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Verbraucherkreditverträge

Verbraucherkreditverträge

 

ZUSAMMENFASSUNG DER DOKUMENTE:

Richtlinie 2008/48/EG über Verbraucherkreditverträge

WAS IST DER ZWECK DIESER RICHTLINIE?

  • Ziel dieser Richtlinie ist die Harmonisierung der EU-Vorschriften für Kredite, die Verbrauchern gewährt werden, die Kredite zur Finanzierung von Waren und Dienstleistungen (Reisen, Güter, Neuwagen usw.) aufnehmen.
  • Sie soll den Verbraucherkreditmarkt der EU öffnen und gleichzeitig mehr Transparenz in Bezug auf die Vertragsklauseln schaffen sowie ein ausreichend hohes Verbraucherschutzniveau bieten.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Die Richtlinie gilt nicht für:

  • Kreditverträge, die entweder durch eine Hypothek oder eine vergleichbare Sicherheit gemäß Richtlinie 2014/17/EU für Wohnimmobilien genutzt werden oder durch ein Recht an Wohnimmobilien gesichert sind;
  • Kreditverträge, die für den Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie bestimmt und ebenfalls in der Richtlinie 2014/17/EU geregelt sind;
  • Kreditverträge, bei denen der Gesamtkreditbetrag weniger als 200 € oder mehr als 75 000 € beträgt. Spätestens bis zum 21. März 2016 (Termin, zu dem die Richtlinie 2014/17/EU in nationales Recht umgesetzt werden musste) musste die Richtlinie auch für nicht garantierte Kreditverträge angewendet werden, die zum Zwecke der Renovierung einer Wohnimmobilie bei einem Betrag von über 75 000 € gedacht sind.

Die Werbung für Kredite, die Aspekte in Bezug auf die Kreditkosten (zum Beispiel den Zinssatz) enthält, muss Standardinformationen durch ein repräsentatives Beispiel veranschaulichen und unter anderem folgende Dinge enthalten:

  • den Zinssatz und Kostenangaben;
  • den Kreditbetrag;
  • den effektiven Jahreszins, der in Form eines Prozentsatzes alle obligatorischen Kosten zur Gewährung des Kredits darstellt (Darlehenszinssatz, Verwaltungsgebühren, obligatorische Versicherungsprämien, Garantiegebühren usw.).

Vorvertragliche Informationen

In der vorvertraglichen Phase muss der Kreditgeber verständliche Informationen über die Hauptmerkmale des angebotenen Kredits innerhalb eines angemessenen Zeitraums bereitstellen. Zu diesen Standardinformationen gehören unter anderem:

  • die Laufzeit des Kreditvertrags;
  • der Gesamtkreditbetrag;
  • der Sollzinssatz und die mit diesem Zinssatz verbundenen Bedingungen;
  • der effektive Jahreszins und der vom Verbraucher zu zahlende Gesamtbetrag;
  • der Betrag, die Anzahl und die Periodizität der Zahlungen;
  • mit dem Vertrag zusammenhängende oder daraus entstehende Gebühren;
  • Konsequenzen bei Zahlungsverzug und Zahlungsausfall.

Verbraucher müssen die Informationen in standardisierter Form erhalten.

Mit der Verordnung (EU) 2016/1011 wird die Richtlinie 2008/48/EG dahingehend geändert, dass der Kreditgeber während der vorvertraglichen Phase hinsichtlich des Verbraucherkreditvertrags, sofern der Kreditvertrag auf einen Referenzwert Bezug nimmt, den Namen des Referenzwerts und seines Administrators sowie dessen mögliche Auswirkungen auf den Verbraucher mitzuteilen hat.

Vereinbarung zum Kreditvertrag

Der Kreditvertrag muss außerdem ähnliche Informationen in einem ähnlichen Format wie in der vorvertraglichen Phase enthalten.

Der Kreditgeber muss:

  • dem Verbraucher angemessene Erläuterungen geben, damit dieser einen Vertrag nach seinen Bedürfnissen und seiner finanziellen Situation abschließen kann;
  • die Kreditwürdigkeit des Verbrauchers vor der Unterzeichnung des Vertrags beurteilen und den Verbraucher im Falle einer Ablehnung über das Ergebnis und über die Angaben der betreffenden Kreditdatenbank unterrichten.

Der Verbraucher:

  • kann innerhalb von 14 Kalendertagen ohne Angabe von Gründen von dem Kreditvertrag zurücktreten;
  • hat jederzeit das Recht auf eine vorzeitige Rückzahlung des Kredits, sofern der Kreditgeber eine angemessene und objektiv gerechtfertigte Entschädigung erhält.

WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Sie ist am 11. Juni 2008 in Kraft getreten und musste bis zum 11. Juni 2010 von den EU-Ländern in nationales Recht umgesetzt werden.

HINTERGRUND

Weiterführende Informationen:

HAUPTDOKUMENT

Richtlinie 2008/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 über Verbraucherkreditverträge und zur Aufhebung der Richtlinie 87/102/EWG des Rates (ABl. L 133 vom 22.5.2008, S. 66-92)

Nachfolgende Änderungen der Richtlinie 2008/48/EG wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

VERBUNDENES DOKUMENT

Richtlinie 2014/17/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Februar 2014 über Wohnimmobilienkreditverträge für Verbraucher und zur Änderung der Richtlinien 2008/48/EG und 2013/36/EU und der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 (ABl. L 60 vom 28.2.2014, S. 34-85)

Siehe konsolidierte Fassung.

Letzte Aktualisierung: 06.05.2019

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