Glossare von Zusammenfassungen

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Regionen in äußerster Randlage

Die Europäische Union (EU) verfügt über neun sogenannte Regionen in äußerster Randlage: Guadeloupe, Französisch-Guayana, Martinique, Mayotte, Réunion und St. Martin (Frankreich), die Kanarischen Inseln (Spanien) sowie die Azoren und Madeira (Portugal). Die Regionen in äußerster Randlage sind Teil der EU und haben die damit verbundenen Rechte und Pflichten.

Kennzeichnend für diese Regionen sind ihre große Entfernung zum europäischen Festland, ihre Insellage, ihre geringe Größe (mit Ausnahme von Französisch-Guayana), schwierige topografische und klimatische Bedingungen und ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von einigen wenigen Erzeugnissen.

Im Laufe der Jahre hat die Kommission mehrere Mitteilungen zu den Regionen in äußerster Randlage verabschiedet. Die letzte Mitteilung wurde 2012 verabschiedet (COM(2012) 287: „Regionen in äußerster Randlage der Europäischen Union: Auf dem Weg zu einer Partnerschaft für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“), in der sie i)  die Regionen in äußerster Randlage bei der Ausschöpfung aller Möglichkeiten für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum auf Grundlage ihrer Vorteile und ihres endogenen Potenzials unterstützt, ii) gewährleistet, dass die europäischen Politikvorgaben zum Abbau von Hindernissen beitragen, die der vollständigen Einbindung der Regionen in äußerster Randlage in den Binnenmarkt entgegenstehen, und iii) in größerem Maße die Vorteile der Regionen in äußerster Randlage für alle sowie die Notwendigkeit anerkennt, ihre besonderen Gegebenheiten und Sachzwänge zu berücksichtigen.

Artikel 349 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union erkennt die besonderen Zwänge der Regionen in äußerster Randlage an und sieht den Beschluss spezifischer Maßnahmen zugunsten dieser Regionen vor. Im Gegensatz zu den überseeischen Ländern und Hoheitsgebieten kommen die Regionen in äußerster Randlage als vollwertige EU-Regionen für eine Förderung durch den Europäischen Strukturfonds und den Europäischen Investitionsfonds in Betracht.