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Europäisches gemeinsames Unternehmen für den ITER und die Entwicklung der Fusionsenergie (F4E)

Europäisches gemeinsames Unternehmen für den ITER und die Entwicklung der Fusionsenergie (F4E)

Ein groß angelegtes, internationales Versuchsprojekt, das unter dem Namen ITER bekannt ist, wurde eingerichtet, um die Eignung der Kernfusion als Energiequelle zu überprüfen. Die Europäische Union (EU) hat ein gemeinsames Unternehmen für den ITER und die Entwicklung der Fusionsenergie (F4E) gegründet, um den Beitrag der EU zu ITER zu organisieren.

RECHTSAKT

2007/198/Euratom: Entscheidung des Rates vom 27. März 2007 über die Errichtung des europäischen gemeinsamen Unternehmens für den ITER und die Entwicklung der Fusionsenergie sowie die Gewährung von Vergünstigungen dafür

ZUSAMMENFASSUNG

Ein groß angelegtes, internationales Versuchsprojekt, das unter dem Namen ITER bekannt ist, wurde eingerichtet, um die Eignung der Kernfusion als Energiequelle zu überprüfen. Die Europäische Union (EU) hat ein gemeinsames Unternehmen für den ITER und die Entwicklung der Fusionsenergie (F4E) gegründet, um den Beitrag der EU zu ITER zu organisieren.

WAS IST DER ZWECK DIESES BESCHLUSSES?

Mit diesem Beschluss wird das gemeinsame Unternehmen für den ITER und die Entwicklung der Fusionsenergie (F4E) für eine Dauer von 35 Jahren ab dem 19. April 2007 errichtet. Sitz des gemeinsamen Unternehmens ist Barcelona, Spanien.

Mitglieder des gemeinsamen Unternehmens sind die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom), vertreten durch die Kommission, die 28 EU-Länder (1) und die Schweiz, die mit Euratom ein Abkommen über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der kontrollierten Kernfusion geschlossen hat.

Ziele

Das gemeinsame Unternehmen hat folgende Ziele:

In Ergänzung der sonstigen Tätigkeiten sind die Hauptaufgaben des gemeinsamen Unternehmens:

  • Beaufsichtigung der Vorbereitung des Standorts für das ITER-Projekt;
  • Bereitstellung von Materialien und finanziellen Ressourcen sowie Personal für die ITER-Organisation;
  • Koordinierung der wissenschaftlichen und technologischen Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Kernfusion; und
  • Pflege der Arbeitskontakte mit der ITER-Organisation.

Haushalt

Der Beitrag von Euratom für das gemeinsame Unternehmen für den Zeitraum 2014 bis 2020 ist auf 2 915 Mio. EUR festgelegt.

Die Gesamtmittel, die für das gemeinsame Unternehmen für den Zeitraum 2007-2041 benötigt werden, werden vorläufig auf 9 653 Mio. EUR veranschlagt, der Beitrag von Euratom beträgt 7 649 Mio. EUR (von denen höchstens 15 % für Verwaltungsausgaben bestimmt sind).

Aufbau

Das gemeinsame Unternehmen F4E besitzt Rechtspersönlichkeit.

Das gemeinsame Unternehmen verfügt über

Der Vorstand führt die Aufsicht über das gemeinsame Unternehmen bei der Durchführung der Tätigkeiten.

  • einen Direktor, der für die Vertretung und die laufende Geschäftsführung des Unternehmens verantwortlich ist, einschließlich der Unterzeichnung von Verträgen.

Haftung und Zuständigkeit

Für die vertragliche Haftung des gemeinsamen Unternehmens sind die Bestimmungen des jeweiligen Vertrags sowie die darauf anwendbaren Rechtsvorschriften maßgebend.

Der Gerichtshof der Europäischen Union ist für Klage- und in Rechtsmittelverfahren gegen das gemeinsame Unternehmen zuständig.

HINTERGRUND

Die Fusionsenergie ist, ebenso wie die erneuerbaren Energien und die Spaltungsenergie, eine der drei Alternativen zu fossilen Brennstoffen. Im Universum ist sie die am weitesten verbreitete Energieform - die von der Sonne und den anderen Sternen abgegebene Energie ist Fusionsenergie - auf der Erde jedoch die am wenigsten entwickelte der drei nicht fossilen Energiequellen.

Die Errichtung des Fusionsforschungsprojekts „Joint European Torus“ (JET) im Jahr 1978 leistete mehrere Jahre lang einen Beitrag zur Spitzenforschung im Bereich der Fusionsenergie. Mit dem ITER-Projekt, das 1988 ins Leben gerufen wurde, wurde eine neue Ära im Bereich der Fusionsenergie eingeleitet. Diese führte 2001 zur Erstellung eines detaillierten Entwurfs für eine Versuchsanlage zur Demonstration der Eignung der Kernfusion als Energiequelle, aus der die EU, insbesondere im Hinblick auf die Gewährleistung der Sicherheit und die Diversifizierung ihrer langfristigen Energieversorgung, einen beträchtlichen Nutzen ziehen könnte.

Im November 2003 hat die EU sich für Frankreich als ITER-Gastgeberstaat und Cadarache als Standort eingesetzt.

Weitere Informationen sind auf der Website des Europäischen gemeinsamen Unternehmens für den ITER und die Entwicklung der Fusionsenergie (F4E) erhältlich.

BEZUG

Rechtsakt

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Entscheidung 2007/198/Euratom

19.4.2007

-

ABl. L 90 vom 30.3.2007, S. 58-72

Ändernde(r) Rechtsakt(e)

Datum des Inkrafttretens

Termin für die Umsetzung in den Mitgliedstaaten

Amtsblatt der Europäischen Union

Beschluss 2013/791/Euratom

24.12.2013

-

ABl. L 349 vom 21.12.2013, S. 100-102

Beschluss (Euratom) 2015/224

5.3.2015

-

ABl. L 37 vom 13.2.2015, S. 8-14

Letzte Aktualisierung: 25.07.2015



(1) Zum 1. Februar 2020 tritt das Vereinigte Königreich aus der Europäischen Union aus und ist dann ein Drittland (Nicht-EU-Land).

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