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Document 52002XC1122(01)

Veröffentlichung des Antrags auf Registrierung gemäß Artikel 6 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel

OJ C 286, 22.11.2002, p. 10–12 (ES, DA, DE, EL, EN, FR, IT, NL, PT, FI, SV)

52002XC1122(01)

Veröffentlichung des Antrags auf Registrierung gemäß Artikel 6 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel

Amtsblatt Nr. C 286 vom 22/11/2002 S. 0010 - 0012


Veröffentlichung des Antrags auf Registrierung gemäß Artikel 6 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel

(2002/C 286/04)

Diese Veröffentlichung eröffnet gemäß Artikel 7 der genannten Verordnung die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Der Einspruch muss durch die zuständige Behörde des Mitgliedstaats innerhalb von sechs Monaten nach dieser Veröffentlichung übermittelt werden. Zur Rechtfertigung des Antrags im Sinne der Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 ist die Veröffentlichung gemäß dem nachstehenden, insbesondere unter 4.6 genannten Punkt zu begründen.

VERORDNUNG (EWG) Nr. 2081/92 DES RATES

EINTRAGUNGSANTRAG: ARTIKEL 5

g.U. (x) g.g.A. ( )

Nationales Aktenzeichen: Nr. 13/2001

1. Zuständige Stelle des Mitgliedstaats Name: Ministero delle Politiche agricole e forestali

Anschrift: Via XX Settembre, 20, I-00187 Roma

Tel. (39) 06 481 99 68

Fax (39) 06 420 131 26

E-Mail: qualità@politicheagricole.it

2. Antragstellende Vereinigung 2.1 Bezeichnung: Associazione regionale produttori olivicoli - ARPO

2.2 Anschrift: Via Emilia, 106, I-47900 Rimini

2.3 Mitglieder: Erzeuger/Verarbeiter (x) sonstige ( ).

3. Art des Erzeugnisses: Klasse 1.5 - Fette - Natives Olivenöl extra.

4. Spezifikation (Zusammenfassung der Bedingungen gemäß Artikel 4 Absatz 2)

4.1 Name: "Colline di Romagna".

4.2 Beschreibung: Natives Olivenöl extra mit folgenden Merkmalen:

- Farbe: zwischen grün und goldgelb;

- Geruch: fruchtig, von mittlerer bis großer Intensität;

- Geschmack: fruchtig, mit leicht bitterem oder pikantem Beigeschmack;

- Mindestpunktzahl beim Paneltest: >= 7;

- Säuregehalt, ausgedrückt in Ölsäure-Gewichtsanteil: höchstens 0,5 g je 100 g;

- Peroxidzahl: <= 12 MÄ O2/kg;

- Ölsäure: >= 72 %;

- Tokopherole: >= 70 mg/kg.

4.3 Geografisches Gebiet: Das Gebiet für die Erzeugung der bei der Herstellung des nativen Olivenöls extra "Colline di Romagna" verwendeten Oliven, für ihre Verarbeitung und für die Abfuellung des Öls umfasst Teile der Provinzen Rimini und Forlì-Cesena in der Region Emilia Romagna; die genaue Abgrenzung ist in der Herstellungsspezifikation niedergelegt.

4.4 Ursprungsnachweis: Aus der Zeit von der Villanova-Kultur bis zum Mittelalter und dann bis Anfang des 20. Jahrhunderts liegen zahlreiche Zeugnisse (in Archiven, Kirchenbüchern, Notariatsregistern usw.) für die Präsenz des Ölbaums im romaniolischen Hügelgebiet und für die Bedeutung des Olivenöls für die ländliche Wirtschaft der Romagna vor.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde in 22 Gemeinden der Provinz Öl aus Oliven gewonnen. Alle Oliven, die in die Ölmühlen kamen, stammten aus der Provinz. Damals wurde dem Olivenanbau besondere Aufmerksamkeit gewidmet, was auch der Druck der Broschüre "Ulivo e olio" ("Olive und Öl") im Jahre 1901 in Rimini veranschaulicht. In den ersten Jahren des Jahrhunderts umfasst die regionale Agrarzeitschrift Rivista agraria romagnola eine Rubrik mit regelmäßigen Informationen zur Olivenkultur und entsprechenden Ratschlägen. Besondere mikroklimatische Bedingungen, zusammen mit entsprechenden Anbaumethoden ermöglichen die Herstellung eines hochwertigen Öls, das sich durch besondere chemische und organoleptische Merkmale auszeichnet.

Erzeugung, Verarbeitung und Abfuellung erfolgen innerhalb des abgegrenzten Gebiets. Dass auch die Abfuellung in dem Gebiet vorgenommen wird, liegt daran, dass auf diese Weise die besonderen Merkmale und die Qualität des Öls "Colline di Romagna" gewahrt bleiben und die Kontrollen durch die unabhängige Einrichtung unter Beobachtung durch die betreffenden Erzeuger stattfinden können. Für letztere ist die Ursprungsbezeichnung von größter Bedeutung, bietet sie doch im Einklang mit den Zielen und der Zweckbestimmung der genannten Verordnung, die Möglichkeit einer Einkommensergänzung. Darüber hinaus hat es Tradition, dass die Abfuellung innerhalb des abgegrenzten Gebiets erfolgt. Zur Sicherung der Herkunft des Erzeugnisses haben die Erzeuger, die das native Öl mit der genannten Ursprungsbezeichnung in Verkehr bringen wollen, ihre Anbauflächen sowie Verarbeitungs- und Abfuellanlagen in entsprechende Verzeichnisse eintragen zu lassen, die von der Kontrolleinrichtung geführt werden, und jährlich unter Angabe der Ölmühle und des Abfuellortes die Menge der geernteten Oliven zu melden.

4.5 Herstellung: Das native Olivenöl extra "Colline di Romagna" wird vor allem aus den Sorten Correggiolo und Leccino gewonnen, wobei der Anteil von Correggiolo an den Anbauflächen mindestens 60 % und der von Leccino höchstens 40 % betragen darf. Außerdem dürfen in den Anbauflächen noch andere, in geringerem Maße in die Ölerzeugung eingehende Sorten vorhanden sein, nämlich Pendolino, Moraiolo und Rossina (Hoechstanteil 10 %).

Unkrautbeseitigung und Schädlingsbekämpfung erfolgen nach den entsprechenden Spezifikationen, die von der Region Emilia Romagna festgelegt wurden.

Geerntet werden die Oliven zwischen dem 20. Oktober und dem 15. Dezember. Die Oliven werden manuell oder unter Einsatz mechanischer Werkzeuge direkt vom Baum gepflueckt, so dass die Oliven nicht mit dem Boden in Berührung kommen. Der Einsatz von Chemikalien, die das Abfallen vom Baum bewirken, ist verboten. Befördert und gelagert werden die geernteten Oliven in festen, gut belüfteten Behältern aus inertem Material. Die Oliven müssen spätestens zwei Tage nach ihrer Ernte verarbeitet sein. Die Erntemenge darf 7000 kg/ha bei reinen Olivenkulturen und 60 kg bei einzelstehenden Bäumen nicht überschreiten. Die Ölgewinnung geschieht ausschließlich auf mechanische und physikalische Weise in den Ölmühlen des Gebiets und nach vorausgehendem Blattabscheiden und Waschen. Die Ölausbeute darf nicht über 18 % liegen. Bei der Verarbeitung der Oliven zu Öl darf sich der Olivenbrei nicht auf über 27 °C erwärmen. Nochmalige Pressungen und die Verwendung chemischer oder biochemischer Verfahren bei der Ölgewinnung sind verboten.

4.6 Zusammenhang: Die speziellen natürlichen Faktoren sind durch die bodenstrukturellen Merkmale des Gebiets und vor allem durch die besonderen mikroklimatischen Bedingungen gegeben, die die chemischen und organoleptischen Eigenschaften des Öls unmittelbar bedingen. Diese sind verbunden mit einem - in Bezug auf ihre volle Reife - frühzeitigen Abernten der Oliven, was ein hohes Qualitätsniveau des Öls ermöglicht. Die Böden sind im Allgemeinen mittelstark durchmischt, eher tonartig mit hohem Kalkanteil, und stark gegliedert, was dem Wachstum der Ölbäume förderlich ist. Die mikroklimatischen Bedingungen und insbesondere der Umstand, dass die Regenhäufigkeit im Frühling und im Herbst am stärksten ist, sorgen zusammen mit den im Jahresmittel eher niedrigen Temperaturen, durch die die Wachstumsphase der Bäume auf den Zeitraum April bis Oktober begrenzt wird, für eine allmähliche und späte Reifung der Oliven und damit für eine hohe chemische und organoleptische Qualität des gewonnenen Öls. Die speziellen menschlichen Faktoren finden sich vor allem in der weit in die Geschichte zurückreichenden Pflege des Olivenanbaus durch die örtlichen Erzeuger, wovon ihr Festhalten an den herkömmlichen Anbaumethoden zeugt, mit denen sie für die Bewahrung des Ölbaums in dem Gebiet eintreten.

Die Olivenkultur ist in der gesamten Provinz Rimini weit verbreitet, wo sie allerdings das Hügelgelände in der Nähe des Küstenstreifens bevorzugt, und erstreckt sich in der Provinz Forlì-Cesena bis in die niedrigen und höheren Hügelketten. In diesen Gebieten stellt der Olivenanbau zusammen mit dem Weinbau die einzige Baumkultur dar; er besetzt hier die am schlechtesten zu nutzenden Flächen mit starkem Gefälle und wird damit zu einem wichtigen landschaftlichen Strukturelement.

Die Sorte "Correggiolo" stellt den in dem Gebiet am stärksten vertretenen Baum dar und verleiht dem erzeugten Öl seine typischen Merkmale. Die Sorte ist darüber hinaus besonders kälteresistent, und die späte, gestaffelte Reifung der Oliven lässt zusammen mit den besonderen Boden- und Klimabedingungen ein besonderes und kostbares Öl entstehen.

4.7 Kontrolleinrichtung Name: Cermet - Certificazione e ricerca per la qualità

Anschrift: Via Aldo Moro, 22, I-40068 San Lazzaro di Savena - Bologna

4.8 Etikettierung: Das native Olivenöl extra "Colline di Romagna" wird in vorgefertigten, fest verschlossenen, nahrungsmittelgerechten Behältnissen mit folgendem Fassungsvermögen in den Verkehr gebracht: 0,10 Liter, 0,25 Liter, 0,50 Liter, 0,75 Liter, 1,00 Liter, 3,00 Liter und 5,00 Liter.

Die geschützte Ursprungsbezeichnung "Colline di Romagna" ist auf dem Etikett in deutlich lesbaren, unverwischbaren Buchstaben so anzubringen, dass sie sich von den übrigen Angaben auf dem Etikett deutlich abhebt. Auf dem Etikett ist das Jahr der Ölgewinnung anzugeben. Zusätzliche Ortsbezeichnungen, die Gemeinden oder Teilgebieten innerhalb des Erzeugungsgebietes genau entsprechen, dürfen nicht verwendet werden.

4.9 Einzelstaatliche Anforderungen: -

EG-Aktenzeichen: IT/00211/2001.10.12.

Datum des vollständigen Dossiereingangs: 8. Juli 2002.

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