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Document 52011DC0568

MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN Mitteilung zu EU-Politik und Freiwilligentätigkeit: Anerkennung und Förderung grenzüberschreitender Freiwilligenaktivitäten in der EU

/* KOM/2011/0568 endgültig */

52011DC0568

MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN Mitteilung zu EU-Politik und Freiwilligentätigkeit: Anerkennung und Förderung grenzüberschreitender Freiwilligenaktivitäten in der EU /* KOM/2011/0568 endgültig */


1. Einleitung

Freiwilliges Engagement schafft Human- und Sozialkapital. Es führt zu Eingliederung und Beschäftigung und ist ein Schlüsselfaktor zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Vor allem aber bedeutet freiwilliges Engagement eine Umsetzung der grundlegenden Werte von Gerechtigkeit, Solidarität, Integration und Bürgerschaft, auf denen Europa aufbaut. Freiwillige tragen zur Gestaltung der europäischen Gesellschaft bei und diejenigen, die einer Freiwilligentätigkeit im Ausland nachgehen, unterstützen aktiv den Aufbau eines Europas der Bürgerinnen und Bürger[1]. Freiwilligentätigkeit ist implizit mit vielen Bereichen der EU-Politik verknüpft – wie lebenslanges Lernen, Entwicklung des ländlichen Raums und Sport – und von besonderer Bedeutung für die EU-Programme.

Aus diesen und anderen Gründen wurde das Jahr 2011 zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft[2] erklärt. Das Europäische Jahr bietet der Europäischen Kommission die Möglichkeit, eine Bestandsaufnahme zur Freiwilligentätigkeit in der Europäischen Union durchzuführen und deren gesellschaftlichen Beitrag zu untersuchen. Ferner kann die Kommission auch der Frage nachgehen, was die Europäische Union und die Mitgliedstaaten tun können, um die Freiwilligentätigkeit – insbesondere im Ausland – zu erleichtern und zu fördern.

Im Anschluss an diese Mitteilung und vor Ende 2012 wird dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und dem Ausschuss der Regionen ein Bericht über die Bewertung der Ergebnisse dieses Jahres übermittelt.

1.1. Definition und Datenlage

Zum Thema Freiwilligentätigkeit bestehen in jedem Land eigene Vorstellungen, Definitionen und Traditionen. „Freiwilligentätigkeit“ bezieht sich auf alle Arten freiwilligen Engagements, formal ebenso wie informell. Freiwillige handeln aus freien Stücken, aufgrund einer eigenen Entscheidung und aus persönlicher Motivation und streben nicht nach finanziellem Gewinn. Freiwilligentätigkeit bedeutet Solidarität; für Einzelpersonen und Vereinigungen ist sie eine Möglichkeit, menschliche, gesellschaftliche und ökologische Probleme und Fragestellungen zu erkennen und anzugehen. Eine solche Tätigkeit wird oft im Kontext einer nicht gewinnorientierten Organisation oder einer Bürgerinitiative[3] ausgeübt.

Eine von der Kommission in Auftrag gegebene Studie hat gezeigt, dass 2010 etwa 100 Mio. Europäer sich freiwillig engagiert haben. Hinter dieser Zahl verbergen sich jedoch zahlreiche Unterschiede in der EU, was die Beteiligung an Freiwilligentätigkeiten anbelangt[4].

In vielen EU-Mitgliedstaaten engagieren sich zumeist Erwachsene im Alter von 30 bis 50 Jahren freiwillig, die Zahl jüngerer und älterer Freiwilliger nimmt jedoch in der ganzen EU zu.

Freiwilligentätigkeit gibt es in vielen Sektoren. Der größte Bereich, in dem die Menschen sich freiwillig engagieren, ist der Sport, gefolgt von den Bereichen Soziales, Wohlfahrt und Gesundheit. Weiterhin gehören dazu Justiz, Kultur, Bildung, Jugend, Umwelt und Klimaschutz, Verbraucherschutz, humanitäre Hilfe, Entwicklungspolitik und Gleichberechtigung.

Freiwilligentätigkeit hat auch über die nationalen Grenzen hinaus große Wirkung. Die grenzüberschreitende Freiwilligentätigkeit bietet ein großes Potenzial, was die Themen Bildung, Beschäftigung und Bürgerschaft anbelangt. Darüber hinaus kann freiwilliges Engagement das gegenseitige Verständnis verbessern und zur Entwicklung eine stärkeren europäischen Identität beitragen.

1.2. Herausforderungen der Freiwilligentätigkeit

Auf der Grundlage einer Studie der Johns-Hopkins-Universität[5] in acht Industriestaaten und der Erfahrungen, die bisher mit dem Europäischen Jahr 2011 gesammelt wurden, haben wir folgende mögliche Hindernisse für die – insbesondere grenzübergreifende – Freiwilligentätigkeit festgestellt:

· Fehlen eines klaren Rechtsrahmens: In fast jedem fünften Mitgliedstaaten gibt es keinen eindeutigen Rechtsrahmen und keine klaren Regeln für Freiwillige und Freiwilligentätigkeit.

· Mangel an nationalen Strategien, die auf die Förderung der Freiwilligentätigkeit abzielen: Es müssen Strategien für die Freiwilligentätigkeit geschaffen werden, die folgende Aspekte abdecken: Schulung, Urlaubsgeld, Sozialversicherung, Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung bei grenzüberschreitender Freiwilligentätigkeit, Unterbringung und Erstattung von Barausgaben.

· Finanzielle Zwänge: Auch wenn Freiwilligentätigkeit kostenlos geleistet wird, ist sie doch nicht kostenfrei. Organisationen, die auf Freiwilligkeit aufbauen, mangelt es häufig an einer nachhaltigen Finanzierung; der Wettbewerb um verfügbare Mittel ist zudem intensiv.

· Mangelnde Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage: Im Bereich der Freiwilligentätigkeit ist ein zunehmender Trend zur Professionalisierung des Freiwilligensektors zu verzeichnen, der zu einem wachsenden Missverhältnis zwischen den Bedürfnissen der Freiwilligenorganisationen und den Erwartungen der Freiwilligen führt. Freiwillige stehen für Projekte mit kurzer Dauer zur Verfügung, während die Organisationen Menschen brauchen, die sich langfristig verpflichten.

· Mangelnde Anerkennung: Fähigkeiten, die bei der Freiwilligentätigkeit erworben wurden, werden nicht immer hinreichend anerkennt.

· Steuerliche Hindernisse: Die Mitgliedstaaten behandeln das Einkommen/die finanzielle Unterstützung der Freiwilligen und die Rückerstattung von Ausgaben während ihres Dienstes steuerlich unterschiedlich. Freiwillige können daher auf steuerliche Hürden treffen, wenn sie im Ausland aktiv werden.

· Unzureichende Daten: Bessere Vergleichsdaten zur Freiwilligentätigkeit in den Mitgliedstaaten können dazu beitragen, bewährte Verfahren zu bestimmen und die Politik besser zu gestalten.

Ein gewisser Fortschritt bei diesen Fragen wurde 2006 erzielt, als die Mitgliedstaaten sich dazu verpflichteten, zusammen an der Beseitigung der Hindernisse zu arbeiten, die direkt oder indirekt die Mobilität von EU-Bürgern zu Lern- und Weiterbildungszwecken einschließlich der Freiwilligentätigkeit[6] behindern. Allerdings bleibt noch viel zu tun. Besondere Aufmerksamkeit muss auf die Förderung eines Umfelds für die Freiwilligentätigkeit gelegt werden, in dem für alle Chancengleichheit im Hinblick auf Zugang und Beteiligung herrscht.

1.3. Mehrwert der Freiwilligentätigkeit

Die Freiwilligentätigkeit leistet einen Betrag zur Wachstumsstrategie Europa 2020[7], insbesondere, was das Beschäftigungsziel von 75 % bis 2020 anbelangt, da die Menschen auf diesem Wege neue Fähigkeiten erwerben und sich den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt anpassen können. In der erwähnten Studie der Johns-Hopkins-Universität wurde festgestellt, dass der Freiwilligensektor bis zu 5 % zum Bruttoinlandsprodukt[8] beitragen kann. In Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten und von Sparmaßnahmen kann dies äußerst wichtig sein. Weiterhin wird die Solidarität durch Freiwilligentätigkeit gefördert, die Menschen lernen, wie sie sich an den technischen Wandel, die Globalisierung und eine alternde Bevölkerung anpassen.

Freiwilligentätigkeit trägt direkt zur den Schlüsselzielen der EU-Politik wie soziale Integration, Beschäftigung, Bildung, Kompetenzentwicklung und Bürgerschaft bei. Ihre positiven Auswirkungen werden durch neue Indikatoren bestätigt, die sozialen Zusammenhalt oder Glück, Vernetzung, Aktivität und Wohlbefinden der Freiwilligen[9] messen. Dies gilt auch für die Freiwilligentätigkeit in wissensintensiven Bereichen, wie Bildung und Forschung, einschließlich der internationalen Zusammenarbeit.

Das Engagement der Europäischen Union im Bereich der Freiwilligentätigkeit bringt greifbare Vorteile mit sich. Am deutlichsten werden diese bei der Förderung der grenzüberschreitenden Freiwillentätigkeit und der Mobilität von Freiwilligen innerhalb der Europäischen Union. Allgemein kann die EU in den kommenden Jahren ein Katalysator für die Strategieentwicklung im Bereich der Freiwilligentätigkeit sein, in Übereinstimmung mit dem Subsidiaritätsprinzip auf der Ebene der Mitgliedstaaten und entsprechend den nationalen Schwerpunkten sowie den übergeordneten strategischen Ziele der EU für das kommende Jahrzehnt.

In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie die Kommission derzeit den Freiwilligensektor unterstützt und wie sie gedenkt, künftige Probleme anzugehen.

2. Europäische Politik und Freiwilligentätigkeit 2.1. EU-Förderungsmöglichkeiten für Freiwilligentätigkeit

Die Europäischen Institutionen haben schon lange die Bedeutung anerkannt, die Freiwilligenorganisationen dabei spielen, Menschen die Möglichkeit zu geben, dem Gemeinwesen etwas zurückzugeben, und bürgerliches Engagement in einem umfassenderen europäischen Kontext zu ermöglichen. So bietet die EU derzeit im Rahmen der folgenden Programme Finanzierungsmöglichkeiten für Freiwillige und Freiwilligentätigkeiten:

Im Rahmen des Programms „Jugend in Aktion“[10] bietet der Europäische Freiwilligendienst (EFD) jungen Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren die Möglichkeit, außerhalb ihres Heimatlandes für einen Zeitraum bis zu 12 Monaten einer Freiwilligentätigkeit nachzugehen. Neben den Vorteilen, die dies für die örtliche Gemeinschaft mit sich bringt, bietet der EFD den Freiwilligen die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erwerben, Sprachen zu lernen und andere Kulturen zu entdecken.

Über den Europäischen Freiwilligendienst erhielt der sehbehinderte Costica aus Rumänien, 27 Jahre alt, die Möglichkeit, viereinhalb Monate als Freiwilliger an der IRHOV-Schule für sehbehinderte Kinder in Lüttich, Belgien, zu verbringen. Costica führte Computer-, Sport-, und Kultur-Workshops für Kinder durch und konnte seine persönlichen, sozialen und beruflichen Fähigkeiten durch diese Erfahrung erweitern. Gleichzeitig war Costica eine wichtige Unterstützung für die aufnehmende Gemeinschaft, da er als Vorbild für die sehbehinderten Kinder und als Inspiration für ihre Eltern und die Mitarbeiter der Schule diente. Über eine freiwillige Tätigkeit über den EFD, so wird deutlich, kann man in der Gesellschaft aktiv werden und seine Solidarität mit jungen Europäern zum Ausdruck zu bringen; gleichzeitig wird die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer verbessert.

Über das EU-Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“[11] wird eine große Bandbreite von Aktivitäten und Organisationen unterstützt, die die europäische Bürgerschaft fördern, etwa über Städtepartnerschaftsprojekte. Besonderes Augenmerk liegt bei diesen Programmen auf der Förderung der Freiwilligentätigkeit. Diese wurde auch zu einem Programmschwerpunkt für 2011erklärt.

Bei der Charta der ländlichen Kommunen in Europa (CERC), die über das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ finanziell unterstützt wird, handelt es sich um eine Zusammenarbeit von 27 kleinen ländlichen Kommunen aus jeweils einem EU-Mitgliedstaat. Die Tätigkeit von CERC ist darauf ausgerichtet, Möglichkeiten zu einem zwanglosen Austausch zu schaffen. Europäische Bürger können so grenzübergreifend und auf direkter, persönlicher Ebene interagieren und Themen und Kooperationsbereiche – wie die Teilhabe an Demokratie auf lokaler Ebene, die Rolle junger Menschen in der örtlichen Demokratie und das Wohlbefinden älterer Bürger – ausleuchten. Die Tätigkeit beruht in hohem Maße auf der Unterstützung durch Freiwillige, die zur Organisation von CERC-Veranstaltungen beitragen und bei der Unterbringung geladener Gäste am Veranstaltungsort helfen.

Das Programm für lebenslanges Lernen[12] umfasst auch das Programm Grundtvig, über das die Teilnahme europäischer Bürger an Freiwilligenprojekten in einem anderen europäischen Land gefördert wird; dabei können diese grenzübergreifend lernen und Erfahrung und Wissen austauschen.

Das Museum von Manchester und das Museum der Bildenden Künste in Budapest entwickelten ein Grundtvig-Projekt für ältere Freiwillige, das auf die Integration von Menschen ab 50 Jahren abzielt. Im Mittelpunkt des Projekts stand ein Austauschprogramm, über das sechs Freiwillige aus den beiden Museen gegenseitige Besuche in den Museen absolvieren konnten und die Möglichkeit erhielten, in einem anderen Land einer Freiwilligentätigkeit nachzugehen. Mit diesem Projekt wurde eine Plattform für den Austausch bewährter Verfahren zwischen Museen geschaffen, die Freiwillige aus verschiedenen europäischen Ländern einsetzen.

Neben den Programmen, die direkt für Freiwillige und die Freiwilligentätigkeit vorgesehen sind, bietet die EU eine große Bandbreite von Förderprogrammen für Freiwillige, die in den Bereichen Lebensmittelverteilung, Bekämpfung der gesellschaftlichen Ausgrenzung und von Diskriminierung, Gleichberechtigung, Suchtprävention, Unterstützung von Gewaltopfern[13], Gesundheit, Verbraucherschutz und Umwelt- und Klimaschutz aktiv werden.

Die Kommission hat sich dazu verpflichtet, das Bewusstsein der EU-Bürger und der Interessengruppen für die verschiedenen Förderprogramme zu fördern, die Freiwillige nutzen können bzw. die für die Freiwilligenaktivität genutzt werden können. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Finanzierungsmöglichkeiten für den Freiwilligensektor vollständig ausgeschöpft werden.

2.2. Die gesellschaftliche Dimension der Freiwilligentätigkeit 2.2.1. Freiwilligentätigkeit als Ausdruck der europäischen Bürgerschaft

Die Freiwilligentätigkeit ist eng mit dem allgemeinen politischen Ziel der Kommission verbunden, das auf die Stärkung der EU-Bürgerschaft abzielt und mit dem die Bürger in den Mittelpunkt der Gestaltung der EU-Politik[14] gerückt werden sollen. Freiwilligentätigkeit kann die Ausübung der Bürgerrechte und die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Gesellschaft fördern. Dies gilt insbesondere für die grenzübergreifende Freiwilligentätigkeit, die die Möglichkeit interkulturellen Lernens und der Entwicklung einer europäischen Identität mit sich bringen.

Darüber hinaus stellt die Freiwilligentätigkeit ein Element sozialer Innovation dar, mit dem die Kreativität der Menschen zur Entwicklung von Lösungen und einer besseren Verwendung knapper Ressourcen mobilisiert werden kann[15].

Die Kommission wird weiterhin den Freiwilligensektor über ihre Förderprogramme und über die EU-Programme zur Kohäsionspolitik in verschiedenen Politikbereichen unterstützen.

Sie wird die Initiativen zur Förderung der grenzüberschreitenden Freiwilligentätigkeit im Kontext des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger (2013) weiterfolgen.

2.2.2. Freiwillige sorgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Mit freiwilligem Engagement werden der soziale Zusammenhalt und die soziale Integration gefördert. Eine freiwillige Tätigkeit bedeutet teilen und helfen – so wird solidarisches Handeln entwickelt. Durch freiwilliges Engagement wird die Toleranz gegenüber benachteiligten Gesellschaftsgruppen erhöht, und Rassismus und Vorurteile werden abgebaut.

Ferner wurde festgestellt, dass ältere Bürger und Menschen mit Behinderungen über die Freiwilligentätigkeit neue Dinge lernen können und gleichzeitig die Chance erhalten, unsere Gesellschaft mitzugestalten. Wenn jung und alt zusammenarbeiten und einander unterstützen, kann die Freiwilligenaktivität auch das Verständnis zwischen den Generationen verbessern.

Für den Einzelnen bietet freiwilliges Engagement die Möglichkeit, neue soziale Fähigkeiten zu erwerben, eine sinnvolle Aufgabe zu übernehmen und sich (wieder) in die Gesellschaft zu integrieren. Auf gesellschaftlicher Ebene kann auf diesem Wege die Handlungskompetenz der Menschen gesteigert werden, was insbesondere für benachteiligte Gesellschaftsgruppen zutrifft.

Ebenso spielt die Freiwilligentätigkeit im Umweltschutz für den Erhalt und die Verbesserung der Umwelt für die heutige und für zukünftige Generationen eine wichtige Rolle; gleichzeitig wird so das Bewusstsein für Umweltfragen und die Bereitschaft erhöht, umweltfreundlich zu handeln[16]. So kann beispielsweise im Vereinigten Königreich der British Trust for Conservation Volunteers jedes Jahr auf über 300 000 Freiwillige zurückgreifen; und in der Slowakei macht die Freiwilligentätigkeit für den Umweltschutz 13,3 % des Gesamtanteils des freiwilligen Engagements aus[17].

Um für das Müllproblem auf See zu sensibilisieren und dagegen vorzugehen, organisiert die internationale Surfrider Foundation jährlich die „Ocean Initiatives“, die größte Veranstaltung von Umweltschützern in Europa, bei der 40 000 Freiwillige an mehr als 1 000 Aktionen zur Reinigung von Stränden, Seen, Flüssen und dem Meeresgrund in Europa und anderen Teilen der Welt teilnehmen[18].

Die Kommission wird eventuell Vorschläge vorbringen, die speziell auf die Freiwilligentätigkeit im Rahmen der EU-Beschäftigungsstrategie, bei dem Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung und im Kontext der Kommissionsinitiative „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen“ ausgerichtet sind.

2.2.3. Bildung und Freiwilligentätigkeit

Freiwilligentätigkeit kann entweder die Form strukturierten Lernens (sogenanntes nicht formales Lernen), bei dem Freiwillige bewusst aktiv werden, oder die Form nicht gezielten, unstrukturierten Lernens (sogenanntes informelles Lernen) annehmen. In beiden Fällen wird das Lernen des Freiwilligen nicht zertifiziert. Die Anerkennung der Freiwilligentätigkeit als eine Form des Lernens ist daher eine Priorität für EU-Maßnahmen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung. Auf der Grundlage gemeinsamer Grundsätze, die der Rat 2004[19] angenommen hat, hat das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) europäische Richtlinien zur Validierung nicht formalen und informellen Lernens veröffentlicht, die ein Instrument zur Entwicklung von Zertifizierungsverfahren unter Berücksichtigung des Freiwilligensektors enthalten.

Mobilität zu Lernzwecken ist eine Möglichkeit für Bürger, ihr Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU auszuüben. Grenzübergreifende Freiwilligentätigkeit ist ein Beispiel für eine solche Mobilität zu Lernzwecken.

Die Kommission arbeitet an einem Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Validierung des nicht formalen und informellen Lernens, das die Dimension der Freiwilligentätigkeit einschließt.

In der Praxis können im Rahmen einer Freiwilligentätigkeit gesammelte Arbeitserfahrungen und erworbene Fähigkeiten im Europass[20] dargestellt werden; sie werden auch in den künftigen Europäischen Qualifikationspass Eingang finden.

2.2.4. Jugend und Freiwilligentätigkeit

Auch die aktive Teilhabe junger Menschen an der Gesellschaft kann durch Freiwilligentätigkeit unterstützt werden. Wenn junge Menschen gut darüber informiert sind und positive Erfahrungen damit gesammelt haben, sind sie wahrscheinlich auch später im Leben als Freiwillige aktiv und inspirieren andere junge Menschen zu freiwilligem Engagement.

Die Kommission hat die Freiwilligentätigkeit für junge Menschen zu einem der Schwerpunkte in der Zusammenarbeit zur Jugendpolitik, die 2001 gestartet wurde, sowie in der darauffolgenden Offenen Methode der Koordinierung im Bereich der Jugend gemacht. Im Rahmen der neuen EU-Strategie für die Jugend wurde Freiwilligentätigkeit als einer der zentralen Politikbereiche anerkannt, der Europas junge Menschen betrifft.[21]

Mit der Empfehlung des Rates über die Mobilität junger Freiwilliger soll die Zusammenarbeit zwischen den Organisatoren von Freiwilligenaktivitäten in den EU-Mitgliedstaaten gefördert werden. Weiterhin werden damit Organisationen der Zivilgesellschaft und öffentliche Einrichtungen aufgefordert, Freiwilligenaktivitäten auszubauen und jungen Menschen aus anderen EU-Mitgliedstaaten die Teilnahme daran zu ermöglichen[22].

Die Freiwilligentätigkeit von Jugendlichen trägt zur Leitinitiative „Jugend in Bewegung“[23] (Strategie Europa 2020) bei: junge Menschen werden in den Mittelpunkt der EU-Vision einer Wirtschaft gestellt, die auf Wissen, Innovation und ein hohes Bildungs- und Qualifikationsniveau, integrative Arbeitsmärkte sowie eine aktive Einbindung in die Gesellschaft aufbaut.

2012 werden die Mitgliedstaaten der Kommission über die Umsetzung der EU-Strategie für die Jugend und der Empfehlung über die Mobilität junger Freiwilliger in Europa Bericht erstatten. Auf dieser Grundlage wird die Kommission Vorschläge für die weitere Entwicklung unterbreiten.

2.2.5. Sport und Freiwilligentätigkeit

Artikel 165 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union verpflichtet die EU, die ehrenamtlichen Strukturen bei der Förderung des europäischen Sports zu berücksichtigen.

2002 haben die Mitgliedstaaten in der „Erklärung von Aarhus über das Ehrenamt im Sport“ den erheblichen Beitrag der Freiwilligentätigkeit für den Sport und deren wirtschaftlichen Wert anerkannt. Freiwilliges Engagement gehörte auch zu den Kernfragen des Weißbuchs Sports der Kommission aus dem Jahr 2007, in dem festgestellt wurde, dass dieses Engagement den sozialen Zusammenhalt und die gesellschaftliche Integration stärkt, lokale Demokratie und Bürgerschaft fördert und Möglichkeiten nicht formaler Bildung bietet[24]. Im Mai 2011 hat der Rat in seiner Entschließung über einen Arbeitsplan der EU für den Sport die Freiwilligentätigkeit im Sport als eines der Schwerpunktthemen für die Zusammenarbeit auf EU-Ebene bestimmt.

Im Sportsektor können mehr Freiwillige als in anderen Sektoren mobilisiert werden. In den meisten Mitgliedstaaten würde die Sportbewegung ohne freiwilliges Engagement nicht bestehen. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten: in einigen fällt der Anteil des freiwilligen Engagements sehr gering aus[25]. Die Mitgliedstaaten, in denen die Freiwilligentätigkeit im Sport stark verbreitet ist, verfügen tendenziell über eine ausgeprägte Kultur des freiwilligen Engagements und über entsprechende Strukturen, sowie auch über Unterstützung seitens der Behörden[26].

Im Rahmen der vorbereitenden Maßnahmen im Bereich des Sports 2010 finanziert die Kommission vier Pilotprojekte zum Thema Freiwilligentätigkeit und Sport.

2.2.6. Freiwilliges Engagement von Beschäftigten als Ausdruck der sozialen Verantwortung

Als Ausdruck ihrer sozialen Verantwortung (Corporate Social Responsibility) können der öffentliche Sektor und der Privatsektor eine wichtige Rolle bei der Förderung von Freiwilligenaktivitäten spielen. Durch die Investition in das freiwillige Engagement von Mitarbeitern tun sie nicht nur etwas Gutes für das örtliche Gemeinwesen, sondern verbessern gleichzeitig auch ihren Ruf und ihr Image. Darüber hinaus wird Teamgeist gefördert, die Zufriedenheit mit der Arbeit verbessert und die Produktivität erhöht, während die Mitarbeiter neue Fähigkeiten erwerben können.

2011 hat die Kommission Initiativen auf den Weg gebracht, mit denen freiwilliges Engagement ihres Personals gefördert werden soll. Dazu gehören Webressourcen im Intranet für Mitarbeiter zu Möglichkeiten des freiwilligen Engagements, bewährte Verfahren und praxisorientierte Richtlinien für Mitarbeiter, die sich freiwillig betätigen möchten[27].

2.2.7. Beziehungen der EU zu Drittländern und Freiwilligentätigkeit 2.2.7.1. Förderung der Mobilität von Freiwilligen aus Drittstaaten in der EU

Der beiderseitige Nutzen der Freiwilligentätigkeit von Drittstaatenangehörigen, die in die EU kommen, sollte ebenfalls anerkannt werden. In diesem Zusammenhang schafft die Richtlinie 2004/114/EG[28] des Rates einen Referenzrahmen mit Mindestbedingungen für Einreise und Aufenthalt von Freiwilligen aus Drittstaaten, der nicht von der Arbeitsmarktsituation im Gastland abhängig ist. Die Umsetzung dieser Bestimmungen ist für die Mitgliedstaaten freiwillig.

Die Kommission wird 2011 einen Bericht zur Anwendung der Richtlinie 2004/114/EG des Rates veröffentlichen und gegebenenfalls Vorschläge zu Änderungen vorlegen.

2.2.7.2. Humanitäre Hilfe und Freiwilligentätigkeit

Der Bereich, für den nach Ansicht der Europäer Freiwillige die wichtigste Rolle spielen, ist solidarisches Handeln und humanitäre Hilfe. Die Europäische Kommission ist entschlossen, die Ansichten der Bürger Europas ernst zu nehmen: Auf der Grundlage des Artikels 214 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union bereitet die Kommission die Schaffung eines europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe vor; dieses wird einen Rahmen für europäische Freiwillige bieten, die gemeinsam zu humanitären Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union beitragen wollen[29].

Das Korps wird Freiwilligen aus verschiedenen Mitgliedstaaten die Möglichkeit bieten, gemeinsam an einem Projekt im Bereich der humanitären Hilfe der EU zu arbeiten und ihre Solidarität mit Menschen in Not aktiv zum Ausdruck zu bringen. Weiterhin wird erwartet, dass auf diese Weise neue Möglichkeiten eines Engagement der Bürger Europas und insbesondere der jungen Menschen geschaffen werden. Mit dem Einsatz europäischer Freiwilliger können auch die örtlichen Kapazitäten verstärkt werden, wobei die Freiwilligentätigkeit maßgebliche Auswirkungen haben kann. Die Mitarbeit Freiwilliger bei der Katastrophenvorsorge und bei Wiederaufbaumaßnahmen wird insbesondere dazu beitragen, das Grundgerüst für nachhaltige Entwicklungsprozesse in Verbindung mit EU-Maßnahmen vor und nach einer Krise auf dem Gebiet der humanitären Hilfe zu schaffen.

Die Kommission fördert 2011 Pilotprojekte, die auf die Auswahl, Schulung und Zusammenstellung der ersten Freiwilligen für das europäische Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe abzielen. Mit den Ergebnissen dieser Pilotphase sowie der Überprüfungen und der Konsultationen sowie der Folgenabschätzung, die auf der langjährigen Erfahrung nationaler und internationaler Organisationen aufbauen, kann die Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung zur Einrichtung des Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe im Jahr 2012 annehmen.

2.2.7.3. Entwicklungspolitik und Freiwilligentätigkeit

Freiwillige können eine bedeutende Rolle bei der Entwicklungszusammenarbeit spielen, und zwar individuell oder im Rahmen der Aktivitäten von Organisationen der Zivilgesellschaft. Allgemein gewinnt die Arbeit dieser Organisationen durch die Freiwilligentätigkeit an Wirksamkeit; zugleich wird deren nicht gewinnorientierter Charakter unterstrichen.

Die Kommission leistet keine direkte Unterstützung für einzelne Freiwillige, bietet aber indirekte Hilfe über Rechts- und Finanzierungsinstrumente der EU, um die Projekte zu unterstützen, die die Interessen von Organisationen der Zivilgesellschaft verfolgen. Diese Gruppen tragen zunehmend zur Gestaltung der Entwicklungspolitik in den Entwicklungsländern bei, wobei sie insbesondere mehr Verantwortung bei der Armutsbekämpfung übernehmen. Wenngleich die Kommission bei der Umsetzung der allgemeinen EU-Entwicklungspolitik in hohem Maße auf Organisationen der Zivilgesellschaften baut, müssen diese letztendlich selbst entscheiden, ob sie – in Europa oder auch weltweit – auf Freiwillige oder eigene Mitarbeiter zurückgreifen.

3. Fazit : Weiteres Vorgehen

Die Freiwilligentätigkeit ist Bestandteil unseres sozialen Gefüges. Sie unterstützen die Grundwerte von Integration und Bürgerschaft. Daher unterstreicht die Europäische Kommission während des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 die Bedeutung dieses Engagements. Die Kommission arbeitet mit allen einschlägigen Interessenträgern daran, dass das Europäische Jahr von nachhaltiger Wirkung und Bedeutung ist.

Die nachstehenden Schlussfolgerungen werden während des Europäischen Jahres ergänzt und weiter ausgebaut:

· Freiwilligentätigkeit ist ein wichtiger Faktor für den Aufbau von Human- und Sozialkapital, ein Weg zu Eingliederung und Beschäftigung sowie ein Schlüsselfaktor zur Verbesserung des sozialen Zusammenhalts. Da Freiwillige zur Gestaltung der Gesellschaft und zur Unterstützung von Menschen in Not beitragen, sind sie ein gut sichtbarer Ausdruck der europäischen Bürgerschaft.

· Ihr Potenzial kann im Rahmen der Wachstumsstrategie Europa 2020 weiter ausgebaut werden. Freiwillige sind eine wichtige Ressource für unsere Wirtschaft und Gesellschaft, dürfen aber nicht als Alternative zu normalen Arbeitskräften betrachtet werden.

· Mit der Förderung grenzübergreifender Freiwilligentätigkeit in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und über EU-Förderprogramme trägt die EU zur Mobilität und zum interkulturellen Lernen der Bürger bei und stärkt die europäische Identität.

Politikempfehlungen an die Mitgliedstaaten

In Übereinstimmung mit dem Subsidiaritätsprinzip beabsichtigt die Kommission nicht, ein einziges Modell der Freiwilligentätigkeit zu fördern oder die Freiwilligkeitskulturen, die auf lokaler und regionaler Ebene bestehen, aneinander anzugleichen. Die Kommission empfiehlt den Mitgliedstaaten jedoch, das Potenzial der Freiwilligentätigkeit folgendermaßen besser zu nutzen:

· In den Ländern, in denen es keinen Rahmen für die Freiwilligentätigkeit gibt und die Tradition bzw. Kultur des freiwilligen Engagements nur schwach ausgeprägt ist, könnten mit der Schaffung eines Rechtsrahmens Anreize geschaffen werden, mit denen die Entwicklung der Freiwilligentätigkeit unterstützt werden kann.

· Auf nationaler Ebene sollten Forschung und Datensammlung zur Freiwilligentätigkeit angeregt werden. In diesem Kontext wird empfohlen, das Handbuch der IAO (Internationale Arbeitsorganisation) zur Messung der Freiwilligentätigkeit und das Handbuch der Vereinten Nationen zu gemeinnützigen Einrichtungen zu nutzen.

· Die Anerkennung der Kompetenzen und Fähigkeiten, die aufgrund einer Freiwilligentätigkeit in Form einer nicht formalen Lernerfahrung erworben wurden, spielt als Motivationsfaktor für Freiwillige eine große Rolle; darüber hinaus wird so eine Brücke zwischen Freiwilligentätigkeit und Bildung geschlagen.

· Die Mitgliedstaaten sollten die verbleibenden Hindernisse beseitigen, die direkt oder indirekt die Freiwilligentätigkeit im Allgemeinen und insbesondere die grenzüberschreitende Freiwilligentätigkeit behindern.

· Die Mitgliedstaaten sind eingeladen, nationale Freiwilligenprogramme für die grenzüberschreitende Freiwilligentätigkeit zu öffnen und damit zur Entwicklung der Freiwilligtätigkeit in der Europäischen Union beizutragen.

Konkrete Maßnahmen zur Anerkennung und Förderung der Freiwilligentätigkeit auf EU-Ebene:

Die EU ist bestrebt, langfristige Folgemaßnahmen für das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 zu sichern und den Dialog mit den einschlägigen Interessenträgern aus den verschiedenen Politikbereichen fortzuführen, die mit Freiwilligentätigkeit in Zusammenhang stehen.

· Die Kommission wird die Schaffung eines Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe für 2012 vorschlagen.

· EU-Förderprogramme in verschiedenen Politikbereichen werden weiter Freiwillige ansprechen und die grenzüberschreitende Freiwilligentätigkeit fördern.

· Die Kommission wird EU-Bürgern und Interessenträgern einen Überblick über die verschiedenen Förderprogramme erleichtern, die von Freiwilligen und für Freiwilligenaktivitäten genutzt werden können.

· Die Kommission ist bereit, eingehender die Möglichkeiten zur Stärkung der Verknüpfung von Freiwilligentätigkeit und Gesundheit/Wohlfahrt, insbesondere im Hinblick auf die alternde Gesellschaft, zu untersuchen.

· Auf der Grundlage der Berichte der Mitgliedstaaten zur Umsetzung der Empfehlung zur Mobilität junger Freiwilliger im Jahr 2012 wird die Kommission Vorschläge für das weitere Vorgehen unterbreiten.

· Die Kommission wird eventuell Vorschläge einbringen, die speziell auf die Freiwilligentätigkeit im Rahmen der EU-Beschäftigungsstrategie, im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung und im Kontext der Kommissionsinitiative „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen“ ausgerichtet sind.

· Die Kommission bereitet einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Validierung nicht formalen und informellen Lernens vor, wozu auch die Anerkennung von im Rahmen einer Freiwilligentätigkeit erworbenen Kompetenzen gehört.

· Mit dem künftigen Europäischen Qualifikationspass erhalten Einzelpersonen die Möglichkeit, einen Nachweis über Fähigkeiten und Kompetenzen, die sie bei einer Freiwilligentätigkeit erworben haben, zu führen.

· Die Kommission wird im Rahmen des bevorstehenden Europäischen Jahrs der Bürgerinnen und Bürger (2013) der Freiwilligentätigkeit eine angemessene Stellung einräumen und insbesondere die grenzüberschreitende Freiwilligentätigkeit fördern.

[1]               Bericht über die Unionsbürgerschaft 2010 – Weniger Hindernisse für die Ausübung von Unionsbürgerrechten; KOM(2010) 603 endgültig vom 27. Oktober 2010.

[2]               Entscheidung 2010/37/EG des Rates vom 27. November 2009 über das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft (2011), ABl. L 17 vom 22.1.2010, S. 43‑49.

[3]               Ebd.

[4]               „Volunteering in the European Union“ (GHK 2010).

[5]               „Volunteering in the European Union“ (GHK 2010).

[6]               Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 zur transnationalen Mobilität innerhalb der Gemeinschaft zu Zwecken der allgemeinen und beruflichen Bildung: Europäische Qualitätscharta für Mobilität, Nr. 2006/961/EG.

[7]               Mitteilung der Kommission. Europa 2020: Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“, KOM(2010) 2020 endgültig vom 3. März 2010.

[8]               "Measuring Civil Society and Volunteering" (Johns-Hopkins-Universität 2007).

[9]               Vgl. S. Hossenfelder, On the problem of measuring happiness (3. Februar 2011), verfügbar über SSRN: http://ssrn.com/abstract=1754423 mit Verweisen auf die internationale Kommission zur Messung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und des sozialen Fortschritts, die vom französischen Präsidenten 2008 eingerichtet wurde, und auf den jüngsten Ansatz des britischen Statistikamts zur Messung des menschlichen Wohlbefindens.

[10]             Entscheidung Nr. 1719/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. November 2006, ABl. L 327 vom 24.11.2006, S. 30-44.

[11]             Entscheidung Nr. 1904/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006, ABl. L 378 vom 27.12.2006, S. 32-40.

[12]             Entscheidung Nr. 1720/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. November 2006, ABl. L 327 vom 24.11.2006, S. 45.

[13]             Über 20 000 Freiwillige arbeiten in Europa für Organisationen zur Unterstützung von Opfern (Stärkung der Opferrechte in der EU, KOM(2011) 274 endgültig, 18.5.2011, S. 5).

[14]             „Politische Leitlinien für die nächste Kommission (2009-2014)“, (2009).

[15]             „Empowering people, driving change: Social innovation in the European Union“ (BEPA 2010). Die Europäische Kommission beabsichtigt mit Unterstützung vom 7. Forschungsrahmenprogramm die Einrichtung einer Sozialplattform für innovative Sozialdienste, die sich ebenfalls mit der Rolle der Freiwilligentätigkeit im Dienstleistungssektor befassen wird.

[16]             Freiwilligentätigkeit und Umwelt: http://community.cev.be/download/130/434/Fact_sheet_DG_ENV_environment.pdf

[17]             CSVnet – Nationale Koordinierungsstelle von Zentren für die Unterstützung von Freiwilligen, 2009. „Brief compendium of the research: Volunteering across Europe. Organisations, promotion, participation “, S. 17.

[18]             Presseinformationen zu Ocean Initiatives 2011: http://www.surfrider.eu/fileadmin/documents/io11/dp/20110228_DP-IO2011_EN.pdf

[19]             Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zu gemeinsamen europäischen Grundsätzen für die Ermittlung und Validierung von nicht formalen und informellen Lernprozessen (Mai 2004).

[20]             Entscheidung Nr. 2241/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates über ein einheitliches Rahmenkonzept zur Förderung der Transparenz von Qualifikationen und Kompetenzen (Europass), ABl. L 390 vom 31.12.2004, S. 6-20.

[21]             EU-Strategie für die Jugend – Investitionen und Empowerment – Eine neue offene Methode der Koordinierung, um auf die Herausforderungen und Chancen einzugehen, mit denen die Jugend konfrontiert ist, KOM(2009) 200 endgültig vom 27.4.2009.

[22]             Empfehlung des Rates über die Mobilität junger Freiwilliger innerhalb der Europäischen Union, 2008/C 319/03 vom 13.12.2008.

[23]             Jugend in Bewegung – Eine Initiative zur Freisetzung des Potenzials junger Menschen, um in der Europäischen Union intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu erzielen, KOM(2010) 477 endgültig vom 15.9.2010.

[24]             Weißbuch Sport, KOM(2007) 391 endgültig vom 11.7.2007.

[25]             „Volunteering in the European Union“ (GHK 2010), S. 216.

[26]             „Volunteering in the European Union“ (GHK 2010), S. 214-215, Bezug zu Einkommen von Sportorganisationen.

[27]             Siehe http://myintracomm.ec.europa.eu/serv/en/Volunteering/. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass die Mitarbeiter der Kommission Wohltätigkeitsinitiativen wie die Schuman-Trophäe, die Kampagne „Ein Schuhkarton für Obdachlose“, die Selbsthilfegruppe „Krebs“, eine EU-Delegation bei ATD Vierte Welt oder die kürzlich gegründete Vereinigung GIVE EUR-HOPE organisieren und verwalten.

[28]             Richtlinie 2004/114/EG des Rates vom 13. Dezember 2004 über die Bedingungen für die Zulassung von Drittstaatsangehörigen zur Absolvierung eines Studiums oder zur Teilnahme an einem Schüleraustausch, einer unbezahlten Ausbildungsmaßnahme oder einem Freiwilligendienst. ABl. L 375 vom 23.12.2004, S. 12.

[29]             Freiwilligenarbeit als Ausdruck solidarischen Handelns der EU-Bürger: Erste Überlegungen zu einem Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe, KOM(2010) 683 endgültig vom 23.11.2010.

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