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Document 52014IE2767

Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema „Beitrag der holzverarbeitenden Wirtschaft zur Kohlenstoffbilanz“ (Initiativstellungnahme)

OJ C 230, 14.7.2015, p. 39–46 (BG, ES, CS, DA, DE, ET, EL, EN, FR, HR, IT, LV, LT, HU, MT, NL, PL, PT, RO, SK, SL, FI, SV)

14.7.2015   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 230/39


Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema „Beitrag der holzverarbeitenden Wirtschaft zur Kohlenstoffbilanz“

(Initiativstellungnahme)

(2015/C 230/06)

Berichterstatter:

Ludvík JÍROVEC

Ko-Berichterstatter:

Patrizio PESCI

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss beschloss am 27. Februar 2014 gemäß Artikel 29 Absatz 2 seiner Geschäftsordnung, eine Initiativstellungnahme zu folgendem Thema zu erarbeiten:

„Beitrag der holzverarbeitenden Wirtschaft zur Kohlenstoffbilanz“.

Die mit den Vorarbeiten beauftragte Beratende Kommission für den industriellen Wandel (CCMI) nahm ihre Stellungnahme am 13. November 2014 an.

Der Ausschuss verabschiedete auf seiner 503. Plenartagung am 10./11. Dezember 2014 (Sitzung vom 10. Dezember) mit 119 Stimmen bei einer Gegenstimme und 5 Enthaltungen folgende Stellungnahme:

1.   Schlussfolgerungen und Empfehlungen

1.1.

Im Hinblick auf eine bestmögliche Nutzung von Holzerzeugnissen für die Kohlenstoffbilanz sowie die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskapazität der europäischen holzverarbeitenden Industrie (1) spricht der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss folgende Empfehlungen aus:

1.2.

Der EWSA räumt ein, dass europäische und einzelstaatliche Rechtsvorschriften großen Einfluss auf die holzverarbeitende Industrie haben. Aus diesem Grund fordert der EWSA die Mitgliedstaaten dazu auf, alle Möglichkeiten der Nutzung von Holz als umweltfreundlichem Material auszuloten und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken, die Beschäftigung zu fördern sowie Investitionen in Forschung und Innovation voranzutreiben.

1.3.

Der EWSA ruft die Europäische Kommission dazu auf, in Absprache mit den Interessenträgern europäische Leitlinien für die Holzversorgung zu erarbeiten und damit das Angebot an Holz zu vergrößern und eine nachhaltige Nutzung der Holzquellen zu fördern. In diese Leitlinien sollten auch die Grundsätze der sparsamen Nutzung von Holz einfließen. Die Empfehlungen aus dem Leitfaden „Good practice guidance on the sustainable mobilisation of wood in Europe (2010)“ sollten berücksichtigt und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

1.4.

Der EWSA weist abermals darauf hin, dass Paletten und Gebrauchtholz nicht unter die Definition von „tertiärer Biomasse“ fallen dürfen.

1.5.

Der EWSA betont — wie bereits in seiner Stellungnahme zu den Chancen und Herausforderungen für eine wettbewerbsfähigere europäische Holz- und Möbelindustrie vom Oktober 2011 (2) erwähnt — im Einklang mit den Grundsätzen der jüngsten Mitteilung der Europäischen Kommission „Hin zu einer Kreislaufwirtschaft: Ein Null-Abfall-Programm für Europa“ — den Umstand, dass eine möglichst ressourceneffiziente Nutzung von Holz am besten durch das Prinzip der Kaskadennutzung (Verwendung, Wiederverwendung, Recycling, energetische Verwertung) erreicht wird, sofern dieses unter den nationalen und regionalen Gegebenheiten wirtschaftlich und technisch machbar ist. Der EWSA zeigt sich erfreut darüber, dass entsprechend seiner Forderung nach Anerkennung des Grundsatzes der kaskadierenden Verwendung von Holz dieses Prinzip in mehrere EU-Dokumente aufgenommen wurde: Zu diesen gehören etwa die Mitteilung zu einem Wiedererstarken der europäischen Industrie, die neue EU-Forststrategie und das Arbeitspapier „Konzept für die Holz- und Forstwirtschaft in der EU (Holzindustrie, Möbelindustrie, Herstellung und Verarbeitung von Zellstoff und Papier sowie Druckindustrie)“, das der Mitteilung „Eine neue EU-Forststrategie: für Wälder und den forstbasierten Sektor“ beiliegt. Der EWSA spricht sich jedoch gegen rechtlich bindende Regelungen aus und unterstützt einen offenen, marktorientierten Ansatz und die Freiheit der Marktteilnehmer.

1.6.

Zu den Möglichkeiten der Bewirtschaftung von Baumaterialien sollten Maßnahmen gehören, mit denen verhindert wird, dass Recyclingmaterial wie Holz auf Mülldeponien gelangt. Der EWSA ruft die Europäische Kommission und die Interessenträger dazu auf, Leitlinien und Empfehlungen zur Sammlung von Altholz sowie Lösungen für die Behandlung von Gebrauchtholz festzulegen.

1.7.

Der EWSA ruft die Europäische Kommission dazu auf, eine Norm für die akustischen Merkmale geschlossener Räume einzuführen, da Holz eine große Bedeutung für die Schallisolierung haben kann. Holz hat die Eigenschaft, Räume gegen Geräusche von außen zu isolieren und die Nachhallzeit zu vermindern. Die Möglichkeiten der Verwendung von Holz sind weiter zu sondieren.

1.8.

Der EWSA ruft die Mitgliedstaaten und die Interessenträger dazu auf, nationale Aktionspläne zu erstellen, um die Nutzung von Holz in Gebäuden und grüner Infrastruktur zu fördern. Die lokalen Gebietskörperschaften sollten direkt in die Umsetzung dieser Aktionspläne einbezogen werden.

1.9.

Angesichts der Tatsache, dass Bauherren und Architekten mit Holz weniger vertraut sind als mit anderen Materialien, ruft der EWSA die Mitgliedstaaten dazu auf, Initiativen zur Förderung einer Kultur des Holzes ins Leben zu rufen. Um die Branche in ein besseres Licht zu rücken, sollten die Vertreter der europäischen holzverarbeitenden Industrie und die europäischen Sozialpartner darüber hinaus koordinierte nationale Kampagnen organisieren.

2.   Beschreibung der europäischen holzverarbeitenden Wirtschaft. Herausforderungen und Chancen. Mögliche Auswirkungen der EU-Rechtsvorschriften auf die Wettbewerbsfähigkeit der Branche

2.1.

Die europäische holzverarbeitende Industrie erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 122 Milliarden Euro mit einem Produktionswert von mehr als 115 Milliarden Euro. Nach Angaben von Eurostat umfasste die holzverarbeitende Wirtschaft 2012 mehr als 3 11  000 Unternehmen. Etwa 1 26  000 Unternehmen waren zudem in der Möbelindustrie tätig. Innerhalb der holzverarbeitenden Industrie im eigentlichen Sinne gehörten rund 40  000 Unternehmen zur Sägewerkindustrie, zu den anderen Unterbranchen der holzverarbeitenden Industrie zählten etwa 1 45  000 Unternehmen. Trotz Verbesserungen ist es möglich, dass diese Zahlen nicht die tatsächliche Situation wiedergeben, da kleine Unternehmen, je nach Mitgliedstaat, nicht unbedingt berücksichtigt werden. In der Möbelindustrie sowie in der Bauelementeindustrie gibt es eine beträchtliche Zahl kleiner Unternehmen. Die tatsächliche Zahl der Unternehmen lässt sich daher auf 3 75  000 schätzen.

2.2.

In der gesamten EU erlebte die holzverarbeitende Wirtschaft 2012 einen massiven Verlust an Arbeitsplätzen. Im Durchschnitt betrug dieser Verlust 4,4 %, wobei die Spannweite von 3,2 % in Deutschland bis 13,7 % in Spanien reicht. Kroatien und Dänemark konnten den größten Zuwachs an Arbeitsplätzen verzeichnen, während Spanien (-  13,7 %), Zypern (-  13,1 %) und die Slowakei (-  11,5 %) 2012 den stärksten Rückgang erlitten.

Die europäische und die nationale Politik haben großen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der holzverarbeitenden Branche. Wie aus dem EU-Wettbewerbsbericht 2014 hervorgeht, sind die Kosten für Produktion, Arbeitskräfte und Rohstoffe in Europa tendenziell deutlich höher als in vielen anderen Regionen. Damit besteht für große Teile der Branche ein hohes Risiko der Betriebsverlagerung. Aus diesem Grund sollte die EU fordern, dass Produkte, die in der EU auf den Markt kommen, die gleichen Sozial-, Umwelt- und Sicherheitsnormen erfüllen wie die in Europa hergestellten Produkte. Der EWSA macht überdies darauf aufmerksam, dass sich die europäische holzverarbeitende Industrie nach wie vor deutlich gestiegenen Produktionskosten gegenübersieht, insbesondere im Hinblick auf die Kosten für Harze und Energie. Die Energiekosten in Europa sind dreimal so hoch wie in den USA.

2.3.

Durch den Ausbau der erneuerbaren Energie und die entsprechenden Beihilfen reduziert sich die Verfügbarkeit von Holz als Rohstoff und wird sein Preis in die Höhe getrieben. Schätzungen zufolge betrug 2012 der Anteil von Holzbrennstoff an der insgesamt geernteten Menge Holz in der Region der Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) etwa 15 % bzw. 182 Millionen Kubikmeter. Aus der jüngsten Umfrage der UNECE/FAO Timber Section, „Joint Wood Energy Enquiry (JWEE 2011)“ geht hervor, dass Holzenergie mit einem Anteil von 38,4 % den größten Teil der erneuerbaren Energieträger ausmacht. Laut der kürzlich von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Indufor-Studie zum Angebot an Holz als Rohstoff und der Nachfrage in der europäischen holzverarbeitenden Industrie (3)„würde im Falle der Verwirklichung der Ziele für erneuerbare Energie bis 2020 zum Zwecke der Energiegewinnung in der EU benötigte Menge an Holz der derzeit insgesamt erzeugten Menge an Holz entsprechen. Bis 2016 wird es zu einer Fehlmenge von 63 Mm3 Holz gegenüber dem von den EU-Mitgliedstaaten in ihren nationalen Aktionsplänen für erneuerbare Energie prognostizierten Bedarf kommen“.

2.4.

In Anbetracht der neuen Mitteilung der Europäischen Kommission über den „Energie- und Klimarahmen 2030“ und der Forderung nach einem Anstieg des Anteils an erneuerbarer Energie auf mindestens 27 % bis 2030, müssen nach Ansicht des EWSA verschiedene Möglichkeiten einer verbesserten Holzmobilisierung in Erwägung gezogen werden (etwa durch die Berücksichtigung der Empfehlungen in dem 2010 veröffentlichten Leitfaden „Good practice guidance on the sustainable mobilisation of wood in Europe“). Zudem müssen Lösungen gefunden werden, wie sich eine Wettbewerbsverzerrung zwischen den verschiedenen Nutzern von Biomasseressourcen verhindern lässt.

2.5.

Vor diesem Hintergrund ruft der EWSA die Mitgliedstaaten dazu auf, die Menge an Holzbiomasse im Land oder in der Region zu bewerten, die tatsächlich für die Energieerzeugung zur Verfügung steht, und der Menge gegenüberzustellen, die bereits von der holzverarbeitenden Industrie als Rohstoff genutzt wird.

2.6.

Der EWSA bedauert überdies, dass in mehreren Mitgliedstaaten nach wie vor Bestimmungen zur Beschränkung von Holz in mehrstöckigen Gebäuden sowie diskriminierende Brandschutzbestimmungen bestehen. Brandschutzbestimmungen sind in vielen Ländern das Haupthindernis für die Nutzung von Holz in Gebäuden. Es bestehen zwar europäische Normen für den Brandschutz in Gebäuden, aber der Brandschutz selbst fällt nach wie vor unter die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten. Diese Bestimmungen sollten unverzüglich abgeschafft werden, da sie für die stärkere Nutzung von Holzprodukten in der Baubranche eindeutige Markthindernisse darstellen (4).

2.7.

Der EWSA bedauert schließlich auch, dass die europäischen Holzspanplattenhersteller und die Sägemühlen von der Liste derjenigen Branchen gestrichen wurden, die von Betriebsverlagerungen infolge steigender Kosten durch den Emissionshandel (carbon leakage) bedroht sind. Die Streichung dieser Branchen von der Liste wird höchstwahrscheinlich zu einer noch stärkeren Abwanderung der genannten Industriebranchen in Länder außerhalb der EU führen. Da alle Unternehmen unter der Konkurrenz zu den Erzeugern von Energie aus Biomasse und den infolgedessen enorm gestiegenen Kosten für Holz zu leiden haben, müssen beide Branchen auf der Liste bleiben, um die negativen Folgen des Wettbewerbsdrucks zu beschränken. Zwischen 2008 und 2013 mussten alleine 51 Hersteller von Holzspanplatten ihre Betriebe schließen, was zu einem Kapazitätsverlust von 10  386 Mm3 führte. Einige dieser Betriebe wurden demontiert und an anderer Stelle außerhalb der Europäischen Union wieder aufgebaut. Die Erhaltung der verarbeitenden Industrie in Europa muss für alle politisch Verantwortlichen, insbesondere für die Europäische Kommission, Priorität haben. Aus diesem Grund werden die zuständigen Generaldirektionen der Europäischen Kommission nachdrücklich dazu aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen zu gewährleisten und die Verlagerung von Industriebetrieben zu verhindern.

2.8.

Eine wirksame Maßnahme zur Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industriezweige und zur Verhinderung der Verlagerung der Produktion könnte eine neue Energiesteuer auf Kohlenstoff sein, die die Diskriminierung der europäischen Hersteller beseitigen würde.

3.   Förderung des Einsatzes von Holzprodukten zur Reduzierung von CO2-Emissionen und zur Bekämpfung des Klimawandels

3.1.

Die globale Erwärmung ist ein wichtiges Anliegen der Politik; sie hat erhebliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die natürlichen Ressourcen. Die Wahl von Materialien kann erhebliche Auswirkungen auf die CO2-Emissionen haben, die einer der Hauptgründe für die globale Erwärmung sind. „Grüne“ und/oder „umweltfreundliche Produkte“ finden unter Herstellern und Verbrauchern immer größere Akzeptanz. Zugleich werden diese Produkte auch durch die nationale und die europäische Politik gefördert. Nach Ansicht des EWSA sind Lebenszyklusbewertungen (life-cycle assessments (5)) das probate Umweltmanagementinstrument der Zukunft.

3.2.

Europa kann die CO2-Emissionen durch Kohlenstoffsenken in Form von (optimal bewirtschafteten) Wäldern und durch verstärkte Nutzung nachhaltig erzeugter Holzprodukte deutlich reduzieren. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich die Verwendung von Holzprodukten zum Bauen und für den Alltag positiv auf das Klima auswirkt. Die in Bäumen und Holzerzeugnissen enthaltene Kohlenstoffmenge ist abhängig von der Baumart, den Wachstumsbedingungen (Umwelt), dem Alter des Baums und der Dichte der umstehenden Bäume. Ungeachtet dessen wurde nachgewiesen, dass durch die Verwendung von einem Kubikmeter Holz anstelle anderer Baumaterialien die beträchtliche Menge von durchschnittlich 0,75 bis 1 t CO2 eingespart werden kann. Zudem sind in einem Kubikmeter Holz 0,9 t CO2 gespeichert.

3.3.

Die kürzlich von der Universität Yale durchgeführte Studie „Carbon, fossil fuel and biodiversity mitigation with wood and forests“ (6) (Reduzierung von Kohlendioxid, fossilen Brennstoffen und Biodiversitätsverlust durch Wälder) kam zu dem Schluss, dass ein verstärkter Einsatz von Holz im Gebäude- und Brückenbau weltweit zu einer beträchtlichen Verringerung der Kohlendioxidemissionen und des Verbrauchs fossiler Brennstoffe führen würde. Die Forscher gelangten zu dem Ergebnis, dass eine Steigerung der Nutzung von Holzerzeugnissen auf mindestens 34 % tiefgreifende positive Auswirkungen hätte. Mittels der in der Zellulose und dem Lignin von Holzprodukten gespeicherten CO2-Menge ließen sich zwischen 14 % und 31 % der CO2-Emissionen weltweit umgehen.

3.4.

Der EWSA fordert die Europäische Kommission dazu auf, die Mitgliedstaaten und den europäischen Forstsektor bei der Festlegung und Umsetzung von Maßnahmen sowie möglichen Anreizen für die Nutzung von Holzprodukten mit langen Lebenszyklen zu unterstützen (7). Je länger Holz verwendet und wiederverwendet wird, desto länger speichert es Kohlendioxid. Holzabfall (im engeren Sinne) lässt sich insbesondere dadurch möglichst gering halten, dass alle Bestandteile von Holz effizient verwendet und wiederverwendet werden können und schließlich immer die Möglichkeit besteht, Holz zur Energiegewinnung zu verbrennen (8). Wenn Europa den Klimawandel wirksam bekämpfen will, sollten die Mitgliedstaaten und die EU-Institutionen die Nutzung von Holzprodukten fördern und günstige politische Rahmenbedingungen für möglichst lange Lebenszyklen von Holz schaffen.

4.   Bauen mit Holz

4.1.

Der Bau und der Unterhalt von Gebäuden bergen erhebliche ökologische Vorteile. Weltweit gehen 20 % des gesamten Wasserverbrauchs, 25 bis 40 % des Energieverbrauchs und 30 bis 40 % der CO2-Emissionen auf Gebäude zurück. Die Wahl der Produkte zum Bau oder zur Renovierung hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Der EWSA würdigt daher die Bedeutung von Holz bei der Entwicklung nachhaltiger und ökologischer Gebäude. Die Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Verwendung von Holz beim Bau werden noch nicht vollständig genutzt, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der holzverarbeitenden Industrie beeinträchtigt wird. Der EWSA will analysieren, wie sich diese Situation ohne Benachteiligung anderer Materialien verbessern ließe.

4.2.

Holz gilt schon seit langem als umweltfreundliches Material für zahlreiche Produkte. Lebenszyklusanalysen weltweit haben ergeben, dass Holzprodukte große ökologische Vorteile haben. Holz gehört zu den wenigen Materialien, die zu 100 % erneuerbar sind, es speichert CO2 und ist aufgrund der Lufteinlagerungen innerhalb seiner Zellstruktur ein natürliches Isoliermaterial. Holz ist auch unter Extrembedingungen wie Orkanen und Erdbeben sowie bei Feuer ein sicheres, strapazierfähiges und zuverlässiges Material.

4.3.

Zu den Möglichkeiten der Bewirtschaftung von Baumaterialien am Ende ihrer Gebrauchsdauer gehören die Wiederverwendung, das Recycling und die Verwertung. Derzeit gelangen noch immer große Mengen Bauabfälle auf Mülldeponien, wodurch sich die Belastung dieser Deponien weiter vergrößert und ihr Betrieb immer schwieriger wird. Materialien wie Holz können zur Wiederverwendung direkt zu demselben Gegenstand recycelt oder für andere Gebrauchsgegenstände zu Holzwerkstoffen verarbeitet werden. Der EWSA weist darauf hin, dass für ein Recycling eine Aufbereitung erforderlich ist, die sich in der Regel nur durch eine effiziente Sammlung in der Nähe der Materialquelle rechnet. Der EWSA ruft daher die Europäische Kommission und die Interessenträger dazu auf, Verfahrensweisen zusammenzutragen, die sich auf nationaler Ebene bewährt haben, und auf dieser Grundlage Leitlinien und Empfehlungen zur Sammlung von Altholz sowie Lösungen für die Behandlung von Gebrauchtholz zu erarbeiten. Durch Reduzierung und Recycling von Bau- und Abbruchmaterial lassen sich auch die Bau- und Abfallkosten verringern.

4.4.

Das Baugewerbe ist der größte Nutzer von Holzprodukten. In Finnland werden 70-80 % der Holzprodukte für Bauarbeiten verwendet. Der Holzrahmenbau hat in jüngster Zeit in mehreren europäischen Ländern, insbesondere im Vereinigten Königreich, Irland und Frankreich, an Bedeutung gewonnen. Der EWSA ist sich ungeachtet dessen darüber im Klaren, dass die Entwicklung der grünen Wirtschaft durch die Nutzung von Holz ein Stück weiter vorangebracht werden könnte. Die Verwendung von Holz sollte daher gefördert werden.

4.5.

Der EWSA räumt ein, dass die Vorteile der Nutzung von Holz als Baumaterial wenig bekannt sind. Dies betrifft nicht nur Architekten, auch die Endnutzer sind allzu häufig nicht genügend über die Eigenschaften von Holz informiert. Das mangelnde Wissen hat häufig zur Folge, dass Holz nur in beschränktem Maße verwendet wird. Das Image von Holz wird hierdurch beeinträchtigt. In vielen europäischen Ländern wird die Entwicklung der Holzrahmenbauweise überdies durch den Mangel an entsprechenden Facharbeitern gehemmt.

4.6.

Um der Branche mehr Attraktivität zu verleihen, ruft der EWSA die europäische holzverarbeitende Industrie und die europäischen Sozialpartner dazu auf, koordinierte Informationskampagnen zu organisieren. Junge Menschen sollten dazu ermuntert werden, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu wählen, die sie angemessen auf eine Karriere in der holzverarbeitenden Industrie vorbereiten.

5.   Soziale Aspekte der Förderung der Verwendung von Holzmaterialien und zur Stärkung der Rolle der holzverarbeitenden Industrie in der Wirtschaft  (9)

5.1.

Der EWSA hebt hervor, dass die Mehrzahl der Holzarbeiter am Arbeitsplatz ausgebildet wird und ihre Kenntnisse informell über erfahrene Kollegen erwirbt. Die meisten Holzarbeiter lernen in wenigen Monaten die grundlegenden maschinellen Arbeitsgänge und Arbeitsaufgaben, die Ausbildung zum qualifizierten Holzarbeiter dauert jedoch häufig mindestens zwei Jahre. Arbeitsplätze werden auch dadurch geschaffen, dass die Arbeiter eine Aus- und Weiterbildung entsprechend den Bedürfnissen und der Nachfrage des Arbeitsmarktes erhalten. Zudem macht der EWSA erneut darauf aufmerksam, dass durch Forschungs- und Innovationsprogramme Arbeitsplätze und Wachstum in der gesamten EU gefördert werden. Die holzverarbeitende Industrie wird daher aufgefordert, die Möglichkeiten des Programms Horizont 2020 zu sondieren.

5.2.

Die kürzlich veröffentliche Mitteilung der Europäischen Kommission zum effizienten Ressourceneinsatz im Gebäudesektor sollte von den Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Sicherstellung von Investitionen in die Gebäuderenovierung und die Schaffung von Arbeitsplätzen konsequent umgesetzt werden.

5.3.

Der EWSA ist sich darüber im Klaren, dass Lärm in öffentlichen Räumen erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen hat (10). Holz ist nicht nur ein wichtiges umweltfreundliches Material, sondern kann als Isolationsmaterial auch zahlreiche soziale und gesundheitliche Vorteile haben. Holz kann bei der Schalldämmung und als Absorptionsmaterial eine wichtige Rolle spielen. Holz hat die Eigenschaft, Räume gegen Geräusche von außen zu isolieren und die Nachhallzeit zu vermindern. Der EWSA ruft die Kommission dazu auf, eine Norm für die akustischen Merkmale geschlossener Räume einzuführen. Durch Schlagen auf Holz entstehen Geräusche, und Holz kann Schallwellen anderer Körper verstärken oder absorbieren. Weitere Verwendungsmöglichkeiten von Holz sollten erforscht werden. Zudem ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich Holz positiv auf die Raumluftqualität auswirkt, bzw. dass Holz die Raumluft angenehmer macht.

5.4.

Auf nationaler Ebene bestehen mehrere Initiativen zur Aufklärung der Bürger über die Möglichkeiten der Verwendung von Holz als umweltfreundlichem Material, allerdings ist die Koordinierung unzureichend. Die steigende Nachfrage nach Holzerzeugnissen ist eindeutig auf Informationskampagnen zurückzuführen, die auf einzelstaatlicher Ebene durchgeführt werden sollten. Wichtigstes Ziel der Informationskampagnen zum Thema Holz ist die Schaffung einer positiven Einstellung (in Technik und Kultur) zur Verwendung von Holz.

5.5.

Als interessantes Beispiel möchte der EWSA auf die Initiative „WOODDAYS“ hinweisen. Die Veranstaltung (11) wurde am 21. März 2014 in Mailand eröffnet. Schwerpunkte des zehntägigen Programms waren das Wachstum der Städte und die intelligente, ressourceneffiziente städtebauliche Verdichtung mit Holz. Die Veranstaltung wurde ins Leben gerufen, um Holz als Baumaterial mit einem bislang unterschätzten Potenzial in einem Kontext zu positionieren, in dem die Holzbauweise künftig eine bedeutende Rolle spielen wird — nämlich im Herzen der Städte. Diese Veranstaltung wird auch in anderen europäischen Städten wie Bratislava, Ljubljana und Brüssel stattfinden.

5.6.

Der EWSA weist darauf hin, dass sich die großen ökologischen Bauprogramme hinsichtlich ihrer Handhabung der Verwendung von Holzerzeugnissen leicht voneinander unterscheiden. Während manche Programme stärker auf den Zweck als auf das verwendete Material setzen, wird in anderen Programmen Holz nur eingeschränkt als verwendbares Material akzeptiert (für andere Baustoffe gelten hingegen keine Beschränkungen). Eine verstärkte Verwendung von Holz hätte zudem in mehrfacher Hinsicht positive Auswirkungen auf die Wirtschaft der EU. Der EWSA empfiehlt daher, nach dem Vorbild Frankreichs verbindliche Ziele für die Verwendung von Holz beim Bauen festzulegen.

6.   Holzmobilisierung

6.1.

Die verstärkte Nutzung von Holz im Bau und im Alltag erfordert Lösungen und Maßnahmen, mit denen mehr Holz zur Verfügung gestellt werden kann (einschließlich Lösungen zur Wiederverwertung und zum Recycling von Holz, Holzprodukten und Rückständen aus Industrie- und Haushaltsabfällen) und die Gebrauchsdauer von Holz verlängert werden kann.

6.2.

Ein nachhaltiges und beständiges Angebot an Holz als Rohstoff ist für die Erhaltung einer wettbewerbsfähigen holzverarbeitenden Industrie von entscheidender Bedeutung. Die Empfehlungen aus dem Leitfaden „Good practice guidance on the sustainable mobilisation of wood in Europe“ (2010) sollten berücksichtigt und gegebenenfalls weiterentwickelt werden.

6.3.

Seit einigen Jahren wird das Angebot an Holz knapper; dies ist in erster Linie eine Folge der europäischen und nationalen Maßnahmen zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen, die zum Teil zur Verwendung von Holz als Brennstoff geführt haben. Der EWSA weist abermals darauf hin, dass Paletten und Gebrauchtholz nicht unter die Definition von „tertiärer Biomasse“ fallen dürfen. Diese Gegenstände sind wichtige Rohstofflieferanten für einige Produktarten, die von Herstellern von Holzspanplatten produziert werden, und können in einigen Fällen bis zu 95 % der Holzrohstoffe ausmachen (12).

6.4.

Der EWSA weist darauf hin, dass eine möglichst ressourceneffiziente Nutzung von Holz am besten durch das Prinzip der Kaskadennutzung (Verwendung, Wiederverwendung, Recycling, energetische Verwertung) erreicht wird, sofern dieses im Einklang mit den nationalen und regionalen Gegebenheiten und im Sinne des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage wirtschaftlich und technisch machbar ist. Der EWSA spricht sich jedoch gegen rechtlich bindende Regelungen aus und unterstützt einen offenen, marktorientierten Ansatz und die Freiheit der Marktteilnehmer. Die Verwendung von Holz nach dem Kaskadenprinzip gewährleistet nicht nur eine wirtschaftlich optimale Nutzung des Rohstoffes, sondern hat durch die dauerhafte Speicherung von CO2 und den Substitutionseffekt auch deutlich positive Auswirkungen auf das Klima, solange es nicht als Energiequelle genutzt wird.

Brüssel, den 10. Dezember 2014

Der Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses

Henri MALOSSE


(1)  Der EWSA betrachtet die holzverarbeitende Industrie gemäß Code C16 der Statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (NACE) als Herstellung von Holz sowie Holz-, Kork- und Flechtwaren (ohne Herstellung von Möbeln). Säge-, Hobel und Holzimprägnierwerke. Herstellung von sonstigen Holz-, Kork-, Flecht- und Korbwaren. Herstellung von Furnier-, Sperrholz-, Holzfaser- und Holzspanplatten. Herstellung von Parketttafeln. Herstellung von sonstigen Konstruktionsteilen, Fertigbauteilen, Ausbauelementen und Fertigteilbauten aus Holz. Herstellung von Verpackungsmitteln, Lagerbehältern und Ladungsträgern aus Holz. Herstellung von Holzwaren a.n.g, Kork-, Flecht- und Korbwaren.

(2)  Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zum Thema „Chancen und Herausforderungen für eine wettbewerbsfähigere europäische Holz- und Möbelindustrie“ (Initiativstellungnahme) (ABl. C 24 vom 28.1.2012, S. 18).

(3)  Indufor ist eine unabhängige internationale Beratungsfirma mit Unternehmen in Finnland und Neuseeland. Sie berät sowohl private als auch öffentliche Unternehmen. Sie verfolgt einen Ansatz der nachhaltigen Entwicklung, der wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte umfasst. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehört die nachhaltige Waldbewirtschaftung, Waldland- und Plantageninvestitionen, Waldwertschätzungen und Sorgfaltsprüfungen, die Holz- und die Holzfaserindustrie, Bioprodukte, Waldbestandsaufnahmen und Waldkartierungen, Klimawandel und Ökosystemdienstleistungen in Waldlandschaften, Forstpolitik und strategische Studien sowie Beratung zu Nachhaltigkeit und Entwicklung im Zusammenhang mit Forstwirtschaft und Landnutzung.

(4)  In zahlreichen Ländern lässt sich die Tendenz beobachten, dass die Verwendung von Holzrahmen für den Bau mehrstöckiger Gebäude durch nationale Gebäudebestimmungen eingeschränkt wird. Der Grund, weshalb zahlreiche Länder auf die Verwendung von brennbaren Materialien verzichten, ist mangelndes Wissen über Feuer in Gebäuden. Ausführliche Forschung und Entwicklung haben jedoch gezeigt, dass materialneutrale Gebäudebestimmungen vorzuziehen sind und dass seit mehr als einem Jahrzehnt in zahlreichen Ländern funktionsbasierte Bestimmungen üblich sind. Holz brennt kontrolliert. Es lässt sich abschätzen, wieviel einer Querschnittsfläche nach einem einstündigen Feuer unangetastet bleibt. Holz ist sehr feuerbeständig: Wenn schweres Holz brennt, bildet sich eine Schicht Holzkohle, durch die die Festigkeit des innenliegenden Holzes erhalten und seine Struktur intakt bleibt. Das Risiko eines vollständigen Einsturzes wird dadurch verringert.

(5)  Mithilfe von Lebenszyklusanalysen lassen sich die Umweltbeeinträchtigungen eines Verfahrens, eines Produktes oder einer Aktivität feststellen und die entsprechenden Folgen bewerten. Das Instrument ist auch für die Industrie bei der Suche nach praktischen und benutzerfreundlichen Entscheidungsmodellen für eine ökologische Produktentwicklung von Nutzen.

(6)  Journal of Sustainable Forestry 33, S. 248-275, 2014.

(7)  Wie in dem europäischen Beschluss COM(2012) 93 final über die Anrechnung und Verbuchung von Emissionen und des Abbaus von Treibhausgasen infolge von Tätigkeiten im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft und über Informationen zu Maßnahmen in Zusammenhang mit derartigen Tätigkeiten bereits anerkannt wurde, lassen sich durch eine verstärkte nachhaltige Nutzung von Holzprodukten die Emissionen in die Atmosphäre erheblich senken und der Abbau von Treibhausgasen in der Atmosphäre vorantreiben.

(8)  . Aus den für die jüngste italienische Studie „Untersuchung der Lebenszyklusanalysen und Vergleich zwischen der Verwendung von Altholz zur Herstellung von Holzspanplatten und der Verwendung für erneuerbare Energie“ gesammelten Daten geht hervor, dass die Verwendung von recyceltem Holz als Rohstoff bei der Herstellung von Holzplatten hinsichtlich der Auswirkungen auf den Klimawandel vorteilhafter ist als die Verbrennung in einem Biomassekraftwerk. Diese Studie wurde vom italienischen Forschungsinstitut „eAmbiente, c/o Parco Scientifico Tecnologico VEGA“ durchgeführt. Die Studie wurde bei einer Anhörung des EWSA zu dem Beitrag der holzverarbeitenden Industrie zur Kohlenstoffbilanz am 19. September 2014 in Mestre (Italien) vorgestellt.

(9)  Der EWSA vertritt die Auffassung, dass die sozialen Aspekte und Beobachtungen, die er in seiner Stellungnahme zu den Chancen und Herausforderungen für eine wettbewerbsfähigere europäische Holz- und Möbelindustrie festgehalten hat, noch immer Gültigkeit haben.

(10)  „Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lärm sind Folgen erhöhter Geräuschpegel. Erhöhte Lärmpegel am Arbeitsplatz oder andere Lärmquellen können zu Hörschädigung, Bluthochdruck, ischämische Herzerkrankungen, Verstimmungen und Schlafstörungen führen. Veränderungen des Immunsystems und Geburtsfehler können auf Lärmeinwirkungen zurückgeführt werden“. (aus: Passchier-Vermeer W, Passchier WF (2000). „Noise exposure and public health“ Environ. Health Perspect. 108 Suppl 1: 123–31. doi:10.2307/3454637. JSTOR 3454637. PMC 1637786. PMID 10698728.)

(11)  Die „WOODDAYS“ sind eine Initiative von proHolz Austria in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Holzbau der Technischen Universität München. Unterstützt wird sie vom Verband der europäischen Sägeindustrie (EOS) und dem Verband der europäischen Plattenindustrie (EPF).

(12)  Das italienische Unternehmen Saviola, das mit seinem Slogan „Helfen sie uns, Bäume zu retten“ bekannt wurde, ist mit einer Recycling-Kapazität von 1,5 Millionen Tonnen Gebrauchtholz pro Jahr weltweit führend in der Verarbeitung von Holzabfällen. Die Produktionsphilosophie des Unternehmens beruht auf der Rückgewinnung und Wiederverwendung von Sekundärrohstoffen, die durch ein ökonomisch und ökologisch nachhaltiges Verfahren neu verarbeitet und wiederverwendet werden können. Dafür müssen keine neuen Bäume gefällt werden. Zu den Holzprodukten, die das Unternehmen verwendet, gehören Paletten, Obstkisten und Verpackungskisten.


ANHANG

zur Stellungnahme der CCMI

Folgender Wortlaut in der Stellungnahme der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel (CCMI) wurde von der CCMI zugunsten von Änderungsanträgen verworfen, erhielt jedoch mehr als ein Viertel der Stimmen:

Ziffer 6.4

6.4.

Der EWSA weist darauf hin, dass eine möglichst ressourceneffiziente Nutzung von Holz am besten durch das Prinzip der Kaskadennutzung (Verwendung, Wiederverwendung, Recycling, energetische Verwertung) erreicht wird, sofern dieses im Einklang mit den regionalen Gegebenheiten wirtschaftlich und technisch machbar ist. Passende Holzarten sollten eher verarbeitet und nicht als Brennstoff verwendet werden. Die Verwendung von Holz nach dem Kaskadenprinzip gewährleistet nicht nur eine wirtschaftlich optimale Nutzung des Rohstoffes, sondern hat durch die dauerhafte Speicherung von CO2 und den Substitutionseffekt auch deutlich positive Auswirkungen auf das Klima, solange es nicht als Energiequelle genutzt wird.


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