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Document 32016R0799

Durchführungsverordnung (EU) 2016/799 der Kommission vom 18. März 2016 zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festlegung der Vorschriften über Bauart, Prüfung, Einbau, Betrieb und Reparatur von Fahrtenschreibern und ihren Komponenten (Text von Bedeutung für den EWR)

C/2016/1597

OJ L 139, 26.5.2016, p. 1–506 (BG, ES, CS, DA, DE, ET, EL, EN, FR, HR, IT, LV, LT, HU, MT, NL, PL, PT, RO, SK, SL, FI, SV)

In force: This act has been changed. Current consolidated version: 26/02/2020

ELI: http://data.europa.eu/eli/reg_impl/2016/799/oj

26.5.2016   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

L 139/1


DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2016/799 DER KOMMISSION

vom 18. März 2016

zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Festlegung der Vorschriften über Bauart, Prüfung, Einbau, Betrieb und Reparatur von Fahrtenschreibern und ihren Komponenten

(Text von Bedeutung für den EWR)

DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 165/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Februar 2014 über Fahrtenschreiber im Straßenverkehr (1), insbesondere auf Artikel 11 und Artikel 12 Absatz 7,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1)

Mit der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 wurden digitale Fahrtenschreiber der zweiten Generation, sogenannte „intelligente Fahrtenschreiber“, eingeführt, die auch eine Anbindung an das globale Satellitennavigationssystem („GNSS“), eine Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation und eine Schnittstelle zu intelligenten Verkehrssystemen umfassen. Die Spezifikationen für die technischen Anforderungen an die Bauart von intelligenten Fahrtenschreibern sollten festgelegt werden.

(2)

Die Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation nach Artikel 9 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 sollte den Kontrolleuren bei Straßenkontrollen die Daten des digitalen Fahrtenschreibers und die Angaben zu Gewicht und Achslast der gesamten Fahrzeugkombination (Zugmaschine und Anhänger oder Sattelanhänger) gemäß der Richtlinie 96/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (2) übermitteln. Dies dürfte eine wirksame und rasche Prüfung von Fahrzeugen durch die Kontrollbehörden mit weniger elektronischen Geräten in der Fahrerkabine ermöglichen.

(3)

Gemäß der Richtlinie 96/53/EG sollte die Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation die in dieser Richtlinie genannten CEN DSRC-Normen (3) auf dem Frequenzband im Bereich zwischen 5 795-5 805 MHz verwenden. Da dieses Frequenzband auch für die elektronische Mauterhebung genutzt wird, sollten die Kontrolleure die Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation nicht an einer Mautstelle nutzen, um Interferenzen zwischen Mauterhebungs- und Kontrollanwendungen zu vermeiden.

(4)

Neue Sicherheitsmechanismen zur Aufrechterhaltung des Sicherheitsniveaus des digitalen Fahrtenschreibers sollten zusammen mit dem intelligenten Fahrtenschreiber eingeführt werden, um derzeitige Sicherheitsschwachstellen zu beseitigen. Eine dieser Schwachstellen ist das Fehlen von Ablaufdaten der digitalen Zertifikate. Gemäß bewährten Verfahren in Sicherheitsfragen wird empfohlen, die Verwendung von digitalen Zertifikaten ohne Ablaufdaten zu vermeiden. Die normale Gültigkeitsdauer für den Betrieb von Fahrzeugeinheiten sollte 15 Jahre betragen, gerechnet ab dem Ausstellungsdatum der digitalen Zertifikate für die Fahrzeugeinheit. Fahrzeugeinheiten sollten nach Ablauf dieser Gültigkeitsdauer ersetzt werden.

(5)

Die Bereitstellung sicherer und verlässlicher Positionsbestimmungsinformationen ist ein wesentliches Element für den effektiven Betrieb der intelligenten Fahrtenschreiber. Es ist daher angezeigt, ihre Kompatibilität mit den in der Verordnung (EU) Nr. 1285/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates (4) im Hinblick auf die Verbesserung der Sicherheit des digitalen Fahrtenschreibers dargelegten Mehrwertleistungen im Rahmen des Programms Galileo sicherzustellen.

(6)

Gemäß Artikel 8 Absatz 1, Artikel 9 Absatz 1 und Artikel 10 Absätze 1 und 2 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 sollten die durch diese Verordnung eingeführten Sicherheitsmechanismen 36 Monate nach dem Inkrafttreten der erforderlichen Durchführungsrechtsakte zur Anwendung kommen, damit die Hersteller eine neue Generation intelligenter Fahrtenschreiber entwickeln und von den zuständigen Behörden die Typgenehmigungsbögen erhalten können.

(7)

Gemäß der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 sollten Fahrzeuge, die 36 Monate nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung der Kommission erstmals in einem Mitgliedstaat zugelassen werden, mit einem intelligenten Fahrtenschreiber ausgerüstet sein, der den Anforderungen dieser Verordnung der Kommission entspricht. Auf jeden Fall sollten alle Fahrzeuge, die in einem anderen Mitgliedstaat als dem Zulassungsmitgliedstaat betrieben werden, 15 Jahre nach dem Zeitpunkt der Anwendung dieser Anforderungen mit einem intelligenten Fahrtenschreiber ausgerüstet sein.

(8)

Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 68/2009 der Kommission (5) war während eines Übergangszeitraums, der am 31. Dezember 2013 endete, die Verwendung eines Adapters gestattet, um den Einbau von Fahrtenschreibern in Fahrzeuge der Klassen M1 und N1 zu ermöglichen. Aufgrund technischer Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Alternative für die Verwendung des Adapters sind Experten aus der Automobil- und der Fahrtenschreiberindustrie gemeinsam mit der Kommission zu dem Schluss gelangt, dass keine Alternativlösung zum Adapter besteht, die nicht mit übermäßig hohen Kosten für die Industrie, die in keinem Verhältnis zur Größe des Marktes stünden, verbunden wäre. Daher sollte die Verwendung des Adapters in Fahrzeugen der Klassen M1 und N1 Fahrzeuge unbefristet zugelassen werden.

(9)

Die in der vorliegenden Verordnung vorgesehenen Maßnahmen stehen in Einklang mit der Stellungnahme des gemäß Artikel 42 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 eingesetzten Ausschusses —

HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:

Artikel 1

Gegenstand und Geltungsbereich

1.   Diese Verordnung legt die notwendigen Bestimmungen für die einheitliche Behandlung folgender Aspekte des Fahrtenschreibers fest:

a)

Aufzeichnung der Position des Fahrzeugs an bestimmten Punkten während der täglichen Arbeitszeit des Fahrers;

b)

Früherkennung von möglicher Manipulation oder möglichem Missbrauch des intelligenten Fahrtenschreibers per Fernkommunikation;

c)

Schnittstelle zu intelligenten Verkehrssystemen;

d)

administrative und technische Anforderungen an Typgenehmigungsverfahren von Fahrtenschreibern, einschließlich der Sicherheitsmechanismen.

2.   Bauart, Prüfung, Einbau, Nachprüfung, Betrieb und Reparatur von intelligenten Fahrtenschreibern und ihren Komponenten müssen den technischen Anforderungen des Anhangs 1C dieser Verordnung genügen.

3.   Andere als intelligente Fahrtenschreiber müssen — hinsichtlich Bauart, Prüfung, Einbau, Nachprüfung, Betrieb und Reparatur — weiterhin den Anforderungen des Anhangs 1 bzw. des Anhangs 1B der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 des Rates (6) genügen.

4.   Gemäß Artikel 10d der Richtlinie 96/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates übermittelt die Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation auch die von bordeigenen Wiegesystemen bereitgestellten Gewichtsdaten zum Zweck der frühzeitigen Aufdeckung von Betrugsfällen.

Artikel 2

Begriffsbestimmungen

Für die Zwecke dieser Verordnung gelten die Begriffsbestimmungen in Artikel 2 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014.

Zusätzlich gelten folgende Begriffsbestimmungen:

1)

„digitaler Fahrtenschreiber“ oder „Fahrtenschreiber der ersten Generation“ ist ein digitaler Fahrtenschreiber, bei dem es sich nicht um einen intelligenten Fahrtenschreiber handelt;

2)

„externe GNSS-Ausrüstung“ ist eine Ausrüstung, die den GNSS-Empfänger (wenn die Fahrzeugeinheit nicht aus einem Einzelgerät besteht) sowie andere Komponenten enthält, die erforderlich sind für den Schutz der Kommunikation der Positionsdaten an die übrige Fahrzeugeinheit;

3)

„Informationsdossier“ ist das Gesamtdossier in elektronischer Form oder auf Papier, das alle Angaben enthält, die der Hersteller oder dessen Beauftragter der Typgenehmigungsbehörde für die Zwecke der Typgenehmigung des Fahrtenschreibers oder einer seiner Komponenten vorgelegt hat, einschließlich der Zertifikate nach Artikel 12 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014, der Durchführung der Prüfungen gemäß Anhang 1C dieser Verordnung sowie Zeichnungen, Fotografien und anderer relevanter Unterlagen;

4)

„Informationspaket“ ist das Informationsdossier in elektronischer Form oder auf Papier, zusammen mit etwaigen anderen Unterlagen, die die Typgenehmigungsbehörde im Zuge der Wahrnehmung ihrer Aufgaben dem Informationsdossier beigefügt hat, darunter auch — am Ende des Typgenehmigungsverfahrens — der EG-Typgenehmigungsbogen des Fahrtenschreibers oder einer seiner Komponenten;

5)

„Inhaltsverzeichnis des Informationspakets“ ist die Unterlage, in der der nummerierte Inhalt des Informationspakets einschließlich aller relevanten Teile dieses Pakets aufgeführt ist. Das Format dieser Unterlage muss die Unterscheidung der aufeinander folgenden Schritte im Verfahren für die Erteilung der EG-Typgenehmigung, einschließlich der Daten etwaiger Überarbeitungen und Aktualisierungen dieses Pakets, erlauben;

6)

„Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation“ ist die Ausrüstung der Fahrzeugeinheit, die zur Durchführung gezielter Straßenkontrollen verwendet wird;

7)

„intelligenter Fahrtenschreiber“ oder „Fahrtenschreiber der zweiten Generation“ ist ein digitaler Fahrtenschreiber gemäß den Artikeln 8, 9 und 10 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 sowie gemäß Anhang 1C dieser Verordnung.

8)

„Komponente eines Fahrtenschreibers“ oder „Komponente“ ist eines der folgenden Bestandteile: die Fahrzeugeinheit, der Bewegungssensor, die Fahrtenschreiberkarte, das Schaublatt, die externe GNSS-Ausrüstung oder die Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation;

9)

„Typgenehmigungsbehörde“ ist die Behörde eines Mitgliedstaats, die für die Durchführung der Typgenehmigung des Fahrtenschreibers oder seiner Komponenten, das Zulassungsverfahren, die Ausstellung und gegebenenfalls den Entzug von Typgenehmigungsbögen zuständig ist, die als Kontaktstelle für die Genehmigungsbehörden der anderen Mitgliedstaaten fungiert und sicherstellt, dass die Hersteller ihren Verpflichtungen im Hinblick auf die Erfüllung der Anforderungen dieser Verordnung nachkommen.

Artikel 3

Standortgestützte Dienste

1.   Die Hersteller gewährleisten, dass intelligente Fahrtenschreiber mit den durch das Satelliten-Navigationssystem Galileo und die Europäische Erweiterung des geostationären Navigationssystems (EGNOS) erbrachten Positionsbestimmungsdiensten kompatibel sind.

2.   Zusätzlich zu den in Absatz 1 genannten Systemen können die Hersteller auch die Kompatibilität mit anderen Satellitennavigationssystemen gewährleisten.

Artikel 4

Verfahren für die Typgenehmigung von Fahrtenschreibern und Komponenten des Fahrtenschreibers

1.   Der Hersteller oder dessen Beauftragter beantragt die Typgenehmigung für einen Fahrtenschreiber oder eine seiner Komponenten oder Gruppe von Komponenten bei der von einem Mitgliedstaat benannten Typgenehmigungsbehörde. Der Antrag umfasst ein Informationsdossier mit den Angaben zu jeder einzelnen Komponente, einschließlich, falls vorhanden, der Typgenehmigungsbögen von anderen, zur Vervollständigung des Fahrtenschreibers erforderlichen Komponenten, sowie alle sonstigen relevanten Unterlagen.

2.   Ein Mitgliedstaat erteilt die Typgenehmigung für den Fahrtenschreiber, die Komponente oder Gruppe von Komponenten, die den administrativen und technischen Anforderungen nach Artikel 1 Absätze 2 bzw. 3 genügen. In diesem Fall stellt die Typgenehmigungsbehörde dem Antragsteller einen Typgenehmigungsbogen nach dem Muster in Anhang II dieser Verordnung aus.

3.   Die Typgenehmigungsbehörde kann vom Hersteller oder dessen Beauftragtem zusätzliche Informationen verlangen.

4.   Der Hersteller oder dessen Beauftragter stellt den Typgenehmigungsbehörden sowie den für die Ausstellung der Zertifikate nach Artikel 12 Absatz 3 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 zuständigen Stellen so viele Fahrtenschreiber oder Komponenten des Fahrtenschreibers zur Verfügung, wie für die ordnungsgemäße Durchführung des Typgenehmigungsverfahrens erforderlich sind.

5.   Beantragt der Hersteller oder dessen Beauftragter eine Typgenehmigung für bestimmte Komponenten oder Gruppen von Komponenten eines Fahrtenschreibers, so stellt er den für die Typgenehmigung zuständigen Behörden die übrigen Komponenten, für die bereits eine Typgenehmigung vorliegt, sowie andere für den Bau des vollständigen Fahrtenschreibers erforderliche Teile zur Verfügung, damit diese Behörden die erforderlichen Prüfungen durchführen können.

Artikel 5

Änderungen der Typgenehmigungen

1.   Der Hersteller oder dessen Beauftragter unterrichtet die Typgenehmigungsbehörden, die die ursprüngliche Typgenehmigung erteilt haben, unverzüglich über jegliche Änderung der Software oder Hardware des Fahrtenschreibers oder der für dessen Herstellung verwendeten Werkstoffe, die im Informationspaket verzeichnet sind, und beantragt die Änderung der Typgenehmigung.

2.   Die Typgenehmigungsbehörden können je nach Art und Merkmalen der Änderungen eine bestehende Typgenehmigung ändern oder erweitern oder eine neue Typgenehmigung erteilen.

Eine „Änderung“ wird vorgenommen, wenn die Genehmigungsbehörde der Auffassung ist, dass es sich um geringfügige Änderungen an der Software oder Hardware des Fahrtenschreibers oder der für seine Herstellung verwendeten Werkstoffe handelt. In diesem Fall stellt die Typgenehmigungsbehörde die geänderten Unterlagen des Informationspakets aus, aus denen die Art der Änderungen und das Datum ihrer Genehmigung hervorgehen. Eine aktualisierte Fassung des Informationspakets in konsolidierter Form zusammen mit einer ausführlichen Beschreibung der vorgenommenen Änderungen reicht zur Erfüllung dieser Anforderung aus.

Eine „Erweiterung“ wird vorgenommen, wenn die Genehmigungsbehörde der Auffassung ist, dass es sich um wesentliche Änderungen an der Software oder Hardware des Fahrtenschreibers oder der für seine Herstellung verwendeten Werkstoffe handelt. In diesem Fall kann sie die Durchführung neuer Prüfungen verlangen und teilt dies dem Hersteller oder dessen Beauftragtem mit. Verlaufen diese Prüfungen zufriedenstellend, stellt die Typgenehmigungsbehörde einen geänderten Typgenehmigungsbogen aus, dessen Nummer auf die gewährte Erweiterung hinweist. Auf dem Typgenehmigungsbogen sind der Grund für die Erweiterung und das Ausstellungsdatum anzugeben.

3.   Im Inhaltsverzeichnis zum Informationspaket ist das Datum der jüngsten Erweiterung oder Änderung der Typgenehmigung oder das Datum der jüngsten Konsolidierung der aktualisierten Fassung der Typgenehmigung anzugeben.

4.   Eine neue Typgenehmigung ist erforderlich, wenn die beantragten Änderungen des zugelassenen Fahrtenschreibers oder seiner Komponenten zur Erteilung eines neuen Sicherheits- oder Interoperabilitätszertifikats führen würden.

Artikel 6

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.

Sie gilt ab 2. März 2016.

Die Anhänge gelten jedoch ab 2. März 2019, ausgenommen Anlage 16, die ab 2. März 2016 gilt.

Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.

Brüssel, den 18. März 2016

Für die Kommission

Der Präsident

Jean-Claude JUNCKER


(1)  ABl. L 60 vom 28.2.2014, S. 1.

(2)  Richtlinie 96/53/EG des Rates vom 25. Juli 1996 zur Festlegung der höchstzulässigen Abmessungen für bestimmte Straßenfahrzeuge im innerstaatlichen und grenzüberschreitenden Verkehr in der Gemeinschaft sowie zur Festlegung der höchstzulässigen Gewichte im grenzüberschreitenden Verkehr (ABl. L 235 vom 17.9.1996, S. 59).

(3)  Die Normen für dedizierte Kurzstreckenkommunikation (DSRC) des Europäischen Komitees für Normung (CEN) EN 12253, EN 12795, EN 12834, EN 13372 sowie ISO 14906.

(4)  Verordnung (EU) Nr. 1285/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 betreffend den Aufbau und den Betrieb der europäischen Satellitennavigationssysteme und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 876/2002 des Rates und der Verordnung (EG) Nr. 683/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 1).

(5)  Verordnung (EG) Nr. 68/2009 der Kommission vom 23. Januar 2009 zur neunten Anpassung der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 des Rates über das Kontrollgerät im Straßenverkehr an den technischen Fortschritt (ABl. L 21 vom 24.1.2009, S. 3).

(6)  Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 des Rates vom 20. Dezember 1985 über das Kontrollgerät im Straßenverkehr (ABl. L 370 vom 31.12.1985, S. 8).


ANHANG I C

Vorschriften für Bau, Prüfung, Einbau und Nachprüfung

EINLEITUNG 12

1

BEGRIFFSBESTIMMUNGEN 13

2

ALLGEMEINE FUNKTIONSMERKMALE DES KONTROLLGERÄTS 19

2.1

Allgemeine Merkmale 19

2.2

Funktionen 20

2.3

Betriebsarten 21

2.4

Sicherheit 22

3

BAUART- UND FUNKTIONSMERKMALE DES KONTROLLGERÄTS 22

3.1

Überwachung des Einsteckens und Entnehmens von Karten 22

3.2

Geschwindigkeits-, Positions- und Wegstreckenmessung 23

3.2.1

Messung der zurückgelegten Wegstrecke 23

3.2.2

Geschwindigkeitsmessung 23

3.2.3

Messung der Position 24

3.3

Zeitmessung 24

3.4

Überwachung der Fahrertätigkeiten 24

3.5

Überwachung des Status der Fahrzeugführung 25

3.6

Eingaben durch die Fahrer 25

3.6.1

Eingabe des Orts des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages 25

3.6.2

Manuelle Eingabe der Fahrertätigkeiten und Zustimmung des Fahrers für die ITS-Schnittstelle 25

3.6.3

Eingabe spezifischer Bedingungen 27

3.7

Unternehmenssperren 27

3.8

Überwachung von Kontrollen 28

3.9

Feststellung von Ereignissen und/oder Störungen 28

3.9.1

Ereignis „Einstecken einer ungültigen Karte“ 28

3.9.2

Ereignis „Kartenkonflikt“ 28

3.9.3

Ereignis „Zeitüberlappung“ 28

3.9.4

Ereignis „Lenken ohne geeignete Karte“ 29

3.9.5

Ereignis „Einstecken der Karte während des Lenkens“ 29

3.9.6

Ereignis „Letzter Vorgang nicht korrekt abgeschlossen“ 29

3.9.7

Ereignis „Geschwindigkeitsüberschreitung“ 29

3.9.8

Ereignis „Unterbrechung der Stromversorgung“ 29

3.9.9

Ereignis „Kommunikationsfehler mit der Fernkommunikationsausrüstung“ 29

3.9.10

Ereignis „Fehlende Positionsdaten des GNSS-Empfängers“ 29

3.9.11

Ereignis „Kommunikationsfehler mit der externen GNSS-Ausrüstung“ 30

3.9.12

Ereignis „Datenfehler Bewegungssensor“ 30

3.9.13

Ereignis „Datenkonflikt Fahrzeugbewegung“ 30

3.9.14

Ereignis „Versuch einer Sicherheitsverletzung“ 30

3.9.15

Ereignis „Zeitkonflikt“ 30

3.9.16

Störung „Kartenfehlfunktion“ 30

3.9.17

Störung „Kontrollgerät“ 30

3.10

Integrierte Tests und Selbsttests 31

3.11

Auslesen von Daten aus dem Massenspeicher 31

3.12

Aufzeichnung und Speicherung von Daten im Massenspeicher 31

3.12.1

Gerätekenndaten 32

3.12.1.1

Kenndaten der Fahrzeugeinheit 32

3.12.1.2

Kenndaten des Bewegungssensors 32

3.12.1.3

Kenndaten der globalen Satellitennavigationssysteme 33

3.12.2

Schlüssel und Zertifikate 33

3.12.3

Einsteck- und Entnahmedaten der Fahrer- oder der Werkstattkarte 33

3.12.4

Fahrertätigkeitsdaten 34

3.12.5

Orte und Positionen, an denen die tägliche Arbeitszeit beginnt, endet und/oder eine ununterbrochene Lenkzeit von 3 Stunden erreicht wird 34

3.12.6

Kilometerstandsdaten 35

3.12.7

Detaillierte Geschwindigkeitsdaten 35

3.12.8

Ereignisdaten 35

3.12.9

Störungsdaten 37

3.12.10

Kalibrierungsdaten 38

3.12.11

Zeiteinstellungsdaten 39

3.12.12

Kontrolltätigkeitsdaten 39

3.12.13

Unternehmenssperrdaten 39

3.12.14

Erfassen des Herunterladens 39

3.12.15

Daten zu spezifischen Bedingungen 40

3.12.16

Daten der Fahrtenschreiberkarte 40

3.13

Auslesen von Daten aus Fahrtenschreiberkarten 40

3.14

Aufzeichnung und Speicherung von Daten auf Fahrtenschreiberkarten 40

3.14.1

Aufzeichnung und Speicherung von Daten auf Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation 40

3.14.2

Aufzeichnung und Speicherung von Daten auf Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation 41

3.15

Anzeige 41

3.15.1

Standardanzeige 42

3.15.2

Warnanzeige 43

3.15.3

Menübedienung 43

3.15.4

Sonstige Anzeigen 43

3.16

Drucken 43

3.17

Warnsignale 44

3.18

Herunterladen von Daten auf externe Datenträger 45

3.19

Fernkommunikation für die Durchführung gezielter Straßenkontrollen 45

3.20

Datenausgabe an externe Zusatzgeräte 46

3.21

Kalibrierung 47

3.22

Straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung 47

3.23

Zeiteinstellung 48

3.24

Leistungsmerkmale 48

3.25

Werkstoffe 48

3.26

Markierungen 49

4

BAUART- UND FUNKTIONSMERKMALE DER FAHRTENSCHREIBERKARTEN 49

4.1

Sichtbare Daten 49

4.2

Sicherheit 52

4.3

Normen 53

4.4

Spezifikationen für Umgebung und Elektrizität 53

4.5

Datenspeicherung 53

4.5.1

Elementardateien für Kennung und Kartenverwaltung 54

4.5.2

IS-Kartenkennung 54

4.5.2.1

Chipkennung 54

4.5.2.2

DIR (nur in Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten) 54

4.5.2.3

ATR-Angaben (eingeschränkt, nur in Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten) 54

4.5.2.4

Erweiterte Längenangabe (eingeschränkt, nur in Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten) 55

4.5.3

Fahrerkarte 55

4.5.3.1

Fahrtenschreiberanwendung (zugänglich für Fahrzeugeinheiten der ersten und zweiten Generation) 55

4.5.3.1.1

Anwendungskennung 55

4.5.3.1.2

Schlüssel und Zertifikate 55

4.5.3.1.3

Kartenkennung 55

4.5.3.1.4

Karteninhaberkennung 55

4.5.3.1.5

Herunterladen von der Karte 55

4.5.3.1.6

Führerscheininformationen 55

4.5.3.1.7

Ereignisdaten 56

4.5.3.1.8

Störungsdaten 56

4.5.3.1.9

Fahrertätigkeitsdaten 57

4.5.3.1.10

Daten zu gefahrenen Fahrzeugen 57

4.5.3.1.11

Ort des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages 58

4.5.3.1.12

Kartenvorgangsdaten 58

4.5.3.1.13

Kontrolltätigkeitsdaten 58

4.5.3.1.14

Daten zu spezifischen Bedingungen 58

4.5.3.2

Fahrtenschreiberanwendung der zweiten Generation (für Fahrzeugeinheiten der ersten Generation nicht zugänglich) 59

4.5.3.2.1

Anwendungskennung 59

4.5.3.2.2

Schlüssel und Zertifikate 59

4.5.3.2.3

Kartenkennung 59

4.5.3.2.4

Karteninhaberkennung 59

4.5.3.2.5

Herunterladen von der Karte 59

4.5.3.2.6

Führerscheininformationen 59

4.5.3.2.7

Ereignisdaten 59

4.5.3.2.8

Störungsdaten 60

4.5.3.2.9

Fahrertätigkeitsdaten 61

4.5.3.2.10

Daten zu gefahrenen Fahrzeugen 61

4.5.3.2.11

Ort und Position des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages 62

4.5.3.2.12

Kartenvorgangsdaten 62

4.5.3.2.13

Kontrolltätigkeitsdaten 62

4.5.3.2.14

Daten zu spezifischen Bedingungen 63

4.5.3.2.15

Daten zu den genutzten Fahrzeugeinheiten 63

4.5.3.2.16

Ortsdaten zu drei Stunden ununterbrochener Lenkzeit 63

4.5.4

Werkstattkarte 63

4.5.4.1

Fahrtenschreiberanwendung (zugänglich für Fahrzeugeinheiten der ersten und zweiten Generation) 63

4.5.4.1.1

Anwendungskennung 63

4.5.4.1.2

Schlüssel und Zertifikate 63

4.5.4.1.3

Kartenkennung 64

4.5.4.1.4

Karteninhaberkennung 64

4.5.4.1.5

Herunterladen von der Karte 64

4.5.4.1.6

Kalibrierungs- und Zeiteinstellungsdaten 64

4.5.4.1.7

Ereignis- und Störungsdaten 65

4.5.4.1.8

Fahrertätigkeitsdaten 65

4.5.4.1.9

Daten zu gefahrenen Fahrzeugen 65

4.5.4.1.10

Daten zum Beginn und/oder Ende des Arbeitstages 65

4.5.4.1.11

Kartenvorgangsdaten 65

4.5.4.1.12

Kontrolltätigkeitsdaten 65

4.5.4.1.13

Daten zu spezifischen Bedingungen 65

4.5.4.2

Fahrtenschreiberanwendung der zweiten Generation (für Fahrzeugeinheiten der ersten Generation nicht zugänglich) 65

4.5.4.2.1

Anwendungskennung 65

4.5.4.2.2

Schlüssel und Zertifikate 66

4.5.4.2.3

Kartenkennung 66

4.5.4.2.4

Karteninhaberkennung 66

4.5.4.2.5

Herunterladen von der Karte 66

4.5.4.2.6

Kalibrierungs- und Zeiteinstellungsdaten 66

4.5.4.2.7

Ereignis- und Störungsdaten 67

4.5.4.2.8

Fahrertätigkeitsdaten 67

4.5.4.2.9

Daten zu gefahrenen Fahrzeugen 67

4.5.4.2.10

Daten zum Beginn und/oder Ende des Arbeitstages 67

4.5.4.2.11

Kartenvorgangsdaten 67

4.5.4.2.12

Kontrolltätigkeitsdaten 67

4.5.4.2.13

Daten zu den genutzten Fahrzeugeinheiten 67

4.5.4.2.14

Ortsdaten zu drei Stunden ununterbrochener Lenkzeit 68

4.5.4.2.15

Daten zu spezifischen Bedingungen 68

4.5.5

Kontrollkarte 68

4.5.5.1

Fahrtenschreiberanwendung (zugänglich für Fahrzeugeinheiten der ersten und zweiten Generation) 68

4.5.5.1.1

Anwendungskennung 68

4.5.5.1.2

Schlüssel und Zertifikate 68

4.5.5.1.3

Kartenkennung 68

4.5.5.1.4

Karteninhaberkennung 68

4.5.5.1.5

Kontrolltätigkeitsdaten 69

4.5.5.2

Fahrtenschreiberanwendung G2 (für Fahrzeugeinheiten der ersten Generation nicht zugänglich) 69

4.5.5.2.1

Anwendungskennung 69

4.5.5.2.2

Schlüssel und Zertifikate 69

4.5.5.2.3

Kartenkennung 69

4.5.5.2.4

Karteninhaberkennung 69

4.5.5.2.5

Kontrolltätigkeitsdaten 70

4.5.6

Unternehmenskarte 70

4.5.6.1

Fahrtenschreiberanwendung (zugänglich für Fahrzeugeinheiten der ersten und zweiten Generation) 70

4.5.6.1.1

Anwendungskennung 70

4.5.6.1.2

Schlüssel und Zertifikate 70

4.5.6.1.3

Kartenkennung 70

4.5.6.1.4

Karteninhaberkennung 70

4.5.6.1.5

Unternehmensaktivitätsdaten 70

4.5.6.2

Fahrtenschreiberanwendung G2 (für Fahrzeugeinheiten der ersten Generation nicht zugänglich) 71

4.5.6.2.1

Anwendungskennung 71

4.5.6.2.2

Schlüssel und Zertifikate 71

4.5.6.2.3

Kartenkennung 71

4.5.6.2.4

Karteninhaberkennung 71

4.5.6.2.5

Unternehmensaktivitätsdaten 71

5

EINBAU EINES KONTROLLGERÄTS 72

5.1

Einbau 72

5.2

Einbauplakette 73

5.3

Plombierung 74

6

EINBAUPRÜFUNGEN, NACHPRÜFUNGEN UND REPARATUREN 74

6.1

Zulassung der Einbaubetriebe, Werkstätten und Fahrzeughersteller 74

6.2

Prüfung neuer oder reparierter Geräte 75

6.3

Einbauprüfung 75

6.4

Regelmäßige Nachprüfungen 75

6.5

Messung der Anzeigefehler 76

6.6

Reparaturen 76

7

KARTENAUSGABE 76

8

TYPGENEHMIGUNG VON KONTROLLGERÄTEN UND FAHRTENSCHREIBERKARTEN 77

8.1

Allgemeines 77

8.2

Sicherheitszertifikat 78

8.3

Funktionszertifikat 78

8.4

Interoperabilitätszertifikat 78

8.5

Typgenehmigungsbogen 79

8.6

Ausnahmeverfahren: für die ersten Interoperabilitätszertifikate für Kontrollgeräte und Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation 80

EINLEITUNG

Das digitale Fahrtenschreibersystem der ersten Generation wird seit dem 1. Mai 2006 eingesetzt. Es kann im Inlandsverkehr bis zum Ablauf seiner Lebensdauer weiter verwendet werden. Im grenzüberschreitenden Verkehr müssen dagegen 15 Jahre nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung der Kommission alle Fahrzeuge mit einem intelligenten Fahrtenschreiber der zweiten Generation ausgerüstet sein, der durch diese Verordnung eingeführt wird.

Dieser Anhang enthält die Anforderungen an die Kontrollgeräte und Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation.

Ab dem Einführungstermin werden Kontrollgeräte der zweiten Generation in erstmals zugelassene Fahrzeuge eingebaut und Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation ausgestellt.

Im Hinblick auf eine reibungslose Einführung des Fahrtenschreibersystems der zweiten Generation müssen Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation so ausgelegt sein, dass sie auch in Fahrzeugeinheiten der ersten Generation verwendet werden können;

müssen gültige Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation nicht zum Einführungstermin ersetzt werden.

Dadurch können Fahrer ihre einzige Fahrerkarte behalten und in beiden Systemen verwenden.

Kontrollgeräte der zweiten Generation dürfen jedoch nur unter Verwendung von Werkstattkarten der zweiten Generation kalibriert werden.

Dieser Anhang enthält sämtliche Anforderungen in Bezug auf die Interoperabilität zwischen den Fahrtenschreibersystemen der ersten und der zweiten Generation.

Anlage 15 enthält weitere Einzelheiten zur Koexistenz der beiden Systeme.

Verzeichnis der Anlagen

Anlage 1:

DATENGLOSSAR

Anlage 2:

SPEZIFIKATION DER FAHRTENSCHREIBERKARTEN

Anlage 3:

PIKTOGRAMME

Anlage 4:

AUSDRUCKE

Anlage 5:

ANZEIGE

Anlage 6:

STECKANSCHLUSS AN DER VORDERSEITE FÜR KALIBRIERUNG UND HERUNTERLADEN

Anlage 7:

PROTOKOLLE ZUM HERUNTERLADEN DER DATEN

Anlage 8:

KALIBRIERUNGSPROTOKOLL

Anlage 9:

TYPGENEHMIGUNG MINDESTANFORDERUNG AN DIE DURCHZUFÜHRENDEN PRÜFUNGEN

Anlage 10:

SICHERHEITSANFORDERUNGEN

Anlage 11:

GEMEINSAME SICHERHEITSMECHANISMEN

Anlage 12:

POSITIONSBESTIMMUNG MITHILFE EINES GLOBALEN SATELLITENNAVIGATIONSSYSTEMS (GNSS)

Anlage 13:

ITS-SCHNITTSTELLE

Anlage 14:

FERNKOMMUNIKATIONSFUNKTION

Anlage 15:

MIGRATION: VERWALTUNG GLEICHZEITIG VORHANDENER AUSRÜSTUNGSGENERATIONEN

Anlage 16:

ADAPTER FÜR FAHRZEUGE DER KLASSEN M1 UND N1

1   BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

Im Sinne dieses Anhangs bedeutet:

a)

„Aktivierung“

Phase, in der der Fahrtenschreiber mithilfe einer Werkstattkarte seine volle Einsatzbereitschaft erlangt und alle Funktionen, einschließlich Sicherheitsfunktionen, erfüllt;

b)

„Authentisierung“

Funktion zur Feststellung und Überprüfung der Identität einer Person;

c)

„Authentizität“

Eigenschaft einer Information, die von einem Beteiligten stammt, dessen Identität überprüft werden kann;

d)

„Integrierter Test“

Tests auf Anforderung, ausgelöst durch den Bediener oder durch ein externes Gerät;

e)

„Kalendertag“

einen von 0.00 Uhr bis 24.00 Uhr dauernden Tag. Alle Kalendertage beziehen sich auf UTC-Zeitangaben (koordinierte Weltzeit);

f)

„Kalibrierung“ eines intelligenten Fahrtenschreibers

die Aktualisierung oder Bestätigung von Fahrzeugparametern, die im Massenspeicher zu speichern sind. Zu den Fahrzeugparametern gehören die Fahrzeugkennung (Fahrzeugidentifizierungsnummer (VIN), amtliches Kennzeichen (VRN) und zulassender Mitgliedstaat) sowie Fahrzeugmerkmale (Wegdrehzahl, Kontrollgerätkonstante, tatsächlicher Reifenumfang, Reifengröße, Einstellung des Geschwindigkeitsbegrenzers (wenn zutreffend), aktuelle UTC-Zeit, aktueller Kilometerstand); während der Kalibrierung eines Kontrollgeräts sind auch Art und Kennung aller vorhandenen, die Typgenehmigung betreffenden Plombierungen im Massenspeicher zu speichern;

eine Aktualisierung oder Bestätigung lediglich der UTC-Zeit gilt als Zeiteinstellung und nicht als Kalibrierung, sofern sie nicht im Widerspruch zu Randnummer 409 steht;

Zum Kalibrieren eines Kontrollgeräts muss eine Werkstattkarte verwendet werden.

g)

„Kartennummer“

eine aus 16 alphanumerischen Zeichen bestehende Nummer zur eindeutigen Identifizierung einer Fahrtenschreiberkarte innerhalb eines Mitgliedstaates. Die Kartennummer enthält (gegebenenfalls) einen fortlaufenden Kartenindex, einen Kartenersatzindex und einen Kartenerneuerungsindex;

Die eindeutige Zuordnung einer Karte erfolgt somit anhand des Codes des ausstellenden Mitgliedstaates und der Kartennummer;

h)

„Fortlaufender Kartenindex“

das 14. alphanumerische Zeichen einer Kartennummer zur Unterscheidung der verschiedenen Karten, die für ein(e) zum Empfang mehrerer Fahrtenschreiberkarten berechtigte(s) Unternehmen, Werkstatt oder Kontrollbehörde ausgestellt wurden. Die eindeutige Identifizierung des Unternehmens, der Werkstatt bzw. der Kontrollbehörde erfolgt durch die 13 ersten Zeichen der Kartennummer;

i)

„Kartenerneuerungsindex“

das 16. alphanumerische Zeichen einer Kartennummer, das bei jeder Erneuerung der Fahrtenschreiberkarte um eine Stelle erhöht wird;

j)

„Kartenersatzindex“

das 15. alphanumerische Zeichen einer Kartennummer, das sich um eine Stelle erhöht, wenn die Fahrtenschreiberkarte ersetzt wird;

k)

„Wegdrehzahl des Kraftfahrzeugs“

die Kenngröße, die den Zahlenwert des Ausgangssignals angibt, das am Anschlussstutzen für das Kontrollgerät am Kraftfahrzeug (Getriebestutzen bzw. Radachse) bei einer unter normalen Prüfbedingungen zurückgelegten Wegstrecke von einem Kilometer gemäß Randnummer 414 entsteht. Die Wegdrehzahl wird in Impulsen je Kilometer (w = … Imp/km) ausgedrückt;

l)

„Unternehmenskarte“

eine Fahrtenschreiberkarte, die die Behörden eines Mitgliedstaats einem Verkehrsunternehmen ausstellen, das mit einem Fahrtenschreiber ausgerüstete Fahrzeuge betreiben muss, und die das Verkehrsunternehmen ausweist und das Anzeigen, Herunterladen und Ausdrucken der Daten ermöglicht, die in dem von diesem Verkehrsunternehmen gesperrten Fahrtenschreiber gespeichert sind;

m)

„Konstante des Kontrollgerätes“

die Kenngröße, die den Wert des Eingangssignals angibt, der für das Anzeigen und Aufzeichnen einer zurückgelegten Wegstrecke von 1 km erforderlich ist; diese Konstante wird in Impulsen je Kilometer (k = … Imp/km) ausgedrückt;

n)

„ununterbrochene Lenkzeit“, im Kontrollgerät errechnet als (1):

die jeweiligen akkumulierten Lenkzeiten eines bestimmten Fahrers seit Ende seiner letzten BEREITSCHAFT oder UNTERBRECHUNG/RUHE oder UNBEKANNTEN Zeit (2) von 45 oder mehr Minuten (dieser Zeitraum kann gemäß der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates (3) aufgeteilt worden sein). Bei den Berechnungen werden nach Bedarf die auf der Fahrerkarte gespeicherten bisherigen Tätigkeiten berücksichtigt. Hat der Fahrer seine Karte nicht eingesteckt, beruhen die Berechnungen auf den Massenspeicheraufzeichnungen zu dem Zeitraum, in dem keine Karte eingesteckt war, und zum entsprechenden Steckplatz;

o)

„Kontrollkarte“

eine Fahrtenschreiberkarte, die die Behörden eines Mitgliedstaats einer zuständigen nationalen Kontrollbehörde ausstellen, die die Kontrollbehörde, und fakultativ den Kontrolleur, ausweist und das Auslesen, Ausdrucken und/oder Herunterladen der im Massenspeicher, auf Fahrerkarten, und fakultativ auf Werkstattkarten gespeicherten Daten, ermöglicht;

sie ermöglicht außerdem den Zugriff auf die Funktion straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung und die Daten im Fernabfragegerät.

p)

„kumulative Unterbrechungszeit“, im Kontrollgerät errechnet als (1):

die kumulative Lenkzeitunterbrechung eines bestimmten Fahrers wird errechnet als die jeweilige akkumulierte Zeit aus BEREITSCHAFT, UNTERBRECHUNG/RUHE oder UNBEKANNT (2) von 15 oder mehr Minuten seit dem Ende der letzten BEREITSCHAFT oder UNTERBRECHUNG/RUHE oder UNBEKANNTEN Zeit (2) von 45 oder mehr Minuten (dieser Zeitraum kann gemäß der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 aufgeteilt worden sein).

Bei den Berechnungen werden nach Bedarf die auf der Fahrerkarte gespeicherten bisherigen Tätigkeiten berücksichtigt. Unbekannte Zeiträume mit negativer Dauer (Beginn des unbekannten Zeitraums > Ende des unbekannten Zeitraums) aufgrund von zeitlichen Überlappungen verschiedener Kontrollgeräte werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Hat der Fahrer seine Karte nicht eingesteckt, beruhen die Berechnungen auf den Massenspeicheraufzeichnungen für den Zeitraum, in dem keine Karte eingesteckt war, und den entsprechenden Steckplatz;

q)

„Massenspeicher“

ein in das Kontrollgerät eingebautes Speichermedium;

r)

„digitale Signatur“

die an einen Datenblock angehängte Datenmenge oder die verschlüsselte Umwandlung eines Datenblocks, die es dem Empfänger des Datenblocks ermöglicht, sich der Authentizität und Integrität des Datenblocks zu vergewissern;

s)

„Herunterladen“

das Kopieren eines Teils oder aller im Massenspeicher der Fahrzeugeinheit oder der im Speicher einer Fahrtenschreiberkarte enthaltenen Datendateien zusammen mit der digitalen Signatur, sofern gespeicherte Daten dabei weder verändert noch gelöscht werden;

die Hersteller von intelligenten Fahrtenschreiber-Fahrzeugeinheiten und die Hersteller der zum Herunterladen von Datendateien konzipierten und bestimmten Geräte treffen alle zumutbaren Maßnahmen, um zu gewährleisten, dass das Herunterladen dieser Daten unter möglichst geringen Zeitverlusten durch die Verkehrsunternehmen und Fahrer erfolgen kann.

Die Datei mit detaillierten Geschwindigkeitsdaten muss möglicherweise zur Feststellung der Einhaltung der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 nicht heruntergeladen werden, kann aber für andere Zwecke, z. B. zur Ermittlung eines Unfallhergangs, verwendet werden.

t)

„Fahrerkarte“

eine Fahrtenschreiberkarte, die einem bestimmten Fahrer von den Behörden eines Mitgliedstaats ausgestellt wird, den Fahrer ausweist und die Speicherung von Tätigkeitsdaten des Fahrers ermöglicht;

u)

„tatsächlicher Umfang der Fahrzeugreifen“

der Mittelwert der von jedem Antriebsrad bei einer vollen Umdrehung zurückgelegten Wegstrecke. Die Messung dieser Wegstrecken muss unter normalen Prüfbedingungen gemäß Randnummer 414 erfolgen und wird in folgender Form ausgedrückt: „l = … mm“. Fahrzeughersteller können die Messung dieser Wegstrecken durch eine theoretische Berechnung ersetzen, bei der die Achslastverteilung des fahrbereiten, unbeladenen Fahrzeugs berücksichtigt wird (4). Die Verfahren für diese theoretische Berechnung bedürfen der Genehmigung durch eine zuständige Behörde des Mitgliedstaats und können nur vor der Aktivierung des Fahrtenschreibers durchgeführt werden;

v)

„Ereignis“

eine vom intelligenten Fahrtenschreiber festgestellte Betriebsabweichung, die möglicherweise auf einen Betrugsversuch zurückgeht;

w)

„externe GNSS-Ausrüstung“

eine Ausrüstung, die den GNSS-Empfänger (wenn die Fahrzeugeinheit (VU) nicht aus einem Einzelgerät besteht) sowie andere Komponenten enthält, die erforderlich sind für den Schutz der Kommunikation der Positionsdaten an die übrige Fahrzeugeinheit;

x)

„Störung“

eine vom intelligenten Fahrtenschreiber festgestellte Betriebsabweichung, die möglicherweise auf eine technische Fehlfunktion oder ein technisches Versagen zurückgeht;

y)

„GNSS-Empfänger“

ein elektronisches Gerät, das die Signale von einem oder mehreren globalen Satellitennavigationssystem(en) (GNSS) empfängt und digital verarbeitet, um Positions-, Geschwindigkeits- und Zeitangaben liefern zu können;

z)

„Einbau“

die Montage eines Fahrtenschreibers in einem Fahrzeug;

aa)

„Interoperabilität“

die Fähigkeit von Systemen, Daten auszutauschen und Informationen weiterzugeben, sowie die ihnen zugrundeliegenden Geschäftsabläufe;

bb)

„Schnittstelle“

„Schnittstelle“ ist eine Einrichtung zwischen Systemen, die der Verbindung und der Kommunikation zwischen den Systemen dient;

cc)

„Position“

geografische Koordinaten des Fahrzeugs zu einem bestimmten Zeitpunkt;

dd)

„Bewegungssensor“

den Bestandteil des Fahrtenschreibers, der ein Signal bereitstellt, das die Fahrzeuggeschwindigkeit und/oder die zurückgelegte Wegstrecke darstellt;

ee)

„ungültige Karte“

eine Karte, die als fehlerhaft festgestellt wurde oder deren Erstauthentisierung fehlgeschlagen oder deren Gültigkeitsbeginn noch nicht erreicht oder deren Ablaufdatum überschritten ist;

ff)

„offene Norm“

eine Norm, die in einem Normenspezifikationsdokument aufgeführt ist, das kostenlos oder gegen eine Schutzgebühr zur Verfügung steht und gebührenfrei oder gegen eine Schutzgebühr kopiert, verteilt oder benutzt werden darf;

gg)

„Kontrollgerät nicht erforderlich“

wenn die Anwendung des Kontrollgeräts gemäß den Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 nicht erforderlich ist;

hh)

„Geschwindigkeitsüberschreitung“

die Überschreitung der zulässigen Fahrzeuggeschwindigkeit, definiert als Zeitraum von mehr als 60 Sekunden, in dem die gemessene Fahrzeuggeschwindigkeit den Höchstwert für die Einstellung des Geschwindigkeitsbegrenzers gemäß Richtlinie 92/6/EWG des Rates vom 10. Februar 1992 über Einbau und Benutzung von Geschwindigkeitsbegrenzern für bestimmte Kraftfahrzeugklassen in der Gemeinschaft (5) in der zuletzt geänderten Fassung überschreitet;

ii)

„regelmäßige Nachprüfung“

einen Komplex von Arbeitsgängen zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Funktion des Fahrtenschreibers und der Übereinstimmung seiner Einstellungen mit den Fahrzeugparametern sowie zur Kontrolle, dass keine Manipulationsvorrichtungen an den Fahrtenschreiber angeschlossen sind;

jj)

„Drucker“

eine Komponente des Kontrollgeräts, das Ausdrucke gespeicherter Daten liefert;

kk)

„Fernkommunikation zur Früherkennung“

die Kommunikation zwischen der Ausrüstung zur Früherkennung per Fernkommunikation und dem Fernabfragegerät im Rahmen gezielter Straßenkontrollen zur Fernerkennung möglicher Manipulationen oder möglichen Missbrauchs des Kontrollgeräts;

ll)

„Ausrüstung zur Fernkommunikation“

das Gerät der Fahrzeugeinheit, das zur Durchführung gezielter Straßenkontrollen eingesetzt wird;

mm)

„Fernabfragegerät“

das von den Kontrolleuren bei gezielten Straßenkontrollen verwendete System;

nn)

„Erneuerung“

die Ausgabe einer neuen Fahrtenschreiberkarte bei Ablauf der Gültigkeit einer vorhandenen Karte oder wenn die vorhandene Karte defekt ist und der ausstellenden Behörde zurückgegeben wurde. Bei einer Erneuerung besteht stets die Gewissheit, dass nicht zwei gültige Karten gleichzeitig vorhanden sind;

oo)

„Reparatur“

die Reparatur eines Bewegungssensors oder einer Fahrzeugeinheit oder eines Kabels, wozu die Trennung von der Stromversorgung oder die Trennung von anderen Komponenten des Fahrtenschreibers oder die Öffnung des Bewegungssensors oder der Fahrzeugeinheit erforderlich ist;

pp)

„Kartenersatz“

die Ausgabe einer Fahrtenschreiberkarte als Ersatz für eine vorhandene Karte, die als verloren, gestohlen oder defekt gemeldet und der ausstellenden Behörde nicht zurückgegeben wurde. Ein Ersatz birgt immer das Risiko, dass möglicherweise zwei gültige Karten gleichzeitig vorhanden sind;

qq)

„Sicherheitszertifizierung“

der Prozess der Zertifizierung durch eine Common-Criteria-Zertifizierungsstelle, dass das untersuchte Kontrollgerät (oder die Komponente) oder die untersuchte Fahrtenschreiberkarte die in den jeweiligen Schutzprofilen festgelegten Sicherheitsanforderungen erfüllt;

rr)

„Selbsttest“

zyklisch und automatisch vom Kontrollgerät durchgeführte Tests zur Feststellung von Störungen;

ss)

„Zeitmessung“

die ununterbrochene digitale Aufzeichnung der koordinierten Weltzeit aus Kalenderdatum und Uhrzeit (UTC);

tt)

„Zeiteinstellung“

ist die in regelmäßigen Abständen vorgenommene automatische Einstellung der aktuellen Zeit mit einer Höchsttoleranz von einer Minute oder die während der Kalibrierung vorgenommene Einstellung;

uu)

„Reifengröße“

die Bezeichnung der Abmessungen der Reifen (äußere Antriebsräder) gemäß Richtlinie 92/23/EWG des Rates (6) in der zuletzt geänderten Fassung;

vv)

„Fahrzeugkennung“

Nummern, mit deren Hilfe das Fahrzeug identifiziert werden kann: amtliches Kennzeichen (VRN) mit Angabe des zulassenden Mitgliedstaats und der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (VIN) (7);

ww)

„Woche“ (zu Berechnungszwecken im Kontrollgerät)

den Zeitraum zwischen Montag 0.00 Uhr UTC und Sonntag 24.00 Uhr UTC;

xx)

„Werkstattkarte“

eine Fahrtenschreiberkarte, die die Behörden eines Mitgliedstaats benannten Mitarbeitern eines von diesem Mitgliedstaat zugelassenen Fahrtenschreiberherstellers, Einbaubetriebs, Fahrzeugherstellers oder einer von ihm zugelassenen Werkstatt ausstellen, den Karteninhaber ausweist und das Prüfen, Kalibrieren und Aktivieren von Fahrtenschreibern und/oder das Herunterladen der Daten von diesen ermöglicht;

yy)

„Adapter“

ein Gerät, das ein anderes als das für die unabhängige Bewegungserkennung verwendete, permanent die Fahrzeuggeschwindigkeit und/oder die zurückgelegte Wegstrecke darstellendes Signal bereitstellt und

ausschließlich in erstmals seit 1. Mai 2006 in Betrieb genommenen Fahrzeuge der Klassen M1 und N1 (gemäß der Begriffsbestimmung in Anhang II der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments des Rates (8) in der zuletzt geänderten Fassung) eingebaut ist und eingesetzt wird;

an einem Ort eingebaut ist, an dem der Einbau eines bestehenden Bewegungssensors anderer Art, der ansonsten den Bestimmungen dieses Anhangs und dessen Anlagen 1 bis 15 entspricht, mechanisch unmöglich ist;

zwischen der Fahrzeugeinheit und dem Ort der Erzeugung von Geschwindigkeits-/Entfernungsimpulsen durch integrierte Sensoren oder alternative Schnittstellen eingebaut ist,

aus Sicht einer Fahrzeugeinheit verhält sich der Adapter ebenso, als wäre ein den Bestimmungen dieses Anhangs und dessen Anlagen 1 bis 16 entsprechender Bewegungssensor an die Fahrzeugeinheit angeschlossen;

Der Einsatz eines solchen Adapters in den oben beschriebenen Fahrzeugen muss den Einbau und die ordnungsgemäße Nutzung einer Fahrzeugeinheit im Einklang mit allen Vorschriften dieses Anhangs ermöglichen.

Der intelligente Fahrtenschreiber für diese Fahrzeuge besteht aus Verbindungskabeln, einem Adapter und einer Fahrzeugeinheit;

zz)

„Datenintegrität“

die Richtigkeit und Konsistenz gespeicherter Daten, die dadurch angezeigt wird, dass zwischen zwei Aktualisierungen eines Datensatzes die Daten nicht verändert werden. Integrität bedeutet, dass es sich bei den Daten um eine genaue Kopie der Originalfassung handelt, d. h., dass sie während des Schreibens auf bzw. beim Auslesen eine(r) Fahrtenschreiberkarte oder eine(r) spezielle(n) Ausrüstung oder bei der Übermittlung durch einen Kommunikationskanal nicht verfälscht wurde;

aaa)

„Datenschutz“

die gesamten technischen Maßnahmen zur Gewährleistung der ordnungsgemäßen Umsetzung der Grundsätze, die in der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (9) sowie der Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (10) niedergelegt wurden;

bbb)

„intelligentes Fahrtenschreibersystem“

das Kontrollgerät, die Fahrtenschreiberkarten und die gesamte direkt oder indirekt interagierende Ausrüstung während Bau, Einbau, Benutzung, Prüfung und Kontrolle, u. a. Karten, das Fernabfragegerät und sonstige Ausrüstungen für das Herunterladen von Daten, Datenanalysen, die Kalibrierung, die Erstellung, Verwaltung oder Einführung von Sicherheitselementen;

ccc)

„Einführungstermin“

36 Monate nach Inkrafttreten der Einzelvorschriften gemäß Artikel 11 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 Europäischen Parlaments und des Rates (11).

Dies ist das Datum, ab dem erstmals zugelassene Fahrzeuge

mit einem Fahrtenschreiber ausgerüstet sein müssen, der an einen Positionsbestimmungsdienst auf der Basis eines Satellitennavigationssystems angebunden ist;

fähig sein müssen, den zuständigen Kontrollbehörden Daten für gezielte Straßenkontrollen zu übermitteln, während sich das Fahrzeug in Bewegung befindet;

und mit genormten Schnittstellen ausgerüstet werden können, die in der Betriebsart Betrieb die Nutzung der vom Fahrtenschreiber aufgezeichneten oder erzeugten Daten durch externe Geräte ermöglichen;

ddd)

„Schutzprofil“

ein im Rahmen des Common-Criteria-Zertifizierungsverfahrens verwendetes Dokument mit implementationsneutralen Spezifikationen von Sicherheitsanforderungen für die Informationssicherung;

eee)

„GNSS-Genauigkeit“

im Rahmen der Aufzeichnung der Position über das globale Satellitennavigationssystem (GNSS) mit Fahrtenschreibern den Wert der Horizontalgenauigkeit (Horizontal Dilution of Precision, HDOP), berechnet als das Minimum der von den verfügbaren GNSS-Systemen erfassten HDOP-Werte.

2   ALLGEMEINE FUNKTIONSMERKMALE DES KONTROLLGERÄTS

2.1   Allgemeine Merkmale

Aufgabe des Kontrollgeräts ist das Aufzeichnen, Speichern, Anzeigen, Ausdrucken und Ausgeben von tätigkeitsbezogenen Daten des Fahrers.

Ein Fahrzeug, das mit einem den Bestimmungen dieses Anhangs genügenden Kontrollgerät ausgestattet ist, muss über eine Geschwindigkeitsanzeige und einen Kilometerzähler verfügen. Diese Funktionen können in das Kontrollgerät integriert sein.

01)

Das Kontrollgerät besteht aus Verbindungskabeln, einem Bewegungssensor und einer Fahrzeugeinheit.

02)

Die Schnittstelle zwischen Bewegungssensoren und Fahrzeugeinheiten muss den Vorschriften gemäß Anlage 11 entsprechen.

03)

Die Fahrzeugeinheit muss an ein oder mehrere globale(s) Satellitennavigationssystem(e) gemäß Anlage 12 angebunden sein.

04)

Die Fahrzeugeinheit muss mit den Fernabfragegeräten gemäß Anlage 14 kommunizieren.

05)

Die Fahrzeugeinheit kann eine in Anlage 13 spezifizierte ITS-Schnittstelle umfassen.

Das Kontrollgerät kann durch zusätzliche Schnittstellen und/oder durch die optionale ITS-Schnittstelle auch mit anderen Ausrüstungen verbunden werden.

06)

Werden Zusatzeinrichtungen in das Kontrollgerät eingebaut oder daran angeschlossen, dürfen sie unabhängig davon, ob sie zugelassen sind, die einwandfreie Arbeitsweise des Kontrollgeräts und die Bestimmungen dieser Verordnung weder faktisch noch potenziell beeinträchtigen.

Benutzer des Kontrollgeräts weisen sich gegenüber dem Gerät mit Fahrtenschreiberkarten aus.

07)

Je nach Art und/oder Identität des Benutzers bietet das Kontrollgerät einen selektiven Zugang zu Daten und Funktionen.

Das Kontrollgerät zeichnet Daten auf und speichert sie in seinem Massenspeicher, der Fernkommunikationsausrüstung und auf Fahrtenschreiberkarten.

Dies geschieht in Übereinstimmung mit der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr (12), der Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Juli 2002 über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation (13) und im Einklang mit Artikel 7 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014.

2.2   Funktionen

08)

Das Kontrollgerät muss folgende Funktionen gewährleisten:

Überwachung des Einsteckens und Entnehmens von Karten,

Geschwindigkeits-, Wegstrecken- und Positionsmessung,

Zeitmessung,

Überwachung der Fahrertätigkeiten,

Überwachung des Status der Fahrzeugführung,

manuelle Eingabe durch die Fahrer:

Eingabe des Orts des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages,

manuelle Eingabe der Fahrertätigkeiten,

Eingabe spezifischer Bedingungen,

Unternehmenssperren,

Überwachung von Kontrollen,

Feststellung von Ereignissen und/oder Störungen,

integrierte Tests und Selbsttests,

Auslesen von Daten aus dem Massenspeicher,

Aufzeichnung und Speicherung von Daten im Massenspeicher,

Auslesen von Daten aus Fahrtenschreiberkarten,

Aufzeichnung und Speicherung von Daten auf Fahrtenschreiberkarten,

Datenanzeige,

Ausdrucken,

Warnsignale,

Herunterladen von Daten auf externe Datenträger,

Fernkommunikation für die Durchführung gezielter Straßenkontrollen,

Datenausgabe an zusätzliche Ausrüstungen,

Kalibrierung,

straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung,

Zeiteinstellung.

2.3   Betriebsarten

09)

Das Kontrollgerät verfügt über vier Betriebsarten:

Betrieb,

Kontrolle,

Kalibrierung,

Unternehmen.

10)

Je nachdem, welche gültige Fahrtenschreiberkarte in die Kartenschnittstellen eingesteckt ist, schaltet das Kontrollgerät auf folgende Betriebsart. Für die Wahl der Betriebsart ist es unerheblich, zu welcher Generation die Fahrtenschreiberkarte gehört, sofern die eingesteckte Karte gültig ist. Eine Werkstattkarte der ersten Generation gilt immer als ungültig, wenn sie in eine Fahrzeugeinheit (VU) der zweiten Generation eingesteckt wird.

Betriebsart

Steckplatz des Fahrers

Keine Karte

Fahrerkarte

Kontrollkarte

Werkstattkarte

Unternehmenskarte

Steckplatz des Beifahrers

Keine Karte

Betrieb

Betrieb

Kontrolle

Kalibrierung

Unternehmen

Fahrerkarte

Betrieb

Betrieb

Kontrolle

Kalibrierung

Unternehmen

Kontrollkarte

Kontrolle

Kontrolle

Kontrolle (*)

Betrieb

Betrieb

Werkstattkarte

Kalibrierung

Kalibrierung

Betrieb

Kalibrierung (*)

Betrieb

Unternehmenskarte

Unternehmen

Unternehmen

Betrieb

Betrieb

Unternehmen (*)

11)

Ungültige Karten, die eingesteckt werden, sind vom Kontrollgerät zu ignorieren, doch müssen das Anzeigen, Ausdrucken oder Herunterladen von auf abgelaufenen Karten gespeicherten Daten möglich sein.

12)

Alle in 2.2 aufgeführten Funktionen sind in jeder Betriebsart zu gewährleisten, wobei folgende Ausnahmen gelten:

die Funktion Kalibrierung ist nur in der Betriebsart Kalibrierung verfügbar,

die Funktion straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung ist nur in der Betriebsart Kontrolle verfügbar,

die Funktion Unternehmenssperre ist nur in der Betriebsart Unternehmen verfügbar,

die Funktion Überwachung von Kontrollen ist nur in der Betriebsart Kontrolle verfügbar,

Die Funktion Herunterladen von Daten ist in der Betriebsart Betrieb nicht verfügbar (außer gemäß Randnummer 193), abgesehen vom Herunterladen einer Fahrerkarte, wenn keine andere Karte in die Fahrzeugeinheit eingesteckt ist.

13)

Das Kontrollgerät kann jegliche Daten an Anzeige-, Drucker- oder externe Schnittstellen ausgeben, wobei folgende Ausnahmen gelten:

in der Betriebsart Betrieb werden persönliche Daten (Vor- und Zuname), die nicht zur einer eingesteckten Fahrtenschreiberkarte gehören, ausgeblendet, und eine Kartennummer, die nicht zu einer eingesteckten Fahrtenschreiberkarte gehört, wird teilweise ausgeblendet (von links nach rechts jedes zweite Zeichen),

in der Betriebsart Unternehmen (Randnummern 102, 105 und 108) lassen sich Fahrerdaten nur für Zeiträume ausgeben, für die keine Sperrung besteht oder kein anderes Unternehmen (ausgewiesen durch die ersten 13 Stellen der Unternehmenskartennummer) eine Sperrung innehat.

ist keine Karte in das Kontrollgerät eingesteckt, lassen sich Fahrerdaten nur für den aktuellen und die 8 vorhergehenden Kalendertage ausgeben,

personenbezogene Daten aus der Fahrzeugeinheit dürfen nur dann durch die ITS-Schnittstelle der VU ausgegeben werden, wenn die Zustimmung des Fahrers, auf den sich die Daten beziehen, überprüft wurde;

die Fahrzeugeinheiten haben eine normale Gültigkeitsdauer von 15 Jahren ab dem Ausstellungsdatum der Zertifikate für die Fahrzeugeinheit; die Fahrzeugeinheiten können jedoch für weitere 3 Monate nur für das Herunterladen von Daten verwendet werden.

2.4   Sicherheit

Durch die Systemsicherheit soll folgender Schutz gewährleistet sein: Schutz des Massenspeichers, so dass ein unbefugter Zugriff auf die Daten und deren Manipulation ausgeschlossen ist und alle entsprechenden Versuche entdeckt werden, Schutz der Integrität und Authentizität der zwischen Bewegungssensor und Fahrzeugeinheit ausgetauschten Daten, Schutz der Integrität und Authentizität der zwischen dem Kontrollgerät und den Fahrtenschreiberkarten ausgetauschten Daten, Schutz der Integrität und Authentizität der zwischen dem Kontrollgerät und der externen GNSS-Ausrüstung ausgetauschten Daten, Schutz der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der zu Kontrollzwecken durch Früherkennung per Fernkommunikation ausgetauschten Daten sowie Überprüfung der Integrität und Authentizität heruntergeladener Daten.

14)

Zur Gewährleistung der Systemsicherheit müssen folgende Komponenten die in ihren Schutzprofilen spezifizierten Sicherheitsanforderungen gemäß Anlage 10 erfüllen:

Fahrzeugeinheit,

Fahrtenschreiberkarte,

Bewegungssensor,

externe GNSS-Ausrüstung (dieses Profil ist nur für die externe GNSS-Variante erforderlich und anwendbar).

3   BAUART- UND FUNKTIONSMERKMALE DES KONTROLLGERÄTS

3.1   Überwachung des Einsteckens und Entnehmens von Karten

15)

Das Kontrollgerät überwacht die Kartenschnittstellen und erkennt das Einstecken und Entnehmen einer Karte.

16)

Beim Einstecken einer Karte erkennt das Kontrollgerät, ob es sich um eine gültige Fahrtenschreiberkarte handelt, und identifiziert in diesem Fall die Kartenart und die Kartengeneration.

Wurde eine Karte mit derselben Kartennummer und einem höheren Erneuerungsindex bereits in das Kontrollgerät eingesteckt, wird die Karte für ungültig erklärt.

Wurde eine Karte mit derselben Kartennummer und demselben Erneuerungsindex, aber einem höheren Ersatzindex bereits in das Kontrollgerät eingesteckt, wird die Karte für ungültig erklärt.

17)

Die Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation gelten für das Kontrollgerät als ungültig, nachdem die Möglichkeit der Verwendung von Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation von einer Werkstatt in Übereinstimmung mit Anlage 15 (Anforderung MIG003) unterdrückt wurde.

18)

Werkstattkarten der ersten Generation, die in ein Kontrollgerät der zweiten Generation eingesteckt werden, gelten als ungültig.

19)

Das Kontrollgerät muss so ausgelegt sein, dass die Fahrtenschreiberkarten nach dem ordnungsgemäßen Einstecken in die Kartenschnittstelle einrasten.

20)

Das Entnehmen der Fahrtenschreiberkarten darf nur bei stehendem Fahrzeug und nach der Speicherung der jeweiligen Daten auf die Karten sowie durch entsprechende Einwirkung des Benutzers möglich sein.

3.2   Geschwindigkeits-, Positions- und Wegstreckenmessung

21)

Der (möglicherweise in den Adapter eingebettete) Bewegungssensor ist die wichtigste Quelle für die Geschwindigkeits- und Wegstreckenmessung.

22)

Diese Funktion muss unter Verwendung der vom Bewegungssensor bereitgestellten Impulse kontinuierlich den Kilometerstand entsprechend der gesamten vom Fahrzeug zurückgelegten Wegstrecke messen und angeben können.

23)

Diese Funktion muss unter Verwendung der vom Bewegungssensor bereitgestellten Impulse kontinuierlich die Geschwindigkeit des Fahrzeugs messen und angeben können.

24)

Die Geschwindigkeitsmessfunktion liefert auch Informationen darüber, ob das Fahrzeug fährt oder steht. Das Fahrzeug gilt als fahrend, sobald die Funktion vom Bewegungssensor mindestens 5 Sekunden lang mehr als 1 Imp/s erhält; ansonsten gilt das Fahrzeug als stehend.

25)

Geräte zur Anzeige der Geschwindigkeit (Tachometer) und der zurückgelegten Gesamtwegstrecke (Kilometerzähler), die in einem mit einem verordnungsgemäßen Kontrollgerät ausgerüsteten Fahrzeug eingebaut sind, müssen den Vorschriften über die in diesem Anhang (siehe 3.2.1 und 3.2.2) festgelegten zulässigen Fehlergrenzen entsprechen.

26)

Zur Ermittlung einer etwaigen Manipulation der Bewegungsdaten sind die vom Bewegungssensor stammenden Informationen durch Daten zur Fahrzeugbewegung zu untermauern, die aus dem GNSS-Empfänger oder anderen vom Bewegungssensor unabhängigen Quellen gewonnen werden.

27)

Diese Funktion misst die Position des Fahrzeugs, um die automatische Aufzeichnung der

Positionen, an denen der Fahrer und/oder der Beifahrer seinen Arbeitstag beginnt,

Positionen, an denen die ununterbrochene Lenkzeit des Fahrer ein Vielfaches von drei Stunden erreicht,

Positionen, an denen der Fahrer und/oder der Beifahrer seinen Arbeitstag beendet, zu ermöglichen.

3.2.1   Messung der zurückgelegten Wegstrecke

28)

Die zurückgelegte Wegstrecke kann gemessen werden:

als Kumulierung der Vorwärts- und der Rückwärtsfahrt oder

nur beim Vorwärtsfahren.

29)

Das Kontrollgerät misst Wegstrecken von 0 bis 9 999 999,9 km.

30)

Die gemessene Wegstrecke muss innerhalb folgender Fehlergrenzen liegen (Strecken von mindestens 1 000 m):

± 1 % vor dem Einbau,

± 2 % beim Einbau und bei den regelmäßigen Nachprüfungen,

± 4 % während des Betriebs.

31)

Die Wegstreckenmessung erfolgt auf mindestens 0,1 km genau.

3.2.2   Geschwindigkeitsmessung

32)

Das Kontrollgerät misst die Geschwindigkeit von 0 bis 220 km/h.

33)

Zur Gewährleistung einer zulässigen Fehlergrenze der angezeigten Geschwindigkeit im Betrieb von ± 6 km/h und unter Berücksichtigung

einer Fehlergrenze von ± 2 km/h für Inputabweichungen (Reifenabweichungen, …),

einer Fehlergrenze von ± 1 km/h bei Messungen beim Einbau oder bei den regelmäßigen Nachprüfungen

misst das Kontrollgerät bei Geschwindigkeiten zwischen 20 und 180 km/h und bei Wegdrehzahlen des Fahrzeugs zwischen 4 000 und 25 000 Imp/km die Geschwindigkeit innerhalb einer Fehlergrenze von ± 1 km/h (bei konstanter Geschwindigkeit).

Anmerkung: Aufgrund der Auflösung der Datenspeicherung ergibt sich eine weitere zulässige Fehlergrenze von ± 0,5 km/h für die vom Kontrollgerät gespeicherte Geschwindigkeit.

34)

Die Geschwindigkeit muss innerhalb der zulässigen Fehlergrenzen innerhalb von 2 Sekunden nach Abschluss einer Geschwindigkeitsänderung korrekt gemessen werden, wenn sich die Geschwindigkeit mit bis zu 2 m/s2 geändert hat.

35)

Die Geschwindigkeitsmessung erfolgt auf mindestens 1 km/h genau.

3.2.3   Messung der Position

36)

Das Kontrollgerät misst die absolute Position des Fahrzeugs unter Verwendung des GNSS-Empfängers.

37)

Die absolute Position wird in geografischen Koordinaten der Breite und Länge in Grad und Minuten mit einer Auflösung von 1/10 Minute gemessen.

3.3   Zeitmessung

38)

Die Zeitmessfunktion läuft ständig und stellt Datum und Uhrzeit digital in UTC bereit.

39)

Für Datierungsdaten im Kontrollgerät (Aufzeichnungen, Datenaustausch) und für sämtliche in Anlage 4 „Ausdrucke“ aufgeführten Ausdrucke sind durchgängig Datum und Uhrzeit in UTC zu verwenden.

40)

Zur Anzeige der Ortszeit muss es möglich sein, den Versatz der angezeigten Zeit in Halbstundenschritten zu ändern. Ein anderer Versatz als negative oder positive Vielfache von halben Stunden ist nicht zulässig.

41)

Die Zeitabweichung darf bei fehlender Zeiteinstellung ± 2 Sekunden/Tag unter Typgenehmigungsbedingungen betragen.

42)

Die Zeitmessung erfolgt auf mindestens 1 Sekunde genau.

43)

Die Zeitmessung darf durch eine Unterbrechung der externen Stromversorgung von weniger als 12 Monaten unter Typgenehmigungsbedingungen nicht beeinträchtigt werden.

3.4   Überwachung der Fahrertätigkeiten

44)

Diese Funktion überwacht ständig und gesondert die Tätigkeiten des Fahrers und des Beifahrers.

45)

Fahrertätigkeiten sind LENKEN, ARBEIT, BEREITSCHAFT und UNTERBRECHUNG/RUHE.

46)

ARBEIT, BEREITSCHAFT sowie UNTERBRECHUNG/RUHE müssen vom Fahrer und/oder vom Beifahrer manuell ausgewählt werden können.

47)

Während der Fahrt wird für den Fahrer automatisch LENKEN und für den Beifahrer automatisch BEREITSCHAFT ausgewählt.

48)

Bei Halt wird für den Fahrer automatisch ARBEIT ausgewählt.

49)

Bei der ersten Tätigkeitsänderung auf RUHE oder BEREITSCHAFT innerhalb von 120 Sekunden nach dem automatischen Wechsel auf ARBEIT infolge des Anhaltens des Fahrzeugs wird davon ausgegangen, dass diese zum Zeitpunkt des Anhaltens eingetreten ist (so dass möglicherweise der Wechsel auf ARBEIT aufgehoben wird).

50)

Die Ausgabe von Tätigkeitsveränderungen an die Aufzeichnungsfunktionen erfolgt auf eine Minute genau.

51)

Wird zu irgendeinem Zeitpunkt innerhalb der unmittelbar der Kalenderminute vorausgehenden und nachfolgenden Minute die Tätigkeit LENKEN registriert, gilt die gesamte Minute als LENK-Zeit.

52)

Für eine Kalenderminute, die aufgrund der Randnummer 051 nicht als LENK-Zeit gilt, wird die Tätigkeit angesetzt, die als längste Tätigkeit innerhalb der Minute ausgeführt wurde (oder bei gleichlangen Tätigkeiten diejenige, die zuletzt ausgeführt wurde).

53)

Diese Funktion dient auch der ständigen Überwachung der ununterbrochenen Lenkzeit und der kumulativen Unterbrechungszeit des Fahrers.

3.5   Überwachung des Status der Fahrzeugführung

54)

Diese Funktion überwacht ständig und automatisch den Status der Fahrzeugführung.

55)

Wenn zwei gültige Fahrerkarten in das Gerät eingesteckt sind, wird automatisch der Status TEAM gewählt, in allen anderen Fällen der Status EINMANNBETRIEB.

3.6   Eingaben durch die Fahrer

3.6.1   Eingabe des Orts des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages

56)

Diese Funktion ermöglicht dem Fahrer und/oder dem Beifahrer die Eingabe des Ortes, an dem sein jeweiliger Arbeitstag beginnt und/oder endet.

57)

Als Ort gilt ein Land und gegebenenfalls zusätzlich die entsprechende Region, die manuell eingegeben und bestätigt werden.

58)

Bei Entnahme einer Fahrerkarte wird der Fahrer/Beifahrer vom Kontrollgerät aufgefordert, den „Ort des Endes des Arbeitstages“ einzugeben.

59)

Der Fahrer muss dann den derzeitigen Ort des Fahrzeugs eingeben, was als temporäre Eingabe gilt.

60)

Die Eingabe des Orts des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages muss durch Befehle in den Menus möglich sein. Erfolgt innerhalb einer Kalenderminute mehr als eine Eingabe, so wird nur die jeweils letzte in dieser Zeit vorgenommene Eingabe des Orts des Beginns und des Endes des Arbeitstages aufgezeichnet.

3.6.2   Manuelle Eingabe der Fahrertätigkeiten und Zustimmung des Fahrers für die ITS-Schnittstelle

61)

Beim Einstecken der Fahrerkarte (oder der Werkstattkarte), und nur zu diesem Zeitpunkt, lässt das Kontrollgerät manuelle Eingaben von Tätigkeiten zu. Manuelle Eingaben von Tätigkeiten werden unter Nutzung der aktuell für die Fahrzeugeinheit eingestellten Ortszeit- und –datumswerte (UTC-Versatz) vorgenommen.

Beim Einstecken der Fahrerkarte oder der Werkstattkarte zeigt das Gerät dem Karteninhaber Folgendes an:

Datum und Uhrzeit der letzten Kartenentnahme,

optional: derzeit für die Fahrzeugeinheit eingestellter Ortszeitversatz.

Beim ersten Einstecken einer bestimmten Fahrerkarte oder Werkstattkarte, die der Fahrzeugeinheit noch nicht bekannt ist, wird der Karteninhaber aufgefordert, seine Zustimmung zur Ausgabe personenbezogener Daten im Zusammenhang mit dem Fahrtenschreiber über die optionale ITS-Schnittstelle zu erteilen.

Die Zustimmung des Fahrers (bzw. der Werkstatt) kann jederzeit durch Menübefehle aktiviert oder deaktiviert werden, sofern die Fahrerkarte (bzw. die Werkstattkarte) eingesteckt ist.

Es muss möglich sein, Tätigkeiten mit den folgenden Einschränkungen einzugeben:

Tätigkeitsart ist ARBEIT, BEREITSCHAFT oder UNTERBRECHUNG/RUHE,

Beginn- und Endzeit jeder Tätigkeit liegen ausschließlich in dem Zeitraum zwischen der letzten Entnahme und dem aktuellen Einstecken der Karte,

zeitliche Überschneidungen von Tätigkeiten sind nicht zulässig.

Beim ersten Einstecken einer zuvor unbenutzten Fahrerkarte (oder Werkstattkarte) sind erforderlichenfalls manuelle Eingaben möglich.

Das Verfahren für manuelle Eingaben von Tätigkeiten umfasst so viele aufeinanderfolgende Schritte, wie notwendig sind, um für jede Tätigkeit eine Tätigkeitsart sowie eine Beginn- und Endzeit einzustellen. Der Karteninhaber hat für jeden Abschnitt des Zeitraums zwischen der letzten Entnahme und dem aktuellen Einstecken der Karte die Option, keine Tätigkeit anzugeben.

Während der manuellen Eingaben im Rahmen des Karteneinsteckens hat der Karteninhaber gegebenenfalls die Möglichkeit,

für die betreffende Zeit einen Ort einzugeben, an dem ein vorhergehender Arbeitstag endete (wodurch die bei der letzten Kartenentnahme erfolgte Eingabe überschrieben wird)

für die betreffende Zeit einen Ort einzugeben, an dem der aktuelle Arbeitstag beginnt.

Gibt der Karteninhaber während der manuellen Eingaben beim Einstecken der Karte keinen Ort ein, an dem der Arbeitstag beginnt oder endete, so gilt dies als Erklärung, dass sein Arbeitstag sich seit der letzten Kartenentnahme nicht geändert hat. Durch den nächsten Eintrag eines Orts, an dem ein vorhergehender Arbeitstag endet, wird dann die temporäre Eingabe bei der letzten Kartenentnahme überschrieben.

Bei Eingabe eines Ortes wird dieser auf der entsprechenden Fahrtenschreiberkarte aufgezeichnet.

Manuelle Eingaben werden in folgenden Fällen unterbrochen:

wenn die Karte entnommen wird oder

wenn das Fahrzeug fährt, während die Karte in den Kartensteckplatz des Fahrers eingesteckt ist.

Weitere Unterbrechungen, z. B. ein Timeout nach einer bestimmten Inaktivitätszeit des Nutzers, sind möglich. Im Falle der Unterbrechung manueller Eingaben validiert das Kontrollgerät alle bereits vorgenommenen vollständigen Orts- und Tätigkeitseingaben (mit eindeutiger Angabe von Ort und Zeit oder Tätigkeitsart, Beginn- und Endzeit).

Wird eine zweite Fahrer- oder Werkstattkarte eingesteckt, während manuelle Eingaben von Tätigkeiten für eine zuvor eingesteckte Karte vorgenommen werden, so ist die Fertigstellung der manuellen Eingaben für diese vorherige Karte vor Beginn der manuellen Eingaben für die zweite Karte zu erlauben.

Der Karteninhaber hat die Option, nach folgendem Minimalverfahren manuelle Eingaben vorzunehmen:

Manuelle Eingabe von Tätigkeiten in zeitlicher Reihenfolge für den Zeitraum zwischen der letzten Kartenentnahme und dem aktuellen Einstecken der Karte.

Der Zeitpunkt des Beginns der ersten Tätigkeit wird auf den Zeitpunkt der Kartenentnahme festgelegt. Für jede nachfolgende Eingabe wird der Zeitpunkt des Beginns so voreingestellt, dass er unmittelbar auf den Zeitpunkt des Endes der vorherigen Eingabe folgt. Für jede Tätigkeit wird die Tätigkeitsart sowie der Zeitpunkt des Beginns und des Endes gewählt.

Das Verfahren endet, wenn der Zeitpunkt des Endes einer manuell eingegebenen Tätigkeit dem Zeitpunkt des Einsteckens der Karte entspricht. Anschließend kann das Kontrollgerät dem Karteninhaber optional die Möglichkeit einräumen, Änderungen an den manuell eingegebenen Tätigkeiten vorzunehmen, bis mittels eines speziellen Befehls die Validierung erfolgt. Danach sind solche Änderungen nicht mehr zulässig.

3.6.3   Eingabe spezifischer Bedingungen

62)

Das Kontrollgerät gestattet dem Fahrer die Eingabe der folgenden beiden spezifischen Bedingungen in Echtzeit:

„KONTROLLGERÄT NICHT ERFORDERLICH“ (Anfang, Ende)

„FÄHRÜBERFAHRT/ZUGFAHRT“ (Anfang, Ende).

Bei eingeschalteter Bedingung „KONTROLLGERÄT NICHT ERFORDERLICH“ darf keine „FÄHRÜBERFAHRT/ZUGFAHRT“ erfolgen.

Beim Einstecken oder Entnehmen einer Fahrerkarte muss die eingeschaltete Bedingung „KONTROLLGERÄT NICHT ERFORDERLICH“ automatisch ausgeschaltet werden.

Die eingeschaltete Bedingung „KONTROLLGERÄT NICHT ERFORDERLICH“ muss die folgenden Ereignisse und Warnsignale unterbinden:

Lenken ohne geeignete Karte,

mit der ununterbrochenen Lenkzeit verbundene Warnsignale.

Der Merker für den Anfang der Bedingung „FÄHRÜBERFAHRT/ZUGFAHRT“ muss vor dem Abstellen des Motors auf der Fähre/im Zug gesetzt werden.

Die eingeschaltete Bedingung „FÄHRÜBERFAHRT/ZUGFAHRT“ muss enden, wenn eine der folgenden Optionen gilt:

der Fahrer beendet „FÄHRÜBERFAHRT/ZUGFAHRT“ manuell

der Fahrer entnimmt seine Karte.

Eine eingeschaltete Bedingung „FÄHRÜBERFAHRT/ZUGFAHRT“ muss enden, wenn sie gemäß der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 nicht mehr gültig ist.

3.7   Unternehmenssperren

63)

Diese Funktion ermöglicht die Verwaltung der Sperren, die ein Unternehmen einsetzt, um den Datenzugang in der Betriebsart Unternehmen auf sich selbst zu beschränken.

64)

Unternehmenssperren bestehen aus einem Anfangszeitpunkt (Datum/Uhrzeit) (Sperrung, Lock-in) und einem Endzeitpunkt (Datum/Uhrzeit) (Entsperrung, Lock-out) im Zusammenhang mit der Identifizierung des Unternehmens anhand der Unternehmenskartennummer (bei der Sperrung).

65)

Sperren können nur in Echtzeit ein- oder ausgeschaltet werden.

66)

Das Ausschalten der Sperre kann nur durch das Unternehmen (ausgewiesen durch die ersten 13 Stellen der Unternehmenskartennummer) erfolgen, dessen Sperre eingeschaltet ist, oder

67)

erfolgt automatisch, wenn ein anderes Unternehmen seine Sperre einschaltet.

68)

Aktiviert ein Unternehmen die Sperrung (Lock-in) und die vorhergehende Sperrung war für dasselbe Unternehmen, dann wird davon ausgegangen, dass vorher keine Entsperrung vorgenommen worden ist und die Sperre noch eingeschaltet ist.

3.8   Überwachung von Kontrollen

69)

Diese Funktion überwacht die Aktivitäten ANZEIGE, DRUCK, FAHRZEUGEINHEIT sowie HERUNTERLADEN von der Karte und STRASSENSEITIGE KALIBRIERUNGSÜBERPRÜFUNG in der Betriebsart Kontrolle.

70)

Diese Funktion überwacht darüber hinaus in der Betriebsart Kontrolle die KONTROLLE GESCHWINDIGKEITSÜBERSCHREITUNG. Eine Kontrolle Geschwindigkeitsüberschreitung gilt als erfolgt, wenn in der Betriebsart Kontrolle der Ausdruck „Geschwindigkeitsüberschreitung“ an den Drucker oder an die Anzeige gesandt wurde oder wenn „Ereignis- und Störungsdaten“ aus dem Massenspeicher der Fahrzeugeinheit heruntergeladen wurden.

3.9   Feststellung von Ereignissen und/oder Störungen

71)

Diese Funktion stellt folgende Ereignisse und/oder Störungen fest:

3.9.1   Ereignis „Einstecken einer ungültigen Karte“

72)

Dieses Ereignis wird beim Einstecken einer ungültigen Karte, beim Einstecken einer bereits ersetzen Fahrerkarte und/oder beim Ablauf einer eingesteckten gültigen Karte ausgelöst.

3.9.2   Ereignis „Kartenkonflikt“

73)

Dieses Ereignis wird ausgelöst, wenn eine der in der folgenden Tabelle mit X gekennzeichneten Kombinationen von gültigen Karten vorliegt:

Kartenkonflikt

Steckplatz des Fahrers

Keine Karte

Fahrerkarte

Kontrollkarte

Werkstattkarte

Unternehmenskarte

Steckplatz des Beifahrers

Keine Karte

 

 

 

 

 

Fahrerkarte

 

 

 

X

 

Kontrollkarte

 

 

X

X

X

Werkstattkarte

 

X

X

X

X

Unternehmenskarte

 

 

X

X

X

3.9.3   Ereignis „Zeitüberlappung“

74)

Dieses Ereignis wird ausgelöst, wenn Datum/Uhrzeit der letzten Entnahme einer Fahrerkarte beim Auslesen der Karte der aktuellen Datums-/Uhrzeiteinstellung des Kontrollgeräts voraus sind.

3.9.4   Ereignis „Lenken ohne geeignete Karte“

75)

Dieses Ereignis wird bei einer in der folgenden Tabelle mit X gekennzeichneten Kombination gültiger Fahrtenschreiberkarten ausgelöst, wenn die Fahrertätigkeit auf LENKEN wechselt oder wenn während der Fahrertätigkeit LENKEN eine Änderung der Betriebsart erfolgt.

Lenken ohne geeignete Karte

Steckplatz des Fahrers

Keine (oder ungültige) Karte

Fahrerkarte

Kontrollkarte

Werkstattkarte

Unternehmenskarte

Steckplatz des Beifahrers

Keine (oder ungültige) Karte

X

 

X

 

X

Fahrerkarte

X

 

X

X

X

Kontrollkarte

X

X

X

X

X

Werkstattkarte

X

X

X

 

X

Unternehmenskarte

X

X

X

X

X

3.9.5   Ereignis „Einstecken der Karte während des Lenkens“

76)

Dieses Ereignis wird ausgelöst, wenn eine Fahrtenschreiberkarte während der Fahrertätigkeit LENKEN in einen der Steckplätze eingesteckt wird.

3.9.6   Ereignis „Letzter Vorgang nicht korrekt abgeschlossen“

77)

Dieses Ereignis wird ausgelöst, wenn das Kontrollgerät beim Einstecken der Karte feststellt, dass trotz der Bestimmungen in Nummer 3.1 der vorherige Kartenvorgang nicht korrekt abgeschlossen wurde (Kartenentnahme, bevor alle relevanten Daten auf der Karte gespeichert wurden). Dieses Ereignis wird nur von Fahrer- und Werkstattkarten ausgelöst.

3.9.7   Ereignis „Geschwindigkeitsüberschreitung“

78)

Dieses Ereignis wird bei jeder Geschwindigkeitsüberschreitung ausgelöst.

3.9.8   Ereignis „Unterbrechung der Stromversorgung“

79)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung oder Kontrolle befindet, bei einer 200 Millisekunden überschreitenden Unterbrechung der Stromversorgung des Bewegungssensors und/oder der Fahrzeugeinheit ausgelöst. Die Unterbrechungsschwelle wird vom Hersteller festgelegt. Nicht ausgelöst wird das Ereignis durch den Stromabfall beim Starten des Fahrzeugmotors.

3.9.9   Ereignis „Kommunikationsfehler mit der Fernkommunikationsausrüstung“

80)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet, ausgelöst, wenn die Fernkommunikationsausrüstung nach mehr als drei Versuchen nicht den erfolgreichen Empfang der von der Fahrzeugeinheit übermittelten Fernkommunikationsdaten bestätigt.

3.9.10   Ereignis „Fehlende Positionsdaten des GNSS-Empfängers“

81)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet, ausgelöst, wenn während der Fahrt vom (internen oder externen) GNSS-Empfänger stammende Positionsdaten für mehr als 3 Stunden kumulierte Lenkzeit fehlen.

3.9.11   Ereignis „Kommunikationsfehler mit der externen GNSS-Ausrüstung“

82)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet, ausgelöst, wenn während der Fahrt die Kommunikation zwischen der externen GNSS-Ausrüstung und dem Fahrzeug für mehr als 20 Minuten durchgehend unterbrochen ist.

3.9.12   Ereignis „Datenfehler Bewegungssensor“

83)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet, bei einer Unterbrechung des normalen Datenflusses zwischen dem Bewegungssensor und der Fahrzeugeinheit und/oder bei einem Datenintegritäts- oder Datenauthentizitätsfehler während des Datenaustauschs zwischen Bewegungssensor und Fahrzeugeinheit ausgelöst.

3.9.13   Ereignis „Datenkonflikt Fahrzeugbewegung“

84)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet, ausgelöst, wenn die vom Bewegungssensor berechneten Bewegungsangaben in Widerspruch zu den vom internen GNSS-Empfänger oder von der externen GNSS-Ausrüstung berechneten Bewegungsangaben und optional zu den Bewegungsangaben aus anderen unabhängigen Quellen gemäß Anlage 12 steht. Dieses Ereignis wird nicht ausgelöst während einer Fährüberfahrt/Zugfahrt, einer Bedingung „KONTROLLGERÄT NICHT ERFORDERLICH“ oder wenn keine Positionsdaten des GNSS-Empfängers verfügbar sind.

3.9.14   Ereignis „Versuch einer Sicherheitsverletzung“

85)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet, bei jedem sonstigen Ereignis ausgelöst, das die Sicherheit des Bewegungssensors und/oder der Fahrzeugeinheit und/oder der externen GNSS-Ausrüstung gemäß Anlage 10 beeinträchtigt.

3.9.15   Ereignis „Zeitkonflikt“

86)

Dieses Ereignis wird, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet, ausgelöst, wenn die Fahrzeugeinheit eine Abweichung von mehr als 1 Minute zwischen der Zeit der Zeitmessfunktion der Fahrzeugeinheit und der vom GNSS-Empfänger stammenden Zeit feststellt. Dieses Ereignis wird gemeinsam mit dem Wert der Systemuhr der Fahrzeugeinheit aufgezeichnet und geht mit einer automatischen Zeiteinstellung einher. Nachdem ein Ereignis „Zeitkonflikt“ ausgelöst wurde, erzeugt die Fahrzeugeinheit in den nächsten 12 Stunden keine weiteren Zeitkonflikt-Ereignisse. Das Ereignis wird nicht ausgelöst, wenn der GNSS-Empfänger innerhalb der letzten 30 Tage kein gültiges GNSS-Signal feststellen konnte. Wenn jedoch Positionsdaten des GNSS-Empfänger wieder verfügbar sind, erfolgt die automatische Zeiteinstellung.

3.9.16   Störung „Kartenfehlfunktion“

87)

Diese Störung wird ausgelöst, wenn während des Betriebs eine Fehlfunktion der Fahrtenschreiberkarte auftritt.

3.9.17   Störung „Kontrollgerät“

88)

Diese Störung wird bei folgenden Fehlfunktionen ausgelöst, sofern sich das Kontrollgerät nicht in der Betriebsart Kalibrierung befindet:

interne Störung der Fahrzeugeinheit

Druckerstörung

Anzeigestörung

Störung beim Herunterladen

Sensorstörung

Störung des GNSS-Empfängers oder der externen GNSS-Ausrüstung

Störung der Fernkommunikationsausrüstung.

3.10   Integrierte Tests und Selbsttests

89)

Mit Hilfe der Funktion „Integrierte Tests und Selbsttests“ muss das Kontrollgerät zur automatischen Störungserkennung anhand der folgenden Tabelle in der Lage sein:

Zu testende Unterbaugruppe

Selbsttest

Integrierter Test

Software

 

Integrität

Massenspeicher

Zugang

Zugang, Datenintegrität

Kartenschnittstellen

Zugang

Zugang

Tastatur

 

Manuelle Prüfung

Drucker

(dem Hersteller überlassen)

Ausdruck

Datenanzeige

 

Sichtprüfung

Herunterladen

(nur während des Herunterladens)

Ordnungsgemäßer Betrieb

 

Sensor

Ordnungsgemäßer Betrieb

Ordnungsgemäßer Betrieb

Fernkommunikationsausrüstung

Ordnungsgemäßer Betrieb

Ordnungsgemäßer Betrieb

GNSS-Ausrüstung

Ordnungsgemäßer Betrieb

Ordnungsgemäßer Betrieb

3.11   Auslesen von Daten aus dem Massenspeicher

90)

Das Kontrollgerät muss sämtliche in seinem Massenspeicher gespeicherte Daten auslesen können.

3.12   Aufzeichnung und Speicherung von Daten im Massenspeicher

Im Sinne dieses Absatzes

sind „365 Tage“ 365 Kalendertage mit durchschnittlicher Fahrertätigkeit in einem Fahrzeug. Als durchschnittliche Tätigkeit je Tag in einem Fahrzeug gelten mindestens 6 Fahrer oder Beifahrer, 6 Karteneinsteck-/-entnahmevorgänge und 256 Tätigkeitswechsel. Somit umfassen „365 Tage“ mindestens 2 190 Fahrer/Beifahrer, 2 190 Karteneinsteck-/-entnahmevorgänge und 93 440 Tätigkeitswechsel;

gelten als durchschnittliche Zahl der Positionen je Tag mindestens 6 Positionen, an denen die tägliche Arbeitszeit beginnt, 6 Positionen, wenn die ununterbrochene Lenkzeit des Fahrers ein Vielfaches von drei Stunden erreicht, und 6 Positionen, an denen die tägliche Arbeitszeit endet, so dass „365 Tage“ mindestens 6 570 Positionen umfassen;

erfolgt die Zeitaufzeichnung auf eine Minute genau, sofern nicht anders angegeben;

erfolgt die Aufzeichnung des Kilometerstands auf einen Kilometer genau;

erfolgt die Geschwindigkeitsaufzeichnung auf 1 km/h genau;

werden Positionen (Längen- und Breitengrade) in Grad und Minuten mit einer Auflösung von 1/10 Minute des GNSS aufgezeichnet, zusammen mit der jeweiligen GNSS-Genauigkeit und dem Aufnahmezeitpunkt.

91)

Die im Massenspeicher gespeicherten Daten dürfen durch eine Unterbrechung der externen Stromversorgung von weniger als 12 Monaten unter Typgenehmigungsbedingungen nicht beeinträchtigt werden. Darüber hinaus dürfen in der Fernkommunikationsausrüstung nach Anlage 14 gespeicherte Daten nicht durch eine Unterbrechung der Stromversorgung von weniger als 28 Tagen beeinträchtigt werden.

92)

Das Kontrollgerät muss in seinem Massenspeicher Folgendes implizit oder explizit aufzeichnen und speichern können:

3.12.1   Gerätekenndaten

3.12.1.1   Kenndaten der Fahrzeugeinheit

93)

Das Kontrollgerät muss in seinem Massenspeicher folgende Kenndaten der Fahrzeugeinheit speichern können:

Name des Herstellers,

Anschrift des Herstellers,

Teilnummer,

Seriennummer,

Generation der Fahrzeugeinheit,

Fähigkeit zur Verwendung von Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation,

Softwareversionsnummer,

Installationsdatum der Softwareversion,

Herstellungsjahr,

Typgenehmigungsnummer,

94)

Die Kenndaten der Fahrzeugeinheit werden von deren Hersteller aufgezeichnet und dauerhaft gespeichert; eine Ausnahme bilden die softwarebezogenen Daten und die Typgenehmigungsnummer, die bei einer Aktualisierung der Software verändert werden dürfen, sowie die Fähigkeit zur Verwendung von Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation.

3.12.1.2   Kenndaten des Bewegungssensors

95)

Der Bewegungssensor muss in seinem Speicher folgende Kenndaten speichern können:

Name des Herstellers,

Seriennummer,

Typgenehmigungsnummer,

Bezeichner der eingebetteten Sicherheitskomponenten (z. B. Teilnummer des internen Chips/Prozessors),

Betriebssystembezeichner (z. B. Softwareversionsnummer).

96)

Die Kenndaten des Bewegungssensors werden von dessen Hersteller aufgezeichnet und dauerhaft gespeichert.

97)

Die Fahrzeugeinheit muss in ihrem Massenspeicher folgende Daten in Bezug auf die 20 jüngsten Koppelungen von Bewegungssensoren speichern können (erfolgen mehrere Koppelungen binnen eines Kalendertages, so sind nur die erste und die letzte Koppelung des Tages zu speichern):

Zu den einzelnen Koppelungen sind folgende Daten zu speichern:

Kenndaten des Bewegungssensors:

Seriennummer

Typgenehmigungsnummer,

Koppelungsdaten des Bewegungssensors:

Koppelungsdatum.

3.12.1.3   Kenndaten der globalen Satellitennavigationssysteme

98)

Die externe GNSS-Ausrüstung muss in ihrem Speicher folgende Kenndaten speichern können:

Name des Herstellers,

Seriennummer,

Typgenehmigungsnummer,

Bezeichner der eingebetteten Sicherheitskomponenten (z. B. Teilnummer des internen Chips/Prozessors),

Betriebssystembezeichner (z. B. Softwareversionsnummer).

99)

Die Kenndaten werden vom Hersteller der externen GNSS-Ausrüstung aufgezeichnet und dauerhaft gespeichert.

100)

Die Fahrzeugeinheit muss in ihrem Massenspeicher folgende Daten in Bezug auf die 20 jüngsten Kopplungen von externen GNSS-Ausrüstungen speichern können (erfolgen mehrere Kopplungen binnen eines Kalendertages, so sind nur die erste und die letzte Kopplung des Tages zu speichern):

Zu den einzelnen Kopplungen sind folgende Daten zu speichern:

Kenndaten der externen GNSS-Ausrüstung:

Seriennummer,

Typgenehmigungsnummer,

Kopplungsdaten der externen GNSS-Ausrüstung:

Kopplungsdatum.

3.12.2   Schlüssel und Zertifikate

101)

Das Kontrollgerät muss eine Reihe kryptografischer Schlüssel und Zertifikate gemäß Anlage 11 Teil A und Teil B speichern können.

3.12.3   Einsteck- und Entnahmedaten der Fahrer- oder der Werkstattkarte

102)

Bei jedem Einsteck-/Entnahmevorgang einer Fahrer- oder Werkstattkarte registriert und speichert das Kontrollgerät folgende Daten in seinem Massenspeicher:

Name und Vorname(n) des Karteninhabers in der auf der Karte gespeicherten Form,

Kartennummer, ausstellender Mitgliedstaat und Ablauf der Gültigkeit in der auf der Karte gespeicherten Form,

die Kartengeneration,

Datum und Uhrzeit des Einsteckens,

Kilometerstand beim Einstecken der Karte,

Steckplatz, in den die Karte eingesteckt wurde,

Datum und Uhrzeit der Entnahme,

Kilometerstand bei Kartenentnahme,

folgende Informationen über das zuvor vom Fahrer benutzte Fahrzeug in der auf der Karte gespeicherten Form:

amtliches Kennzeichen und zulassender Mitgliedstaat,

Generation der Fahrzeugeinheit (sofern verfügbar),

Datum und Uhrzeit der Kartenentnahme,

Merker zur Angabe, ob der Karteninhaber beim Einstecken Tätigkeiten manuell eingegeben hat oder nicht.

103)

Die Speicherdauer dieser Daten im Massenspeicher muss mindestens 365 Tage betragen können.

104)

Ist die Speicherkapazität erschöpft, werden die ältesten Daten durch neue überschrieben.

3.12.4   Fahrertätigkeitsdaten

105)

Bei jedem Wechsel der Tätigkeit des Fahrers und/oder Beifahrers und/oder bei jedem Wechsel des Status der Fahrzeugführung und/oder bei jedem Einstecken bzw. jeder Entnahme einer Fahrer- oder Werkstattkarte wird im Massenspeicher des Kontrollgeräts aufgezeichnet und gespeichert:

der Status der Fahrzeugführung (TEAM, EINMANNBETRIEB),

den Steckplatz (FAHRER, BEIFAHRER),

der Kartenstatus im jeweiligen Steckplatz (EINGESTECKT, NICHT EINGESTECKT),

die Tätigkeit (LENKEN, BEREITSCHAFT, ARBEIT, UNTERBRECHUNG/RUHE),

Datum und Uhrzeit des Wechsels.

EINGESTECKT bedeutet, dass eine gültige Fahrer- oder Werkstattkarte im Steckplatz eingesteckt ist. NICHT EINGESTECKT bedeutet das Gegenteil, d. h. es ist keine gültige Fahrer- oder Werkstattkarte eingesteckt (z. B. ist eine Unternehmenskarte oder keine Karte eingesteckt).

Vom Fahrer manuell eingegebene Tätigkeitsdaten werden im Massenspeicher nicht aufgezeichnet.

106)

Die Speicherdauer der Fahrertätigkeitsdaten im Massenspeicher muss mindestens 365 Tage betragen können.

107)

Ist die Speicherkapazität erschöpft, werden die ältesten Daten durch neue überschrieben.

3.12.5   Orte und Positionen, an denen die tägliche Arbeitszeit beginnt, endet und/oder eine ununterbrochene Lenkzeit von 3 Stunden erreicht wird

108)

Das Kontrollgerät registriert und speichert in seinem Massenspeicher:

Orte und Positionen, an denen der Fahrer und/oder der Beifahrer seinen Arbeitstag beginnt,

Positionen, an denen die ununterbrochene Lenkzeit des Fahrer ein Vielfaches von drei Stunden erreicht,

Orte und Positionen, an denen der Fahrer und/oder der Beifahrer seinen Arbeitstag beendet.

109)

Wenn die Position des Fahrzeugs zu diesen Zeiten nicht über den GNSS-Empfänger verfügbar ist, verwendet das Kontrollgerät die letzte verfügbare Position und das entsprechende Datum und die entsprechende Uhrzeit.

110)

Zusammen mit jedem Ort bzw. jeder Position registriert das Kontrollgerät und speichert in seinem Massenspeicher:

die Nummer der (Bei-)Fahrerkarte und den ausstellenden Mitgliedstaat,

die Kartengeneration,

Datum und Uhrzeit der Eingabe,

Art der Eingabe (Beginn, Ende oder ununterbrochene Lenkzeit von 3 Stunden),

die damit verbundene GNSS-Genauigkeit, Datum und Uhrzeit, falls zutreffend,

Kilometerstand.

111)

Die Speicherdauer der Orte und Positionen, an denen die tägliche Arbeitszeit beginnt, endet und/oder eine ununterbrochene Lenkzeit von 3 Stunden erreicht wird, im Massenspeicher muss mindestens 365 Tage betragen können.

112)

Ist die Speicherkapazität erschöpft, werden die ältesten Daten durch neue überschrieben.

3.12.6   Kilometerstandsdaten

113)

Das Kontrollgerät registriert in seinem Massenspeicher an jedem Kalendertag um Mitternacht den Kilometerstand des Fahrzeugs und das dazugehörige Datum.

114)

Die Speicherdauer des mitternächtlichen Kilometerstands im Massenspeicher muss mindestens 365 Tage betragen können.

115)

Ist die Speicherkapazität erschöpft, werden die ältesten Daten durch neue überschrieben.

3.12.7   Detaillierte Geschwindigkeitsdaten

116)

Das Kontrollgerät registriert und speichert in seinem Massenspeicher zu jeder Sekunde mindestens der letzten 24 Stunden, in denen das Fahrzeug gefahren wurde, die Momentangeschwindigkeit des Fahrzeugs mit den dazugehörigen Datums- und Uhrzeitangaben.

3.12.8   Ereignisdaten

Im Sinne dieses Unterabsatzes erfolgt die Zeitspeicherung auf 1 Sekunde genau.

117)

Bei jedem festgestellten Ereignis registriert und speichert das Kontrollgerät die folgenden Daten entsprechend den nachfolgend aufgeführten Speicherungsvorschriften:

Ereignis

Speicherungsvorschriften

Pro Ereignis zu speichernde Daten

Einstecken einer ungültigen Karte

Die 10 jüngsten Ereignisse.

Datum und Uhrzeit des Ereignisses,

Kartentyp, Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation der Karte, die das Ereignis hervorgerufen hat.

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Kartenkonflikt

Die 10 jüngsten Ereignisse.

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation der beiden Karten, die den Konflikt hervorrufen.

Lenken ohne geeignete Karte

Das längste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

die 5 längsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen.

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

Kartentyp, Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Einstecken der Karte während des Lenkens

Das letzte Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

Datum und Uhrzeit des Ereignisses,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Letzter Vorgang nicht korrekt abgeschlossen

Die 10 jüngsten Ereignisse.

Datum und Uhrzeit des Einsteckens der Karte,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation,

Daten des letzten Vorgangs beim Auslesen der Karte:

Datum und Uhrzeit des Einsteckens der Karte,

amtliches Kennzeichen, Zulassungsmitgliedstaat und Generation der Fahrzeugeinheit.

Geschwindigkeitsüberschreitung (1)

Das schwerwiegendste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens (d. h. das Ereignis mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit),

die 5 schwerwiegendsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen

das erste Ereignis oder die erste Störung nach der letzten Kalibrierung

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

die während des Ereignisses gemessene Höchstgeschwindigkeit,

die während des Ereignis gemessene arithmetische Durchschnittsgeschwindigkeit,

Typ der Karte, Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation der Fahrerkarte (falls zutreffend),

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Unterbrechung der Stromversorgung (2)

Das längste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

die 5 längsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen.

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Kommunikationsfehler mit der Fernkommunikationsausrüstung

Das längste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

die 5 längsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen.

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Fehlende Positionsdaten des GNSS-Empfängers

Das längste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

die 5 längsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen.

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Datenfehler Weg und Geschwindigkeit

Das längste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

die 5 längsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen.

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Datenkonflikt Fahrzeugbewegung

Das längste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

die 5 längsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen.

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

Versuch einer Sicherheitsverletzung

Die 10 jüngsten Ereignisse je Ereignisart,

Datum und Uhrzeit des Beginns des Ereignisses,

Datum und Uhrzeit des Endes des Ereignisses(sofern relevant),

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Art des Ereignisses.

Zeitkonflikt

Das längste Ereignis an jedem der letzten 10 Tage des Auftretens,

die 5 längsten Ereignisse in den letzten 365 Tagen.

Datum und Uhrzeit Kontrollgerät

GNSS-Datum und -Uhrzeit,

Typ der Karte(n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende des Ereignisses eingesteckten Karte,

Anzahl gleichartiger Ereignisse an diesem Tag.

(1)

Im Massenspeicher des Kontrollgeräts sind darüber hinaus folgende Daten aufzuzeichnen und zu speichern:

Datum und Uhrzeit der letzten KONTROLLE GESCHWINDIGKEITSÜBERSCHREITUNG,

Datum und Uhrzeit der ersten Geschwindigkeitsüberschreitung nach dieser KONTROLLE GESCHWINDIGKEITSÜBERSCHREITUNG,

Anzahl der Ereignisse Geschwindigkeitsüberschreitung seit der letzten KONTROLLE GESCHWINDIGKEITSÜBERSCHREITUNG.

(2)

Diese Daten können erst nach Wiederherstellung der Stromversorgung aufgezeichnet werden, wobei die Genauigkeit hier eine Minute betragen kann.

3.12.9   Störungsdaten

Im Sinne dieses Unterabsatzes erfolgt die Zeitaufzeichnung auf 1 Sekunde genau.

118)

Bei jeder festgestellten Störung muss das Kontrollgerät versuchen, die folgenden Daten entsprechend den nachfolgend aufgeführten Speicherungsvorschriften aufzuzeichnen und zu speichern:

Störung

Speicherungsvorschriften

Je Störung aufzuzeichnende Daten

Kartenfehlfunktion

Die 10 jüngsten Fahrerkartenfehlfunktionen.

Datum und Uhrzeit des Beginns der Störung,

Datum und Uhrzeit des Endes der Störung,

Typ der Karte (n), Nummer, ausstellender Mitgliedstaat und Generation.

Störungen Kontrollgerät

Die 10 jüngsten Störungen jeder Störungsart,

die erste Störung nach der letzten Kalibrierung.

Datum und Uhrzeit des Beginns der Störung,

Datum und Uhrzeit des Endes der Störung,

Art der Störung,

Typ der Karte(n), Nummer und ausstellender Mitgliedstaat und Generation jeder zu Beginn und/oder Ende der Störung eingesteckten Karte.

3.12.10   Kalibrierungsdaten

119)

Im Massenspeicher des Kontrollgeräts sind Daten aufzuzeichnen und zu speichern, die folgendes betreffen:

bekannte Kalibrierungsparameter zum Zeitpunkt der Aktivierung,

seine erste Kalibrierung nach der Aktivierung,

seine erste Kalibrierung im derzeitigen Fahrzeug (identifiziert anhand von dessen Fahrzeug-Identifizierungsnummer),

die 20 jüngsten Kalibrierungen (erfolgen an einem Kalendertag mehrere Kalibrierungen, sind nur die erste und die letzte des Tages zu speichern).

120)

Zu den einzelnen Kalibrierungen sind folgende Daten zu speichern:

Zweck der Kalibrierung (Aktivierung, Ersteinbau, Einbau, regelmäßige Nachprüfung),

Name und Anschrift der Werkstatt,

Werkstattkartennummer, ausstellender Mitgliedstaat und Ablauf der Gültigkeit der Karte,

Fahrzeugkennung,

aktualisierte oder bestätigte Parameter: Wegdrehzahl (w), Kontrollgerätkonstante (k), tatsächlicher Reifenumfang (l), Reifengröße, Einstellung des Geschwindigkeitsbegrenzers, Kilometerstand (alt und neu), Datum und Uhrzeit (alte und neue Werte),

Typ und Kennung aller vorhandenen Plombierungen.

121)

Zusätzlich ist im Massenspeicher des Kontrollgeräts seine Fähigkeit zur Verwendung von Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation (noch aktiviert oder nicht) aufzuzeichnen und zu speichern.

122)

Im Speicher des Bewegungssensors sind folgende Einbaudaten aufzuzeichnen und zu speichern:

erste Koppelung mit einer Fahrzeugeinheit (Datum, Uhrzeit, VU-Typgenehmigungsnummer, VU-Seriennummer),

letzte Koppelung mit einer Fahrzeugeinheit (Datum, Uhrzeit, VU-Typgenehmigungsnummer, VU-Seriennummer).

123)

Im Speicher der externen GNSS-Ausrüstung sind folgende Einbaudaten aufzuzeichnen und zu speichern:

erste Kopplung mit einer Fahrzeugeinheit (Datum, Uhrzeit, VU-Typgenehmigungsnummer, VU-Seriennummer),

letzte Kopplung mit einer Fahrzeugeinheit (Datum, Uhrzeit, VU-Typgenehmigungsnummer, VU-Seriennummer).

3.12.11   Zeiteinstellungsdaten

124)

Im Massenspeicher des Kontrollgeräts sind Daten zu Zeiteinstellungen, die in der Betriebsart Kalibrierung außerhalb einer normalen Kalibrierung (Begriffsbestimmung f) vorgenommen werden, aufzuzeichnen und zu speichern:

die jüngste Zeiteinstellung,

die 5 größten Zeiteinstellungen.

125)

Zu den einzelnen Zeiteinstellungen sind folgende Daten zu speichern:

Datum und Uhrzeit, alter Wert,

Datum und Uhrzeit, neuer Wert,

Name und Anschrift der Werkstatt,

Werkstattkartennummer, ausstellender Mitgliedstaat, Kartengeneration und Ablauf der Gültigkeit der Karte.

3.12.12   Kontrolltätigkeitsdaten

126)

Im Massenspeicher des Kontrollgeräts sind folgende Daten in Bezug auf die 20 jüngsten Kontrolltätigkeiten aufzuzeichnen und zu speichern:

Datum und Uhrzeit der Kontrolle,

Kontrollkartennummer, ausstellender Mitgliedstaat und Kartengeneration,

Art der Kontrolle (Anzeige und/oder Drucken und/oder Herunterladen von der Fahrzeugeinheit und/oder Herunterladen von der Karte und/oder straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung).

127)

Beim Herunterladen sind zudem die ältesten und die jüngsten heruntergeladenen Tage aufzuzeichnen.

3.12.13   Unternehmenssperrdaten

128)

Im Massenspeicher des Kontrollgeräts sind folgende Daten in Bezug auf die 255 jüngsten Unternehmenssperren aufzuzeichnen und zu speichern:

Sperrung (/Lock-in) — Datum und Uhrzeit,

Entsperrung (/Lock-out) — Datum und Uhrzeit,

Unternehmenskartennummer, ausstellender Mitgliedstaat und Kartengeneration,

Name und Anschrift des Unternehmens.

Daten, die zuvor durch eine Sperre gesperrt waren, die aufgrund obiger Begrenzung aufgehoben wurde, werden als nicht gesperrt behandelt.

3.12.14   Erfassen des Herunterladens

129)

Im Massenspeicher des Kontrollgeräts sind in Bezug auf das letzte Herunterladen vom Massenspeicher auf externe Datenträger in den Betriebsarten Unternehmen oder Kalibrierung folgende Daten aufzuzeichnen und zu speichern:

Datum und Uhrzeit des Herunterladens,

Unternehmens- oder Werkstattkartennummer, ausstellender Mitgliedstaat und Kartengeneration,

Name des Unternehmens oder der Werkstatt.

3.12.15   Daten zu spezifischen Bedingungen

130)

Im Massenspeicher des Kontrollgeräts sind folgende Daten in Bezug auf spezifische Bedingungen aufzuzeichnen:

Datum und Uhrzeit der Eingabe,

Art der spezifischen Bedingung.

131)

Die Speicherdauer der Daten zu spezifischen Bedingungen im Massenspeicher muss mindestens 365 Tage betragen können (unter der Annahme, dass pro Tag 1 Bedingung ein- und ausgeschaltet wird). Ist die Speicherkapazität erschöpft, werden die ältesten Daten durch neue überschrieben.

3.12.16   Daten der Fahrtenschreiberkarte

132)

Das Kontrollgerät muss die folgenden Daten in Bezug auf die verschiedenen in der Fahrzeugeinheit verwendeten Fahrtenschreiberkarten speichern können:

Nummer und Seriennummer der Fahrtenschreiberkarte,

Hersteller der Fahrtenschreiberkarte,

Art der Fahrtenschreiberkarte,

Version der Fahrtenschreiberkarte.

133)

Das Kontrollgerät muss mindestens 88 derartige Datensätze speichern können.

3.13   Auslesen von Daten aus Fahrtenschreiberkarten

134)

Das Kontrollgerät muss aus Fahrtenschreiberkarten der ersten und der zweiten Generation die erforderlichen Daten

zur Identifizierung der Kartenart, des Karteninhabers, des zuvor genutzten Fahrzeugs, des Datums und der Uhrzeit der letzten Kartenentnahme und der zu jenem Zeitpunkt gewählten Tätigkeit,

zur Kontrolle des korrekten Abschlusses des letzten Kartenvorgangs,

zur Berechnung der ununterbrochenen Lenkzeit, der kumulativen Unterbrechungszeit und der kumulierten Lenkzeit für die vorangegangene und für die laufende Woche,

zur Anfertigung von Ausdrucken von auf einer Fahrerkarte aufgezeichneten Daten,

zum Herunterladen einer Fahrerkarte auf externe Datenträger auslesen können.

Diese Anforderung gilt für Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation nur, wenn ihre Verwendung nicht von einer Werkstatt unterdrückt wurde.

135)

Bei einem Lesefehler verwendet das Kontrollgerät maximal dreimal erneut den gleichen Lesebefehl. Schlagen alle Versuche fehl, wird die Karte für fehlerhaft und ungültig erklärt.

3.14   Aufzeichnung und Speicherung von Daten auf Fahrtenschreiberkarten

3.14.1   Aufzeichnung und Speicherung von Daten auf Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation

136)

Sofern die Verwendung von Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation nicht von einer Werkstatt unterdrückt wurde, registriert und speichert das Kontrollgerät Daten in genau der gleichen Weise wie ein Kontrollgerät der ersten Generation.

137)

Sofort nach dem Einstecken der Karte stellt das Kontrollgerät die „Kartenvorgangsdaten“ auf der Fahrer- oder Werkstattkarte ein.

138)

Das Kontrollgerät aktualisiert die auf gültigen Fahrer-, Werkstatt-, Unternehmens- und/oder Kontrollkarten gespeicherten Daten mit sämtlichen erforderlichen Daten, die für den Karteninhaber und für den Zeitraum, in dem die Karte eingesteckt ist, relevant sind. Die auf diesen Karten gespeicherten Daten sind in Kapitel 4 spezifiziert.

139)

Das Kontrollgerät aktualisiert die auf gültigen Fahrer- und Werkstattkarten gespeicherten Fahrertätigkeits- und Ortsdaten (gemäß den Kapiteln 4.5.3.1.9 und 4.5.3.1.11) mit Tätigkeits- und Ortsdaten, die vom Karteninhaber manuell eingegeben werden.

140)

Alle Ereignisse, die für Kontrollgeräte der ersten Generation nicht definiert sind, werden nicht auf der Fahrer- und der Werkstattkarte gespeichert.

141)

Die Aktualisierung der Fahrtenschreiberkarten erfolgt so, dass bei Bedarf und unter Berücksichtigung der Speicherkapazität der Karte die jeweils ältesten Daten durch die jüngsten Daten ersetzt werden.

142)

Bei einem Schreibfehler verwendet das Kontrollgerät maximal dreimal erneut den gleichen Schreibbefehl. Schlagen alle Versuche fehl, wird die Karte für fehlerhaft und ungültig erklärt.

143)

Vor der Entnahme einer Fahrerkarte und nach Speicherung aller relevanten Daten auf der Karte setzt das Kontrollgerät alle „Kartenvorgangsdaten“ zurück.

3.14.2   Aufzeichnung und Speicherung von Daten auf Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation

144)

Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten 2 verschiedene Kartenanwendungen; bei der ersten handelt es sich um genau dieselbe Anwendung wie die TACHO-Anwendung für Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation, bei der zweiten um die „TACHO_G2“-Anwendung, gemäß Kapitel 4 und Anlage 2.

145)

Sofort nach dem Einstecken der Karte stellt das Kontrollgerät die „Kartenvorgangsdaten“ auf der Fahrer- oder Werkstattkarte ein.

146)

Das Kontrollgerät aktualisiert die auf den beiden Kartenanwendungen gültiger Fahrer-, Werkstatt-, Unternehmens- und/oder Kontrollkarten gespeicherten Daten mit sämtlichen erforderlichen Daten, die für den Karteninhaber und für den Zeitraum, in dem die Karte eingesteckt ist, relevant sind. Die auf diesen Karten gespeicherten Daten sind in Kapitel 4 spezifiziert.

147)

Das Kontrollgerät aktualisiert die auf gültigen Fahrer- und Werkstattkarten gespeicherten Fahrertätigkeits-, Orts- und Positionsdaten (gemäß den Kapiteln 4.5.3.1.9, 4.5.3.1.11, 4.5.3.2.9 und 4.5.3.2.11) mit Tätigkeits- und Ortsdaten, die vom Karteninhaber manuell eingegeben werden.

148)

Die Aktualisierung der Fahrtenschreiberkarten erfolgt so, dass bei Bedarf und unter Berücksichtigung der Speicherkapazität der Karte die jeweils ältesten Daten durch die jüngsten Daten ersetzt werden.

149)

Bei einem Schreibfehler verwendet das Kontrollgerät maximal dreimal erneut den gleichen Schreibbefehl. Schlagen alle Versuche fehl, wird die Karte für fehlerhaft und ungültig erklärt.

150)

Vor der Entnahme einer Fahrerkarte und nach Speicherung aller relevanten Daten auf beiden Kartenanwendungen der Karte setzt das Kontrollgerät alle „Kartenvorgangsdaten“ zurück.

3.15   Anzeige

151)

Die Anzeige enthält mindestens 20 Zeichen.

152)

Die Mindesthöhe der Zeichen beträgt 5 mm und die Mindestbreite 3,5 mm.

153)

Die Anzeige muss die in Anlage 1 Kapitel 4 „Zeichensätze“ spezifizierten Zeichen unterstützen. Die Anzeige kann vereinfachte Zeichen verwenden (z. B. können mit Akzent versehene Zeichen ohne Akzent oder Kleinbuchstaben als Großbuchstaben dargestellt werden).

154)

Die Anzeige ist mit einer blendfreien Beleuchtung auszustatten.

155)

Die in der Anzeige dargestellten Zeichen müssen von außerhalb des Kontrollgeräts gut sichtbar sein.

156)

Vom Kontrollgerät müssen folgende Daten angezeigt werden können:

Standarddaten,

Warndaten,

Menüzugangsdaten,

andere von einem Benutzer angeforderte Daten.

Vom Kontrollgerät können zusätzliche Informationen angezeigt werden, sofern sie von den vorstehend verlangten Informationen deutlich unterscheidbar sind.

157)

Die Anzeige des Kontrollgeräts verwendet die in Anlage 3 aufgeführten Piktogramme oder Piktogrammkombinationen. Es können auch zusätzliche Piktogramme oder Piktogrammkombinationen angezeigt werden, sofern sie sich deutlich von den genannten Piktogrammen und Piktogrammkombinationen unterscheiden.

158)

Die Anzeige muss sich bei fahrendem Fahrzeug stets im eingeschalteten Zustand befinden.

159)

Das Kontrollgerät kann eine manuelle oder automatische Abschaltvorrichtung für die Anzeige aufweisen, wenn sich das Fahrzeug nicht in Fahrt befindet.

Das Anzeigeformat ist in Anlage 5 spezifiziert.

3.15.1   Standardanzeige

160)

Wenn keine anderen Informationen angezeigt werden müssen, sind vom Kontrollgerät standardmäßig folgende Angaben anzuzeigen:

die Ortszeit (UTC + durch den Fahrer eingestellter Versatz),

die Betriebsart,

die derzeitige Tätigkeit des Fahrers und die derzeitige Tätigkeit des Beifahrers,

Informationen zum Fahrer:

Falls derzeitige Tätigkeit LENKEN ist: aktuelle ununterbrochene Lenkzeit und aktuelle kumulative Unterbrechungszeit,

falls derzeitige Tätigkeit nicht LENKEN ist: aktuelle Dauer der anderen Tätigkeit (seit der Auswahl) und aktuelle kumulative Unterbrechungszeit.

161)

Die Anzeige von Daten zu den Fahrern muss klar, deutlich und eindeutig sein. Lassen sich Fahrer- und Beifahrerinformationen nicht gleichzeitig anzeigen, zeigt das Kontrollgerät standardmäßig die Informationen zum Fahrer an und ermöglicht dem Benutzer, auf die Anzeige der Informationen zum Beifahrer umzuschalten.

162)

Lässt die Anzeigebreite eine ständige Anzeige der Betriebsart nicht zu, zeigt das Kontrollgerät bei Betriebsartwechsel die neue Betriebsart kurz an.

163)

Beim Einstecken der Karte wird der Name des Karteninhabers kurz angezeigt.

164)

Ist die Bedingung KONTROLLGERÄT NICHT ERFORDERLICH oder FÄHRÜBERFAHRT/ZUGFAHRT eingeschaltet, muss die Standardanzeige das entsprechende Piktogramm aufweisen (es ist zulässig, dass die aktuelle Fahrertätigkeit nicht gleichzeitig angezeigt wird).

3.15.2   Warnanzeige

165)

Das Kontrollgerät zeigt Warninformationen vorrangig unter Verwendung der Piktogramme gemäß Anlage 3 an, die gegebenenfalls durch zahlencodierte Informationen ergänzt werden. Darüber hinaus kann zusätzlich eine textliche Beschreibung der Warnung in der bevorzugten Sprache des Fahrers erfolgen.

3.15.3   Menübedienung

166)

Das Kontrollgerät stellt die erforderlichen Befehle über eine geeignete Menüstruktur bereit.

3.15.4   Sonstige Anzeigen

167)

Nach Bedarf müssen sich folgende Anzeigen auswählen lassen:

Datum und Uhrzeit in UTC sowie Ortszeitversatz,

der Inhalt der sechs Ausdrucke in den gleichen Formaten wie die Ausdrucke selbst,

ununterbrochene Lenkzeit und kumulative Unterbrechungszeit des Fahrers,

ununterbrochene Lenkzeit und kumulative Unterbrechungszeit des Beifahrers,

kumulierte Lenkzeit des Fahrers für die Vorwoche und die laufende Woche,

kumulierte Lenkzeit des Beifahrers für die Vorwoche und die laufende Woche,

optional:

aktuelle Dauer der Tätigkeit des Beifahrers (seit der Auswahl),

kumulierte Lenkzeit des Fahrers für die laufende Woche,

kumulierte Lenkzeit des Beifahrers für den aktuellen Arbeitstag,

kumulierte Lenkzeit des Fahrers für den aktuellen Arbeitstag.

168)

Die Anzeige des Ausdruckinhalts erfolgt sequenziell, Zeile für Zeile. Beträgt die Anzeigebreite weniger als 24 Zeichen, erhält der Benutzer die vollständige Information durch ein geeignetes Mittel (mehrere Zeilen, Rollen usw.).

Für handschriftliche Einträge vorgesehene Ausdruckzeilen brauchen nicht angezeigt zu werden.

3.16   Drucken

169)

Das Kontrollgerät muss Informationen aus seinem Massenspeicher und/oder von Fahrtenschreiberkarten anhand der folgenden sieben Ausdrucke drucken können:

täglicher Ausdruck Fahrertätigkeiten von der Karte,

täglicher Ausdruck Fahrertätigkeiten von der Fahrzeugeinheit,

Ausdruck Ereignisse und Störungen von der Karte,

Ausdruck Ereignisse und Störungen von der Fahrzeugeinheit,

Ausdruck Technische Daten,

Ausdruck Geschwindigkeitsüberschreitung,

Fahrtenschreiberkartenvorgänge für eine bestimmte Fahrzeugeinheit (siehe Kapitel 3.12.16)

Genaue Angaben zu Format und Inhalt dieser Ausdrucke sind in Anlage 4 enthalten.

Am Ende der Ausdrucke können zusätzliche Daten bereitgestellt werden.

Vom Kontrollgerät können auch zusätzliche Ausdrucke bereitgestellt werden, sofern sie von den vorgenannten sieben Ausdrucken deutlich unterscheidbar sind.

170)

Der „tägliche Ausdruck Fahrertätigkeiten von der Karte“ und der „Ausdruck Ereignisse und Störungen von der Karte“ dürfen verfügbar sein, wenn eine Fahrerkarte oder eine Werkstattkarte in das Kontrollgerät eingesetzt sind. Das Kontrollgerät muss die auf der betreffenden Karte gespeicherten Daten vor Beginn des Ausdrucks aktualisieren.

171)

Zur Herstellung des „täglichen Ausdrucks Fahrertätigkeiten von der Karte“ und des „Ausdrucks Ereignisse und Störungen von der Karte“

wählt das Kontrollgerät entweder automatisch die Fahrerkarte oder die Werkstattkarte, wenn nur eine dieser Karten eingesteckt ist,

oder ermöglicht einen Befehl zur Auswahl der Quellenkarte oder zur Auswahl der Karte im Fahrersteckplatz, wenn beide Kartenarten im Kontrollgerät eingesteckt sind.

172)

Der Drucker muss 24 Zeichen pro Zeile drucken können.

173)

Die Mindesthöhe der Zeichen beträgt 2,1 mm und die Mindestbreite 1,5 mm.

174)

Der Drucker muss die in Anlage 1 Kapitel 4 „Zeichensätze“ spezifizierten Zeichen unterstützen.

175)

Drucker müssen von ihrer Auslegung her diese Ausdrucke mit einem Auflösungsniveau liefern, das Missverständnisse beim Lesen ausschließt.

176)

Die Abmessungen der Ausdrucke und die Eintragungen auf den Ausdrucken dürfen unter normalen Feuchtigkeits- (10-90 %) und Temperaturbedingungen keinerlei Veränderungen unterliegen.

177)

Auf dem vom Kontrollgerät verwendeten typgenehmigten Papier sind das Typgenehmigungszeichen und der Typ/die Typen des Kontrollgeräts anzugeben, mit dem/denen es eingesetzt werden kann.

178)

Die Ausdrucke müssen unter normalen Aufbewahrungsbedingungen hinsichtlich Lichtintensität, Feuchtigkeit und Temperatur mindestens zwei Jahre lang deutlich lesbar und identifizierbar bleiben.

179)

Die Ausdrucke müssen mindestens den Prüfspezifikationen gemäß Anlage 9 entsprechen.

180)

Es muss möglich sein, auf diesen Ausdrucken zusätzliche manuelle Eintragungen wie die Unterschrift des Fahrers vorzunehmen.

181)

Tritt während des Druckens das Ereignis „Kein Papier“ auf, muss das Kontrollgerät nach dem Nachladen des Papiers den Druckvorgang vom Anfang des Ausdrucks starten oder den Druck fortsetzen, wobei ein eindeutiger Hinweis auf den zuvor gedruckten Teil zu erfolgen hat.

3.17   Warnsignale

182)

Bei Feststellung eines Ereignisses und/oder einer Störung erhält der Fahrer vom Kontrollgerät ein Warnsignal.

183)

Das Warnsignal für das Ereignis Unterbrechung der Stromversorgung kann bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung aufgeschoben werden.

184)

Das Kontrollgerät warnt den Fahrer 15 Minuten vor dem Zeitpunkt sowie zum Zeitpunkt der Überschreitung der höchstzulässigen ununterbrochenen Lenkzeit.

185)

Die Warnsignale erfolgen optisch. Zusätzlich zu optischen können auch akustische Warnsignale abgegeben werden.

186)

Optische Warnsignale müssen für den Benutzer eindeutig erkennbar sein, sich im Sichtfeld des Fahrers befinden und sowohl am Tage als auch in der Nacht deutlich lesbar sein.

187)

Optische Warnsignale können in das Kontrollgerät eingebaut oder gerätefern installiert sein.

188)

Im letzteren Fall erfolgt die Kennzeichnung mit einem „T“-Symbol.

189)

Die Warnsignale haben eine Dauer von mindestens 30 Sekunden, sofern sie nicht vom Benutzer durch Betätigen einer Taste am Kontrollgerät bestätigt werden. Mit dieser ersten Bestätigung darf die im nächsten Absatz angeführte Anzeige des Grundes für das Warnsignal nicht gelöscht werden.

190)

Der Grund für das Warnsignal wird am Kontrollgerät angezeigt und bleibt so lange sichtbar, bis der Benutzer ihn mit einer bestimmten Taste oder mit einem bestimmten Befehl über das Kontrollgerät bestätigt.

191)

Es können zusätzliche Warnsignale abgegeben werden, solange sie bei den Fahrern zu keinen Verwechslungen mit den vorstehend festgelegten Warnsignalen führen.

3.18   Herunterladen von Daten auf externe Datenträger

192)

Das Kontrollgerät muss bei Bedarf über den Steckanschluss zum Kalibrieren/Herunterladen Daten aus seinem Massenspeicher oder von einer Fahrerkarte an externe Speichermedien herunterladen können. Das Kontrollgerät muss die auf der betreffenden Karte gespeicherten Daten vor Beginn des Herunterladens aktualisieren.

193)

Zusätzlich und als optionales Leistungsmerkmal kann das Kontrollgerät in jeder Betriebsart Daten auf anderem Wege an ein auf diesem Weg authentisiertes Unternehmen herunterladen. In diesem Fall gelten für das Herunterladen die Datenzugriffsrechte der Betriebsart Unternehmen.

194)

Beim Herunterladen dürfen gespeicherte Daten weder verändert noch gelöscht werden.

195)

Die elektrische Schnittstelle des Anschlusses zum Kalibrieren/Herunterladen ist in Anlage 6 spezifiziert.

196)

Die Protokolle zum Herunterladen sind in Anlage 7 spezifiziert.

3.19   Fernkommunikation für die Durchführung gezielter Straßenkontrollen

197)

Bei eingeschalteter Zündung speichert die Fahrzeugeinheit alle 60 Sekunden in der Fernkommunikationsausrüstung die jüngsten für die Zwecke der gezielten Straßenkontrolle erforderlichen Daten. Diese Daten werden gemäß Anlage 11 und Anlage 14 verschlüsselt und unterzeichnet.

198)

Aus der Ferne zu kontrollierende Daten müssen für Fernabfragegeräte durch drahtlose Kommunikation gemäß Anlage 14 verfügbar sein.

199)

Daten für die Zwecke der gezielten Straßenkontrolle beziehen sich auf:

den letzten Versuch einer Sicherheitsverletzung,

die längste Unterbrechung der Stromversorgung,

Sensorstörung,

Datenfehler Weg und Geschwindigkeit,

Datenkonflikt Fahrzeugbewegung,

Fahren ohne gültige Karte,

Einstecken der Karte während des Lenkens,

Zeiteinstellungsdaten,

Kalibrierungsdaten einschließlich der Daten der zwei zuletzt gespeicherten Kalibrierungsdatensätze,

amtliches Kennzeichen des Fahrzeugs,

vom Fahrtenschreiber aufgezeichnete Geschwindigkeit.

3.20   Datenausgabe an externe Zusatzgeräte

200)

Das Kontrollgerät kann auch mit genormten Schnittstellen ausgerüstet werden, die in den Betriebsarten Betrieb oder Kalibrierung die Nutzung der vom Fahrtenschreiber aufgezeichneten oder erzeugten Daten durch eine externe Ausrüstung ermöglichen.

In Anlage 13 ist eine optionale ITS-Schnittstelle spezifiziert und genormt. Parallel dazu können ähnliche Schnittstellen bestehen, sofern sie in vollem Umfang den Anforderungen in Bezug auf die in Anlage 13 festgelegte Minimalliste von Daten, die Sicherheit und die Zustimmung des Fahrers genügen.

Folgende Anforderungen gelten für über diese Schnittstelle zur Verfügung gestellte ITS-Daten:

bei diesen Daten handelt es sich um einen Satz ausgewählter bestehender Daten aus dem Datenglossar des Fahrtenschreibers (Anlage 1),

ein Teilsatz dieser ausgewählten Daten ist als „personenbezogene Daten“ gekennzeichnet,

der Teilsatz „personenbezogene Daten“ ist nur dann verfügbar, wenn die nachweisbare Zustimmung des Fahrers dazu, dass seine persönlichen Daten das Fahrzeugnetzwerk verlassen dürfen, aktiviert ist,

die Zustimmung des Fahrers kann jederzeit durch Menübefehle aktiviert oder deaktiviert werden, sofern die Fahrerkarte eingesteckt ist,

der Datensatz und der Datenteilsatz werden über Bluetooth-Funkprotokoll im Umkreis der Fahrerkabine mit einer Aktualisierungsrate von 1 Minute übertragen,

die Koppelung der ITS-Schnittstelle mit dem externen Gerät wird durch eine spezielle und nach dem Zufallsprinzip erstellte, mindestens 4-stellige PIN geschützt, die in jeder Fahrzeugeinheit gespeichert und über deren Anzeige verfügbar ist,

durch eine vorhandene ITS-Schnittstelle darf unter keinen Umständen das ordnungsgemäße Funktionieren und die Sicherheit der Fahrzeugeinheit gestört oder beeinträchtigt werden.

Zusätzlich zum Satz ausgewählter vorhandener Daten, der als Minimalliste gilt, können noch weitere Daten ausgegeben werden, sofern sie nicht als personenbezogene Daten gelten können.

Das Kontrollgerät meldet den anderen externen Einrichtungen die Zustimmung des Fahrers.

Bei eingeschalteter Zündung werden diese Daten ständig ausgesendet.

201)

Im Hinblick auf die Rückwärtskompatibilität können Fahrtenschreiber weiterhin mit der Schnittstelle für die serielle Verbindung gemäß Anhang 1B der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 in der zuletzt geänderten Fassung ausgerüstet sein. Allerdings ist die Zustimmung des Fahrers weiterhin erforderlich, wenn personenbezogene Daten übermittelt werden.

3.21   Kalibrierung

202)

Die Kalibrierungsfunktion gestattet folgende Vorgänge:

automatische Koppelung des Bewegungssensors mit der Fahrzeugeinheit,

automatische Kopplung der externen GNSS-Ausrüstung mit der Fahrzeugeinheit, falls zutreffend,

digitale Angleichung der Konstante des Kontrollgeräts (k) an die Wegdrehzahl des Fahrzeugs (w),

Einstellung der aktuellen Uhrzeit innerhalb der Gültigkeitsdauer der eingesteckten Werkstattkarte,

Einstellung des aktuellen Kilometerstands,

Aktualisierung der im Massenspeicher gespeicherten Kenndaten des Bewegungssensors,

gegebenenfalls Aktualisierung der im Massenspeicher gespeicherten Kenndaten der externen GNSS-Ausrüstung,

Aktualisierung von Typ und Kennung aller vorhandenen Plombierungen,

Aktualisierung oder Bestätigung anderer dem Kontrollgerät bekannter Parameter: Fahrzeugkennung, Wegdrehzahl (w), Reifenumgang (l), Reifengröße und gegebenenfalls Einstellung des Geschwindigkeitsbegrenzers.

203)

Darüber hinaus ermöglicht es die Kalibrierungsfunktion, die Fähigkeit zur Verwendung von Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation im Kontrollgerät zu unterdrücken, sofern die in Anlage 15 festgelegten Bedingungen erfüllt sind.

204)

Die Koppelung des Bewegungssensors mit der Fahrzeugeinheit besteht mindestens

in der Aktualisierung der vom Bewegungssensor gespeicherten Installationsdaten (nach Bedarf),

im Kopieren erforderlicher Kenndaten des Bewegungssensors von diesem in den Massenspeicher der Fahrzeugeinheit.

205)

Die Kopplung der externen GNSS-Ausrüstung mit der Fahrzeugeinheit besteht mindestens

in der Aktualisierung der von der externen GNSS-Ausrüstung gespeicherten Einbaudaten (nach Bedarf),

im Kopieren erforderlicher Kenndaten der externen GNSS-Ausrüstung von dieser in den Massenspeicher der Fahrzeugeinheit, einschließlich der Seriennummer der externen GNSS-Ausrüstung.

Nach der Kopplung werden die GNSS-Positionsdaten überprüft.

206)

Mit der Kalibrierungsfunktion muss es möglich sein, die erforderlichen Daten über den Anschluss zum Kalibrieren/Herunterladen gemäß dem in Anlage 8 festgelegten Kalibrierungsprotokoll einzugeben. Die Eingabe erforderlicher Daten durch die Kalibrierungsfunktion kann auch auf anderem Wege erfolgen.

3.22   Straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung

207)

Die Funktion straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung ermöglicht das Auslesen der Seriennummer des (möglicherweise in den Adapter eingebetteten) Bewegungssensors und der Seriennummer der zum Zeitpunkt der Anforderung mit der Fahrzeugeinheit verbundenen externen GNSS-Ausrüstung (falls zutreffend).

208)

Dieses Auslesen muss zumindest auf der Anzeige der Fahrzeugeinheit durch Menübefehle möglich sein.

209)

Die Funktion straßenseitige Kalibrierungsüberprüfung ermöglicht ferner die Steuerung der Auswahl der E/A-Betriebsart der Kalibrierungs-E/A-Signalleitung gemäß Anlage 6 über die Schnittstelle der K-Leitung. Dies erfolgt über den Einstellvorgang „ECUAdjustmentSession“ gemäß Anlage 8 Abschnitt 7 „Prüfimpulssteuerung — Funktionseinheit Eingabe/Ausgabe-Steuerung“.

3.23   Zeiteinstellung

210)

Mit der Funktion Zeiteinstellung ist eine automatische Einstellung der aktuellen Uhrzeit möglich. Im Kontrollgerät werden zwei Zeitquellen zur Zeiteinstellung verwendet: 1) die Systemuhr der Fahrzeugeinheit, 2) der GNSS-Empfänger.

211)

Die Zeit der Systemuhr der Fahrzeugeinheit wird automatisch in Abständen von höchstens 12 Stunden neu eingestellt. Wenn diese Frist abgelaufen und kein GNSS-Signal verfügbar ist, erfolgt die Zeiteinstellung, sobald die Fahrzeugeinheit je nach Zustand der Fahrzeugzündung Zugriff auf eine vom GNSS-Empfänger gelieferte gültige Zeit hat. Die Zeitreferenz für die automatische Zeiteinstellung der Systemuhr der Fahrzeugeinheit wird aus dem GNSS-Empfänger abgeleitet. Ein Ereignis Zeitkonflikt wird ausgelöst, wenn die aktuelle Zeit um mehr als eine (1) Minute von der vom GNSS-Empfänger gelieferten Zeitangabe abweicht.

212)

In der Betriebsart Kalibrierung ermöglicht es die Funktion Zeiteinstellung ferner, eine Einstellung der aktuellen Uhrzeit auszulösen.

3.24   Leistungsmerkmale

213)

Die Fahrzeugeinheit muss im Temperaturbereich von – 20 °C bis 70 °C, die externe GNSS-Ausrüstung im Temperaturbereich von – 20 °C bis 70 °C und der Bewegungssensor im Temperaturbereich von – 40 °C bis 135 °C voll einsatzbereit sein; der Inhalt des Massenspeichers muss bis zu Temperaturen von – 40 °C erhalten bleiben.

214)

Der Fahrtenschreiber muss bei einer Luftfeuchtigkeit von 10 bis 90 % voll einsatzbereit sein.

215)

Die im intelligenten Fahrtenschreiber verwendeten Plombierungen müssen den gleichen Bedingungen standhalten wie sie für die Komponenten des Fahrtenschreibers, an denen sie angebracht sind, gelten.

216)

Das Kontrollgerät muss gegen Überspannung, Falschpolung der Stromversorgung und Kurzschluss geschützt sein.

217)

Bewegungssensoren müssen entweder

auf ein Magnetfeld, das die Ermittlung von Fahrzeugbewegungsdaten stört, reagieren — unter diesen Umständen registriert und speichert die Fahrzeugeinheit eine Sensorstörung (Randnummer 88) — oder

über einen Sensor verfügen, der vor Magnetfeldern geschützt oder dagegen unempfindlich ist.

218)

Das Kontrollgerät und die externe GNSS-Ausrüstung müssen der internationalen UN/ECE-Regelung Nr. 10 genügen und gegen elektrostatische Entladungen und Störgrößen geschützt sein.

3.25   Werkstoffe

219)

Alle Bauteile des Kontrollgeräts müssen aus Werkstoffen mit hinreichender Stabilität und mechanischer Festigkeit sowie genügender elektrischer und magnetischer Unveränderlichkeit bestehen.

220)

Zur Gewährleistung normaler Betriebsbedingungen müssen alle Teile des Geräts gegen Feuchtigkeit und Staub geschützt sein.

221)

Die Fahrzeugeinheit und die externe GNSS-Ausrüstung müssen den Schutzgrad IP 40 und der Bewegungssensor muss den Schutzgrad IP 64 gemäß Norm IEC 60529:1989 einschließlich A1:1999 und A2:2013 erfüllen.

222)

Das Kontrollgerät muss den geltenden technischen Spezifikationen hinsichtlich der ergonomischen Gestaltung genügen.

223)

Das Kontrollgerät muss gegen unbeabsichtigte Beschädigungen geschützt sein.

3.26   Markierungen

224)

Sind am Kontrollgerät Kilometerstand und Geschwindigkeit ablesbar, müssen in der Anzeige folgende Angaben erscheinen:

in der Nähe der Zahl, die die zurückgelegte Wegstrecke anzeigt, die Maßeinheit der zurückgelegten Wegstrecken mit der Abkürzung „km“,

in der Nähe der Zahl, die die Geschwindigkeit anzeigt, die Abkürzung „km/h“.

Das Kontrollgerät kann auch auf eine Geschwindigkeitsanzeige in Meilen pro Stunde umgeschaltet werden; in diesem Fall wird als Maßeinheit der Geschwindigkeit die Abkürzung „mph“ angezeigt. Das Kontrollgerät kann auch auf eine Anzeige der zurückgelegten Wegstrecke in Meilen umgeschaltet werden; in diesem Fall wird als Maßeinheit der zurückgelegten Wegstrecke die Abkürzung „mi“ angezeigt.

225)

An jeder gesonderten Komponente des Kontrollgeräts ist ein Typenschild mit folgenden Angaben anzubringen:

Name und Anschrift des Geräteherstellers,

Teilnummer und Baujahr,

Seriennummer des Geräts,

Prüfzeichen des Kontrollgerätetyps.

226)

Reicht der Platz nicht für alle vorstehend genannten Angaben aus, muss das Typenschild mindestens folgende Angaben enthalten: Name oder Logo des Herstellers und Nummer des Kontrollgeräteteils.

4   BAUART- UND FUNKTIONSMERKMALE DER FAHRTENSCHREIBERKARTEN

4.1   Sichtbare Daten

Die Vorderseite enthält:

227)

je nach Kartentyp in Großbuchstaben die Wörter „Fahrerkarte“ oder „Kontrollkarte“ oder „Werkstattkarte“ oder „Unternehmenskarte“ in der Sprache bzw. den Sprachen des ausstellenden Mitgliedstaats;

228)

den Namen des Mitgliedstaats, der die Karte ausstellt (optional);

229)

das Unterscheidungszeichen des ausstellenden Mitgliedstaats, im Negativdruck in einem blauen Rechteck, umgeben von 12 gelben Sternen. Die Unterscheidungszeichen lauten wie folgt:

B

BG

CZ

CY

Belgien

Bulgarien

Tschechische Republik

Zypern

LV

L

LT

M

Lettland

Luxemburg

Litauen

Malta

DK

Dänemark

NL

Niederlande

D

EST

Deutschland

Estland

A

PL

Österreich

Polen

GR

Griechenland

P

RO

SK

SLO

Portugal

Rumänien

Slowakei

Slowenien

E

Spanien

FIN

Finnland

F

HR

H

Frankreich

Kroatien

Ungarn

S

Schweden

IRL

Irland

UK

Vereinigtes Königreich

I

Italien

 

 

230)

wie folgt nummerierte Angaben zu der ausgestellten Karte:

 

Fahrerkarte

Kontrollkarte

Unternehmens- oder Werkstattkarte

1.

Name des Fahrers

Name der Kontrollstelle

Name des Unternehmens oder der Werkstatt

2.

Vorname(n) des Fahrers

Name des Kontrolleurs

(falls zutreffend)

Name des Karteninhabers

(falls zutreffend)

3.

Geburtsdatum des Fahrers

Vorname(n) des Kontrolleurs

(falls zutreffend)

Vorname(n) des Karteninhabers

(falls zutreffend)

4.a

Gültig ab

4.b

Gültig bis

4.c

Name der ausstellenden Behörde (kann auch auf die Rückseite gedruckt werden)

4.d

andere Nummer als unter 5 für Verwaltungszwecke (optional)

5.a

Führerscheinnummer:

(am Ausstellungstag der Fahrerkarte)

5.b

Kartennummer

6.

Lichtbild des Fahrers

Lichtbild des Kontrolleurs (optional)

Lichtbild des Einbaubetriebs (optional)

7.

Unterschrift des Inhabers (optional)

8.

Wohnort oder Anschrift des Inhabers (optional)

Anschrift der Kontrollstelle

Anschrift des Unternehmens oder der Werkstatt

231)

Das zu verwendende Datumsformat ist „TT/MM/JJJJ“ oder „TT.MM.JJJJ“ (Tag, Monat, Jahr).

Die Rückseite enthält:

232)

eine Erläuterung zu den nummerierten Angaben auf der Vorderseite der Karte,

233)

mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung des Inhabers auch Angaben, die nicht mit der Verwaltung der Fahrerkarte im Zusammenhang stehen; durch derartige Zusätze ändert sich nichts an der Verwendung des Musters als Fahrerkarte.

234)

Die Fahrtenschreiberkarten werden mit folgenden Hintergrundfarben gedruckt:

—   Fahrerkarte: Weiß,

—   Kontrollkarte: Blau,

—   Werkstattkarte: Rot,

—   Unternehmenskarte: Gelb.

235)

Zum Schutz vor Fälschung und unbefugten Änderungen weisen die Fahrtenschreiberkarten mindestens folgende Merkmale auf:

ein Sicherheitsuntergrunddesign mit feinen Guillochen und Irisdruck,

im Bereich des Lichtbilds eine Überlappung des Sicherheitsuntergrunddesigns mit dem Lichtbild,

mindestens eine zweifarbige Mikrodruckzeile.

Image

236)

Die Mitgliedstaaten können nach Beratung mit der Kommission unbeschadet der übrigen Bestimmungen dieses Anhangs Farben oder Markierungen wie Staatssymbole oder Sicherheitsmerkmale hinzufügen.

237)

Befristete Karten nach Artikel 26 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 müssen den Vorschriften dieses Anhangs entsprechen.

4.2   Sicherheit

Ziel der Systemsicherheit ist der Schutz der Integrität und Authentizität der zwischen den Karten und dem Kontrollgerät ausgetauschten Daten und der von den Karten heruntergeladenen Daten, die Zulassung bestimmter Schreibvorgänge auf die Karten nur für das Kontrollgerät, die Entschlüsselung bestimmter Daten, der Ausschluss jeder Möglichkeit einer Fälschung der auf den Karten gespeicherten Daten, die Verhinderung unbefugter Änderungen sowie die Feststellung jeglicher Versuche dieser Art.

238)

Zur Gewährleistung der Systemsicherheit müssen die Fahrtenschreiberkarten die Sicherheitsvorgaben gemäß den Anlagen 10 und 11 erfüllen.

239)

Fahrtenschreiberkarten müssen mit anderen Geräten, wie z. B. Personalcomputern, lesbar sein.

4.3   Normen

240)

Die Fahrtenschreiberkarten müssen den folgenden Normen entsprechen:

ISO/IEC 7810 Identification cards — Physical characteristics,

ISO/IEC 7816 Identification cards — Integrated circuit cards:

Teil 1: Physical characteristics,

Teil 2: Dimensions and position of the contacts (ISO/IEC 7816-2:2007),

Teil 3: Electrical interface and transmission protocols (ISO/IEC 7816-3:2006),

Teil 4: Organization, security and commands for interchange)(ISO/IEC 7816-4:2013 + Cor 1:2014),

Teil 6: Interindustry data elements for interchange (ISO/IEC 7816-6:2004 + Cor 1:2006),

Teil 8: Commands for security operations (ISO/IEC 7816-8:2004).

Fahrtenschreiberkarten müssen gemäß ISO/IEC 10373-3:2010 „Identification cards — Test methods — Part 3: Integrated circuit cards with contacts and related interface devices“ geprüft werden.

4.4   Spezifikationen für Umgebung und Elektrizität

241)

Fahrtenschreiberkarten müssen unter allen klimatischen Bedingungen, die im Gebiet der Gemeinschaft gewöhnlich anzutreffen sind, ordnungsgemäß funktionieren können, mindestens im Temperaturbereich – 25 °C bis + 70 °C mit gelegentlichen Spitzen bis zu + 85 °C, wobei „gelegentlich“ jeweils nicht mehr als 4 Stunden und nicht mehr als 100mal während der Lebensdauer der Karte bedeutet.

242)

Fahrtenschreiberkarten müssen bei einer Luftfeuchtigkeit von 10 bis 90 % ordnungsgemäß funktionieren können.

243)

Fahrtenschreiberkarten müssen bei Verwendung gemäß den Spezifikationen für Umgebung und Elektrizität während einer Dauer von fünf Jahren ordnungsgemäß funktionieren können.

244)

Während des Betriebs müssen die Fahrtenschreiberkarten hinsichtlich der elektromagnetischen Verträglichkeit der UN/ECE-Regelung Nr. 10 genügen und gegen elektrostatische Entladungen geschützt sein.

4.5   Datenspeicherung

Im Sinne dieses Absatzes

erfolgt die Zeitaufzeichnung auf eine Minute genau, sofern nicht anders angegeben;

erfolgt die Aufzeichnung des Kilometerstands auf einen Kilometer genau;

erfolgt die Geschwindigkeitsaufzeichnung auf 1 km/h genau;

werden Positionen (Längen- und Breitengrade) in Grad und Minuten mit einer Auflösung von 1/10 Minute aufgezeichnet.

Die Funktionen, Befehle und logischen Strukturen der Fahrtenschreiberkarten, die der Erfüllung von Anforderungen zur Datenspeicherung dienen, sind in Anlage 2 spezifiziert.

Sofern nicht anders angegeben muss die Datenspeicherung auf Fahrtenschreiberkarten so erfolgen, dass die jeweils ältesten gespeicherten Daten durch neue Daten ersetzt werden, wenn die für diese Aufzeichnungen vorgesehene Speichergröße erschöpft ist.

245)

In diesem Absatz ist die Mindestspeicherkapazität für die verschiedenen Anwendungsdateien festgelegt. Fahrtenschreiberkarten müssen dem Kontrollgerät die tatsächliche Speicherkapazität dieser Dateien anzeigen können.

246)

Alle zusätzlichen auf Fahrtenschreiberkarten gespeicherten Daten in Bezug auf andere Anwendungen, für die die Karte möglicherweise vorgesehen ist, müssen in Übereinstimmung mit der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments und des Rates und im Einklang mit Artikel 7 der Verordnung (EU) Nr. 165/2014 gespeichert werden.

247)

Jede Wurzel-DF (Master File, MF) einer Fahrtenschreiberkarte enthält bis zu fünf Elementardateien (Elementary Files, EF) für die Kartenverwaltung, Anwendungs- und Chipkennungen sowie zwei Verzeichnisse (Dedicated Files, DF):

DF Tachograph enthält die für Fahrzeugeinheiten der ersten Generation zugängliche Anwendung, die auch in Fahrtenschreiberkarten der ersten Generation enthalten ist,

DF Tachograph_G2 enthält die nur für Fahrzeugeinheiten der zweiten Generation zugängliche Anwendung, die nur in Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten ist.

Sämtliche Einzelheiten der Struktur der Fahrtenschreiberkarten sind in Anlage 2 spezifiziert.

4.5.1   Elementardateien für Kennung und Kartenverwaltung

4.5.2   IS-Kartenkennung

248)

Die Fahrtenschreiberkarten müssen die folgenden Chipkartenkenndaten speichern können:

Clock stop,

Seriennummer der Karte (einschließlich Fertigungsangaben),

Typgenehmigungsnummer der Karte

Kennung der Karten-Personalisierung (ID),

Kartenhersteller-ID,

IS-Bezeichner.

4.5.2.1   Chipkennung

249)

Die Fahrtenschreiberkarten müssen die folgenden Kenndaten des integrierten Schaltkreises (IS) speichern können:

IS-Seriennummer,

IS-Fertigungsangaben.

4.5.2.2   DIR (nur in Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten)

250)

Fahrtenschreiberkarten müssen die in Anlage 2 genannten Datenobjekte zur Anwendungskennung speichern können.

4.5.2.3   ATR-Angaben (eingeschränkt, nur in Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten)

251)

Die Fahrtenschreiberkarten müssen das folgende Datenobjekt mit der erweiterten Längenangabe speichern können:

falls die Fahrtenschreiberkarte erweiterte Längenfelder unterstützt, das in Anlage 2 spezifizierte Datenobjekt mit der erweiterten Längenangabe.

4.5.2.4   Erweiterte Längenangabe (eingeschränkt, nur in Fahrtenschreiberkarten der zweiten Generation enthalten)

252)

Die Fahrtenschreiberkarten müssen die folgenden Datenobjekte mit der erweiterten Längenangabe speichern können:

falls die Fahrtenschreiberkarte erweiterte Längenfelder unterstützt, die in Anlage 2 spezifizierten Datenobjekte mit der erweiterten Längenangabe.

4.5.3   Fahrerkarte

4.5.3.1   Fahrtenschreiberanwendung (zugänglich für Fahrzeugeinheiten der ersten und zweiten Generation)

4.5.3.1.1   Anwendungskennung

253)

Die Fahrerkarte muss die folgenden Anwendungskenndaten speichern können:

Kennnummer der Fahrtenschreiberanwendung,

Art der Fahrtenschreiberkartenkennung.

4.5.3.1.2   Schlüssel und Zertifikate

254)

Die Fahrtenschreiberkarte muss eine Reihe kryptografischer Schlüssel und Zertifikate gemäß Anlage 11 Teil A speichern können.

4.5.3.1.3   Kartenkennung

255)

Die Fahrerkarte muss die folgenden Kartenkenndaten speichern können:

Kartennummer,

ausstellender Mitgliedstaat, Name der ausstellenden Behörde, Ausstellungsdatum,

gültig ab, gültig bis.

4.5.3.1.4   Karteninhaberkennung

256)

Die Fahrerkarte muss die folgenden Karteninhaberkenndaten speichern können:

Name des Karteninhabers,

Vorname(n) des Karteninhabers,

Geburtsdatum,

bevorzugte Sprache.

4.5.3.1.5   Herunterladen von der Karte

257)

Die Fahrerkarte muss in Bezug auf das Herunterladen von der Karte die folgenden Daten speichern können:

Datum und Uhrzeit des letzten Herunterladens der Daten von der Karte (zu anderen als Kontrollzwecken).

258)

Die Fahrerkarte muss einen derartigen Datensatz gespeichert halten können.

4.5.3.1.6   Führerscheininformationen

259)

Die Fahrerkarte muss die folgenden Führerscheindaten speichern können:

ausstellender Mitgliedstaat, Name der ausstellenden Behörde,

Führerscheinnummer (am Ausstellungstag der Karte).

4.5.3.1.7   Ereignisdaten

Im Sinne dieses Absatzes erfolgt die Zeitspeicherung auf 1 Sekunde genau.

260)

Die Fahrerkarte muss Daten in Bezug auf die folgenden, vom Kontrollgerät bei eingesteckter Karte festgestellten Ereignisse speichern können:

Zeitüberlappung (wenn die Karte Ursache des Ereignisses ist),

Einstecken der Karte während des Lenkens (wenn die Karte Gegenstand des Ereignisses ist),

Letzter Kartenvorgang nicht korrekt abgeschlossen (wenn die Karte Gegenstand des Ereignisses ist),

Unterbrechung der Stromversorgung,

Datenfehler Weg und Geschwindigkeit,

Versuch Sicherheitsverletzung.

261)

Die Fahrerkarte muss die folgenden Daten für diese Ereignisse speichern können:

Ereigniscode,

Datum und Uhrzeit des Ereignisbeginns (oder des Einsteckens der Karte, wenn das Ereignis zu diesem Zeitpunkt andauerte),

Datum und Uhrzeit des Ereignisendes (oder der Kartenentnahme, wenn das Ereignis zu diesem Zeitpunkt andauerte),

amtliches Kennzeichen und zulassender Mitgliedstaat des Fahrzeugs, in dem das Ereignis eintrat.

Anmerkung: Für das Ereignis „Zeitüberlappung“:

Datum und Uhrzeit des Ereignisbeginns müssen Datum und Uhrzeit der Kartenentnahme aus dem vorherigen Fahrzeug entsprechen,

Datum und Uhrzeit des Ereignisendes müssen Datum und Uhrzeit des Einsteckens der Karte in das derzeitige Fahrzeug entsprechen,

Fahrzeugdaten müssen dem derzeitigen Fahrzeug entsprechen, das das Ereignis auslöst.

Anmerkung: Für das Ereignis „Letzter Kartenvorgang nicht korrekt abgeschlossen“:

Datum und Uhrzeit des Ereignisbeginns müssen Datum und Uhrzeit des Einsteckens der Karte bei dem nicht korrekt abgeschlossenen Vorgang entsprechen,

Datum und Uhrzeit des Ereignisendes müssen Datum und Uhrzeit des Einsteckens der Karte bei dem Vorgang entsprechen, während dessen das Ereignis festgestellt wurde (derzeitiger Vorgang),

Fahrzeugdaten müssen dem Fahrzeug entsprechen, in dem der Vorgang nicht korrekt abgeschlossen wurde.

262)

Die Fahrerkarte muss Daten für die sechs jüngsten Ereignisse jeder Art (d. h. 36 Ereignisse) speichern können.

4.5.3.1.8   Störungsdaten

Im Sinne dieses Unterabsatzes erfolgt die Zeitspeicherung auf 1 Sekunde genau.

263)

Die Fahrerkarte muss Daten in Bezug auf die folgenden, vom Kontrollgerät bei eingesteckter Karte festgestellten Störungen speichern können:

Störung Karte (wenn die Karte Gegenstand des Ereignisses ist),

Störung Kontrollgerät.

264)

Die Fahrerkarte muss die folgenden Daten für diese Störungen speichern können:

Störungscode,

Datum und Uhrzeit des Störungsbeginns (oder des Einsteckens der Karte, wenn die Störung zu diesem Zeitpunkt andauerte),

Datum und Uhrzeit des Störungsendes (oder der Kartenentnahme, wenn die Störung zu diesem Zeitpunkt andauerte),

amtliches Kennzeichen und zulassender Mitgliedstaat des Fahrzeugs, in dem die Störung eintrat.

265)

Die Fahrerkarte muss Daten für die zwölf jüngsten Störungen jeder Art (d. h. 24 Störungen) speichern können.

4.5.3.1.9   Fahrertätigkeitsdaten

266)

Die Fahrerkarte muss für jeden Kalendertag, an dem sie benutzt wurde oder für den der Fahrer manuell Tätigkeiten eingegeben hat, die folgenden Daten speichern können:

Datum,

Tagesanwesenheitszähler (wird für jeden dieser Kalendertage um den Wert Eins erhöht),

vom Fahrer an diesem Tag zurückgelegte Gesamtwegstrecke,

Fahrerstatus um 0.00 Uhr,

jedes Mal, wenn der Fahrer die Tätigkeit gewechselt und/oder den Status der Fahrzeugführung verändert und/oder seine Karte eingesteckt oder entnommen hat:

der Status der Fahrzeugführung (TEAM, EINMANNBETRIEB),

den Steckplatz (FAHRER, BEIFAHRER),

den Kartenstatus (EINGESTECKT, NICHT EINGESTECKT),

die Tätigkeit (LENKEN, BEREITSCHAFT, ARBEIT, UNTERBRECHUNG/RUHE),

den Zeitpunkt der Veränderung.

267)

Der Speicher der Fahrerkarte muss die Fahrertätigkeitsdaten von mindestens 28 Tagen gespeichert halten können (die durchschnittliche Tätigkeit eines Fahrers ist mit 93 Tätigkeitsveränderungen pro Tag definiert).

268)

Die in den Randnummern 261, 264 und 266 aufgeführten Daten werden so gespeichert, dass — auch bei zeitlichen Überschneidungen — ein Abrufen der Tätigkeiten in der Reihenfolge ihres Auftretens möglich ist.

4.5.3.1.10   Daten zu gefahrenen Fahrzeugen

269)

Die Fahrerkarte muss für jeden Kalendertag, an dem die sie benutzt wurde, sowie für jeden Betriebszeitraum eines Fahrzeugs an diesem Tag (ein Betriebszeitraum umfasst alle aufeinander folgenden Einsteck-/Entnahmevorgänge der Karte in dem Fahrzeug im Hinblick auf diese Karte) die folgenden Daten speichern können:

Datum und Uhrzeit des ersten Einsatzes des Fahrzeugs (d. h. erstes Karteneinstecken für diesen Betriebszeitraum des Fahrzeugs oder 0.00 Uhr, wenn der Betriebszeitraum zu diesem Zeitpunkt andauert),

Kilometerstand zu diesem Zeitpunkt,

Datum und Uhrzeit des letzten Einsatzes des Fahrzeugs (d. h. letzte Kartenentnahme für diesen Betriebszeitraum des Fahrzeugs oder 23.59 Uhr, wenn der Betriebszeitraum zu diesem Zeitpunkt andauert),

Kilometerstand zu diesem Zeitpunkt,

amtliches Kennzeichen und zulassender Mitgliedstaat.

270)

Die Fahrerkarte muss mindestens 84 derartige Datensätze speichern können.

4.5.3.1.11   Ort des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages

271)

Die Fahrerkarte muss die folgenden vom Fahrer eingegebenen Daten zum Ort des Beginns und/oder des Endes des Arbeitstages speichern können:

Datum und Uhrzeit der Eingabe (oder Datum/Uhrzeit bezogen auf die Eingabe, wenn diese während des manuellen Eingabevorgangs erfolgt),

Art der Eingabe (Beginn oder Ende, Eingabebedingung),

eingegebene(s) Land und Region,

Kilometerstand.

272)

Der Speicher der Fahrerkarte muss mindestens 42 derartige Datensatzpaare gespeichert halten können.