MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DEN RAT UND AN DIE EUROGRUPPE Ergebnisse der eingehenden Überprüfungen gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1176/2011 über die Vermeidung und Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte /* COM/2013/0199 final */
MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS
EUROPÄISCHE PARLAMENT UND DEN RAT UND AN DIE EUROGRUPPE Ergebnisse der eingehenden Überprüfungen
gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1176/2011 über die Vermeidung und Korrektur
makroökonomischer Ungleichgewichte 1. Einleitung Die derzeitige
Wirtschafts- und Finanzkrise hat eine tiefgreifende Restrukturierung unserer
Volkswirtschaften ausgelöst. Diese muss mit einer neuen Art von
wirtschaftspolitischer Steuerung in der EU einhergehen, die die wechselseitige
Abhängigkeit unserer Volkswirtschaften anerkennt und die Grundlagen für
künftiges Wachstum und künftige Wettbewerbsfähigkeit schafft, die intelligent,
nachhaltig und breitenwirksam sind. Aufgrund der engen
Verflechtung unserer Volkswirtschaften liegt es in der gemeinsamen Verantwortung
der Mitgliedstaaten und der EU-Organe, die Probleme der Vergangenheit zu
beheben und die EU für die Zukunft auf einen nachhaltigeren Entwicklungspfad zu
führen. In den letzten
zehn Jahren vor Ausbruch der Krise wurde den Entwicklungen in den Volkswirtschaften
der einzelnen Mitgliedstaaten auf EU-Ebene nicht genügend Aufmerksamkeit
geschenkt. Dies lag zum Teil an einer unzureichenden Anerkennung der
Übertragungseffekte, die von wirtschaftspolitischen Maßnahmen eines
Mitgliedstaats auf die Volkswirtschaften der anderen Mitgliedstaaten ausgingen
— Übertragungseffekte, die aufgrund der engen wirtschaftlichen Interdependenz
von Ländern mit gemeinsamer Währung im Euroraum besonders akut waren. Zum Teil
lag es jedoch auch daran, dass der EU die nötigen Instrumente fehlten, um
derartige Ungleichgewichte zu erkennen, zu verhindern und nötigenfalls zu
korrigieren. Dies führte dazu, dass sich Ungleichgewichte unkontrolliert
entwickeln konnten, mit entsprechenden negativen Folgen sowohl für die
Volkswirtschaften mehrerer Mitgliedstaaten als auch für die ordnungsgemäße
Funktionsweise der Wirtschafts- und Währungsunion. Aufgrund der
Lehren aus der Vergangenheit und im festen Willen, ähnliche Situationen künftig
zu vermeiden, hat die EU ein neues System der wirtschaftspolitischen Steuerung
eingeführt. Als Bestandteil dieser neuen Arbeitsweise hat der Gesetzgeber auf
Vorschlag der Kommission ein Verfahren bei makroökonomischen Ungleichgewichten
(Macroeconomic Imbalances Procedure — MIP) eingeführt, damit Probleme früher
erkannt, verhindert und behoben werden können (Verordnung (EU)
Nr. 1176/2011, im Folgenden „die Verordnung“). Zusammen mit dem
verstärkten Stabilitäts- und Wachstumspakt, der sich auf langfristig tragfähige
öffentliche Finanzen konzentriert, bildet das MIP das Kernstück der verstärkten
wirtschaftspolitischen Steuerung der EU. Auch wenn die
entscheidenden politischen Maßnahmen der Mitgliedstaaten und der EU-Ebene dazu
beitragen, die EU-Wirtschaft wieder ins Gleichgewicht zu bringen, und
Indikatoren darauf schließen lassen, dass frühere Wettbewerbsverluste
allmählich wieder gutgemacht werden, stellen die Ungleichgewichte, die sich in
einigen Volkswirtschaften der EU über Jahre hinweg aufgebaut haben, doch nach
wie vor große Herausforderungen dar. So führt insbesondere die Notwendigkeit,
untragbar hohe öffentliche und privaten Schulden unter Kontrolle zu bringen und
ein besseres Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben herzustellen, dazu,
dass Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung einen vorübergehenden Dämpfer
erhalten. In einigen Ländern wird diese Situation noch durch tief verwurzelte
strukturelle Verkrustungen erschwert, die die Anpassungsfähigkeit einschränken
und die untragbar hohe Arbeitslosigkeit noch verschärfen. Diese Faktoren werden
in der Winterprognose 2013 der Kommission anerkannt, die darauf hinweist,
dass die Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum graduell sein wird. Auch wenn sich die
Lage von einem Mitgliedstaat zum anderen unterscheidet, ist doch allerorts eine
Fortführung der Reformen angezeigt. Strukturreformen führen erst nach einiger
Zeit zu mehr Wachstum und Beschäftigung, was wiederum den Druck auf die
öffentlichen Finanzen verringern würde. Aus diesem ergänzen eine glaubhafte
mittelfristige Haushaltsstrategie und eine umfassende Strukturreformagenda
einander. Die neuen wirtschaftspolitischen Steuerungsinstrumente der EU sollen
den Mitgliedstaaten helfen, die zugrundeliegenden Probleme zu erkennen und
unverzüglich anzupacken, indem sie in einem breiteren europäischen Rahmen
angemessene länderspezifische Maßnahmen ergreifen. In Anerkennung der
Interdependenz des Euroraums und der EU, die eine vertiefte, gemeinsame
Entscheidungsfindung erfordert, arbeiten EU-Organe und Mitgliedstaaten eng
zusammen. Dies ist der
umfassende Ansatz, der dem Jahreswachstumsbericht 2013[1] der Kommission zum Auftakt
dieses dritten Zyklus des Europäischen Semesters der wirtschaftspolitischen
Koordinierung zugrunde lag. Im Zuge dieses Prozesses hat die Kommission in
ihrem Warnmechanismus-Bericht[2]
anhand eines Indikatoren-Scoreboards im Rahmen des Verfahrens bei übermäßigen
Ungleichgewichten alle Mitgliedstaaten[3]
auf potenzielle makroökonomische Ungleichgewichte untersucht. Dieses Scoreboard
wurde von der Kommission nach Konsultationen mit dem Europäischen Parlament und
dem Rat sowie dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken aufgestellt. Die
darin enthaltenen Indikatoren stützen die volkswirtschaftliche Analyse der Lage
in den einzelnen Mitgliedstaaten in Bezug auf interne Ungleichgewichte
(z. B. private und öffentliche Verschuldung, Wohnimmobilienpreise und
Arbeitslosigkeit) und externe Ungleichgewichte (z. B.
Leistungsbilanzsaldo, Auslandsvermögensstatus und Wettbewerbsfähigkeit) ab. Im
Ergebnis wurden vierzehn Mitgliedstaaten für eine weitere eingehende Überprüfung
ausgewählt. Ursprung, Art und
Schwere der in diesem Prozess festgestellten Ungleichgewichte variieren von
Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat und erfordern ein länderspezifisches Vorgehen.
Politische Maßnahmen zur Unterstützung der signifikanten Anpassung sind
besonders in jenen Mitgliedstaaten dringend erforderlich, die schon seit
längerem hohe Leistungsbilanzdefizite aufweisen und Wettbewerbsfähigkeit
eingebüßt haben. In einer umfassenden Studie vom Dezember 2012 hat die
Kommission auch die Ursachen für große und anhaltende
Leistungsbilanzüberschüsse analysiert.[4]
Leistungsbilanzüberschüsse sollten zwar Zeichen gesunder Wettbewerbsfähigkeit
sein, können jedoch auch Marktversagen, eine schwache Inlandsnachfrage oder
mangelnde Investitionsmöglichkeiten widerspiegeln. Die makroökonomischen
Ungleichgewichte in der EU haben zu einer Fehlallokation von Ressourcen in den
Überschussländern geführt, was sich negativ auf das Wachstum auswirkt. Aufgrund der
Analyse, die in den mit dieser Mitteilung veröffentlichten eingehenden
Überprüfungen (In-Depth Reviews – IDRs) angestellt wurde, hat die Kommission in
allen im Warnmechanismus-Bericht untersuchten Ländern Ungleichgewichte
festgestellt: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Spanien, Frankreich, Italien,
Ungarn, Malta, Niederlande, Slowenien, Finnland, Schweden und
Vereinigtes Königreich.[5]
Die allgemeinen Schlussfolgerungen aus dieser Analyse werden in
Abschnitt 2 zusammengefasst. Abschnitt 3 enthält die wichtigsten
Ergebnisse nach Ländern.[6]
Abschnitt 4 enthält einige kurze Schlussfolgerungen und einen Überblick
über die nächsten Schritte in diesem Prozess der wirtschaftspolitischen
Steuerung der EU. 2. Wichtigste länderübergreifende
Ergebnisse der eingehenden Überprüfungen Es findet eine
makroökonomische Anpassung statt, die sich zwischen den Mitgliedstaaten
allerdings nach Art und Tempo unterscheidet. Diese
Anpassung wird in den IDRs dokumentiert, die Daten enthalten und zentrale
Faktoren erörtern, wie etwa die Verringerung von Leistungsbilanzdefiziten, die
Konvergenz der Lohnstückkosten, Korrekturen überzogener Wohnimmobilienpreise
und den Abbau der Privatsektorverschuldung. Angesichts der unterschiedlichen
Herausforderungen und Ungleichgewichte dürften die Wachstumsdifferenzen
zwischen den Ländern in den kommenden Jahren fortbestehen.[7] In einigen
Fällen könnten sich sowohl die Risiken als auch die aus den analysierten
makroökonomischen Ungleichgewichten resultierenden Übertragungseffekte auf
andere Länder durch die Konjunkturschwäche und die unsicheren
Wirtschaftsaussichten noch verstärkt haben. Hinzu
kommt, dass der Anpassungsprozess in den meisten Fällen noch nicht
abgeschlossen ist. So stellen insbesondere die akkumulierten
Auslandsverbindlichkeiten (gemessen am hohen und negativen
Nettoauslandsvermögensstatus und der Nettoauslandsverschuldung), die private
Verschuldung und die Lage am Wohnimmobilienmarkt einiger Mitgliedstaaten nach
wie vor Herausforderungen dar. Die Bewältigung dieser Herausforderungen wird
entscheidend dafür sein, ob verschuldete Volkswirtschaften Wachstum erzielen
und im Wettbewerb bestehen, Finanzstabilität gewährleisten und Arbeitslosigkeit
abbauen können. In mehreren Mitgliedstaaten müssen die festgestellten
makroökonomischen Ungleichgewichte eng überwacht und mit einem entschlossenen
Strukturreform-Engagement angegangen werden. Viele Maßnahmen, die für eine
spannungsfreie Absorption externer und interner Ungleichgewichte ergriffen
werden müssen, fördern mittelfristig auch das Wirtschaftswachstum. Insofern
beinhaltet die EU-Strategie für mittelfristig mehr Wachstum und Investitionen
bereits die Maßnahmen, die im Rahmen des MIP als politische Reaktion getroffen
werden sollten. Die IDRs machen
insbesondere Folgendes deutlich: ·
Die Anpassung der Zahlungsbilanzpositionen
ist im Gange, auch wenn die hohe Nettoauslandsverschuldung einige
Mitgliedstaaten nach wie vor anfällig macht. ·
Trotz verbesserter Exportleistung aufgrund
gestiegener Kostenwettbewerbsfähigkeit müssen einige Mitgliedstaaten ihre
Anstrengungen zur Stärkung oder Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit
sowohl im Binnenmarkt als auch weltweit noch verstärken. ·
Nicht-Kosten-Faktoren der Wettbewerbsfähigkeit bleiben entscheidend; angesetzt werden muss z. B. bei
Exportzusammensetzung und Technologiegehalt, geografischer Diversifizierung der
Exporte, Firmenstrukturen, Importgehalt der Exporte, Bedeutung von
Zwischenprodukten sowie Investitionen in F&E und Innovation. ·
Im Privatsektor mehrerer Volkswirtschaften findet
ein Verschuldungsabbau statt, doch liegt die private Verschuldung nach
wie vor auf hohem Niveau und bleibt der Druck zum Verschuldungsabbau groß. ·
Die Wohnimmobilienmärkte befinden sich in
mehreren Ländern, die vor der Krise einen Immobilienboom erlebten, nun in der
Anpassungsphase. Vor dem Hintergrund eines noch immer anfälligen
Bankensektors, verschärfter Kreditbedingungen und wirtschaftlicher Unsicherheit
sind weitere Abwärtskorrekturen nicht auszuschließen. 3. Ergebnisse nach Mitgliedstaaten Dieser Abschnitt
enthält eine Zusammenfassung der eingehenden Überprüfungen für die einzelnen Länder
und gemäß der Verordnung Angaben dazu, in welchen Ländern nach Auffassung der
Kommission Ungleichgewichte bestehen und in welchen Fällen sie diese als
übermäßig ansieht. In BELGIEN bestehen makroökonomische
Ungleichgewichte, die einer Überwachung und politischer Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die makroökonomischen Entwicklungen im Bereich der
externen Wettbewerbsfähigkeit von Waren und die Verschuldung, besonders
hinsichtlich der Auswirkungen der hohen öffentlichen Verschuldung auf die
Realwirtschaft, verdienen weiterhin Aufmerksamkeit. Namentlich hat Belgien aufgrund anhaltender
Einbußen sowohl bei der Kosten- als auch der Nicht-Kosten-Wettbewerbsfähigkeit
über lange Jahre hinweg Exportmarktanteile verloren. Während bei den belgischen
Warenausfuhren eine allmähliche Umorientierung in Richtung dynamischerer
Regionen stattfindet, intensiviert sich zugleich die Spezialisierung auf
kostensensible Zwischenprodukte. Letzteres macht deutlich, wie wichtig
Kostenfaktoren für die Exportleistung Belgiens sind, dessen Arbeitskosten im
Trend rascher steigen als bei den Handelspartnern. Im letzten Jahr hat die
Regierung Maßnahmen zur Verringerung des wachsenden Lohngefälles angekündigt
und eingeleitet. Allerdings dürfte diese Korrektur bestenfalls langwierig sein,
so dass das Problem mittelfristig fortbestehen wird, während mehrere
Handelspartner Reformen durchführen, die deren Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. In
Bezug auf die Nicht-Kosten-Wettbewerbsfähigkeit besteht Handlungsbedarf unter
anderem bei der unzureichenden Überführung von Forschungstätigkeiten in die
Entwicklung neuer Produkte mit höherem Technologiegehalt. Der allgemeine
Verlust an Wettbewerbsfähigkeit verschärft die aus der hohen öffentlichen
Verschuldung erwachsenden Probleme, da er die Wachstumsaussichten belastet. Mit
seiner hohen öffentlichen Verschuldung ist Belgien für Finanzmarktturbulenzen
anfällig, wobei die hohen Eventualverbindlichkeiten für den Finanzsektor ein
zusätzliches Risiko darstellen. Auf längere Sicht muss die langfristige
Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen auch mit den budgetären Auswirkungen
der Bevölkerungsalterung in Einklang gebracht werden. In BULGARIEN bestehen
makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und politischer
Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die Auswirkungen des
Verschuldungsabbaus im Unternehmenssektor sowie die sich fortsetzende Anpassung
der Zahlungsbilanzpositionen, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsmärkte verdienen
weiterhin Aufmerksamkeit. Namentlich hat
Bulgarien in der mit dem Beitritt zur Europäischen Union einhergehenden
Boomphase rasch Ungleichgewichte aufgebaut. Im Zuge des Aufholprozesses trugen
hohe Kapitalzuflüsse aus dem Ausland zur Überhitzung der Binnenkonjunktur und
zu einem boomenden Wohnimmobiliensektor bei. Mit Beginn der Krise setzte in
Bulgarien ein rascher Verschuldungsabbau ein und wurden Maßnahmen zur Erhaltung
der Finanzstabilität getroffen. Während Bulgarien eine rasche und deutliche
Leistungsbilanzanpassung verzeichnete, sind für die Zukunft moderate Defizite
zu erwarten, da die Importe mit der wirtschaftlichen Erholung wieder steigen
werden. Dies wird den Rückgang der Nettoauslandsverschuldung bremsen. Um
Kostenwettbewerbsfähigkeit und Exportwachstum zu erhalten, muss sichergestellt
werden, dass die Lohnstückkosten durch Produktivitätssteigerungen unterfüttert
werden. Die Verschuldung nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften einschließlich
des Anstiegs der überfälligen Verbindlichkeiten deutet darauf hin, dass der
Druck zum Verschuldungsabbau ein dynamischeres Wirtschaftswachstum verhindert.
Das Arbeitsmarktsegment der Geringqualifizierten scheint von der Krise
besonders hart betroffen und bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Die
Arbeitslosigkeit ist rasant gestiegen, und es sollen Schritte unternommen
werden, damit die Arbeitslosigkeit nicht struktureller wird. Der in einigen
Sektoren aufkommende Arbeitskräftemangel macht Diskrepanzen zwischen
Qualifikationsangebot und -nachfrage deutlich, was darauf hinweist, dass ein
umfassendes Paket aus aktiven arbeitsmarktpolitischen, bildungspolitischen und
regionalpolitischen Maßnahmen erforderlich ist. Für die Zukunft stellt sich für
Bulgarien unter anderem die Herausforderung, die Anpassungsfähigkeit des
Arbeitsmarkts zu verbessern, einen spannungsfreien Verschuldungsabbau im
Unternehmenssektor zu ermöglichen und die erneute Entstehung untragbarer
Ungleichgewichte zu verhindern. In DÄNEMARK bestehen
makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und politischer
Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die sich fortsetzende
Anpassung am Wohnimmobilienmarkt und die hohe Verschuldung der privaten
Haushalte und Unternehmen sowie die Triebkräfte der externen
Wettbewerbsfähigkeit verdienen weiterhin Aufmerksamkeit. Namentlich haben
sich die Exporte schwach entwickelt, da die Lohnstückkosten aufgrund des hohen
Lohnwachstums und vor allem aufgrund des schwachen Produktivitätswachstums
gestiegen sind. Darüber hinaus ist die schwache Exportleistung teilweise auf
den ungünstigen Mix an Exportmärkten zurückzuführen. In den letzten Jahren hat
es in dieser Hinsicht einige Verbesserungen gegeben, deren Nachhaltigkeit und
Dauerhaftigkeit zum jetzigen Zeitpunkt jedoch schwer zu beurteilen sind. Da
Dänemark hohe und steigende Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnet, weisen
diese Trends kurzfristig nicht auf Risiken hin. Niedrige Zinssätze und eine
Beschleunigung der Wohnimmobilienpreise in den Vorjahren der Finanzkrise haben
dazu beigetragen, dass die Schulden der privaten Haushalte auf ein untragbar
hohes Niveau angestiegen sind. Auch wenn eine Umkehr dieses Trends in Gang
gekommen ist und die Risiken auch durch das hohe Nettovermögen der privaten
Haushalte gemindert werden, wird sich der Korrekturprozess doch über einen
erheblichen Zeitraum erstrecken müssen. Dies birgt potenzielle Risiken für die
wirtschaftliche und finanzielle Stabilität. In SPANIEN bestehen übermäßige
makroökonomische Ungleichgewichte. Auch wenn die Anpassung im Gange ist,
erfordert die Größenordnung der nötigen Korrektur doch weiterhin durchgreifende
politische Maßnahmen. So birgt insbesondere die überaus hohe Inlands- und
Auslandsverschuldung Risiken für Wachstum und Finanzstabilität. Die
entscheidenden politischen Maßnahmen auf EU-Ebene und durch Spanien haben zu
einer sichtbaren Anpassung der Ströme, einem Rückgang der Finanzierungskosten
und einer Verringerung der unmittelbaren Risiken geführt. Die Entwicklungen des
vergangenen Jahres, darunter die weitere Schrumpfung der Wirtschaft, die steil
ansteigende Arbeitslosigkeit und die Notwendigkeit öffentlicher Hilfen für die
Rekapitalisierung verschiedener Banken, haben jedoch deutlich gemacht, welche
Anfälligkeiten diese Ungleichgewichte in Bezug auf Wachstum, Beschäftigung,
öffentliche Finanzen und Finanzstabilität mit sich bringen. Namentlich leidet
Spanien unter großen und eng miteinander zusammenhängenden externen und
internen Ungleichgewichten. Starke Kapitalzuflüsse während der Boomjahre trugen
zur Akkumulation hoher Netto-Auslandsverbindlichkeiten bei und führten zur
Bildung einer großen Wohnimmobilien- und Baublase. Nach Platzen dieser Blase
brachten die Risikopositionen des Bankensektors in dubiosen Immobilien- und
Bauwerten die Finanzstabilität in Gefahr. Diese Risiken für den Bankensektor
werden mit dem Hilfsprogramm für den Finanzsektor und durch die
Rekapitalisierung und Restrukturierung der am stärksten betroffenen Banken
sowie die Stärkung des Regulierungs- und Aufsichtsrahmens wirksam angegangen.[8] Die Anpassung
externer Ungleichgewichte ist im Gange, aber noch nicht abgeschlossen, da
Spanien für den Abbau seiner Netto-Auslandsverbindlichkeiten zu einem
anhaltenden Leistungsbilanzüberschuss gelangen muss: Die Verbesserung des
Leistungsbilanzsaldos und der Kostenwettbewerbsfähigkeit könnte gegenwärtig zum
Teil auf konjunkturelle Faktoren zurückzuführen sein. Die Anpassung der Privatsektorbilanzen
schreitet voran, wird jedoch mittelfristig weiterhin eine Herausforderung für
das Wirtschaftswachstum und die Aussichten für die öffentlichen Finanzen
darstellen. Der Wohnimmobilienmarkt hat sich noch nicht stabilisiert.
Verkrustungen an den Produkt- und Arbeitsmärkten tragen zu hoher und weiter
steigender Arbeitslosigkeit bei und behindern ganz allgemein die Anpassung der
Wirtschaft. Alles in allem besteht weiterhin eine erhöhte Anfälligkeit für
potenzielle realwirtschaftliche und finanzielle Schocks und damit auch die
Möglichkeit negativer Übertragungseffekte auf den übrigen Euroraum. Diese
Herausforderungen erfordern fortgesetzte Maßnahmen in den Bereichen Produkt-
und Dienstleistungsmärkte, Arbeitsmarkt, Finanzsektor und öffentliche Finanzen. Außerdem haben
signifikante Einnahmeausfälle im Zusammenhang mit der Rebalancierung der
Wirtschaft, höhere Sozialausgaben und die Kosten der Bankenrekapitalisierung
erheblichen Druck durch öffentliche Defizite und einen steil ansteigenden
staatlichen Schuldenstand erzeugt. Eine nachhaltige mittelfristige Korrektur
des übermäßigen Haushaltsdefizits erfordert simultane Fortschritte bei der
Korrektur der makroökonomischen Ungleichgewichte, unterstützt durch weitere
Strukturreformen zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung und zum
Aufbrechen struktureller Verkrustungen, die der Anpassung im Wege stehen. In FRANKREICH bestehen
makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und entscheidender
politischer Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die
sowohl durch Kosten- als auch durch Nicht-Kosten-Faktoren bedingte
Verschlechterung der Handelsbilanz und der Wettbewerbsfähigkeit, die vor dem
Hintergrund einer sich verschlechternden Zahlungsbilanzposition und einer hohen
öffentlichen Verschuldung zu verzeichnen ist, verdient weiterhin
Aufmerksamkeit. Vor allem angesichts der Größe der französischen Wirtschaft
sind Maßnahmen, die das Risiko nachteiliger Auswirkungen auf die Funktionsweise
der französischen Wirtschaft und der Wirtschafts- und Währungsunion verringern,
besonders erforderlich. Namentlich spiegelt das wachsende
Handelsbilanzdefizit den langfristigen Rückgang der Exportmarktanteile wider,
der mit den anhaltenden Einbußen sowohl an Kosten- als auch an
Nichtkosten-Wettbewerbsfähigkeit zusammenhängt. Die Löhne sind rasch gestiegen
und haben die Preise sowie die Rentabilität der Unternehmen unter Druck
gesetzt. Die niedrige und rückläufige Rentabilität der privaten Unternehmen,
insbesondere in der verarbeitenden Industrie, hat nicht nur deren Schuldenlast
vergrößert, sondern möglicherweise ‑ was schwerer wiegt ‑ auch
deren Fähigkeit beeinträchtigt, Innovationen hervorzubringen und an
nichtpreislicher Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. Durch andere Faktoren,
darunter die abnehmende Zahl von Exportunternehmen, haben sich diese
Wettbewerbsfähigkeitsprobleme noch verschärft. So könnten insbesondere
Verkrustungen am französischen Arbeitsmarkt, die auch zu der Entwicklung der
Arbeitskosten beigetragen haben, das Anpassungspotenzial der Wirtschaft
eingeschränkt und die Produktivitätsentwicklung gebremst haben. Zu diesen
Wettbewerbsfähigkeitsaspekten kommt hinzu, dass die steigende öffentliche
Verschuldung Frankreich für potenzielle Finanzmarktturbulenzen anfällig macht
und das Risiko einer Verdrängung privater Investitionen mit sich bringt. In ITALIEN bestehen
makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und entscheidender
politischer Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die
Exportleistung und der zugrundeliegende Verlust an Wettbewerbsfähigkeit sowie
die hohe öffentliche Verschuldung vor dem Hintergrund eines verhaltenen
Wachstums verdienen im Rahmen einer breit angelegten Reformagenda weiterhin
Aufmerksamkeit, um das Risiko nachteiliger Auswirkungen auf die Funktionsweise
der italienischen Wirtschaft und der Wirtschafts- und Währungsunion
insbesondere angesichts der Größe der italienischen Wirtschaft zu verringern. Namentlich belastet die hohe öffentliche
Verschuldung Italiens vor dem Hintergrund erhöhter Risikoscheu an den
Finanzmärkten dessen Wachstumsaussichten auf mehrerlei Weise, insbesondere
durch die für die Bedienung der Schulden nötige hohe Steuerbelastung, den
Finanzierungsdruck für die italienischen Banken und somit für den privaten
Sektor, die erhöhte makroökonomische Unsicherheit und den überaus eingeengten
Spielraum für antizyklische finanzpolitische Maßnahmen und wachstumsfördernde
öffentliche Ausgaben. Um die hohe öffentliche
Schuldenquote auf einen stetigen Abwärtspfad zu führen, hat Italien einen
einschneidenden Konsolidierungskurs eingeschlagen, doch angesichts der
gedämpften Wachstumsaussichten ist es schwer — aber noch wichtiger — geworden,
die nötigen hohen Primärüberschüsse zu erzielen und zu halten. Die seit den späten 1990er Jahren sinkende externe
Wettbewerbsfähigkeit Italiens kommt in erheblichen Verlusten von
Exportmarktanteilen zum Ausdruck. Die
stagnierende Produktivität bei gleichzeitig steigenden Arbeitskosten führte zu
einer Erhöhung der Lohnstückkosten gegenüber vergleichbaren Ländern, wobei die
Kostenwettbewerbsfähigkeit durch die erhebliche Aufwertung des nominalen
effektiven Wechselkurses Italiens zwischen 2003 und 2009 weiter untergraben
wurde. Die hohe Abgabenbelastung, insbesondere auf Arbeit und Kapital, wirkt
sich ebenfalls negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Hinzu kommt, dass die
Exportleistung Italiens nach wie vor unter einer ungünstigen
Produktspezialisierung zu leiden hat und die schwache Humankapitalausstattung
des Landes die Entwicklung hin zu einem technologisch fortgeschritteneren
Spezialisierungsmodell erschwert. Institutionelle und regulatorische Hemmnisse,
unternehmensunfreundliche Rahmenbedingungen und strukturelle Merkmale auf
Unternehmensebene beeinträchtigen die Wachstumsmöglichkeiten vieler
italienischer Unternehmen und erweisen sich als Hemmschuh für
Produktivitätssteigerungen und internationale Expansion. Diese Faktoren
schränken auch den Zustrom ausländischer Direktinvestitionen ein, womit eine
weitere wichtige Quelle potenzieller Produktivitätsverbesserungen ungenutzt
bleibt. Zu guter Letzt wurde die Fähigkeit des italienischen Bankensektors, die
für den Abbau der Ungleichgewichte erforderliche Anpassung zu unterstützen,
durch die Doppelrezession schwer beeinträchtigt. In UNGARN bestehen
makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und entscheidender
politischer Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die
laufende Anpassung des stark negativen Nettoauslandsvermögensstatus, die vor
allem durch den Verschuldungsabbau im privaten Sektor vor dem Hintergrund hoher
öffentlicher Schulden und eines schwachen Unternehmensumfelds bedingt ist,
verdient nach wie vor genaueste Aufmerksamkeit, um die erheblichen Risiken
nachteiliger Auswirkungen auf die Funktionsweise der Wirtschaft zu verringern. Namentlich passt Ungarn seinen hohen
ausländischen und inländischen (öffentlichen und privaten) Schuldenstand an,
ein Prozess, der mittelfristig fortgeführt werden sollte. Dank Leistungsbilanzüberschüssen hat sich der NAVS
im dritten Jahr in Folge verbessert. Dies ist
hauptsächlich auf die rückläufige Binnennachfrage zurückzuführen, die wiederum
durch den laufenden Verschuldungsabbau im privaten Sektor (überwiegend private
Haushalte) bedingt ist. Gleichzeitig hat ein
rascher Rückgang der Kreditversorgung der Unternehmen (der durch die politische
Unsicherheit und hohe Zusatzsteuern für den Finanzsektor verschärft wurde) zu
historisch niedrigen Investitionen beigetragen. Dies
hat die Anfälligkeit Ungarns erhöht, die Aussichten für das Potenzialwachstum
weiter geschmälert und die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau gehalten, was die
Anpassung und die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen erschwert. Der im Vergleich zu den Nachbarländern relativ hohe
öffentliche Schuldenstand ist zurückgegangen. Dies
hängt mit einer Reihe von Konsolidierungsmaßnahmen sowie einer einmaligen
Einnahme aus der Abschaffung der obligatorischen privaten Altersvorsorge
zusammen. Gleichwohl könnten sich
Unsicherheitsfaktoren im politischen Umfeld, ein geringes Wachstumspotenzial in
Verbindung mit einem hohen Anteil an Fremdwährungsverbindlichkeiten und einer
hohen öffentlichen und privaten Verschuldung erheblich auf die
Finanzierungsbedingungen Ungarns auswirken, die sich in Zukunft schwieriger
gestalten könnten. In MALTA bestehen
makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und politischer
Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die langfristige
Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen verlangt Aufmerksamkeit, während der
sehr große Finanzsektor und insbesondere der enge Zusammenhang zwischen
inlandsorientierten Banken und dem Immobilienmarkt Herausforderungen für die
Finanzstabilität birgt und einer fortgesetzten Überwachung bedarf. Namentlich ist die
langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen aufgrund der hohen
projizierten Kosten der Bevölkerungsalterung und anderer umfangreicher
Eventualverbindlichkeiten gefährdet. Auch wenn dem Immobilienmarkt offenbar
kein unmittelbarer „Boom and Bust“ droht, ist es für die Finanzstabilität doch
von besonderer Bedeutung, seine ordnungsgemäße Funktionsweise sicherzustellen.
Zu diesem Zweck scheint eine regelmäßige Überwachung der Entwicklungen auf dem
Immobilienmarkt angezeigt. Die aus der Präsenz eines sehr großen Finanzsektors
erwachsenden Risiken für die Finanzstabilität im Inland sollten nicht
überschätzt werden, da international ausgerichtete Banken nur in sehr geringem
Maße im Inland engagiert sind, doch ist es wichtig, die Tätigkeiten
international ausgerichteter Banken und der wichtigsten inländischen Banken
weiterhin regelmäßig zu überwachen. Zuträglich wäre es der Stabilität der wichtigsten
inländischen Banken darüber hinaus, wenn weitere Maßnahmen zur Stärkung der
Rückstellungen für Kreditverluste ergriffen würden, um die Risiken zu
verringern, die aus den Forderungen dieser Banken an den Immobiliensektor
erwachsen. In den NIEDERLANDEN bestehen makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und
politischer Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die
makroökonomischen Entwicklungen hinsichtlich der Privatsektorverschuldung und
des Drucks zum Verschuldungsabbau, auch in Kombination mit verbleibenden
Ineffizienzen am Wohnimmobilienmarkt, verdienen Aufmerksamkeit. Auch wenn der
hohe Leistungsbilanzüberschuss keine vergleichbaren Risiken birgt wie hohe
Defizite, wird die Kommission doch auch die Leistungsbilanzentwicklungen in den
Niederlanden weiterhin überwachen. Namentlich sind
über Jahrzehnte hinweg Verkrustungen und verzerrende Anreize entstanden, die
die Wohnfinanzierung und das sektorale Sparverhalten prägen. Die Bilanzen der
Finanzinstitute haben sich stark in Richtung Wohnfinanzierung verlagert, da die
privaten Haushalte Wohneigentum für weitere Kreditaufnahmen nutzen. Zugleich
weisen die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften seit Mitte der 1990er Jahre
einen strukturellen Ersparnisüberschuss aus. Dies hat dazu geführt, dass ein
erheblicher und anhaltender Leistungsbilanzüberschuss sowohl mit einer hohen
Bruttoverschuldung der privaten als auch einem hohen Bruttovermögen der
privaten Haushalte einhergeht. Gegenwärtig wird die Wirtschaftstätigkeit durch
die Rückwirkungen des Wohnimmobilienmarkts auf die Realwirtschaft belastet,
insbesondere durch negative Wohlstands- und Vertrauenseffekte. In FINNLAND bestehen
makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und politischer
Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die erhebliche Verschlechterung
der Leistungsbilanzposition und die schwache Exportleistung, die durch den
Strukturwandel in der Industrie sowie durch Kosten- und Nicht-Kosten-Faktoren
der Wettbewerbsfähigkeit bedingt sind, verdienen weiterhin Aufmerksamkeit. Namentlich schwächt
der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit die wirtschaftliche Position des Landes und
birgt die Gefahr künftiger Einbußen bei Wohlstand und Lebensstandard, zumal die
Bevölkerungsalterung in dieser Hinsicht bereits eine Herausforderung darstellt.
Finnland hat einen raschen Verlust an Weltmarktanteilen und einen tendenziell
abschmelzenden Leistungsbilanzsaldo zu verzeichnen, der 2011 sogar erstmals
negativ wurde, wobei sich das Defizit den Prognosen zufolge noch ausweiten
wird. Der Rückgang des Leistungsbilanzsaldos scheint vor allem darauf
zurückzuführen, dass sich die nichtpreisliche Wettbewerbsfähigkeit
verschlechtert und die nötigen Restrukturierungen in einigen Wirtschaftszweigen
verzögert haben. Außerdem leidet die Kostenwettbewerbsfähigkeit unter dem
erheblichen Anstieg der Lohnstückkosten, da die erzielten Tarifabschlüsse den
Produktivitätsrückgang während der Krise und/oder sektorale
Produktivitätsentwicklungen nicht in vollem Umfang abgebildet haben. Finnland
exportiert Zwischenerzeugnisse und Investitionsgüter vorwiegend in reife,
langsam wachsende Volkswirtschaften, und seine Industrie ist für
Energiepreiserhöhungen und die damit einhergehende Verschlechterung der
Terms-of-Trade anfällig. Im Gegensatz dazu erscheinen die Risiken im
Zusammenhang mit dem Wohnimmobilienmarkt und der Verschuldung der privaten
Haushalte relativ begrenzt. Die Hauptsorge gilt in diesem Zusammenhang der
Finanzlage der finnischen Haushalte, deren Sparquote niedrig und deren
Finanzierungssaldo negativ ist. In SLOWENIEN bestehen übermäßige
makroökonomische Ungleichgewichte. Politische Maßnahmen sind dringend
erforderlich, um das rasche Anwachsen dieser Ungleichgewichte zu stoppen und
ihren Abbau zu bewerkstelligen. Bislang liegt der private und der
öffentliche Schuldenstand unterhalb der Warnschwellenwerte des Scoreboards und
auch die Nettoauslandsverschuldung hält sich vergleichsweise in Grenzen. Vor
dem Hintergrund der sich beschleunigenden negativen Wirtschaftstrends bergen
die Verschuldung und der Verschuldungsabbau im Unternehmenssektor, auch
aufgrund der Zusammenhänge mit der Höhe der Staatsschulden, jedoch ein
erhebliches Risiko für die Stabilität des Finanzsektors. Verschärft werden
diese Risiken durch die begrenzte Anpassungsfähigkeit der Arbeits- und
Kapitalmärkte sowie durch die von Staatseigentum dominierte
Wirtschaftsstruktur. Phasen der politischen Unsicherheit und rechtliche
Reformhindernisse haben dazu geführt, dass Slowenien seine Ungleichgewichte
nicht in angemessener Weise angegangen ist und seine Anpassungsfähigkeit nicht
verbessert hat, wodurch sich seine Anfälligkeit in Zeiten besonders
angespannter Finanzierungsbedingungen für den Staat erhöht hat. Namentlich hat
Slowenien weiterhin mit den Folgen des früheren Booms zu kämpfen. Die
Unternehmen sind nach wie vor untragbar hoch überschuldet, so dass der Anteil
der notleidenden Kredite weiter steigt. Der slowenische Bankensektor ist zwar
relativ klein und nicht einmal halb so groß wie der Durchschnitt des Euroraums,
doch weisen die wichtigsten Banken angesichts der anhaltenden Verschlechterung
ihrer Kreditportfolios nur eine dünne Kapitaldecke auf und ihre Abhängigkeit
von staatlichem Kapital stellt für die Wirtschaft eine größere Bedrohung dar.
Gleichzeitig steht der Staat selbst unter Finanzierungsdruck. Der notwendige
Verschuldungsabbau ist im Gange, wird jedoch durch Friktionen am Arbeits- und
Kapitalmarkt sowie durch das stark gedrückte Produktionsniveau gebremst. Die
Abhängigkeit der Unternehmen von Bankkrediten und das komplexe Geflecht aus
Staatseigentum schränken die Anpassung ein und verzerren die
Ressourcenallokation. Frühere Verluste an Kostenwettbewerbsfähigkeit konnten
nicht wieder gutgemacht werden und die aktuelle Mindestlohnpolitik birgt die
Gefahr weiterer künftiger Verluste, wenn sich der Arbeitsmarkt wieder erholt.
Die Kombination aus fehlender Anpassung, dürftiger Kostenwettbewerbsfähigkeit
und Staatseigentum schreckt private und ausländische Direktinvestitionen ab.
Exportmarktanteile gingen verloren, und die Exportleistung ist wesentlich schwächer
als in vergleichbaren Ländern. Diese Herausforderungen erfordern dringend
Maßnahmen in den Bereichen Finanzsektor, staatseigene Unternehmen und
mikroökonomische Reformen, um zu verhindern, dass schwere Ungleichgewichte
rasant auf untragbare Höhen anwachsen. Dass der Staat
immer wieder unter Finanzierungsdruck gerät, verdeutlicht, dass die
Konsolidierung der öffentlichen Finanzen zusammen mit Strukturreformen
vorangetrieben werden muss. Nachhaltige Verbesserungen bei der Finanzstabilität
und den makroökonomischen Ergebnissen verlangen eine kohärente Strategie unter
Einbeziehung der öffentlichen Finanzen. In
SCHWEDEN bestehen makroökonomische Ungleichgewichte, die einer
Überwachung und politischer Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die
makroökonomischen Entwicklungen hinsichtlich der Privatsektorverschuldung und
des Verschuldungsabbaus, in Kombination mit verbleibenden Ineffizienzen am
Wohnimmobilienmarkt, verdienen weiterhin Aufmerksamkeit. Auch wenn der hohe
Leistungsbilanzüberschuss keine vergleichbaren Risiken birgt wie die hohen
Defizite anderer Länder, wird die Kommission die Leistungsbilanzentwicklungen
in Schweden doch weiterhin überwachen. Im Sektor nichtfinanzieller
Kapitalgesellschaften hat sich ein gewisser Verschuldungsabbau vollzogen. Die
jüngsten Reformen bei der Unternehmensbesteuerung dürften zu einer weiteren
Verringerung der Unternehmensverschuldung führen, da sie der Steuerminimierung
durch multinationale Unternehmen Grenzen setzen. Die Verschuldung der privaten
Haushalte hat sich stabilisiert, doch ihre Hauptbestimmungsfaktoren ‑ der
Wohnimmobilienbesteuerung innewohnender Verschuldungseffekt (Debt Bias) und
lange Abtragungsdauer von Hypothekarkrediten ‑ bleiben bestehen. Die
niedrigen Zinssätze für Hypothekarkredite tragen ebenfalls zur zunehmenden
Verschuldung bei. Andererseits deuten diverse Indikatoren des
Verschuldungsgrads der privaten Haushalte sowie die Kreditangebots- und ‑nachfragebedingungen
nicht auf unmittelbaren Druck zum Verschuldungsabbau hin. Der
Wohnimmobilienmarkt war im vergangenen Jahr stabil, und die Bedenken
hinsichtlich einer möglichen Überbewertung haben sich gelegt. Dennoch bleibt
der Wohnimmobilienmarkt für die Zukunft eine potenzielle Quelle der
Instabilität. Trotz einiger Maßnahmen der letzten Zeit bleibt das Wohnangebot
durch umständliche Planungsverfahren, begrenzten Wettbewerb im Baugewerbe und
die Regulierung der Mietmärkte eingeschränkt. In Kombination mit dem
Verschuldungseffekt der Wohnimmobilienbesteuerung treiben diese Ineffizienzen
die Wohnimmobilienpreise und die Verschuldung der privaten Haushalte
tendenziell nach oben. Im VEREINIGTEN KÖNIGREICH bestehen makroökonomische Ungleichgewichte, die einer Überwachung und
politischer Maßnahmen bedürfen. Insbesondere die
makroökonomischen Entwicklungen im Bereich der Verschuldung der privaten
Haushalte im Zusammenhang mit den allgemein hohen Hypothekenschulden und den
Eigenheiten des Wohnimmobilienmarkts sowie die ungünstigen Entwicklungen bei
der externen Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in Bezug auf die Warenexporte
und das schwache Produktivitätswachstum, verdienen weiterhin Aufmerksamkeit. Namentlich besteht im Vereinigten Königreich
ein Spannungsverhältnis zwischen der Notwendigkeit, den Verschuldungsgrad
zurückzuführen, die Finanzstabilität zu erhalten und gleichzeitig Investitionen
und Wachstum nicht zu gefährden. Hauptursache für die wachsende Verschuldung
der privaten Haushalte waren hohe und volatile Wohnimmobilienpreise, die mit
einem unzureichenden und starren Wohnimmobilienangebot zusammenhingen. Der
Verschuldungsabbau der privaten Haushalte setzte sich 2012 fort und die
Wohnimmobilienpreise haben sich weiter korrigiert, doch wird dies
möglicherweise nicht von Dauer sein, wenn sich die Wirtschaftslage bessert und
sich das Wohnimmobiliengeschäft wieder normalisiert. Zur Förderung des
Wohnungsbaus wurden politische Maßnahmen eingeführt, doch ob sie die erwünschte
Wirkung zeigen, ist noch offen. Die Kombination aus hohen Wohnimmobilienpreisen
und der weit verbreiteten und wachsenden Nutzung variabler Zinssätze bei
Hypothekarkrediten macht die privaten Haushalte für Zinsänderungen besonders
anfällig. Der Schuldenstand britischer Unternehmen ist moderat, doch haben
manche Unternehmen Schwierigkeiten, sich ausreichende Finanzierungsmittel für
Investitionen zu beschaffen. Das Vereinigte Königreich steht außerdem vor der
zweifachen Herausforderung, die vor der Krise herrschende Dynamik der
Dienstleistungsexporte zu erhalten und die fundamentalen Triebkräfte der
Produktivität in den industriellen Wirtschaftszweigen anzukurbeln, um die
externe Wettbewerbsfähigkeit, die in den Jahren vor der Krise teilweise
verloren gegangen ist, wiederherzustellen. Das Außenhandelsergebnis für 2012
war geringer als erwartet. Die öffentlichen Investitionen bleiben insgesamt
niedrig und noch ist offen, wann und in welchem Maße die privaten Investitionen
wieder anziehen werden. Bei der derzeitigen Politik wird sich der Kreditfluss
möglicherweise erst dann wieder normalisieren, wenn sich die makroökonomischen
Bedingungen allgemein bessern. Weiterhin bestehen Diskrepanzen zwischen
Qualifikationsangebot und -nachfrage, deren Beseitigung erhebliche langfristige
Investitionen erfordern wird. Angesichts der Größe der britischen Wirtschaft
können von den Ungleichgewichten Übertragungseffekte auf die anderen
europäischen Volkswirtschaften ausgehen. 4 Schlussfolgerungen Die Analyse der Kommission führt diese zu dem
Schluss, dass in Slowenien derzeit mit hohem Tempo übermäßige
makroökonomische Ungleichgewichte auflaufen, auch wenn die Lage noch zu
handhaben ist. Slowenien sollte jetzt rasch und entscheidend handeln, indem es
die eingeleiteten Reformen zum Abschluss bringt, und sollte in seinem
anstehenden nationalen Reformprogramm und Stabilitätsprogramm umfassende und
detaillierte politische Maßnahmen vorsehen, um diesen Trend zu stoppen und
umzukehren. Die Analyse der Kommission führt diese zu dem
Schluss, dass in Spanien trotz signifikanter Fortschritte im
Jahr 2012 nach wie vor übermäßige makroökonomische
Ungleichgewichte bestehen. Spanien sollte die Reformdynamik
aufrechterhalten, indem es in seinem anstehenden nationalen Reformprogramm und
Stabilitätsprogramm umfassende und detaillierte politische Maßnahmen vorsieht. Die Kommission ist bereit, bei der
Ausarbeitung dieser Reaktion eng und zügig mit diesen beiden Mitgliedstaaten
zusammenarbeiten, wobei die nationalen Verfahren uneingeschränkt geachtet und
inländische Akteure in angemessener Weise eingebunden werden. Die
Maßnahmenpakete werden von der Kommission im Mai im Rahmen des Europäischen
Semesters bewertet, um festzustellen, ob sie den Herausforderungen gerecht
werden. Ausgehend von dieser Bewertung wird die Kommission erwägen, ob weitere
Schritte im Rahmen des Verfahrens bei einem übermäßigen Ungleichgewicht
erforderlich sind. Die Kommission erwartet auch, dass die übrigen
elf Mitgliedstaaten mit Ungleichgewichten, die nicht als übermäßig angesehen
werden, namentlich Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Italien,
Ungarn, Malta, die Niederlande, Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich,
die Ergebnisse der eingehenden Überprüfungen in ihren nationalen
Reformprogrammen sowie ihren Stabilitäts- und Konvergenzprogrammen
berücksichtigen. Auf dieser Grundlage und im Rahmen des Europäischen Semesters
wird die Kommission am 29. Mai politische Empfehlungen zur Korrektur
dieser Ungleichgewichte und zur Vermeidung neuer Ungleichgewichte abgeben. Aufgrund von Ist-Daten für 2012, die von
Eurostat validiert wurden, und der Frühjahrsprognose 2013 der
Kommissionsdienststellen wird die Kommission am 29. Mai außerdem die
Situation im Rahmen der laufenden Defizitverfahren bewerten und
erforderlichenfalls die geeigneten Empfehlungen an den Rat annehmen. Anhang: Verfahren bei makroökonomischen
Ungleichgewichten 2013 AMR-2013. Am 28. November 2012 legte die Europäische
Kommission den zweiten Warnmechanismus-Bericht (Alert Mechanism Report ‑
AMR-2013)[9]
gemäß der Verordnung Nr. 1176/2011 vor. Der AMR dient einem ersten
Screening zur Ermittlung der Mitgliedstaaten, bei denen weitere Analysen
vorgenommen werden sollten, um etwaige Ungleichgewichte bzw. übermäßige
Ungleichgewichte festzustellen.[10]
Im AMR-2013 wurde die Lage aller Mitgliedstaaten geprüft, mit Ausnahme jener
vier Länder, die im Rahmen wirtschaftlicher Anpassungsprogramme weitreichende
Reformen durchführen (Griechenland, Irland, Portugal und Rumänien).[11] Der Bericht kam zu dem
Schluss, dass bei Belgien, Bulgarien, Dänemark, Spanien, Frankreich, Italien,
Zypern, Ungarn, Malta, den Niederlanden, Slowenien, Finnland, Schweden und dem
Vereinigten Königreich eine eingehende Überprüfung angezeigt sei. Dies sind
dieselben zwölf Mitgliedstaaten, bei denen bereits im letzten Zyklus im
Mai 2012 Ungleichgewichte festgestellt wurden[12], zuzüglich Maltas und der
Niederlande. Auch wenn der AMR-2013 zu dem Schluss gelangte, dass bei den
anderen Mitgliedstaaten keine eingehende Überprüfung erforderlich sei, wird die
Kommission im Rahmen des Europäischen Semesters für eine verstärkte
Koordinierung der Wirtschafts- und Haushaltspolitik länderspezifische
Empfehlungen für alle Mitgliedstaaten vorlegen.[13] Eingehende Überprüfungen (In-Depth-Reviews ‑
IDRs). Bei den eingehenden
Überprüfungen werden die makroökonomischen Entwicklungen untersucht, um
Ungleichgewichte, deren Ursprung, Art und Schwere sowie insbesondere deren etwaige
Übermäßigkeit im Sinne der MIP-Verordnung festzustellen. Die IDRs erstrecken
sich auf ein breites Themenspektrum, was die vertiefte Überwachung
makroökonomischer Entwicklungen auf EU-Ebene belegt und eine spannungsfreie
Korrektur bestehender Ungleichgewichte unterstützen sowie die Entstehung neuer
Ungleichgewichte verhindern soll. Die IDRs berücksichtigen eine umfassende
Sammlung verfügbarer Statistiken und anderer Informationen und tragen den
methodologischen Arbeiten Rechnung, die die Kommissionsdienststellen in
Kooperation mit den Mitgliedstaaten durchführen.[14] Bei der Ausarbeitung der IDRs
und dieser Mitteilung wurden, wie in den betreffenden Rechtsvorschriften
vorgesehen, spezielle Überwachungsmissionen durchgeführt, die auch Gespräche
mit den Mitgliedstaaten und anderen Akteuren beinhalteten. Maßnahmenempfehlungen und Folgemaßnahmen. Auf der Grundlage der IDRs sowie ihrer
Bewertung der nationalen Reformprogramme und der Stabilitäts- und
Konvergenzprogramme, die bis zum 30. April vorzulegen sind, wird die
Kommission am 29. Mai Maßnahmenempfehlungen zur Verabschiedung durch den
Rat vorschlagen. Bei Mitgliedstaaten mit Ungleichgewichten sind diese
Empfehlungen (im Rahmen der präventiven Komponente des MIP) Bestandteil der
integrierten makroökonomischen Überwachung im Rahmen des Europäischen
Semesters. Hält die Kommission die politische Reaktion bei Mitgliedstaaten mit
übermäßigen Ungleichgewichten nicht für angemessen, würde sie dem Rat
empfehlen, den betreffenden Mitgliedstaaten Korrekturmaßnahmen zu empfehlen.
Die betreffenden Mitgliedstaaten sollten dann im Rahmen der korrektiven
Komponente des MIP einen Korrekturmaßnahmenplan (Corrective Action Plan - CAP)
vorlegen. Der CAP wird sodann von Kommission und Rat bewertet und seine
Durchführung wird von der Kommission genau überwacht, wobei von den
betreffenden Mitgliedstaaten und der Kommission regelmäßig Berichte
veröffentlicht werden. [1] COM(2012) 750
vom 28.11.2012. [2] COM(2012) 751
vom 28.11.2012. [3] Mit
Ausnahme der Programmländer. [4] Europäische
Kommission, Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen: „Current Account
Surpluses in the EU“, European Economy 9/2012. [5] Angesichts
der politischen Einigung zwischen der Eurogruppe und den zyprischen Behörden
über die Eckpunkte eines makroökonomischen Anpassungsprogramms und einer
offiziellen Finanzierung wird für Zypern keine eingehende Überprüfung
veröffentlicht. Programmländer werden nicht in das MIP einbezogen, da sie im
Rahmen des wirtschaftlichen Anpassungsprogramms im Zusammenhang mit der
finanziellen Unterstützung, die sie erhalten, bereits einer verschärften
wirtschaftspolitischen Überwachung unterliegen. Dieser Grundsatz wurde
inzwischen mit der Verabschiedung des sogenannten „Twopacks“ bestätigt, das
zwei Verordnungen zur weiteren Stärkung der wirtschaftspolitischen Säule der
Wirtschafts- und Währungsunion umfasst. Auch für Griechenland, Irland, Portugal
und Rumänien wurde die Umsetzung des MIP ausgesetzt. [6] Diese
Mitteilung entspricht Artikel 6 Absatz 1 und Artikel 7
Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1176/2011 (MIP-Verordnung), wonach
die Kommission das Europäische Parlament, den Rat, die Eurogruppe und den ESRB
auf der Grundlage der eingehenden Überprüfungen über das Bestehen von
Ungleichgewichten zu unterrichten hat. Die IDRs werden gemäß Artikel 5
Absatz 3 zusammen mit dieser Mitteilung veröffentlicht. Nach
Artikel 7 Absatz 1 unterrichtet die Kommission auch darüber, ob sie
die Ungleichgewichte als übermäßig ansieht. [7] Siehe
Winterprognose der Kommissionsdienststellen vom 22. Februar 2013, European
Economy, 1 (2013). [8] Siehe
Berichte der Kommissionsdienststellen über das Hilfsprogramm für die
Bankenrekapitalisierung in Spanien, European Economy-Occasional Papers,
118, 121, 126 und 130. [9] COM(2012) 751
endg. [10] Ungleichgewichte
sind laut MIP-Verordnung (Artikel 2 Absätze 1 und 2) Trends, die zu
makroökonomischen Entwicklungen führen, die sich nachteilig auf das
ordnungsgemäße Funktionieren der Wirtschaft eines Mitgliedstaats oder der
Wirtschafts- und Währungsunion oder der Union insgesamt auswirken oder potenziell
auswirken könnten; übermäßige Ungleichgewichte sind schwere Ungleichgewichte,
einschließlich Ungleichgewichte oder Risiken, die das ordnungsgemäße
Funktionieren der Wirtschafts- und Währungsunion gefährden. [11] Zu
Griechenland, Irland, Portugal und Rumänien siehe jüngste Compliance-Berichte, European
Economy-Occasional Papers, 123, 127, 124 bzw. 116. [12] Siehe
European Economy-Occasional Papers 99 bis 110 und Mitteilung der
Kommission über „Maßnahmen für Stabilität, Wachstum und Beschäftigung“, COM (2012)
299 final vom 30.5.2012. [13] Zum
Hintergrund des MIP mit einer ausführlichen Beschreibung des Verfahrens siehe
„The Surveillance of Macroeconomic Imbalances in the Euro Area“, Quarterly
Report on the Euro Area, 1(2012):7-15. [14] Die
methodologischen Arbeiten konzentrierten sich bislang auf externe
Ungleichgewichte, einschließlich Leistungsbilanzüberschüsse (siehe z. B.
„Current Account Surpluses in the EU“, European Economy, 9(2012)), die
preisliche und nichtpreisliche Wettbewerbsfähigkeit, die Tragfähigkeit der
Zahlungsbilanz (siehe z. B. „The Dynamics of International Investment
Positions“, Quarterly Report on the Euro Area, 3(2012):7-19), den
Außenhandel („A Closer Look at Some Drivers of the Trade Performance at Member
State Level“, Quarterly Report on the Euro Area, 2(2012):29-39), die
Tarifnormen (siehe z. B. „Labour Market Developments in Europe-2012“, European
Economy, 5(2012)), die Wohnimmobilienpreise (siehe z. B. „Assessing
the Dynamics in House Prices in the Euro Area“, Quarterly Report on the Euro
Area, 4(2012):7-18), die Verschuldung und den Verschuldungsabbau im
Privatsektor (siehe z. B. „Indebtedness, Deleveraging Dynamics and
Macroeconomic Adjustment“' European Economy-Economic Papers, 477 geplant
2013).