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Document 32003R1611

Verordnung (EG) Nr. 1611/2003 der Kommission vom 15. September 2003 zur Einführung vorläufiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika

OJ L 230, 16.9.2003, p. 9–24 (ES, DA, DE, EL, EN, FR, IT, NL, PT, FI, SV)

No longer in force, Date of end of validity: 09/03/2004; Aufgehoben durch 32004D0231

ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2003/1611/oj

32003R1611

Verordnung (EG) Nr. 1611/2003 der Kommission vom 15. September 2003 zur Einführung vorläufiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika

Amtsblatt Nr. L 230 vom 16/09/2003 S. 0009 - 0024


Verordnung (EG) Nr. 1611/2003 der Kommission

vom 15. September 2003

zur Einführung vorläufiger Antidumpingzölle auf die Einfuhren bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika

DIE KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN -

gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft,

gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 384/96 des Rates vom 22. Dezember 1995 über den Schutz gegen gedumpte Einfuhren aus nicht zur Europäischen Gemeinschaft gehörenden Ländern(1), zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 1972/2002(2), insbesondere auf Artikel 7,

nach Konsultationen im Beratenden Ausschuss,

in Erwägung nachstehender Gründe:

A. VERFAHREN

1. Derzeitige Untersuchung

Einleitung

(1) Am 4. November 2002 stellte der Europäische Verband der Eisen- und Stahlindustrie (Eurofer) einen Antrag im Namen von Herstellern, auf die ein erheblicher Teil, in diesem Fall mehr als 80 %, der Gemeinschaftsproduktion bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl entfällt. Der Antrag enthielt Beweise für das Vorliegen von Dumping bei der betroffenen Ware und für eine dadurch verursachte bedeutende Schädigung; diese Beweise wurden als ausreichend angesehen, um die Einleitung eines Verfahrens zu rechtfertigen.

(2) Daraufhin veröffentlichte die Kommission am 17. Dezember 2002 im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften(3) eine Bekanntmachung über die Einleitung eines Antidumpingverfahrens betreffend die Einfuhren bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika (nachstehend "USA" genannt) in die Gemeinschaft.

Untersuchung

(3) Die Kommission unterrichtete die bekanntermaßen betroffenen ausführenden Hersteller, Einführer und Verwender sowie die Vertreter des betroffenen Ausfuhrlandes und die Antrag stellenden Gemeinschaftshersteller offiziell über die Einleitung des Verfahrens. Die betroffenen Parteien erhielten Gelegenheit, innerhalb der in der Bekanntmachung gesetzten Frist schriftlich Stellung zu nehmen und eine Anhörung zu beantragen.

(4) Die Kommission sandte Fragebogen an alle Gemeinschaftshersteller und an alle bekanntermaßen betroffenen Ausführer/Hersteller, Einführer, Verwender und Lieferanten von Rohstoffen sowie an alle Parteien, die sich innerhalb der in der Bekanntmachung über die Einleitung gesetzten Frist selbst meldeten. Der Fragebogen wurde von sechs Gemeinschaftsherstellern, einem ausführenden Hersteller, sechs verbundenen Einführern und sieben Verwendern bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl beantwortet. Kein unabhängiger Einführer oder Lieferant von Rohstoffen antwortete auf den Fragebogen.

(5) Die Kommission holte alle Informationen ein, die sie für die vorläufige Ermittlung des Dumpings, der Schädigung und des Interesses der Gemeinschaft als notwendig erachtete, und prüfte sie. In den Betrieben der folgenden Unternehmen wurden Kontrollbesuche durchgeführt:

- Gemeinschaftshersteller

- Ugine SA, Frankreich

- ThyssenKrupp Acciai Terni SpA, Italien

- ThyssenKrupp Nirosta GmbH, Deutschland

- Ausführende Hersteller

- Amerika

- Verbundene Einführer

- AK Steel Limited, Hertfordshire, Vereinigtes Königreich

(6) Die Untersuchung von Dumping und Schädigung betraf den Zeitraum vom 1. Januar 2002 bis zum 31. Dezember 2002 (nachstehend "Untersuchungszeitraum" oder "UZ" genannt). Zur Bewertung der für die Schädigung relevanten Entwicklungen analysierte die Kommission den Zeitraum von 1999 bis zum Ende des Untersuchungszeitraums (nachstehend "Bezugszeitraum" genannt).

(7) Da das Verfahren kurz vor dem Ende des Kalenderjahrs eingeleitet wurde, wies die Kommission alle Parteien darauf hin, dass sie es für angebracht hielt, das Kalenderjahr als Untersuchungszeitraum festzulegen und nicht die der Einleitung des Verfahrens unmittelbar vorausgehenden 12 Monate, um die Berichterstattung durch die Unternehmen und die Überprüfung durch die Kommission zu vereinfachen. Gegen diesen Beschluss wurden keine Einwände erhoben.

2. Ware und gleichartige Ware

Allgemeines

(8) Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus ferritischem nicht rostendem Stahl werden in Stahlfabriken nach dem folgenden Verfahren gefertigt:

- Schmelzen der Rohstoffe im Elektroofen,

- Entkohlung und Anpassung der Zusammensetzung,

- Strangguss zu Brammen,

- Warmwalzen, Ausglühen und Beizen,

- Kaltwalzen,

- Ausglühen und Beizen,

- Zuschneiden auf die erforderliche Breite,

- Verpackung und Lieferung.

(9) Kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus ferritischem nicht rostendem Stahl finden hauptsächlich in der Automobilindustrie in Schalldämpfern und Abgaskontrollsystemen Verwendung. Daher werden diese Erzeugnisse vor allem bei der Produktion von Abgassystemkomponenten eingesetzt. Aber auch für Haushaltsgeräte und andere als die genannten Anwendungen in der Automobilindustrie werden kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus ferritischem nicht rostendem Stahl verwendet.

Betroffene Ware

(10) Bei der von diesem Verfahren betroffenen Ware handelt es sich um bestimmte kaltgewalzte Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl, d. h. ferritischem Chromstahl, mit einem Kohlenstoffgehalt von weniger als 0,15 GHT und einem Chromgehalt von 10,5 GHT bis 18 GHT, flachgewalzt, nur kaltgewalzt, mit einem Nickelgehalt von weniger als 2,5 GHT, der Normen AISI 409/409L (EN 1.4512), AISI 441 (EN 1.4509) und AISI 439 (EN 1.4510), mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Aufgrund ihrer Eigenschaften wird die betroffene Ware hauptsächlich in der Automobilindustrie für die Herstellung von Abgassystemen verwendet. Derzeit wird sie den KN-Codes ex 7219 31 00, ex 7219 32 90, ex 7219 33 90, ex 7219 34 90, ex 7219 35 90, ex 7220 20 10, ex 7220 20 39, ex 7220 20 59 und ex 7220 20 99 zugewiesen. Alle Warentypen verfügen über dieselben grundlegenden materiellen, technischen und chemischen Eigenschaften und werden daher als eine Ware betrachtet.

Gleichartige Ware

(11) Es wird vorläufig festgestellt, dass die in den Vereinigten Staaten von Amerika hergestellte und an den ersten unabhängigen Abnehmer in der Gemeinschaft verkaufte Ware über dieselben grundlegenden materiellen, technischen und chemischen Eigenschaften verfügt wie die auf dem Inlandsmarkt der USA verkaufte Ware und die von den Gemeinschaftsherstellern hergestellte und auf dem Gemeinschaftsmarkt verkaufte Ware. Diese Waren wurden daher vorläufig als gleichartig im Sinne des Artikels 1 Absatz 4 der Grundverordnung angesehen.

B. DUMPING

(12) Der Fragebogen für ausführende Hersteller wurde von einem Unternehmen, auf das mehr als 80 % der Ausfuhren der betroffenen Ware mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika in die Gemeinschaft entfallen, beantwortet. Sechs mit diesem ausführenden Hersteller verbundene Gemeinschaftshersteller beantworteten auch den Fragebogen für die verbundenen Unternehmen. Ein weiterer ausführender Hersteller erklärte der Kommission seine Bereitschaft zur Mitarbeit, beantwortete jedoch nicht den Fragebogen. Er wurde daher als nicht kooperierend angesehen.

1. Normalwert

(13) Zur Bestimmung des Normalwerts untersuchte die Kommission zunächst, ob die gesamten Inlandsverkäufe bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl des kooperierenden ausführenden Herstellers im Vergleich zu seinen gesamten Ausfuhrverkäufen in die Gemeinschaft repräsentativ waren.

(14) Das Unternehmen gab an, Inlandsverkäufe der betroffenen Ware von zwei Standorten aus (Nord und Süd) getätigt zu haben. Die Untersuchung ergab jedoch, dass vom südlichen Standort aus mehrheitlich andere Waren als die betroffene Ware verkauft wurden. Zudem erteilte das Unternehmen keine Auskünfte über die Kosten für die von diesem Standort aus verkauften Waren. Daher wurden die vereinzelten Verkäufe der betroffenen Ware von diesem Standort, die weniger als 0,1 % des gesamten Verkaufsvolumens der betroffenen Ware auf dem Inlandsmarkt ausmachten, nicht berücksichtigt. Da die übrigen Inlandsverkäufe weitgehend repräsentativ waren, und angesichts ihres unerheblichen Volumens hätten sich diese Verkäufe, selbst wenn sie berücksichtigt worden wären, wohl kaum auf die Dumpingberechnung ausgewirkt. Demzufolge wurden die Inlandsverkäufe als repräsentativ gemäß Artikel 2 Absatz 2 der Grundverordnung angesehen, da sie mindestens 5 % der gesamten Ausfuhrverkäufe des Unternehmens in die Gemeinschaft entsprachen.

(15) Die Kommission ermittelte anschließend die von dem Unternehmen auf dem Inlandsmarkt verkauften Warentypen bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl, die mit den zur Ausfuhr in die Gemeinschaft bestimmten Warentypen identisch oder direkt mit ihnen vergleichbar waren.

(16) Für jeden von dem ausführenden Hersteller auf seinen jeweiligen Inlandsmärkten verkauften Warentyp, der nach den Feststellungen mit einem zur Ausfuhr in die Gemeinschaft verkauften Warentyp direkt vergleichbar war, wurde geprüft, ob die Inlandsverkäufe hinreichend repräsentativ im Sinne des Artikels 2 Absatz 2 der Grundverordnung waren. Die Inlandsverkäufe eines Warentyps bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl wurden als hinreichend repräsentativ angesehen, wenn die Gesamtmenge, die im UZ von diesem Warentyp auf dem Inlandsmarkt verkauft wurde, 5 % oder mehr des gesamten in die Gemeinschaft ausgeführten Verkaufsvolumens des vergleichbaren Warentyps entsprach.

(17) Ferner wurde geprüft, ob die Inlandsverkäufe der einzelnen Typen als Geschäfte im normalen Handelsverkehr gemäß Artikel 2 Absatz 4 der Grundverordnung angesehen werden konnten; zu diesem Zweck wurde für den fraglichen Typ der Anteil Gewinn bringender Verkäufe an unabhängige Abnehmer ermittelt. Wurden bei bestimmten kaltgewalzten Flacherzeugnissen aus nicht rostendem Stahl 80 % oder mehr der gesamten Verkaufsmenge zu einem Nettopreis verkauft, der mindestens den festgestellten Produktionskosten entsprach, und war der gewogene durchschnittliche Verkaufspreis dieses Warentyps mindestens so hoch wie die Produktionskosten, so wurde der Normalwert anhand des tatsächlichen gewogenen durchschnittlichen Preises aller Inlandsverkäufe im UZ ermittelt, unabhängig davon, ob diese Verkäufe Gewinn bringend waren oder nicht. Betrug das Volumen Gewinn bringender Verkäufe bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl 80 % oder weniger des gesamten Verkaufsvolumens oder war der gewogene durchschnittliche Verkaufspreis dieses Warentyps niedriger als die Produktionskosten, so wurde der Normalwert anhand des tatsächlichen gewogenen durchschnittlichen Preises der Gewinn bringenden Verkäufe auf dem Inlandsmarkt ermittelt, sofern diese Verkäufe 10 % oder mehr des gesamten Verkaufsvolumens ausmachten.

(18) Wurden bei einem Typ bestimmter kaltgewalzter Flacherzeugnisse aus nicht rostendem Stahl weniger als 10 % der gesamten Verkaufsmenge Gewinn bringend verkauft, so wurde die Auffassung vertreten, dass dieser Typ nicht in ausreichenden Mengen verkauft wurde, um den Inlandspreis als angemessene Grundlage für die Ermittlung des Normalwertes heranziehen zu können.

(19) In den Fällen, in denen die Inlandspreise eines bestimmten Warentyps nicht zur Ermittlung des Normalwerts herangezogen werden konnten, musste eine andere Methode angewandt werden. Angesichts der Tatsache, dass sich kein anderer ausführender Hersteller zur Mitarbeit an dem Verfahren entschieden hatte, lagen der Kommission keine Informationen über die Inlandspreise anderer Hersteller vor. Folglich und in Ermangelung anderer vertretbarer Methoden wurde der Normalwert rechnerisch ermittelt.

(20) In diesen Fällen wurde gemäß Artikel 2 Absatz 3 der Grundverordnung der Normalwert rechnerisch ermittelt, indem zu den, soweit erforderlich berichtigten Fertigungskosten der ausgeführten Typen ein angemessener Prozentsatz für die Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten (nachstehend "VVG-Kosten" abgekürzt) und eine angemessene Gewinnspanne hinzugerechnet wurden.

(21) Zu diesem Zweck prüfte die Kommission, ob die Angaben über die VVG-Kosten und die Gewinne, die der ausführende Hersteller auf dem Inlandsmarkt verzeichnete, zuverlässig waren. Die tatsächlichen inländischen VVG-Kosten wurden als zuverlässig angesehen, da das Volumen der Inlandsverkäufe des betreffenden Unternehmens als repräsentativ angesehen werden konnte. Die inländische Gewinnspanne wurde anhand der Inlandsverkäufe im normalen Handelsverkehr bestimmt.

2. Ausfuhrpreis

(22) Alle Ausfuhrverkäufe der betroffenen Ware in die Gemeinschaft wurden über einen verbundenen Einführer abgewickelt, der die Ware sowohl an verbundene als auch an unabhängige Abnehmer weiterverkaufte. Die verbundenen Abnehmer verkauften die betroffene Ware wiederum an andere unabhängige Abnehmer weiter. Demzufolge und gemäß Artikel 2 Absatz 9 der Grundverordnung wurde der Ausfuhrpreis auf der Basis des Weiterverkaufspreises ermittelt, der dem ersten unabhängigen Käufer der eingeführten Waren in Rechnung gestellt wurde. Gemäß Artikel 2 Absatz 9 der Grundverordnung wurden dabei Berichtigungen für alle den Einführern zwischen der Einfuhr und dem Weiterverkauf entstandenen Kosten einschließlich der VVG-Kosten und einer angemessenen Gewinnspanne vorgenommen. In Ermangelung anderer zuverlässiger Informationen wurde die angemessene Gewinnspanne vorläufig auf 5 % geschätzt. Dies wurde für diese Art von Unternehmen als angemessen erachtet.

3. Vergleich

(23) Im Interesse eines fairen Vergleichs des Normalwertes mit dem Ausfuhrpreis wurden gemäß Artikel 2 Absatz 10 der Grundverordnung gebührende Berichtigungen für die die Vergleichbarkeit der Preise beeinflussenden Unterschiede vorgenommen. Diese Berichtigungen wurden in allen Fällen zugestanden, in denen die Anträge den Untersuchungsergebnissen zufolge angemessen, korrekt und mit stichhaltigen Beweisen belegt waren.

(24) Berichtigungen des Normalwerts wurden für Nachlässe und Rabatte, Inlandfracht, Kreditkosten, Kundendienstkosten, technische Hilfe, Forschung und Entwicklung im Auftrag des Abnehmers, indirekte Vertriebskosten und Unterschiede bei den variablen Fertigungskosten beantragt.

(25) Auf der Grundlage der verfügbaren Informationen konnte nicht festgestellt werden, dass die Faktoren technische Hilfe, FuE im Auftrag des Abnehmers und indirekte Vertriebskosten die Vergleichbarkeit der Preise beeinflusst hatten; insbesondere die Behauptung, die Abnehmer hätten aufgrund dieser Faktoren konstant andere Preise gezahlt, konnte nicht bestätigt werden. Zudem konnte nicht nachgewiesen werden, dass diese Kosten ausschließlich beim Verkauf der betroffenen Ware auf dem Inlandsmarkt angefallen waren und dass sie nicht anderen Waren und/oder Märkten zugute kamen. Demzufolge mussten die beantragten Berichtigungen vorläufig abgelehnt werden, da sie den Kriterien in Artikel 2 Absatz 10 der Grundverordnung nicht entsprachen.

(26) Das Unternehmen beantragte auch eine Berichtigung für Unterschiede bei den variablen Fertigungskosten zwischen den für den Inlandsmarkt und den zur Ausfuhr bestimmten Waren. Hierbei ist anzumerken, dass der Vergleich zwischen Inlands- und Ausfuhrpreisen auf der Grundlage identischer oder vergleichbarer Warentypen, d. h. auf der Basis derselben Wareneigenschaften, vorgenommen wurde. Diese Berichtigung wurde daher als unbegründet angesehen und wird vorläufig abgelehnt.

(27) Berichtigungen des Ausfuhrpreises wurden für Seefracht, Inlandfracht und Kreditkosten vorgenommen.

4. Dumpingspanne

(28) Gemäß Artikel 2 Absatz 11 der Grundverordnung wurde der gewogene durchschnittliche Normalwert des jeweiligen Warentyps mit dem gewogenen durchschnittlichen Ausfuhrpreis verglichen. Die vorläufige Dumpingspanne, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft, beträgt

- AK Steel Corporation, Middletown, Ohio, Vereinigte Staaten von Amerika: 69,7 %.

(29) Für diejenigen Hersteller in den Vereinigten Staaten von Amerika, die weder den Fragebogen der Kommission beantworteten noch sich selbst meldeten, wurde die residuale Dumpingspanne gemäß Artikel 18 der Grundverordnung anhand der verfügbaren Informationen ermittelt.

(30) Da ein Unternehmen bewusst nicht kooperierte, wurde in diesem Fall die residuale Dumpingspanne auf der Grundlage der am stärksten gedumpten Ausfuhrverkäufe in die Gemeinschaft ermittelt, deren Mengen repräsentativ waren. Dies wurde als notwendig erachtet, damit dem Unternehmen aus der Nichtmitarbeit keine Vorteile erwuchsen. Auf dieser Grundlage beträgt die vorläufige residuale Dumpingspanne, ausgedrückt als Prozentsatz des cif-Einfuhrpreises frei Grenze der Gemeinschaft, 128,7 %.

C. SCHÄDIGUNG

1. Einleitung

(31) Damit festgestellt werden konnte, ob der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft geschädigt wurde, und zur Ermittlung des Verbrauchs sowie zur Untersuchung der verschiedenen Indikatoren für die wirtschaftliche Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, wurde geprüft, inwieweit die spätere Verwendung der Produktion des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft bei der Analyse zu berücksichtigen war.

(32) Die betroffene Ware wird vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft an a) unabhängige Abnehmer und b) Abnehmer innerhalb derselben Unternehmensgruppe (nachfolgend "verbundene Abnehmer" genannt) verkauft. Die verbundenen Abnehmer lassen sich in zwei Kategorien einteilen: i) Abnehmer, die die betroffene Ware als Rohstoff für die Herstellung einer anderen Ware (hauptsächlich Rohre) kaufen, und ii) Abnehmer, die die betroffene Ware kaufen, um sie nach den Vorgaben des ersten unabhängigen Abnehmers weiter, jedoch nicht zu einer vollständig anderen Ware, zu verarbeiten (nachfolgend "Service Center" genannt).

(33) In diesem Zusammenhang gelten die Verkäufe der betroffenen Ware an Unternehmen derselben Unternehmensgruppe, die diese bei der Herstellung anderer Waren als Rohstoff verwenden, als "Eigenverbrauch", wenn mindestens eine der nachstehenden Bedingungen erfuellt ist: i) die Ware wird nicht zu Marktpreisen verkauft oder ii) der Abnehmer innerhalb derselben Unternehmensgruppe kann seinen Lieferanten nicht frei wählen. Hingegen werden Verkäufe an unabhängige Abnehmer vorläufig als Verkäufe auf dem "freien Markt" angesehen. Im Laufe der Untersuchung wurde vorläufig festgestellt, dass die Verkäufe an verbundene Abnehmer, die die betroffene Ware als Rohstoff für die Herstellung einer anderen Ware kauften, als Verkäufe für den Eigenverbrauch zu betrachten waren. Denn auch wenn die Waren zu Marktpreisen verkauft wurden, konnten die verbundenen Abnehmer den Untersuchungsergebnissen zufolge ihren Lieferanten aufgrund der Geschäftspolitik der Unternehmensgruppe nicht frei wählen.

(34) Diese Unterscheidung ist insofern relevant für die Schadensuntersuchung, als die für den Eigenverbrauch bestimmten Waren den Untersuchungsergebnissen zufolge nur mittelbar durch die Einfuhren beeinflusst wurden, da die Verkäufe an verbundene Abnehmer nicht dem direkten Wettbewerb mit den US-Einfuhren unterliegen. Dagegen ergab die Untersuchung im Fall der Verkäufe auf dem freien Markt, dass diese direkt mit den Einfuhren der betroffenen Ware konkurrierten.

(35) Um die Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft so umfassend wie möglich darzustellen, wurden zunächst, im Rahmen des Möglichen, Informationen über den Eigenverbrauch und den freien Markt zugleich eingeholt und analysiert, und es wurde daraufhin entschieden, ob die Waren für den Eigenverbrauch oder für den freien Markt bestimmt waren. Die Informationen über Produktion, Produktionskapazität, Kapazitätauslastung, Investitionen, Preise, Rentabilität, Cashflow, Ertrag aus investiertem Kapital, Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten, Lagerbestände, Beschäftigung, Produktivität, Löhne und Höhe der Dumpingspanne wurden in Bezug auf die gesamte Geschäftstätigkeit im Zusammenhang mit der betroffenen Ware untersucht. Die Untersuchung ergab, dass die oben genannten Wirtschaftsindikatoren für den freien Markt und den Eigenverbrauch zusammengenommen angemessen untersucht werden konnten, da die Entwicklung der genannten Indikatoren in diesem Verfahren nicht dadurch beeinflusst wird, ob die Waren für den freien Markt oder für den Eigenverbrauch bestimmt sind.

(36) Bezüglich der anderen Indikatoren für eine Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft (Verkäufe, Marktanteile und Verbrauch) wurde vorläufig festgestellt, dass eine aussagekräftige Untersuchung derselben nur auf der Basis der Lage auf dem freien Markt, d. h. in einem kompetitiven Umfeld, möglich war.

2. Definition des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft

(37) Drei der sechs Gemeinschaftshersteller der betroffenen Ware unterstützten den Antrag:

- Ugine SA, Frankreich (nachstehend "UGINE" genannt),

- ThyssenKrupp Acciai Terni SpA, Italien (nachstehend "TKAST" genannt),

- ThyssenKrupp Nirosta GmbH, Deutschland (nachstehend "TKN" genannt).

(38) Auf diese drei Antrag stellenden kooperierenden Gemeinschaftshersteller entfallen mehr als 85 % der Gemeinschaftsproduktion der betroffenen Ware, so dass sie den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft im Sinne des Artikels 4 Absatz 1 und des Artikels 5 Absatz 4 der Grundverordnung bilden.

3. Gemeinschaftsverbrauch

(39) Der Gemeinschaftsverbrauch wurde auf der Grundlage des Absatzvolumens des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf dem Gemeinschaftsmarkt zuzüglich des Absatzvolumens der restlichen Hersteller auf dem Gemeinschaftsmarkt (wie in den Antworten der Hersteller auf den Fragebogen angegeben) und des Einfuhrvolumens ermittelt. Das Einfuhrvolumen wurde auf der Grundlage von Eurostat-Daten ermittelt, die sich auf die für dieses Verfahren relevanten KN-Codes bezogen. Unter der Berücksichtigung, dass unter diese KN-Codes auch andere Waren als die betroffene Ware fallen, wurden die Einfuhrdaten in einigen Fällen nach den im Antrag genannten Kriterien aufgeteilt.

(40) Neben den Unternehmen, die den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft bilden, und den anderen Gemeinschaftsherstellern sind vor allem US-amerikanische und japanische Unternehmen auf dem Gemeinschaftsmarkt für die betroffene Ware präsent. Der Anteil der Einfuhren aus Japan am freien Markt betrug im UZ 3 %.

(41) Auf dieser Grundlage stieg der Gemeinschaftsverbrauch von 157099 Tonnen im Jahr 1999 auf 182679 Tonnen im UZ, was einem Anstieg von 16 % entspricht.

4. Einfuhren aus dem betroffenen Land

Volumen und Marktanteil(4)

(42) Das Einfuhrvolumen der betroffenen Ware mit Ursprung in den USA stieg im gesamten Bezugszeitraum erheblich, d. h. um 95 %, an. Besonders in den Jahren 2000 und 2001 nahmen die Einfuhren stark zu (85 % im Jahr 2000 und 43 % im Jahr 2001). Im UZ ging das Einfuhrvolumen zwar um 14 % zurück, lag aber dennoch mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 1999. Der Anteil am freien Markt stieg demzufolge im gleichen Zeitraum auf 12 bis 14 %.

Tabelle 1

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Preise

(43) Der gewogene Durchschnittspreis der Einfuhren mit Ursprung in den USA stieg zwischen 1999 und dem UZ um 19 %.

Preisunterbietung

(44) Die Kommission untersuchte, ob die in dem betroffenen Land ansässigen kooperierenden ausführenden Hersteller die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im UZ unterboten.

(45) Die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und die Ausfuhrpreise wurden auf der Grundlage von Verkäufen an dieselben Abnehmer auf derselben Handelsstufe verglichen, d. h., die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft wurden mit den Preisen von mit dem ausführenden US-Hersteller verbundenen Einführern verglichen, die, wie in Randnummer 22 dargelegt, dem ersten unabhängigen Abnehmer in der Gemeinschaft in Rechnung gestellt wurden, und zwar einschließlich aller Zölle und aufgeschlüsselt nach den entsprechenden Warentypen. Dieser Ansatz wurde als angemessen erachtet, da der Markt für diese Art von Ware besondere Eigenschaften aufweist; die Abnehmer können den Lieferanten leicht wechseln, der Markt ist sehr transparent, und die Preise können gegebenenfalls sehr schnell sinken. Dementsprechend wären etwaige Preisunterbietungen der Einfuhren nur für einen sehr kurzen Zeitraum erkennbar, da der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in einem solchen Fall seine Preise ebenfalls senken müsste, um seine Abnehmer nicht zu verlieren. Daher erscheint es angemessen, vor allem die Bereiche zu untersuchen, in denen direkter Wettbewerb herrschte. Dies ist nur durch die Fokussierung auf Abnehmer möglich, die sowohl von den US-Herstellern als auch vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft Waren bezogen, so dass die Preisangebote direkt miteinander verglichen werden können. Dabei spricht es, wie nachstehend ausgeführt, für sich selbst, dass bestimmte Abnehmer(5) ihre Einkäufe von dem einzigen kooperierenden US-Hersteller im Bezugszeitraum wesentlich erhöhten und die Einkäufe vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft auf ein vernachlässigbares Niveau senkten.

(46) Nach diesem Ansatz war es möglich, einen Preisvergleich auf der Grundlage von 8 % des Ausfuhrvolumens des US-Herstellers und unter Berücksichtigung der Güten EN und AISI, der Dicke, der Breite, der Kanten und der Endbearbeitung der betroffenen Ware vorzunehmen.

(47) Die auf dieser Grundlage ermittelte Preisunterbietungsspanne, ausgedrückt als Prozentsatz der Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, beläuft sich auf 13,2 %.

5. Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft

Auswirkungen bisherigen Dumpings oder bisheriger Subventionierung

(48) Im Bezugszeitraum wurde die betroffene Ware nicht mit Antidumping- oder Ausgleichszöllen belegt. Daher ist dieser Indikator in der vorliegenden Untersuchung nicht von Bedeutung.

Produktion

(49) Die Produktion für den gesamten Markt (d. h. freier Markt und Eigenverbrauch) stieg von 188633 Tonnen im Jahr 1999 auf 219282 Tonnen im Untersuchungszeitraum. Dies entspricht einem Anstieg von 16 %. Im Jahr 2001 war ein vorübergehender Rückgang zu verzeichnen.

Tabelle 2

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Produktionskapazität und Kapazitätsauslastung

(50) Zwei der Gemeinschaftshersteller setzten für die Produktion der betroffenen Ware die gleichen Produktionslinien ein wie für die Produktion verschiedener anderer Erzeugnisse aus nicht rostendem Stahl: eines dieser Unternehmen ist im Begriff, neue Produktionsanlagen zu bauen. Das dritte Unternehmen, das eine Produktionslinie fast ausschließlich zur Produktion der betroffenen Ware einsetzte, verzeichnete einen Anstieg seiner Produktionskapazität von einem Index von 100 im Jahr 1999 auf 141 im UZ. Die Kapazitätsauslastung dieses Herstellers fiel von 75 % im Jahr 1999 auf rund 50 % im UZ. Die für die zwei Hersteller verfügbaren Informationen ließen zwar keine eindeutige Zuordnung der Kapazität zur betroffenen Ware zu, entkräfteten jedoch auch nicht die Feststellung, dass die Kapazitätsauslastung gesunken war.

Investitionen

(51) Die Entwicklung der Produktionskapazität spiegelt sich in der Entwicklung der Investitionen wider. Demzufolge stiegen die Investitionen insgesamt von 55 Mio. EUR auf 125 Mio. EUR im Jahr 2001 und erreichten 79 Mio. EUR im UZ. Insgesamt stiegen sie im Bezugszeitraum um 43 %. Die Investitionen flossen hauptsächlich in Sachanlagen, wie beispielsweise neue Produktionslinien und ein neues Walzwerk, und zielten somit auf eine Erhöhung der Produktivität ab.

Verkäufe und Marktanteile

(52) Zwischen 1999 und dem UZ erhöhte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft sein Absatzvolumen auf dem freien Markt in der Gemeinschaft von 110115 Tonnen auf 116768 Tonnen, bzw. um 6 %. Dieser in Prozent ausgedrückte Anstieg liegt jedoch weit unter dem Anstieg des Gesamtverbrauchs innerhalb der Gemeinschaft. Im UZ fielen die Verkäufe unter das im Jahr 2000 erreichte Niveau. Während die Verkäufe auf dem freien Markt um lediglich 6 % zunahmen, stiegen die Verkäufe der für den Eigenverbrauch bestimmten Waren um 15 %. Da die verbundenen Abnehmer ihre Lieferanten nicht frei wählen konnten, dürfte dieser Anstieg die Entwicklung widerspiegeln, die auf dem freien Markt ohne Dumping möglich gewesen wäre.

Tabelle 3 Verkäufe freier Markt

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Tabelle 4 Verkäufe Eigenverbrauch

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(53) Der Anteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft am freien Markt fiel im Bezugszeitraum um 6 Prozentpunkte, nämlich von 70 % auf 64 %, was verdeutlicht, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nicht uneingeschränkt von der positiven Marktentwicklung profitieren konnte. Der Verlust an Marktanteilen entspricht dem Anstieg an Marktanteilen der Einfuhren mit Ursprung in dem betroffenen Land (siehe Randnummer 42).

Tabelle 5

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Preise

(54) Die durchschnittlichen Verkaufspreise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft auf dem gesamten Markt (freier Markt und Eigenverbrauch) stiegen im Bezugszeitraum um 12 %. Während die Preise im Jahr 2000 um 5 % und im Jahr 2001 um 8 % stiegen, blieben sie im Jahr 2001 und im UZ konstant bzw. waren sogar leicht rückläufig. Die Preise auf dem freien Markt und die Preise für den Eigenverbrauch waren gleich hoch (siehe Randnummer 33).

Rentabilität

(55) Die gewogene durchschnittliche Rentabilität des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft stieg von 4,4 % im Jahr 1999 auf 7,5 % im UZ.

(56) Während die Entwicklung der Rentabilität auf den ersten Blick positiv erscheint, wird bei näherer Betrachtung deutlich, dass die Rentabilitätsniveaus unbefriedigend sind. In diesem Zusammenhang ist den Besonderheiten der betroffenen Ware Rechnung zu tragen: auf ihrem Markt werden in der Regel deutlich höhere Gewinne erzielt als auf dem Markt für nicht rostenden Stahl allgemein. Die normalerweise höheren Rentabilitätsniveaus für die betroffene Ware ergeben sich aus folgenden Gründen:

- Der Markt, für den die betroffene Ware bestimmt ist (hauptsächlich der Markt für Abgassysteme für den Automobilbereich), zeichnet sich durch eine im Wesentlichen konstante Nachfrage aus und bleibt von den üblichen Konjunkturschwankungen weitgehend unberührt. Die betroffene Ware ist aufgrund des sehr geringen Nickelanteils billiger als andere Qualitäten rostfreien Stahls mit höherem Nickelanteil. Aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Kosten wird die betroffene Ware in schwachen Konjunkturphasen gerne anstelle höherer Güten eingesetzt. Da die gesamte Automobilproduktion in der Europäischen Union im Bezugszeitraum stagnierte (16978400 gefertigte Einheiten im Jahr 1999 gegenüber 16943700 gefertigten Einheiten im Jahr 2002), stieg der Verbrauch der betroffenen Ware um 16 %, wie bereits unter Randnummer 41 erwähnt. Daraus lässt sich schließen, dass die Verwender der betroffenen Ware und deren Abnehmer ihre Einkäufe der betroffenen Ware erhöhten und dementsprechend ihre Einkäufe teurerer Güten nicht rostenden Stahls senkten. Diese Schlussfolgerung wurde im Laufe der Untersuchung durch den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft bestätigt.

- Im Gegensatz zu anderen Erzeugnissen aus nicht rostendem Stahl enthält die betroffene Ware einen sehr geringen Anteil an Nickel, ein sehr unbeständiges Kostenelement, das wesentlichen Preisschwankungen unterworfen ist und dadurch zu niedrigeren Gewinnspannen beitragen kann.

(57) Dieser Rentabilitätsunterschied ergibt sich aus den vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft angegebenen, derzeitig auseinander gehenden Rentabilitätstrends für die Produktion von nicht rostendem Stahl allgemein und für die betroffene Ware im Besonderen (siehe Tabelle 6).

Tabelle 6

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(58) Der Markt der betroffenen Ware zeichnet sich durch stabilere Gewinne und Preisniveaus aus.

Cashflow, Ertrag aus investiertem Kapital und Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten

(59) Die Unternehmen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft übermittelten die Informationen über Cashflow und Kapitalrendite in Bezug auf ihre Gesamtproduktion, da es zwei von ihnen nicht möglich war, die entsprechenden Daten auf die betroffene Ware aufzuteilen.

(60) Auf dieser Grundlage stieg der aggregierte Netto-Cashflow aus der Geschäftstätigkeit von minus 22357710 EUR im Jahr 1999 auf 188109683 EUR im UZ.

Tabelle 7

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(61) Der Cashflow für die betroffene Ware, der bei einem der Unternehmen ermittelt werden konnte, folgte einer ähnlichen Entwicklung. Es ist jedoch nicht möglich, aussagekräftige Schlussfolgerungen über den mit der betroffenen Ware erzeugten Cashflow zu treffen, da zwei der Unternehmen ihre Produktionslinien auch zur Herstellung einer Reihe anderer Erzeugnisse aus nicht rostendem Stahl einsetzen und die Wertminderung daher nicht auf die einzelnen Erzeugnisse aufgeteilt werden kann. Der durchschnittliche Ertrag aus investiertem Kapital für die drei Unternehmen stieg von 3,6 % im Jahr 1999 auf 6,9 % im UZ.

Tabelle 8

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(62) In Bezug auf die Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten ist festzustellen, dass die Fremdfinanzierung der Unternehmen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft den Untersuchungsergebnissen zufolge hauptsächlich gruppenintern erfolgt, was darauf schließen lässt, dass die Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten nicht unmittelbar mit der jährlichen Leistung der Unternehmen und der daraus resultierenden Zahlungsfähigkeit zusammenhängen. Daher ist die Entwicklung dieses Indikators für die Zwecke der Schadensuntersuchung nicht von Belang. Die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung über das Eigenkapital der Unternehmen ist auszuschließen, da keines der drei Unternehmen an einer Börse oder einer anderen Art von Sekundärmarkt notiert ist.

Lagerbestände

(63) Die Entwicklung der Lagerbestände wird im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nicht als aussagekräftiger Schadensindikator angesehen. Die Unternehmen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft erklärten, die betroffene Ware nur auf Bestellung herzustellen und dementsprechend keine Lagerbestände zu halten, außer aus lieferungstechnischen oder logistischen Gründen, und selbst dann in vernachlässigbaren Mengen. Daher ist jegliche Veränderung der Lagerbestände auf logistische Ursachen zurückzuführen und nicht auf etwaige Markteinbrüche.

Beschäftigung und Löhne

(64) Die Beschäftigung im Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ging im Bezugszeitraum um 12 % zurück. Die Gesamtlöhne stiegen im Bezugszeitraum um 5 %.

Produktivität

(65) Die Produktivität nahm im Bezugszeitraum für den gesamten Markt um 31 % zu. Im Jahr 2000 stieg sie um 17 %, im Jahr 2001 blieb sie weitgehend unverändert und im UZ war ein erneuter Anstieg um 14 % zu verzeichnen, was auf die erheblichen Investitionen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zurückzuführen ist (siehe Randnummer 49).

Wachstum

(66) In diesem Zusammenhang ist vor allem darauf hinzuweisen, dass sich der Anteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft am freien Markt um 6 % verringerte und dass sein Wachstum somit erheblich hinter dem Wachstum des gesamten Marktes (der einen Anstieg um 16 % verzeichnete) zurückblieb.

Höhe der Dumpingspanne

(67) Die Auswirkungen der Höhe der tatsächlichen Dumpingspanne auf den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft können angesichts des Volumens und der Preise der Einfuhren aus dem betroffenen Land nicht als unerheblich angesehen werden.

6. Schlussfolgerung zur Schädigung

(68) Die Einfuhren aus den USA stiegen sowohl absolut als auch gemessen am Marktanteil wesentlich. Im Bezugszeitraum erhöhten sie ihren Marktanteil um sechs bis acht Prozentpunkte. Zudem übten die Einfuhren Druck auf die Preise aus, was unter anderem aus der erheblichen Preisunterbietungsspanne deutlich wird, die in Bereichen festgestellt wurde, in denen die US-Ausführer mit dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft um dieselben Abnehmer konkurrierten.

(69) Obwohl viele dieser wirtschaftlichen Schadensindikatoren einen positiven Trend aufweisen (Preise, Rentabilität, Verkäufe, Investitionen, Cashflow, Kapitalrendite, Kapazität, Produktivität) wird bei einer gründlicheren Analyse deutlich, dass eine bedeutende Schädigung vorliegt. Zunächst ist anzumerken, dass die Marktposition des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft erheblich geschwächt wurde, was sich in einem bedeutenden Verlust an Marktanteilen ausdrückt. Darüber hinaus gingen die Preise des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zwischen dem Jahr 2001 und dem UZ zurück, woraus niedrigere Rentabilitätsniveaus resultierten als im Jahr 1997, in dem kein Dumping vorlag, und dies, obwohl die Produktivität durch Personalabbau und Investitionen wesentlich gesteigert werden konnte. Die erhebliche Dumpingspanne von 69,7 % zeigt, dass der ausführende Hersteller seinen Ausfuhrpreis zur Beseitigung des Dumpings um 69,7 % erhöhen müsste, was einen bedeutenden Verlust an Marktanteilen zur Folge hätte. Dies lässt den Schluss zu, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in der Lage wäre, den größten Teil oder sogar den gesamten vom ausführenden Hersteller eingebüßten Marktanteil zu übernehmen. Abschließend ist anzumerken, dass die Preise der für den Eigenverbrauch bestimmten Waren durch die gedumpten Einfuhren ebenfalls beeinflusst wurden. Den Untersuchungsergebnissen zufolge ist vertraglich vorgesehen, dass gegenüber verbundenen Abnehmern auf Marktwerten beruhende Preise in Rechnung zu stellen sind. Die Unternehmen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft stellten Abnehmern in ihrer Unternehmensgruppe ähnliche Preise in Rechnung wie unabhängigen Abnehmern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe insgesamt nicht zu beeinträchtigen.

(70) Daraus wird vorläufig der Schluss gezogen, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft eine bedeutende Schädigung erlitt.

D. SCHADENSURSACHE

1. Einleitung

(71) Gemäß Artikel 3 Absätze 6 und 7 der Grundverordnung prüfte die Kommission, ob dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft durch die gedumpten Einfuhren der betroffenen Ware mit Ursprung in dem betroffenen Land eine Schädigung verursacht wurde, die als bedeutend angesehen werden kann. Andere bekannte Faktoren als die gedumpten Einfuhren, die gleichzeitig zu einer Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft geführt haben könnten, wurden ebenfalls geprüft, um sicherzustellen, dass eine etwaige durch diese anderen Faktoren verursachte Schädigung nicht den gedumpten Einfuhren zugerechnet wurde.

2. Auswirkungen der gedumpten Einfuhren

(72) Die Einfuhren aus den USA stiegen im Bezugszeitraum erheblich, und zwar gemessen an der Menge um 127 % und gemessen am Marktanteil um sechs bis acht Prozentpunkte. Die Preise der Einfuhren mit Ursprung in den USA lagen 13,2 % und damit erheblich unter den Preisen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft (siehe Randnummer 43 ff.).

(73) Die Auswirkungen der gedumpten Einfuhren werden auch durch die von einigen Verwendern, auf die 13 % des Gesamtverbrauchs im UZ entfielen, getroffene Entscheidung, die Ware nicht mehr vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, sondern von US-amerikanischen Herstellern zu beziehen, veranschaulicht. Diese Verwender bezogen zu Beginn des Bezugszeitraums nur geringe Mengen von US-amerikanischen Herstellern, kaufen aber mittlerweile bis zu 47 % der Ausfuhren des einzigen kooperierenden US-amerikanischen Herstellers in die Gemeinschaft. Dies unterstreicht die Tatsache, dass der US-amerikanische Hersteller seinen Marktanteil im Bezugszeitraum zum Nachteil des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft erhöhte.

(74) Insgesamt betrachtet entspricht der Marktanteilverlust des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft von sechs Prozentpunkten von 1999 bis zum UZ der Erhöhung des Marktanteils der Einfuhren aus den USA. Insbesondere 2001 gingen die Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft gemessen am Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte zurück, während gleichzeitig die Einfuhren aus den USA um sechs bis sieben Prozentpunkte stiegen. Die für den Eigenverbrauch bestimmten Verkäufe des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft hingegen blieben ab 2000 konstant.

(75) Ferner fielen der Marktanteilverlust und das unzureichende Preisniveau zeitlich mit der Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zusammen, die sich in der unzureichenden Rentabilität und der ungünstigen Entwicklung von Löhnen und Beschäftigung manifestierte.

3. Auswirkungen anderer Faktoren

Einfuhren aus anderen Drittländern

(76) Die Einfuhrmengen aus anderen Drittländern stiegen von 1425 Tonnen im Jahr 1999 auf 5893 Tonnen im UZ, und ihr Marktanteil stieg im selben Zeitraum von 0,9 % auf 3,2 %. Die meisten dieser Einfuhren hatten ihren Ursprung in Japan. Eurostat-Daten zufolge waren die durchschnittlichen Preise der Einfuhren aus den anderen Drittländern höher als die entsprechenden Preise der Einfuhren mit Ursprung in den USA und die Preise der Gemeinschaftshersteller. Daher können diese Einfuhren keine Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verursacht haben.

Nicht Antrag stellende Gemeinschaftshersteller

(77) Die nicht Antrag stellenden Gemeinschaftshersteller hielten im UZ einen Marktanteil von rund 18 %. Im Bezugszeitraum gingen ihr Verkaufsvolumen um 4 % und ihr Marktanteil um 4 Prozentpunkte zurück. Zudem lagen die durchschnittlichen Preise der nicht Antrag stellenden Hersteller auf demselben Niveau wie diejenigen der Antrag stellenden Hersteller. All dies lässt darauf schließen, dass sie sich in einer ähnlichen Lage befinden wie der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, d. h., auch sie wurden durch die gedumpten Einfuhren geschädigt. Daher kann nicht der Schluss gezogen werden, dass die anderen Gemeinschaftshersteller zu der bedeutenden Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft beitrugen.

Qualitäts- und Liefervorteile der aus den USA eingeführten betroffenen Ware

(78) Die Untersuchung ergab, dass die aus den USA eingeführte betroffene Ware keine wesentlichen qualitativen oder technischen Vorteile aufwies.

(79) Außerdem sind - wie die Unternehmen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft aufzeigten - aufgrund der Tatsache, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft keine Lagerbestände hält, weil er die betroffene Ware auf Bestellung innerhalb sehr kurzer Zeit herstellt, die Lieferfristen nicht länger als bei den Einfuhren aus den USA. Daher gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass etwaige Qualitäts- oder Liefervorteile die bedeutende Schädigung veursacht haben.

4. Schlussfolgerung zur Schadensursache

(80) In Anbetracht des zeitlichen Zusammenfallens des Anstiegs der US-amerikanischen Ausfuhrmengen und Marktanteile und der Unterbietung einerseits und der Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft andererseits wird vorläufig der Schluss gezogen, dass die gedumpten Einfuhren mit Ursprung in den USA die bedeutende Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft verursachten.

(81) Abgesehen davon spiegelt sich die unzureichende Entwicklung des freien Marktes auf dem Markt der für den Eigenverbrauch bestimmten Ware nicht wider. Diese Entwicklung führte zu einer Stagnation der Preise und einer Einschränkung der Rentabilität. In der Tat zeigt sich die schädigende Lage auf dem freien Markt, auf dem der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft unmittelbar mit den Einfuhren der betroffenen Ware konkurriert. Die Indikatoren für den Markt der für den Eigenverbrauch bestimmten Ware, wo die Einfuhren nicht direkt mit der Ware des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft konkurrieren, weisen einen positiven Trend auf.

(82) Die Analyse der Einkäufe zweier wichtiger Verwender ergab, dass diese Unternehmen im Bezugszeitraum nicht mehr beim Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, sondern bei dem US-amerikanischen Unternehmen einkauften.

(83) Ferner wurde vorläufig der Schluss gezogen, dass die nicht Antrag stellenden Hersteller die nachteilige Entwicklung für den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft nicht verursacht haben können, da ihre Antworten auf Fragen der Kommission erkennen lassen, dass sie ebenfalls durch die gedumpten Einfuhren geschädigt wurden. Ferner ergab die Untersuchung, dass die aus den USA eingeführte betroffene Ware keine wesentlichen qualitativen oder technischen Vorteile gegenüber der europäischen Ware aufwies.

(84) Es wurden keine anderen Faktoren festgestellt, auf die eine solche Verschlechterung der Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zurückgeführt werden könnte.

(85) Da die Kommission im Rahmen der Untersuchung alle ihr bekannten Faktoren ordnungsgemäß voneinander abgrenzte und analysierte und vorläufig feststellte, dass die Auswirkungen keines dieser Faktoren den ursächlichen Zusammenhang zwischen Dumping und Schädigung widerlegten, wurde vorläufig der Schluss gezogen, dass die gedumpten Einfuhren aus dem betroffenen Land Ursache der bedeutenden Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft waren.

E. INTERESSE DER GEMEINSCHAFT

1. Vorbemerkung

(86) Gemäß Artikel 21 der Grundverordnung prüfte die Kommission, ob die Einführung von Antidumpingmaßnahmen dem Interesse der Gemeinschaft insgesamt zuwiderliefe. Dabei wurden alle auf dem Spiel stehenden Interessen berücksichtigt, d. h. die Interessen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, der Einführer und Händler sowie der Verwender der betroffenen Ware.

(87) Zur Bewertung der wahrscheinlichen Auswirkungen der Einführung von oder des Verzichts auf Maßnahmen holte die Kommission Informationen von allen Parteien ein, die bekanntermaßen betroffen waren oder sich selbst gemeldet hatten. Auf dieser Grundlage sandte die Kommission Fragebogen an den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, drei andere Gemeinschaftshersteller, sieben Einführer, zehn Verwender und 16 Rohstofflieferanten. Die drei Hersteller des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft, drei weitere Gemeinschaftshersteller, sechs verbundene Einführer und sieben Verwender übermittelten eine Antwort.

(88) Auf dieser Grundlage wurde geprüft, ob trotz der Schlussfolgerungen zu Dumping, Lage des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft und Schadensursache zwingende Gründe für die Schlussfolgerung sprachen, dass die Einführung von Maßnahmen in diesem besonderen Fall dem Gemeinschaftsinteresse zuwiderlief.

2. Wirtschaftszweig der Gemeinschaft

(89) Der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft erlitt, wie unter den Randnummern 68ff. dargelegt, eine bedeutende Schädigung.

(90) Die Einführung von Antidumpingmaßnahmen würde es dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ermöglichen, die Rentabilität zu erzielen, die er ohne gedumpte Einfuhren hätte erreichen können, und aus den Entwicklungen auf dem Gemeinschaftsmarkt Nutzen zu ziehen.

(91) Im Falle eines Verzichts auf Antidumpingmaßnahmen wird der negative Trend für den Wirtschaftszweig der Gemeinschaft wahrscheinlich anhalten, und vor allem würden die Marktanteile zurückgehen und die Rentabilität hinter derjenigen zurückbleiben, die für die betroffene Ware ohne gedumpte Einfuhren erzielt werden könnte.

3. Verwender

(92) Bei den Verwendern der betroffenen Ware handelt es sich hauptsächlich um die Hersteller von Abgassystemen für die Automobilindustrie. Sie sind vor allem im Vereinigtes Königreich, Italien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Belgien ansässig. Auf die kooperierenden Verwender entfielen im UZ rund 24 % des Verbrauchs auf dem freien Markt, aber 91 % der gesamten Einfuhren aus den USA. Die Angaben von den kooperierenden Verwendern ergaben zwar ein sehr genaues Bild der Lage der Verwender, die die Ware aus den USA bezogen, ermöglichten aber keine aussagekräftigen Rückschlüsse auf die Lage der übrigen Verwender, die die Waren nicht in demselben Ausmaß aus den USA bezogen. Diese Tatsache ist bei dieser Analyse zu bedenken.

(93) Die kooperierenden Verwender sprachen sich ausnahmslos gegen die Einführung von Antidumpingmaßnahmen aus mit der Begründung, dass ihnen Verluste entstuenden, und mit dem Hinweis, dass sie gegebenenfalls gezwungen wären, ihre Geschäftstätigkeit in nicht zur EU gehörende Länder zu verlagern, falls Antidumpingzölle eingeführt würden.

(94) Auf die betroffene Ware entfallen im Durchschnitt 15 % der Gesamtkosten der Produktion von Abgassystemen. Wie unter Randnummer 42 erwähnt, hielten die Einfuhren aus den USA im UZ einen Marktanteil von 12 % bis 14 %. Folglich würden die Produktionskosten aller Abgassystemhersteller schlimmstenfalls, d. h. wenn die Einführer den vollen Zollbetrag auf die Preise aufschlügen, angesichts des derzeitigen Marktanteils der Einfuhren aus den USA um etwa 0,4 % steigen.

(95) Außerdem würde die Einführung von Antidumpingmaßnahmen für die Verwender nicht zu einem Engpass in der Versorgung mit der betroffenen Ware führen, da die Antidumpingmaßnahmen nicht auf eine Verdrängung der Einfuhren aus den USA vom Gemeinschaftsmarkt abzielen, sondern auf die Wiederherstellung fairer Handelsbedingungen. Wie bereits erwähnt erhöhte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft seine Investitionen in Anlagen und Maschinen für die betroffene Ware um 43 %. Insbesondere ein Unternehmen (mit dem repräsentativsten Verkaufsvolumen) baute seine Produktionskapazität im Bezugszeitraum um 41 % aus. Selbst wenn die US-amerikanischen Hersteller beschlössen, die betroffene Ware nicht mehr in die Gemeinschaft auszuführen, würde dies zu keinem Versorgungsengpass führen, denn die Gemeinschaftshersteller sind weltweit die größten Lieferanten der betroffenen Ware und haben in der Vergangenheit genug Produktionskapazität aufgebaut, um etwaige Nachfrageerhöhungen decken zu können.

4. Unabhängige Einführer

(96) An eine Reihe angeblich unabhängiger Einführer wurden Fragebogen gesandt. Keiner von ihnen übermittelte eine Antwort. Angesichts der Nichtmitarbeit wurde vorläufig der Schluss gezogen, dass unabhängige Einführer durch die Einführung von Antidumpingmaßnahmen nicht nennenswert beeinträchtigt würden.

5. Wettbewerb und handelsverzerrende Auswirkungen

(97) Das US-amerikanische Unternehmen machte geltend, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft äußerst konzentriert sei und sich in der Vergangenheit bereits wettbewerbswidrig verhalten habe. Der Grad der Konzentration würde sich jedoch infolge der Einführung von Antidumpingmaßnahmen nicht ändern. Hinzu kommt, dass, selbst wenn ein Unternehmen eine starke Position auf dem Markt innehat, dies nicht automatisch bedeutet, dass es diese auch missbraucht.

(98) Ferner ist hervorzuheben, dass Antidumpingmaßnahmen dazu dienen, auf dem EU-Markt wieder faire Handelsbedingungen herzustellen, nicht aber dazu, Marktteilnehmer auszuschließen oder ihre Zahl zu beschränken.

(99) In der Gemeinschaft gibt es sechs Hersteller der betroffenen Ware:

- Ugine SA, Frankreich

- Ugine & ALZ Belgium NV, Belgien

- ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni SpA, Italien

- ThyssenKrupp Nirosta GmbH, Deutschland

- Acerinox SA, Spanien

- Avesta Polarit Oyj Abp, Vereinigtes Königreich

(100) Von den vorgenannten Unternehmen gehören zum einen Ugine, Frankreich, und Ugine ALZ Belgien und zum anderen ThyssenKrupp Terni und ThyssenKrupp Nirosta jeweils einer Unternehmensgruppe an (Arcelor bzw. Thyssen Krupp Steel).

(101) Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass Unternehmen derselben Unternehmensgruppe nicht miteinander konkurrieren, gibt es dennoch einen erheblichen Wettbewerb in der Gemeinschaft, da es vier weitere Lieferanten der betroffenen Ware gibt, die weiterhin konkurrieren.

(102) Auch wenn der Extremfall eintritt und die US-amerikanischen Unternehmen beschließen, die betroffene Ware nach der Einführung von Antidumpingmaßnahmen nicht mehr auszuführen, würde der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Gemeinschaftsherstellern immer noch ausreichen, da eine erhebliche Zahl an Bezugsquellen übrig bliebe und, wichtiger noch, die Einfuhren aus Japan steigen könnten.

(103) Für ein etwaiges wettbewerbswidriges Verhalten seitens der Unternehmen des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft im Bezugszeitraum wurden keine Beweise übermittelt.

6. Schlussfolgerung zum Interesse der Gemeinschaft

(104) Unter Berücksichtigung aller vorstehenden Faktoren wird vorläufig der Schluss gezogen, dass keine zwingenden Gründe gegen eine Einführung von Antidumpingmaßnahmen sprechen.

F. VORLÄUFIGE ANTIDUMPINGMASSNAHMEN

1. Schadensbeseitigungsschwelle

(105) Die vorläufigen Antidumpingzölle sollten in einer Höhe festgesetzt werden, die zur Beseitigung der durch die gedumpten Einfuhren verursachten Schädigung des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft ausreicht, ohne dass die ermittelten Dumpingspannen überschritten werden. Bei der Ermittlung des Zollsatzes, der zur Beseitigung der Auswirkungen des schädigenden Dumpings erforderlich ist, wurde davon ausgegangen, dass etwaige Maßnahmen dem Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ermöglichen sollten, seine Kosten zu decken und insgesamt den angemessenen Gewinn vor Steuern zu erzielen, der unter normalen Wettbewerbsbedingungen, d. h. ohne gedumpte Einfuhren, erzielt werden könnte.

(106) Die Untersuchung ergab, dass die nicht rostenden Stahl herstellende Industrie in der Gemeinschaft infolge der Senkung der Produktionskosten und der Steigerung der Produktivität in den letzten fünf Jahren angemessene Gewinne erzielte. Vor allem bei der betroffenen Ware ist, wie unter Randnummer 56 dargelegt, die Rentabilität stabiler und höher als im Bereich nicht rostender Stahl im Allgemeinen.

(107) Den Untersuchungsergebnissen zufolge erzielte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in den Zeiten ohne gedumpte Einfuhren (1997) eine Gewinnspanne von 8,35 % für die betroffene Ware. Nach 1997 tätigte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft, wie unter Randnummer 51 beschrieben, jedoch umfangreiche Investitionen in die Produktionstechnologie, was zu erheblichen Kostensenkungen und einer bedeutenden Produktivitätssteigerung (+31 % im Bezugszeitraum) führte.

(108) Aufgrund der Besonderheiten der betroffenen Ware und ihres Marktes werden, wie unter den Randnummern 56ff. dargelegt, in der Regel höhere Gewinne erzielt als mit anderen Erzeugnissen aus nicht rostendem Stahl, die für Konjunkturschwankungen anfälliger sind. Außerdem ist, wie unter Randnummer 69 erläutert, die Schlussfolgerung vertretbar, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ohne gedumpte Einfuhren höhere Verkaufsmengen und damit ein größeres Output hätte erzielen können, wodurch die Kosten infolge von Größenvorteilen weiter gesunken wären.

(109) Die Untersuchung ergab, dass der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft in Zeiten, in denen keine gedumpten Einfuhren existierten (1997), für die betroffene Ware eine Gewinnspanne von 8,35 % erzielte. Nach 1997 tätigte der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft jedoch bedeutende Investitionen und schaffte neue Walzwerke und technisch fortschrittene Produktionslinien an und konnte auf diese Weise die direkten Fertigungskosten senken und die Produktivität erheblich steigern. Wie unter Randnummer 65 erläutert stieg die Produktivität im Bezugszeitraum um 31 %. Daher dürfte ohne Dumping die 1997 erzielte Gewinnspanne von 8,35 % noch überschritten werden.

(110) In Anbetracht des Vorstehenden zieht die Kommission vorläufig den Schluss, dass eine Gewinnspanne von 9 % vor Steuern für die betroffene Ware zugrunde zu legen ist, weil der Wirtschaftszweig der Gemeinschaft ohne gedumpte Einfuhren und vor den umfangreichen Investitionen bereits 8,35 % erzielen konnte.

(111) Die erforderliche Preiserhöhung wurde dann durch einen Vergleich des bei der Berechnung der Preisunterbietungsspannen zugrunde gelegten gewogenen durchschnittlichen Einfuhrpreises mit dem nicht schädigenden Preis der vom Wirtschaftszweig der Gemeinschaft auf dem Gemeinschaftsmarkt verkauften gleichartigen Ware auf derselben Handelsstufe ermittelt. Wie bei der Preisunterbietungsberechnung wurde auch die Berechnung der Schadensspanne auf der Grundlage vergleichbarer an dieselben Abnehmer verkaufter Typen vorgenommen.

(112) Der nicht schädigende Preis wurde auf der Grundlage des Verkaufspreises des Wirtschaftszweigs der Gemeinschaft zuzüglich der vorgenannten Gewinnspanne von 9 % bestimmt. Etwaige sich dabei ergebende Differenzen wurden als Prozentsatz des cif-Einfuhrgesamtwertes ausgedrückt.

2. Vorläufige Maßnahmen

(113) Im Lichte des Vorstehenden wird der Schluss gezogen, dass gemäß Artikel 7 Absatz 2 der Grundverordnung auf die Einfuhren der betroffenen Ware mit Ursprung in den USA ein vorläufiger Antidumpingzoll in Höhe der festgestellten Schadensspanne eingeführt werden sollte, da diese niedriger ist als die Dumpingspanne.

(114) Auf dieser Grundlage werden die vorläufigen Zölle wie folgt festgesetzt:

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

(115) Der in dieser Verordnung angegebene unternehmensspezifische Antidumpingzollsatz wurde anhand der Feststellungen im Rahmen dieser Untersuchung festgesetzt. Er spiegelt damit die Lage dieses Unternehmens während dieser Untersuchung wider. Im Gegensatz zu dem landesweiten Zollsatz für "alle übrigen Unternehmen" gilt dieser Zollsatz daher ausschließlich für die Einfuhren der Waren, die ihren Ursprung in dem betroffenen Land haben und von der namentlich genannten juristischen Person hergestellt werden. Eingeführte Waren, die andere, nicht mit Name und Anschrift im verfügenden Teil dieser Verordnung genannte Unternehmen einschließlich der mit dem ausdrücklich genannten Unternehmen verbundenen Unternehmen herstellen, unterliegen nicht diesem individuellen Zollsatz, sondern dem für "alle übrigen Unternehmen" geltenden Zollsatz.

(116) Anträge auf Anwendung dieses unternehmensspezifischen Antidumpingzollsatzes (z. B. infolge einer Änderung des Firmennamens oder infolge der Errichtung neuer Produktions- oder Verkaufsstätten) sind unverzüglich bei der Kommission(6) einzureichen, und zwar zusammen mit allen sachdienlichen Informationen, insbesondere über eine mit der Namensänderung oder den neuen Produktions- oder Verkaufsstätten in Verbindung stehende Änderung der Tätigkeit des Unternehmens im Bereich der Produktion und der Inlands- und Exportverkäufe. Die Kommission wird gegebenenfalls die Verordnung nach Konsultationen mit dem Beratenden Ausschuss ändern und die Liste der Unternehmen, für die individuelle Zollsätze gelten, entsprechend aktualisieren.

G. SCHLUSSBESTIMMUNG

(117) Im Interesse einer ordnungsgemäßen Verwaltung ist eine Frist festzusetzen, innerhalb deren die betroffenen Parteien, die sich innerhalb der in der Bekanntmachung über die Einleitung des Verfahrens festgesetzten Frist selbst gemeldet haben, ihren Standpunkt schriftlich darlegen und eine Anhörung beantragen können. Außerdem ist festzustellen, dass alle Feststellungen betreffend die Einführung von Zöllen im Rahmen dieser Verordnung vorläufig sind und im Rahmen etwaiger endgültiger Maßnahmen überprüft werden können -

HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:

Artikel 1

(1) Auf die Einfuhren bestimmter flachgewalzter Erzeugnisse aus nicht rostendem Stahl, nur kaltgewalzt, mit einem Kohlenstoffgehalt von weniger als 0,15 GHT, einem Chromgehalt von 10,5 GHT bis 18 GHT und einem Nickelgehalt von weniger als 2,5 GHT, der Normen AISI 409/409L (EN 1.4512), AISI 441 (EN 1.4509) und AISI 439 (EN 1.4510), die den KN-Codes ex 7219 31 00 (TARIC-Code 7219 31 00 10 ), ex 7219 32 90 (TARIC-Code 7219 32 90 10 ), ex 7219 33 90 (TARIC-Code 7219 33 90 10 ), ex 7219 34 90 (TARIC-Code 7219 34 90 10 ), ex 7219 35 90 (TARIC-Code 7219 35 90 10 ), ex 7220 20 10 (TARIC-Code 7220 20 10 10 ), ex 7220 20 39 (TARIC-Code 7220 20 39 10 ), ex 7220 20 59 (TARIC-Code 7220 20 59 10 ) und ex 7220 20 99 (TARIC-Code 7220 20 99 10 ) zugewiesen werden, mit Ursprung in den Vereinigten Staaten von Amerika wird ein vorläufiger Antidumpingzoll eingeführt.

(2) Für die in Absatz 1 beschriebene Ware gelten folgende Zollsätze:

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

(3) Die Überführung der in Absatz 1 genannten Ware in den zollrechtlich freien Verkehr in der Gemeinschaft ist von der Leistung einer Sicherheit in Höhe des vorläufigen Zolls abhängig.

(4) Sofern nichts anderes bestimmt ist, finden der Zollkodex der Europäischen Gemeinschaften und die damit zusammenhängenden Rechtsvorschriften Anwendung.

Artikel 2

(1) Unbeschadet des Artikels 20 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 384/96 können interessierte Parteien innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten dieser Verordnung eine Unterrichtung über die wesentlichen Tatsachen und Erwägungen beantragen, auf deren Grundlage diese Verordnung erlassen wurde, ihren Standpunkt schriftlich darlegen und eine Anhörung durch die Kommission beantragen.

(2) Gemäß Artikel 21 Absatz 4 der Verordnung (EG) Nr. 384/96 können die betroffenen Parteien innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten dieser Verordnung eine Anhörung zur Prüfung des Gemeinschaftsinteresses beantragen und Bemerkungen zu der Anwendung dieser Verordnung vorbringen.

Artikel 3

Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

Artikel 1 gilt für einen Zeitraum von sechs Monaten.

Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.

Brüssel, den 15. September 2003

Für die Kommission

Pascal Lamy

Mitglied der Kommission

(1) ABl. L 56 vom 6.3.1996, S. 1.

(2) ABl. L 305 vom 7.11.2002, S. 1.

(3) ABl. C 314 vom 17.12.2002, S. 3.

(4) Aus Gründen der Vertraulichkeit sind nur Spannen angegeben.

(5) Während des UZ entfielen auf diese Abnehmer 13 % des Gesamtverbrauchs und 47 % der Ausfuhren des einzigen kooperierenden US-Herstellers.

(6) Europäische Kommission Generaldirektion Handel

J-79 05/16

Rue de la Loi/Wetstraat 200 B - 1049 Brüssel.

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