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Document 32014L0065

Besser regulierte und transparente Märkte

Besser regulierte und transparente Märkte

 

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente

WAS IST DER ZWECK DIESER RICHTLINIE?

  • Ihr Ziel ist es, Finanzmärkte der Europäischen Union (EU) robuster und transparenter zu machen.
  • Sie schafft einen neuen Rechtsrahmen, der die Handelstätigkeiten auf Finanzmärkten besser regulieren und den Anlegerschutz verstärken soll. Die neuen Regeln mit Namen „MiFID 2“ ändern die derzeit gültige Verordnung und werden zum Januar 2018 gültig.

WICHTIGE ECKPUNKTE

  • 1.

    Sicherstellung, dass der Handel von Finanzprodukten auf regulierten Handelsplätzen stattfindet

Das Ziel hierbei ist es, Lücken in der Struktur von Finanzmärkten zu schließen. Eine neue regulierte Handelsplattform wird eingerichtet, um ein Maximum an nichtregulierten Handelstätigkeiten abzufangen. Dieses organisierte Handelssystem (OTF) wird neben den bereits vorhandenen Handelsplattformen, wie z. B. den regulierten Märkten, bestehen.

  • 2.

    Erhöhte Transparenz

Die Regeln stärken die Transparenzanforderungen, die vor und nach dem Handel mit Finanzinstrumenten gelten, z. B. wenn Marktteilnehmer Informationen hinsichtlich der Preise von Finanzinstrumenten veröffentlichen müssen. Diese Anforderungen werden je nach Art des Finanzinstruments auf unterschiedliche Weise bemessen.

  • 3.

    Begrenzung der Spekulation auf Waren

Spekulation auf Waren – eine Finanzpraktik, die zu steigenden Preisen von Grunderzeugnissen (z. B. landwirtschaftlichen Grunderzeugnissen) führt – wird durch die Einführung eines harmonisierten EU-Systems eingeschränkt, das Positionslimits für Warenderivate festgelegt. Nationale Behörden können die maximale Größe einer Position in einem Warenderivat bestimmen, die ein Marktteilnehmer halten darf.

  • 4.

    Anpassung der Regeln an neue Technologien

Gemäß den neuen Regeln müssen Handelstätigkeiten kontrolliert werden, die elektronisch mit sehr hoher Geschwindigkeit ausgeführt werden. Dazu zählt z. B. der „Hochfrequenzhandel“ (ein mittels Computerprogrammen betriebener Handel, bei dem Transaktionen durch die Verwendung von sich schnell aktualisierenden Finanzdaten mit hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden). Diese potenziellen Risiken aus dem verstärkten Einsatz von Technologie werden durch eine Kombination von Regeln eingedämmt, deren Ziel es ist, sicherzustellen, dass diese Handelstechniken nicht zu Störungen auf den Märkten führen.

  • 5.

    Stärkung des Anlegerschutzes

Wertpapierfirmen müssen bei der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen im bestmöglichen Interesse ihrer Kunden tätig sein. Diese Firmen müssen die Vermögenswerte ihrer Kunden schützen bzw. sicherstellen, dass die Produkte, die sie auf den Markt bringen wollen, auf die Bedürfnisse der Endkunden zugeschnitten sind. Anleger erhalten ferner umfassendere Informationen zu den Produkten bzw. Dienstleistungen, die ihnen angeboten oder verkauft werden. Zudem müssen Wertpapierfirmen sicherstellen, dass sie die Leistung ihrer Mitarbeiter nicht in einer Weise vergüten oder bewerten, die mit den Interessen ihrer Kunden kollidiert. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn durch Vergütung oder Leistungsziele Anreize geschaffen werden, ein bestimmtes Finanzinstrument zu empfehlen, obwohl ein anderes Produkt den Bedürfnissen des Kunden besser entspräche.

Delegierte Rechtsakte

  • Im April 2016 nahm die Europäische Kommission eine delegierte Richtlinie an, die sich mit Aspekten des Anlegerschutzes befasst:
    • Schutz der Gelder und Finanzinstrumente von Kunden;
    • Produktüberwachung (damit wird gewährleistet, dass Firmen, die Finanzinstrumente und strukturierte Einlagen konzipieren und vertreiben, im bestmöglichen Interesse ihrer Kunden handeln); und
    • monetäre und nicht-monetäre Vorteile.
  • Sie hat zudem eine delegierte Verordnung über die organisatorischen Anforderungen an Wertpapierfirmen und die Bedingungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit angenommen.
  • Durchführungsverordnung (EU) 2016/824 legt technische Standards in Bezug auf die Beschreibung der Funktionsweise multilateraler Handelssysteme und organisierter Handelssysteme sowie die Benachrichtigung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) fest.

WANN TRITT DIE RICHTLINIE IN KRAFT?

Sie tritt am 3. Januar 2018 in Kraft (d. h. sie wurde durch Richtlinie (EU) 2016/1034 um ein Jahr verschoben). Die EU-Länder müssen sie bis 3. Juli 2017 in nationales Recht umsetzen.

HINTERGRUND

Weiterführende Informationen:

HAUPTDOKUMENT

Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 über Märkte für Finanzinstrumente sowie zur Änderung der Richtlinien 2002/92/EG und 2011/61/EU (Neufassung) (ABl. L 173 vom 12.6.2014, S. 349-496)

Nachfolgende Änderungen der Richtlinie 2014/65/EU wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

VERBUNDENE DOKUMENTE

Delegierte Richtlinie (EU) 2017/593 der Kommission vom 7. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf den Schutz der Finanzinstrumente und Gelder von Kunden, Produktüberwachungspflichten und Vorschriften für die Entrichtung beziehungsweise Gewährung oder Entgegennahme von Gebühren, Provisionen oder anderen monetären oder nicht-monetären Vorteilen (ABl. L 87 vom 31.3.2017, S. 500-517)

Delegierte Verordnung (EU) 2017/565 der Kommission vom 25. April 2016 zur Ergänzung der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates in Bezug auf die organisatorischen Anforderungen an Wertpapierfirmen und die Bedingungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit sowie in Bezug auf die Definition bestimmter Begriffe für die Zwecke der genannten Richtlinie (ABl. L 87 vom 31.3.2017, S. 1-83)

Durchführungsverordnung (EU) 2016/824 der Kommission vom 25. Mai 2016 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards in Bezug auf den Inhalt und das Format der Beschreibung der Funktionsweise multilateraler Handelssysteme und organisierter Handelssysteme sowie die Benachrichtigung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde gemäß der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über Märkte für Finanzinstrumente (ABl. L 137 vom 26.5.2016, S. 10-16)

Verordnung (EU) Nr. 600/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 über Märkte für Finanzinstrumente und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 (ABl. L 173 vom 12.6.2014, S. 84-148)

Siehe konsolidierte Fassung

Letzte Aktualisierung: 20.04.2017

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