EUR-Lex Access to European Union law

Back to EUR-Lex homepage

This document is an excerpt from the EUR-Lex website

Document 52021XC1029(03)

Veröffentlichung eines Antrags auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation gemäß Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel 2021/C 439/09

C/2021/7796

OJ C 439, 29.10.2021, p. 19–24 (BG, ES, CS, DA, DE, ET, EL, EN, FR, HR, IT, LV, LT, HU, MT, NL, PL, PT, RO, SK, SL, FI, SV)

29.10.2021   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 439/19


Veröffentlichung eines Antrags auf Genehmigung einer nicht geringfügigen Änderung der Produktspezifikation gemäß Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel

(2021/C 439/09)

Diese Veröffentlichung eröffnet die Möglichkeit, gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates (1) innerhalb von drei Monaten nach dieser Veröffentlichung Einspruch gegen den Änderungsantrag zu erheben.

ANTRAG AUF GENEHMIGUNG EINER NICHT GERINGFÜGIGEN ÄNDERUNG DER PRODUKTSPEZIFIKATION EINER GESCHÜTZTEN URSPRUNGSBEZEICHNUNG ODER EINER GESCHÜTZTEN GEOGRAFISCHEN ANGABE

Antrag auf Genehmigung einer Änderung gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012

„Raschera“

EU-Nr.: PDO-IT-0023-AM02 – 23. September 2020

g. U. (X) g. g. A. ( )

1.   Antragstellende Vereinigung und berechtigtes Interesse

Consorzio Tutela Formaggio Raschera DOP

Via Mondovì Piazza 1/d

12080 Vicoforte (CN)

ITALIEN

E-Mail: info@raschera.com

Das Consorzio Tutela Formaggio Raschera DOP [Konsortium zum Schutz von Käse mit der g. U. „Raschera“] ist eine Vereinigung von Erzeugern des Käses „Raschera“ und berechtigt, einen Änderungsantrag nach Artikel 13 Absatz 1 der Verordnung Nr. 12511 des italienischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft vom 14. Oktober 2013 zu stellen.

2.   Mitgliedstaat oder Drittland

Italien

3.   Rubrik der Produktspezifikation, auf die sich die Änderung bezieht

Name des Erzeugnisses

Beschreibung des Erzeugnisses

Geografisches Gebiet

Ursprungsnachweis

Erzeugungsverfahren

Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet

Kennzeichnung

Sonstiges: Neudefinition der Erzeugnisart „di Alpeggio“ („von Bergweiden“); Anpassung des Zusammenhangs mit dem geografischen Gebiet an die hinsichtlich Lab vorgenommene Änderung

4.   Art der Änderung(en)

Gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 als nicht geringfügig geltende Änderung der Produktspezifikation einer eingetragenen g. U. oder g. g. A.

Gemäß Artikel 53 Absatz 2 Unterabsatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 als nicht geringfügig geltende Änderung der Produktspezifikation einer eingetragenen g. U. oder g. g. A., für die kein Einziges Dokument (oder etwas Vergleichbares) veröffentlicht wurde.

5.   Änderung(en)

Beschreibung des Erzeugnisses

Änderung von Artikel 2 der Produktspezifikation und Punkt 3.2 des Einzigen Dokuments

In der Beschreibung des Käseteigs wird folgender Wortlaut angefügt:

„gelegentlich mit zarter natürlicher Äderung nahe der Rinde“.

Obwohl nur in einigen Fällen vorhanden, ist dieses Merkmal typisch für das Erzeugnis und wird von den Verbrauchern sehr geschätzt, da es als Zeichen für Qualität angesehen wird. Dennoch veranlasst es die Kontrollstelle häufig dazu, den Käse als nichtkonform einzustufen. Daher wurde entschieden, dieses Merkmal ausdrücklich in die Beschreibung des Käseteigs aufzunehmen.

Geografisches Gebiet

Änderung von Artikel 3 der Produktspezifikation und Punkt 4 des Einzigen Dokuments

Die Gemeinde Villafranca Piemonte in der Provinz Turin wurde hinzugefügt.

Für die Einbeziehung der Gemeinde Villafranca Piemonte sprechen historische Gründe. Die Gemeinde ist geografisch so gelegen, dass sie an fast alle Gemeinden in der Provinz Cuneo angrenzt. Durch diese unmittelbare Nähe bestehen dort seit jeher die gleichen Erzeugungsbedingungen wie im geografischen Gebiet von „Raschera“.

Erzeugungsverfahren

Änderung von Artikel 5 der Produktspezifikation und Punkt 3.3 des Einzigen Dokuments – Arten von Lab

Derzeitiger Wortlaut:

„Die Milch muss mit flüssigem tierischem Lab bei einer Temperatur zwischen etwa 27 °C und 36 °C dickgelegt werden.“

Neue Fassung:

„Die Milch muss bei einer Temperatur zwischen etwa 27 °C und 38 °C koaguliert werden.

Bei Verwendung von tierischem Lab muss dieses mindestens 80 % Chymosin enthalten.

Nicht tierische Koagulationsmittel dürfen verwendet werden.“

Die Koagulationstemperatur wurde erhöht, da die derzeitigen Verfahren der Käseherstellung, z. B. mit Zugabe von Starterkulturen, bei höheren Temperaturen am besten funktionieren.

Die Eigenschaften des Labs wurden geändert, da jahrelange Erfahrung gezeigt hat, dass die Qualität des Käses bei Verwendung von Lab mit mindestens 80 % Chymosin besser ist und länger erhalten bleibt als bei Verwendung von Lab mit geringerem Chymosinanteil.

Darüber hinaus wurde die Möglichkeit aufgenommen, nicht tierisches Lab zu verwenden, um die steigende Verbrauchernachfrage nach dieser Art von Erzeugnissen abdecken zu können.

Änderung von Artikel 5 der Produktspezifikation und Punkt 3.4 des Einzigen Dokuments (Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen) – Salzverfahren

Derzeitiger Wortlaut:

„Der Käse muss trocken gesalzen werden. Dies erfolgt in der Regel in zwei Durchgängen und, wo zutreffend, nach dem Baden in Salzlake.“

Neue Fassung:

„Der Käse wird in Salzlake gebadet und/oder trocken gesalzen.“

Dieser Änderung liegt eine Studie über die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zugrunde, bei dem das Salzen sowohl entsprechend der geltenden Produktspezifikation als auch durch Baden in Salzlake erfolgte. Dieser Studie zufolge weist „Raschera“ unabhängig vom angewandten Salzverfahren die gleichen Eigenschaften auf. Daher wurde entschieden, die Wahl des Salzverfahrens den Erzeugern zu überlassen.

Änderung von Artikel 5 der Produktspezifikation – Reifung von „Raschera“

Diese Änderung ermöglicht es den Erzeugern, die Angabe „Oltre quattro mesi“ [„Länger als vier Monate“] auf den Etiketten zu verwenden.

Daher wurde der folgende Wortlaut hinzugefügt:

„Käse, der mindestens 120 Tage gereift ist, darf die Angabe ‚Oltre quattro mesi‘ auf einem Streifen tragen, der auf dem Papieretikett aufgebracht werden kann.“

Durch diesen Wortlaut kann „Raschera“, der länger als vier Monate gereift ist, genauer bezeichnet und für den Verbraucher sofort erkennbar gemacht werden.

Sonstiges

Änderung von Artikel 3 der Produktspezifikation und Punkt 3.3 des Einzigen Dokuments – Definition von „Raschera d’Alpeggio“

Durch diese Änderung wird nicht das Erzeugungsgebiet geändert, sondern die Erzeugnisart „di Alpeggio“ mit den Vorschriften der Region Piemont in Einklang gebracht.

Derzeitiger Wortlaut:

„Das Herstellungs- und Reifungsgebiet umfasst die gesamte Provinz Cuneo. Runder oder quadratischer ‚Raschera‘, der auf mehr als 900 m ü. M. in den Gemeinden Frabosa Soprana, Frabosa Sottana und Garessio im Erzeugungsgebiet um Valcasotto, in dem an die Gemeinde Ormea angrenzenden Magliano Alpi sowie in Montaldo Mondovì, Ormea, Pamparato, Roburent und Roccaforte Mondovì mit dort gewonnener Milch hergestellt wird und auch dort reift, darf den Zusatz ‚di Alpeggio‘ tragen.“

Neue Fassung:

„Das Gebiet, in dem die Milch für den Käse mit der g. U. ‚Raschera‘ erzeugt wird und der Käse hergestellt wird und reift, schließt die gesamte Provinz Cuneo sowie die Gemeinde Villafranca Piemonte in der Provinz Turin ein. Runder oder quadratischer Käse mit der g. U. ‚Raschera d’Alpeggio‘ wird nur in folgenden Gemeinden hergestellt und gereift: Frabosa Soprana, Frabosa Sottana, Garessio (nur das Gebiet Valcasotto), Magliano Alpi (nur der an die Gemeinde Ormea angrenzende Teil), Montaldo Mondovì, Ormea, Pamparato, Roburent und Roccaforte Mondovì. Für diese Art von ‚Raschera‘ müssen sich die Gebiete, in denen die verwendete Milch gewonnen und der Käse gereift wird, innerhalb der genannten Gemeinden und in einer Höhenlage oberhalb 900 m ü. M. befinden. Die Bezeichnung ‚Raschera d’Alpeggio‘ wird für Käse verwendet, der aus Milch hergestellt wird, die von grasfressenden Tieren während der Wanderhaltung auf Bergweiden in der Zeit vom 1. Juni bis zum 15. Oktober gewonnen wird. Zusätzlich zur Weidefütterung darf eine Menge von höchstens 10 % der täglich aufgenommenen Trockenmasse zugefüttert werden. Im Falle nicht wandernder Bergherden wird als ‚Raschera d’Alpeggio‘ Käse bezeichnet, der aus Milch von grasfressenden Tieren hergestellt wird, die auf Flächen in einer Höhenlage oberhalb 900 m ü. M. gehalten werden, und zwar ausschließlich in den genannten Gemeinden und unter Einhaltung der genannten Bedingungen hinsichtlich Zeitraum und Fütterung.“

Um Unklarheiten für die Verbraucher zu vermeiden, hat die Region Piemont festgelegt, unter welchen Bedingungen die Bezeichnung „di Alpeggio“ bei der Kennzeichnung verwendet werden darf. Die Erzeuger von „Raschera“ haben ihre Produktspezifikation entsprechend diesen Vorschriften angepasst.

Änderung von Artikel 6 der Produktspezifikation und Punkt 5 des Einzigen Dokuments

Mit dieser Änderung wird der Satz zu Lab an die geänderte Vorschrift hinsichtlich Lab angepasst.

Derzeitiger Wortlaut:

„… die Verwendung von flüssigem tierischem Lab …“

Neue Fassung:

„… die hohe Qualität des verwendeten Labs und der verwendeten Koagulationsmittel …“

Mit dieser Änderung wird sichergestellt, dass die Angaben über den Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet mit der beantragten Änderung hinsichtlich der zulässigen Labarten übereinstimmen.

Außerdem wird dort, wo in der Beschreibung des Zusammenhangs mit dem geografischen Gebiet auf die Provinz Cuneo Bezug genommen wird, ein Verweis auf die Gemeinde Villafranca Piemonte in der Provinz Turin ergänzt.

Diese Gemeinde wurde dem abgegrenzten geografischen Gebiet hinzugefügt, um den Zusammenhang kohärent wiederzugeben.

EINZIGES DOKUMENT

„Raschera“

EU-Nr.: PDO-IT-0023-AM02 – 23. September 2020

g. U. (X) g. g. A. ( )

1.   Name(n) [der g. U. oder der g. g. A.]

„Raschera“

2.   Mitgliedstaat oder Drittland

Italien

3.   Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder Lebensmittels

3.1.   Art des Erzeugnisses [gemäß Anhang XI]

Klasse 1.3. Käse

3.2.   Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt

„Raschera“ ist ein vollfetter oder halbfetter gepresster Käse aus Kuhmilch (die möglicherweise einer keimtötenden Behandlung unterzogen wurde), gegebenenfalls unter Zusatz geringer Mengen Schaf- und/oder Ziegenmilch, manchmal durch Abschöpfen teilweise entrahmt und möglicherweise mit Milchenzymen und/oder natürlichen Starterkulturen beimpft. Er wird als Tafelkäse verwendet und weist folgende Merkmale auf:

Form: zylindrisch mit planen Oberflächen oder viereckig mit planen Oberflächen

Abmessungen:

runder „Raschera“: Durchmesser 30–40 cm, Randhöhe der leicht nach außen gewölbten Seiten 6–9 cm

quadratischer „Raschera“: Länge aller Seiten 28–40 cm, unregelmäßiger Rand von 7–15 cm Höhe

Gewicht:

runder „Raschera“: 5–9 kg

quadratischer „Raschera“: 6–10 kg

Farbe des Käseteigs: weiß oder elfenbeinfarben

Rinde: dünn; grau und/oder rötlich, bisweilen mit gelblichen Einsprengseln; elastisch, glatt und regelmäßig; gelegentlich rötliche Flecken an den Rändern, die im Verlauf der Reifung deutlicher werden; nicht zum Verzehr geeignet

Struktur des Käseteigs: relativ fest und elastisch, mit wenigen, unregelmäßig verteilten kleinen Löchern; gelegentlich mit zarter natürlicher Äderung nahe der Rinde

Geschmack: fein, delikat, mit charakteristischem Aroma, erhält mit zunehmender Reifung eine leicht pikante und würzige Note

Fettgehalt in der Trockenmasse: mindestens 32 %

Die Maß- und Gewichtsangaben beziehen sich auf den Käse nach der Mindestreifungsdauer.

3.3.   Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs) und Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)

Die Ernährungsgrundlage der Kühe bzw. Schafe und/oder Ziegen muss in erster Linie aus frischem oder eingelagertem Grünfutter oder aus Heu von Wiesen und Weiden oder aus Heu von artenreichen Wiesen bestehen, das vorwiegend im abgegrenzten geografischen Gebiet gewonnen wird.

Bei Verwendung von tierischem Lab muss dieses mindestens 80 % Chymosin enthalten. Nicht tierische Koagulationsmittel dürfen verwendet werden.

Die Bezeichnung „Raschera d’Alpeggio“ wird für Käse verwendet, der aus Milch hergestellt wird, die von grasfressenden Tieren während der Wanderhaltung auf Bergweiden in der Zeit vom 1. Juni bis zum 15. Oktober gewonnen wird. Zusätzlich zur Weidefütterung darf eine Menge von höchstens 10 % der täglich aufgenommenen Trockenmasse zugefüttert werden. Im Falle nicht wandernder Bergherden wird als „Raschera d’Alpeggio“ Käse bezeichnet, der aus Milch von grasfressenden Tieren hergestellt wird, die auf Flächen in einer Höhenlage oberhalb 900 m ü. M. gehalten werden, und zwar ausschließlich in den genannten Gemeinden und unter Einhaltung der genannten Bedingungen hinsichtlich Zeitraum und Fütterung.

3.4.   Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen

Das Milchvieh, dessen Milch für die Weiterverarbeitung zu „Raschera“ bestimmt ist, muss in dem abgegrenzten geografischen Gebiet gehalten werden.

Die Gewinnung der Milch und ihre Weiterverarbeitung müssen in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen.

3.5.   Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw. des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

3.6.   Besondere Vorschriften für die Kennzeichnung des Erzeugnisses mit dem eingetragenen Namen

Die unmittelbar vor der Vermarktung anzubringende Konformitätskennzeichnung besteht aus einem Papieretikett (mit 25 cm Durchmesser beim runden bzw. 25 cm Seitenlänge beim quadratischen Laib, mit grünem Halbtonhintergrund beim gewöhnlichen Käse und gelbem Halbtonhintergrund bei Käse mit der Bezeichnung „d’Alpeggio“ [„von Bergweiden“]) und einem Brandzeichen in der Mitte der planen Ober- oder Unterseite. Erst nach Anbringung dieser Kennzeichnung und dieses Zeichens darf das Erzeugnis mit der geschützten Ursprungsbezeichnung „Raschera“ in Verkehr gebracht werden.

Zur Anbringung des Papieretiketts darf für Lebensmittel zugelassener Klebstoff verwendet werden.

Das Logo der g. U. „Raschera“ besteht aus einem stilisierten „R“. Bei „Raschera d’Alpeggio“ ist in das stilisierte „R“ ein kleines „a“ eingefügt.

Diese Logos werden zur Brandzeichnung auf Messingplatten übertragen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Logos ist die dreistellige Kennnummer der Käserei oder des Reifungsbetriebs, die unter dem „R“ bzw. dem für „d’Alpeggio“ verwendeten „R“ angeordnet ist. Das Logo (ohne Kennnummer) wird auch auf die Papieretiketten aufgedruckt und muss in die Genehmigung zur Vermarktung in Teilstücken aufgenommen werden.

Image 1

4.   Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets

Das Gebiet, in dem die Milch für den Käse mit der g. U. „Raschera“ erzeugt wird und der Käse hergestellt wird und reift, schließt die gesamte Provinz Cuneo sowie die Gemeinde Villafranca Piemonte in der Provinz Turin ein.

Runder oder quadratischer Käse mit der g. U. „Raschera d’Alpeggio“ wird nur in folgenden Gemeinden hergestellt und gereift: Frabosa Soprana, Frabosa Sottana, Garessio (nur das Gebiet Valcasotto), Magliano Alpi (nur der an die Gemeinde Ormea angrenzende Teil), Montaldo Mondovì, Ormea, Pamparato, Roburent und Roccaforte Mondovì. Für diese Art von „Raschera“ müssen sich die Gebiete, in denen die verwendete Milch gewonnen und der Käse gereift wird, innerhalb der genannten Gemeinden und in einer Höhenlage oberhalb 900 m ü. M. befinden.

5.   Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet

Die Weiden in den Seealpen sind aufgrund ihrer geografischen Lage zwischen dem Ligurischen Meer und der Poebene einem recht niederschlagsreichen Klima ausgesetzt. Da die Nähe des Meeres zudem für deutlich mildere Temperaturen sorgt, ist die Vegetation sehr reichhaltig, weshalb diese Weiden mit ihrer Vielzahl von Gräsern (mehr als 100 endemische Arten) von großem botanischem Interesse bewachsen sind. Durch diese üppige Vielfalt an Gräsern erhält die Milch dort weidender Tiere ihre typischen Aromen und Geschmacksnoten, die für das Gebiet charakteristisch sind. Auch im vorgelagerten Hügelland und in der sich anschließenden Ebene von Cuneo ist der Einfluss des Meeres noch spürbar und sorgt zusammen mit der typischen Bodenbeschaffenheit einer Schwemmlandebene für eine lockere Bodenstruktur und besonders große Fruchtbarkeit, weshalb hier gutes, nährstoffreiches Gras und Heu gewonnen werden können. Zudem sorgen die optimale, schon mediterrane Sonneneinstrahlung und die durch das Meer abgemilderten kontinentalklimatischen Temperaturbereiche dafür, dass das Getreide und die Grassilage, die als Viehfutter verwendet werden, besonders nährstoffreich sind, weshalb sich die gewonnene Milch ausgezeichnet für die Käseherstellung eignet. Diese Klima- und Bodenmerkmale, die langjährige Erfahrung der Senner und Käsehersteller in den über die Ebene von Cuneo verteilten kleinen und mittelgroßen Käsereien sowie die Kenntnisse der Verbraucher, die gezielt traditionelle Produkte wie „Raschera“ auswählen, sind seit jeher typisch für die Provinz Cuneo. Zu den besonderen Merkmalen von „Raschera“ gehören die dünne, elastische Rinde von grauer oder gelblich-grauer Farbe, die vor allem bei „Raschera d’Alpeggio“ aufgrund des Vorliegens bestimmter Schimmelpilze bisweilen eine rötliche Färbung annimmt; die recht feste und elastische Struktur des Käseteigs, der wenige, sehr kleine und unregelmäßig verteilte Löcher aufweist; der feine, delikate Geschmack mit charakteristischem Aroma (bei „Raschera d’Alpeggio“ an Berggräser erinnernd), der bei längerer Reifung eine leicht pikante und würzige Note erhält. Typisch ist nicht zuletzt auch der quadratische Laib, der die runde Form (heute weniger als 3 % der gesamten Produktion) zunehmend verdrängt und den Käse für die Verbraucher sofort erkennbar macht.

Die besonderen Merkmale von „Raschera“ sind auf die hohe Qualität der Milch zurückzuführen, die ausschließlich in der Provinz Cuneo und in der Gemeinde Villafranca Piemonte in der Provinz Turin gewonnen wird, sowie auf die lokalen Verarbeitungsverfahren und die Reifung in Naturfelsenkellern oder in Klimakammern, deren Luftfeuchte- und Temperaturbedingungen den Naturfelsenkellern genau nachempfunden sind, wodurch sie die Qualität des Enderzeugnisses entscheidend beeinflussen.

Ihren Geschmack verdankt diese Käsesorte der hohen Qualität der Milch. Die zur Herstellung von „Raschera“ verwendete Milch erhält ihren Geschmack durch die Vielfalt der Gräserarten, die als Tierfutter dienen und teilweise ausschließlich in diesem lokalen Gebiet heimisch sind.

Die durch die Verarbeitungsverfahren bedingten Merkmale des Käses hängen mit menschlichen Faktoren in dem Gebiet zusammen, insbesondere die Verwendung von hochwertigem Lab, das die lokalen Erzeuger traditionell zur Milchgerinnung einsetzen, sowie die langjährige Erfahrung der Käsehersteller bei der Bearbeitung und Zerkleinerung des Käsebruchs. Der Käsebruch wird vorsichtig so lange zerkleinert, bis er die Größe von Maiskörnern hat. Die fachgerechte Ausführung dieses Arbeitsschritts sorgt dafür, dass der Käseteig während des Reifungsprozesses seine elastische Struktur und die typischen Löcher ausbildet.

Die Reifung erfolgt in Naturfelsenkellern oder in Klimakammern, deren Luftfeuchte- und Temperaturbedingungen den Naturfelsenkellern genau nachempfunden sind. Diese Bedingungen haben einen entscheidenden Einfluss auf die Schimmelbildung auf der Rinde und auf deren Dicke und Elastizität.

Seit über 100 Jahren ist „Raschera“ ein typisches Milcherzeugnis der Weidegebiete rund um Mondovì, wobei sich das Erzeugungsgebiet im Laufe der Zeit auf die angrenzende Ebene von Cuneo ausgeweitet hat, wohin im Winter viele Herden getrieben werden, um mit dem dort gewonnenen Heu gefüttert werden zu können. Aufgrund dieser Käsetradition sprechen die Leute vor allem auf dem Land seit jeher von einem „Raschera“, wenn sie einen Käse von besonders hoher Qualität meinen.

All das hat dazu geführt, dass „Raschera“ ganzjährig stark nachgefragt ist und die Verbraucher nicht nur in Piemont, sondern in ganz Norditalien überzeugt hat.

Hinweis auf die Veröffentlichung der Produktspezifikation

(Artikel 6 Absatz 1 Unterabsatz 2 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 668/2014 der Kommission)

Die konsolidierte Fassung der Produktspezifikation kann im Internet abgerufen werden unter http://www.politicheagricole.it/flex/cm/pages/ServeBLOB.php/L/IT/IDPagina/3335

oder

über die Homepage des italienischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forstwirtschaft (www.politicheagricole.it). Dort zunächst auf „Qualità“ klicken, dann am linken Rand auf „Prodotti DOP IGP STG“ (g. U.-/g. g. A.-/g. t. S.-Erzeugnisse) und schließlich auf „Disciplinari di produzione all’esame dell’UE“ (Produktspezifikationen zur Prüfung durch die EU).


(1)  ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1.


Top