Glossare von Zusammenfassungen

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Sozialer Dialog

Der „soziale Dialog“ bezeichnet die von den Sozialpartnern zur Verteidigung der Interessen ihrer Mitglieder geführten Verhandlungen (d. h. Interessenvertretungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern). Dies ist in Artikel 151 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) als EU-Ziel festgeschrieben.

Er trägt zur Ausarbeitung der europäischen Sozialpolitik bei, denn die Sozialpartner beteiligen sich auf EU-Ebene an Diskussionen, Konsultationen, Verhandlungen und gemeinsamen Maßnahmen und ergänzen damit die auf nationaler Ebene durchgeführten Maßnahmen.

Bevor die Europäische Kommission im sozialen Bereich Maßnahmen ergreifen kann, muss sie sich mit den Sozialpartnern (Artikel 154 AEUV) beraten. Danach können die Sozialpartner Übereinkünfte aushandeln, die sie entweder unabhängig und gemäß ihrer nationalen Praxis umsetzen, oder sie erbitten für die Umsetzung einen Beschluss des Rates (Artikel 155 AEUV).

Der europäische soziale Dialog kann folgender Art sein:

  • dreigliedrig (wenn er von den Sozialpartnern und den EU-Organen geführt wird) oder
  • zweigliedrig (wenn er von den Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften untereinander geführt wird).

Beispiele für Übereinkünfte, die durch den sozialen Dialog geschlossen wurden, sind die Rahmenvereinbarung zu Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz (2007) und die Leitlinien zu integrativen Arbeitsmärkten (2010).