EUR-Lex Access to European Union law

Back to EUR-Lex homepage

This document is an excerpt from the EUR-Lex website

Document 52004DC0583

Bericht der Kommission - (Amt für humanitäre Hilfe - ECHO) - Jahresbericht 2003 {SEC(2004)1099}

/* KOM/2004/0583 endg. */

52004DC0583

Bericht der Kommission - (Amt für humanitäre Hilfe - ECHO) - Jahresbericht 2003 {SEC(2004)1099} /* KOM/2004/0583 endg. */


BERICHT DER KOMMISSION - (Amt für humanitäre Hilfe - ECHO) - Jahresbericht 2003 {SEC(2004)1099}

1. Allgemeinpolitische Aspekte

Da ECHO ein bedarfsorientiertes Konzept für die Bewältigung humanitärer Krisen verfolgt, richteten sich die ECHO-Finanzierungen nach der globalen Bedarfsentwicklung im humanitären Bereich. Die ECHO-Hilfe kam in erster Linie Menschen in Afrika

(225 Mio. EUR) und in Asien/Lateinamerika zugute (224,2 Mio. EUR). Außerdem wurden angesichts der Verschlechterung der humanitären Lage umfangreiche Finanzmittel für die besetzten Palästinensischen Gebiete bereitgestellt. Was die Neuen Unabhängige Staaten anbelangt, so war keine Verbesserung der humanitären Lage in Tschetschenien festzustellen, so dass weiterhin hohe Mittelzuweisungen erforderlich waren (26 Mio. EUR). Die Mittelzuweisungen für Maßnahmen in Europa (7,7 Mio. EUR) fielen erwartungsgemäß niedrig aus, da die Hilfe für die Balkanregion ausläuft.

Eine wesentliche Orientierung für die Programmierung ist die globale Bedarfsanalyse, bei der eine Rangliste von 130 Ländern aufgestellt wird [1]. Die EU-Mitgliedstaaten sowie andere Geber und Partner schlossen sich dieser Bewertung weitgehend an. Für die Mittelzuweisung aus dem Haushaltsplan 2003 bedeutete dies, dass 64% (347,6 Mio. EUR) des

[1] Einzelheiten siehe http://europa.eu.int/comm/echo/information/strategy/index_en.htm

ECHO-Budgets [2] für die bedürftigsten Gebiete zur Verfügung gestellt wurden, gegenüber 49% im Jahr 2002.

[2] Gemäß dieser Methode werden 8 % des ECHO-Gesamtbudgets für 2003 für sonstige Aktivitäten/Prioritäten in Unterstützung/Ergänzung der humanitären Kernaufgaben eingesetzt (DPP, thematische Finanzierungen, technische Hilfe, Rechnungsprüfungen, Evaluierung, Information).

In der ECHO-Hilfestrategie für 2003 wurden weiterhin ausdrücklich die ,vergessenen" Krisen berücksichtigt, für die die Öffentlichkeit und die anderen Geber nur geringes Interesse aufbringen. Zu den ermittelten ,vergessenen" Krisengebieten gehören die Westsahara, die Demokratische Republik Kongo, Myanmar/Burma, Angola, Burundi, Nordkorea, die Philippinen, der Nordkaukasus (Tschetschenien), Thailand, Uganda und Jemen. Insgesamt wurden zur Bewältigung der Krisen in diesen Gebieten 119 Mio. EUR bereitgestellt, was rund 20 % des Gesamtbudgets und einem Zuwachs von 4 % gegenüber dem Jahr 2002 entspricht.

ECHO hat entscheidend dazu beitragen, dass von den weltweit wichtigsten Gebern und Organisationen der humanitären Hilfe im Juni 2003 in Stockholm ,Principles and Good Practices of Humanitarian Donorship" (,Grundsätze und bewährte Praktiken der humanitären Hilfe") vereinbart wurden. Diese Grundsätze stimmen mit dem ECHO-Grundgedanken überein, wonach die Mittel für die humanitäre Hilfe nach Maßgabe des Bedarfs bereitgestellt werden sollten. In den ,Good Donorship Principles" wird betont, dass die Durchführung humanitärer Maßnahmen primär zivilen Organisationen überlassen bleiben sollte. Zudem werden die Geber darin aufgefordert, die UN-Leitlinien für den Einsatz von Militär- und Zivilschutzmitteln bei der Katastrophenhilfe von 1994 und die UN-Leitlinien für den Einsatz von Militär- und Zivilschutzmitteln zur Unterstützung humanitärer Maßnahmen der Vereinten Nationen in komplexen Notsituationen von 2003 (,MCDA-Leitlinien") zu unterstützen.

Der EU-Verfassungsentwurf enthielt eine spezifische Bestimmung über die humanitäre Hilfe, die in vom Europäischen Rat bei seiner Tagung im Juni 2004 erzielten Einigung über den Verfassungsvertrag aufgenommen wurde. Darin wird nun bekräftigt, dass die humanitäre Hilfe im Einklang mit den Grundsätzen des humanitären Völkerrechts und den Grundsätzen der Unparteilichkeit, Neutralität und Nichtdiskriminierung geleistet werden muss.

ECHO setzte den umfassenden Dialog über zentrale Fragen der humanitären Hilfe mit den in diesem Bereich tätigen NRO fort und bewies auch im Rahmen seiner Beteiligung am so genannten ,Consolidated Appeals Process" (Prozess der konsolidierten Hilfeaufrufe) der Vereinten Nationen sowie an den Hilfeaufrufen des Internationalen Roten Kreuzes bzw. des Roten Halbmondes seine Bereitschaft zu einer engen Geberkoordinierung. ECHO führte im Jahr 2003 den Vorsitz bei der Jahrestagung der Hauptgeber des IKRK und war Gastgeber bei der Vorstellung der konsolidierten Aufrufe der Vereinten Nationen.

2. Übersicht über die humanitären Massnahmen von Echo

Die globale humanitäre Lage blieb auch im Jahr 2003 düster. Hauptleidtragender von Konflikten ist nach wie vor die Zivilbevölkerung. Die Zahl der Binnenvertriebenen weltweit ist bei 25 Mio. konstant geblieben. Obwohl sich die Zahl der Flüchtlinge durch die Rückkehr von 2 Mio. Zivilisten nach Afghanistan verringerte, ging der Bedarf an humanitärer Hilfe nicht zurück, da die Rückkehrer ebenfalls Unterstützung benötigen. Wie aus dem World Disasters Report 2003 hervorgeht, ist die Zahl der Naturkatastrophen weltweit seit 1990 deutlich angestiegen. Diese Naturkatastrophen forderten zwar weniger Todesopfer, doch waren mehr Menschen davon betroffen und auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Im Rahmen der ECHO-Reaktion auf humanitären Krisen wurden 100 Finanzierungsbeschlüsse mit einem Gesamtvolumen von 600,3 Mio. EUR gefasst. Davon wurden 586,2 Mio. EUR aus dem Kommissionshaushalt und 14,1 Mio. EUR aus EEF-Mitteln bereitgestellt. Ausgehend von einem verfügbaren Betrag von 600,7 Mio. EUR bedeutet dies, dass die Verpflichtungsermächtigungen zu 99% ausgeschöpft wurden. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die geografische Verteilung der Finanzierungsbeschlüsse im Jahr 2003:

>PLATZ FÜR EINE TABELLE>

3. Horizontale Aspekte

3.1. Vertragliche Beziehungen zu den Partnern

Die vertraglichen Beziehungen zwischen ECHO und seinen Partnern wurden durch neue Rechtsrahmen geregelt, die mit der am 1. Januar in Kraft getretenen Haushaltsordnung in Einklang stehen und bei denen klare Ziele sowie Indikatoren zur Messung der Ergebnisse der finanzierten Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Die Ausarbeitung des Finanzierungs- und Verwaltungsabkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und den Vereinten Nationen, das die vertraglichen Beziehungen zwischen ECHO und den Vereinten Nationen einbezieht, sowie die der Partnerschaftsrahmenverträge mit den Nichtregierungsorganisationen und den internationalen Organisationen (IKRK, IFRK) wurde abgeschlossen, so dass diese Regelungen in Kraft treten konnten.

Zum 31. Dezember 2003 hatten 177 Partner den Partnerschaftsrahmenvertrag unterzeichnet bzw. das Unterzeichnungsverfahren eingeleitet.

3.2. Beziehungen zu den wichtigsten humanitären Partnern und Nicht-EU-Gebern

Bis Dezember 2003 wurden sieben strategische Programmierungsdialoge geführt, bei denen ECHO mit seinen wichtigen Partnern die strategischen Prioritäten erörterte.

Da die Vereinigten Staaten und die EU zusammengenommen den Löwenanteil der humanitären Hilfe weltweit leisten, sind gut funktionierende Kontakte und eine gute Koordinierung zwischen ECHO und den amerikanischen Behörden von maßgeblicher Bedeutung. Daher wurde ein regelmäßiger Informationsaustausch (per Telefon und Videokonferenz) zwischen dem ECHO-Direktor und den Gesprächspartnern auf Seiten der amerikanischen Behörden aufgebaut.

3.3. Beziehungen zu den anderen Organen der Gemeinschaft

Das Europäische Parlament gelangte in einem auf der Plenarsitzung vom Januar 2003 angenommenen Bericht (A5-0433/2002) zu einer positiven Bewertung der Fortschritte, die ECHO während des Zeitraums 2000-2001 bei der effektiven Umsetzung der Hilfe, der Vereinfachung der Verfahren und der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung erzielt hat. Im Einklang mit der Zusage, regelmäßig an den Sitzungen des Parlaments teilzunehmen, war der Direktor von ECHO bei sechs Sitzungen des Entwicklungsausschusses und bei einer Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten präsent.

Was die Mitgliedstaaten anbelangt, so gab der Ausschuss für humanitäre Hilfe zu 42 im Entwurf vorgelegten Finanzierungsbeschlüssen befürwortende Stellungnahmen ab und erörterte rund 55 strategische und politische Fragen. Zudem wurden verschiedene Initiativen eingeleitet, um die Beitrittsländer in die Arbeiten des Ausschusses für humanitäre Hilfe zu integrieren. Neben seinen formellen Sitzungen trat der Ausschuss für humanitäre Hilfe auch zweimal in der Hauptstadt des jeweils die Ratspräsidentschaft innehabenden Landes zusammen, um im informellen Rahmen politische Fragen von allgemeinem Interesse zu erörtern.

3.4. Strategische Planung, Instrumente für das Strategiemanagement und Informationssysteme

Bei der Umsetzung des Strategie- und Programmplanungszyklus der Kommission bemühte sich ECHO darum, die Grundsätze des maßnahmenbezogenen Managements noch stärker in den ECHO-Planungsprozess zu integrieren. Die strategischen Programmierungsgrundsätze sind in der jährlichen ECHO-Hilfestrategie festgelegt. Sie ist Ergebnis eines intensiven Konsultationsprozesses, in den andere Kommissionsdienststellen, die Mitgliedstaaten, das Europäische Parlament und die Partner einbezogen sind. Zu den ermittelten strategischen Prioritäten werden im Jährlichen Management-Plan von ECHO operationelle Ziele/Indikatoren formuliert. Im Jahr 2003 wurden außerdem neue Berichterstattungsleitlinien für die ECHO-Außenstellen ausgearbeitet, die an den Grundsätzen des leistungsbezogenen Managements ausgerichtet sind.

Im Juni 2003 führte ECHO eine Halbzeitüberprüfung der Jährlichen Hilfestrategie und des Jährlichen Managementplans durch, damit ein systematisches Feedback über den Stand der Verwirklichung der Zielvorgaben vorliegt. Die ECHO-Mitarbeiter wurden bei dem jährlichen Mitarbeiterseminar über die Ergebnisse der Halbzeitüberprüfung unterrichtet; außerdem wurden diese Ergebnisse auch an die Mitgliedstaaten weitergeleitet.

Der Planungsprozess wurde im dritten aufeinander folgenden Jahr an der globalen Bedarfsbewertung und der Lagebewertung hinsichtlich der ,vergessenen Krisen" ausgerichtet. Anders als geplant konnte jedoch keine umfassende Methode für eine Wirkungsanalyse der auf Kinder ausgerichteten Maßnahmen entwickelt werden. Verursacht wurde diese Verzögerung in erster Linie durch den Personalmangel sowie durch konzeptuelle Probleme einer solchen Wirkungsanalyse. ECHO arbeitete jedoch eine vorläufige Methode für die Berichterstattung über Kinder aus.

Im Zuge der Weiterführung des Projekts ,Humanitarian Office Local Information System" (HOLIS) wurden die IT-Systeme umgestaltet, um die Beschlussverfahren und den neuen Partnerschaftsrahmenvertrag zu berücksichtigen. NRO können ihre Anträge jetzt über das Internet stellen. Die aktuelle Fassung der EDV-Anwendung zur Erfassung der Hilfebeiträge der Mitgliedstaaten (,14 points") ermöglicht jetzt eine automatische Integration der Informationen über die ECHO-Beschlüsse und deren Weiterleitung an das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) der Vereinten Nationen. Die Entwicklung der Anwendung "Fichop [3]" machte Fortschritte.

[3] FichOp (Fiche Opérationnelle) ist das ECHO-Instrument für das Follow-up von Projekten im Bereich der humanitären Hilfe.

3.5. Übergreifende strategische Prioritäten: SRE, Kinder, Katastrophenvorsorge

Im Bereich der Verknüpfung von Soforthilfe, Rehabilitation und Entwicklung (SRE) wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Der ECHO-Rückzug aus der Ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Serbien, Armenien, Kenia und Mexiko wurde wie geplant abgeschlossen. Ein teilweiser Rückzug bzw. die Übergabe einzelner Sektoren wurden in Afghanistan, Kambodscha, Kolumbien, in der Demokratischen Republik Kongo, Indien, Malawi, Sierra Leone, Sudan und Tansania vollzogen. Rückschlägen - wie z.B. in Eritrea - standen Erfolge in anderen Gebieten (z.B. Malawi) gegenüber.

Darüber hinaus wurden zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. Dazu gehörten u.a. gemeinsame Bewertungsmissionen mit anderen Kommissionsdienststellen und Sensibilisierungsmaßnahmen wie ein von ECHO organisierter SRE-Workshop, an dem 70 Kommissionsbeamte sowie Vertreter der Vereinten Nationen, des Roten Kreuzes und der NRO teilnahmen. Positive Auswirkungen hat zudem die ECHO-Mitarbeit an der 2003 eingerichteten dienststellenübergreifenden Arbeitsgruppe zum Thema SRE/Katastrophenvorsorge, aus der praktische Vorschläge für SRE in acht Ländern und zwei Regionen gewonnen werden konnten.

Was die ECHO-Maßnahmen in den Bereichen Kinder sowie Katastrophenvorsorge anbelangt, so wurde eine vorläufige Methode für die Ergebnisberichterstattung erarbeitet. Demnach betrafen von 100 im Jahr 2003 gefassten Finanzierungsbeschlüssen:

- 55 die Unterstützung von kinderbezogenen Maßnahmen (z.B. therapeutische Ernährung, Impfungen, Wiedereingliederung von Kindersoldaten), wobei sich 102 Verträge ganz oder teilweise auf derartige Maßnahmen konzentrierten (Gesamtvolumen: 85,7 Mio. EUR). Außerdem wurden Forschungsarbeiten zum Thema ,Kinder" unterstützt (Kinder in bewaffneten Konflikten).

- 24 die Unterstützung von Maßnahmen im Bereich Katastrophenvorsorge

- (z.B. Frühwarnsysteme und Aufbau von Kapazitäten auf Ebene der lokalen Gemeinschaften), wobei sich 63 Verträge ganz oder teilweise auf derartige Maßnahmen konzentrierten (Gesamtvolumen: 24,1 Mio. EUR). Außerdem wurde die ECHO-Katastrophenpräventionsstrategie evaluiert, was eine bessere Prioritätensetzung und ein Benchmarking in Bezug auf die Katastrophenschutzmaßnahmen ermöglichte.

3.6. Thematische Finanzierungen

Damit unter sich wandelnden Bedingungen verstärkt hochwertige humanitäre Hilfe geleistet werden kann, führte ECHO auf Pilotbasis ein thematisches Finanzierungskonzept ein. Es wurden vier thematische Finanzierungsbeschlüsse gefasst, durch die spezifischen Mandate einzelner Partner (UNHCR, IKRK, UNICEF, OCHA) unterstützt wurden. Ziel der thematischen Finanzbeiträge ist es, die Reaktionsfähigkeit der humanitären Gemeinschaft zu stärken, u.a. hinsichtlich der Gewährleistung der Sicherheit von humanitären Helfern.

3.7. Schulungen und Studien

ECHO finanzierte eine Studie über vom Menschen verursachte Krisen und Bevölkerungsverschiebungen. Die Ergebnisse dieser Studie werden eine bessere Frühwarnung ermöglichen und die Konzeption von Rückzugsstrategien erleichtern. Außerdem wurde die zweite Phase des Projekts SPHERE finanziert.

ECHO unterstützte weiterhin den einjährigen Aufbaustudiengang NOHA (Network on Humanitarian Assistance), bei dem interdisziplinäre Kenntnisse im Bereich der humanitären Hilfe vermittelt werden.

Die Änderung des Rechtsrahmens für die Tätigkeit von ECHO wurde durch intensive Schulungsmaßnahmen begleitet, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. In die Schulungsprogramme wurden die zentralen Dienststellen und die Außenstellen wie auch Mitarbeiter der Partnerorganisationen einbezogen.

3.8. Kommunikation und Information

ECHO entwickelte seine Kommunikationsstrategie 2004-2005 weiter. Hauptziel der Kommunikationsstrategie ist es, die Werte, Grundsätze und Ergebnisse der humanitären Hilfe der EU darzustellen. Sie ist auf Multiplikatoren (Meinungsbildner, Jugendliche, Medien) ausgerichtet, und audiovisuelle Medien und Fotos spielen darin eine wichtige Rolle. Zu den auf der Website veröffentlichten Informationen gehörten u.a. 45 Pressemitteilungen,

14 Augenzeugenberichte und fünf Videos. In 12 Web-Abschnitten (,In the Field - Am Einsatzort") wird speziell auf Krisengebiete aufmerksam gemacht, in denen die Not besonders groß ist, wie in z.B. in Angola, Irak, Sudan und Uganda.

Zur Unterstützung dieses Konzepts wurden in zahlreichen Hautstädten der Welt Medienauftritte organisiert. Bei allen Informationsaktivitäten und -produkten wurde darauf geachtet, dass die zentralen Botschaften, die sich aus der von ECHO verfolgten Politik und dem Mandat des Amtes ergeben, explizit oder implizit zum Ausdruck kommen.

3.9. Budget und Humanressourcen, Audit und Evaluierung

Dank nachdrücklicher Bemühungen im Bereich Risikomanagement und einer Bewertung der internen Kontrollmechanismen konnte ein genaueres Bild der mit der Finanzierung und Verwaltung der humanitären Hilfe verbundenen Risiken gewonnen werden. In einer Gesamtbewertung des Vorbereitungsstands wurde überprüft, inwieweit ECHO die Grundanforderungen der interne Kontrollstandards der Kommission erfuellt. Das Fazit dieser Bewertung lautete, dass ECHO diese Anforderungen erfuellt; dies wurde auch in einer aktualisierten Untersuchung Anfang 2004 bestätigt.

Zur Anpassung an die neue Haushaltsordnung überarbeitete ECHO die internen Finanzierungsabläufe und die Instrumente zur Regelung der vertraglichen Beziehungen zu seinen Partnern (FPA). Zwar sind Maßnahmen im Bereich der humanitären Hilfe stets sehr risikoträchtig, doch konnten die Risiken dank der oben genannten Maßnahmen auf ein mit den Grundsätzen der Regelmäßigkeit, Rechtmäßigkeit und wirtschaftlichen Haushaltsführung zu vereinbarendes Maß gesenkt werden.

ECHO erstellte weiterhin Monatsberichte über die Haushaltsausführung. Sie umfassten auch einen Abgleich mit der ursprünglichen Planung für die Länder, Regionen und Maßnahmen, um ein rasches Follow-up zu ermöglichen. Dieses intensive Monitoring trug dazu bei, dass die Haushaltsmittel in hohem Maße ausgeschöpft und die Zahlungsfristen wie auch die Zahl der noch offenen Verpflichtungen gesenkt werden konnten. Die Verpflichtungsermächtigungen wurden zu nahezu 100% ausgeschöpft, während die Zahlungsermächtigungen zu 92% ausgeführt wurden. Dies ist ein herausragendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass ein Teil des Budgets Ende des Jahres für Soforthilfebeschlüsse eingesetzt werden musste und für die Irak-Krise außergewöhnlich hohe Mittelzuweisungen veranschlagt waren.

Die von ECHO finanzierten und von externen Stellen ausgeführten Tätigkeiten werden im Rahmen der Kontrollverfahren einem Finanzaudit unterzogen. 2003 wurde die ECHO-Strategie für das Audit der extern ausgeführten Tätigkeiten erstmals vollständig umgesetzt. Dabei wurden bei einer guten geografischen Streuung weitaus mehr Partner und Projekte als im Vorjahr überprüft. Bei abgeschlossen Projekten konzentriert sich das ECHO-Audit auf die Hauptsitze der Partner, während bei laufenden Projekten die Einsatzorte im Mittelpunkt stehen.

Für die Audits an den Hauptsitzen zieht ECHO externe Rechnungsprüfer heran, die die Tätigkeit der ECHO-Partner während eines Zeitraums von zwei Jahren prüfen. Im Jahr 2003 wurden 96 Audits dieser Art abgeschlossen, 44 liefen noch. Gemäß den 2003 durchgeführten Audits sind insgesamt 2,3 Mio. EUR voraussichtlich wieder einzuziehen. Bei laufenden Projekten nahmen ECHO-Mitarbeiter 16 Audits vor Ort vor. 6 Audits von ECHO-Büros wurden abgeschlossen.

Im Einklang mit der Reform auf Kommissionsebene bemühte sich ECHO um die Umsetzung einer modernen Personalpolitik. Dabei standen zwei Aspekte im Vordergrund: die Erleichterung des Wandels durch die Schaffung reformkonformer Strukturen und die Förderung einer ergebnis- und leistungsbezogenen Kultur, die qualitative Verbesserungen ermöglicht. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten Schulungen deckten ein breites Spektrum von Themen ab, wie etwa Finanzfragen und Beschlussfassungsverfahren. Ein im Rahmen der Halbzeitüberprüfung durchgeführtes Seminar, das sich an alle Mitarbeiter richtete, konzentrierte sich auf die im Europäischen Konvent geführten Diskussionen. Im Rahmen des zweiten Ziels wurde eine Reihe von Schulungen durchgeführt, darunter Einführungskurse für Neueinsteiger und spezifische, für die ECHO-Partner konzipierte Schulungen zu ECHO-Instrumenten wie den Partnerschaftsrahmenverträgen.

Was die Evaluierung anbelangt, so schlug ECHO einen neuen Weg ein, um diese Tätigkeit besser in die strategische Planung und die Entwicklung der Politikkonzepte zu integrieren. Im Rahmen dieser Neuausrichtung beteiligte sich ECHO gemeinsam mit einigen Mitgliedstaaten und anderen Akteuren des humanitären Bereichs an einer Evaluierung zum Thema ,Binnenvertriebene". ECHO begann zudem mit einer Überprüfung der Standards und Praktiken im Bereich der Sicherheit der humanitären Helfer und engagierte sich nachdrücklich für den Schutz des ,humanitären Raums".

Die Evaluierungen der in bestimmten geografischen Gebieten durchgeführten Maßnahmen und der Leistungen der Partner wurden ebenfalls fortgesetzt, insbesondere in Serbien, Sudan, Angola und Afghanistan. Dabei bestätigte sich, dass die von ECHO finanzierten Maßnahmen mit dem ECHO-Mandat in Einklang stehen. Außerdem unterzog ECHO seine Zusammenarbeit mit UNICEF einer Evaluierung.

4. Ausblick und Perspektiven

Dieser Bericht fällt in eine Zeit des institutionellen Wandels auf europäischer Ebene und ist in einem politischen Kontext zu sehen, der durch Diskussionen über den Themenkomplex Global Governance und Sicherheit geprägt ist. Beides könnte sowohl für ECHO als auch für die humanitäre Gemeinschaft insgesamt Auswirkungen haben.

ECHO wird in seiner Arbeit weiterhin den Grundsätzen und Werten der humanitären Hilfe - Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit - treu bleiben. ECHO ist der Überzeugung, dass angesichts der heutzutage festzustellenden Neigung bestimmter politischer Kräfte, die humanitäre Hilfe als Instrument der Außenpolitik oder des Krisenmanagements zu betrachten, und der zunehmend gefährlichen Wirklichkeit vor Ort, wo humanitäre Organisationen selbst zur Zielscheibe der kriegführenden Parteien werden, der strikten Achtung dieser Grundsätze eine größere Bedeutung zukommt als je zuvor. Die Wahrung dieser Grundsätze ist eine wesentliche Voraussetzung für die wirksame Bereitstellung der Hilfe, die Wahrung des Zugangs zur Not leidenden Bevölkerung und für den Schutz der humanitären Helfer.

Nach Ansicht von ECHO lässt sich der ,humanitäre Raum" am besten durch eine vollständige Umsetzung der Grundsätze der ,Good Donorship", ein kontinuierliches Engagement für eine qualitativ hochwertige humanitäre Hilfe und einen transparenten Dialog mit anderen wichtigen Akteuren bewahren.

Top