Bericht der Kommission an den Rat über die nutzung des internets für den aufbau und die vertiefung von partnerschaften zwischen sekundarschulen in Europa /* KOM/2002/0283 endg. */
BERICHT DER KOMMISSION AN DEN RAT ÜBER DIE NUTZUNG DES INTERNETS FÜR DEN AUFBAU UND DIE VERTIEFUNG VON PARTNERSCHAFTEN ZWISCHEN SEKUNDARSCHULEN IN EUROPA Einleitung Der Europäische Rat hat die Kommission auf seiner Tagung am 15. und 16. März 2002 in Barcelona zu Folgendem aufgefordert: ,Vornahme einer Durchführbarkeitsstudie durch die Kommission, in der Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie weiterführenden Schulen geholfen werden kann, eine Internet-Partnerschaftsverbindung mit einer Partnerschule an einem anderen Ort in Europa herzustellen oder auszubauen, und Berichterstattung auf der Tagung des Europäischen Rates im Juni in Sevilla". Im vorliegenden Bericht wird ein Konzept für die Verwirklichung dieser Internet-Partnerschaftsverbindungen beschrieben - ein Vorhaben, das sich in den Prozess einfügt, den der Europäische Rat auf seiner Tagung in Lissabon am 23. und 24. März 2000 festgelegt hat. Mit diesem Prozess will die Europäische Union den Herausforderungen der New Economy begegnen und die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt machen. Die Kommission ist sehr an diesem Vorhaben interessiert, da es die Intensivierung des bereits angelaufenen Kooperationsprozesses im Schulwesen maßgeblich voranbringen kann. Nach Auffassung der Kommission sollten bis Ende 2006 sämtliche Sekundarschulen Europas in der Lage sein, sich an einer Partnerschaft zu beteiligen und gemeinsame pädagogische Projekte über das Internet durchzuführen. In diesem Bericht wird unter ,Internet-Partnerschaftsverbindungen" (im Folgenden kurz als ,Internet-Partnerschaften" bezeichnet) Folgendes verstanden: die Nutzung von Multimedia- und Kommunikationstechnologie (E-Mail, Videokonferenzen, gemeinsames Erstellen von Websites) für den Aufbau oder die Weiterentwicklung von Beziehungen oder Kooperationen zwischen Schulen. Solche Partnerschaften setzen einen gemeinsamen Rahmen für die Zusammenarbeit voraus. Dieser Rahmen muss sämtliche Grundvoraussetzungen für eine gute Partnerschaft erfuellen, d. h. er muss insbesondere regelmäßige Begegnungen und Austauschmaßnahmen, das gemeinsame Entwickeln von Projekten und Materialien sowie - damit ein optimaler Projektverlauf gewährleistet ist - eine fortlaufende Kommunikation zwischen den Projektpartnern vorsehen. Von der traditionellen Partnerschaft zur Internet-Partnerschaft Die vom Rat angesprochenen Partnerschaftsverbindungen können verschiedene Formen haben. Sie können auf Schüler-, Lehrer-, Schulklassen- und Schulebene angesiedelt und unterschiedlich konzipiert sein: als einfacher Austausch von Informationen und Materialien, als Untersuchungs- oder Forschungsprojekte oder - im Rahmen eines umfassenderen Konzepts - als unmittelbarer Bestandteil des pädagogischen Systems. Das Internet und die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ermöglichen einen schnellen Informationsaustausch und Kommunikation ohne Zeitverzögerung, sie dienen als Zugang zu Wissensquellen (Bildung, Kultur, Medien, Informationen öffentlicher Einrichtungen usw.) und bieten die Möglichkeit, online Texte übersetzen zu lassen. Wenn Internet und IKT noch stärker in pädagogische Konzepte und in den Unterricht integriert werden, können sie eine Erneuerung der Partnerschaften in Form und Funktion und eine Verbreitung von Partnerschaften in ganz Europa bewirken. Internet-Partnerschaften eröffnen neue Perspektiven für die (Weiter-)Entwicklung von Beziehungen und Austauschmaßnahmen zwischen Schülern, Lehrern und Schulen in ganz Europa. Solche Partnerschaften vertiefen das gegenseitige Verständnis, fördern das aktive Handeln und den Initiativgeist der Schüler, stärken die europäische Dimension im Bildungswesen und tragen bei zum Aufbau von Beziehungen zwischen Gesellschaften und Kulturen, was für das Zusammenwachsen und den Erfolg des europäischen Raums des Wissens unerlässlich ist. Die Perspektiven für die Internet-Partnerschaften sind ausgesprochen positiv, da sie aufbauen können auf Tausenden von bestehenden Schulpartnerschaften mit ca. zwei Millionen teilnehmenden Schülern sowie auf mehreren hundert Projekten zur pädagogischen Nutzung von IKT, deren Verwirklichung insbesondere durch die Programme SOKRATES und LEONARDO DA VINCI möglich wurde. Die Infrastrukturen, die heute dank der Bemühungen der Mitgliedstaaten und dank der Umsetzung des Aktionsplans eEurope zur Verfügung stehen, bieten gute Voraussetzungen dafür, der europäischen Zusammenarbeit einen neuen Anstoß zu geben. Dem Vorhaben der Internet-Partnerschaften liegt die Zielsetzung zugrunde, dass alle jungen Europäer in ihrer Sekundarschulzeit Gelegenheit haben sollen, in Abstimmung mit ihren Lehrern an einem Lernprojekt ihrer Wahl teilzunehmen, das gemeinsam mit Schülern bzw. Lehrern von Schulen aus anderen Ländern durchgeführt wird. Dies setzt voraus, dass die Sekundarschulen über die notwendige Infrastruktur verfügen und dass Schüler und Lehrer entsprechend geschult und unterstützt werden, damit nach und nach und mit Hilfe des Internets strukturierte pädagogische Beziehungen in einem mehrsprachigen und multikulturellen Multimedia-Umfeld aufgebaut werden können. Der Europäische Rat hat seit seiner Tagung in Lissabon im Jahr 2000 verschiedene strategische Vorgaben und Aktionslinien zur Verwirklichung eines europäischen Raums des Wissens beschlossen (Stockholm 2001, Barcelona 2002), die die Relevanz der Internet-Partnerschaften für die gesamte Europäische Union unterstreichen und deren Verwirklichung begünstigen: - Gründung von Lernpartnerschaften zwischen Schulen, Ausbildungszentren, Unternehmen und sonstigen Bildungseinrichtungen (Lissabon 2000): Internet-Partnerschaften dienen der aktiven Zusammenarbeit zwischen Schulen; zur Umsetzung gemeinsamer pädagogischer Projekte der Partner können sie aber auch auf andere Akteure der Wissensgesellschaft ausgeweitet werden (Medien, kulturelle Einrichtungen, Unternehmen, Jugendorganisationen usw.). - Förderung der Mobilität (Stockholm 2001): Durch Internet-Partnerschaften können sich Schulen, Schüler und Lehrer gegenseitig kennen lernen, miteinander kommunizieren, einen mehrsprachigen Dialog führen und zusammenarbeiten; d. h. die Partnerschaften können zur Vorbereitung der physischen Mobilität dienen und sie ergänzen. - Verbesserung der Aneignung von Grundkenntnissen (insbesondere von Fremdsprachen) und Entwicklung digitaler Kompetenz (Barcelona 2002): Internet-Partnerschaften implizieren die praktische Nutzung des Internets und der Informationstechnologie; bei dieser Lehrmethode machen sich die Schüler also aktiv mit Hard- und Software vertraut, was Ihnen in ihrem weiteren Leben den Wissenserwerb erleichtern wird. - Förderung der europäischen Dimension im Unterricht und Berücksichtigung dieses Aspekts im Rahmen der von den Schülern verlangten Grundkenntnisse bis zum Jahr 2004 (Barcelona 2002): Internet-Partnerschaften zwischen Schulen aus verschiedenen Mitgliedstaaten ermöglichen eine Zusammenarbeit bei Unterrichtsprojekten und tragen somit konkret zur Verwirklichung dieses Ziels bei. Umsetzung des Vorhabens ,Internet-Partnerschaften" Angesichts der Verpflichtungen, die die Union und ihre Mitgliedstaaten eingegangen sind, hält es die Kommission für machbar und wünschenswert, dass sämtliche Sekundarschulen in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, d. h. etwa 150 000 Einrichtungen, bis Ende 2006 Internet-Partnerschaftsvereinbarungen mit einer oder mehreren anderen Schulen aus einem oder mehreren anderen Mitgliedstaaten schließen. Zur Verwirklichung dieses Vorhabens sind nach Einschätzung der Kommission folgende Maßnahmen erforderlich: Schaffung der notwendigen Infrastruktur, Ausstattung der Sekundarschulen und Durchführung der Partnerschaftsaktivitäten Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sind in diesem Bereich konkrete Verpflichtungen eingegangen [1]. Die Union hat zudem unterstrichen, dass die für die Verwirklichung dieser Ziele benötigte Infrastruktur schnell zur Verfügung stehen muss. Entsprechend hat der Europäische Rat (Lissabon) die Mitgliedstaaten ersucht, dafür Sorge zu tragen, [1] Europäischer Rat (Lissabon), 23. und 24. März 2000. - dass bis Ende 2001 alle Schulen in der Union Zugang zum Internet und zu Multimedia-Material haben, - dass alle hierfür erforderlichen Lehrer bis Ende 2002 im Umgang mit dem Internet und mit Multimedia-Material geschult sind. Auf seiner Tagung in Barcelona hat der Europäische Rat die Mitgliedstaaten ersucht, dafür Sorge zu tragen, dass bis Ende 2003 bei der Computer-Ausstattung mit Internet-Anschluss in Schulen das Verhältnis unionsweit auf ein Gerät je fünfzehn Schüler verringert wird. Auf dieser Grundlage wurden in der Mitteilung ,eLearning - Gedanken zur Bildung von morgen" (24. Mai 2000) und im zugehörigen Aktionsplan (28. März 2001) unter Berücksichtigung der Subsidiarität präzise Zielvorgaben und ergänzende Aktionen zugunsten der Schulen festgelegt. Es soll vor allem erreicht werden, dass im Internet Unterstützungsdienste und Bildungsressourcen auf Online-Lehrplattformen für Lehrkräfte, Schüler und Eltern zur Verfügung stehen, dass untersucht wird, wie sich IKT für pädagogische Zwecke einsetzen lässt, und dass vorbildliche Verfahren Verbreitung finden. Angesichts der Art der Partnerschaften und unter Berücksichtigung der Kosten für Besuche, Schulungen, zusätzliche Ausrüstung sowie der Internet-Verbindungskosten dürften sich die laufenden Kosten der Internet-Partnerschaftsaktivitäten auf durchschnittlich 1 500 bis 10 000 Euro pro Jahr belaufen. Dieser Betrag variiert noch erheblich je nach Schule (zwischen den Ländern und auch zwischen den Schulen im selben Land bestehen starke Unterschiede) und je nach pädagogischem Anspruch der Partnerschaft. Die Kosten müssen von den zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten getragen werden. Die Höhe der Kosten von Partnerschaften hängt außerdem stark ab von der Gewichtung der verschiedenen Elemente und den Bedingungen vor Ort für eine Zusammenarbeit auf Distanz (schneller Internet-Zugang für die Schüler, Zugang zu einem Breitband-Netz für Videokonferenzen, Partnerschaften mit lokalen Akteuren und/oder Anbietern von Inhalten, Dienstleistungen oder Ausrüstungsgegenständen). Schulung der Lehrkräfte selbst sowie derjenigen, die Lehreraus- und -fortbildungen durchführen Es ist unerlässlich, dass strukturierte Rahmenbedingungen für den Austausch und die Unterstützung (insbesondere pädagogische Unterstützung) geschaffen und Lehrmodule entwickelt werden, die für die Zusammenarbeit über das Internet ausgelegt sind. Anderenfalls würde die Internet-Kommunikation zwischen den Schülern allzu oft inhaltlich belanglos und oberflächlich bleiben. Schließlich ist das Internet ein Instrument, kein Selbstzweck. Die Verwirklichung solcher Rahmenbedingungen und Lehrmodule erfolgt im Allgemeinen auf nationaler oder regionaler Ebene, wobei auch Modelle auf europäischer Ebene vorgeschlagen werden können (dies hat die Initiative ,European Schoolnet" gezeigt, an der sich 24 Bildungs-/Kultusministerien beteiligen). Da mit den Partnerschaften eine breite Mobilisierung erreicht werden soll, sind solche Lehrmodule unerlässlich. Dabei geht es nicht primär darum, dass sich die Beteiligten mit IKT vertraut machen, sondern darum, IKT erfolgreich in sehr unterschiedliche Lehrmethoden zu integrieren. Verschiedene Aspekte müssen berücksichtigt werden: die Integration der Mehrsprachigkeit und der multikulturellen Dimension in den Projektunterricht, die Relevanz von Multimedia-Tools für die Lernziele, die (wichtige) Rolle der Lehrer bei dieser Unterrichtsart und die Einbindung neuer Partnerschaften in bereits laufende Projekte der Schulen. Damit der Erfolg der neuen Partnerschaften gewährleistet ist, müssen die Akteure auf Ebene der zuständigen Behörden für Folgendes gewonnen werden: - Information und Beratung der Schulen zum praktischen Ablauf der Partnerschaften - Schulung der Lehrkräfte im Hinblick darauf, wie das Internet für die Zusammenarbeit zwischen Schülern bzw. Lehrkräften genutzt werden kann, und zwar unter Berücksichtigung nationaler Besonderheiten, ungleicher Zugangsmöglichkeiten und erheblicher Unterschiede bei der Internet-Nutzung - Schulung der Schulleiter im Hinblick auf die Umsetzung und Integration solcher Projekte an ihren Schulen. Für diese Schulungen werden die klassischen Strukturen für die Lehrerausbildung (Universitäten, spezielle Einrichtungen) genutzt. Außerdem muss das Zusammenspiel mit den nationalen bzw. regionalen Strukturen gewährleistet sein, die die Schulen bereits jetzt bei ihren Strategien für die pädagogische Nutzung der IKT unterstützen. Begleitung in Form von praktischer und inhaltlichen Unterstützung In den Mitgliedstaaten müssen spezielle Dienste oder Strukturen für den Aufbau, die Unterstützung und die Förderung der Internet-Partnerschaftsaktivitäten geschaffen werden. Solche Strukturen würden beispielsweise in folgenden Bereichen tätig: - Beratung von Schulen im Hinblick auf Partnerschaftsmodelle - Unterstützung der Partnersuche innerhalb und (im Rahmen des interkulturellen Dialogs) außerhalb der Europäischen Union - Entwicklung einer Internet-Plattform auf europäischer Ebene, um Informationen zu verbreiten, Schulleitern, Lehrern, Eltern usw. online Hilfestellung zu geben und den Zugang zu Wissensquellen (Bildung, Kultur, Medien, Informationen öffentlicher Einrichtungen usw.) und Online-Übersetzungsangeboten zu vereinfachen - Follow-up, Sicherung des Fortbestands besonders gelungener Projekte und Intensivierung des Austauschs bewährter Verfahren Die Europäische Union hat diese Art von Unterstützung bereits auf europäischer Ebene erprobt. Beispielsweise wurde im Rahmen des Projekts ,My Europe" und der Aktion ,eSchola" eine Reihe von Modulen für die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und für den Informationsaustausch zwischen Schulen entwickelt. Themenvielfalt Für die Auswahl der Themen für die Partnerschaftsprojekte sind zwar die zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten (Kommunalbehörden, Schulen, Lehrer) zuständig; es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass bei den Partnerschafen gewöhnlich Themen im Mittelpunkt stehen, die auch vom Programm SOKRATES abgedeckt werden und die zur Umsetzung der Ziele des Lissabon-Prozesses beitragen. Einige Beispiele: - Sprachenerwerb: Die durch die Partnerschaft angeregte Kommunikation führt dazu, dass die Beteiligten allmählich die Sprache des Partners erlernen und beherrschen. Dieser Sprachenerwerb erfolgt im Rahmen gemeinsam definierter und umgesetzter Unterrichtsprojekte zur Untersuchung bzw. Erforschung konkreter Themen. - Interkultureller Dialog: Ein wichtiger Aspekt solcher Partnerschaften ist der Ausbau des Dialogs zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften innerhalb der Europäischen Union und insbesondere die Schaffung der notwendigen Grundlagen für Vergleichsstudien. Außerdem eröffnen sie die Möglichkeit, verbreitet auch Projekte durchzuführen, an denen sich neben Schülern aus EU-Mitgliedstaaten auch Schüler aus mittel- und osteuropäischen Ländern sowie weiteren Drittländern beteiligen (dies gilt - entsprechend den Schlussfolgerungen der Euromed-Ministerkonferenz in Valencia im April 2002 - insbesondere für die Mittelmeerstaaten). - Europäische Staatsbürgerschaft: Die europäische Staatsbürgerschaft ist Gegenstand der staatsbürgerlichen und politischen Erziehung und wird zugleich durch die allmähliche Verankerung der europäischen Dimension im Bildungswesen untermauert. - Interdisziplinäre und transdisziplinäre Konzepte: In der Praxis haben viele Austauschprojekte zwischen Schülern eine ,transdisziplinäre" Dimension: Umwelterziehung, interkulturelle Erziehung sowie kultureller Austausch zu Themen wie Frieden, Toleranz und Offenheit für andere. Aktionen auf europäischer Ebene Durch Aktionen auf europäischer Ebene soll das Vorhaben ,Internet-Partnerschaften" sichtbar und bekannt gemacht werden. Zugleich sollen sie das Schulwesen und die gesamte Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, welche Bedeutung solche Partnerschaften für die Gesellschaft und für Europa haben. Die Kommission führt seit einigen Jahren erfolgreich solche Aktionen durch: Im Rahmen der Netd@ys arbeiten jedes Jahr eine Woche lang mehrere zehntausend Schulen in der gesamten Europäischen Union an konkreten Projekten. Bei diesen Projekten (Erstellung von Websites, Multimedia-Produktionen, Videokonferenzen, Online-Diskussionen, virtuelle Entdeckungsreisen usw.) werden das Internet und die neuen Technologien für pädagogische Zwecke und für die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen europäischen Schulen genutzt. Oft entwickeln sich aus diesen Projekten Partnerschaften und dauerhafte Beziehungen zwischen den Einrichtungen. Im Rahmen des Aktionsplans eLearning der Kommission vom April 2001 wurde im Jahr 2001 erstmals die Aktion eSchola, eine Woche für das eLearning, durchgeführt. Sie soll es Lehrern ermöglichen, von vorbildlichen Lehrkonzepten zu profitieren, die andere europäische Schulen mit Hilfe der neuen Technologien entwickelt haben. An der ersten eSchola-Woche haben sich mehrere tausend Schulen beteiligt. Im Jahr 2002 hat sich diese Zahl verdoppelt, und zum Ausbau des interkulturellen Dialogs steht eSchola nun auch Schulen aus den Mittelmeerländern offen. Diese beiden Initiativen sind als Vorläufer der Aktionen zu betrachten, die bei einer allgemeinen Verbreitung von Internet-Partnerschaften in den EU-Mitgliedstaaten durchgeführt werden könnten. Schlussfolgerungen Entsprechend den obigen Ausführungen unterstützt die Europäische Kommission den Wunsch des Europäischen Rates (Barcelona) und bekräftigt ihr Interesse und ihr Engagement für das ehrgeizige Ziel, allen Sekundarschulen bis Ende 2006 die Möglichkeit zu verschaffen, über das Internet Partnerschaftsverbindungen aufzubauen, um gemeinsame pädagogische Projekte zu entwickeln und durchzuführen. Diese Zielsetzung entspricht den Perspektiven, die die Bildungs- und Forschungsprogramme sowie die Aktionspläne eEurope und eLearning vorgezeichnet haben. Nach Auffassung der Kommission fügt sich dieses Vorhaben nahtlos in die in Lissabon festgelegte und in Stockholm weiterentwickelte Strategie ein. Diese Strategie zielt darauf ab, den Einsatz neuer Technologien zu intensivieren und zu verbessern, um die Entwicklung einer digitalen Kultur zu unterstützen und die künftigen Ziele der Bildungssysteme zu verwirklichen. Unter anderem wird die Initiative Jugendliche zum Fremdsprachenlernen motivieren und die europäische Dimension in der Schulbildung stärken. Für die Verwirklichung des Vorhabens ,Internet-Partnerschaften" baut die Kommission auf die Unterstützung des Europäischen Rates (Sevilla): Die Umsetzung dieser Initiative erfordert die Einbindung lokaler, regionaler und nationaler Behörden sowie der Gemeinschaftsorgane, wobei auf die Wahrung der Subsidiarität und die Komplementarität der Aktivitäten zu achten ist. Die Unterstützung durch nationale, regionale und lokale Stellen wird für folgende Aktivitäten benötigt: Bereitstellung der benötigten Infrastruktur und Ausrüstung, Schulung der Lehrkräfte, Finanzierung der laufenden Kosten und Einrichtung nationaler oder regionaler Koordinierungsstellen für die Internet-Partnerschaften. Auf Gemeinschaftsebene soll das Vorhaben folgendermaßen unterstützt werden: - Förderung innovativer Methoden, Inhalte und Lehrmethoden, die die Vernetzung und die virtuelle Mobilität zum Gegenstand haben, durch die Gemeinschaftsprogramme für die allgemeine und berufliche Bildung - Verabschiedung eines eLearning-Programms, das die Kommission gemäß den Vorgaben des Europäischen Parlaments und des Rates konzipieren und im zweiten Halbjahr 2002 vorstellen wird Inwiefern die Europäische Union über die bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten der Programme für die allgemeine und berufliche Bildung hinaus einen Finanzbeitrag leisten wird, soll im Rahmen der Vorbereitung des vorgesehenen mehrjährigen eLearning-Programms geprüft werden. Ein Teil des eLearning-Programms wird die Förderung und Weiterentwicklung von Internet-Partnerschaften zum Gegenstand haben. Unterstützt werden soll dabei vor allem die Schaffung von Kontaktzentren, die Durchführung von Begleitmaßnahmen und Aktionen auf Gemeinschaftsebene und der Austausch bewährter Verfahren, insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung. Für die Vorbereitungsphase des Programms sind Sondierungs- und Vorbereitungsmaßnahmen vorgesehen, die den Erfolg der Internet-Partnerschaften sicherstellen sollen.