrag zu den
außenpolitischen Zielen der EU geleistet, da sie es der EIB ermöglicht haben,
eine Reihe hochrelevanter Projekte zu unterstützen, insbesondere KMU, den
Ausbau der kommunalen Infrastruktur, den sozialen Wohnungsbau und
Klimaschutzmaßnahmen. Die im Rahmen der umfassenden EU-Garantie vorgesehene
Obergrenze von 2,6 Mrd. EUR für substaatliche Finanzierungen war Ende
Juni 2014 erreicht. Insgesamt wurden 27 Finanzierungen in neun
Ländern unterzeichnet.
Darlehensauszahlungen
für im Rahmen des Mandats geförderte Projekte
Ende Juni 2014 waren 14,4 Mrd.
EUR bzw. 50 % der Nettounterzeichnungen von Kreditnehmern für im Rahmen
des Mandats geförderte Investitionsprojekte in Anspruch genommen worden. Da ein
Teil der Darlehenstransaktionen erst vor Kurzem abgeschlossen wurde und die
Projektdurchführung in der Regel lange Zeit in Anspruch nimmt, dürfte diese
Auszahlungsrate in den kommenden Jahren noch allmählich ansteigen. Tabelle 2: Kumulierte
Netto-Unterzeichnungen und -Auszahlungen im Rahmen des Mandats, Stand: Ende
Juni 2014
EIB-Finanzierungen
insgesamt – im Rahmen des Mandats und auf eigenes Risiko der EIB
Im Zeitraum 2007 bis Juni 2014
unterzeichnete die EIB insgesamt Finanzierungen in Höhe von 47,2 Mrd. EUR
in den unter das Mandat fallenden Regionen, davon 64 % (30,4 Mrd. der
Brutto-Unterzeichnungen) mit EU-Garantie und den Rest im Rahmen der
Darlehensfazilitäten der EIB auf deren eigenes Risiko. Die umfassende
EU-Garantie deckt Darlehen in Höhe von 22,7 Mrd. EUR an staatliche oder
substaatliche Gegenparteien ab, während mit der Garantie für politische Risiken
Darlehen im Umfang von 7,7 Mrd. EUR an den Privatsektor abgesichert
werden. Tabelle 3:
EIB-Finanzierungen in den Mandatsregionen nach Garantieart Im Mandatszeitraum unterzeichnete
die EIB Darlehen in 46 vom Beschluss abgedeckten Ländern. In 40 Ländern
wurden die Finanzierungen im Rahmen des Mandats mit EU-Garantie vergeben, in 26 Ländern
aus Fazilitäten auf eigenes Risiko der EIB. Nach der OECD-Liste der Empfänger
öffentlicher Entwicklungshilfe handelt es sich mit drei Ausnahmen (Kroatien,
Israel und Russland[2])
bei allen Empfängerländern um Entwicklungsländer. 25 % des unterzeichneten
EIB-Finanzierungsvolumens entfielen auf Länder mit mittlerem Einkommen, untere
Einkommenskategorie (17), Länder mit niedrigem Einkommen (Tadschikistan) oder
am wenigsten entwickelte Länder (Bangladesch und Nepal). Die meisten Finanzierungen
flossen in den Ausbau von Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Energie
und Verkehr, die zusammen etwa die Hälfte (52 %) aller Unterzeichnungen im
Rahmen des Mandats ausmachten. An zweiter Stelle folgt die Entwicklung der
Privatwirtschaft, insbesondere über Kreditlinien an zwischengeschaltete Banken,
mit 47 % der Darlehenstätigkeit auf eigenes Risiko der EIB und 20 %
der Unterzeichnungen im Rahmen des Mandats. Investitionen in die Verbesserung
der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssysteme sowie in Gesundheit und
Bildung wurden fast ausschließlich im Rahmen des Mandats finanziert.
Beitrag
der Darlehenstätigkeit insgesamt zu den politischen Zielen der EU
Seit 2007 hat die EIB 437 Finanzierungen
abgeschlossen, davon 271 im Rahmen des Mandats, 132 aus Fazilitäten auf eigenes
Risiko und 34 Risikokapitaltransaktionen aus Drittmitteln. Das folgende
Schaubild zeigt den Beitrag all dieser Finanzierungen zu den Zielen des Mandats
bezogen auf das Volumen und den Anteil der im Zeitraum 2007 bis Juni 2014
unterzeichneten Finanzierungen. Schaubild 1:
Kumulierter Beitrag zu den Mandatszielen[3] Im Mandatszeitraum wurden 108 Projekte
mit erheblicher Klimaschutzkomponente finanziert. Die Klimaschutzfinanzierungen
erreichten 12 Mrd. EUR bzw. 25 % des gesamten aus
EIB-Eigenmitteln unterzeichneten Volumens (d. h. ohne Finanzierungen aus
Drittmitteln). Der Anteil des Mandats allein betrug 26 %. Tabelle 4:
Klimaschutzmaßnahmen in den Mandatsregionen im Zeitraum 2007 bis 6/2014
Kofinanzierung
mit anderen IFI und Kombination von Darlehen und Zuschüssen
Im gesamten Mandatszeitraum
wurden 58 % des EIB-Finanzierungsvolumens im Rahmen des Mandats mit
anderen IFI kofinanziert. Tabelle 5: Mit
EU-Zuschüssen kombinierte oder mit anderen IFI kofinanzierte EIB-Finanzierungen 27 % des im Rahmen des
Mandats vergebenen Darlehensvolumens wurden mit Zuschüssen kombiniert, im
Wesentlichen in Form von Investitionszuschüssen oder technischer Hilfe. Bezogen
auf die Zuweisung von EU-Haushaltsmitteln erhielten WBIF und NIF im Zeitraum 2007-2013
mit 229 Mio. EUR bzw. 223 Mio. EUR die größten Beiträge. In diesem
Zeitraum gingen 25 Mio. EUR an LAIF, 5,7 Mio. EUR an AIF und 4,3 Mio.
EUR an IFCA. In mehr als der Hälfte (22) der 40 Länder, in denen die EIB
Finanzierungen im Rahmen des Mandats bereitstellte, wurden Darlehen und
Zuschüsse kombiniert. [1] Die Umsetzung des Mandats begann am 1. August 2007
(nach Unterzeichnung der EU-Garantievereinbarung) und wurde bis 30. Juni 2014
verlängert. [2] Die Unterzeichnung weiterer potenzieller
Finanzierungen in Russland erfolgt vorbehaltlich einschlägiger EU-Sanktionen. [3] Ein Projekt kann zu mehreren Mandatszielen
gleichzeitig beitragen.