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Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energie

 

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Richtlinie (EU) 2018/2001 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen

WAS IST DER ZWECK DIESER RICHTLINIE?

  • Die Richtlinie bewirkt eine Neufassung und Aufhebung bisheriger Rechtsvorschriften (Richtlinie 2009/28/EG, Richtlinie (EU) 2015/1513 und Richtlinie 2013/18/EU des Rates).
  • Mit der Richtlinie wird ein gemeinsames System zur Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen* in den verschiedenen Sektoren eingeführt. Ihre Ziele sind insbesondere:
    • die Festlegung eines verbindlichen EU-Ziels für ihren Anteil am Energiemix im Jahr 2030;
    • die erstmalige Regulierung des Eigenverbrauchs; und
    • die Festlegung eines gemeinsamen Regelwerks für die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung, Heizung und Kühlung sowie im Verkehrssektor in der EU.
  • Die verstärkte Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen wird von entscheidender Bedeutung sein, um den Klimawandel zu bekämpfen, unsere Umwelt zu schützen und unsere Energieabhängigkeit zu verringern sowie zur technologischen und industriellen Führungsrolle der EU und zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum beizutragen, auch in ländlichen und abgelegenen Gebieten.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Die Förderung erneuerbarer Energiequellen ist eines der Ziele der EU-Energiepolitik. Die vermehrte Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen ist ein wesentliches Element des Maßnahmenbündels, das benötigt wird, um die Treibhausgasemissionen zu verringern sowie die im Rahmen des Pariser Klimaschutzübereinkommens von 2015 eingegangenen Verpflichtungen und den EU-Rahmen für die Klima- und Energiepolitik (2020 bis 2030) einzuhalten.

Diese neugefasste Richtlinie ist zusammen mit der überarbeiteten Energieeffizienzrichtlinie und einer neuen Governance-Verordnung Teil des Pakets „Saubere Energie für alle Europäer“, das darauf abzielt, neue, umfassende Bestimmungen für die Energieregulierung für das nächste Jahrzehnt festzulegen.

Die Richtlinie:

  • stellt sicher, dass das verbindliche Ziel der EU kosteneffizient erreicht wird;
  • legt ein stabiles, marktorientiertes europäisches Konzept für erneuerbare Elektrizität fest;
  • schafft langfristige Sicherheit für Investoren und beschleunigt die Verfahren für Genehmigungen zum Bau von Projekten;
  • ermöglicht es den Verbrauchern, an der Energiewende teilzunehmen und ihre eigene erneuerbare Energie zu produzieren;
  • fördert die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Heizung und Kühlung sowie im Verkehrssektor;
  • stärkt die Nachhaltigkeitskriterien der EU für Bioenergie.

Die Richtlinie umfasst:

  • ein verbindliches EU-Gesamtziel für 2030 von mindestens 32 % für den Anteil an erneuerbarer Energie;
  • Regelungen für eine kostenwirksame und marktbasierte finanzielle Unterstützung für Elektrizität aus erneuerbaren Quellen;
  • Maßnahmen für den Schutz von Förderregelungen vor Änderungen, die bestehende Projekte gefährden;
  • Kooperationsmechanismen zwischen EU-Ländern sowie zwischen EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern;
  • Maßnahmen für die Vereinfachung der Verwaltungsverfahren für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien (einschließlich One-Stop-Shops, Fristen und Digitalisierung);
  • ein verbessertes Herkunftsnachweissystem, das auf alle erneuerbaren Energien ausgedehnt wird;
  • Bestimmungen, die es den Verbrauchern ermöglichen, ihren eigenen Strom zu erzeugen, einzeln oder als Teil von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften, ohne übermäßige Einschränkungen;
  • im Wärme- und Kältesektor:
    • eine jährliche Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energie in diesem Sektor um 1,3 Prozentpunkte
    • das Recht der Verbraucher, sich von ineffizienten Fernwärme- und Fernkältesystemen abzukoppeln, und
    • Zugang Dritter für Anbieter von erneuerbaren Energien sowie Abwärme und -kälte zu Fernwärme- und Fernkältenetzen;
  • im Verkehrssektor:
    • ein verbindliches Ziel von 14 % mit
    • einem spezifischen Teilziel für fortschrittliche Biokraftstoffe von 3,5 % und
    • Obergrenzen für konventionelle Biokraftstoffe und Biokraftstoffe mit einem hohen Risiko indirekter Landnutzungsänderungen*;
  • gestärkte EU-Nachhaltigkeitskriterien für Bioenergie, indem ihr Geltungsbereich auf alle aus Biomasse hergestellten Kraftstoffe ausgedehnt wird, unabhängig von ihrem Endenergieverbrauch.

WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Sie ist am 24. Dezember 2018 in Kraft getreten und muss bis zum 30. Juni 2021 von den EU-Ländern in nationales Recht umgesetzt werden.

HINTERGRUND

Weiterführende Informationen:

SCHLÜSSELBEGRIFFE

Energie aus erneuerbaren Quellen: Energie aus erneuerbaren, nichtfossilen Energiequellen, wie z. B. Wind, Sonne (Solarthermie und Photovoltaik), aerothermische, geothermische und hydrothermische Energie, Umgebungsenergie, Gezeiten-, Wellen- und sonstige Meeresenergie, Wasserkraft und Energie aus Biomasse, Deponiegas, Klärgas und Biogas.
Risiko indirekter Landnutzungsänderungen: Veränderungen in der Landnutzung werden durch den Anbau von mehr Nutzpflanzen für die Ethanol- oder Biodieselproduktion als Reaktion auf die weltweit gestiegene Nachfrage nach Biokraftstoffen verursacht. Dies kann unbeabsichtigte Folgen haben, u. a. die Freisetzung von mehr CO2-Emissionen.

HAUPTDOKUMENT

Richtlinie (EU) 2018/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (Neufassung) (ABl. L 328 vom 21.12.2018, S. 82-209)

VERBUNDENE DOKUMENTE

Verordnung (EU) 2018/1999 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 über das Governance-System für die Energieunion und für den Klimaschutz, zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 663/2009 und (EG) Nr. 715/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 94/22/EG, 98/70/EG, 2009/31/EG, 2009/73/EG, 2010/31/EU, 2012/27/EU und 2013/30/EU des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2009/119/EG und (EU) 2015/652 des Rates und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 525/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 328 vom 21.12.2018, S. 1-77)

Richtlinie (EU) 2018/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2018 zur Änderung der Richtlinie 2012/27/EU zur Energieeffizienz (ABl. L 328 vom 21.12.2018, S. 210-230)

Richtlinie 2012/27/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 zur Energieeffizienz, zur Änderung der Richtlinien 2009/125/EG und 2010/30/EU und zur Aufhebung der Richtlinien 2004/8/EG und 2006/32/EG (ABl. L 315 vom 14.11.2012, S. 1-56)

Siehe konsolidierte Fassung.

Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2009 zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen und zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinien 2001/77/EG und 2003/30/EG (ABl. L 140 vom 5.6.2009, S. 16-62)

Letzte Aktualisierung: 31.01.2019

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