MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN Teilnahme der EU an der Weltausstellung „Expo 2015“ in Mailand „Feeding the Planet: Energy for Life“ /* COM/2013/0255 final */
MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS
EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND
SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN Teilnahme der EU an der Weltausstellung „Expo
2015“ in Mailand „Feeding the Planet: Energy for Life“ 1. Einführung und Kontext Die Weltausstellung „Expo 2015“ wird vom
1. Mai bis zum 31. Oktober 2015 in Mailand zum Thema „Feeding the Planet:
Energy for Life” (Den Planeten ernähren – Energie für das Leben) stattfinden.
Diese Weltausstellung soll zu einem Meilenstein in der weltweiten Debatte
über Nahrungsmittel und Nachhaltigkeit werden und eine Plattform für politische
Diskussionen und Initiativen in diesem Bereich sein. Mehr als 120 Länder
haben ihre Teilnahme bereits zugesagt, was zeigt, das die Expo ein beträchtliches
Engagement mobilisiert hat. Insgesamt werden 20 Millionen Besucher
erwartet. Es wird sich somit eine wertvolle Gelegenheit zu
Informationsaustausch und Kommunikation mit den Bürgern Europas und der ganzen
Welt zu den wichtigen Themen der Expo bieten. Parallel dazu richtet
sich eine „Cyber-Expo“ an eine Milliarde Internetnutzer, wodurch sich die
Wirkungsmöglichkeiten der Ausstellung noch erweitern. Bei internationalen Großveranstaltungen wie
Weltausstellungen haben schon immer Länder, private Akteure und Organisationen
sich selbst, ihre Strategien und ihre Erfolge im Zusammenhang mit den Themen
der Ausstellung dargestellt und dafür geworben. Die Expo 2015 wird jedoch
nicht nur eine kulturelle, sondern auch eine politische Veranstaltung sein,
denn Länder und internationale Organisationen werden bei dieser Gelegenheit die
immer drängenderen Fragen der Nahrungsmittel und der Nachhaltigkeit erörtern.
Die EU sollte sich daher darum bemühen, ihre zentrale Rolle in dieser globalen
Debatte zu festigen und die Chance ergreifen, auf fruchtbare Zusammenarbeit mit
anderen Akteuren des öffentlichen und des privaten Sektors auf diesen Gebieten
hinzuarbeiten. Die EU-Institutionen haben bisher aktiv an
allen in der EU und an den meisten der außerhalb der EU stattfindenden
Weltausstellungen teilgenommen. Aus der Berichterstattung über frühere
EU-Beteiligungen geht hervor, dass solche Veranstaltungen einen erheblichen
Einfluss auf die Wahrnehmung der EU durch die Bürger und auf deren Einstellung
der EU gegenüber haben können. Auf der Grundlage dieser Überlegungen hat die
Kommission gezielt Optionen für eine Beteiligung geprüft. Diese
Mitteilung stützt sich auf eine umfassende Analyse der bisherigen
Weltausstellungen und enthält die geplanten Ziele sowie praktische Erwägungen
und Konzeptvorschläge im Hinblick auf eine optimale Beteiligung der EU an der
Expo Mailand in enger Partnerschaft zwischen Kommission, Europäischem Parlament
und anderen interessierten EU-Institutionen. 2. Ziele und Nutzen einer EU-Beteiligung Öffentlichkeitswirksamkeit Mit der Möglichkeit, Millionen von Besuchern
zu erreichen, bietet die Weltausstellung die Gelegenheit, wichtige
Errungenschaften der EU in den Bereichen Nahrungsmittel und Nachhaltigkeit
bekannt zu machen. Die Veranstaltung fällt in das letzte Jahr der
Millenniums-Entwicklungsziele und steht am Beginn des Entwicklungsrahmens für
die Zeit nach 2015, bei dem es ebenfalls um Ziele für eine nachhaltige
Entwicklung gehen wird. Der Beitrag und die Erfolge der EU bei der
Verwirklichtung dieser Ziele sollten hervorgehoben werden; parallel dazu sollte
darüber informiert werden, welche Herausforderungen nach Auffassung der EU vor
uns liegen und wie die EU ihnen begegnen will. Außerdem wird 2015 Halbzeit für die Umsetzung
der Strategie Europa 2020 sein; die Weltausstellung wird der ideale Ort
sein, um die Zwischenergebnisse dieser Strategie in den für die Expo relevanten
Bereichen vorzustellen, einschließlich der Erfolge, die die Mitgliedstaaten mit
gemeinsamen Maßnahmen erzielen konnten. Ferner können die Ziele für die zweite
Hälfte der Strategie Europa 2020 publik gemacht und so eine positive
Aufnahme und das Verständnis der EU-Politik gefördert werden. In Rahmen einer weiteren laufenden Initiative
soll 2015 zum Europäischen Jahr der Entwicklungszusammenarbeit deklariert
werden. Ist diese Initiative erfolgreich, wäre die Expo eine ausgezeichnete
Kommunikationsplattform. Die EU sollte in erster Linie versuchen, durch
die Gestaltung ihrer Ausstellungsfläche in Mailand eine zentrale, klar und verständlich
formulierte Botschaft zu vermitteln, die den gemeinsamen Zielen der zuständigen
EU-Stellen in den Bereichen Nahrungsmittel und Nachhaltigkeit entspricht.
Darüber hinaus sollten die teilnehmenden EU-Institutionen spezifischere und
strittigere Fragen auf von ihnen organisierten Konferenzen und sonstigen
Veranstaltungen eingehender behandeln. Entwicklung von Strategien Die Weltausstellung stellt eine ideale
Gelegenheit für einen offenen und zukunftsorientierten Austausch mit den
Bürgern dar und birgt daher ein großes Potenzial für die künftige Entwicklung
von Strategien. Die EU sollte nicht nur informieren, sondern sich um
Interaktion mit den Besuchern bemühen und die Gelegenheit zur Diskussion
bieten. Einige relevante Fragen, die das Gespräch mit den Besuchern anregen
könnten, würden im Vorfeld formuliert und mit Zielgruppen getestet. Zur weiteren Verstärkung der Wirkung der Expo
als ein Anstoß für den Fortschritt und ein Schritt zur Lösung der Probleme in
den Bereichen „Ernährungssicherheit“, „Lebensmittelsicherheit“,
„Nachhaltigkeit“ und „Nahrungsmittel, Frieden und Kultur“ haben die
Organisatoren ein Strategiepapier erstellt, das vom Generalkommissar der Expo
2015 am 10.10.2012 an die Ländervertreter verteilt wurde[1]. Bei diesem Dokument handelt es sich um ein
fortzuschreibendes Papier, das einerseits zur Veröffentlichung eines Manifests
führen soll, mit dessen Unterzeichnung die Besucher eine persönliche
Verpflichtung eingehen, und das andererseits die Gelegenheit für einen
fruchtbaren politischen Austausch bieten soll. Alle Teilnehmer werden im
Vorfeld der Expo zu diesem „dynamischen Dokument“ beitragen; die Kommission
wird ihre Anmerkungen zum ersten Entwurf des Strategiepapiers im Laufe des
Jahres 2013 übermitteln. Bildung Bei den vier Themen des Strategiepapiers
handelt es sich um globale Fragen, die gleichzeitig entscheidende Aspekte
zahlreicher Bereiche der EU-Politik sind und sich auf das tägliche Leben der
EU-Bürger auswirken. Diese Fragen sind in der Tat von großer Tragweite: Obwohl
das Thema Ernährungssicherheit (einschließlich Hunger und Unterernährung) von
höchster Bedeutung ist, vor allem in den Entwicklungsländern, sind in Europa
zunehmend auch die Fettleibigkeit und Krankheiten ein Problem, die im
Zusammenhang mit übermäßigem Konsum und auf mangelnder Aufklärung beruhenden
Essgewohnheiten stehen. Die Lebensmittelsicherheit hat sich in den
letzten fünfzehn Jahren zu einem zentralen Element der EU-Politik in diesem
Bereich entwickelt und liefert die Grundlage einer für den Rest der Welt vorbildlichen
Vorgehensweise. Das EU-Konzept für den Lebensmittelbereich bedingt die
Sicherheit der europäischen Bürger und Verbraucher und bildet die Basis von
Ansehen und Erfolg der EU-Lebensmittelindustrie weltweit. Nachhaltigkeit ist
ein Anliegen von zunehmender Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger in der EU
und weltweit, da es immer wichtiger wird, Ressourcen effizienter zu nutzen, um
den Wohlstand künftiger Generationen zu gewährleisten, die Auswirkungen auf die
Umwelt zu minimieren und so die nur begrenzt vorhandenen natürlichen Ressourcen
zu schützen. Vor diesem Hintergrund sollte die EU auch eine erzieherische
Absicht verfolgen; sie sollte nicht nur aufklärend wirken, sondern den
Besuchern auch lösungsorientierte Konzepte in den Bereichen Nahrungsmittel und
Nachhaltigkeit vorstellen, so dass sie in der Lage sind, ihre Lebensweise
positiv zu verändern, z. B., indem sie weniger Lebensmittel verschwenden
und gesündere Lebensmittel zu sich nehmen. 3. Praktische Überlegungen Der Ausstellungsort liegt im Nordwesten von
Mailand und umfasst 1,1 Mio. m². Das Expo-Gebiet kann 140 000 Besucher pro
Tag aufnehmen; es erstreckt sich entlang zweier zueinander rechtwinkliger
Achsen, „Decumanus“ (1,5 km) mit rund 70 Flächen, die von den Teilnehmern
selbst zu gestalten sind, und „Cardus“ (350 m) für die italienischen
Aussteller. Die Expo ist als intelligente Stadt angelegt,
mit innovativem Design und modernsten Technologien für eine umfassende
Interaktivität (z. B. erweiterte Realität, soziale Netzwerke), Ökodesign,
intelligenter Mobilität, Warteschlangenmanagement sowie Energieeffizienz-,
Abfallreduzierungs- und Recyclingmaßnahmen. Im Interesse der Kohärenz gelten
für Konzeption und Bau der verschiedenen Gebäude strenge, der Harmonisierung
dienende Vorschriften. Um eine signifikante Wirkung zu erzielen, die
kontinuierliche Interaktion und Kommunikation mit dem Besucher während der
Ausstellung sicherzustellen und das Erscheinungsbild der EU als globalem
politischem Akteur zu betonen, wäre eine kontinuierliche physische Präsenz der
EU für die Dauer der Weltausstellung die beste Lösung. Die italienischen Veranstalter haben der EU im
italienischen Pavillon im Bereich „Cardus“ vor dem Palazzo Italia am See Arena,
wo wichtige institutionelle, kulturelle und Freizeitveranstaltungen abgehalten
werden, eine sehr gut gelegene Ausstellungsfläche angeboten. Da es sich um den
am meisten besuchten Bereich der Expo handelt, dürfte eine eigene
Ausstellungsfläche der EU hier noch mehr Wirkung entfalten. Die für die EU vorläufig reservierte Fläche
beträgt 1500 m². Es würde sich um ein dreistöckiges Gebäude handeln,
dessen erster Stock als Ausstellungsfläche dienen würde; der zweite Stock würde
Sitzungsräume und Konferenzräume, der dritte eine offene Terrasse aufnehmen.
Durch die Nähe zum Palazzo Italia, der auch ein Konferenzzentrum umfasst, das
die EU nutzen könnte, würden Raumbedarf und Kosten minimiert. Die Präsenz der EU im Bereich „Cardus“ könnte
durch eine umfassendere Präsenz auf dem Ausstellungsgelände, gestützt auch auf
digitale Kommunikationstechnologien, ergänzt werden. Dies könnte auch die
Grundlage für die Interaktion und Synergien mit der Cyber-Expo und den
erwarteten Cyberbesuchern (eine Milliarde) bilden. In dieser Hinsicht wird sich
die Expo 2015 aufgrund ihres äußerst innovativen und technologischen Charakters
völlig von allen vorangegangenen Weltausstellungen unterscheiden: die Besucher
werden ihren Besuch und dessen Ablauf über Websites, Apps und intelligente
Technologien völlig unter Kontrolle haben und im Voraus organisieren können.
Daher müssen innerhalb und außerhalb der Räumlichkeiten der EU neue,
intelligente Interaktionsmöglichkeiten und Attraktionen für die Besucher
vorgesehen werden. Budget In Anbetracht der derzeitigen Haushaltszwänge
ist geplant, dass sich die EU an der Expo Mailand mit einer begrenzten
Fläche von 1500 m² beteiligt, um die damit verbundenen Kosten niedrig zu
halten; dies entspricht der Hälfte der Fläche, über die sie auf der
Weltausstellung Hannover verfügte[2].
Die Räumlichkeiten, die die
italienischen Organisatoren für die EU-Institutionen reserviert haben, würden
ein Kernbudget in Höhe von etwa 10 Mio. EUR, verteilt auf die Jahre 2014 und
2015, erfordern. Da der Schwerpunkt der Expo auf Landwirtschaft und
Nachhaltigkeit liegt, werden die Hauptmittel aus den betreffenden
Haushaltslinien entnommen. 2015 werden
zusätzliche Mittel für die Organisation thematischer Veranstaltungen und
Ausstellungen im Rahmen bestehender oder bereits vorgesehener Haushaltsmittel
mobilisiert. 4. Vorläufige Vorschläge für die
Beteiligung der EU Es wird darauf ankommen, eine einfache
EU-Botschaft zu übermitteln, aus der die zentrale Rolle der EU im Bereich der
Nahrungsmittel hervorgeht. Bei früheren Weltausstellungen haben wir die
Erfahrung gemacht, dass die Besucher mehrere Pavillons besuchen, in jedem nur
sehr wenig Zeit verbringen und sich nur an einige wenige, zentrale Ideen
erinnern. Die Botschaft ist ferner unter
Berücksichtigung der Möglichkeit zu formulieren, dass sich unsere Anliegen bis
2015 noch ändern. Sie muss außerdem für den „Mann auf der Straße“ verständlich
sein und sollte idealerweise vor der Expo mit Zielgruppen getestet werden. Im Rahmen dieser Botschaft und auf von den
Generaldirektionen organisierten Veranstaltungen könnte auf mehrere EU-Initiativen
und ‑Strategien in den Bereichen Nahrungsmittel und Nachhaltigkeit abgehoben
werden, z. B.: –
Die Expo-Themen betreffen in erster Linie die
Landwirtschaft, einen Bereich, in dem die EU – vor allem durch die GAP, aber
auch im Rahmen zahlreicher anderer Strategien – äußerst aktiv ist. Eine
interessante Fallstudie könnte sein, das Ergebnis des Internationalen Jahres
der familienbetriebenen Landwirtschaft (International Year of Family Farming -
2014) weiterzuverfolgen und das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen
eingehend zu studieren, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf dem
Institutionenaufbau in Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika, liegen
sollte. –
Lebensmittel sind eine wichtige Komponente der
EU-Wirtschaft: Die EU ist der weltweit größte Exporteur in diesem Bereich und
die Lebensmittelindustrie der größte verarbeitende Industriezweig der EU; sie
erwirtschaftet einen Jahresumsatz von fast 1 Billion EUR und beschäftigt
mehr als 4 Millionen Menschen. Die aktive Beteiligung der EU an der Expo
wird für die Gestaltung der politischen Debatte und möglicher
Zukunftsstrategien in diesem Bereich und damit auch für die weitere Förderung
der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und des Exports von entscheidender
Bedeutung sein. –
Die EU ist der größte Geber von Entwicklungshilfe
weltweit, und dies wird die Gelegenheit sein, den europäischen Bürgern und der
Welt den Umfang der EU-Maßnahmen im Bereich Ernährungssicherheit und Sicherung
der Nährstoffversorgung in den am stärksten gefährdeten Regionen der Welt nahezubringen.
Beim Thema Ernährungssicherheit wird die Verschwendung von Lebensmitteln einen
besonderen Schwerpunkt der Expo bilden. Weltweit ist der Hunger nach wie vor
ein kritisches Problem, vor allem in den Entwicklungsländern; auf der anderen
Seite werden jährlich auf der Welt 40 % der erzeugten Lebensmittel
vergeudet. Die EU ist mit ihrem Engagement in diesem Bereich führend und strebt
die Halbierung der Entsorgung von genusstauglichen Lebensmittelabfällen bis
2020 an. Entsprechende Arbeiten wurden unter
unmittelbarer Beteiligung der Interessengruppen bereits eingeleitet, und die
Expo wird Gelegenheit bieten, die Ergebnisse bekannt zu machen und bewährte
Vorgehensweisen zu verbreiten. –
Lebensmittel sind Teil unseres gemeinsamen und
vielfältigen kulturellen Erbes, ein weltweites Symbol der Lebensweise in der
EU. Dies ist zum Teil das Ergebnis der Maßnahmen der EU in den wichtigen
Bereichen der Lebensmittelsicherheit und der Lebensmittelqualität. Insbesondere
bei der Lebensmittelsicherheit ist die EU mit ihrem wissenschaftsbasierten
Konzept, das klar zwischen Risikobewertung und Risikomanagement trennt, ein
Vorbild für den Rest der Welt. Die Lebensmittelqualität gewinnt in der heutigen
gesundheitsbewussten Gesellschaft, in der der Zusammenhang zwischen Ernährung
und Gesundheit immer deutlicher wird, zunehmend an Bedeutung. Auch bei den
Diskussionen in diesem Bereich ist die EU unter den Vorreitern: sie fördert
Standards für eine gesunde Ernährung – sowohl durch Bildungsmaßnahmen als auch
durch politische Konzepte – und stützt sich dabei sowohl auf das aktive
Engagement der Akteure als auch auf die Aufklärung der Verbraucher. –
Das Problem der ökologischen Nachhaltigkeit, eine
weltweite Priorität und ein zunehmendes Anliegen unserer Gesellschaften, ist
eng mit der Frage der Nahrungsmittelproduktion verknüpft. Die Erfolge der EU im
Bereich der nachhaltigen Energie, insbesondere bei der effizienten
Energienutzung und der nachhaltigen Energieerzeugung, sollten ebenfalls
hervorgehoben werden. In diesem Zusammenhang könnte untersucht werden, wie sich
die im Jahr 2012 eingeleitete Initiative „Nachhaltige Energie für alle“ in den
Themenbereichen der Expo ausgewirkt hat. –
Schließlich böte die Expo die ideale Gelegenheit,
um die Tätigkeit und die Ergebnisse der EU im Bereich Forschung und Innovation
herauszustellen und weiterzuentwickeln, z. B. durch die Präsentation der
Ergebnisse wichtiger FuE-Projekte, die über die EU-Rahmenprogramme gefördert
werden und für die Zukunft der Bereiche Nahrungsmittel und Landwirtschaft relevant
sind, auch im Kontext des wissenschaftlichen Programms der Expo. Kulturelle und wissenschaftliche
Veranstaltungen der Expo Die Expo wird für die Teilnehmer einen
außergewöhnlichen Anlass bieten, kulturelle und wissenschaftliche
Veranstaltungen (Konferenzen, Seminare, Sonderausstellungen usw.) zu
organisieren, mit denen zentrale Anliegen der EU vorangebracht, Botschaften
besser vermittelt und Gespräche mit den Bürgern angeregt werden können. Solche
Veranstaltungen erfordern aufgrund der budgetären Zwänge und der damit
verbundenen Arbeitsbelastung sowie zur Maximierung ihrer Wirkung eine
langfristige Planung. Ferner könnte für einschlägige, für 2015
bereits geplante Veranstaltungen anstelle eines anderen Veranstaltungsortes die
Expo Mailand gewählt werden. Was die wissenschaftlichen Veranstaltungen
betrifft, so liegt der Standort Ispra der Gemeinsamen Forschungsstelle der
Europäischen Kommission 60 km vom Ausstellungsgelände entfernt; in Ispra
sind mehrere Versuchslaboratorien angesiedelt, einschließlich der
EU-Referenzlaboratorien für Lebensmittelkontakt-Materialien und gentechnisch
veränderte Lebensmittel und Futtermittel. Die Gemeinsame Forschungsstelle (JRC)
führt auch andere Forschungstätigkeiten aus, die in engem Zusammenhang mit dem
Expo-Thema stehen, z. B. zu Wasserbewirtschaftung, Klimawandel,
Flächennutzung, Desertifizierung und Biokraftstoffen. In Vorbereitung der Expo
baut die JRC derzeit ein neues Besucherzentrum für größere Besucherzahlen. Die
JRC wird anderen EU-Institutionen, die parallel zu Expo-Veranstaltungen
entsprechende wissenschaftliche Veranstaltungen organisieren möchten, ihre
Unterstützung und Infrastruktur anbieten. Für Fachleute und Wissenschaftler,
die den JRC-Standort Ispra besuchen möchten, könnte ein regelmäßiger
Shuttledienst eingerichtet werden. 5. Schlussfolgerungen und Maßnahmen Die Expo 2015 in Mailand stellt eine
einzigartige Gelegenheit für die EU dar, ihre Rolle als globaler Akteur bei der
Entwicklung künftiger Initiativen in den Bereichen Nahrungsmittel und
Nachhaltigkeit zu stärken, die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern zu
verbessern und diesen die Errungenschaften der Vergangenheit und künftige Ziele
nahezubringen. Um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen, sollte die EU im
Interesse einer maximalen Sichtbarkeit über eigene Ausstellungsflächen
verfügen. Diese wurden von den italienischen Organisatoren angeboten und
sollten angemietet werden. Zur Gewährleistung eines günstigen
Kosten-Nutzen-Verhältnisses sollten die Vorbereitungen der EU früh anlaufen und
die derzeitigen Haushaltszwänge berücksichtigen. Angesichts dieser
Zwänge schlägt die Kommission vor, die physische Präsenz der EU auf die Hälfte
der Fläche zu begrenzen, die sie auf der letzten in Europa stattfindenden
Weltausstellung (Hannover 2000) zur Verfügung hatte. Dies erfordert
einen Kernhaushalt von rund 10 Mio. EUR, verteilt auf die Jahre 2014
und 2015. 2015 werden zusätzliche Mittel für die Organisation
thematischer Veranstaltungen und Ausstellungen im Rahmen genehmigter oder
bereits vorgesehener Haushaltsmittel mobilisiert werden müssen. Die Kommission ruft das Parlament und die
anderen interessierten EU-Institutionen auf, eng mit der Kommission
zusammenzuarbeiten, um durch die Vorlage eines gemeinsamen EU-Konzepts und
kohärente politische Botschaften an die Öffentlichkeit den größtmöglichen
Nutzen aus der Weltausstellung zu ziehen. * * * [1] http://www.padiglioneitaliaexpo2015.com/RLExpoImpaginatocompleto.pdf [2] Auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai war die EU
Gast im belgischen Pavillon.