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Document 62015CA0360

Verbundene Rechtssachen C-360/15 und C-31/16: Urteil des Gerichtshofs (Große Kammer) vom 30. Januar 2018 (Vorabentscheidungsersuchen des Hoge Raad der Nederlanden und des Raad van State — Niederlanden) — College van Burgemeester en Wethouders van de gemeente Amersfoort/X BV (C-360/15), Visser Vastgoed Beleggingen BV/Raad van de gemeente Appingedam (C-31/16) (Vorlage zur Vorabentscheidung — Dienstleistungen im Binnenmarkt — Richtlinie 2006/123/EG — Anwendungsbereich — Art. 2 Abs. 2 Buchst. c — Ausschluss der Dienstleistungen und Netze der elektronischen Kommunikation — Art. 4 Nr. 1 — Begriff „Dienstleistung“ — Einzelhandel mit Waren — Kapitel III — Niederlassungsfreiheit der Dienstleistungserbringer — Anwendbarkeit auf rein innerstaatliche Sachverhalte — Art. 15 — Zu prüfende Anforderungen — Territoriale Beschränkung — Bauleitplan, der die Tätigkeit des Einzelhandels mit Waren ohne großen Platzbedarf in Gebieten außerhalb des Stadtzentrums verbietet — Schutz der städtischen Umwelt — Genehmigung elektronischer Kommunikationsnetze und -dienste — Richtlinie 2002/20/EG — Finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit Rechten zur Installation von Einrichtungen für ein öffentliches elektronisches Kommunikationsnetz)

OJ C 112, 26.3.2018, p. 2–3 (BG, ES, CS, DA, DE, ET, EL, EN, FR, HR, IT, LV, LT, HU, MT, NL, PL, PT, RO, SK, SL, FI, SV)

26.3.2018   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 112/2


Urteil des Gerichtshofs (Große Kammer) vom 30. Januar 2018 (Vorabentscheidungsersuchen des Hoge Raad der Nederlanden und des Raad van State — Niederlanden) — College van Burgemeester en Wethouders van de gemeente Amersfoort/X BV (C-360/15), Visser Vastgoed Beleggingen BV/Raad van de gemeente Appingedam (C-31/16)

(Verbundene Rechtssachen C-360/15 und C-31/16) (1)

((Vorlage zur Vorabentscheidung - Dienstleistungen im Binnenmarkt - Richtlinie 2006/123/EG - Anwendungsbereich - Art. 2 Abs. 2 Buchst. c - Ausschluss der Dienstleistungen und Netze der elektronischen Kommunikation - Art. 4 Nr. 1 - Begriff „Dienstleistung“ - Einzelhandel mit Waren - Kapitel III - Niederlassungsfreiheit der Dienstleistungserbringer - Anwendbarkeit auf rein innerstaatliche Sachverhalte - Art. 15 - Zu prüfende Anforderungen - Territoriale Beschränkung - Bauleitplan, der die Tätigkeit des Einzelhandels mit Waren ohne großen Platzbedarf in Gebieten außerhalb des Stadtzentrums verbietet - Schutz der städtischen Umwelt - Genehmigung elektronischer Kommunikationsnetze und -dienste - Richtlinie 2002/20/EG - Finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit Rechten zur Installation von Einrichtungen für ein öffentliches elektronisches Kommunikationsnetz))

(2018/C 112/02)

Verfahrenssprache: Niederländisch

Vorlegendes Gericht

Hoge Raad der Nederlanden, Raad van State

Parteien des Ausgangsverfahrens

Kläger: College van Burgemeester en Wethouders van de gemeente Amersfoort (C-360/15), Visser Vastgoed Beleggingen BV Raad van de gemeente Appingedam (C-31/16)

Beklagte: X BV (C-360/15), Raad van de gemeente Appingedam (C-31/16)

Tenor

1.

Art. 2 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt ist dahin auszulegen, dass diese Richtlinie nicht für Gebühren gilt, deren anspruchsbegründender Tatbestand an die Rechte der zur Bereitstellung elektronischer Kommunikationsnetze und -dienste ermächtigten Unternehmen zur Verlegung von Kabeln für ein öffentliches elektronisches Kommunikationsnetz anknüpft.

2.

Art. 4 Nr. 1 der Richtlinie 2006/123 ist dahin auszulegen, dass die Tätigkeit des Einzelhandels mit Waren eine „Dienstleistung“ im Sinne dieser Richtlinie darstellt.

3.

Die in Kapitel III der Richtlinie 2006/123 enthaltenen Bestimmungen über die Niederlassungsfreiheit der Dienstleistungserbringer sind dahin auszulegen, dass sie auch auf einen Sachverhalt anwendbar sind, dessen Merkmale sämtlich nicht über die Grenzen eines einzigen Mitgliedstaats hinausweisen.

4.

Art. 15 Abs. 1 der Richtlinie 2006/123 ist dahin auszulegen, dass er Vorschriften in einem Bauleitplan einer Gemeinde, die die Tätigkeit des Einzelhandels mit Waren ohne großen Platzbedarf in Gebieten außerhalb des Stadtzentrums dieser Gemeinde verbieten, nicht entgegensteht, vorausgesetzt, dass sämtliche in Art. 15 Abs. 3 dieser Richtlinie genannten Bedingungen erfüllt sind, was das vorlegende Gericht zu prüfen hat.


(1)  ABl. C 346 vom 19.10.2015.

ABl. C 136 vom 18.4.2016.


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