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Document 31998R2800

Verordnung (EG) Nr. 2800/98 des Rates vom 15. Dezember 1998 mit Übergangsmaßnahmen in der gemeinsamen Agrarpolitik anläßlich der Einführung des Euro

OJ L 349, 24.12.1998, p. 8–9 (ES, DA, DE, EL, EN, FR, IT, NL, PT, FI, SV)
Special edition in Czech: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Estonian: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Latvian: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Lithuanian: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Hungarian Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Maltese: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Polish: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Slovak: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Slovene: Chapter 03 Volume 024 P. 233 - 234
Special edition in Bulgarian: Chapter 03 Volume 026 P. 132 - 133
Special edition in Romanian: Chapter 03 Volume 026 P. 132 - 133

No longer in force, Date of end of validity: 10/12/2011; Aufgehoben durch 32011R1229

ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/1998/2800/oj

31998R2800

Verordnung (EG) Nr. 2800/98 des Rates vom 15. Dezember 1998 mit Übergangsmaßnahmen in der gemeinsamen Agrarpolitik anläßlich der Einführung des Euro

Amtsblatt Nr. L 349 vom 24/12/1998 S. 0008 - 0009


VERORDNUNG (EG) Nr. 2800/98 DES RATES vom 15. Dezember 1998 mit Übergangsmaßnahmen in der gemeinsamen Agrarpolitik anläßlich der Einführung des Euro

DER RAT DER EUROPÄISCHEN UNION -

gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, insbesondere auf die Artikel 42 und 43,

auf Vorschlag der Kommission (1),

nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments (2),

nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialausschusses (3),

nach Stellungnahme des Währungsausschusses (4),

in Erwägung nachstehender Gründe:

Mit der Verordnung (EG) Nr. 2799/98 des Rates vom 15. Dezember 1998 über die agromonetäre Regelung nach der Einführung des Euro (5) entfällt die Möglichkeit, einen besonderen landwirtschaftlichen Umrechnungskurs festzusetzen, der vom tatsächlichen Umrechnungskurs der Währungen abweicht.

Die landwirtschaftlichen Umrechnungskurse, die am 31. Dezember 1998 gemäß der Verordnung (EWG) Nr. 3813/92 des Rates vom 28. Dezember 1992 über die Rechnungseinheit und die im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik anzuwendenden Umrechnungskurse (6) gelten, könnten sich sowohl von den vom Rat gemäß Artikel 109 l Absatz 4 Satz 1 des Vertrags für die Währung jedes teilnehmenden Mitgliedstaats unwiderruflich festgelegten Umrechnungskursen unterscheiden, als auch von den tatsächlichen Wechselkursen, die am 1. Januar 1999 für die nicht teilnehmenden Mitgliedstaaten gelten.

Der Wegfall des landwirtschaftlichen Umrechnungskurses zum 1. Januar 1999 kann dieselben Wirkungen wie eine spürbare Aufwertung haben. Sie kann folglich zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Einkommen führen. Daher ist es gerechtfertigt, die Möglichkeit der Gewährung einer vorübergehenden und degressiv gestaffelten Beihilfe vorzusehen, die die Anpassung der landwirtschaftlichen Preise begleitet und mit den gesamtwirtschaftlichen Regeln vereinbar ist.

Es muß möglich sein, die Auswirkungen des Wegfalls des landwirtschaftlichen Umrechnungskurses auf die Höhe bestimmter direkter Beihilfen in Landeswährung nach spezifischen, dem Wesen dieser Beihilfen entsprechenden Regeln auszugleichen.

Zur einfacheren Durchführung dieser Verordnung ist ein Verfahren vorzusehen, das eine enge Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission ermöglicht -

HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:

Artikel 1

Für die Zwecke dieser Verordnung gelten unbeschadet der Verordnung (EG) Nr. 2799/98 folgende Begriffsbestimmungen:

a) "spürbare Aufwertung": eine Verringerung des am 1. Januar 1999 geltenden Umrechnungskurses, die in absoluten Zahlen höher ist als jede Differenz zwischen diesem Kurs und den niedrigsten geltenden Umrechnungskursen

- im Verlauf der letzten 12 Monate und

- in einer Zeit von mehr als 12 Monaten, jedoch nicht mehr als 24 Monaten zuvor und

- in einer Zeit von mehr als 24 Monaten, jedoch nicht mehr als 36 Monaten zuvor.

Die Differenzen zu den im zweiten und dritten Gedankenstrich genannten Werten werden zu zwei Dritteln bzw. einem Drittel ihres Wertes berücksichtigt;

b) "als spürbar anzusehender Prozentsatz": die Differenz zwischen der Schwelle, die die spürbaren von den nicht spürbaren Aufwertungen unterscheidet, einerseits und dem Umrechnungskurs des Euro in die nationale Währungseinheit bzw. dem Wechselkurs des Euro in Landeswährung zum 1. Januar 1999 andererseits. Diese Differenz wird als Prozentsatz der betreffenden Schwelle ausgedrückt.

Artikel 2

Erfährt für einen Mitgliedstaat der am 1. Januar 1999 geltende Umrechnungskurs des Euro in die nationale Währungseinheit oder der Wechselkurs des Euro in Landeswährung gegenüber dem am 31. Dezember 1998 geltenden landwirtschaftlichen Umrechnungskurs eine spürbare Aufwertung, so gelten für diese spürbare Aufwertung die Artikel 4 und 6 der Verordnung (EG) Nr. 2799/98, wobei sich der als spürbar anzusehende Prozentsatz gemäß Artikel 1 Buchstabe b) bestimmt.

Der Hoechstbetrag nach Artikel 4 Absatz 2 der Verordnung (EG) Nr. 2799/98 wird jedoch gegebenenfalls entsprechend der Auswirkung der Entwicklung der in den ersten 9 Monaten des Jahres 1999 festgestellten Wechselkurse auf die Einkommen gekürzt oder gestrichen.

Artikel 3

(1) Ist der Umrechnungskurs des Euro in die nationale Währungseinheit oder der Wechselkurs, der 1999 am Tag des Eintretens des maßgeblichen Tatbestands auf

- eine Pauschalbeihilfe je Hektar oder je Großvieheinheit oder

- eine Ausgleichsprämie je Mutterschaf oder je Ziege oder

- einen Betrag im Rahmen der Strukturförderung oder des Umweltschutzes

anwendbar ist, niedriger als der zuvor gültige Kurs, so wird eine Ausgleichsbeihilfe gewährt.

Der Beihilfebetrag wird gemäß Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 2799/98 berechnet.

Abweichend von Artikel 6 Absatz 1 zweiter Gedankenstrich der genannten Verordnung liegt die Gemeinschaftsbeteiligung für das erste Jahr bei 100 %.

(2) Für die darauffolgenden Jahre kann der Rat mit qualifizierter Mehrheit auf Vorschlag der Kommission von den Bestimmungen gemäß Absatz 1 Unterabsätze 1 und 2 abweichen und die Ausgleichsbeihilfen degressiv gestalten.

Artikel 4

Die Kommission unterbreitet dem Rat vor dem 31. März 2001 einen Bericht über die Durchführung der unter diese Verordnung fallenden Übergangsmaßnahmen.

Artikel 5

Die Durchführungsbestimmungen zu dieser Verordnung werden nach folgenden Verfahren erlassen:

a) Artikel 23 der Verordnung (EG) Nr. 1766/92 des Rates vom 30. Juni 1992 über die gemeinsame Marktorganisation für Getreide (7) oder

b) dem Verfahren des entsprechenden Artikels der anderen Verordnungen über gemeinsame Marktorganisationen für Erzeugnisse der Landwirtschaft oder der Fischerei oder

c) dem Verfahren des entsprechenden Artikels in anderen Gemeinschaftsbestimmungen, mit denen ein analoges Verfahren eingeführt wurde.

Artikel 6

Diese Verordnung tritt am siebten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften in Kraft.

Sie gilt ab 1. Januar 1999.

Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.

Geschehen zu Brüssel am 15. Dezember 1998.

Im Namen des Rates

Der Präsident

W. MOLTERER

(1) ABl. C 224 vom 17. 7. 1998, S. 22.

(2) ABl. C 328 vom 26. 10. 1998.

(3) Stellungnahme vom 9. September 1998 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).

(4) Stellungnahme vom 30. September 1998 (noch nicht im Amtsblatt veröffentlicht).

(5) Siehe Seite 1 dieses Amtsblatts.

(6) ABl. L 387 vom 31. 12. 1992, S. 1. Verordnung zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 150/95 (ABl. L 22 vom 31. 1. 1995, S. 1).

(7) ABl. L 181 vom 1. 7. 1992, S. 21. Verordnung zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 923/96 der Kommission (ABl. L 126 vom 24. 5. 1996, S. 37).

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