Accept Refuse

EUR-Lex Access to European Union law

Back to EUR-Lex homepage

This document is an excerpt from the EUR-Lex website

Document 32017R2196

Netzkodex über den Notzustand und den Netzwiederaufbau des Übertragungsnetzes

Netzkodex über den Notzustand und den Netzwiederaufbau des Übertragungsnetzes

 

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Verordnung (EU) 2017/2196 zur Festlegung eines Netzkodex über den Notzustand und den Netzwiederaufbau des Übertragungsnetzes

WAS IST DER ZWECK DIESER VERORDNUNG?

  • Damit wird ein Stromnetzkodex* festgelegt mit dem Ziel der Gewährleistung der Betriebssicherheit des Stromnetzes und der Verhinderung der Ausbreitung oder Verschlimmerung einer Störung.
  • Das Ziel der Verordnung besteht darin, die Ausbreitung oder Verschlimmerung einer Störung sowie das Übergreifen von Störungen und Blackout-Zuständen* zu verhindern und im Falle eines Not- oder Blackout-Zustands einen effizienten und raschen Wiederaufbau des Stromnetzes* des Stromnetzes, notzustand* zu ermöglichen.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Mit der Verordnung wird ein Stromnetzkodex eingerichtet, mit dem die Anforderungen festgelegt werden an:

  • die Maßnahmen der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) im Not-, Blackout- oder Netzwiederaufbau-Zustand;
  • die Koordination des Netzbetriebs im Not-, Blackout- und Netzwiederaufbau-Zustand in der gesamten EU;
  • die Tests, die Instrumente und Anlagen, die eine zuverlässige, effiziente und rasche Wiederherstellung des Normalzustands miteinander verbundener Übertragungsnetze gewährleisten.

Die Verordnung betrifft insbesondere:

  • ÜNB;
  • regionale Sicherheitskoordinatoren (RSC);
  • Verteilernetzbetreiber (VNB);
  • signifikante Netznutzer (SNN);
  • Anbieter von Systemdienstleistungen zur Vermeidung der Störungsausweitung;
  • Anbieter von Systemdienstleistungen zum Netzwiederaufbau;
  • Bilanzkreisverantwortliche;
  • Regelreserveanbieter*;
  • nominierte Strommarktbetreiber (NEMO); und
  • andere Stellen, die mit der Erfüllung von Marktaufgaben beauftragt wurden.

Die Verordnung erstreckt sich auf Verfahren zur:

  • Konsultation und Koordination der ÜNB mit anderen Subjekten;
  • regionalen Koordination der Systemschutz- und Netzwiederaufbaupläne;
  • öffentlichen Konsultation;
  • Kostenanerkennung;
  • Vertraulichkeitsverpflichtungen.

Systemschutz- und Netzwiederaufbaupläne

Jeder ÜNB must eine Systemschutzplan und einen Netzwiederaufbauplan erarbeiten, in Konsultation mit den relevanten VNB, SNN, nationalen Regulierungsbehörden und anderen Behörden. Die Pläne umfassen unter anderem:

  • betriebliche Sicherheitsgrenzwerte;
  • die besonderen Anforderungen der vorrangigen signifikanten Netznutzer sowie die Modalitäten für ihre Netztrennung und die Wiederherstellung ihrer Energieversorgung;
  • die Bedingungen, unter denen die Pläne aktiviert werden;
  • die vom ÜNB im Zusammenhang mit den Plänen zu erteilenden Anweisungen;
  • die Maßnahmen, die eine Echtzeit-Konsultation oder -Koordination erfordern;
  • die Maßnahmen, die vom ÜNB und den VNB und SNN umzusetzen sind;
  • ein Verzeichnis von Umspannwerken, die für die Verfahren des Netzwiederaufbauplans von wesentlicher Bedeutung sind;
  • die Anzahl der Erzeugungsquellen in der Regelzone des ÜNB, die erforderlich sind, um die Energieversorgung in seinem Netz wiederherzustellen;
  • technische und organisatorische Maßnahmen, wie zum Beispiel:
    • Netzschutzkonzepte;
    • ein Verfahren zum Umgang mit Frequenzabweichungen;
    • ein Verfahren zum Umgang mit Spannungsabweichungen;
    • ein Leistungsflussmanagement-Verfahren;
    • Verfahren zur Wiederherstellung der Energieversorgung;
    • ein Resynchronisationsverfahren;
    • ein Verfahren zum manuellen Lastabwurf und zur Wiederherstellung der Energieversorgung;
  • Umsetzungsfristen für jede im Systemschutzplan aufgeführte Maßnahme.

Spezifische Regeln gelten für die Umsetzung des Systemschutzplans und des Netzwiederaufbauplans.

Jeder ÜNBO muss über entsprechende Kommunikationsinstrumente verfügen und regelmäßig die ordnungsgemäße Funktionsweise aller im Systemschutzplan und Netzwiederaufbauplan berücksichtigten Betriebsmittel und Fähigkeiten prüfen.

Marktaktivitäten

Unter bestimmten Bedingungen kann ein ÜNB Marktaktivitäten vorübergehend aussetzen, wenn:

  • sich das Übertragungsnetz im Blackout-Zustand befindet oder die Fortführung der Marktaktivitäten die Wirksamkeit des Netzwiederaufbauverfahrens zur Wiederherstellung des Normal- oder Warnzustands erheblich beeinträchtigen würde oder
  • die Mittel zur Erleichterung von Marktaktivitäten nicht zur Verfügung stehen.

Überwachung

Die Überwachung der Umsetzung dieser Verordnung erfolgt durch ENTSO (Strom).

Begleitende Rechtsvorschriften

Diese Verordnung ergänzt und ist ein fester Bestandteil der Verordnung (EG) Nr. 714/2009 über den grenzüberschreitenden Stromhandel. Verweise auf die Verordnung (EG) Nr. 714/2009 in anderen Rechtsakten sollten auch als Verweise auf die vorliegende Verordnung gelten.

Diese Verordnung ist auch ein Begleiter der Verordnung (EU) 2017/1485: Leitlinie für den Übertragungsnetzbetrieb.

WANN TRITT DIESE VERORDNUNG IN KRAFT?

Sie tritt am 18. Dezember 2017 in Kraft.

HINTERGRUND

Siehe auch:

SCHLÜSSELBEGRIFFE

Stromnetzkodex: verbindliche Regeln und Verfahren, die unter anderem betreffen:
  • die Netzsicherheit und -zuverlässigkeit;
  • den Datenaustausch;
  • die Kapazitätsvergabe und das Engpassmanagement;
  • den Handel in Bezug auf Netzzugangsdienste und den Austausch von Ausgleichsenergie zwischen Netzen;
  • Transparenz;
  • harmonisierte Übertragungsentgeltstrukturen;
  • Energieeffizienz bei Stromnetzen.
Blackout-Zustand: der Zustand des Stromnetzsystems, in dem der Betrieb eines Teils oder des gesamten Übertragungssystems unterbrochen ist.
Netzwiederaufbau-Zustand: der Systemzustand, in dem das Ziel aller Aktivitäten im Übertragungssystem darin besteht, den Netzbetrieb wiederherzustellen und die Betriebssicherheit nach dem Blackout-Zustand oder dem Notzustand aufrechtzuerhalten.
Notzustand: der Zustand des Stromnetzsystems, in dem ein oder mehrere betriebliche Sicherheitsgrenzwerte verletzt werden.
Regelreserveanbieter: ein Strommarktteilnehmer, der in der Lage ist, Stromregelreserven den Übertragungsdienstanbietern bereitzustellen.

HAUPTDOKUMENT

Verordnung (EU) 2017/2196 der Kommission vom 24. November 2017 zur Festlegung eines Netzkodex über den Notzustand und den Netzwiederaufbau des Übertragungsnetzes (ABl. L 312 vom 28.11.2017, S. 54-85)

Die im Nachhinein vorgenommenen Änderungen der Verordnung (EU) 2017/2196 wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

VERBUNDENE DOKUMENTE

Verordnung (EU) 2017/1485 der Kommission vom 2. August 2017 zur Festlegung einer Leitlinie für den Übertragungsnetzbetrieb (ABl. L 220 vom 25.8.2017, S. 1-120)

Verordnung (EU) 2016/631 der Kommission vom 14. April 2016 zur Festlegung eines Netzkodex mit Netzanschlussbestimmungen für Stromerzeuger (ABl. L 112 vom 27.4.2016, S. 1-68)

Verordnung (EU) 2016/1388 der Kommission vom 17. August 2016 zur Festlegung eines Netzkodex für den Lastanschluss (ABl. L 223 vom 18.8.2016, S. 10-54)

Verordnung (EU) 2016/1447 der Kommission vom 26. August 2016 zur Festlegung eines Netzkodex mit Netzanschlussbestimmungen für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungssysteme und nichtsynchrone Stromerzeugungsanlagen mit Gleichstromanbindung (ABl. L 241 vom 8.9.2016, S. 1-65)

Verordnung (EU) 2016/1719 der Kommission vom 26. September 2016 zur Festlegung einer Leitlinie für die Vergabe langfristiger Kapazität (ABl. L 259 vom 27.9.2016, S. 42-68)

Siehe konsolidierte Fassung.

Verordnung (EU) 2015/1222 der Kommission vom 24. Juli 2015 zur Festlegung einer Leitlinie für die Kapazitätsvergabe und das Engpassmanagement (ABl. L 197 vom 25.7.2015, S. 24-72)

Verordnung (EU) Nr. 543/2013 der Kommission vom 14. Juni 2013 über die Übermittlung und die Veröffentlichung von Daten in Strommärkten und zur Änderung des Anhangs I der Verordnung (EG) Nr. 714/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 163 vom 15.6.2013, S. 1-12)

Richtlinie 2009/72/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 2003/54/EG (ABl. L 211 vom 14.8.2009, S. 55-93)

Siehe konsolidierte Fassung.

Verordnung (EG) Nr. 714/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über die Netzzugangsbedingungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1228/2003 (ABl. L 211 vom 14.8.2009, S. 15–35)

Letzte Aktualisierung: 24.05.2019

nach oben