ARBEITSUNTERLAGE DER KOMMISSIONSDIENSTSTELLEN ZUSAMMENFASSUNG DER FOLGENABSCHÄTZUNG Begleitunterlagen zum Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 hinsichtlich der Öffnung des Marktes für inländische Schienenpersonenverkehrsdienste Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Richtlinie 2012/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. November 2012 zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Eisenbahnraums bezüglich der Öffnung des Marktes für inländische Schienenpersonenverkehrsdienste und der Verwaltung der Eisenbahninfrastruktur /* SWD/2013/011 final */
ARBEITSUNTERLAGE DER
KOMMISSIONSDIENSTSTELLEN ZUSAMMENFASSUNG DER FOLGENABSCHÄTZUNG Begleitunterlagen zum Vorschlag für eine Verordnung des
Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Verordnung (EG) Nr.
1370/2007 hinsichtlich der Öffnung des Marktes für inländische
Schienenpersonenverkehrsdienste
Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur
Änderung der Richtlinie 2012/34/EU des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 21. November 2012 zur Schaffung eines einheitlichen europäischen
Eisenbahnraums bezüglich der Öffnung des Marktes für inländische
Schienenpersonenverkehrsdienste und der Verwaltung der Eisenbahninfrastruktur Federführende Generaldirektion: MOVE
1.
Problemstellung
Im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern
schneidet der Schienenpersonenverkehr schlecht ab. Dieser liegt seit Mitte der
1990er Jahre in der EU bei nahezu unverändert 6 %, während der Anteil der
Personenkraftwagen auf 75 % und der Anteil der Busse und des Luftverkehrs
auf jeweils 8 % stiegen. Einige Länder haben ihren inländischen Markt für
den Personenverkehr geöffnet, während in anderen Mitgliedstaaten die
etablierten Betreiber die Märkte dominieren. Diese Situation ist vor allem auf zwei
Probleme zurückzuführen: Erstens ist EU-weit eine niedrige Qualität der
Dienstleistungen im Schienenpersonenverkehr zu beobachten. Nur 46 % der
Befragten einer 2012 durchgeführten Eurobarometer-Umfrage sind mit ihrem
nationalen und regionalen Eisenbahnsystem zufrieden. Zweitens sind innerhalb
des großen Spektrums unterschiedlichster nationaler Modelle in Europa große
Diskrepanzen hinsichtlich der operativen Effizienz bei den Eisenbahnunternehmen
festzustellen. Trotz massiver Unterstützung der Eisenbahnen haben
Eisenbahnunternehmen über Jahre hinweg EU-weit Verluste gemacht und mussten
mitunter wiederholt mit Steuergeldern gerettet werden. Zunehmend wird deutlich, dass diese Probleme
auf einen mangelnden Wettbewerbsdruck und EU-weit unterschiedliche Vorschriften
für den Marktzugang zurückzuführen sind, die die Konsolidierung des
einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsraums behindern. In 16 der
25 Mitgliedstaaten mit einem Eisenbahnnetz liegt der Anteil der
etablierten Betreiber unverändert bei über 90 %. Unter solchen
Voraussetzungen können weder ein Wettbewerb um den Markt (mehrere
Betreiber konkurrieren um das Exklusivrecht für eine bestimmte Strecke – öffentlicher
Dienstleistungsauftrag (Public Service Contract, PSC) ) noch ein Wettbewerb
auf dem Markt (mehrere Betreiber bedienen dieselbe Strecke – offener
Zugang) gewährleistet werden. Auch hat sich seit 1990 die Kluft zwischen
den im Hinblick auf die Effizienz leistungsstärksten und leistungsschwächsten
Eisenbahnunternehmen der EU noch vergrößert, was unterschiedliche
Entwicklungstrends deutlich macht. Die Ursachen für diese Probleme liegen im
fehlenden Wettbewerb um öffentliche Dienstleistungsaufträge, in den
Wettbewerbsverzerrungen infolge des beschränkten Zugangs zu den notwendigen
Ressourcen (wie Schienenfahrzeuge und integrierte Fahrausweissysteme) sowie in
nationalen Beschränkungen hinsichtlich der Möglichkeiten für die Bereitstellung
von Dienstleistungen für den inländischen Schienenpersonenverkehr. Heute
unterliegen 42 % des EU-Markts für den inländischen
Schienenpersonenverkehr direkt vergebenen öffentlichen
Dienstleistungsaufträgen. Außerdem scheint in mindestens neun Mitgliedstaaten
der etablierte Betreiber immer noch ein im nationalen Recht verankertes Monopol
für den inländischen Schienenpersonenverkehr zu haben. Diese
Probleme und die zu ihrer Bewältigung vorgeschlagenen Maßnahmen werden sich auf
eine große Zahl von Akteuren auf dem Eisenbahnmarkt und darüber hinaus
auswirken. Sie betreffen vor allem Eisenbahnunternehmen, Fahrgäste und die
Eisenbahnindustrie. Grundsätzlich werden diese Maßnahmen auch die Art und Weise
beeinflussen, wie Behörden die Finanzierung des Eisenbahnsektors mit
öffentlichen Mitteln handhaben.
2.
Subsidiarität
Gemäß den Artikeln 58, 90 und 100 AEUV gilt
für Eisenbahnen das Ziel eines echten Binnenmarkts im Sinne der gemeinsamen
EU-Verkehrspolitik. Maßnahmen der Mitgliedstaaten allein können
die Kohärenz des EU-Eisenbahnmarkts nicht gewährleisten und das Problem der
abweichenden Auslegung der Rechtsvorschriften lösen, das angesichts des
Fortbestehens nationaler Vorschriften und der suboptimalen Funktionsweise der
nationalen Stellen ein Hindernis für den Binnenmarkt darstellt. Maßnahmen auf
EU-Ebene dienen der Gewährleistung einer konsequenten Umsetzung des
EU-Besitzstandes im Eisenbahnsektor und sollten zur Schaffung eines einheitlichen
europäischen Eisenbahnverkehrsraums führen, der nicht durch unnötige
verwaltungstechnische Hemmnisse behindert wird. Gleichzeitig wird sorgfältig
geprüft, ob bei den Maßnahmen zur Öffnung des Marktes für öffentliche
Dienstleistungsaufträge der Subsidiaritätsgrundsatz gewahrt bleibt und die
Mitgliedstaaten einen größtmöglichen Spielraum haben.
3.
Ziele
Allgemeines Ziel: Verbesserung der Qualität der
Schienenpersonenverkehrsdienste und Erhöhung ihrer operativen Effizienz im
Hinblick auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Attraktivität des
Eisenbahnsektors im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern sowie den Ausbau des
einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsraums. Einzelziele: 1.
Intensivierung des Wettbewerbsdrucks auf
inländische Eisenbahnmärkte 2.
Schaffung einheitlicherer Voraussetzungen für
Unternehmen Operative Ziele: 1.
Erleichterung des grenzüberschreitenden Zugangs zu
inländischen Märkten des Schienenpersonenverkehrs 2.
Abschaffung rechtlicher Monopole 3.
Öffnung des PSC-Marktes für den Wettbewerb 4.
Ausarbeitung eines gemeinsamen Konzepts für die
Kontrolle der Definition von gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen und die
Festlegung von öffentlichen Dienstleistungsaufträgen 5.
Erleichterung bei der Schaffung gleicher
Voraussetzungen für Fahrscheinsysteme 6.
Erleichterung bei der Schaffung gleicher
Voraussetzungen für den Zugang zu Schienenfahrzeugen Übersicht über Ursachen und Ziele:
4.
Strategische Optionen
Nach Konsultation der Akteure und der
Problemanalyse lassen sich die Maßnahmen in vier Kategorien entsprechend
nachstehender Tabelle zusammenfassen: Ursachen || Jeweilige Kategorie der Optionen || In Betracht gezogene Optionen || Berücksichtigt? Beschränkungen für die Bereitstellung inländischer Schienenpersonenverkehrdienste || A-Optionen: Offener Zugang || Option A0: Basisszenario – keine im EU-Recht vorgesehenen Rechte des offenen Zugangs zum inländischen Eisenbahnmarkt || √ Option A1: Offener Zugang, der aus Gründen der Tragfähigkeit von PSC eingeschränkt werden kann || √ Option A2: Offener Zugang beschränkt auf wirtschaftlich rentable Strecken || Option A3: Offener Zugang beschränkt auf nicht unter PSC fallende Strecken || √ Option A4: Uneingeschränkter offener Zugang || Kein Wettbewerb um PSC || B-Optionen: Wettbewerbliche Vergabe von PSC || Option B0: Basisszenario – die zuständigen Behörden haben die Wahl zwischen direkter und wettbewerblicher Vergabe || √ Option B1: Ausschreibung zwingend vorgeschrieben mit Flexibilität, PSC-Umfang unterliegt der Kontrolle einer nationalen Regulierungsstelle || √ Option B2: Ausschreibung zwingend vorgeschrieben mit Flexibilität, PSC-Umfang unterliegt der Kontrolle der Kommission || Diskriminierender Zugang zu Fahrscheinsystemen || T-Optionen: Integration von Fahrscheinsystemen || Option T0: Basisszenario – Umsetzung der Verordnung über Fahrgastrechte und Neufassung des ersten Eisenbahnpakets || √ Option T1: Freiwillige Integration nationaler Fahrscheinsysteme || √ Option T2: Obligatorische Integration nationaler Fahrscheinsysteme || √ Option T3: integriertes EU-Fahrscheinsystem || Beschränkter Zugang zu Schienenfahrzeugen || RS-Optionen: Zugang zu Schienenfahrzeugen || Option RS0: Basisszenario - keine besonderen EU-Anforderungen || √ Option RS1: Obligatorische Gründung von Unternehmen für Schienenfahrzeuge || Option RS2: Eigentum an Schienenfahrzeugen liegt zwingend bei den zuständigen Behörden || Option RS3: Obligatorischer Verkauf oder Leasing von Schienenfahrzeugen durch den bisherigen PSC-Begünstigten || √ Option RS4: Verpflichtung der zuständigen Behörde, die finanziellen Risiken zu tragen || √ Option RS5: Leitlinien für vorbildliche Verfahrensweisen mit Schienenfahrzeugen || Die Optionen A und B bilden die Kernmaßnahmen
der Initiative; je nachdem, wie sie kombiniert werden, beeinflussen sie das
Ausmaß der Marktöffnung. Bewertet werden die folgenden Kombinationen von
Kernoptionen: Option 0 (A0, B0) || – || Basisszenario Option 1 (A1, B0) || – || Marktöffnung auf der Grundlage eines ‚breiten offenen Zugangs’, keine Maßnahmen bezüglich der wettbewerblichen Vergabe von PSC Option 2 (A3, B0) || – || Marktöffnung auf der Grundlage eines ‚beschränkten offenen Zugangs’, keine Maßnahmen bezüglich der wettbewerblichen Vergabe von PSC Option 3 (A0, B1) || – || Marktöffnung ausschließlich auf der Grundlage einer wettbewerblichen Vergabe von PSC Option 4 (A1, B1) || – || Marktöffnung auf der Grundlage eines ‚breiten offenen Zugangs’ sowie wettbewerblicher Vergabe von PSC Option 5 (A3, B1) || – || Marktöffnung auf der Grundlage eines ‚beschränkten offenen Zugangs’ sowie wettbewerblicher Vergabe von PSC Bei den Überlegungen zu den Optionen für die
Fahrscheinsysteme und Schienenfahrzeuge kommt es vor allem darauf an, die für
eine wirksamere Anwendung der Kernoptionen A und B notwendigen
Rahmenbedingungen zu schaffen. Kernoptionen
in Kombination mit den bevorzugten T- und RS-Optionen:
5.
Folgenabschätzung
Wenngleich die EU-Vorschriften die notwendigen
Voraussetzungen für einen besser funktionierenden, effektiven und einheitlichen
Eisenbahnmarkt bilden, hängen die wirksame Umsetzung und die sich daraus
ergebenden Folgen weitestgehend von der Situation in jedem Mitgliedstaat und
vom ‚Geist' der Um- und Durchsetzung ab. Daher stützt sich die Abschätzung der
Folgen der einzelnen Optionen vorwiegend auf eine qualitative Bewertung und, wo
dies möglich ist, auch auf eine Quantifizierung. In der nachstehenden Tabelle sind die direkten
wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen dargestellt, die als
möglicherweise besonders relevant für die strategischen Maßnahmen gelten: Bewertung
der direkten wirtschaftlichen und sozialen Folgen || Option 0 Basisszenario || Option 1 Nur breiter offener Zugang || Option 2 Nur beschränkter offener Zugang || Option 3 Nur wettbewerb‑liche Vergabe || Option 4 Breiter offener Zugang und wettbewerb‑liche Vergabe || Option 5 Beschränkter offener Zugang und wettbewerb‑liche Vergabe Direkte wirtschaftliche Folgen Wettbewerb || 0 || +/++ || + || ++ || ++++ || +++ Verkehrsnachfrage || 0 || + || + || + || ++ || ++ Einnahmen und Kosten der Industrie || 0 || + || + || ++ || +++ || +++ Öffentliche Finanzierung || 0 || + || 0/+ || ++ || ++ || +++ Investitionen in die Eisenbahn || 0 || + || + || + || ++ || ++ Verwaltungskosten für Betreiber || 0 || 0/+ || 0/+ || -- || - || -- Verwaltungskosten für öffentliche Stellen || 0 || 0 || 0 || -- || - || -- Multinationale Eisenbahnaktivitäten || 0 || + || + || +++ || ++++ || ++++ Kleine und mittlere Unternehmen || 0 || 0/+ || 0/+ || + || + || + Direkte soziale Folgen Fahrscheinpreise || 0 || + || 0/+ || 0 || + || 0/+ Dienstleistungsqualität || 0 || + || 0/+ || + || ++ || ++ Beschäftigung – Eisenbahnunternehmen || 0 || 0 || 0 || -/+ || -/+ || -/+ Beschäftigung - Eisenbahnsektoren || 0 || + || + || + || ++ || ++ Arbeitsbedingungen || 0 || - || - || -- || -- || -- Eisenbahnsicherheit || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 Folgen der
Fahrscheinsystem-Optionen Folgen der Fahrscheinsystem-Optionen || T0 Basisszenario || T1 Freiwillige Integration || T2 Obligato-rische Integration Wirtschaftliche Folgen Wettbewerb und sonstige wettbewerbsabhängige Folgen || 0 || ++ || + Einnahmen und Kosten der Industrie || 0 || 0 || - Verkehrsnachfrage, multinationale Eisenbahnaktivitäten || 0 || 0 || 0 Verwaltungskosten für öffentliche Stellen || 0 || 0 || - Innovation || 0 || + || 0 Soziale Folgen Fahrscheinpreise || 0 || 0/+ || 0/- Dienstleistungsqualität || 0 || + || 0/+ Folgen der
Optionen für Schienenfahrzeuge || RS1 Basisszenario || RS3 Obligatorischer Transfer || RS4 Risiko für Vertragspartei Wirtschaftliche Folgen Wettbewerb und sonstige wettbewerbsabhängige Folgen || 0 || + || ++ Öffentliche Finanzierung || 0 || - || -- Multinationale Eisenbahnaktivitäten || 0 || + || + Eigentumsrechte || 0 || - || 0 Einnahmen und Kosten der Industrie || 0 || 0 || + Innovation || 0 || 0/- || 0/- Soziale Folgen Sicherheit || 0 || 0 || 0
6.
Vergleich der Optionen
In der folgenden Tabelle werden die
verschiedenen Optionen im Hinblick auf Wirksamkeit, Effizienz und Kohärenz
verglichen. Vergleich der Optionen für die Marktöffnung || Wirksamkeit[1] || Effizienz || Kohärenz || Begründung SO1: Intensivierung des Wettbewerbsdrucks auf inländische Eisenbahnmärkte || SO2: Schaffung einheitlicherer Voraussetzungen für Unternehmen || Operative Effizienz Eisenbahnunternehmen || Fahrscheinpreise || Verwaltungsaufwand für Betreiber || Verwaltungsaufwand für öffentliche Stellen || Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen (Eisenbahn) || Beschäftigung – (Eisenbahnsektoren) || Soziale Inklusion, Auswirkungen auf Kunden || Ökologische Nachhaltigkeit Option 0 Basisszenario || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || Keine neuen Bieter bei wettbewerblichen Vergaben und keine Verbesserungen bei der Effizienz öffentlicher Ausgaben für die Eisenbahn. Fortbestand der Unterschiede in den Marktstrukturen der Mitgliedstaaten. Option 1 Nur breiter offener Zugang || +/++ || + || + || + || 0/+ || 0 || 0 || + || + || 0/+ || Positive Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Eisenbahnmarktes. Allerdings dürften die Maßnahmen zu keiner größeren Umstrukturierung des Eisenbahnsektors führen und Effizienz und Verwaltungsaufwand nur geringfügig verbessern. Option 2 Beschränkter offener Zugang || + || + || + || 0/+ || 0/+ || 0 || 0 || + || + || 0/+ || Auswirkungen ähnlich wie bei Option 1, doch noch beschränkter. PSC werden weiterhin vor Wettbewerb mit Betreibern mit offenem Zugang geschützt, so dass keine Einsparungen der öffentlichen Hand angenommen werden. Option 3 Nur wettbewerbliche Vergabe || ++ || +++ || ++ || 0 || -- || -- || -/+ || + || ++ || + || Die Option bezieht sich nur auf den Einsatz von PSC und verbessert damit nur teilweise die Zugangsrechte. Wettbewerbliche Vergaben dürften die Effizienz verbessern, was sich insbesondere bei den etablierten Betreibern bemerkbar macht. Die Fahrscheinpreise werden unverändert bleiben, während der Verwaltungsaufwand möglicherweise zunimmt. Soziale Inklusion und ökologische Tragfähigkeit stehen im Zusammenhang mit der erwarteten leichten Verbesserung bei der Bereitstellung von Eisenbahndienstleistungen. Option 4 Breiter offener Zugang und wettbewerbliche Vergabe || ++++ || ++++ || +++ || + || - || - || -/+ || ++ || ++ || +/++ || Die ehrgeizigste Option, die sich sowohl auf die PSC als auch auf den offenen Zugang bezieht, und die wirksamste im Hinblick auf die Einzelziele. Sie fördert die Vermeidung von Monopolgewinnen der etablierten Betreiber und schafft neue Möglichkeiten für Marktneulinge. Zusätzliche Dienstleistungen könnten sich aus Reinvestitionen der Einsparungen im Eisenbahnsektor ergeben. Die Einnahmeentwicklung der Unternehmen ist beschäftigungswirksam. Option 5 Beschränkter offener Zugang und wettbewerbliche Vergabe || +++ || ++++ || ++/+++ || 0/+ || -- || -- || -/+ || ++ || ++ || +/++ || Option 5 ist ähnlich wie Option 4, erlaubt jedoch einen Wettbewerb zwischen dem offenen Zugang und PSC. Die Einsparungen bei den öffentlichen Mitteln und die operative Effizienz dürften geringer ausfallen. Die Auswirkungen auf die Beschäftigung entsprechen im Großen und Ganzen denen der Option 3. Vergleich der Optionen für die Fahrschein-systeme || Wirksamkeit || Effizienz || Kohärenz || Begründung SO1: Intensivierung des Wettbewerbsdrucks auf inländische Eisenbahnmärkte || SO2: Schaffung einheitlicherer Voraussetzungen für Unternehmen || Operative Effizienz Eisenbahnunternehmen || Fahrscheinpreise || Verwaltungsaufwand für öffentliche Stellen || Dienstleistungsqualität T0 Basisszenario: || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || Die Umsetzung der Verordnung über Fahrgastrechte und die Neufassung des ersten Eisenbahnpakets beinhalten nur geringfügige Verbesserungen. T1 Freiwillige Integration || ++ || 0 || + || 0/+ || 0 || +/- || T1 brächte eine geringere Harmonisierung der Konzepte, würde jedoch mehr Raum für Wettbewerb lassen. Freiwilligkeit würde zu einem Fortbestand des fragmentierten Marktes führen und einen nahtlosen Verkehr behindern. T2 Obligatorische Integration || + || 0 || 0 || 0/- || - || 0/+ || Obligatorische Fahrscheinsysteme würden für einen ‚nahtlosen’ Verkehr sorgen, können jedoch die Margen für den Preiswettbewerb verringern. Sie könnten die Betreiber bei offenem Zugang daran hindern, ihre eigenen Unternehmensstrategien zu entwickeln. Obligatorische Systeme könnten zu unverhältnismäßig hohen Kosten führen. Vergleich der Optionen für Schienen-fahrzeuge || Wirksamkeit || Effizienz || Kohärenz || Begründung SO1: Intensivierung des Wettbewerbsdrucks auf inländische Eisenbahnmärkte || SO2: Schaffung einheitlicherer Voraussetzungen für Unternehmen || Operative Effizienz Eisenbahnunternehmen || Öffentliche Mittel || Sicherheit || Eigentumsrechte || Innovation RS0 Basisszenario: || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || 0 || Der Zugang zu Schienenfahrzeugen ist in vielen Ländern nach wie vor ein großes Hemmnis für den Wettbewerb. RS3 Obligatorischer Transfer || + || + || 0/- || - || 0 || - || 0/- || Sowohl RS3 als auch RS4 sorgen für gleiche Voraussetzungen hinsichtlich des Zugangs zu Schienenfahrzeugen, so dass die Zahl potenzieller Bieter steigt und die Bedingungen für Unternehmen harmonisiert werden. Die Effizienz der öffentlichen Mittel dürfte sich verbessern. Die Option RS3 führt zu höheren Kosten für die Betreiber und beinhaltet die Enteignung von Schienenfahrzeugen von etablierten Betreibern, was möglicherweise zu Konflikten führen kann. RS4 Risiko für Vertragspartei || ++ || + || 0/- || -- || 0 || 0 || 0/- || Diese Option erleichtert den Zugang zu den Schienenfahrzeugen wirksamer als RS3, da die finanziellen Risiken den Druck auf die öffentliche Hand erhöhen. Zur Verringerung der Kosten könnten die Vertragsparteien eher alte Schienenfahrzeuge einsetzen, was Innovationen behindert. Fazit Die Auswertung zeigt, dass folgende Optionen
die besten Ergebnisse erzielen: ·
Option 4
Marktöffnung auf der Grundlage eines ‚breiten offenen Zugangs’ sowie
wettbewerblicher Vergabe von PSC ·
T1 Freiwillige
Integration nationaler Fahrscheinsysteme ·
RS3 Obligatorischer
Transfer von Schienenfahrzeugen oder RS4 Verpflichtung der zuständigen
Stelle, die finanziellen Risiken im Zusammenhang mit den Schienenfahrzeugen zu
übernehmen. Wie bereits erläutert,
ist die Abschätzung der Folgen einiger Optionen mit gewissen Unsicherheiten
behaftet, da sie mitunter auf relativ neuen Daten (z. B. Wettbewerb auf
dem Markt) oder unklaren Daten (Daten werden nur von bestimmten Akteuren
bereitgestellt) beruhen. Die Entscheidung, mit der vorstehenden Kombination
fortzufahren, ist daher rein politisch motiviert. Abschätzung der
Folgen des bevorzugten strategischen Szenarios Die potenziellen
Auswirkungen des bevorzugten strategischen Szenarios ließen sich anhand einer
durch Sensibilitätstests unterstützten Analyse einschätzen. Ferner ist die
institutionelle Trennung und Koordinierung des Infrastrukturmanagements, wie
sie von einer anderen Initiative des 4. Eisenbahnpakets vorgeschlagen wird,
eine wichtige Voraussetzung für die Ausschöpfung des vollen Nutzens aus der
Marktöffnung und die Erzielung bedeutender Synergien: Folgen der Strategien für die Marktöffnung
und das Infrastrukturmanagement Alle Veränderungen sind Schätzungen zu Anschauungszwecken || Finanzieller Nutzen (abgezinst in Mrd. EUR) || Anstieg der Fahrgastkilometer (Mrd.) Szenario 1 – Schwerpunkt Einsparungen || Ausschließlich vertikale Trennung || 6.6 || 0.8 Ausschließlich Marktöffnung || 29.4 || 2.0 Kombination von Marktöffnung und vertikaler Trennung || 43.4 || 3.8 Szenario 2 – Reinvestitionen (50 % der Einsparungen werden in die Eisenbahn reinvestiert) || Ausschließlich vertikale Trennung || 4.4 || 1.1 Ausschließlich Marktöffnung || 21.0 || 8.4 Kombination von Marktöffnung und vertikaler Trennung || 33.8 || 16.4 Während beim
Szenario 1 der finanzielle Nutzen im Vordergrund steht (vor allem durch
Einsparungen der öffentlichen Hand), ließen sich mit Szenario 2 16 Mrd.
zusätzliche Fahrgastkilometer erzielen (Anstieg von 6 % bei den Fahrgastkilometern
über die Entwicklungen des Basisszenarios hinaus).
7.
Monitoring und Evaluierung
Die Kommission wird die Umsetzung und
Wirksamkeit dieser Rechtsvorschrift anhand von Indikatoren überwachen und
bewerten, die überwiegend denen im Anzeiger für staatliche Beihilfen der
Verordnung 1370/2007 und des Rail Market Monitoring Systems[2] entsprechen. Einzelziel || Indikator SO1: Intensivierung des Wettbewerbsdrucks auf inländische Eisenbahnmärkte || · Marktanteil von neuen Unternehmen* (in Bezug auf die operativen Ziele 001 und 003) · Unter PSC fallende Eisenbahndienste (in Bezug auf 003 und 004) · Nutzung von Zugangsrechten* (in Bezug auf 001, 002, 003) · Hindernisse für einen wirksameren Eisenbahnmarkt (in Bezug auf alle operativen Ziele) · Lizenzvergabe* (in Bezug auf 001, 002) SO2: Schaffung einheitlicherer Voraussetzungen für Unternehmen || · Unter PSC fallende Eisenbahndienste · Nutzung von Zugangsrechten* · Hindernisse für einen wirksameren Eisenbahnmarkt* Sonstige Parameter || Arbeitsbedingungen || · Beschäftigungsdynamik* (z. B. Zu- oder Abnahme von Arbeitsplätzen) · Soziale Bedingungen* * Siehe
Artikel 15 der Neufassung des ersten Eisenbahnpakets. Fünf Jahre nach Ablauf der Umsetzungsfrist der
Legislativvorschläge wird die Kommission bewerten, inwieweit die Ziele der Initiative
erreicht wurden. [1] Die Wirksamkeit misst sich an den nachstehenden
Kategorien wirtschaftlicher Folgen: Wettbewerb, Nutzung öffentlicher Mittel,
Nachfrage nach Schienenpersonenverkehrsdiensten, Anteil der Schiene an allen
Verkehrsträgern und Entwicklung multinationaler Eisenbahnaktivitäten. [2] In seiner durch die Neufassung des ersten
Eisenbahnpakets geltenden Fassung.