Accept Refuse

EUR-Lex Access to European Union law

This document is an excerpt from the EUR-Lex website

Document 52013XC0814(02)

Veröffentlichung eines Eintragungsantrags gemäß Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel

OJ C 235, 14.8.2013, p. 5–12 (BG, ES, CS, DA, DE, ET, EL, EN, FR, HR, IT, LV, LT, HU, MT, NL, PL, PT, RO, SK, SL, FI, SV)

14.8.2013   

DE

Amtsblatt der Europäischen Union

C 235/5


Veröffentlichung eines Eintragungsantrags gemäß Artikel 50 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über Qualitätsregelungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel

2013/C 235/05

Diese Veröffentlichung eröffnet die Möglichkeit, gemäß Artikel 51 der Verordnung (EU) Nr. 1151/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates (1) Einspruch gegen den Antrag zu erheben.

EINZIGES DOKUMENT

VERORDNUNG (EG) Nr. 510/2006 DES RATES

zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel  (2)

„MIEL DE TENERIFE“

EG-Nr.: ES-PDO-0005-0943-24.01.2012

g.g.A. ( ) g.U. ( X )

1.   Name

„Miel de Tenerife“

2.   Mitgliedstaat oder Drittland

Spanien

3.   Beschreibung des Agrarerzeugnisses oder des Lebensmittels

3.1.   Erzeugnisart

Klasse 1.4

Sonstige Erzeugnisse tierischen Ursprungs (Eier, Honig, verschiedene Milcherzeugnisse außer Butter usw.).

3.2.   Beschreibung des Erzeugnisses, für das der unter Punkt 1 aufgeführte Name gilt

„Miel de Tenerife“: Hierbei handelt es sich um Honig, der auf der Insel Teneriffa in Bienenstöcken mit beweglichen Rahmen von Honigbienen aus Blütennektar oder anderen Sekreten von Pflanzen verschiedener Ökosysteme Teneriffas erzeugt und bei der Verarbeitung keinerlei thermischer Behandlung unterzogen wird. Er liegt in flüssiger, cremiger oder kristallisierter Form sowie als Wabe oder Wabenteile vor.

Der Honig zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Farben, Geschmacksrichtungen und Sorten aus, die die Vielfalt der Ökosysteme und Pflanzenwelt auf der Insel widerspiegeln.

Trachten und Sorten:

Bei „Miel de Tenerife“ kann es sich um Folgendes handeln:

Blütenhonig: Hierbei gibt es keine vorherrschenden Merkmale einer bestimmten botanischen Art, sondern eine Mischung aus verschiedenen Arten.

Sortenhonig: Hierbei herrschen die Merkmale einer bestimmten botanischen Art vor, und der Honig weist die organoleptische, physikalisch-chemische und melissopalynologische Beschaffenheit auf, die in dieser Spezifikation für die jeweilige Sorte angegeben ist. Die g.U. „Miel de Tenerife“ umfasst folgende Sortenhonige: Teide-Ginsterhonig, Natternkopfhonig, Avocadohonig, Kastanienhonig, Heidehonig, Grausenfhonig, Eiskrauthonig, Fenchelhonig, Strauchminzehonig, Agavenhonig, Eberwurz-Honig, Asphaltkleehonig;

Honigtauhonig.

Besondere Merkmale der Erzeugnisse der g.U. „Miel de Tenerife“

Gemeinsame Merkmale der Honige der g.U. „Miel de Tenerife“

—   Physikalisch-chemische Merkmale

Der Honig der g.U. „Miel de Tenerife“ weist folgende Merkmale auf:

Wassergehalt

Höchstens 18 %

Wasseraktivität (aw)

Höchstens 0,620

Hydroxymethylfurfural (HMF)

Höchstens 20 mg/kg Honig beim Verpacken

Diastaseaktivität (α-Amylase)

Mindestens 12 E (nach Schade)

Freie Säure

Höchstens 50 mEq/kg

pH-Wert

3,40 bis 6,00

Prolin

Mindestens 150 mg/kg Honig

Fructose und Glucose

Mehr als 60 g/100 g Honig

Saccharose

Weniger als 4 g/100 g Honig

—   Melissopalynologische Merkmale

Die Honige der g.U. „Miel de Tenerife“ weisen Pollenspektren auf, die sich aus Pollen auf Teneriffa vorkommender botanischer Arten, insbesondere der Familien Aquifoliaceae, Cistaceae, Rubiaceae, Crassulaceae, Fabaceae, Brassicaceae, Oleaceae, Lamiaceae, Globulariaceae, Arecaceae, Rosaceae, Dipsacaceae, Salicaceae, Euphorbiaceae, Asteraceae, Polygonaceae, Tropaeolaceae, Anacardiaceae, Resedaceae, Amaranthaceae, Cactaceae, Lauraceae und Aizoaceae, in Anteilen zusammensetzen, die denen der Ökosysteme auf der Insel entsprechen; dementsprechend sind keine Pollen dort nicht vorkommender Blütenpflanzen enthalten.

—   Organoleptische Merkmale

Bei den Honigen der g.U. „Miel de Tenerife“ lassen sich nach sensorischer Analyse keine sensorischen Defekte (Fermentierung, Raucharoma usw.) nachweisen; ihre organoleptischen Merkmale, nämlich Geruch, Geschmack und Textur, sind sehr vielfältig. Gleiches gilt für die Farbe, die aufgrund der Vielfalt und Besonderheit der jeweiligen Blütenpflanzen von wässrig-weiß bis dunkelbernsteinfarben reicht.

Der Grad der Übereinstimmung der organoleptischen Merkmale eines Honigs mit denen eines Referenzstandards auf einer anhand einer sensorischen Analyse erstellten Skala von 0 bis 10 wird als „Typizität“ des Honigs bezeichnet. Bei den Sorten- und Honigtauhonigen der g.U. „Miel de Tenerife“ liegt die Typizität stets bei mindestens 6,5 über 10.

Ergänzende Merkmale für die verschiedenen Honigsorten

Der „Miel de Tenerife“ weist zusätzlich zu den oben genannten gemeinsamen Merkmalen auch folgende für die verschiedenen Sorten besonderen Merkmale auf:

HONIGSORTE

 

ERGÄNZENDE MERKMALE

 

PHYSIKALISCH-CHEMISCH

MELISSOPALYNOLOGISCH

ORGANOLEPTISCH

Elektrische Leitfähigkeit (mS/cm)

Farbe (Pfund-Skala)

Spezifischer Pollen (%)

Pollendichte (Maurizio-Klasse)

Geruch

Geruchlich-geschmacklicher Eindruck (Aroma)

Farbe

Teide-Ginster

0,150 bis 0,500

12 bis 114 mm

> 30 % Spartocytisus supranubius

II-IV

Wenig intensiv blumig, pflanzlich

Warm und wenig intensiv

Besonders weiß bis bernsteinfarben, mit Goldtönen

Natternkopf

0,140 bis 0,400

2 bis 65 mm

> 9 % Echium spp.

I-III

Wenig intensiv pflanzlich

Leicht, wenig intensiv blumig, warm

Transparent bis sehr hell bernsteinfarben, bei Kristallisierung weiß mit Beigetönen

Avocado

0,700 bis 0,800

≥ 95 mm

> 2 % Persea americana

I-II

Intensiv, karamellartig warm

Intensiv und anhaltend, karamellartig, malzig, mit Salzanklängen im Abgang

Dunkelbraun bis sehr dunkelbraun, u. U. fast schwarz

Kastanie

≥ 0,850

≥ 90 mm

> 75 % Castanea sativa

III-V

Sehr intensiv, holzig mit Harznoten

Sehr intensiv und anhaltend, holzig, tierisch, harzig und mit erkennbarem Bittergeschmack

Dunkelbraun bis sehr dunkelbraun, ggf. mit grünlichen Tönen

Heide

0,400 bis 0,800

≥ 110 mm

> 25 % Erica spp.

II-III

Mittel, chemisch, mit blumigen Noten

Mittlere Intensität, harzig, adstringierend

Bernstein- bis dunkelbernsteinfarben, mit durchscheinenden rötlichen Tönen, bei Kristallisierung dunkelbeige

Grausenf

0,300 bis 0,500

34 bis 85 mm

> 4 % Hirschfeldia incana

I-II

Mittel, pflanzlich, gelegentlich mit schwefeligen Noten

Mittlere Intensität, pflanzlich und fruchtig

Helle Farbe, auffällig gelb, auch bei Kristallisierung beständig

Eiskraut

0,250 bis 0,400

25 bis 80 mm

> 13 % Mesembryanthemum crystallinum

II-IV

Wenig intensiv, wachsig- und milchig-warm

Mittlere Intensität, warm, karamellartig, milchig

Hellbeige, aufgrund schneller Kristallisierung mit Maserung

Fenchel

0,400 bis 0,700

≥ 85 mm

> 2 % Foeniculum vulgare

I-IV

Intensiv, ausgedehnt, erinnert an die Herkunftspflanze

Ausgedehnt, Röstaromen mit deutlichen Lakritzanklängen

Dunkelbraun bis sehr dunkelbraun

Strauchminze

0,150 bis 0,400

40 bis 114 mm

> 1 % Bystropogon origanifolius

I-III

Sehr intensiv, chemisch, gelegentlich stechend

Intensiv phenolisch-chemisch und schwer blumig

Besonders hell bernsteinfarben bis bernsteinfarben

Agave

0,400 bis 0,800

≥ 70 mm

Spuren von

Agave americana

II-III

Intensiv, tierisch, Zersetzungsnote

Intensiv und dauerhaft tierisch, geröstet

Je nach Flora bernstein- bis dunkelbernsteinfarben

Eberwurz

0,300 bis 0,400

70 bis 100 mm

> 4 % Carlina xeranthemoides

II-III

Blumig und ausgeprägt fruchtig

Mild, blumig und fruchtig

hellbernsteinfarben mit Perlmuttgoldtönen beim Kristallisieren

Asphaltklee

0,170 bis 0,400

11 bis 75 mm

> 3 % Aspalthium bituminosum

I-II

Intensiv pflanzlich und fruchtig

Mittlere Intensität, deutlich pflanzlich

Hellbernsteinfarben mit weniger deutlichen leuchtenden Gelbtönen beim Kristallisieren

Blütenhonig

0,150 bis 0,800

> 12 mm

Variabler Anteil an auf Teneriffa vorhandenen Pollen

I-V

Unterschiedlich, von sehr mild bis intensiv

Unterschiedlich, von leicht bis intensiv

Unterschiedlich, gesamte Bernsteinpalette

Honigtauhonige weisen außerdem folgende Merkmale auf:

Elektrische Leitfähigkeit: mindestens 0,800 (mS/cm)

Farbe: mindestens 95 mm auf der Pfund-Skala

pH-Wert: über 3,81 (üblicherweise höher, Mittelwert 4,43)

Freie Säure: 23 mEq/kg bis 50 mEq/kg

Melissopalynologische Merkmale: Honigtaubestandteile ab insgesamt 0,3 % mit variablem Pollenspektrum bei hohem Anteil windblütiger Arten

Organoleptische Merkmale: bernstein- bis dunkelbernsteinfarben, mit grünlichen Tönen, pflanzlicher, warmer und Röstgeruch und warmes Röstaroma mittlerer Intensität mit salzigen Anklängen

3.3.   Rohstoffe (nur für Verarbeitungserzeugnisse)

Entfällt

3.4.   Futter (nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs)

Entfällt

3.5.   Besondere Erzeugungsschritte, die in dem abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen müssen

Der „Miel de Tenerife“ wird in dem abgrenzten geografischen Gebiet, d. h. der Insel Teneriffa, hergestellt, gewonnen und verarbeitet.

Der Honig wird in Bienenstöcken erzeugt, die über verschiedene Ökosysteme des Inselgebiets verteilt sind.

Die Waben mit ordnungsgemäß verdeckeltem Honig werden in Räumlichkeiten an Standorten transportiert, in denen der Honig ausschließlich durch Kaltschleudern entnommen wird; dabei erfolgt die Filtration unmittelbar nach Austritt aus der Schleuder, damit sich Honig ohne physische Verunreinigungen ablagert, der unabhängig von seinem Aggregatzustand verpackungsbereit ist.

Der gewonnene Honig dekantiert in geeigneter Weise in ausschließlich für Honig vorgesehenen Reifebehältern, Tanks oder Eimern, die außen mit den für die Rückverfolgbarkeit erforderlichen Informationen gekennzeichnet werden.

3.6.   Besondere Vorschriften für Vorgänge wie Schneiden, Reiben, Verpacken usw.

Zur Verpackung von „Miel de Tenerife“ dienen Verpackungen aus Materialien, die für den Einsatz bei Lebensmitteln zugelassen sind (Glas, PET usw.) und über einen hermetischen Verschluss und ein Garantiesiegel verfügen, mit dem die Unverletzbarkeit der Verpackung sichergestellt wird.

Der „Miel de Tenerife“ muss im geschützten geografischen Gebiet in geeigneten Einrichtungen verpackt werden, die für die g.U. „Miel de Tenerife“ registriert sind, damit eine gleichbleibende Qualität und der Ursprung des Erzeugnisses sichergestellt werden können; so können eine ordnungsgemäße Nachverfolgung und Kontrolle ab dem Ursprungsort erfolgen und beim See- oder Lufttransport des Honigs außerhalb von Teneriffa Qualitätsverluste aufgrund von Temperatur, Feuchtigkeit und der Aufnahme von Fremdstoffen und Fremdgerüchen verhindert werden. Außerdem wird so das Risiko verringert, dass der Honig der g.U. mit anderen Honigen vermischt wird.

3.7.   Besondere Vorschriften für die Etikettierung

Die für den Verbrauch bestimmten Honige der g.U. sind mit einem nummerierten Etikett oder Kontrolletikett mit dem Logo der g.U. versehen, das von der Kontrollstelle überwacht und von der Verwaltungsstelle ausgegeben wird. Diese Kennzeichnung ist in jedem Fall vor dem Inverkehrbringen des Erzeugnisses und auf eine solche Art und Weise anzubringen, dass keine Zweitverwendung möglich ist.

Schwarzweißwiedergabe des Logos der g.U.:

Image

FARBEN

Grün (Pantone 349)

Blau (Pantone 300)

Ocker (Pantone 110 CB)

Der sortenreine botanische Ursprung wird für die verschiedenen Sorten auf dem Etikett angegeben, wenn die in Ziffer 3.2 dieses Dokuments dargelegten Anforderungen erfüllt sind.

4.   Kurzbeschreibung der Abgrenzung des geografischen Gebiets

Das Erzeugungsgebiet der g.U. „Miel de Tenerife“ umfasst das Gebiet der Insel Teneriffa, die im Kanarischen Archipel im Atlantischen Ozean zwischen dem 28. und 29. nördlichen Breitengrad und dem 16. und 17. westlichen Längengrad liegt.

5.   Zusammenhang mit dem geografischen Gebiet

5.1.   Besonderheit des geografischen Gebiets

5.1.1   Natürliche Faktoren

Teneriffa ist die Insel mit der größten Ausdehnung und Höhe im Kanarischen Archipel.

Ihr Relief wird durch eine Gebirgskette gebildet, die die Insel von Nordosten nach Südwesten durchzieht und zum Zentrum hin allmählich ansteigt, wo sich Las Cañadas und der Vulkan Teide befinden, die mit einer Höhe von 3 718 Metern höchste Erhebung der Insel sowie Spaniens.

Das Klima ist der für die Entwicklung der menschlichen Aktivität auf der Insel grundlegende Faktor. Der vorherrschende Passatwind sorgt für deutliche klimatische Unterschiede zwischen der Luv- und der Leeseite der Insel. So schwanken die Temperaturen von unter 10 °C am Gipfel bis zu über 20 °C an der Küste und die Niederschläge von im Mittel 200 mm an der Küste bis zu über 2 000 mm am Gipfel. Dies führt im gesamten Gebiet zu einer bemerkenswert artenreichen Flora und einer je nach Höhenstufe und Orientierung unterschiedlichen Vegetation.

Die Bodenbeschaffenheit ist aufgrund des vulkanischen Ursprungs und der sehr unterschiedlichen Bodentypen, die von fruchtbaren und tiefen Böden bis zu steinigen und wenig entwickelten, als „malpaíses“ bezeichneten Böden reichen, sehr charakteristisch. Diese Vielfalt der Bodenverhältnisse auf der Insel beeinflusst die Verteilung der Pflanzenarten und die Existenz von ausgesprochen besonderen, an entsprechende besondere Böden angepassten Arten deutlich. Gleichermaßen wird die Zusammensetzung der Pflanzen und hier wiederum die ihres Nektars von der einzigartigen Zusammensetzung der Substrate beeinflusst, auf denen sie sich entwickeln.

All diese Faktoren wirken sich auf die Vegetation in unterschiedlichen Höhenlagen vom Meer bis zum Gipfel aus, insbesondere: verschiedene Wolfsmilchgewächse, thermophile Wälder (Wacholder, Mastixsträuche, Olivenhaine…), Monteverde (insbesondere im Norden der Insel), Pinienwälder und Ginstersträucher am Gipfel. Hierdurch bilden sich einzigartige und unterschiedliche Blütenpflanzen aus, die der Grund dafür sind, dass man im Volksmund von Teneriffa als einem Miniaturkontinent spricht.

Die Insel Teneriffa beherbergt insgesamt 1 370 botanische Arten, von denen 740 auf der Insel endemisch sind. Man geht davon aus, dass fast hundert davon wegen Nektar, Pollen oder Propolis grundsätzlich für Bienen von Interesse sind. Diese endemischen Arten und die unterschiedlichen Blütenpflanzen, die auf die Geomorphologie und die besonderen Boden- und Klimabedingungen der Insel zurückzuführen sind, machen weltweit einzigartige Blütenkombinationen möglich, die sich in der Vielfalt und den Eigenschaften der Honige der g.U. „Miel de Tenerife“ widerspiegeln.

5.1.2   Faktor Mensch

Die Imker Teneriffas führen eine über 600-jährige Imkereitradition fort; diese ist durch Kleinbetriebe gekennzeichnet, in denen die Imkerei zur Aufstockung des Familieneinkommens betrieben wird, was in der Landwirtschaft Teneriffas sehr weit verbreitet ist.

Die kulturellen Praktiken der Imker sind wie folgt:

Es werden mehrheitlich Bienenstöcke aus Holz verwendet.

Es wird Wanderimkerei in den verschiedenen Gebieten der Insel betrieben.

Die Bienen werden durch das traditionelle Abkehrsystem von den Stöcken entfernt.

Während der Honigerzeugung in den Stöcken werden die Bienen nicht künstlich gefüttert.

Smoker werden weiterhin mit natürlichen und traditionellen Pflanzenprodukten, wie Wolfsmilch (Euphorbia spp), Oleanderblättriger Kleinie (Kleinia neriifolia), Pinie, Agave (Agave spp.) oder Kanarischer Kiefer (trockene Nadeln oder Nadelrippen von Pinus canariensis), als Brennmaterial eingesetzt.

Die Waben werden mithilfe des traditionellen Messer- oder Schabersystems entdeckelt, und die Rahmen werden kalt geschleudert, worauf unmittelbar die Filtration und anschließende verunreinigungsfreie Abfüllung des Erzeugnisses erfolgen.

In allen Verarbeitungsphasen von „Miel de Tenerife“ wird dieser ohne Qualitätsbeeinträchtigung behandelt, weshalb zu keinem Zeitpunkt eine thermische Behandlung bei über 44 °C erfolgt; daher kann keine Pasteurisierung stattfinden.

Die Schwarze Kanarische Biene, eine nach Jahrhunderten der Evolution an Klima und Geländebeschaffenheit angepasste Rasse, stellt ein weiteres Identitätsmerkmal des Imkereisektors auf der Insel dar.

5.2.   Besonderheit des Erzeugnisses

Die Einzigartigkeit von „Miel de Tenerife“ spiegelt sich in seinen physikalisch-chemischen, melissopalynologischen und sensorischen Merkmalen wider.

Honige der g.U. „Miel de Tenerife“ sind dadurch gekennzeichnet, dass sie frisch HMF-Werte von ≤ 20 mg/kg aufweisen und eine Diastaseaktivität von mindestens 12 Schade-Einheiten haben.

Es handelt sich um reife Honige mit einem Wassergehalt von höchstens 18 % und aw-Werten von bis zu 0,620.

Es handelt sich um intakte Honige, da sie keinerlei intensiver thermischer Behandlung unterzogen wurden. Die Höchsttemperatur, der sie ausgesetzt werden dürfen, beträgt 44 °C. Hierdurch wird der eindrückliche Charakter bewahrt, die ihnen die besondere Flora und die Bienen der Insel verleihen.

Diese ist Folge der botanischen Vielfalt mit zahlreichen endemischen Arten, die sich in der Vielfalt der Honige mit ausgesprochen unterschiedlichen Farben, sensorischen Profilen und Texturen widerspiegelt, darunter verschiedene einzigartige sortenreine Honige, die sich nur auf Teneriffa erzeugen lassen.

Der „Miel de Tenerife“ weist Pollenspektren auf, die ihn von Honig aus anderen Orten oder Gebieten unterscheiden, und enthält Pollen auf der Insel vorhandener endemischer Arten; dieser Umstand an sich ist bereits ein direkter Nachweis für die Verbindung dieser Honige mit Teneriffa. Im Laufe der Zeit ermöglichte die Untersuchung der verschiedenen Pollenspektren in Chargen von „Miel de Tenerife“, dessen geografische Kennzeichen zu bestimmen, d. h. die endemischen oder eingeführten pflanzlichen Arten, die es aufgrund ihrer Repräsentativität oder Häufigkeit im allgemeinen Pollenspektrum der Honige der g.U. „Miel de Tenerife“ gestatten, diese geografisch einzuordnen und auf eine bestimmte Region einzugrenzen.

5.3.   Ursächlicher Zusammenhang zwischen dem geografischen Gebiet und der Qualität oder den Merkmalen des Erzeugnisses (im Falle einer g.U.) bzw. einer bestimmten Qualität, dem Ansehen oder sonstigen Eigenschaften des Erzeugnisses (im Falle einer g.g.A.)

Der „Miel de Tenerife“ ist ein besonderes und einzigartiges Erzeugnis, das direkt mit dem Erzeugungsgebiet im Zusammenhang steht, da die Blüten, aus denen die Bienen diesen Honig gewinnen, besonders und in vielen Fällen weltweit einzigartig sind.

Die Erzeugung von „Miel de Tenerife“ ist durch eine große Biodiversität aufgrund der einzigartigen Umweltbedingungen geprägt, die auf den vulkanischen Ursprung der Insel, ihr zerklüftetes Gelände und den durch die atlantischen Passatwinde verursachten besonderen Wasserhaushalt zurückzuführen sind, die das Auftreten vieler unterschiedlicher Mikroklimata und vielfältiger natürlicher Lebensräume und darin wiederum zahlreicher für die Honiggewinnung hervorragend geeigneter endemischer Pflanzenarten begünstigen.

Zu den einzigartigen Blüten Teneriffas kommt ein Imkereisektor, der eng mit dem ländlichen Lebensraum der Insel verwoben ist und in dem mit großer Sorgfalt betriebene traditionelle Imkerei in Kleinbetrieben erfolgt. Hier wird Honig erzeugt, der frisch wegen des vorherrschenden Klimas nur wenig Wasser enthält, so dass der gewonnene Honig lange haltbar ist.

Da in keiner Phase der Produktion eine aggressive thermische Behandlung erfolgt, ist die Gewinnung eines Erzeugnisses in natürlicher Qualität mit allen Merkmalen der Zusammensetzung sowie biologischen und organoleptischen Merkmalen gewährleistet, die das Erzeugnis den Blüten und Bienen Teneriffas verdankt, wodurch vielfältige Honige mit sehr unterschiedlichen Farben und Eigenschaften gewonnen werden. Teide-Ginster-, Natternkopf-, Strauchminz- und Avocadohonig sowie weitere Sorten stellen bereits als solche ein Identitätsmerkmal von „Miel de Tenerife“ dar.

Die Produktion von „Miel de Tenerife“ lässt sich auf eine bedeutende Tradition zurückführen, die sich ohne Unterbrechung bis heute erhalten hat; der Zusammenhang zwischen Teneriffa und dem Honigsektor wird nicht nur in historischen Quellen erwähnt, sondern findet auch in Ortsnamen, Traditionen und Folklore, die das kulturelle Erbe der Insel bilden, seinen Ausdruck.

Der „Miel de Tenerife“ ist eine Zutat zahlreicher traditioneller Rezepte und Desserts. Hier ist insbesondere „Gofio“ hervorzuheben, bei dem Honig und Mandeln untergemengt werden. Dieses authentische überlieferte Gericht ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Der „Miel de Tenerife“ mit seinen zahlreichen Sorten ist bei Teilen der lokalen Bevölkerung sowie bei Besuchern sehr beliebt; er ist häufig Thema in den Medien (Presse, Radio, Fernsehen und Internet) und wird seit über fünfzehn Jahren unter der Bezeichnung „Miel de Tenerife“ auf dem Markt vertrieben.

Hinweis auf die Veröffentlichung der Spezifikation

(Artikel 5 Absatz 7 der Verordnung (EG) Nr. 510/2006 (3))

http://www.gobiernodecanarias.org/agricultura/icca/Doc/Productos_calidad/PLIEGO_DE_CONDICIONES_DOP_MIEL_DE_TENERIFE.pdf


(1)  ABl. L 343 vom 14.12.2012, S. 1.

(2)  Ersetzt durch die Verordnung (EU) Nr. 1151/2012.

(3)  Vgl. Fußnote 2.


Top