ANTWORTEN DER KOMMISSION UND DES EAD ZUM SONDERBERICHT DES EUROPÄISCHEN RECHNUNGSHOFES „DIREKTE FINANZHILFE DER EUROPÄISCHEN UNION ZUGUNSTEN DER PALÄSTINENSISCHEN BEHÖRDE“ /* COM/2013/0852 final - 2013/ () */
ANTWORTEN
DER KOMMISSION UND DES EAD ZUM SONDERBERICHT DES EUROPÄISCHEN RECHNUNGSHOFES „DIREKTE FINANZHILFE DER
EUROPÄISCHEN UNION ZUGUNSTEN DER PALÄSTINENSISCHEN BEHÖRDE“
Zusammenfassung
III. Ende 2011 leitete die
Kommission ein Projekt zur Bedarfsanalyse und zur Ermittlung machbarer Vorhaben
auf dem Gebiet der Reformen des öffentlichen Dienstes in Palästina ein. (Diese
Bezeichnung lässt die Positionen zur Anerkennung Palästinas als Staat
unberührt.) Auf Grundlage dieses Projekts wird in der zweiten Hälfte des Jahres
2013 umfassende, von der EU finanzierte Unterstützung der palästinensischen
Behörde bei Reformen des öffentlichen Dienstes geleistet werden. Das EUREP wird
eine enge Verknüpfung zwischen dieser Maßnahme und dem CSP-Programm
sicherstellen und außerdem eine stärkere Einflussnahme auf den Dialog über
Grundsatzfragen fördern. Darüber hinaus ist darauf
hinzuweisen, dass sich die Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst
(EAD) aktiv um die Sicherstellung der Kooperation Israels bemüht haben. In
verschiedenen Kontexten und Foren fanden zahlreiche Gespräche mit dem
israelischen Verteidigungsministerium (COGAT) und verschiedenen Vertretern der
israelischen Regierung statt. Bei Bedarf wurde auch die Delegation der EU in
Tel Aviv einbezogen. Die Wirkung solcher Demarchen
könnte durch einen kohärenteren und solideren Ansatz der Mitgliedstaaten in
dieser Angelegenheit noch gesteigert werden. IV. Im Jahr 2011 bezog man die
Notwendigkeit einer stärker wettbewerblichen Ausrichtung der Verfahren in die
Überlegungen ein und leitete zu diesem Zweck ein internationales
Ausschreibungsverfahren zur Vergabe von Ex-ante- und
Ex-post-Prüfungsdienstleistungen bezüglich der Durchführung sämtlicher
Programme der direkten Finanzhilfe (DFS) im Rahmen von PEGASE ein. Die
Ankündigung der Ausschreibung wurde im August 2012 veröffentlicht und die neuen
Verträge werden voraussichtlich bis Ende 2013 unterzeichnet sein. Bezüglich der Reformen des
öffentlichen Dienstes wird auf Nummer III (Zusammenfassung) verwiesen. Die von der umfangreichen
Unterstützung im Zusammenhang mit der direkten Finanzhilfe ausgehende
Hebelwirkung des Dialogs über Grundsatzfragen auf Ebene der palästinensischen
Behörde sollte nicht unterschätzt werden. V. Hier ist darauf hinzuweisen,
dass Israel 2012 mehrere Monate lang der palästinensischen Behörde keine
Einnahmen aus Zollabfertigungsverfahren, sogenannte „clearance revenues“
(d. h. indirekte Steuern auf importierte Güter, die von Israel im Namen
der palästinensischen Behörde erhoben werden), überwies. Dieser Umstand war
einer der Schlüsselfaktoren für die Verzögerungen bei den Gehaltszahlungen der
palästinensischen Behörde. Nichtsdestotrotz sind seit Anfang 2013 Angestellte
der Nachrichtenagentur WAFA, der Rundfunkanstalt PBS und des Religionsministeriums
aus dem Verzeichnis der förderfähigen Begünstigten herausgenommen worden, so
dass deren Zahl auf etwa 75 000 sank (gegenüber 84 000 zuvor). VI. Die Probleme im Zusammenhang
mit den Beamten, die in Gaza nicht arbeiten konnten (beispielsweise aufgrund
des Streiks gegen die Unterstützung der palästinensischen Behörde, seiner
Dauer, seines Ausmaßes und seiner Auswirkungen sowie der Reaktionen der Hamas),
gestalten sich in Anbetracht der Verhältnisse im Gaza-Streifen, unter denen
eine objektive Überprüfung schwierig ist, komplex. Bei der direkten Finanzhilfe
handelt es sich um ein von der palästinensischen Behörde betriebenes Programm.
Die Kommission und der EAD bleiben ihrer Entscheidung zur politischen
Unterstützung der palästinensischen Behörde (dem Kern des zukünftigen
palästinensischen Staates) treu. Die palästinensische Behörde beschloss die
Weiterzahlung der Gehälter an alle förderfähigen Arbeitnehmer sowohl im
Westjordanland als auch im Gaza-Streifen, ungeachtet ihres ohnehin nur schwer
zu klärenden Arbeitsstatus. Einige Beamte arbeiten in Gaza einfach deshalb
nicht, weil sie von den de-facto herrschenden Behörden ausgesperrt werden.
Andere arbeiten zwar, würden aber aus politischen Gründen offiziell angeben,
dass sie nicht zur Arbeit gehen. Eine Entscheidung zur Einstellung
der Beiträge zu den Gehaltszahlungen in Gaza ist politisch wahrscheinlich
äußerst heikel. Die Kommission und der EAD sind
der Auffassung, dass sie sich mit diesem Problem hinreichend auseinandergesetzt
haben. Diese Frage ist bei der palästinensischen Behörde mehrfach auf höchster
politischer Ebene zur Sprache gebracht worden und wird auch in künftigen
Gesprächen im Mittelpunkt stehen. VII. Informationen über die
Zusammenarbeit mit der Regierung Israels sind Nummer III (Zusammenfassung)
zu entnehmen.
Bemerkungen
27. In den EU-Aktionsplänen
werden von der EU und der palästinensischen Behörde gemeinsam vereinbarte,
vorrangige Ziele festgelegt. Einen indikativen Finanzrahmen beinhalten sie
nicht. Ein neuer Aktionsplan „EU-Palästinensische Behörde“ wurde im
März 2013 vom Rat genehmigt. Dieser neue Aktionsplan ist enger am
Entwicklungshilfebedarf ausgerichtet (und umgekehrt) als sein vor der
Einrichtung des PEGASE vereinbarter Vorgänger. 28. Ab 2014 wird die EU bei dem
der Entwicklungshilfe gewidmeten Teil ihrer Finanzhilfe zu einem zweijährigen
Programmplanungszyklus übergehen. Palästina ist einer der heikelsten Punkte im
Gesamthaushalt für externe Finanzhilfe. Die Haushaltsbehörde hat in den letzten
Jahren häufig den anfänglichen Vorschlag der Kommission erhöht. Die jährlich
für Palästina verfügbaren Beträge sind erst sehr spät im Haushaltsverfahren mit
einiger Sicherheit bekannt. Die unberechenbare politische Lage verlangt zudem
von der Kommission und dem EAD Wachsamkeit und die Fähigkeit, bei Bedarf die
Situation neu zu bewerten. Aus genau dem gleichen Grund
planen nur sehr wenige Mitgliedstaaten Unterstützung für Palästina auf
mehrjähriger Basis. Die EU-Strategie der endogenen
Entwicklung wurde kürzlich in Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten und Vertretern
vor Ort überarbeitet. 29. Die Kommission und
der EAD sind der Auffassung, dass eine detaillierte Überprüfung des Mechanismus
durch die im schriftlichen Verfahren vorgenommene Vorlage der Maßnahmen bei den
Mitgliedstaaten nicht erschwert wird. Palästinaprogramme (insbesondere der
PEGASE) wurden dem ENPI-Ausschuss bei mehreren Gelegenheiten zur Information
vorgestellt. Die Mitgliedstaaten gaben im Allgemeinen ihre Zufriedenheit mit
den angewendeten Verfahren zu erkennen, ließen sich aber nicht daran hindern,
um weitere Klarstellungen zu bitten, wann immer sie dies für erforderlich
erachteten. Die Kommission und der EAD sind
der Auffassung, dass die nach der Militäroperation „Gegossenes Blei“ umgesetzte
Einrichtung des Programms zum Wiederaufbau des Privatsektors in Gaza (PSRG)
sowie die Anwendung der Prorammkomponenten „Unterstützung für wesentliche
öffentliche Dienstleistungen (SEPS)“ und „Zahlungsrückstände“ beweisen, dass
das Programm an Veränderungen im operativen Umfeld angepasst werden kann. Die Kommission und der EAD sind
sich jedoch darüber im Klaren, dass diese Situation auf Dauer nicht tragbar ist
und es in Anbetracht dessen, dass es in den letzten sieben Jahren für die Lage
in Gaza zu keiner Lösung kam, nun an der Zeit ist, Anpassungen vorzunehmen.
Dieses Problem wurde bei der palästinensischen Behörde in der Vergangenheit
mehrmals zur Sprache gebracht. Um eine Lösung zu finden, bei der
einerseits die vom Hof erhobenen Bedenken berücksichtigt, andererseits aber der
palästinensischen Behörde die weitere Unterstützung ihrer Angestellten in Gaza
ermöglicht wird, sind bereits Gespräche mit der palästinensischen Behörde
aufgenommen worden. Die Kommission und der EAD halten
an ihrer politischen Ansicht fest, dass die palästinensische Behörde die
Unterstützung ihrer Arbeitnehmer in Gaza fortsetzen muss. Sie ist ein
Schlüsselelement zur Wahrung der Einheit eines zukünftigen palästinensischen
Staates und erlaubt der palästinensischen Behörde, ihre Position in Gaza
aufrecht zu erhalten. Hier ist die Tatsache, dass die Kommission und der EAD
diese Entscheidung in Anbetracht politischer Überlegungen trafen und umsetzten
und dass die meisten Arbeitnehmer, die in Gaza nicht zur Arbeit erscheinen,
tatsächlich daran gehindert werden, angemessen zu berücksichtigen. 30. Hier ist darauf hinzuweisen,
dass mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs, das nur 2008 einen Beitrag zum
PEGASE leistete, kein anderer Geber für die direkte Finanzhilfe im Rahmen von
PEGASE seine Unterstützung auf den Treuhandfonds der Weltbank verlagerte.
Darüber hinaus zog PEGASE auch Mittel von Nichtmitgliedstaaten wie Japan und
der Schweiz an. Der Rückgang der Gebermittel ist
vor allem der Verschlechterung der Finanzlage der Mitgliedstaaten sowie einem
gewissen Grad an Spendenmüdigkeit zuzuschreiben. Einige Mitgliedstaaten und
andere Geber bevorzugen die Unterstützung von Entwicklungsprojekten (anstelle
direkter Finanzhilfe), weil die Hilfe dort besser sichtbar wird. 31. Die Kommission erkennt an,
dass der PEGASE derzeit keine Erfolgsindikatoren beinhaltet. Der EAD und die Kommission
stützen sich in dieser Hinsicht auf die Indikatoren im Palästinensischen
Reform- und Entwicklungsplan und im Palästinensischen Plan für nationale
Entwicklung. Die in diesen Plänen gesetzten Prioritäten bildeten die Grundlage
des PEGASE und werden dies auch weiterhin tun. Sie stellen zudem einen
Konditionalitätsmaßstab dar. Die Kommission akzeptiert zudem
die Einführung von Erfolgsindikatoren für PEGASE, in denen die besondere Lage
der palästinensischen Behörde und die Besonderheiten des PEGASE-Programms
berücksichtigt werden. Das Ziel der Gewährung der
direkten Finanzhilfe über PEGASE besteht darin, der palästinensischen Behörde
die Erfüllung ihrer bestehenden Verpflichtungen gegenüber ihrer Bevölkerung zu erlauben,
soweit dies möglich ist. Hier eine bedeutende Qualitätsverbesserung zu erwarten
ist angesichts der derzeitigen Finanzlage unrealistisch. Bei den Faktoren, von denen die
Erreichung dieser Zielsetzungen abhängt, handelt es sich überwiegend um
externe, von der palästinensischen Behörde nicht kontrollierbare Faktoren. Die
direkte Finanzhilfe im Rahmen des PEGASE ist ein politisches Instrument, dessen
letztendliches Ziel darin besteht, durch die Aufrechterhaltung grundlegender
Lebensbedingungen für das palästinensische Volk die Tragfähigkeit der
Zweistaatenlösung zu erhalten. Palästina ist kein unabhängiges Land, dessen
Regierung zur Förderung eines bestimmten Ziels eine große Bandbreite an
Ressourcen mobilisieren kann. Direkte Finanzhilfe ist kein
klassisches Projekt, das sich nach der Projektzyklusmanagement-Methode (PCM)
bewerten lässt. Die direkte Finanzhilfe ist darauf ausgelegt, der
palästinensischen Behörde bei der Bewältigung eines langfristigen Problems zu
helfen. Dabei erwartet man, dass die EU im Nahost- Friedensprozess einen
Beitrag zur Zweistaatenlösung leistet, indem sie die Behörde am Leben erhält. 32. Im Einklang mit dem von der
palästinensischen Behörde 2009 erstellten Zweijahresplan zur Staatsbildung, in
dem eine Verringerung der Abhängigkeit von der Außenhilfe vorgesehen war,
strebte der EAD (und vorher die GD RELEX) bei jeder Programmplanung eine
Senkung des Anteils direkter Finanzhilfe an. Aufgrund der Bedrohungen für das
Überleben der palästinensischen Behörde war aber eine drastische Senkung
schlicht und einfach nicht möglich. Diese Fragen wurden auch im Rahmen der
Sitzungen des Ad-hoc-Verbindungsausschusses (AHLC) zur Sprache gebracht. Unter den derzeitigen Umständen
und in Anbetracht der politischen Lage entspricht die Möglichkeit zur Kürzung
der Finanzmittel nicht der aktuellen Politik der EU. 34. Die Empfänger sind bekannt
und werden Ex-ante und Ex-post-Überprüfungen unterzogen. Die Mittel werden auf
Antrag der palästinensischen Behörde und nach der Übermittlung der erforderlichen
Belege ausgezahlt. Diese Mittel laufen im
Wesentlichen nur über ein Unterkonto der zentralen Finanzverwaltung, die mit
einem „Zweischlüsselsystem“ zur Freigabe von Zahlungen arbeitet; d. h.
sowohl die EU als auch die palästinensische Behörde müssen ihre Genehmigung
erteilen. Aus diesem Grund ist das Korruptionsrisiko äußerst gering. Was das
Risiko der Zerstörung von im Rahmen des Programms für den Privatsektor in Gaza
(Gaza Private Sector Programme) durch die EU geförderter Infrastruktur betrifft,
so war dieses Risiko bekannt. Die Kommission versucht zwar, dieses Risiko durch
einen regelmäßigen Dialog mit dem israelischen Verteidigungsministerium (COGAT)
möglichst gering zu halten, es muss aber akzeptiert werden. 35. Die Kommission und der EAD sind
zu einer kritischen Prüfung der Kostenwirksamkeit von Kontrollen und deren
Abwägung gegen die jeweils betroffenen Risiken bereit. 36. Im Jahr 2011 bezog man die
Notwendigkeit einer stärker wettbewerblichen Ausrichtung der Verfahren in die
Überlegungen ein und leitete zu diesem Zweck ein internationales
Ausschreibungsverfahren zur Vergabe von Ex-ante- und
Ex-post-Prüfungsdienstleistungen bezüglich der Durchführung sämtlicher
Programme der direkten Finanzhilfe (DFS) im Rahmen von PEGASE ein. Die
Ankündigung der Ausschreibung wurde im August 2012 veröffentlicht und die neuen
Verträge werden voraussichtlich vor Ende 2013 unterzeichnet sein. Nach Artikel 168
Absatz 2 der Durchführungsbestimmungen zur Haushaltsordnung wurde ein
direktes Verhandlungsverfahren beantragt und bewilligt, das zum damaligen
Zeitpunkt hinreichend begründet war. 37. Die direkte Auftragsvergabe
war nach den Durchführungsbestimmungen zur Haushaltsordnung gerechtfertigt. Auf besonderen Antrag des EUREP
wurden für alle Vereinbarungen mit internationalen Organisationen zusätzliche
Anforderungen eingeführt (Ausnahmen von den für internationale Organisationen
geltenden, allgemeinen Vergabebedingungen), bei denen es insbesondere um
zusätzliche Berichtspflichten, Prüfungen und die Überstellung der Ausrüstung
ging. Das EUREP hat inzwischen die
Umstellung von einer Beitragsvereinbarung auf einen einjährigen
Dienstleistungsvertrag mit der internationalen Organisation abgeschlossen. Die
gesamte Ausrüstung aus den vorhergehenden Vereinbarungen wurde der
palästinensischen Behörde überstellt (mit Ausnahme der DFS-Datenbank). Diese
Dienstleistungen werden 2014 Gegenstand einer beschränkten internationalen
Ausschreibung sein. 38. Hier ist darauf hinzuweisen,
dass die Überprüfungs- und Verwaltungsverfahren für die PDFS-Programme gerade
überarbeitet werden. Regelungen zur
Bezugsquellenfindung für die PEGASE-Datenbank und ihre Verwaltung befinden sich
aktuell in Vorbereitung. 39. In Anbetracht der Größe des
Projekts und des politisch sensiblen Charakters der Programmumsetzung entschied
sich das EUREP damals bewusst gegen die Vergabe des Vertrags an ein örtliches
Unternehmen. Im weiteren Zusammenhang mit der
Bewertung der Überprüfungs- und Verwaltungsverfahren von PEGASE wurde eine
internationale Ausschreibung der Ex-ante- und Ex-post-Prüfdienste bezüglich der
Umsetzung sämtlicher Programme der direkten Finanzhilfe im Rahmen von PEGASE
eingeleitet.
Das Fehlen einer formellen Konditionalität ist zwar
auf die einmaligen Umstände zurückzuführen, dies bedeutet aber nicht, dass
keine Einflussnahme auf die palästinensische Behörde und somit keine
Hebelwirkung besteht (siehe Ziffer 40).
40. Die direkte Finanzhilfe im
Rahmen von PEGASE wird der palästinensischen Behörde ohne Konditionalität
gewährt. Dies ist eine bewusste Entscheidung der Kommission, des EAD und der Mitgliedstaaten
und entspricht ihren Zielen im Nahost-Friedensprozess. Der EAD und die Kommission
stützen sich jedoch auf die Indikatoren im Palästinensischen Reform- und
Entwicklungsplan und im Palästinensischen Plan für nationale Entwicklung. Die
in diesen Plänen gesetzten Prioritäten bildeten als Konditionalitätsmaßstab die
Grundlage des PEGASE und werden dies auch weiterhin tun. Dank dieses verlässlichen,
beständigen Beitrags der EU besteht eine Hebelwirkung. Das EUREP arbeitet
derzeit an einer Verstärkung der Hebelwirkung mit Hilfe des Dialogs über
Grundsatzfragen. Dabei bedient es sich in Abstimmung mit interessierten
Mitgliedstaaten der kürzlich gegründeten informellen Arbeitsgruppe zwischen EU
und PEGASE. 41. a) Ende 2011 leitete die
Kommission ein Projekt zur Bedarfsanalyse und zur Ermittlung machbarer Vorhaben
auf dem Gebiet der Reformen des öffentlichen Dienstes (CSR) in Palästina ein.
Auf dieser Grundlage wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 umfassende, von
der EU finanzierte Unterstützung der palästinensischen Behörde bei Reformen des
öffentlichen Dienstes geleistet werden. Das EUREP wird eine enge Verknüpfung
zwischen dieser Maßnahme und dem CSP-Programm sicherstellen und darüber hinaus
eine stärkere Einflussnahme auf den Dialog über Grundsatzfragen fördern. 42. Darüber hinaus ist darauf
hinzuweisen, dass sich die Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst
(EAD) aktiv um die Sicherstellung der Kooperation Israels bemüht haben. Es
fanden zahllose Gespräche mit dem israelischen Verteidigungsministerium statt.
Im Rahmen der bilateralen Beziehungen zwischen der EU und Israel fanden
verschiedene andere Gespräche statt, wobei die genannten Fragestellungen im
Assoziationsausschuss, im Assoziationsrat und im politischen Dialog mit Israel
zur Sprache gebracht wurden. Bei Bedarf wurde auch die Delegation der EU in
Tel Aviv einbezogen. Die Wirkung solcher Demarchen
könnte durch einen kohärenteren und solideren Ansatz der Mitgliedstaaten in
dieser Angelegenheit gesteigert werden. Nichtsdestotrotz ist der Rat selbst von
allgemeiner gehaltenen Schlussfolgerungen zu konkreter gefassten
Schlussfolgerungen übergegangen (insbesondere im Mai 2012 und im
Dezember 2012). 46. Die Kommission
leitete Ende 2011 ein Projekt zur Bedarfsanalyse und zur Ermittlung machbarer
Vorhaben auf dem Gebiet der Reformen des öffentlichen Dienstes (CSR) in
Palästina ein. Auf dieser Grundlage wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2013
umfassende, von der EU finanzierte Unterstützung der palästinensischen Behörde
bei Reformen des öffentlichen Dienstes geleistet werden. Das EUREP wird eine
enge Verknüpfung zwischen dieser Maßnahme und dem CSP-Programm sicherstellen
und darüber hinaus eine stärkere Einflussnahme auf den Dialog über Grundsatzfragen
fördern. 47. PEGASE ist ein besonderes
Instrument, das zu dem Zweck geschaffen wurde, die Nachverfolgbarkeit der Mittel
bis zum Endbegünstigten zweifelsfrei feststellen zu können. Die Mittel werden
erst bereitgestellt, wenn zwischen EU und palästinensischer Behörde eine
Einigung über die endgültige Liste der Endbegünstigten erzielt worden ist.
Dieses Instrument wurde eingerichtet, um jedwede Umlenkung von Finanzmitteln
der EU zu vermeiden. Aus diesem Grund sind die Kommission und der EAD der Meinung,
dass die PEGASE-Mittel unter haushaltstechnischen Gesichtspunkten nicht
fungibel sind. Was das Argument betrifft, dass
PEGASE der palästinensischen Behörde ermöglichte, eigene Mittel einzusparen und
anderen Zwecken zuzuführen, so bestreiten die Kommission und der EAD diese in
der Praxis nicht nachweisbare Feststellung. Die Kommission und der EAD sind der
Auffassung, dass es keine Nachweise dafür gibt, dass PEGASE zur Umlenkung von
Mitteln in die Anwerbung von Sicherheitskräften führte. Hierfür wird ohnehin
aus anderen Quellen Unterstützung geleistet. 48. Von Reformen abgesehen, ist
Nachhaltigkeit eng mit den politischen Fortschritten bei der Aussöhnung und der
Beendigung der Besetzung verknüpft. Ein Schlüsselelement der in
jüngster Zeit zu beobachtenden Tatsache, „dass die palästinensische Behörde
zunehmend Schwierigkeiten hat, die Löhne und Renten pünktlich auszuzahlen“, war
die Aussetzung der Auszahlung der Einnahmen aus Zollabfertigungsverfahren
(„clearance revenues“) durch Israel. Mit diesem plötzlichen Einnahmenrückgang
hatte die palästinensische Behörde nicht gerechnet. Die Finanzlage der
Mitgliedstaaten sowie ein gewisser Grad an Spendenmüdigkeit spielten bei der
Fähigkeit und Bereitschaft der Geber zur Reaktion auf diese Krise mit
Gewissheit ebenfalls eine Rolle. Die palästinensische Behörde hoffte zu dieser
Zeit auch, bei arabischen Gebern mehr Mittel einwerben zu können. 51. Hier ist darauf hinzuweisen,
dass die Zahl der Empfänger von Barleistungen aufgrund verschiedener Faktoren
seit 2010 gestiegen ist. Zu diesen Faktoren gehört unter anderen die Einführung
des sogenannten „Cash Transfer Programme“ (CTP) für Bargeldtransfers im Jahr
2010 und seine anschließende flächendeckende Einführung in Gaza im Jahr 2011.
(Das Programm bestand aus der Zusammenlegung des SSNRP- und des SHC-Programms
und der Zertifizierung der Haushalte auf der Warteliste). Das Ziel der
palästinensischen Behörde besteht in der Aufnahme von
120 000 Haushalten in das Programm. Dies entspricht der geschätzten
Zahl der Haushalte in Palästina, die in extremer Armut leben. Auf der Ebene der
Unterstützungsleistung bildet die Politik der „50 % Lückenüberbrückung“
die Grundlage für die Berechnung der finanziellen Unterstützung für
förderfähige Haushalte Die Lücke ist die Differenz zwischen dem
Sozialhilfesatz (Verbrauch) und der Schwelle für extreme Armut bei Haushalten.
Mit der Barmittelkomponente des CTP wird Finanzhilfe zur Überbrückung von
50 % dieser Lücke bereitgestellt. Dieser Betrag bildet den Basissatz der
Barleistung. Die Empfängerhaushalte haben gewöhnlich Zugang zu weiteren
Einnahmequellen (Geldüberweisungen) und zusätzlichen oder ergänzenden
Unterstützungsleistungen (beispielsweise Krankenversicherung und
Sachleistungen), die die Barmittelkomponente ergänzen. 52. Den Zahlungsverzögerungen
liegen verschiedene Faktoren zugrunde, über die das Sozialministerium bzw. das
Finanzministerium keine Kontrolle hat; dies betrifft unter anderem: 1) die
Verfügbarkeit von Barmitteln bzw. Liquidität in den Banken in Gaza und 2) die
Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln infolge der wiederkehrenden Finanzkrisen der
palästinensischen Behörde (u. a. die Überweisung der Zollabfertigungseinnahmen
durch Israel). Hier ist Folgendes zu bedenken: i)
die Zahlungen für September 2011 und September 2012 wurden am
3. Oktober 2011 bzw. 6. Oktober 2012 abgewickelt, d.h. mit nur
einwöchiger Verspätung gegenüber dem ursprünglichen Fälligkeitstermin
(gewöhnlich das letzte Wochenende im September); ii) die erste vierteljährliche
Zahlung im Jahr 2012 erfolgte aufgrund einer Knappheit an Barmitteln, vor allem
israelischen Schekel (ILS) und US-Dollar (USD), bei den örtlichen Banken in
Gaza (ausgelöst durch israelische Liquiditätseinschränkungen) Ende
April 2012. Obgleich das Westjordanland hiervon nicht betroffen war,
entschied sich die palästinensische Behörde aus politischen Gründen dafür, die
Zahlung im Westjordanland nicht abzuwickeln, solange keine Gewissheit bestand,
dass die Zahlung in Gaza wenn auch nicht gleichzeitig so zumindest kurz danach
erfolgen würde. 53.
Siehe Ziffer 31. 54. Die Probleme im
Zusammenhang mit den Beamten, die in Gaza nicht arbeiten konnten
(beispielsweise aufgrund des Streiks gegen die Unterstützung der
palästinensischen Behörde, seiner Dauer, seines Ausmaßes und seiner
Auswirkungen sowie der Reaktionen der Hamas), gestalten sich in Anbetracht der
Verhältnisse im Gaza-Streifen, unter denen eine objektive Überprüfung schwierig
ist, komplex. Bei der direkten Finanzhilfe handelt es sich um ein von der
palästinensischen Behörde betriebenes Programm. Die Kommission leistet der
palästinensischen Behörde (dem Kern des zukünftigen palästinensischen Staates)
politische Unterstützung. Diese Behörde beschloss die Weiterzahlung der
Gehälter an alle förderfähigen Arbeitnehmer sowohl im Westjordanland als auch
im Gaza-Streifen, ungeachtet ihres ohnehin nur schwer zu klärenden
Arbeitsstatus. Es sei daran erinnert, dass unter den Beamten, die in Gaza nicht
zur Arbeit gehen, viele sind, die von den de-facto herrschenden Behörden
ausgesperrt werden. Eine Entscheidung zur Einstellung
der Beiträge zu den Gehaltszahlungen in Gaza ist politisch wahrscheinlich
äußerst heikel. 55. Siehe die Stellungnahme zu
Ziffer 54. 57. Die Empfänger sind bekannt
und werden Ex-ante und Ex-post-Überprüfungen unterzogen. Die Mittel werden auf
Antrag der palästinensischen Behörde und nach der Übermittlung der
erforderlichen Belege ausgezahlt. Diese Mittel laufen im
Wesentlichen nur über ein Unterkonto der zentralen Finanzverwaltung, die mit
einem „Zweischlüsselsystem“ zur Freigabe von Zahlungen arbeitet; d. h.
sowohl die EU als auch die palästinensische Behörde müssen ihre Genehmigung
erteilen. 58. Siehe die Antwort zu
Bemerkung 54. 59. Was die Verwendung von
Brennstoff anstelle von Gas betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass dieses
Problem durch externe Faktoren bestimmt wurde. Weder Israel noch Ägypten ließen
die Ausfuhr von Gas nach Gaza zu, daher stand nur die Nutzung von
Dieselbrennstoff zur Wahl. 60. Die Frage der Mehrwertsteuer
und anderer Steuern auf Brennstofflieferungen im Verkehr mit Israel reicht viel
weiter als PEGASE und gehört zu einem umfassenden Problemkreis in den
Beziehungen zwischen der EU und Israel. Die Kommission unternahm Anstrengungen,
um eine Befreiung von den Mehrwertsteuerzahlungen auf Brennstofflieferungen zu
erwirken, die Gespräche verliefen aber erfolglos. Es zeigte sich, dass das
Problem nur auf höchster politischer Ebene gelöst werden könnte. Die Kommission kann nach ihrer
Auffassung für den Umstand, dass sie nicht feststellen konnte, wie die von ihr entrichteten
Mehrwert- und Verbrauchssteuern von den Behörden – seien es nun die
israelischen oder die palästinensischen – im Rahmen des Pariser Protokolls zu
den Oslo-Abkommen verwendet werden, nicht kritisiert werden. Im Pariser
Protokoll, dem die Kommission bzw. die EU nicht angehört, werden die
Bedingungen für die Überweisung bestimmter Steuereinnahmen von Israel an die
palästinensische Behörde festgelegt Dies war einer von mehreren
Faktoren, die zur Einstellung der Finanzierung von Brennstofflieferungen durch
die Kommission führte. 61. Die Kommission empfahl der
palästinensischen Behörde bereits vor 2012 eine Bewertung der öffentlichen
Ausgaben und der finanziellen Rechenschaftspflicht (PEFA). Im November 2011
verständigte man sich im Finanzministerium der palästinensischen Behörde auf
technischer Ebene im Grundsatz auf die Durchführung einer PEFA. Die EU plante,
einen Teil dieser Bewertung zu finanzieren. Die palästinensische Behörde
beschloss aber später, die Bewertung zu verschieben. Im März 2013 wurde eine
PEFA-Bewertung in die Wege geleitet. Im Juni 2013 wurde der PEFA-Bericht
dem Finanzministerium offiziell übermittelt und dort im gleichen Monat
akzeptiert. Am 2. September 2013 wurde der Bericht veröffentlicht. Die EU
trug durch die Finanzierung eines Sachverständigen zu dieser von der Weltbank
geführten Bewertung bei. Neben den PEFA-Bewertungen fanden
noch andere Bewertungen des öffentlichen Finanzmanagements der
palästinensischen Behörden statt. Der IWF führte im April 2008,
April 2009, Dezember 2009, Oktober 2010, Januar 2012 und
Januar 2013 Fortschrittsbewertungen für das öffentliche Finanzmanagement
der palästinensischen Behörde durch. Darüber hinaus schließen die Berichte der
Mitarbeiter des IWF auf den zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen des
Ad-hoc-Verbindungsausschusses auch Bewertungen der Reformen des öffentlichen
Finanzmanagements der palästinensischen Behörde ein. 62. Die Kommission befasst sich
in ihrer Arbeit auch weiterhin mit dem Problemkreis des öffentlichen
Finanzmanagements. Im März 2013 begann eine von der Weltbank geleitete
PEFA-Bewertung. Der Bericht wurde dem Finanzministerium im Juni 2013
offiziell übermittelt. Solange es keinen
funktionierenden Palästinensischen Autonomierat gibt, gestaltet sich jede Form
legislativer Kontrolle schwierig. Der Bericht wurde vom Ministerium
noch im gleichen Monat akzeptiert und am 2. September 2013 veröffentlicht. 63. b) Im September 2012
wurde im Bericht über das ergebnisorientierte Monitoring auf Folgendes
hingewiesen: „the project suffered delays during its first half of
implementation for several reasons (long assessment needs studies, reshaping of
activities, a low level of knowledge of English for trainees and a lack of
translators). Most of these problems have been solved during the first part of
2012“. [Das
Projekt wurde in der ersten Hälfte seiner Umsetzung aus verschiedenen Gründen
(lange Untersuchungen zur Bedarfsermittlung, Neugestaltung der Tätigkeiten,
geringe Englischkenntnisse bei Auszubildenden und Mangel an Übersetzern) durch
Verzögerungen beeinträchtigt. Die meisten dieser Probleme wurden in der ersten
Jahreshälfte 2012 gelöst.] Zu dieser Zeit stufte der Projektbegleiter die
Effizienz und Wirksamkeit der Projektdurchführung als „gut“ ein. 66. Die Rückzahlungen wurden
vorschriftsgemäß durchgeführt. Das Hauptanliegen bestand darin, durch die
Rückführung überfälliger Zahlungsrückstände an den Privatsektor der Wirtschaft
neuen Schwung zu verleihen. Bevor Zahlungen erfolgten, wurden die offenen
Rückstände den obligatorischen Prüfungen unterzogen. Kasten 2
- Rückerstattung der Mehrwertsteuer an ein Luxushotel in Gaza Die
Rückzahlung wurde vorschriftsgemäß durchgeführt. Hier ist darauf hinzuweisen,
dass die diesem Unternehmen rückerstatteten Rückstände über einen Zeitraum von
über sieben Jahren, d. h. vom Dezember 2000 bis zum Januar 2008,
aufgelaufen waren. Der Umstand, dass das Hotel im Oktober 2012 nur sehr
beschränkt in Betrieb war, ist auf die Lage in Gaza und die weiterhin
bestehende Blockade zurückzuführen. 67. Mit der Unterstützung des
Kraftwerks in Gaza sollte einer besonderen Notlage begegnet werden;
Nachhaltigkeit war nicht das Ziel. Als die palästinensische Behörde einen
anderen Ansatz vorschlug, wurde diese Komponente des PEGASE nicht mehr
finanziert. 68. Ein Schlüsselelement
der in jüngster Zeit zu beobachtenden Tatsache, „dass die palästinensische
Behörde zunehmend Schwierigkeiten hat, die Löhne und Renten pünktlich
auszuzahlen“, war die Aussetzung der Auszahlung der Einnahmen aus Zollabfertigungsverfahren
(„clearance revenues“) durch Israel. Die Finanzlage der Mitgliedstaaten sowie
ein gewisser Grad an Spendenmüdigkeit spielten bei der Fähigkeit der Geber zur
Reaktion auf diese Krise ebenfalls eine Rolle. Die palästinensische Behörde
hoffte zu dieser Zeit auch, bei arabischen Gebern mehr Mittel einwerben zu
können. 70. Darüber hinaus ist darauf
hinzuweisen, dass sich die Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst
(EAD) aktiv um die Sicherstellung der Kooperation Israels bemüht haben. Es
fanden zahllose Gespräche mit dem israelischen Verteidigungsministerium statt.
Bei Bedarf wurde auch die Delegation der EU in Tel Aviv einbezogen. Die Wirkung
solcher Demarchen könnte durch einen kohärenteren und solideren Ansatz der
Mitgliedstaaten in dieser Angelegenheit gesteigert werden. b) Zusätzlich zu etwa
3,5 Mio. EUR aus dem Ernährungssicherungsprogramm wurden erhebliche
Summen aus der Mittelzuweisung für 2012 (7 Mio. EUR) der Zone C
gewidmet. Mittels Erweiterung des Programms für den Privatsektor in Gaza auf
das Westjordanland wird PEGASE darüber hinaus in Zone C Mittel zur
Verfügung stellen. Besonderes Gewicht wird dabei auf die von den Sperranlagen,
Zerstörungen durch die israelische Armee und Siedlergewalt betroffenen
Landwirte und Gemeinden gelegt. Das Problem der Zone C
steht auf der politischen Tagesordnung ganz oben. Es wurde mehrmals im
Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee (PSK) erörtert und die
Delegation der EU in Tel Aviv unternahm bereits im Dezember 2011 eine
Demarche der EU zu dieser Frage. Auch im neuen Aktionsplan gehört die
Zone C zu den vorrangigen Zielen.
SCHLUSSFOLGERUNGEN UND EMPFEHLUNGEN
74. Nachhaltigkeit lässt sich nur
durch politische Fortschritte bei der Aussöhnung und der Beendigung der
Besetzung gewährleisten. Diese beiden Problemkreise,
d. h, die Reform und die israelischen Maßnahmen, haben eine große
Bedeutung und die Kommission sowie der EAD begegnen diesen Problemstellungen
wie folgt: Ende 2011 leitete die Kommission
ein Projekt zur Bedarfsanalyse und zur Ermittlung machbarer Vorhaben auf dem
Gebiet der Reformen des öffentlichen Dienstes (CSR) in Palästina ein. Auf
dieser Grundlage wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 umfassende, von der
EU finanzierte Unterstützung der palästinensischen Behörde bei Reformen des
öffentlichen Dienstes geleistet werden. Das EUREP wird eine enge Verknüpfung
zwischen dieser Maßnahme und dem CSP-Programm sicherstellen und darüber hinaus
eine stärkere Einflussnahme auf den Dialog über Grundsatzfragen fördern. Die Kommission und der
Europäische Auswärtige Dienst (EAD) haben sich aktiv um die Sicherstellung der
Kooperation Israels bemüht. Es fanden zahllose Gespräche mit dem israelischen
Verteidigungsministerium statt. Im Rahmen der bilateralen Beziehungen zwischen
der EU und Israel und seitens der Delegation der EU in Tel Aviv fanden (auf
unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Foren) zahlreiche Gespräche mit
Israel statt. Die Wirkung solcher Demarchen könnte durch einen kohärenteren und
solideren Ansatz der Mitgliedstaaten in dieser Angelegenheit gesteigert werden. 75. Die Kommission stimmt der
Festlegung von Erfolgsindikatoren zu. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass
viele leistungsbeeinflussende Faktoren extern sind und sich der Kontrolle der
palästinensischen Behörde entziehen. Palästina ist kein unabhängiges Land,
dessen Regierung sich zur Erreichung bestimmter Ziele einer großen Bandbreite
an Ressourcen bedienen kann. Die direkte Finanzhilfe im Rahmen
des PEGASE ist ein politisches Instrument, dessen Ziel darin besteht, durch die
Aufrechterhaltung grundlegender Lebensbedingungen für das palästinensische Volk
die Tragfähigkeit der Zweistaatenlösung zu erhalten. Dass es an Gebermitteln
für Finanzierungen im Rahmen des PEGASE fehlt, ist eher auf Spendenmüdigkeit
oder die wirtschaftliche Lage zurückzuführen und weniger auf eine bewusste
Entscheidung gegen die Nutzung des PEGASE. Wie bereits gesagt, bevorzugen
manche Geber die Unterstützung von Entwicklungsprojekten (anstelle direkter
Finanzhilfe), weil die Hilfe dort besser sichtbar wird. 76. Nach Artikel 168
Absatz 2 der Durchführungsbestimmungen zur Haushaltsordnung wurde ein
direktes Verhandlungsverfahren beantragt und bewilligt, das zum damaligen
Zeitpunkt hinreichend begründet war. Hier ist darauf hinzuweisen, dass
die Überprüfungs- und Verwaltungsverfahren für die PDFS-Programme gerade
überarbeitet werden. (Siehe Ziffer 38). Im Jahr 2011 bezog man die
Notwendigkeit einer stärker wettbewerblichen Ausrichtung der Verfahren in die
Überlegungen ein und leitete zu diesem Zweck ein internationales Ausschreibungsverfahren
zur Vergabe von Ex-ante- und Ex-post-Prüfungsdienstleistungen bezüglich der
Durchführung sämtlicher Programme der direkten Finanzhilfe (DFS) im Rahmen von
PEGASE ein. Die Ankündigung der Ausschreibung wurde im August 2012 veröffentlicht
und die neuen Verträge werden voraussichtlich bis Ende 2013 unterzeichnet sein. Im Jahr 2014 wird ein
Dienstleistungsvertrag für die Verwaltung und Durchführung des Programms
ausgeschrieben werden (siehe Ziffer 37). 77. Ende 2011 leitete die
Kommission ein Projekt zur Bedarfsanalyse und zur Ermittlung machbarer Vorhaben
auf dem Gebiet der Reformen des öffentlichen Dienstes (CSR) in Palästina ein.
Auf dieser Grundlage wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 umfassende, von
der EU finanzierte Unterstützung der palästinensischen Behörde bei Reformen des
öffentlichen Dienstes geleistet werden. Das EUREP wird eine enge Verknüpfung
zwischen dieser Maßnahme und dem CSP-Programm sicherstellen und darüber hinaus
eine stärkere Einflussnahme auf den Dialog über Grundsatzfragen fördern. 78. Die Probleme im Zusammenhang
mit den Beamten, die in Gaza nicht arbeiten konnten, gestalten sich in
Anbetracht der Verhältnisse im Gaza-Streifen, unter denen eine objektive
Überprüfung schwierig ist, komplex. Bei der direkten Finanzhilfe handelt es
sich um ein von der palästinensischen Behörde betriebenes Programm. Die
Kommission leistet der palästinensischen Behörde (dem Kern des zukünftigen
palästinensischen Staates) politische Unterstützung. Diese Behörde beschloss
die Weiterzahlung der Gehälter an alle förderfähigen Arbeitnehmer sowohl im
Westjordanland als auch im Gaza-Streifen, ungeachtet ihres ohnehin nur schwer
zu klärenden Arbeitsstatus. Es sei daran erinnert, dass unter den Beamten, die
in Gaza nicht zur Arbeit gehen, viele sind, die von den de-facto herrschenden
Behörden ausgesperrt werden. Eine Entscheidung zur Einstellung
der Beiträge zu den Gehaltszahlungen in Gaza ist politisch wahrscheinlich
äußerst heikel. Die Frage der Mehrwertsteuer und
anderer Steuern auf Brennstofflieferungen im Verkehr mit Israel reicht viel
weiter als PEGASE und gehört zu einem umfassenden Problemkreis in den
Beziehungen zwischen der EU und Israel. Die Kommission unternahm Anstrengungen,
um eine Befreiung von den Mehrwertsteuerzahlungen auf Brennstofflieferungen zu
erwirken, die Gespräche verliefen aber erfolglos. Offenbar kann dieses Problem nur
auf höchster politischer Ebene gelöst werden. Die Kommission kann nach ihrer
Auffassung für den Umstand, dass sie nicht feststellen konnte, wie die von ihr
entrichteten Mehrwert- und Verbrauchssteuern von den Behörden – seien es nun
die israelischen oder die palästinensischen – im Rahmen des Pariser Protokolls
zu den Oslo-Abkommen verwendet werden, nicht kritisiert werden. Im Pariser
Protokoll, dem die Kommission bzw. die EU nicht angehört, werden die
Bedingungen für die Überweisung bestimmter Steuereinnahmen von Israel an die
palästinensische Behörde festgelegt Dies war einer von mehreren
Faktoren, die zur Einstellung der Finanzierung von Brennstofflieferungen durch
die Kommission führte. 79. Einzelheiten zur
PEFA-Bewertung sind der Antwort zu Ziffer 61 zu entnehmen. 80. Die Kommission und der EAD
stimmen einer Überarbeitung des PEGASE-Mechanismus zu und werden den
Empfehlungen des Hofes dabei Rechnung tragen. Der EAD und die Kommission
überarbeiten den PEGASE-Mechanismus regelmäßig unter Berücksichtigung der vor
Ort eingetretenen Veränderungen (beispielsweise der PSRG-Komponente nach der
Militäroperation „Gegossenes Blei“ und in jüngster Zeit der Programmkomponente
für Krankenhäuser in Ostjerusalem). Die Kommission ist aber
ausdrücklich nicht der Meinung, dass eine „umfangreiche“ Überarbeitung von
PEGASE vorgenommen werden muss. a) Die Kommission und der
EAD stimmen dieser bereits teilweise umgesetzten Empfehlung zu. Der neue
Aktionsplan (AP) für Palästina ist der erste einer neuen Generation von
Aktionsplänen, die seit der Überarbeitung der ENP ausgehandelt wurden. Er
beinhaltet zwischen der EU und der palästinensischen Behörde gemeinsam
vereinbarte, vorrangige Ziele, die erreicht werden müssen. Der Text des Plans
ist enger am Entwicklungshilfebedarf ausgerichtet (und umgekehrt) als dies bei
seinem vor der Einrichtung des PEGASE vereinbarten Vorgänger der Fall war. b) Die Kommission und der EAD
stimmen dieser Empfehlung teilweise zu. Ab 2014 wird die EU bei
dem der Entwicklungshilfe gewidmeten Teil ihrer Finanzhilfe zu einem
zweijährigen Programmplanungszyklus übergehen. Das PEGASE-Programm war
anfänglich nicht als Teil dieser mehrjährigen Programmplanung vorgesehen
worden, die Kommission und der EAD werden aber ihre Haltung überdenken. Die Kommission und der
EAD bleiben in diesem Punkt zwar bei ihren Vorbehalten, sind aber bereit,
Schritte zur möglichst weitgehenden Umsetzung dieser Empfehlung zu unternehmen. c) Die Kommission und der
EAD stimmen dieser Empfehlung zu. In den vom Hof erwähnten Bereichen werden für
den PEGASE Erfolgsindikatoren eingeführt werden (siehe unsere Stellungnahmen zu
Ziffer 31). 82. a) Die Kommission stimmt
dieser Empfehlung zu. Ein wettbewerbliches Vergabeverfahren ist im Gange. Im
Jahr 2011 bezog man die Notwendigkeit einer stärker wettbewerblichen
Ausrichtung der Verfahren in die Überlegungen ein und leitete zu diesem Zweck
ein internationales Ausschreibungsverfahren zur Vergabe von Ex-ante- und
Ex-post-Prüfungsdienstleistungen bezüglich der Durchführung sämtlicher
Programme der direkten Finanzhilfe (DFS) im Rahmen von PEGASE ein. Die
Ankündigung der Ausschreibung wurde im August 2012 veröffentlicht und die neuen
Verträge werden voraussichtlich bis Ende 2013 unterzeichnet sein. 2014 wird
ein Dienstleistungsvertrag zur Vergabe ausgeschrieben werden (siehe
Ziffer 37). b) Die Kommission stimmt
dieser Empfehlung zu und wird laufende Pläne zur Vereinfachung des
Verwaltungssystems der direkten Finanzhilfe im Rahmen von PEGASE
weiterverfolgen. Das EUREP ist jetzt für die Verwaltung der PEGASE-Datenbank
verantwortlich. Die Datenbank wurde Anfang Oktober 2013 in das
EUREP-Gebäude verlegt. 83. Die Kommission und der EAD
stimmen dieser Empfehlung nicht zu. Hinsichtlich der Konditionalität verweisen
wir auf unsere Antwort zu Ziffer 40. Für die Reformen des öffentlichen
Dienstes wurde 2011 eine Bedarfsanalyse in die Wege geleitet. Die Unterstützung
für die palästinensische Behörde wird 2013 auf dieser Grundlage geleistet
werden. Das EUREP wird eine enge Verknüpfung zwischen dieser Maßnahme und dem
CSP-Programm sicherstellen und darüber hinaus eine stärkere Einflussnahme auf
den Dialog über Grundsatzfragen fördern. Der EAD und die Kommission
berücksichtigen darüber hinaus die Umsetzung des Palästinensischen Reform- und
Entwicklungsplans und des Palästinensischen Plans für nationale Entwicklung.
Die in diesen Plänen gesetzten Prioritäten bildeten als Konditionalitätsmaßstab
die Grundlage des PEGASE und werden dies auch weiterhin tun. Im März 2013 wurde eine
PEFA-Bewertung in die Wege geleitet. Im Juni 2013 wurde der PEFA-Bericht
dem Finanzministerium offiziell übermittelt und dort im gleichen Monat
akzeptiert. Am 2. September 2013 wurde der Bericht veröffentlicht. Die EU
trug durch die Finanzierung eines Sachverständigen zu dieser von der Weltbank
geführten Bewertung bei. 84. Die Kommission und der EAD
stimmen dieser Empfehlung nur teilweise zu. Die Kommission und der EAD
erklären sich aber bereit, mit der palästinensischen Behörde Gespräche über die
Finanzierung der Gehälter und Renten in Gaza mit dem Ziel aufzunehmen, eine
Vereinbarung zu treffen, in der die Bedenken des Hofes berücksichtigt werden. 85. Die Kommission stimmt dieser
Empfehlung zu.