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Document 32014R1143

Schutz der biologischen Vielfalt gegen invasive gebietsfremde Arten

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UMFRAGE: Was halten Sie von den Zusammenfassungen?

Schutz der biologischen Vielfalt gegen invasive gebietsfremde Arten

 

ZUSAMMENFASSUNG DES DOKUMENTS:

Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten

WAS IST DER ZWECK DIESER VERORDNUNG?

Sie legt Vorschriften für die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten* in der EU fest.

Diese Verordnung soll dafür Sorge tragen, die nachteiligen Auswirkungen invasiver gebietsfremder Arten auf die Biodiversität und die damit verbundenen Ökosysteme in der EU sowie auf die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft zu minimieren und abzuschwächen.

WICHTIGE ECKPUNKTE

Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung

  • Am 13. Juli 2016 nahm die Europäische Kommission ihre erste Liste invasiver gebietsfremder Arten „von unionsweiter Bedeutung an“.Die Liste, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Risikobewertungen ausgearbeitet wurde, wird regelmäßig, spätestens alle sechs Jahre, aktualisiert und überprüft. Mit der Aufnahme zusätzlicher Arten wurde dieListe am 12. Juli 2017 bereits einmalig aktualisiert.
  • Die Arten auf dieser Liste dürfen nicht absichtlich in das Gebiet der EU verbracht werden. Auch dürfen sie nicht gehalten, gezüchtet, in die, aus der und innerhalb der EU befördert, in Verkehr gebracht, aufgezogen oder in die Umwelt freigesetzt werden.

Genehmigungen

Die EU-Länder können Genehmigungen erteilen, die Forschung und Ex-situ-Erhaltung sowie medizinische Verwendung der Arten in der Liste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung erlauben. EU-Länder, die Genehmigungen zu anderen Zwecken erteilen wollen, müssen zunächst eine Zulassung durch die Kommission einholen.

Die Haltung dieser invasiven gebietsfremden Arten und der Umgang mit ihnen erfolgt unter Verschluss, die Beförderung erfolgt unter Bedingungen, die ein Entkommen ausschließen.

Nationale Aktionspläne

Jedes EU-Land erstellt und implementiert innerhalb von drei Jahren nach der Annahme der Liste Aktionspläne für die prioritären Pfade. So soll die nicht vorsätzliche Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung verhindert werden.

Invasive gebietsfremde Arten von regionaler Bedeutung und in der Union heimische Arten

Invasive gebietsfremde Arten können aus einer Region der EU stammen und in einer anderen Region Probleme hervorrufen. Die Kommission wird auf Antrag der betreffenden EU-Länder tätig, um deren Zusammenarbeit und Koordinierung zu erleichtern.

Überwachungssystem

Die EU-Länder richten innerhalb von 18 Monaten nach der Annahme der Liste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung ein System zur Überwachung ein, das Daten über das Vorkommen invasiver gebietsfremder Arten in der Umwelt erfasst und aufzeichnet.

Früherkennung und sofortige Beseitigung sich neu verbreitender invasiver gebietsfremder Arten

Jedes neue Auftreten (erstmaliges Auftreten oder erstmaliges Auftreten nach Beseitigung) einer gelisteten invasiven gebietsfremden Art in einem EU-Land oder einem Teil seines Hoheitsgebiets führt zur Verpflichtung zur sofortigen Beseitigung. Die Beseitigung kann durch tödliche oder nicht tödliche Maßnahmen erreicht werden.

Management von weit verbreiteten invasiven gebietsfremden Arten

Innerhalb von 18 Monaten nach der Eintragung müssen die EU-Länder über wirksame Managementmaßnahmen für invasive gebietsfremde Arten verfügen, die in ihrem Hoheitsgebiet bereits weit verbreitet sind, damit deren nachteilige Auswirkungen minimiert werden.

Diese Maßnahmen können tödlich oder nicht tödlich sein und sollten in einem angemessenen Verhältnis zu den Auswirkungen auf die Umwelt stehen und den besonderen Umständen im EU-Land angemessen sein.

Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme

Die EU-Länder führen Maßnahmen durch, um die Erholung eines Ökosystems zu fördern, das durch invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung beeinträchtigt, geschädigt oder zerstört wurde.

Übergangsmaßnahmen

Halter dürfen ihre Haustiere unter folgenden Bedingungen behalten:

  • Sie wurden erworben, bevor die Liste ausgearbeitet wurde; und
  • Es wurden alle geeigneten Maßnahmen getroffen, um eine Fortpflanzung oder ein Entkommen auszuschließen.

Im ersten Jahr nach der Aufnahme in die Liste dürfen Unternehmen und andere gewerbliche Besitzer eine Art weiter verkaufen, bis ihr Bestand erschöpft ist. Im zweiten Jahr nach der Aufnahme in die Liste darf eine Art jedoch an eine Einrichtung verkauft oder übergeben werden, die eine Genehmigung vorweist, oder human gekeult werden. Diese Übergaben sind erlaubt, sofern alle geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um eine Fortpflanzung oder ein Entkommen der Art auszuschließen.

WANN TRITT DIESE VERORDNUNG IN KRAFT?

Sie ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten.

HINTERGRUND

Weiterführende Informationen:

SCHLÜSSELBEGRIFFE

Gebietsfremde Art: Pflanzen oder Tiere, die von Menschen aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet heraus in eine neue Umgebung eingebracht wurden (absichtlich oder unabsichtlich). Während viele dieser Arten nicht überleben, überleben einige und verursachen aufgrund ihrer Invasivität erhebliche ökologische und wirtschaftliche Schäden.

HAUPTDOKUMENT

Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten (ABl. L 317 vom 4.11.2014, S. 35-55)

VERBUNDENE DOKUMENTE

Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263 der Kommission vom 12. Juli 2017 zur Aktualisierung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates der mit der Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 festgelegten Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung (ABl. L 182 vom 13.7.2017, S. 37–39)

Verordnung (EU) 2016/2031 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Oktober 2016 über Maßnahmen zum Schutz vor Pflanzenschädlingen, zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 228/2013, (EU) Nr. 652/2014 und (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinien 69/464/EWG, 74/647/EWG, 93/85/EWG, 98/57/EG, 2000/29/EG, 2006/91/EG und 2007/33/EG des Rates (ABl. L 317 vom 23.11.2016, S. 4-104)

Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 der Kommission vom 13. Juli 2016 zur Annahme einer Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. L 189 vom 14.7.2016, S. 4-8)

Nachfolgende Änderungen der Verordnung (EU) 2016/1141 wurden in den Originaltext eingefügt. Diese konsolidierte Fassung hat ausschließlich dokumentarischen Charakter.

Durchführungsverordnung (EU) 2016/145 der Kommission vom 4. Februar 2016 zur Festlegung – gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates – des Formats des Dokuments für den Nachweis der von den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten erteilten Genehmigung, die es Einrichtungen gestattet, bestimmte Tätigkeiten in Bezug auf invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung durchzuführen (ABl. L 30 vom 5.2.2016, S. 1-6)

Letzte Aktualisierung: 11.10.2017

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